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von Eagle
Mi, 8. Jun. 2016, 18:51
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Hagen/Jever: Pflegeeltern sollen Kind unterernährt haben | Verfahren eingestellt
Antworten: 3
Zugriffe: 798

Re: Hagen/Jever: Pflegeeltern sollen Kind unterernährt haben

Zwei Lager beim Pflegekind-Prozess
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08.10.2015 | 07:00 Uhr
Schwelm/Hagen. Es ist ein ungeheuerlicher Vorwurf, der sich gegen ein Ehepaar richtet. Als der 51-Jährige und seine Frau (38) noch in Schwelm wohnten, sollen sie ihrem Pflegesohn derart wenig zu essen gegeben haben, dass er gefährlich unterernährt gewesen sein soll. Das soll von August 2005 bis November 2011 gewesen sein.
Mittlerweile haben drei konfliktgeladene Prozesstage vor dem Hagener Landgericht stattgefunden. Anklage: Misshandlung von Schutzbefohlenen. Es gibt zwei Lager: Die Angeklagten, die am ersten Prozesstag alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft energisch von sich wiesen und deren Freunde und Eltern, die vehement Partei für die beiden ergriffen, weil sie sie als gewissenhafte Pflegeeltern erlebt haben. Und da gibt es Ärzte des Allgemeinen Krankenhauses Hagen (AKH) und der Uniklinik in Düsseldorf, die vor Gericht ihren Verdacht äußerten, dass der heute Zehnjährige damals über Jahre massiv unterernährt worden war.
Hilfe aus der Uniklinik
Nachdem das Kind von einer mutmaßlichen Schüttelattacke durch seinen Vater genesen war, kam es zu dem Schwelmer Ehepaar: Die Pflegemutter ist eine aparte, ruhige Frau, sehr gepflegt und zurückhaltend. Ihr Ehemann macht einen arbeitsamen Eindruck, hat sich erfolgreich selbstständig gemacht. Als Kinderkrankenschwester galt die 38-Jährige als Glücksfall für das Pflegekind.
Essen war das Thema, um das sich von Anfang an alles drehte. „Er war maßlos beim Essen“, betonte die 38-Jährige am ersten Prozesstag. „Wir wussten, er war ein krankes Kind“, erläuterte ihr Ehemann. Aber eine schwere Krankheit, von der auch Ärzte zunächst ausgingen, konnte in den folgenden Jahren bei dem Jungen nicht gefunden werden (....)
Im September richtete er ein Hilfeersuchen an die Kinderschutzgruppe des Uniklinikums Düsseldorf. Die Gruppe von Ärzten, Rechtsmedizinern und Psychologen untersuchte den Jungen intensiv und machte folgende Beobachtungen: „Unser Bild war, dass er von vielem ausgeschlossen wurde. Uns kam Harry Potter bei den Dursleys in den Sinn. Für uns gab es keinen Zweifel, dass er über Jahre hinweg zu wenig Kalorien hatte. Der Körper griff bereits Muskelreserven an“, erinnerte sich Oberarzt Dr. Hans Martin Bosse, Mitglied der Gruppe, und deutete auf mitgebrachte Fotos des Jungen in seiner Akte: „Das ist nicht schlank, das ist unterernährt!“ (...)Der Prozess wird fortgesetzt.
Der Westen

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