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Die Suche ergab 63 Treffer

von sweetdevil31
Di, 5. Mär. 2019, 15:58
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
Antworten: 207
Zugriffe: 22593

Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile

Sie will im Knast bleiben! Folterbraut Angelika W. akzeptiert Urteil

05.03.2019 14:47
Nach der Verurteilung zu 13 Jahren Haft im Prozess um das sogenannte "Horrorhaus" von Höxter verzichtet Angelika W. auf eine Revision.
Das sagte ihr Anwalt Peter Wüller am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er werde in Absprache mit seiner Mandantin noch in dieser Woche die Revision am Landgericht Paderborn widerrufen. Damit wäre auch das zweite Urteil in dem Verfahren rechtskräftig. (…)
Quelle: Tag24
von sweetdevil31
Mo, 10. Dez. 2018, 06:14
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile

Horrorhaus-Prozess: Wilfried W. muss wirklich in den Knast

08.12.2018 11:32
Das Urteil steht nun endgültig fest und der Angeklagte Wilfried W. muss in den Knast.
Im Fall der tödlichen Misshandlungen von Höxter muss Wilfried W. nun wirklich ins Gefängnis. Die Prozessbeteiligten haben auf eine Revision verzichtet.

Das Urteil gegen Wilfried W. ist also rechtskräftig. Das Landgericht Paderborn hatte den 48-Jährigen Anfang Oktober im Prozess um das Horrorhaus von Höxter zu einer 11-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Wilfried W. wurde wegen versuchten Mordes durch Unterlassen angeklagt und nun rechtskräftig verurteilt. "Seine Verteidiger und die Staatsanwaltschaft haben keine Revision eingelegt", sagte ein Gerichtssprecher. (...)
Tag24
von sweetdevil31
Sa, 6. Okt. 2018, 07:01
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile

Sehe ich genau so @Salva :vomiting:
von sweetdevil31
Fr, 5. Okt. 2018, 12:08
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Prozess

Höxter-Paar wird für Jahre weggesperrt

Freitag, 05. Oktober 2018
Sie lockten ihre Opfer mit Kontaktanzeigen in ihr Haus und quälten sie dann seelisch und körperlich. Zwei Frauen starben an den Folgen der Misshandlungen. Nun verurteilt ein Gericht Angelika W. und ihren Ex-Mann Wilfried W. zu langjährigen Haftstrafen.
Im Mordprozess um den Tod zweier Frauen im sogenannten Horrorhaus von Höxter sind die beiden Angeklagten zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Paderborn verurteilte Angelika W. am Freitag zu 13 Jahren und ihren Ex-Mann Wilfried W. zu 11 Jahren. Der 48-Jährige soll in einer Psychiatrie untergebracht werden. Damit folge das Gericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklägern nicht. (...)
n-tv
von sweetdevil31
Mo, 17. Sep. 2018, 05:18
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Prozess

Angeklagte im Höxter-Prozess sieht sich weiter als Opfer

14.09.2018 - 14:44 Uhr
Am vorletzten Prozesstag im Fall des "Horror-Hauses" von Höxter hat die Angeklagte das Wort. Angelika W. beschreibt sich weiter als Opfer.
Nach fast zwei Jahren Verhandlung steht der Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter vor dem Abschluss. Die Angeklagte Angelika W. stellte sich am Freitag in ihrem knapp 90 minütigen Schlusswort als Opfer des Mitangeklagten Wilfried W. dar.

Sie entschuldigte sich nicht bei den Opfern und begründete dies mit ihrer fehlenden Empathiefähigkeit. Eine psychiatrische Gutachterin hatte ihr im Prozess bescheinigt, dass sie autistische Züge habe und kein Mitgefühl aufbringen könne.

Die Anwälte der Nebenkläger und die anwesende Mutter eines der beiden Todesopfer verließen aus Protest den Saal, weil die Angeklagte aus ihrer Sicht ausschweifend die Gelegenheit zum letzten Wort vor dem Urteil nutzte. «Wenn ich Mitgefühl empfinden könnte, wäre das alles wohl nicht passiert», sagte Angelika W. über die Gräueltaten. (…)
WAZ
von sweetdevil31
Do, 7. Jun. 2018, 05:46
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Prozess

"Horrorhaus"-Prozess: Gutachterin empfiehlt Psychiatrie

04.06.2018, 13:09 Uhr
Nach einem vorläufigen Gutachten soll der Angeklagte im Prozess um das sogenannten "Horrorhaus" von Höxter in die Psychiatrie eingewiesen werden.
Nach Auffassung der Gerichts-Psychiaterin Nahlah Saimeh ist Wilfried W. nur vermindert schuldfähig. Als Grund gibt die Expertin eine erhebliche Intelligenzminderung und eine Persönlichkeitsstörung an, die sich im Abhängigkeitsverhältnis zur Angeklagten zeige. Laut Strafgesetzbuch können Angeklagte eingewiesen werden, wenn eine Gefahr für die Allgemeinheit von ihnen ausgeht.

Gerichtssprecher Bernd Emminghaus bestätigte am Montag, dass das vorläufige Gutachten vorliegt. Saimeh wird ihre Einschätzung an zwei Prozesstagen am 3. und 4. Juli im Gerichtssaal vorstellen. (...)
T-Online
von sweetdevil31
Mi, 15. Nov. 2017, 05:57
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Prozess

Angeklagter gesteht Teilschuld bei tödlichen Misshandlungen

14.11.2017, 20:36 Uhr
Überraschung im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horrorhaus von Höxter: Der Angeklagte hat nach Angaben eines Gutachters eine Teilschuld eingestanden.
Bei einem der beiden Todesfälle gebe Wilfried W. unterlassene Hilfeleistung zu, berichtete der psychiatrische Gutachter Michael Osterheider im Landgericht Paderborn. Bislang hatte Wilfried W. alle Schuld von sich gewiesen. Außerdem werfe er sich vor, die Gewalt nicht unterbunden zu haben.

(...)

Gutachter Osterheider musste als Zeuge zu Gesprächen aussagen, die er von März bis Juni im Gefängnis in Detmold und im Landgericht mit dem Angeklagten geführt hatte. Dabei musste sich der Psychiater in einem ersten Schritt noch nicht als Gutachter befragen lassen, sondern schildern, was ihm der Angeklagte in der Befragung über insgesamt 16 Stunden mitgeteilt hatte.

Der Verteidiger von Wilfried W., Detlev Binder, warf dem Gutachter nach seiner Aussage "grob schlampige Arbeit" vor und lehnte den Professor der Uni Regensburg erneut als Gutachter ab.
T-Online
von sweetdevil31
Sa, 23. Sep. 2017, 13:33
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Prozess

Cannabisplantage im "Horrorhaus" - sechs Verdächtige verhaftet

22.09.2017 15:18 Uhr
Im westfälischen Höxter soll ein Ehepaar Frauen massiv misshandelt haben, im selben Haus hob die Polizei später eine Cannabisplantage aus. Nun hat ein Richter ein halbes Dutzend Haftbefehle erlassen.
Eine Bande soll im großen Stil Cannabis im sogenannten Horrorhaus in Höxter angebaut haben - jetzt sitzen sechs Verdächtige in Untersuchungshaft. Bei einer Razzia hatten Polizisten am Mittwoch zwölf Menschen festgenommen und mehr als tausend Cannabispflanzen beschlagnahmt.

