Schon Mitglied bei Allcrime?
Werde Teil unserer Community und du kannst auf unserer kostenlosen und werbefreien Kriminalplattform Themen erstellen, Beiträge verfassen, chatten und alle Funktionen nutzen. [Mitglied werden]

Die Suche ergab 4 Treffer

von Salva
Fr, 12. Jun. 2015, 09:16
Forum: Pädophilie
Thema: Wenn Männer Kinder lieben
Antworten: 15
Zugriffe: 1744

Re: Wenn Männer Kinder lieben

@Lorea
Aaaaa ja. Jetzt hat's geschnackelt Y:Y

Stimmt, da gebe ich dir recht. Vielleicht will der sich mit den Medis nicht den Spaß verderben lassen -:-
von Salva
Fr, 12. Jun. 2015, 07:34
Forum: Pädophilie
Thema: Wenn Männer Kinder lieben
Antworten: 15
Zugriffe: 1744

Re: Wenn Männer Kinder lieben

@Lorea
Mit den letzten Beiträgen ist eigentlich schon alles erschlagen ;)

Aber zu dem noch im letzten Beitrag:
Auch Leo denkt über die Einnahme impulsdämpfender Medikamente nach, »um gerade tagsüber einen klareren Kopf zu bewahren und diesen Impuls zu unterdrücken«.
Es gibt auch Menschen mit "normaler" sexueller Neigung, die praktisch nur an Sex denken. Hypersexuelle eben. Und die werden als Krank bezeichnet und entsprechend therapiert. Das ändert zwar grundsätzlich nichts an Leos pädophiler Neigung, aber einen Dämpfer könnte der schon vertragen!
von Salva
Do, 11. Jun. 2015, 21:37
Forum: Pädophilie
Thema: Wenn Männer Kinder lieben
Antworten: 15
Zugriffe: 1744

Re: Wenn Männer Kinder lieben

@Lorea
Sehe ich auch so. Von allen sexuellen Neigungen scheint mir die pädophile die "ungünstigste" zu sein und die Betroffenen leiden bestimmt immens darunter. Für die gibt es eben keinen "Club", in dem sie sich ausleben können. Zumindestens nicht auf legale Weise. Da haben es alle anderen schon sehr viel einfacher.
Und einen Menschen umpolen halte ich zwar auch für sehr schwierig, aber wenn jemand darunter leidet, ist er eventuell empfänglicher für diese Therapien. Letztendlich ist alles eine Frage des Willen, gepaart mit der richtigen Unterstützung und Hilfe.
von Salva
Do, 4. Jun. 2015, 21:43
Forum: Pädophilie
Thema: Wenn Männer Kinder lieben
Antworten: 15
Zugriffe: 1744

Wenn Männer Kinder lieben

Als Pädophiler leben lernen

Bild
Wissen, wo die Grenzen sind – selbst beim Drachensteigen: Das ist das Wichtigste für Pädophile, die ihre sexuellen Bedürfnisse nicht ausleben.

Pädophile ängstigen unsere Gesellschaft so sehr, dass es keine rationale Debatte über den Umgang mit ihnen gibt. Einblicke in ein geheimes Leben.

Er schließt nie ab, wenn er seine Wohnung verlässt. So ein Einbruch wäre doch nicht weiter tragisch, sagt er. Jeden Tag zu sehen, dass nichts passiert ist, hilft Thorsten Bender (Name geändert), mit einem anderen Risiko umzugehen, vor dem er ungleich mehr Angst hat. Das Risiko nämlich, dass jemand in sein Innenleben einbricht und das entdeckt, was er lange Zeit selbst nicht wahrhaben wollte. Eine Eigenschaft, die, wenn sie bekanntwürde, seine bürgerliche Existenz vernichten würde. Thorsten Bender liebt Kinder.

300.000 pädophile Männer in Deutschland

Er ist einer von etwa 300.000 pädophilen Männern in Deutschland. Die wissenschaftliche Forschung geht davon aus, dass sich mindestens einer von hundert Männern sexuell zu Kindern hingezogen fühlt. Thorsten Bender nennt seinesgleichen „die grauen Punkte in unserer Gesellschaft“, die sich nicht zu ihrer Neigung öffentlich bekennen können. Die auf ein unauffälliges Dasein bedacht sind und stillschweigend hinnehmen müssen, wenn in den Medien Pädophile dämonisiert und mit Kinderschändern gleichgesetzt werden. Das tue weh, sagt Bender.

