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von Salva
Mi, 22. Apr. 2020, 19:54
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
Antworten: 49
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2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet

Di, 17. März 2020: Urteil gefallen – Lebenslang für Georgines Mörder Ali K. (44)

Bild
Am Dienstag wurde Ali K. des Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung verurteilt.
Foto: BZ

Nach einem Indizienprozess verurteilte das Landgericht Berlin den Angeklagten nach 46 Prozesstagen wegen der Vergewaltigung und der Ermordung der bis heute vermissten Georgine Krüger zu einer lebenslangen Haftstrafe. Richter Michael Mattern war davon überzeugt, dass 44 Jahre alte Nachbar Ali K. das damals 14-jährige Mädchen entführte, vergewaltigte und anschließend erwürgte.

Geständnis
K. erzählte 2018 alles einem verdecken Polizei-Ermittler, der auf ihn angesetzt war. Das Gespräch wurde aufgezeichnet. Der Richter zitiert daraus: „Sie war wie ein Mannequin, hübsches Ding. Ich war verrückt nach ihr!“ Der Verkehr sei enttäuschend gewesen, weil das Mädchen sich nicht bewegt habe, berichtete der Angeklagte in drastischen Details.

„Ich drückte ihr den Hals zu. In meinen Händen hatte ich wirklich solche Schmerzen, fünf Minuten hat das gedauert.“ Später wickelte er die Leiche in einen Teppich, warf sie in den Müll. Der Richter zitiert auch, was der Mädchen-Mörder empfand, als er auf Georgines Mutter traf: „Das alles nur für diese fünf Minuten, da hat mich der Teufel geritten!“
Die Verteidiger von Ali K. gehen in Revision. Sie hatten Freispruch beantragt.

Quelle: BZ
von Salva
Di, 11. Feb. 2020, 20:02
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet

Di, 11. Februar 2020: "Wir machen Polizeiarbeit" - Vier neue Beweisanträge sollen Aufschluss über den Tag geben, an dem das Georgine verschwunden ist.
Der Richterwechsel war gut vorbereitet. „Keine Stellungnahme“, erklärten auch die Verteidiger, nachdem der entsprechende Beschluss verlesen war. Nach der regulären Pensionierung von Peter Faust ist nun sein ehemaliger Beisitzer Michael Mattern der Vorsitzende Richter im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der vor mehr als 13 Jahren spurlos verschwundenen Georgine Krüger.

Richter Mattern hätte an seinem ersten Tag in der Mitte der Richterbank am Dienstag gern die Beweisaufnahme geschlossen. Die Verteidiger durchkreuzten den Versuch. Vier neue Beweisanträge hatten die Anwälte des 44-Jährigen diesmal in der Tasche.

Ein Antrag nach dem anderen

„Wir machen die ganze Zeit Polizeiarbeit“, sagten sie wie zu ihrer eigenen Verteidigung. Ein Antrag nach dem anderen. So geht es seit Ende Dezember, als das Landgericht in der seit Juli 2019 laufenden Verhandlung das ursprüngliche Beweisprogramm abgeschlossen hatte.

[...]

So verlangen die Anwälte die Befragung einer Frau, die Georgine Krüger am 30. September 2006 im Bahnhof Friedrichstraße gesehen haben soll. Eine andere Zeugin solle im Prozess aussagen, weil sie damals zu Protokoll gab, sie habe das Mädchen am Tag ihres Verschwindens in Hamburg gesehen. Die Berliner Mordkommission sei diesen Hinweisen nicht nachgegangen, so die Anwälte.
Quelle: Der Tagesspiegel
von Salva
Sa, 18. Jan. 2020, 19:52
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet

15. Januar 2020: Richter Peter Faust geht in Pension.
Am 31. Juli 2019 begann der Prozess. Das Urteil wurde mehrfach verschoben. Immer wieder stellten die Verteidiger des mutmaßlichen Mädchenmörders neue Beweisanträge. Ali K. schwieg bislang, kann sein Schweigen aber jederzeit brechen. Wenn Richter Peter Faust ausscheidet, platzt der Prozess aber nicht. Einer der beisitzenden Richter übernimmt den Vorsitz der 22. Strafkammer.

Am 22. Januar wird weiter verhandelt. Weitere Termine sind möglich.
Quelle: BZ


Zum 35. Prozesstag am 16. Januar:
Das Gericht ist mit seinem Beweisprogramm am Ende, doch die Verteidiger des mutmaßlichen Mörders der vor mehr als 13 Jahren verschwundenen Georgine Krüger präsentieren einen Antrag nach dem anderen. Am 35. Prozesstag am Mittwoch waren es drei weitere Beweisanträge – gleich zehn waren es in der letzten Woche. Immer wieder geht es um die Angaben des Angeklagten gegenüber einem verdeckten Ermittler.