Ein Richter erließ nun Haftbefehle gegen die sechs mutmaßlichen Bandenmitglieder. Darunter sind der mutmaßliche Kopf der Gruppe, ein 42-jähriger Mann, sowie der 50-jährige neue Eigentümer des Hauses.

Die übrigen Festgenommen kamen wieder frei, nachdem sie vernommen wurden. Bei ihnen handelte es sich laut den Ermittlern lediglich um "Erntehelfer". Sie seien in den Niederlanden, Polen und der Ukraine von der Bande angeworben worden.

Das "Horrorhaus" in der nordrhein-westfälischen Stadt wurde deutschlandweit bekannt, weil ein Ehepaar dort zwei Frauen gefangen gehalten und derart misshandelt haben soll, dass sie starben. Der Prozess gegen das inzwischen geschiedene Paar läuft derzeit vor dem Landgericht Paderborn. Medienberichten zufolge wurde das Gebäude Anfang des Jahres verkauft.
Spiegel


Wie bekloppt muss man sein...ganz Deutschland schaut auf das Horror-Haus und die bauen da Cannabis an :joy:
von sweetdevil31
Di, 15. Aug. 2017, 20:03
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Prozess

Polizist im Höxter-Prozess: "Geschockt" von Aussage

15.08.2017, 15:09 Uhr

Die Befragung von Angelika W. zu den tödlichen Misshandlungen von Höxter war nach eigener Aussage selbst einem erfahrenen Kripobeamten zu viel.
"Ich musste die Vernehmung kurz unterbrechen und den Raum verlassen", sagte der 56 Jahre alte Polizist am Dienstag vor den Landgericht Paderborn aus. Der Ermittler schilderte im Prozess um das sogenannte Horror-Haus die ersten Vernehmungen der Angeklagten nach ihrer Festnahme im Frühjahr 2016.

Zuerst habe Angelika W. alle Schuld auf sich genommen. Sie wolle ihren Ex-Mann Wilfried W. nicht belasten, soll die 48-Jährige zu dem Vernehmungsbeamten gesagt haben. "Zuerst wirkte sie eingeschüchtert", sagte der Beamte. Als sie dann aber erfahren habe, dass Wilfried W. alle Vorwürfe abstreite, sei es aus ihr herausgesprudelt.

Bei Details zum Verschwinden eines der Opfer habe die Angeklagte eindeutig Täterwissen offenbart. "Ich sollte raten, wie und wo sie die Leiche von Anika W. entsorgt hatten", sagte der Polizist aus. Dann habe sie geschildert, dass die Leiche zuerst in einer Tiefkühltruhe gelagert und später in einem Ofen verbrannt wurde.

(...)
T-Online
von sweetdevil31
Mi, 19. Jul. 2017, 05:06
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Höxter-Prozess: Anklage lässt Vorwurf fallen

18.07.2017, 18:38 Uhr
Im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter ist der Staatsanwalt auch im Fall des zweiten Opfers vom Vorwurf eines vollendeten Mords durch Unterlassen abgerückt.
"Ich gehe im Fall von Anika W. nach dem Gutachten nur noch von einem versuchten Mord durch Unterlassen aus", sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer am Dienstag am Rande des Prozesses vor dem Landgericht Paderborn.

Zuvor hatte ein Gutachter erklärt, im Fall der 33 Jahre alten Anika W. aus Uslar im Solling lasse sich keine sichere Aussage zur Todesursache machen. In der vergangenen Woche hatte Meyer bereits eingeräumt, dass auch beim Opfer Susanne F. aus Bad Gandersheim der Nachweis eines vollendeten Mords durch Unterlassen nicht mehr zu führen sei.
T-Online
von sweetdevil31
Fr, 14. Jul. 2017, 17:21
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Gutachter hält Wilfried W. für voll schuldfähig

14.07.2017, 16:19 Uhr
Im Prozess um das "Horrorhaus" von Höxter hält der Gutachter Prof. Michael Osterheider den Angeklagten Wilfried W. laut seinem vorläufigen Gutachten für voll schuldfähig.
Das bestätigte Sprecher Bernd Emminghaus vom Landgericht Paderborn am Freitag. Danach lägen außerdem die Voraussetzungen für eine anschließende Sicherungsverwahrung vor. Folgt das Gericht dieser Einschätzung, könnte Wilfried W. nach Verbüßen der Strafe in Sicherungsverwahrung kommen. Mehrere Medien hatten am Freitag von dem vorläufigen Gutachten berichtet.
T-Online
von sweetdevil31
Mi, 12. Jul. 2017, 06:29
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Staatsanwalt bewertet Beweislage neu

11.07.2017, 23:15
Überraschende Entwicklung im Prozess um das „Horrorhaus“ von Höxter: Die Staatsanwaltschaft rückt im Fall einer Frau aus Bad Gandersheim vom Vorwurf des Mordes durch Unterlassen ab. Ein Gutachten hatte erhebliche Zweifel an diesem Vorwurf geweckt.
(...)

Die Staatsanwaltschaft hatte den Tod von Susanne F. bisher als Mord durch Unterlassen gewertet. Am Dienstag nun präsentierte ein Gutachter vor dem Landgericht Paderborn seine Obduktionsergebnisse - und das änderte die rechtliche Einschätzung des Anklägers.

„Vollendeter Mord durch Unterlassen - der Nachweis ist im Fall von Susanne F. nicht zu führen“, räumt Oberstaatsanwalt Ralf Meyer ein. Er geht nach dem Gutachten von einem versuchten Mord durch Unterlassen aus. Diese neue Einschätzung könnte am Ende unter Umständen zu einer Milderung der Strafe führen.

(...)

Susanne F. sei an den Folgen eines Schädelhirntraumas gestorben, das sie sich wohl bei einem Sturz zugezogen habe, führt der Gutachter in seinem Vortrag aus. Hinzu sei eine Unterkühlung gekommen. „Es ergeben sich keine Anhaltspunkte für ein Verhungern oder Verdursten“, stellt er fest.

(...)

Selbst wenn die beiden Angeklagten Susanne F. früher ins Krankenhaus gebracht hätten, wäre ihr Tod nicht zwingend zu verhindern gewesen, führt der Gutachter aus. Nur dann wäre die Tat aber juristisch gesehen ein Mord durch Unterlassen gewesen, sagt Oberstaatsanwalt Meyer später. Denn dafür müsse der Nachweis geführt werden, dass Susanne F. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei sofortiger Einweisung in ein Krankenhaus überlebt hätte.

War es ein Selbstmordversuch?

Der Gutachter macht allerdings auch klar: Die gesamte körperliche Verfassung von Susanne F. sei geschwächt gewesen. Sie habe eine Vielzahl älterer Hämatome gehabt, an Oberarmen und Handgelenken seien Spuren von Fesselungen gefunden worden. In der Schlussphase ihres Lebens habe sich Susanne F. wohl auch selbst verletzt. Er ließ offen, ob ein gesunder Mensch in der gleichen Weise gefallen und gestürzt wäre.

