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von z3001x
Do, 7. Jul. 2016, 00:51
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozess| Urteil
Antworten: 44
Zugriffe: 10118

Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozessbeginn 06. Juli 2016

Auf die Ablehnung der Jugendamtmitarbeiter, Jessica B. in dem Mutter-Kind-Heim unterzubringen, wird in der Frankfurter Neue Presse näher eingegangen, so dass die Argumentation auch nachvollziehbarer erscheint.
Die Eltern des Opfers hatten dem Jugendamt Untätigkeit vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, es habe begründete Zweifel an der Erziehungsfähigkeit von Jessica B. gegeben. Zugleich habe die junge Frau den Kontakt zu ihrem Ex-Freund, vor dem sie angeblich Todesangst gehabt haben soll, aufrechterhalten – und habe sogar mit ihm in das bereits ausgesuchte Mutter-Kind-Heim ziehen wollen.

Die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiterinnen des Frankfurter Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung in dem Fall waren jedoch im März eingestellt worden. Die Anzeige der Eltern sei menschlich verständlich, der Schutzauftrag der Behörde habe sich aber nicht auf die 22-Jährige, sondern nur auf deren Sohn bezogen, hatte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen damals erklärt.
Weitere interessante Details zum Ablauf und Inhalt des Prozess aus derselben Quelle:
Die Schwurgerichtskammer hat zunächst sechs Verhandlungstage bis Anfang August terminiert. In dem Prozess wird auch ein Sachverständiger zur Suchtproblematik des Angeklagten und einer damit verbundenen möglichen eingeschränkten Schuldfähigkeit zu Wort kommen.
von z3001x
Do, 7. Jul. 2016, 00:05
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozess| Urteil
Antworten: 44
Zugriffe: 10118

Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozessbeginn 06. Juli 2016

Heute, am 6. Juli 2016, hat der Prozess gegen Jozef S wegen Totschlags, begonnen.
Er gestand und beschrieb den Tathergang am ersten Prozesstag.
Das Urteil wird für Ende Juli erwartet.
Die Tat liegt fast auf den Tag genau ein Jahr zurück: Am 8. Juli sollen die 22 Jahre alte Jessica B. und ihr Ex-Freund in der Wohnung der jungen Frau im Frankfurter Nordend in Streit geraten sein.
Der 24-Jährige ließ seine Verteidigerin zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht erklären, es sei zu einer Rangelei gekommen und er habe die 22-Jährige zu Boden geworfen. Er habe sie lange gewürgt, bis sie im Gesicht blau angelaufen sei. Dann habe er bemerkt, dass sie tot sei.
Er behauptet, er hätte die Leiche seiner Freundin in den Müllcontainer gesteckt, damit sie gefunden würde.
Wie die Verteidigerin sagte, wickelte er Jessica B. in einen Bettbezug, "weil er den Anblick nicht ertragen konnte". Die Leiche steckte er in eine Mülltonne. Er habe gehofft, dass sie bei der Mülltrennung gefunden werde.
Er habe gewünscht, dass sie anständig beerdigt würde.
Der Angeklagte ließ seine Verteidigerin am Mittwoch weiter sagen, Jessicas Handy habe er kurz nach der Tat ausgeschaltet und ihren Rucksack mitgenommen. Er schrieb demnach ein Geständnis, ging aber nicht zur Polizei.

In dem Brief steht: "Ich habe die Mutter meines Kindes umgebracht. Ich möchte, dass sie gefunden wird und ordentlich beerdigt wird. Ich weiß nicht, was geschehen ist. Ich war und bin einfach in dem Gedanken gefangen, dass sie noch lebt und ich sie wiedersehen werde."
Die Vorwürfe gegen das Jugendamt, die in Todesangst vor ihrem Ex-Freund lebende Jessica, trotz ihres eindringlichen Wunsch, nicht in einem Mutter-Kind-Heim untergebracht zu haben, wies der Staatsanwalt zurück. Er attestierte dem Handeln der Jugendamtmitarbeiter, das ja mittelbar den Tod der Verstorbenen erst ermöglichte, strafrechtliche Irrelevanz.
Vorwürfe gegen Jugendamt
Ihre Eltern erhoben schwere Vorwürfe gegen das Frankfurter Jugendamt. Das Amt habe Jessica B.s Wunsch nach einer Unterbringung mit ihrem Sohn in einem Mutter-Kind-Heim nicht entsprochen und trage eine Mitschuld an ihrem Tod. Das Amt hatte den kleinen Sohn wegen ihres Lebenswandels in einer Pflegefamilie untergebracht. Die Staatsanwaltschaft sah kein strafrechtlich relevantes Verhalten der Jugendamtsmitarbeiterinnen.
Ein Urteil gegen den 24-Jährigen wird Ende Juli erwartet.
Hessenschau vom 6. Juli 2016

Ebenso erwartungsgemäß wie zynisch seitens des Staatsanwalt, dass er das "problematisch" Verhalten des Jugendamts rein wäscht.

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