Es sei ein „falsches Geständnis“, eine „provozierte falsche Selbstbelastung“, so die Anwälte.
Quellen: Tagesspiegel | Berliner Zeitung
von Salva
Di, 7. Jan. 2020, 11:52
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet

@Dirty Harry
Die Staatsanwaltschaft stützt sich in dem schwierigen Indizienprozess vor allem auf Angaben eines verdeckten Ermittlers. Gegenüber diesem V-Mann soll K. gestanden haben. Außerdem gebe es Handy-Auswertungen. Das Telefon von K. sei zur mutmaßlichen Tatzeit in derselben Funkzelle eingeloggt gewesen wie das der Vermissten. „Die Funkzelle ist dem Tatort zugehörig“, so die Staatsanwältin.
Quelle: Tagesspiegel

Was hältst du davon?
von Salva
So, 5. Jan. 2020, 21:47
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet

@Dirty Harry
Wird schwierig. Was hat denn die Anklage unterm Strich in der Hand? Nur dieses Geständnis, das ja noch nicht einmal ein Geständnis war. Sonst nichts. Nicht einmal ein Glied einer Indizienkette, geschweige denn einen handfesten Beweis. Unter diesen Voraussetzungen wäre eine Verurteilung praktisch ein Justizskandal.
von Salva
Mo, 26. Aug. 2019, 20:31
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

Dirty Harry hat geschrieben:
So, 25. Aug. 2019, 00:05
Schon recht auffällig das Verhalten des Angeklagten , selbst der Polizei wurde es gemeldet , ist denn so ein anmachen von Minderjährigen nicht auch eine Straftat - da hätte man ihm doch schon Feuer machen können zumal er ja ein
Nachbar der verschwundenen Georgine war.
Verstehe ich auch nicht so recht, was damals seitens der Polizei getan/(verbockt?) wurde. Da gab es in unmittelbarer Nähe zu Georgine und diesem Ali K. eine betreute Mädchen-Wohngruppe mit nicht gerade wenigen Zeuginnen, die heute über dessen Eigenarten, Anmachen, dem ungewöhnlich eingerichteten Kellerraum und sogar über eine Kamera berichten, die von K's Balkon aus auf die Fenster der Mädchen gerichtet war, der Typ war dort bekannt wie ein bunter Hund, die Mädchen warnten sich untereinander wegen dem und niemanden hat's nach Georgines Verschwinden gejuckt? Kaum vorstellbar :thinking: Spätestens nach seiner Verurteilung im Jahr 2011 - wegen diverser Sexualdelikten - hätte K. in den Focus der Ermittler rücken müssen. :thinking:
Dirty Harry hat geschrieben:
So, 25. Aug. 2019, 00:05
Ich frage mich wie hoch wohl die Dunkelziffer von in der Art angesprochenen Mädchen ist ?
Diese Frage dürfte wohl kaum zu beantworten sein.
Dirty Harry hat geschrieben:
So, 25. Aug. 2019, 00:05
Jedenfalls konnte er das wohl lange Zeit tuen ohne das die Bewohner der Gegend ihn auf den Kicker bekamen , über so viele
Jahre hatte wohl auch Georgines Mutter ihn nicht auf dem Radar.
Wie gesagt: trotz der Zeuginnen aus der Mädchen-Wohngruppe. Nicht zu fassen,eigentlich.
von Salva
Do, 15. Aug. 2019, 12:47
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

sweetdevil31 hat geschrieben:
Do, 15. Aug. 2019, 05:40
In verschlossene Keller seien die Beamten damals nicht gegangen. „Wir hatten keine Durchsuchungsbeschlüsse“
Leuchtet ein :thinking: Ohne konkrete Hinweise oder einen dringenden Tatverdacht hätte womöglich kein Richter Durchsuchungsbeschlüsse ausgestellt. Bitter in mehrfacher Hinsicht.
von Salva
Do, 8. Aug. 2019, 22:51
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

Do, 8. August 2019: Die lange Suche nach Georgines Mörder - Die Polizei setzte verdeckte Ermittler auf Ali K. an und machte ihn so als mutmaßlichen Mörder der 2006 verschwundenen Georgine aus. Vor Gericht in Berlin schilderte ein Beamter, wie es zu diesem Vorgehen kam.
Verdeckte Ermittler brachten den Durchbruch: Seit September 2006 suchte die 6. Berliner Mordkommission nach Georgine Krüger, einer lebenslustigen, fröhlichen 14-Jährigen, die Model oder Schauspielerin werden wollte. Bevor sie verschwand, freute sie sich über das Angebot einer Casting-Agentur, in den bevorstehenden Herbstferien in der Serie "Türkisch für Anfänger" mitzuspielen. Das wäre ihr Weg gewesen, um den Streitereien mit ihrer Mutter und Oma zu entgehen.

Zwölf Jahre lang durchkämmten Beamte immer wieder Wohnungen, Keller, Dachstühle und Waldstücke, sie gingen mehr als 300 Hinweisen nach. Weder die Leiche des Mädchens, noch ihr Handy oder ihre Kleidung wurden gefunden.