Für ihre Verteidiger hat der 26. Verhandlungstag jedenfalls einen erfolgreichen Verlauf genommen: „Der Vorwurf des vollendeten Mordes ist vom Tisch“, sagt der Anwalt von Wilfried W.
Focus
von sweetdevil31
Mi, 5. Jul. 2017, 06:16
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Hätten die Morde verhindert werden können? Zeugin belastet Behörden schwer

04.07.2017, 15:28
Das Ordnungsamt von Höxter war nach Aussage einer Zeugin über Probleme im sogenannten Horrorhaus von Bosseborn informiert. Die Schiedsfrau habe die Behörde im April 2016 angerufen und um eine Einschätzung gebeten.
Ermittlungen zu dem Fall waren am 22. April 2016 nach dem Tod eines Opfers ins Rollen gekommen. Die Angeklagte Angelika W. habe sich erst telefonisch und dann per Schreiben an sie gewandt, berichtete die Zeugin, die als Schiedsfrau für einen Nachbarort von Bosseborn zuständig war. Angelika W. schilderte in ihrem Brief, der im Gericht in Auszügen vorgelesen wurde, detailliert Körperverletzungen und sexuelle Misshandlungen in dem Haus.

Das Ordnungsamt habe ihr erklärt, Angelika W. müsse sich an den für Bosseborn zuständigen Schiedsmann wenden, sagte die Zeugin aus. „Man kann sich den Schiedsmann nicht aussuchen“, habe man ihr gesagt. Die Angeklagte habe sich aber nicht an den Bosseborner Schiedsmann wenden wollen, weil sie früher schon Probleme mit ihm gehabt habe. „Ich habe mich allein gelassen gefühlt“, sagte die 54-jährige Schiedsfrau. Heute werfe sie sich vor, nicht die Polizei gerufen zu haben.
(...)
Focus
von sweetdevil31
Di, 16. Mai. 2017, 18:29
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Opfer von Höxter über Angeklagten: "Er war ein Monster"

16.05.2017, 16:06 Uhr
Sie wohnte in einem Plattenbau in Magdeburg und reagierte auf eine Bekanntschaftsanzeige in der Zeitung: "Bauer sucht Frau", lautete der Text. Wilfried W., der Angeklagte im Mordprozess um das Horrorhaus von Höxter, hatte die Anzeige geschaltet.
Bild nicht mehr vorhandenZeugin Christel P. im Landgericht Paderborn: Auch sie wurde Opfer von Wilfried und Angelika W.
Die 52-jährige Betonbauerin aus Sachsen-Anhalt biss an. Nach ersten Telefon- und SMS-Kontakten im Jahr 2011 zog die Frau ins ostwestfälische Höxter-Bosseborn. Drei Wochen lang blieb alles harmonisch. "Ich konnte mir sogar mehr vorstellen: auch dauerhaft hier zu leben", sagt die Frau vor dem Landgericht Paderborn aus. Das Leben auf dem Dorf mit Tieren unter einem Dach und mit einem bis dahin liebenswerten Mann an ihrer Seite war für Christel P. eine Option: "Ich war verliebt in ihn."

Anfang 2012 aber drehte sich das Blatt. "Ich kann bis heute nicht sagen, warum", sagt die 52-Jährige auf die Frage des Vorsitzenden Richters Bernd Emminghaus. "Wir haben noch die Geburtstage von Wilfried und Angelika gefeiert", sagt die 52-Jährige, die heute in Dessau lebt.

Es folgten mehrere Wochen mit körperlichen Qualen und seelischen Grausamkeiten. Die Misshandlungen hätten mit einem Schlag mit der flachen Hand ins Gesicht begonnen. "Nach dieser Backpfeife war mir klar, dass ich wie in einer Gefangenschaft lebe", sagt die 52-Jährige aus.

In der Nacht habe sie nicht die Toilette benutzen dürfen und sich mit einer Katze das Katzenklo teilen müssen. Im Schweinestall soll Angelika W. das Opfer mit Handschellen angekettet haben. Einmal habe die Angeklagte ihr Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Wilfried W. soll die Frau nach ihrer Schilderung immer wieder blau und grün geschlagen haben. Warum? Darauf hatte die Zeugin keine Antwort.

"Du kannst gehen", habe Wilfried W. ihr eines Tages gesagt. "Aber ich konnte natürlich nicht zurück nach Hause, denn die beiden haben mir meinen Pass, meine Schlüssel und meine EC-Karte abgenommen."

Dann sagt Christel P.: "Er war ein Monster." Im Ziegenstall habe Wilfried W. ihr einen Schlag mit einer Schaufel ins Gesicht verpasst. "Ich drehte mich um, und da sah ich, wie er zuschlug. Davon habe ich noch heute Albträume, von dem Schlag und von seinem Lachen nach dem Schlag."

Noch am selben Tag brachten die Angeklagten die Frau zu einem Bahnhof und setzten sie mit einem Fahrschein in einen Zug nach Magdeburg. Zuvor ließen die beiden ihr Opfer einen Zettel unterschreiben. Darin gestand sie ein, dass sie sich die Verletzungen selbst zugefügt habe.
(...)
T-Online
von sweetdevil31
Di, 9. Mai. 2017, 10:34
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Misshandlungen von Höxter: Ermittler sollen aussagen

09.05.2017 08:30
Im Folterprozess von Höxter-Bosseborn geht es weiter: Am 19. Verhandlungstag erwartet das Landgericht Paderborn wieder einige Zeugen. Ein Urteil wird frühestens im Herbst erwartet.
(...)

9.41 Uhr: Zuerst wird der Zeuge belehrt. Er ist dreißig Jahre alt und macht gerade seine Ausbildung zum Fahrlehrer. Im Juni 2016 wurde er bereits von der Kriminalpolizei vernommen. Er saß ein paar Tage gemeinsam mit Wilfried W. in einer Zelle in der JVA Bielefeld-Senne.

Der Zeuge beginnt seine Aussage: "Ich kam per Gefangenentransport nach Bielefeld. Und dort habe ich Wilfried W. kennengelernt. Wir haben zwei oder drei Hofgänge zusammen gemacht. Dann habe ich mich von Wilfried W. trennen lassen.

Ich hatte keinerlei Verständnis für das, was Wilfried W. heute vorgeworfen wird, den Doppelmord. Ich bin zum Wärter gegangen und habe gebeten, dass ich in eine andere Zelle komme. Wir hatten aus den Medien erfahren, was Wilfried W. vorgeworfen wird.

Ich habe ihn sofort darauf angesprochen. 'Du bist doch sicherlich der Höxter-Mörder'. Er guckte richtig geschockt. Aber er guckte auch sehr arrogant. Ich weiß nicht, wie ich ihn beschreiben soll. Er fühlte sich den anderen Gefangenen gegenüber wohl überlegen.

Er war davon überzeugt, dass er damit nichts zu tun hat. Er sagte mir, dass seine Frau die treibende Kraft war. Seine Frau wollte das so. Ich habe ihm überhaupt nicht geglaubt. Damals dachte ich auch, dass er seine erste Frau umgebracht hat. Das hatte ich aus den Medien, habe es aber wohl falsch verstanden.

Die Aussagen von Wilfried schienen eingeübt. Er sagte mir, dass er davon überzeugt ist, in wenigen Tagen wieder auf freiem Fuß zu sein.

