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von Salva
So, 9. Sep. 2018, 12:04
Forum: Verbrechen, die Geschichte schrieben
Thema: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher
Antworten: 21
Zugriffe: 7755

Der Fall Monika (Weimar) Böttcher

@wiwan
Zunächst einmal stellt sich doch die Frage nach den Tatmotiven. Monika W. hatte ihr Motiv und das konnte die geplante gemeinsame Zukunft mit Kevin P. gewesen sein, bei der ihr ihre Mädchen womöglich im Wege standen. Vielleicht wollte sie ihren Töchtern aber auch das Leid ersparen, dass sie von ihrer Mutter zurückgelassen wurden. Solche Motive gibt es immer wieder.
Auch Vater Reinhard hätte ein Motiv gehabt: die Affäre seiner Frau und die Tatsache, dass sie ihn verlassen wollte. Bis heute lesen wir über Fälle, wo Väter ihre Kinder aus genau diesen Gründen umbringen.
Aber welches Motiv sollte Mr. X gehabt haben? Vor dem Hintergrund, dass die beiden Mädchen seine Kinder gewesen sein sollen? Man muss sich dieses Konstrukt mal durch den Kopf gehen lassen:
Monika heiratet ihren mutmaßlich zeugungsunfähigen Reinhard und zeugt dann mit ihrem angeheirateten Verwandten Mr. X zwei Kinder. Mutmaßlich. Später lässt sie sich aber auf eine Affäre mit dem GI Kevin ein, plant mit ihm sogar eine gemeinsame Zukunft in den USA und plötzlich müssen die beiden Mädchen weg und der Initiator für diesen Doppelmord soll ausgerechnet Mr. X gewesen sein. Und was macht Mutter Monika? Die spielt mit und zwar quasi von jetzt auf gleich! Aber statt später den eigentlichen Täter bzw. Mittäter zu enttarnen, deckt sie ihn, belastet stattdessen ihren Reinhard und durch ihre Lügen auch sich selbst. Warum das alles? Niemand begeht einen Mord, ohne einen direkten Nutzen daraus ziehen zu können. Logisch. Welchen Nutzen hatte also Mr. X vom Tod der beiden Mädchen gehabt?

Zu deiner Theorie: die würde nur dann passen, wenn man die Zeugenaussagen, die Timeline und auch die meisten Spuren vernachlässigt und das fängt schon mit dem Fahrzeug an. An den Ablageorten wurde nämlich der PKW von Monika und Reinhard W. gesehen und das gab Monika W. zu. Auch die Faserspuren geben kein fremdes Fahrzeug her, denn die stammten überwiegend vom Rücksitz (Chemiefasern) der Familienkutsche und ein paar davon vom Beifahrersitz (Wollfasern). Und was die kaputte Windschutzscheibe betrifft: die konnte ja nicht von einem der Mädchen eingedrückt worden sein, weil die sehr wenigen Wollfaserspuren auf den Leichen der Mädchen keine massive Abwehrhandlung auf dem Beifahrersitz hergeben.
Ein weiteres Problem sehe ich bei den Höschen der Mädchen, die ja völlig sauber gewesen waren und das ist schon sehr ungewöhnlich. Erst recht, wenn man die Todesart und den Todeskampf bedenkt, den Melanie und Karola erleiden mussten. Auch die Dauer bis zum Eintritt des Todes und die damit einhergehende Todesangst lässt es doch sehr unwirklich erscheinen, dass sich die Mädchen nicht zumindestens eingenässt hatten. Oder wenigstens eines der Kleinen.
Wenn ich das alles - und mehr - reflektiere, komme ich zum Schluß, dass es für keine Version (Tag oder Nacht) hinreichende Beweise gab, die entweder die Mutter oder den Vater belasten konnten und somit hätte Monika W. auch nie verurteilt werden dürfen. Auch wenn sie die (Mit)Täterin war. Und Mr. X. bekomme ich anhand der öffentlich zugänglichen Informationen erst recht nicht unter, sodass jede Theorie dazu reinste Spekulation wäre.

Der Fall ist schon deshalb nicht mehr lösbar, weil beginnend mit der Spurensicherung gravierende Fehler gemacht wurden und die Spuren, die damals nicht gesichert wurden, könnten der Schlüssel zum erfolgreichen Abschluß gewesen sein.
von Salva
Mi, 29. Aug. 2018, 21:27
Forum: Verbrechen, die Geschichte schrieben
Thema: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher
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Der Fall Monika (Weimar) Böttcher

Dann (wieder) herzlich Willkommen @wiwan :like:

Ich weiß ja, dass du jahrelang an dem Fall gearbeitet hast und ich kenne auch deine Theorie. Aber zunächst mal eine Frage, die mich schon lange zwickt:
Wer ist bzw. war der Vater von Melanie und Karola?