2016 verdichteten sich die Anzeichen, dass Ali K. mit dem Verschwinden des Mädchens etwas zu tun haben könnte. Doch wie sollte man ihm nach so langer Zeit die Tat nachweisen? "Man kann ja nicht zu ihm hingehen: 'Guten Tag, Herr K., uns ist da etwas aufgefallen' und er sagt: 'Ja, ich war's'", erklärt Thomas Ruf vor dem Berliner Landgericht. Dort muss sich Ali K. wegen Mordes verantworten, zum Prozessauftakt schwieg er.

Thomas Ruf ist der Polizist, der von Anfang an nach dem Mörder von Georgine suchte, er unterbreitete der Staatsanwaltschaft schließlich den Vorschlag, in diesem aussichtslos erscheinenden Fall verdeckte Ermittler einzusetzen.

Maskiert und mit verzerrter Stimme

Im April 2017 signalisierte die Staatsanwaltschaft ihr Einverständnis. Damit entschieden sich die Beamten für eine gefährliche, sensible und langwierige Ermittlung. Auch im Nachhinein müssen alle Beteiligten so gut wie möglich geschützt werden. Im September werden sich die Richter die Vernehmungen der verdeckten Ermittler anschauen, per Video. Die Beamten werden maskiert und mit verzerrten Stimmen zu hören sein. Auch Thomas Ruf berichtet an diesem Donnerstag nur sehr wenig über diesen Komplex der Ermittlungen, über die dahinterstehende Taktik will er gar nichts sagen.

Doch aus dem wenigen, was bisher aus Rufs Aussage, den Angaben eines Nebenklage-Anwalts und einem Bericht der "BZ" bekannt wurde, ergibt sich ein erstes Bild: Im Juni 2017 wurde der erste Beamte ins Umfeld des Tatverdächtigen eingeschleust. Nach mehreren Monaten gelang es ihm, sich mit Ali K. anzufreunden. Nach und nach sollen noch zwei weitere Beamte in diese Aufgabe eingebunden worden sein, die angebliche Frau und der angebliche Cousin des ersten Beamten.

Der angebliche Cousin soll als "harter Hund" inszeniert worden sein, als ein Mann, der ein Verbrechen begangen hatte, von dem seine Frau wusste. Nun habe er sich von dieser Frau trennen wollen. Ali K. soll sich ihm als Auftragsmörder empfohlen haben. Als Visitenkarte soll er dem "Cousin" im Oktober 2018 erzählt haben, wie er Georgine von der Bushaltestelle abgefangen habe - sie habe ihm helfen wollen, Tüten in seinen Keller zu tragen. Dort angekommen, habe er das Licht gelöscht und das Mädchen mit einer Eisenstange gegen den Kopf geschlagen, bis es bewusstlos war. Dann habe er Georgine vergewaltigt und anschließend erwürgt. Ihre Leiche soll er in einen Teppich gerollt und schließlich in den Hausmüll geworfen haben.

Auf den angeblich geplanten Auftragsmord soll sich Ali K. vorbereitet haben. Intensiv habe er nach einer geeigneten Wohnung gesucht, wo er - so vermuten es die Ermittler - das Opfer habe töten wollen. Am 4. Dezember 2018 wollte er eine Kaution für eine Hinterhofwohnung in Kreuzberg bezahlen. An diesem Tag entschied die Staatsanwaltschaft, dass die Beweise für einen dringenden Tatverdacht ausreichend seien. Der verheiratete Vater von drei Kindern wurde verhaftet. Zu den Vorwürfen will er sich "zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern", sagt sein Verteidiger.

Es wird eine lange Beweisaufnahme geben, schließlich muss das Gericht die Ergebnisse einer zwölf Jahre anhaltenden Ermittlung nachzeichnen, deren Zusammenfassung Thomas Ruf stundenlang vor Gericht präsentierte.

Brutale Gewalt

Im Jahr 2009 hatte eine Kollegin ihn auf Ali K. aufmerksam gemacht. Der Mann, der in der selben Straße wie Georgine wohnte, dessen Handy zum Tatzeitpunkt in derselben Funkzelle eingeloggt war, hatte drei minderjährige Mädchen gefragt, ob sie mit ihm schlafen würden. Strafbar war das nicht, aber es reichte, um die Aufmerksamkeit des Ermittlungsführers zu erregen. Dennoch vergingen sieben Jahre, bis Thomas Ruf von einer versuchten Vergewaltigung hörte, die Ali K. im Jahre 2011 begangen hatte.

Hellwach sei er geworden, erzählt der Ermittler, als er las, dass das Opfer minderjährig war und aus einer instabilen Familiensituation kam, dass K. das Opfer vom Sehen kannte und mit einer List in seinen Keller gelockt hatte und dass er mit brutaler Gewalt vorgegangen war.