Er sagte mir auch, dass man ihm die Taten nicht beweisen könnte. Zur zweiten Frau, Annika, die in Bosseborn ums Leben kam und eingefroren und verbrannt wurde, sagte er, dass man ihm das nie beweisen könne. Für ihn schien sein Verhalten völlig normal.

Ich mag solche Leute nicht. Ich sagte ihm, dass er nicht denken soll, dass er in wenigen Tagen aus dem Gefängnis raus ist. Er schob immer wieder die Schuld auf Angelika, seine Ex-Frau. Ich fragte ihn, warum er sich dagegen nicht gewehrt hat. Aber darauf hatte er keine Antworten.

Er sagte nur, alle Geschehnisse hätte er nicht zu verantworten. Ich habe noch nie einen so kranken Mann erlebt, in seinen Augen sah ich das schon. Er zeigte keinerlei Emotionen. Alles, was ich heute vor Gericht aussage, habe ich ihm auch schon persönlich in unserer gemeinsamen Knastzeit gesagt."

"Er hat sich mir gegenüber immer wieder als Opfer dargestellt", erzählt der Zeuge weiter. "In den Gesprächen stand er zu den Taten, manchmal knickte er ein. Ich sagte ihm, die kommende Zeit für ihn werde kein Zuckerschlecken. In meiner früheren Aussage gegenüber der Kripo habe ich bereits gesagt, dass Wilfried Angelika zur Hand gegangen ist."

Wilfried W. hört den Zeugenaussagen interessiert zu. Sein Gesicht zeigt kaum Regung. Seine Hände sprechen allerdings eine andere Sprache. Unruhig umfassen die Finger immer wieder einen Stift, mit dem sich Wilfried W. sonst Notizen macht. Aufgeschrieben hat er bislang nichts. Es wird ihm wenig gefallen, welches Bild der Zeuge hier vor Gericht von ihm zeichnet.

"Ich hatte das Gefühl, er hatte sich alle Worte, die er mit mir wechselte, immer schön zurechtgelegt. Er wusste genau, was er mir sagen will und was nicht. Er sprach mir gegenüber auch von Gehwegplatten vor dem Haus in Bosseborn, unter denen vielleicht auch noch etwas zu finden sei.

Ich wollte nichts mit ihm zu tun haben, er war mir einfach unangenehm. Bis zu einem gewissen Grad redete er sich all die Geschehnisse schön. Er wollte nicht der Sündenbock sein für die Perversitäten, die auf dem Gehöft in Höxter-Bosseborn stattfanden.

Ich habe ihn gefragt, warum er nicht zur Polizei gegangen sei. Darauf kam allerdings keine Antwort. Ich bin nicht ohne Grund zu einem Wärter gegangen und habe darum gebeten, mich sofort in eine andere Zelle zu verlegen. Sonst hätte Wilfried vermutlich mit dem Schlimmsten durch mich rechnen müssen. Er war einfach nur eine arrogante, perverse......."

"Ich muss noch einmal berichtigen, wir haben nicht zusammen in einer Zelle gesessen, sondern wir haben uns auf dem Gefangenentransport unterhalten, und wir hatten sehr viel Zeit, uns auf den Hofgängen zu unterhalten.

Doch es bleibt dabei, die Nähe von Wilfried war mir einfach unangenehm. Dass ich ihn wirklich nicht mag, hat sich dann auf dem allerletzten Hofgang ergeben. Ich habe ihm nur noch gesagt, er solle sich einen guten Anwalt besorgen."

(Einwurf von Detlev Binder, Strafverteidiger von Wilfried: "Das hat er auch!")

"Mich hat das Ganze total belastet, die Erlebnisse und das, was Wilfried mir alles erzählte. Ich habe mit meiner Frau darüber diskutiert, mich hat das ganze im letzten Sommer so belastet, dass ich mich an die Polizei gewandt habe. Ich wollte es einfach loswerden.

Ich wollte es alles aufschreiben, aber ich habe nicht alles mehr auf den Schirm bekommen. Deswegen habe ich nichts niedergeschrieben. Die Polizei wollte von mir jegliche Kleinigkeit bis auf den Punkt hören. Doch vieles war mir entfallen. Den Psychoblick von Wilfried werde ich nie vergessen.

Ich habe für alles Verständnis, aber jemanden an Heizungen zu ketten, zu quälen wie ein Tier, das war mir zu viel. Wilfried erzählte mir, er könne sich auf seine Ex-Frau, Angelika, verlassen. Mit meinen Worten: 'Ich habe meine Alte so unter Kontrolle, die wird nichts belastend gegen mich aussagen. Sie ist mir hörig, sie wird alles auf sich nehmen. Sie macht alles, was ich möchte. Ich komme hier raus.'

Man spürte seine Machtposition. Er war 100 Prozent sicher, dass er raus kommt. Ich habe ihn immer wieder konfrontiert damit, dass er nichts unternommen habe, um die Quälereien zu stoppen. Er hatte darauf keine Antwort. Irgendwie wollte er mir eine gewisse Hilflosigkeit in dem ganzen Geschehen vorgaukeln. Er war einfach nur ein großes A....loch!"

Mit diesen Worten wird der Zeuge entlassen.

(...)
Zum Live-Ticker Tag24
von sweetdevil31
Di, 2. Mai. 2017, 18:56
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Misshandelte Frau sagt aus

02.05.2017 06:00
Im Folterprozess von Höxter-Bosseborn geht es weiter: Am 18. Verhandlungstag erwartet das Landgericht Paderborn wieder einige Zeugen. Darunter eine Frau, die von den Angeklagten massiv misshandelt wurde, jedoch überleben konnte.
(...)

10.30 Uhr: Als nächste Zeugin wird nun Kati K. aussagen. Sie soll massiv in Bosseborn gequält worden sein. Ihre Aussage wird mit Spannung erwartet.

"Ich bin 31 Jahre alt. Ich arbeite in einem Parkhaus. Ich wurde schon einmal von Kriminalbeamten zu Hause verhört. Ich lebe jetzt in Bremerhaven und bin verheiratet. Ich lernte Wilfried W. 2008 über eine Anzeige kennen. Er hatte sich in der Anzeige fünf Jahre jünger gemacht.

Das habe ich aber erst später erfahren. Zuerst haben wir SMS geschrieben, dann haben wir lange telefoniert. Er hat immer viel gefragt, wollte alles genau wissen, ob ich Familie habe, was ich mache, ob ich zuhause wohne. Es lag an seinen Fragen, dass die Telefonate so lange dauerten. Die Telefonate waren immer sehr spät abends, da er ja arbeiten musste. Er gab an, er habe Nachtschichten.

(...)

11.15 Uhr: "Ich habe die Schläge ertragen. Wilfried W. war mein erster fester Freund. Ich wollte meinen Bekannten beweisen, dass ich das mit der Beziehung schaffe. Deswegen bin ich bei ihm geblieben. Heute kann ich mir auch nicht erklären, warum ich nicht nach den ersten Schlägen einfach gegangen bin. Nach den Prügeleien wollte er dann meistens mit mir ins Bett.

(...)