Sie sind stigmatisiert wie kaum ein anderer Personenkreis. Bei Pädophilen denkt man an geile Männer, die sich im Gebüsch von Spielplätzen herumtreiben, um über wehrlose Kinder herzufallen. In der Fachzeitschrift Archives of Sexual Behavior erschien vor kurzem eine Studie von Wissenschaftlern vom Institut für Klinische Psychotherapie an der Technischen Universität in Dresden, in der achthundert Menschen in deutschen Fußgängerzonen nach ihren Empfindungen gegenüber Pädophilen gefragt wurden. 14 Prozent der Befragten wünschten diesen, auch wenn sie sich nie etwas zuschulden kommen haben lassen, den Tod. Unter Online-Befragten im englischsprachigen Netz waren es sogar 27 Prozent. 39 Prozent der befragten Fußgänger würden Pädophile sofort einsperren lassen. „Pädophile ängstigen die Gesellschaft so sehr, dass eine rationale Debatte über den Umgang mit ihnen kaum möglich ist“, stellt Sara Jahnke fest, eine Mitautorin der Studie. Kriminalstatistiken, denen zufolge die Mehrheit der Sexualstraftäter, die sich an Kindern vergangen haben, gar nicht pädophil sind, ändern daran nichts.

Ständige Paranoia

Thorsten Bender ringt einige Wochen lang mit sich, bis er zu einem Treffen bereit ist. Da sei diese ständige Paranoia, dass sein Geheimnis auffliegt, sagt er in einem der Telefonate vor dem Treffen. Am größten sei das Misstrauen gegenüber Journalisten. Erst kürzlich habe sich wieder ein Fernsehmitarbeiter mit versteckter Kamera in einen Pädophilentreff geschmuggelt, erzählt er. Anschließend habe der Journalist die Polizei alarmiert. Auch aus diesem Grund macht Bender einen großen Bogen um Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen. Bewusst habe er keinen Beruf gewählt, der mit Kindern zu tun hat. „Ein zu langer Blick, ein vager Verdacht, und du musst deine Koffer packen und auswandern“, sagt er.

Am Ende obsiegt sein Bedürfnis, sich zu zeigen als Mensch, der verantwortungsbewusst mit seiner Neigung umgeht. Der weder seine sexuellen Bedürfnisse mit Kindern auslebt, noch dazu therapeutische Hilfe benötigt. Zu viel sei geschrieben worden über obsessive Täter in Therapie, beklagt Thorsten Bender. Ihre Porträts verzerrten die Realität und vermehrten die Angst vor pädophilen Männern und den Abscheu der Gesellschaft. „Ich will die Probleme, die mit meiner Neigung verbunden sind, nicht verharmlosen“, sagt er am Telefon. „Ich will nur einen Gegenentwurf skizzieren zur vorherrschenden Vorstellung, dass jeder Pädophile seelisch gestört ist.“

Am Treffpunkt erscheint ein bärtiger Mann in den Dreißigern mit fröhlichen Augen. Er trägt ein grünes Poloshirt, schwarze Jeans, Asics-Turnschuhe – bewusst gewählte Durchschnittskluft. Thomas Bender ist ein selbstbewusster, gebildeter Mann, der über seine Gefühle zu sprechen vermag. „Können wir spazieren gehen?“, fragt er. Das helfe beim Erzählen.

Er wurde älter, die Helden seiner Träume blieben jung

Er sei ein echter „Pädo“, ein sogenannter Kernpädophiler, der mit seiner Neigung vermutlich zur Welt gekommen ist. Kein Missbrauch in der eigenen Kindheit, keine gestörte Vater- oder Mutterbeziehung könne er als Ursache heranziehen. Seine Kindheit war behütet. Seine Eltern hätten in jeder Phase seines Lebens hinter ihm gestanden, immerzu bedacht, sein Selbstbewusstsein zu stärken – bis heute.

Als er sich das erste Mal verliebte, war er selbst noch ein Kind. Ein zwölfjähriger Klassenkamerad bereitete ihm schlaflose Nächte. Er wurde älter, die Helden seiner Träume blieben jung und männlich. Irritiert versuchte er es in der Pubertät mit Mädchen – mit den androgynen konnte er sich einigermaßen anfreunden. Als er zur Bundeswehr musste, war er fast erleichtert. Die Auszeit würde seine Gefühle neu justieren, hoffte er. Dann kam eine Einladung zu einer Familienfeier. Ein Junge lachte ihn an. Auf der Fahrt zurück in die Kaserne brach die Gewissheit über ihn herein. „Mir zitterten die Knie“, erinnert sich Thorsten Bender an diesen Moment. Nicht so sehr wegen der Erkenntnis, sich in Jungen zu verlieben, sondern weil damit sämtliche Vorstellungen, die er von seiner Zukunft hatte, auf einen Schlag weggefegt waren. „Ein Mensch spürt erst, wie sehr er darauf angewiesen ist, ein gesellschaftlich akzeptiertes Leben zu führen, wenn er aus dem Raster fällt“, sagt er.