Es waren die gleichen Komponenten, die Ruf immer mit dem mutmaßlichen Mord an Georgine in Verbindung gebracht hatte. Es waren die Argumente, mit denen er die Staatsanwaltschaft vom riskanten Einsatz verdeckter Ermittler überzeugte.
Quelle: Spiegel
von Salva
Sa, 20. Jul. 2019, 23:32
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

Di, 16. Juli 2019: Erstmals gibt es Hinweise zum Verbleib der seit 2006 vermissten Georgine Krüger – von dem mutmaßlichen Mörder selbst.
Ali K. wird ab 31. Juli vor dem Landgericht Berlin der Prozess gemacht. Nun berichtet die „B.Z.“, K. habe gegenüber einem verdeckten Ermittler berichtet, wie er die Leiche des Mädchens aus seinem Keller weggeschafft haben will.
Demnach soll der dreifache Familienvater, der in der Nachbarschaft von Georgine lebte, die Leiche des Mädchens in seinem Keller versteckt, dann in einen Teppich gewickelt und – kurz bevor die Müllabfuhr kam – in einen Container in seinem Hof geworfen haben. Möglicherweise, so wird gemutmaßt, landete der Leichnam in der Müllverbrennungsanlage.

Landgericht und Staatsanwaltschaft wollten den Bericht am Montag nicht bestätigen. Fraglich ist auch, ob sich K. dazu äußern wird.
Quelle: Der Tagesspiegel
von Salva
So, 9. Dez. 2018, 22:58
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

So, 09.12.2018: Der festgenommene tatverdächtige Ali K. (43) wohnt nur 89 Meter von Gina's Zuhause entfernt. 2006 behauptet er, das Mädchen nicht zu kennen. Ein Foto der Vermissten hängt lange in seinem Stammlokal im Kiez. Es stört ihn nicht.

Bild
Ali K. (43) soll mehrfach versucht haben, Mädchen in seinen Keller zu locken – wie viele noch zu seinen Opfern wurden, ist unklar.
Foto: Privat/Bild
2011 lockt er eine 17-Jährige in seinen Keller in der Stendaler Straße. Schlägt, begrapscht und küsst sie. Sie entkommt. 2012 wird er wegen sexueller Nötigung zu 18 Monaten Knast verurteilt. Im Berufungsprozess kriegt er 2013 zwar 20 Monate Haft, dafür aber plötzlich Bewährung!

Ali K. hat drei Kinder, einen Job, das reicht als günstige Sozialprognose. Es dauert weitere vier Jahre, bis Ermittlern Parallelen zum Verschwinden von Georgine auffallen.

Es ist mühsam, so ein Beweis-Puzzle zusammenzusetzen. Schon 2006 sind 272 Gebäude vom Keller bis zum Dachgeschoss durchsucht, sämtliche Bewohner befragt worden. Jetzt haben die Ermittler einen Ansatz, einen Namen. Und siehe da: Ali K. war mit seinem Handy in Georgines Nähe eingeloggt, als sie verschwand.

Das ergibt die erneute Auswertung der alten Handy- und Funkzellendaten. Der Deutsch-Türke ist auch im Internet „in besonders auffälligem Maße an minderjährigen Mädchen interessiert“, sagt Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das ergibt die monatelange Telekommunikations-Überwachung bei dem Familienvater.

Anonymer Hinweis per Telefon – die Spur Nummer 225

Ein anonymer Hinweis per Telefon – die Spur trägt die Nummer 225 – führt Anfang 2018 in den Brieselanger Forst bei Berlin. Dort soll es immer wieder mysteriöse Licht-Erscheinungen geben, in diesem Wald wird spektakulär nach der Leiche gesucht. Der Hinweis, so kristallisiert sich nun heraus, scheint von der Polizei vorgetäuscht worden zu sein.

Denn zur selben Zeit hat sich ein verdeckter Ermittler mit Ali K. angefreundet. Der LKA-Spezialist mit dem Decknamen Hakan D. schafft es, beim Kartenspielen das Vertrauen von Ali K. zu gewinnen. Die Suche nach Georgines Leiche ist natürlich Thema. Ihm gegenüber soll Ali K. Täterwissen preisgegeben haben. Das sei „dokumentiert“, sagt die Staatsanwaltschaft. Wahrscheinlich war der verdeckte Ermittler verkabelt.

Mord-Tatort soll derselbe Keller von Ali K. sein, aus dem 2011 die 17-Jährige lebend entkam. Laut Haftbefehl besteht der dringende Tatverdacht, dass Ali K. Georgine „aus sexuellen Motiven“ auf dem Heimweg abfing und in diesen Keller lockte. Dort soll er sie auch getötet haben. Offen ist, wie lange er sie möglicherweise in Gefangenschaft hielt. Seit Tagen ist dort die Spurensicherung auf der Suche nach objektiven Beweisen, zum Beispiel DNA von dem Mädchen.