11.25 Uhr: "Irgendwann kam Wilfried zu mir und sagte 'Ich schlage Dich tot'. Irgendetwas hatte ich wohl wieder falsch gemacht. Das war ungefähr im Mai 2009. Da bin ich zu meinen Nachbarn, habe sie um Hilfe angefleht. Sie haben mich rein gelassen. Von dort habe ich meine Eltern angerufen. Es gab dann Anrufe von Wilfried bei der Nachbarin, wo ich Unterschlupf erhalten hatte. Meine beiden Brüder haben mich dann aus der Wohnung geholt und wieder nach Hause gebracht. Wilfried habe ich bei dieser Aktion nicht gesehen.

Ich bin dann zurück zu meinen Eltern nach Cuxhaven. Ein paar Wochen später habe ich in Begleitung meiner Eltern meine Wohnung in Schlangen aufgelöst. Angelika tauchte da plötzlich auf, schrie und schrie, und sagte, ich hätte Wilfried alleine gelassen. Am 16. Juli 2009 war ich wieder in Cuxhaven. Von Angelika erhielt ich dann auf dem Anrufbeantworter Botschaften mit massiven Beleidigungen, auch meine Eltern wurden belästigt. Ich wäre eine Schande, es waren Beleidigungen weit unter der Gürtellinie.

Von Wilfried habe ich nichts mehr gehört. Ich habe dann eine Strafanzeige bei der Polizei in Cuxhaven erstattet, gegen Wilfried. Das war am 28. September 2009. Ich habe da die ganze Geschichte bei der Polizei erzählt, von den Schlägen, Misshandlungen, Drohungen. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht. Ich habe mich nicht mehr darum gekümmert. Die Idee der Strafanzeige kam mir erst sehr spät. Ich musste erst einmal klar kommen mit der Situation, wieder ein normales Leben anfangen.

(...)

11.50 Uhr: "Wilfried hat ungefähr 10.000 Euro von mir bekommen. Irgendwann hatte er auch eine eigene Geldkarte für mein Konto. So konnte er, ohne mich zu fragen, über mein Konto verfügen. Ich konnte nicht mehr über mein Konto verfügen. Es war kein Geld mehr auf dem Konto. Ich konnte kein Geld mehr selbstständig ausgeben. Nach den Gewalttätigkeiten wolle er meistens ins Bett mit mir. Es gehört aber wohl nicht zu seinen Praktiken, erst zu schlagen und dann mit mir ins Bett zu gehen. Aber die vorausgehenden Misshandlungen schienen ihn irgendwie doch anzuturnen."

(...)
Live-Ticker: Tag24
von sweetdevil31
Di, 25. Apr. 2017, 13:15
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
Antworten: 207
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Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Frühere Freundinnen des Angeklagten sagen aus

25.04.2017 06:00
Zwei Zeuginnen sind nicht erschienen, sie erwartet ein Ordnungsgeld.
(...)
10.34 Uhr: Es wird doch noch ein anderer Zeuge vorgezogen. Der Zeuge ist 45 Jahre alt. Er ist Abteilungsleiter eines Industrieunternehmens in Höxter. "Ich erkenne die Dame auf der Anklagebank (Angelika W.) wieder. Ich bin schon einmal von der Polizei verhört worden.

Ich war im Januar oder Februar 2016 vor einem Supermarkt in Höxter. Da kam eine Frau auf mich zu und bedrängte mich, ein Schreiben zu unterzeichnen. Ich war hochgradig genervt, sie war aber so hartnäckig, da habe ich meinen Namen draufgeschmiert. Es war aber keine richtige Unterschrift.

Der Richter liest vor, was auf dem Schreiben drauf stand: "Ich, Susanne F., habe bei Wilfried und Angelika W. gewohnt, habe mich an den Kosten beteiligt, gehe nun in meine Wohnung zurück. Ich bestätige, dass es zu keinen Vergewaltigungen oder Misshandlungen gekommen ist. Darunter die Unterschrift von Susanne F."

Zeuge: "Ich habe dann bestätigt, dass Susanne F. die Unterschrift unter diesem Schreiben ohne Zwang gegeben hat. Die Unterschrift von Susanne F. war aber schon auf dem Brief drauf.

Ich habe trotzdem meinen 'Krakel' darunter gemacht. Die hartnäckige Frau war aber nicht alleine, da stand auch noch ein Mann, und der Dame folgte noch eine andere blonde Frau. Sie war recht dünn. Sie stand teilnahmslos hinter Angelika W., die hartnäckig um meine Unterschrift bat.

Die blonde Dame machte einen desolaten, leicht betrunkenen Eindruck. Sie war unsicher auf den Beinen, stand jämmerlich da. Den Text, den ich unterschrieben habe, habe ich nicht gelesen. Darüber mache ich mir heute noch Vorwürfe.

11.03 Uhr: Nun sitzt eine weitere Zeugin im Sitzungsaal 205 und soll gehört werden. Sie ist 51 Jahre alt und ist Qualitätsprüpferin. Sie wohnt in Neukirchen-Voerde.

"Ich kenne Wilfried W. Ich hatte Ende Oktober 2010 bis März 2011 Kontakt zu Wilfried W.. Ich habe ihn über das Internet kennengelernt. Wir haben zuerst telefoniert. Wilfried erzählte, er sei Hundeführer bei einem Wachdienst und arbeite an einer Tankstelle.

Wir haben uns immer nur abends getroffen. Wenn wir telefoniert haben, ging das immer nur über den Anrufbeantworter. Ich musste mir anhören, was er auf meinen Anrufbeantworter gesprochen hatte, und dann antwortete ich ihm auch und sprach auf seinen Anrufbeantworter.

Was mir Wilfried W. mitteilte, war so viel, dass ich mir das immer auf einem Zettel notieren musste. Ich habe mir Stichworte gemacht, damit ich nichts vergaß. Ich fand das ziemlich doof. Das Zusammensein mit Wilfried war immer nur bei ihm im Haus oder in der Wohnung. Wir sind nie weggegangen, war immer nur zuhause, es gab kein Spazierengehen.

Das Zusammensein mit ihm war ziemlich friedlich. Es war eine intime Beziehung. Einmal wollte er mir das Steuer abnehmen, weil es schon dunkel war. Ich habe das abgelehnt. Da war er sauer, und hat mir das immer wieder vorgehalten.

Dann kam Angelika, die er mir als seine Schwester vorstellte, ins Spiel. Sie telefonierte des öfteren mit mir, regte sich immer wieder über Kleinigkeiten auf, für mich totaler Quatsch. Ich kann es garnicht wiedergeben, weil es so bescheuert war.

Ich habe mich des öfteren mit ihr in die Haare gekriegt am Telefon. Sie sagte mir immer, wie ich mich gegenüber Wilfried verhalten solle. Ich sollte die Betten frisch beziehen, nach den Besuchen bei Wilfried, sollte vernünftig kochen.

Sie machte mir Vorhaltungen wegen Ordentlichkeit, es waren für mich immer nur Bagatellen. Vermutlich hat Wilfried ihr von mir erzählt, oder Angelika hat den Anrufbeantworter abgehört. Ich habe ihm vorgeschlagen, bei Angelika auszuziehen und zu mir zu ziehen.

Aber das wollte er nicht. Ich hatte immer den Eindruck, er käme von Angelika nicht los. Ich habe Angelika nie persönlich kennengelernt, habe nur mit ihr telefoniert. Ich bin nie bedroht worden von ihr, aber immer wieder beleidigt worden.