Der Fall ist nicht ausermittelt. Wenn dem so wäre, würde längst niemand mehr darüber sprechen. Ich glaube aber auch, dass der Fall nicht mehr vollständig gelöst werden kann.
von Salva
Fr, 10. Apr. 2015, 14:10
Forum: Verbrechen, die Geschichte schrieben
Thema: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher
Antworten: 21
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Re: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher

Es gibt ja noch mehr Ungereimtheiten in diesem Fall.
Was mich auch schon immer beschäftigt hat: ist es tatsächlich möglich, dass ein Kind im Todeskampf eine Autoscheibe beschädigen kann? Wenn das Mädchen mit einem Kissen oder ähnlichem erstickt wurde - im Auto - wie sollte das gehen? Dazu gehört eine Menge Kraft über einen Zeitraum von mehreren Minuten und das Opfer hatte sich bestimmt auch gewehrt. Also muss der Mörder sein Opfer irgenwie unter Kontrolle gebracht haben und das das vom Fahrersitz aus geht... wohl kaum. Wenn die Tat aber vom Beifahrersitz aus begangen wurde, musste sich der Täter im Innenraum VOR dem Mädchen befunden haben. Wie konnte das dann mit den Füßen an die Frontscheibe gelangen und zwar so stark, dass diese beschädigt wurde?
Warum wurden die Mädchen an unterschiedlichen Orten abgelegt?
Warum hatten beide Blütenreine Unterwäsche an, obwohl das praktisch unmöglich ist, wenn ein Mensch stirbt oder einen Todeskampf hinter sich hat? In der Unterwäsche befanden sich Kletten, was bedeutet, diese wurde den Mädchen nach ihrem Tod angezogen. Aber wo? Wurden die Leichen gereinigt? Wenn ja, in welchem Umfang?
Einer Frau wie MB sollte es unmöglich sein, ein Kind ca. 3 Meter weit zu werfen? Finde ich quatsch. Vor allem, weil das gar nicht gesichert ist, dass es so gewesen sein muss. Und wenn ihr jemand dabei geholfen hat, wer sollte das wann und wie gewesen sein? Wenn es nicht Herr Weimar war, warum deckt MB den bis heute?
Wenn der Schwager mit den Morden zu tun haben soll, wie stehts mit dessen Alibis? Und ich meine für die Tag- UND die Nachtversion.
von Salva
Do, 26. Mär. 2015, 09:24
Forum: Verbrechen, die Geschichte schrieben
Thema: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher
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Re: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher

pfiffi hat geschrieben:Erst, als klar wurde, wie wichtig die Nachtversion ist, änderte sie ihre Aussage - oh, sie häte sich im Tag vertan, nee nee, das sei einen Tag vorher gewesen.
Aber es gab da ja auch die Nachbarn und die waren sich 1000% sicher, dass die Kinder am Vormittag noch gelebt hatten. Warum Dr. Strate die Zeugen allesamt in die Wüste schicken wollte, keine Ahnung. Weil die MW belasten konnten?
von Salva
Di, 24. Mär. 2015, 10:16
Forum: Verbrechen, die Geschichte schrieben
Thema: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher
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Re: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher

@pfiffi
Bezgl. ihrer Lügen und Widersprüche: da wird ja argumentiert, dass sie sich wegen dem Tod ihrer Kinder schuldig fühlte und sich deswegen schützend vor ihrem Mann gestellt hatte. Sie hatte ihn offen betrogen und quasi zu der Tat getrieben. Psychisch angeschlagen war Reinhard Weimar schon damals und abwegig wäre dieser Gedankengang nicht. Immerhin hatte auch der erste SA erhebliche Zweifel an der Unschuld des RW geäußert, nur wurde der eben abgelöst und durch einen Anti-Monika Weimar-Staatsanwalt ersetzt.