Bild
Der Ort des Schreckens: Der Zugang zu den drei Keller-Zellen von Ali K. ist mit Sperrholz zugenagelt – hier soll er Georgine getötet haben.
Foto: Mmichael Koerner/Bild

Quelle und mehr: Bild
von Salva
Mi, 5. Dez. 2018, 23:18
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

PommesAgnum hat geschrieben:
Di, 4. Dez. 2018, 21:57
"Verdeckter Ermittler seit 2017 im Einsatz."
Das scheint wohl jetzt der Duktus in vielen Ermittlungen zu sein.
:like: Ermittlungen a la DDR :)

PommesAgnum hat geschrieben:
Di, 4. Dez. 2018, 21:57
Aber man hat doch damals Hunderte Kellerräume 4 Tagelang in Moabit auf den Kopf gestellt? Diesen direkt in der Nähe jedoch nicht? Auch nicht mit Hunden?
Das zeigt wieder, wie zuverlässig diese Suchaktionen sind. Vor allem die Schnüffelhunde haben längst nicht den Erfolg, der ihnen immer nachgesagt oder erhofft wird.

PommesAgnum hat geschrieben:
Di, 4. Dez. 2018, 21:57
Weiter gab es eine Auswertung der Funkzellenüberwachung?!
What?!
Nach "12" Jahren, will die Polizei noch derlei Daten haben?! Wo sonst ganze Asservate nach Jahren verschwinden?!
Ich denke mal, dass es diese Auswertung schon damals gab. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass solche Daten nach 12 Jahren noch verfügbar sind. Stichwort: Vorratsdatenspeicherung. Nur: was macht man mit einer Liste von Mobilfunkdaten, wenn man niemanden hat, mit dem man die abgleichen kann?
von Salva
Di, 4. Dez. 2018, 19:45
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

Di, 4. Dezember 2018: Verdeckter Ermittler überführt Familienvater - Festnahme nach 12 Jahren
Die Berliner Polizei hat einen 43 Jahre alten Mann festgenommen. Er ist dringend verdächtig, die zur Tatzeit 14-jährige Georgine Krüger am 25. September 2006 in Berlin-Moabit getötet zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, griffen die Spezialkräfte am Dienstagmorgen in Moabit zu. Es handelt sich um einen Familienvater. Der Deutschtürke wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Wohnung, in der Georgine bis zu ihrem Tod gelebt hat.

Die Berliner Fahnder waren dem Mann nach mehr als zwölf Jahren durch einen verdeckten Ermittler auf die Spur gekommen. Anlass waren Hinweise, die 2017 bei der Polizei eingegangen waren. Die 6. Mordkommission entschied sich dann, einen Undercover-Spezialisten auf den 43-Jährigen anzusetzen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte am Dienstag: Aufgrund von Verdachtsmomenten, dass der Familienvater der Mörder von Georgine Krüger sein könnte, sei ein verdeckter Ermittler hinzugezogen worden.

Verdeckter Ermittler seit 2017 im Einsatz

Der Ermittler ist dem Deutsch-Türken offenbar sehr nahe gekommen. Die Staatsanwaltschaft deutete an, dass der verdeckte Ermittler Tonaufnahmen von Gesprächen mit den mutmaßlichen Täter gemacht hat. Diese Aufzeichnungen mit Äußerungen zur Tat hätten bei den Ermittlungen "den Knoten zum Platzen gebracht".

Dazu passt ein auffälliges Verhalten des 43-Jährigen zur Tatzeit. Das ergibt sich aus den Bewegungsprofilen, die die Ermittler durch Funkzellenabfragen erstellt haben. Zugleich hat die Mordkommission das Telefon des Mannes überwacht. Hinzu kommen weitere Verdachtsmomente: Der mutmaßliche Täter und das Opfer seien unmittelbare Nachbarn gewesen, "lebten Tür an Tür", sagte Steltner.

Zudem ist der Mann schon einmal wegen eines Sexualdelikts verurteilt worden und kein Unbekannter für die Polizei: Er war 2012 vom Amtsgericht Tiergarten wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen verurteilt worden. Er hatte laut Urteil 2011 versucht, ein 17-jähriges Mädchen in das Miethaus in Moabit, dort in seinen Keller zu locken und "sexuell zu missbrauchen", wie Steltner sagte.

Bislang keine Angaben zum Verbleib des Leichnams

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 43-Jährige genauso bei Georgine Krüger vorgegangen ist. Als das Mädchen am 25. September 2006 aus dem Bus stieg, soll er sie "von der Straße ins Haus gelockt und dort getötet haben". Und zwar in jenem Kellerraum, in dem er 2011 versucht hat, eine 17-Jährige zu vergewaltigen. "So wie es aussieht, ist Georgine Krüger noch am Tag ihrer Entführung getötet worden", sagte Steltner. [...]
Quelle: Tagesspiegel
von Salva
Do, 1. Nov. 2018, 22:21
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Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

@PommesAgnum
Du brauchst in der Wayback Machine nur die URL der Seite eingeben die du durchsuchen möchtest, dann werden die Jahre, Monate und Tage im Kalendermodus aufgeführt, an denen Artikel archiviert wurden. Das wize.life Archiv beginnt leider erst ab August 2016.