Als ich im Krankenhaus lag, wünschte sie mir einen schönen Tod. Die Beziehung zu Wilfried war harmonisch. Aber es drehte sich alles um seine Bedürfnisse. Er duldete keine Widerworte. Ich habe ihm aber nie widersprochen."


11.20 Uhr: "Irgendwann wollte er auch Geld von mir haben, für einen Pkw, für Dinge, die er im Internet kaufte", erzählt die Zeugin weiter. "Ich hatte das Geld nicht und habe dafür einen Kredit bei der Bank aufgenommen. Ich habe das Geld nie wiedergesehen.

Ich hatte auch nichts in der Hand, keine Quittung. Irgendwann musste ich Geld unter der Fußmatte eines Autos verstecken. Es sollte eine Anzahlung für ein Auto oder einen Führerschein sein. Ich sollte das Geld hinterlegen, die Schwester wollte es dann aus dem Auto holen.

Sie wollte mich nicht persönlich kennenlernen. Auf so eine Idee wäre ich nicht gekommen. Es waren wohl so 15.000 bis 16.000 Euro, die ich Wilfried zur Verfügung gestellt habe. Er hat einen psychischen Druck wegen des Geldes auf mich ausgeübt. Und 'so dicke' hatte ich es auch nicht.

Zum Ende unserer Beziehung gab er an, in Bochum zu sein. Er war dann noch einmal beim Arzt mit mir, weil ich krank war. Ich wurde ins Krankenhaus eingewiesen, dann haben wir uns aus den Augen verloren. Er gab an, in Bochum zu wohnen. Ich weiß, dass er in Höxter sich ein Haus angeguckt hatte.

Deswegen hatte er wohl auch Möbel im Internet gekauft, um das Haus einzurichten. Die habe ich gemeinsam mit ihm ausgesucht. Er hat sie ersteigert, ich habe das Geld zur Verfügung gestellt. Nach der Trennung von Wilfried habe ich noch einmal einen Anruf von Angelika bekommen, der sehr belastend war.

Ich habe dann mein Handy ausgestellt und es gab keine Kontakte mehr. Ich fühle mich finanziell ausgequetscht. Letztlich ging es in unserer Beziehung immer nur um Geld. Ich war einfach zu gutgläubig."
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von sweetdevil31
Di, 4. Apr. 2017, 16:54
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Sieben Zeugen sagen aus

04.04.2017 06:00
Das Landgericht Paderborn hat im Mordprozess um das sogenannte "Horror-Haus" von Höxter für Dienstag sieben Zeugen geladen.
Am 16. Verhandlungstag soll nach Angaben eines Gerichtssprechers unter anderen der Ehemann des zweites Todesopfers Susanne F. aussagen. Durch deren Tod war der Fall 2016 aufgeflogen.

(...)

9.40 Uhr: Martin F. (45 Jahre) weiter: "Ich hatte die Hoffnung, dass Susanne wieder zurückkommt. Ich wusste nach unserer Trennung über Wochen manchmal nicht, wo sie sich aufhielt. In Bad Gandersheim muss sie einen Freund gehabt haben, das weiß ich aber nicht genau.

Ich habe mich damals sehr darüber geärgert, dass Susanne unsere 10-jährige Tochter so viele Stunden wegen eines anderen Mannes alleine gelassen hat. Ich habe sie eigentlich nie als verantwortungslos erlebt.

Sie war Hausfrau und Mutter, ich habe gearbeitet. Ihre plötzliche Veränderung hat sie mir auch auf Nachfragen nie erklärt. Bis heute weiß ich nicht, wo ihr Stimmungswandel herrührt. Nach der Trennung hat meine Tochter 3 bis 4 Mal mit ihrer Mutter telefoniert. Dann ist der Kontakt abgebrochen.

9.55 Uhr: Angelika W. bestätigt, dass sie zweimal bei Martin F. mit falschem Namen angerufen hat. "Martin F. hat mir ein wenig erzählt, aber irgendwann hat er 'dicht gemacht'.

Er sagte, dass Susanne schwierig wäre, dass sie auch schon mal in Behandlung war. Ich habe das gemacht, weil mich Wilfried immer wieder nervte, warum sich Susanne so seltsam verhält. Deswegen habe ich bei ihrem Mann angerufen."

(...)

11.10 Uhr: "Ich bin 61 Jahre alt, bin Friseurin und komme aus Lüchtringen. Ich habe Wilfried durch eine Annonce kennengelernt, die Wilfried aufgegeben hatte. Ich habe auf die Anzeige geantwortet, dann haben wir uns getroffen, ich weiß aber nicht mehr, wann es war.

Wir waren uns recht schnell sympathisch, wir haben uns nach mehreren Telefonaten dann bei mir getroffen. Ich habe auch mal mit Angelika telefoniert. Sie wurde mir als Schwester vorgestellt. Ich kann mich an nichts mehr erinnern.

Ich weiß nur noch, wenn ich zu Wilfried etwas falsch gesagt hatte, hatte ich Angelika am Hals. Ich habe Wilfried immer so um 23 Uhr abends getroffen. Er sagte, er habe nur wenig Zeit, hätte nur ein Auto. Es war eigentlich ein angenehmes Verhältnis mit Wilfried.

Im Nachhinein kann ich nichts Schlechtes über Wilfried sagen. Wir hatten ein intimes Verhältnis, das sich vollkommen normal gestaltete. Ich wohnte damals in Holzminden, Wilfried wurde von Angelika gebracht. Angelika wollte ich nicht kennenlernen.

Für Wilfried war es auch kein Thema. Für sein Nichtselbstfahren hatte er immer wieder irgendwelche Ausreden. Er hat mir auch von seinem Kiosk erzählt, der aber nicht gut liefe, da seine Schwester Angelika keine Bock darauf hätte.

Sie würde nicht aus dem Bett kommen. Er hat mir erzählt, dass er auch bei einem Wachschutz arbeitet. Die Arbeit würde er nachts machen. Die Beziehung dauerte aber nicht lange. Irgendwann habe ich mich nicht mehr gemeldet, er hat sich auch nicht gemeldet, und dann war es zu Ende.

Das war Ende März 2016. (der Zeitpunkt, als Susanne F. verstarb, Anmerkung der Redaktion) Es war mir einfach zu blöd. Ich habe ihm damals 3500 Euro geliehen, die ich aber nicht wiederbekommen habe.

Er hatte mir versprochen, es mir so bald wie möglich, in zwei Tagen, wieder zurückzugeben. Er brauchte das Geld für einen Autokauf. Wilfried sagte später, ich hätte ihm das Geld geschenkt."
(...)
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von sweetdevil31
Mi, 29. Mär. 2017, 12:43
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Angeklagter unterbricht seine Aussage

28.03.2017 16:04 Uhr
Überraschend hat der Angeklagte im Prozess um die tödlichen Misshandlungen in Höxter seine Aussage abgebrochen. Die Anwesenheit seiner Ex-Frau mache ihm zu schaffen.
Der Angeklagte im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im "Horror-Haus" von Höxter hat unerwartet seine Aussage abgebrochen. In einem Brief habe Wilfried W. kurzfristig mitgeteilt, er sehe sich zurzeit nicht in der Lage, in der Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen, sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Paderborn.