Doch Bender ist keiner, der sich lähmen lässt. Er hat gelernt, nach Lösungen zu suchen und recherchierte im Internet. Nicht nach Gleichgesinnten hielt er Ausschau. „Ich suchte jemanden, der mir sagt, wie ich in dieser Gesellschaft als Pädophiler leben kann.“ Er fand Sylvia Tanner, eine Schweizerin, die ursprünglich Aids-Kranke beriet. Sie verschob ihre Zielgruppe auf pädophile Männer, nachdem ihr eines Tages ein Freund der Familie seine Neigung zu Jungen und seine Liebe zu ihrem älteren Sohn gestanden hatte. Er wollte verhindern, dass dieser im Zuge von Ermittlungen gegen ihn befragt wird – obwohl keine sexuellen Kontakte stattgefunden hatte – und beging Suizid. Lange Zeit war Sylvia Tanner die einzige Person im deutschsprachigen Raum, die Pädophile bei ihrem Coming-out unterstützte. Bis zu ihrem Tod vor vier Jahren gelang es ihr jedoch nicht, öffentliche Unterstützung für ihr Beratungsangebot zu erhalten.

Selbstbefriedigung vor dem PC

Thorsten Bender kommunizierte mit ihr zunächst über das Internet, später besuchte er sie in ihrer Wohnung in Schaffhausen. „Sie half mir und vielen anderen verunsicherten jungen Männern dabei, sich so anzunehmen, wie man ist“, berichtet er. Ihr Büro war wie eine Insel, auf der sich niemand verstellen musste. Auf der auch mal gelacht wurde über all die verliebten Pädophilen, die sich auf dem Bolzplatz abmühen und Spielernamen auswendig lernen, um Zwergen im Barcelona-Trikot zu gefallen. Sylvia Tanner machte keinerlei Vorschriften, bis auf die eine: „Hands Off“ – Hände weg! Keine sexuellen Kontakte. „Aber das musste sie mir gar nicht sagen“, sagt Bender. „Ich weiß doch, dass Kinder daran überhaupt keine Freude haben.“

Kein leichter Gesprächsstoff. Im Biergarten wechselt Thorsten Bender mehrere Male den Tisch, immer dann, wenn sich Leute an den Nachbartisch setzen. Dann will er wieder ein paar Schritte gehen, will erklären, warum er den Kontakt zu Kindern sucht und auch braucht. „Sonst würde meine Seele verkümmern“, sagt er. Derzeit sei er mit zwei Jungen befreundet, einem älteren und einem jüngeren, mit denen er abwechselnd etwas unternimmt, Fußball spielt, fernsieht, Nudeln kocht, auch mal rauft, auch mal streitet. „Sie melden sich bei mir – nie umgekehrt“, betont er. Die Eltern hätten volles Vertrauen, wüssten aber nichts von seiner Neigung. Wie solle er ihnen auch reinen Wein einschenken, ohne sie zu ängstigen? Ein Dilemma. Und wo bleibt für ihn das sexuelle Erleben? „Jeder weiß doch, wie man sich selbst befriedigt“, sagt er. Vor dem PC? „Ja, manchmal auch mit Internetbildern, zum Beispiel mit Familienaufnahmen, die irgendwo im Netz stehen.“ Mehr brauche er nicht. Mehr wäre nicht gut für die Kinder und verhängnisvoll für ihn.

In einem Beitrag für den WDR beschreibt der Sexualwissenschaftler Christoph Ahlers, dass Pädophile genau wie Nichtpädophile das Bedürfnis nach einer partnerschaftlichen Beziehung haben, die weit über das Sexuelle hinausgeht. Sie wollen das Kind gut kennenlernen, Zeit mit ihm verbringen. „Wer die Grenzen kennt und kontrollieren kann, der belässt es dabei“, sagt Ahlers. Schließlich sehnten sich auch Pädophile nach „stabiler Beziehung“ ohne Vertrauensbrüche. „Ich beschreibe dieses Verhalten, weil es kaum bekannt ist“, erläutert Ahlers. Bekannter ist das krankhafte Verhalten von Pädophilen in Haft oder in Therapie, die keine Rücksicht auf das Kind genommen haben. 99 Prozent der Pädophilen-Forschung findet in den Gefängnissen statt.