Die Aktenzeichen XY Spezialsendung wollte ich noch verlinken: Aktenzeichen XY… ungelöst - Spezial - Wo ist mein Kind? - Sendung vom 10. Oktober 2018. Ab 2:50 der Fall Gina.
von Salva
Do, 1. Nov. 2018, 21:37
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Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

@PommesAgnum

Einen Bericht über Georgine vom 8. Mai 2005 bei brandzeilen.de habe ich schon mal gefunden: "Seit acht Jahren warte ich auf ein Lebenszeichen meines vermissten Kindes". Auch andere Fälle wie z.B. Tanja Gräff oder Annika Brill sind dort noch abrufbar.
von Salva
So, 28. Okt. 2018, 23:05
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Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

@PommesAgnum
wize.live kenne ich noch in der alten Version. Auf deinen Beitrag hin war ich eben dort.
PommesAgnum hat geschrieben:
So, 28. Okt. 2018, 21:26
"Digital-Lobotomie"... Eine waschechte Online-Kastration.
trifft zu :angry: Aber in spätestens 10 Jahren werden die investigativen Seiten ganz verschwunden oder nur noch über Kanäle zu finden sein, die nicht jeder erreichen kann. Wer hätte jemals gedacht, dass YouTube, Facebook, Twitter und Co. eines Tages sanktionieren wie es inzwischen die Regel ist und das innerhalb von nur ein bis zwei Jahren? :shit: . kann ich dazu nur sagen.

Hast du schon einmal einen Dienst wie die Wayback Machine probiert?
von Salva
Mo, 15. Okt. 2018, 20:28
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Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

11. Oktober 2018 | Nach der Spezial-Ausgabe des Magazins "Aktenzeichen XY... ungelöst" sind zu dem Fall der verschwundenen 14-jährigen Georgine Krüger aus Berlin 10 verschiedene Hinweise eingegangen. Diesen werden jetzt nachgegangen

Zuletzt suchte die Berliner Polizei nach einem Mann, der am Telefon angebliche Hinweise zu der Jugendlichen gab. In dem Telefonat vom 31. März 2018 nannte der Mann erst den Namen des vermissten Mädchens und sagte dann:
Da sind Koordinaten, da ist etwas, was Sie, glaube ich, interessieren könnte. Ich habe es nicht getan, aber dort finden sie sie auf, das ist der Brieselanger Wald, das sind die Koordinaten, die exakten Koordinaten von dem Grab.

Stimme des anonymen Anrufers

Er gab dann eine genaue Stelle mit Längen- und Breitengrad an. Die Polizei suchte im Frühjahr in dem Waldstück in Brieselang – im Havelland westlich von Berlin – nach einer Leiche. Aber trotz des Einsatzes von Spürhunden und einer Drohne wurde nichts gefunden.

Fragen an Zeugen:

► Wer weiß, wo sich Georgine aktuell aufhält und kann Hinweise dazu geben?
► Wer kann Angaben zu dem anonymen Anrufer machen?

Zuständig: Kripo Berlin, Telefon: 030 / 4664 911 666


Quellen: e110 | BZ
von Salva
So, 12. Aug. 2018, 18:54
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

@PommesAgnum
Poste bitte die Quellen mit, denn es müßig, selbst danach suchen zu müssen (und dann zum Teil nichts finden zu können, was sich annähernd mit deinen Ausführungen deckt!).
von Salva
Do, 19. Apr. 2018, 19:53
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

Leider führte die Suchaktion in einem Brieselanger Waldstück nicht zum erhofften Erfolg. Die Polizei stellt daher die Suche ein, bis sich neue Erkenntnisse ergeben.

Quelle und Video: rbb24
von Salva
Fr, 12. Jan. 2018, 21:08
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2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

Am 25. September 2006 steigt die damals 14-jährige Georgine Krüger an der Haltestelle in der Perleberger Straße aus dem Bus M 27. Sie kommt von der Schule, es ist 13.50 Uhr. Mama wartet mit dem Mittagessen.

Bild
(Mutter Vesna (52) und Schwester Michelle (16) warten seit zehn Jahren auf ein Lebenszeichen von Gina. Foto: Jörg Bergmann/BZ)

381 Schritte, knapp zwei Minuten, gut 200 Meter sind es bis zu ihrer Haustür. Georgine kommt nie an. Bis heute fehlt von "Gina", wie die Familie sie liebevoll nennt, jede Spur.