Ich habe natürlich auch die Diskussionen über diesen Fall in anderen Foren mitverfolgt und da speziell auch die Ausführungen von wiwan, der hier auch einen Account hat.
Er schließt ja eine Tatbeteiligung des Schwagers nicht aus und stellt diesen als den Mann dar, in dem MW wirklich verliebt und verfallen war. Allerdings kann ich dahingehend kein Tatmotiv erkennen und ich frage mich darüber hinaus, ob MW tätsächlich ihre Affäre mit Kevin Pratt so offen ausgelebt hätte, wenn sie in Wirklichkeit einem anderen geliebt hat. Und ob der Schwager über diese Affäre begeistert gewesen wäre, wage ich auch zu bezweifeln. Oder lag etwa darin das Motiv, die beiden Kinder zu töten? Rache?
Vielleicht äußert sich wiwan hier im Forum auch mal dazu ;)
von Salva
So, 22. Mär. 2015, 15:35
Forum: Verbrechen, die Geschichte schrieben
Thema: Der Fall Monika (Weimar) Böttcher
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Der Fall Monika (Weimar) Böttcher

Bild
Melanie Weimar (* 22. Juli 1979, † 7, 4. August 1986)
Karola Weimar (* 8. März 1981, † 5, 4. August 1986)
Quelle: findagrave.com

Sachverhalt

Am Montag, den 4. August 1986 wurden die 7- bzw. 5-jährigen Mädchen Melanie und Karola von ihrer Mutter als vermisst gemeldet. Drei Tage später, am 7. August, stieß man auf die Leichen. Der Busfahrer Hans-Georg Führer fand Melanie an einem Parkplatz in der Nähe der Untertagedeponie Herfa-Neurode unweit des Elternhauses. Eineinhalb Stunden später, gegen 18 Uhr, fand die Polizei Karola an einem anderen, vier Kilometer entfernten Parkplatz. Die Mädchen waren erstickt bzw. erwürgt worden, der Todeszeitpunkt entsprach etwa der Zeit ihres angeblichen Verschwindens.

Die Ermittlungen
Bild
Reinhard Weimar († 60, 12. November 2012)
Quelle: http://osthessen-news.de/n1222657/phili ... sagen.html

Nachdem zunächst der Vater Reinhard Weimar verdächtigt worden war, konzentrierten sich die Ermittlungen bald auf die Mutter der beiden Kinder, Monika Weimar, die zu diesem Zeitpunkt eine Beziehung mit dem US-amerikanischen Soldaten Kevin Pratt hatte. Sie wurde am 27. Oktober 1986 wegen Mordverdachts verhaftet und vom Landgericht Fulda am 8. Januar 1988 wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.
Bild
Monika (Weimar) Böttcher (* 13. April 1958)
Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/

Monika Weimar, die nach der Scheidung von Reinhard Weimar wieder ihren Geburtsnamen Böttcher annahm, beteuerte jedoch ihre Unschuld. Am 17. Februar 1989 wies der Bundesgerichtshof ihre Revision zurück, am 2. Mai verwarf auch das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerde.

Nach neuen Fasergutachten ordnete das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am 4. Dezember 1995 die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Ab 5. Juni 1996 stand Monika Böttcher erneut in Gießen vor Gericht und wurde nach 55 Verhandlungstagen am 24. April 1997 freigesprochen.

Der Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch wurde mehrmals verhandelt, bis am 6. November 1998 der Bundesgerichtshof einen neuen und damit dritten Prozess anordnete. Dieser begann aber erst am 2. September 1999 vor dem Landgericht Frankfurt am Main und endete am 22. Dezember mit der erneuten Verurteilung Monika Böttchers. Die Revision wies der Bundesgerichtshof am 27. August 2000 zurück, danach kehrte Monika Böttcher ins Gefängnis zurück. Nach insgesamt 15 Jahren in Haft wurde Böttcher am 18. August 2006 aus der Frankfurter Justizvollzugsanstalt Preungesheim entlassen.

Rolle der Medien

Die Wiederaufnahmeverfahren standen in einem großen Medieninteresse. Ein umstrittener Aspekt war dabei die direkte Beteiligung des Wochenmagazins Stern. Dieses übernahm nach einem Treffen zwischen dem Verteidiger Monika Böttchers, Gerhard Strate, und dem späteren Stern-Chefredakteur (zu jener Zeit noch Ressortchef) Thomas Osterkorn einen Anteil von 50.000 DM an den Prozesskosten. Dafür verlangte der Stern Exklusivrechte, die er allerdings nach der Haftentlassung Monika Böttchers am 4. Dezember 1995 verletzt sah, da diese sich direkt danach auch gegenüber anderen Medien äußerte. Das Magazin verklagte Anwalt Strate vor dem Hamburger Landgericht.

Quellen: Wikipedia | strate.net

Die großen Kriminalfälle: Monika Weimar und der Kindermord

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