Bevor der unter Mordverdacht stehende Angeklagte seine Aussage möglicherweise fortsetze, wolle er ausführlich mit dem psychiatrischen Gutachter sprechen, der ihn seit einiger Zeit untersuche. Das erläuterte der Verteidiger des Mannes. Sein Mandant sehe sich "hoffnungslos überfordert" durch die Anwesenheit der mitangeklagten Ex-Frau.
(...)
Spiegel
von sweetdevil31
Mi, 22. Mär. 2017, 06:13
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Wilfried W. stellt sich im Höxter-Prozess als Mitläufer dar

21.03.2017, 16:00 Uhr
Der Angeklagte im Prozess um das "Horror-Haus" von Höxter hat sich als Mitläufer bei den Misshandlungen von Frauen dargestellt.
Wilfried W. gab bei seiner erneuten Befragung vor dem Landgericht Paderborn am Dienstag zwar erstmals auch körperliche Gewalt gegenüber Frauen wie Schubser, Haare ziehen und Schläge zu. Die treibende Kraft sei aber stets seine Ex-Frau gewesen, bekräftige er. Die Bekanntschaftsanzeigen, auf die sich dann spätere Opfer meldeten, habe er stets geschaltet, um die Frau fürs Leben zu finden. Daran habe er bis zuletzt geglaubt.

Er wies den Vorwurf zurück, seine heute 48-jährige Ex-Frau mit heißem Wasser vor Jahren an der Schulter verbrüht zu haben. Das hatte die Mitangeklagte in den ersten Prozesswochen vor Gericht ausgesagt. Angelika W. habe sich vielmehr selbst kochend heißes Wasser über die Schulter gegossen. "Sie wollte nicht arbeiten. Sie hat sich ständig Krankenscheine besorgt, damit sie gegenüber den Behörden Argumente hatte, um weiterhin Hartz IV zu beziehen", sagte der Angeklagte aus. Eins gab er zu: Als er seiner Ex-Frau helfen wollte, kaltes Wasser über die heiße Kleidung zu gießen, um die verbrühte Haut zu retten, habe er den Hahn für kaltes und warmes Wasser verwechselt. Das sei aber keine Absicht gewesen.

Der Angeklagte sagte ausführlich zum Verhältnis zu seiner Ex-Frau aus. Der 47-Jährige schilderte, wie sich die beiden nach einer Bekanntschaftsanzeige 1999 zum ersten Mal getroffen hatten. "Es hat sofort gefunkt, wir haben bereits am ersten Tag Zukunftspläne geschmiedet", sagte Wilfried W.. Schon am nächsten Tag hätten die beiden beschlossen, zu heiraten. Erste Probleme habe es kurze Zeit nach der Trauung gegeben. Seine damalige Frau sei schnell eifersüchtig gewesen und habe ihn ständig kontrolliert.
(...)
T-Online


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von sweetdevil31
Di, 14. Mär. 2017, 12:16
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Wilfried W. wehrt sich gegen Vorwürfe seiner Ex-Frau

14.03.2017 06:00
Seit fast fünf Monaten dauert der Prozess um die brutalen Quälereien in einem Haus in Höxter. Doch bislang hat nur Angelika W. umfangreich ausgesagt. Am Dienstag will nun auch ihr mitangeklagter Ex-Mann Wilfried W. (47) reden.
9.22 Uhr: Binder liest eine Erklärung vor: "Ich, Wilfried W., habe gehört, wie Angelika die Dinge aus ihrer Sicht geschildert hat. Sie hat über immer neue Gräueltaten berichtet. Sie hat über immer neue Straftaten berichtet, die ich begangen haben soll.
(...)
Erstmals im Prozess habe ich von diesen Misshandlungen gehört. Ich habe große Sorge, dass das Gericht geneigt sein mag, den Aussagen von Angelika W. Glauben zu schenken. Ich möchte die Realität nun ein wenig mehr beschreiben.
(...)
Ich habe zwei leibliche Kinder, 17 und 21 Jahre, beide aus früheren Beziehungen. Ich habe die Grundschule besucht, ich wurde dort gehänselt, weil ich gelispelt habe. Ich habe dann die Sonderschule besucht bis zur 9.Klasse.
(...)
9.50 Uhr: Wilfried W.: "Mein Verhältnis zu meiner Mutter war sehr gut, zu meinem Vater nicht. Er hat mich oft geschlagen, die Mutter und meine Schwester geschlagen, viel Alkohol getrunken. Er kam nach Hause, war aggressiv, der Alkohol spielte immer eine Rolle. Ich hatte keine Freunde. Ich erinnere mich immer nur an die Misshandlungen. Auf der Sonderschule wurde ich, wie schon auf der Grundschule, weiter gehänselt. Ich wurde dort getreten, im Hallenbad versuchte man mich zu ertränken.
(...)
Meine Mutter arbeitete damals im Krankenhaus, meistens am Wochenende. Horst, so hieß der neue Freund meiner Mutter, schickte mich morgens immer mit dem Hund einige Runden drehen. Irgendwann hat mich Horst dann sexuell belästigt, hat mich überall angefasst und wollte mich irgendwann vergewaltigen. Ich habe mit keinem darüber gesprochen. Meine Mutter hat mir auch erzählt, dass Horst eine Beziehung mit meiner Schwester hatte und sie von ihm auch vergewaltigt wurde.
(...)
10.45 Uhr: Wieder zur vorgelesenen persönlichen Erklärung von Wilfried W.: "Angelika drohte meiner Mutter Prügel an, als sie im Krankenhaus lag. Angelika hat sich nie richtig gepflegt. Sie hat sich nie richtig gewaschen, hatte schlechte Zähne. Sie hat mir in den Unterleib getreten, immer, wenn ich Annika [das erste Todesopfer, Anm. d. Red.] im Arm hatte. Sie benutzte Pfefferspray gegen mich, sie ist ein Sadist. Sie sagte immer, ich könne auf meine Messifrau Annika stolz sein. Sie war schlimm mit ihren Worten, Taten, Schlägen.
(...)
Wir beide haben uns alles von Angelika gefallen lassen. Ich wollte abhauen mit Annika, nie konnte ich alleine mit ihr reden. Angelika lauschte immer hinter der Tür. Wir haben ein Boot in Holland gekauft, wollten gemeinsam nach England. Nur Angelika wollte immer bei uns bleiben. Wir kämen alleine nicht klar, wir wären beide Sonderschüler. Angelika hat uns immer wieder versprochen, uns in Ruhe zu lassen. Das dauerte genau zwei Tage. Dann ging es wieder los.
(...)
Annika sagte immer, sie habe Angst vor Angelika. Sie sei von ihr immer wieder unsittlich angefasst worden. Angelika sagte 'Ich lebe auch hier, die Frauen sollen hören, sonst knallt es.' Wir wurden wie Kinder behandelt, Angelika hat uns immer gestört, hat das Gesicht verzogen.
(...)
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von sweetdevil31
Sa, 25. Feb. 2017, 14:07
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Und keiner schlug Alarm

25. Februar 2017 12:07 Uhr
Das "Horrorpaar von Höxter" soll über Jahre Frauen gequält, zwei sogar umgebracht haben. Und immer drängender stellt sich die Frage, warum niemand eingegriffen hat, kein Nachbar, keine Behörde.
Sie hatte schon ein ungutes Gefühl, sagte Heidrun Müller* (*Name geändert) später den Polizisten, als sie zu erklären versuchte, warum sie nicht nachgehakt, nichts unternommen hatte, damals, eine Woche vor dem qualvollen Tod von Susanne F. Die 41-Jährige war wochenlang schikaniert und geschlagen worden. Nach einer Autopanne war die Sterbende dann in ein Krankenhaus eingeliefert worden – und da war er aufgeflogen, der ganze Wahnsinn von Höxter.