Es ist einer der mysteriösesten Fälle der Berliner Kriminalgeschichte. Kein Lebenszeichen, aber auch keine Leiche, kein Zeuge, nichts.

Mutter Vesna gibt die Hoffnung nicht auf
„Ich habe die Hoffnung, dass Gina lebt. Sie ist jetzt 24 Jahre alt und bestimmt sehr hübsch“, sagt Vesna Krüger (52), die Mama. „Ich stelle sie mir als Schauspielerin vor. Dort, wo niemand nach ihr sucht, vielleicht in Amerika oder in Indien.“ Gina liebte Bollywoodfilme. In ihrem Kinderzimmer verkleidete sie sich mit ihren Freundinnen, tanzte Filmszenen nach. „Ihre Armringe und Ketten habe ich alle aufgehoben“, sagt die Mutter.

Aus der Wohnung an der Stendaler Straße, in die ihre Georgine an jenem warmen Montag nicht zurückkehrt, ist die Familie ausgezogen. Zu groß die Zahl der schmerzlichen Erinnerungen. Unerträglich die mitleidigen Blicke der Nachbarn.

[...]

Am Donnerstag, vier Tage nach dem Verschwinden, übernimmt die 6. Mordkommission den Fall. 211 Hinweise überprüfen die Ermittler, befragen Mitschüler, analysieren den Computer, verhören eine Internetbekanntschaft. Keller, Dachböden, Brachen im Umkreis werden systematisch durchsucht, polizeibekannte Sexualverbrecher überprüft.

„Realistisch betrachtet müssen wir davon ausgehen, dass Georgine Opfer eines Verbrechens wurde“, sagt Bernhard Jaß (52). Die Abteilung des 1. Kriminalhauptkommissars bearbeitet den Fall von Anfang an. Auch nach zehn Jahren geben die Ermittler nicht auf. Immer wieder nehmen sie sich die Akten vor. Noch immer kommen vereinzelt Hinweise. Besonders schwierig sei, sagt der Chefermittler, dass es keine objektiven Spuren gebe. Keinen Verdächtigen, keine DNA. Trotzdem: Die Ermittler nehmen jeden Hinweis ernst. [...]
Quelle: Jörg Bergmann und Katharina Metag/BZ
von Salva
Sa, 27. Feb. 2016, 00:29
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Thema: 2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil
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Re: 2006 | Berlin | Georgine Krüger (14) vermisst

Georgines Verschwinden ist bereits im 10. Jahr. Da es leider keine Spuren gibt, möchte ich wenigstens noch ein paar Fotos von ihr posten.

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Bild nicht mehr vorhandenGeorgine in ihrer Kleidung am Tag ihres Verschwindens

DANKE an Vermisste Kinder
von Salva
So, 20. Sep. 2015, 22:56
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Der Fall Georgine Krüger

Wenn Menschen einfach verschwinden - 19.06.2015

...

Die Hoffnung nicht aufgeben

Den Chef der 6. Mordkommission Bernhard Jass lässt selbst neun Jahre später der Vermisstenfall Georgine einfach nicht los. Wenn er durch die Stadt fährt, sucht er irgendwie auch nach Georgine. Sie müsste heute 25 Jahre alt sein, eine junge Frau, vielleicht immer noch mit langen dunklen Haaren: "Man stellt sich die Frage, warum man den Fall noch nicht hat klären können. Man wünscht sich, dass es doch noch eine Antwort gibt auf die vielen offenen Fragen, die dieser Fall mit sich bringt. Ich bedaure, dass wir da noch nicht weiter sind. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich das Blatt nochmal wendet."

Spurlos verschwunden - das Schicksal von Georgine lässt auch ihren damaligen Klassenleiter Ronald Vierrock nicht kalt: "Ich hatte sie durch Zufall noch draußen auf der Straße getroffen. Da hat sich mir noch von einem Streit erzählt, den sie damals mit ein paar Jungs aus der zehnten Klasse hatte." Georgine haben dann schnell weggewollt, um ihnen nicht nochmals über den Weg zu laufen.

"Es können sich immer wieder Hinweise ergeben"

Georgine wird als ein selbstbewusstes, fröhliches Mädchen beschrieben. Sie hatte Träume und sollte am Tag ihres Verschwindens einen Termin mit einer Casting-Agentur bestätigen bzw. diesbzgl. zurückrufen. Sie hoffte auf eine Komparsenrolle in dem Film "Türkisch für Anfänger", doch dort meldete sie sich nie. "Sie war begeistert und wollte die Rolle unbedingt haben, wollte unbedingt zum Casting," erinnert sich die damalige Freundin. "Für uns war das auch ein Indiz dafür, dass Georgine nicht aus freien Stücken ihr Umfeld verlassen hat", erklärt Polizist Jass.

Nach Georgine wird jedenfalls weiter gesucht. Und sie ist nur eine von über 500 langzeitvermissten Personen in Berlin und Brandenburg...