Kein Verständnis für die Täter

Thorsten Bender kann das Verhalten der Täter nicht nachvollziehen. „Mit ihnen habe ich so viel Verständnis wie nichtpädophile Männer mit Vergewaltigern.“ Wütend sei er auf sie, weil sie den Pädophilenhass weiter schüren. Wütend auch auf die Medien, die oft nicht genau hinsehen, ob der Täter überhaupt pädophil ist – wie bei dem belgischen Kindermörder Marc Dutroux, den einige Zeitungen bis heute als Pädophilen bezeichnen. Dabei ist er, wie viele andere Sexualstraftäter auch, schlicht ein zur Einfühlung unfähiger Psychopath.

Tatsache ist dennoch, dass die statistische Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu missbrauchen, unter Pädophilen viel höher ist als bei Nichtpädophilen. Die deutsche Kriminalstatistik verzeichnet für das vergangene Jahr 14 877 Übergriffe auf Kinder – 40 Prozent, so schätzt das Berliner Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin, werden begangen von pädophil veranlagten Männern. Die Mehrheit der Täter sind sogenannte Ersatzobjekttäter, die eigentlich Frauen lieben, aber aus unterschiedlichen Gründen kein erfülltes Sexleben haben. „Nimmt man die Dunkelziffer dazu und multipliziert mal fünf, kommt man auf knapp 30 000 „böse“ Pädophile“, rechnet Jens Wagner, der Sprecher des Berliner Instituts, vor. „Das bedeutet umgekehrt: Neun von zehn sind es nicht.“

Die Rate könnte höher sein, wenn flächendeckend Beratungen und Therapien für Pädophile angeboten würden. Bundesweit gibt es derzeit ungefähr zwanzig Anlaufstellen, darunter die zehn Standorte des vom Bund finanzierten Präventionsnetzwerks „Kein Täter werden“. Einige haben mehrmonatige Wartezeiten, andere sogar Aufnahmestopps. Die Patienten nehmen mehrstündige Anfahrten auf sich, um an den Programmen teilnehmen zu können.

Mut zum Outing

Ansonsten mangelt es an Therapeuten für Pädophile. „Viele wollen mit dem Thema nichts zu tun haben“, sagt Kurt Seikowski, der als Sexualtherapeut im Uniklinikum Leipzig arbeitet. „Denn wird ein Patient rückfällig, steht auch der Therapeut am Pranger.“ Er spricht aus eigener Erfahrung, er stand vor einigen Jahren mit Foto in einer großen Boulevardzeitung, als ein ehemaliger Patient rückfällig geworden war. „Ich genieße allerdings den Schutz der Uni“, sagt er. Als niedergelassener Arzt hätte er jetzt wahrscheinlich keine Patienten mehr.

Auch die Art, wie die Gesellschaft mit Pädophilen umgeht, hat für den Schutz der Kinder eine Relevanz. Zumindest haben die Wissenschaftler von der Technischen Universität Dresden in einer weiteren Studie festgestellt, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Stigmatisierung und einer Beeinträchtigung wichtiger psychischer Funktionen, die notwendig sind, um das sexuelle Verhalten steuern zu können. „Das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, kann emotionale Probleme zur Folge haben, wie beispielsweise eine eingeschränkte Impulskontrolle“, erklärt die Stigma-Forscherin Sara Jahnke. Außerdem habe die Angst vor Entdeckung zur Folge, dass Betroffene soziale Kontakte meiden, vereinsamen und sich dadurch jeglicher sozialer Kontrolle entziehen.

Für Thorsten Bender hat diese Gefahr nie bestanden. Seine Eltern sind eingeweiht, ebenso zwei langjährige Freunde. Den Mut zum Outing verdankt er der Begegnung mit Sylvia Tanner. Um einen Teil ihres Erbes fortzuführen, berät er in der Freizeit pädophile Männer im Internet. Am liebsten würde er auch mit Vertretern verschiedener Gesellschaftsbereiche in Kontakt treten, die sich, frei von Vorurteilen, für das Leben von Pädophilen interessieren. Anonym, versteht sich. „Eine offene Diskussion und Aufklärungsarbeit ist für uns Betroffene noch nicht möglich“, sagt er. Beim Abschied fragt er ironisch, wo das SEK bleibe. Dann kehrt Thorsten Bender dahin zurück, wo er vorgeben muss, ein anderer zu sein.

Quelle: Berliner Zeitung

Zurück zu „Wenn Männer Kinder lieben“