Quelle: rbb-online | Focus
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So, 20. Sep. 2015, 22:51
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Re: Der Fall Georgine Krüger

Georgine Krüger - 08.08.2015, 05:40

Hunderte Polizisten durchkämmen, im Frühherbst 2006, auf der Suche nach Georgine Krüger Moabit. Sie wird am 25. September 2006 zum letzten Mal gesehen, als sie gegen 13.50 Uhr an der Perleberger/Ecke Rathenower Straße aus dem Bus der Linie M27 aussteigt. Es sind nur 200 Meter bis zur Wohnung. Doch Georgine kommt dort nie an. Abends informiert die Mutter die Polizei. Daraufhin durchsuchen Polizisten 240 Wohnungen, Keller und Dachböden, Hinterhöfe und sogar Mülltonnen. Nachbarn und Geschäftsleute, Lehrer und Mitschüler werden befragt. Auch dem Busfahrer der Linie M27, mit dem Georgine täglich von der Schule bis zur Haltestelle in der Perleberger Straße fährt, stellen die Beamten Fragen. Fest steht: Kurz vor 14 Uhr telefoniert sie noch mit einer Freundin, dann wird ihr Handy abgeschaltet – und nicht mehr aktiviert.
Auch die Ermittlungen zum Fall Georgine dauern an.
von Salva
So, 24. Mai. 2015, 01:38
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Re: Der Fall Georgine Krüger

Polizeimeldung vom 27.09.2006

BERIN - Von der 14jährigen Georgine KRÜGER fehlt weiterhin jede Spur.

Trotz einer großen Medienresonanz und einem damit verbundenen hohen Hinweisaufkommen – inzwischen sind 191 Hinweise eingegangen – konnten bisher keinerlei weiterführenden Erkenntnisse zu ihrem Verschwinden gewonnen werden.

Es konnte bisher niemand ermittelt werden, der Georgine noch gesehen hat, nachdem sie am 25. September 2006 gegen 13.50 Uhr den Bus M27 an Perleberger Str. Ecke Rathenower Str. verließ.

Auch ihr Handy, das nur wenige Minuten später ausgeschaltet wurde, war seitdem nicht mehr auf Empfang.

Es liegen weiterhin keine konkreten Anzeichen dafür vor, dass Georgine Opfer einer Straftat wurde. So tauchten z.B. bislang keine Teile ihrer Bekleidung oder andere mitgeführte Gegenstände auf.
Andererseits erscheint es aufgrund der inzwischen vergangenen Zeit sehr unwahrscheinlich, dass sich die Vermisste derzeit noch aus freiem Antrieb irgendwo verborgen hält.


Da auch ein Unglücksfall jeglicher Art weitestgehend ausgeschlossen werden kann, verstärkt sich insgesamt zunehmend der Verdacht, dass Georgine einer Straftat zum Opfer fiel.

Die Ermittlungen werden weiter fortgesetzt. Ein Teil der Hinweise befindet sich noch in Bearbeitung, auch wenn abzusehen ist, dass sich darunter keine „heiße“ Spur befinden dürfte.

Darüber hinaus wird überprüft, ob frühere Straftaten rund um die Wohnanschrift der Vermissten mit deren Verschwinden in Zusammenhang stehen könnten.

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war Georgine mit einer modischen Jeans mit Bleichflecken auf der Vorderseite und einer weißen Jeansjacke bekleidet. Sie ist schlank, ca 1 Meter 65 groß und hat glatte, lange, braune Haare.

Entgegen bisheriger Meldungen hat sie keinen Rucksack dabei, sondern eine pinkfarbene Umhängetasche der Marke “Eastpack”.

Alle Personen, die weitere Angaben zum Verschwinden der 14-Jährigen oder ihrem momentanen Aufenthaltsort machen können, werden dringend gebeten, sich unter der Hinweisrufnummer (030) 4664 – 911601 beim Landeskriminalamt oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Quelle: Polizei Berlin
von Salva
So, 24. Mai. 2015, 01:33
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2006 | Berlin | Vermisste Georgine Krüger (14) ermordet - Urteil

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Seit 2006 vermisst: Georgine Krüger (14).
Foto: e110

Es ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Berlins:
Am 25. September 2006 verschwindet die damals 14-jährige Georgine Krüger auf dem Weg von der Schule nach Hause. Ihre Spur verliert sich an einer Bushaltestelle an der Stendaler Straße (Moabit), nur 200 Meter von der Wohnung entfernt, in der sie mit Mutter, großem Bruder und kleiner Schwester wohnt.

Hunderte Hinweise gehen bei der Polizei ein, die Ermittler suchen sogar mit Spürhunden in einem Brandenburger Waldgebiet, weil Georgine dort gesehen worden sein soll. Bis heute ohne Ergebnis.

Quellen: Bild | e110

Ein Portrait über Georgine:


Video: Georgine Krüger wird vermisst!

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