Die jahrelangen Misshandlungen so vieler Frauen. Die Toten.

Heidrun Müller arbeitet als ehrenamtliche Schiedsfrau in Höxter, zuständig für außergerichtliche Einigungen. Im April 2016 meldete sich eine fremde Frau bei ihr. Sie klang aufgeregt, drängte auf einen Termin, man dürfe keine Zeit verlieren. Die Gegenpartei, Susann F., wohne seit Kurzem mit ihr und ihrem Exmann unter einem Dach. "WG-mäßig" , so drückte sich die Frau aus. Später warf sie ein Schreiben in Heidrun Müllers Briefkasten.

Das ungute Gefühl wuchs, aber schließlich beließ sie es dabei

"Hiermit stelle ich, Frau Angelika W. und mein Ex-Mann, Wilfried W. Antrag auf Schlichtung ... Frau Susanne F. (ist) uns ständig am Provozieren. So kam es zu unzähligen ... Körperverletzungen.(...) Sie ist unsauber, das heißt sie wäscht sich nach dem WC-Gang kaum die Hände. Und fasst dann unser Geschirr an ... Sie pinkelt sich mehrfach in die Hose. Sogar beim Geschirrabwaschen. Zieht sich dann nicht um und setzt sich so in unseren PKW. Sie hinterlässt ihre Haare auf Geschirr und in der Spüle. Während des Essens rülpst und furzt sie herum ... Sie versucht unser Trinken zu versalzen, Tassen rochen extrem nach Parfum ... Sie senkt sich die Haare an, dass alles stinkt. Sie hat sich selber eine Glatze geschnitten ... Sie steckt sich vor uns die Klobürste in Mund und Vagina. Sie belästigt uns. Sie beleidigt uns und beschimpft uns, man hätte ihr Essen vergiftet ... Sie hat sich vor mir entblöst und an der Vagina gespielt. Sie zeigt mir ihr gebrauchtes Toilettenpapier, zeigt ihren nackten Arsch wenn ich im Zimmer bin. Sie macht uns Schäden, sie klaut das Essen ... Sie zerreißt unsere Kleidung, sie pinkelt nachts ins Wohnzimmer und in den Flur."
(...)
Ausführlicher Bericht bei Stern
von sweetdevil31
Di, 21. Feb. 2017, 16:32
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

21.02.2017 06:20

Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horror-Haus von Höxter befragt das Landgericht Paderborn am Dienstag eine Reihe von Zeugen.
(...)
12 Uhr: Als nächstes wird der Rettungssanitäter als Zeuge gehört, der damals mit dem Krankenwagen unterwegs war und Susanne F., die sterbenskrank war, in das Northeimer Krankenhaus transportierte. Die Notärztin, war heute auch als Zeugin geladen worden, ist aber verhindert.

"Ich habe keine große Erinnerung mehr. Es war abends, dunkel, wir wurden zum Einsatzort gerufen, "krampfende Person". Beim Eintreffen ist mein Kollege ausgestiegen, wir haben die Dame im Auto vorgefunden und sie aus dem Fahrzeug befreit. Susanne F. war stark unterkühlt, sie sah sehr schlecht, ungepflegt aus. Ich kann mich nicht daran erinnern, welches Fahrzeug es war. Hinter dem Fahrersitz lag die Frau, die nicht mehr ansprechbar war. Als wir sie in unserem Rettungswagen hatten, traf auch die Notärztin ein und hat die erste Versorgung vorgenommen."

"Als mein Kollege ins Auto schaute und Susanne sah, sagte er: 'Oh oh, die sieht tot aus.' Das lag wohl daran, dass die Frau zusammengekauert auf der Rücksitzbank lag , total unterkühlt. Ich habe später zwei Personen hinter dem PKW wahrgenommen. Sie haben sich nicht sofort zu erkennen gegeben. Ich kann mich aber nicht mehr so ganz genau daran erinnern. Als die Geschädigte aus dem Fahrzeug befreit worden war und schon im Rettungswagen lag, haben sich die zwei Personen hinter dem Auto erst bemerkbar gemacht. Ich habe mich nur um die verletzte Frau gekümmert, die sehr elend aussah. Wir haben sie mit einer sogenannten Crashrettung aus dem Auto befreit. Das Opfer war leicht bekleidet, mit einer Art Trägershirt. Für die Witterung war das wenig angemessen. Ich dachte gleich an eine Stellung eines Ungeborenen im Mutterleib."

"Im Rettungswagen habe ich daran gedacht, die Frau könne auch Drogen genommen haben. Die eingetroffene Notärztin stellte auch eine starke Unterkühlung bei der Patientin fest. Sie sagte während der gesamten Behandlung nichts, sie zeigte auch keine Schmerzreize. Wir haben vor Ort keine Verletzungen festgestellt, erst im Krankenhaus haben wir Verletzungen am Oberarm, eine Art Strangulation, festgestellt. Auf der Rücksitzbank des Corsa haben wir eine Art blauen Müllsack gesehen, der prall gefüllt war. Ob unter der Patientin auch Plastiksäcke lagen, weiß ich nicht mehr."

"Zu den beiden Personen kann ich folgendes sagen: Ich war nur mit der Patientin beschäftigt. Mein Kollege sollte Daten von den beiden Personen, Wilfried und Angelika W., erfassen. Ich dachte nur: Die beiden Personen gehören irgendwie zusammen. Sie waren sehr ruhig, keiner hat gesprochen, es kam mir vor wie Desinteresse. Angehörige sind normalerweise teilnahmsvoller, fragen nach dem Gesundheitszustand. Hier kam gar nichts, das hat mich schon gewundert. Ich habe mit den beiden nicht gesprochen, das war nur mein Kollege."
(...)
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von sweetdevil31
Di, 14. Feb. 2017, 17:51
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Sie dominant, er dumm...eine gefährliche Mischung.
11.15 Uhr: "Ich habe ihm Fesselspuren bei Susanne F. vorgeworfen. Er hat das abgetan und eierte rum. Dann erklärte er es durch Fesselspiele mit sexuellem Hintergrund.

Susanne F. habe gefesselt und geschlagen werden wollen. Das wären die Wünsche beider Frauen, Angelika W. und Susanne F., gewesen. Die beiden hätten wohl eine lesbische Beziehung gehabt", erzählte der Beamte über die Vernehmung.

Auf die Verletzungen von Susanne F. angesprochen: Mal sprach er von Gewalt, dann mal von brutaler Gewalt, als es um Misshandlungen gegenüber den Frauen ging.

"Erst habe er die Frauen gestreichelt, dann geküsst, dann habe ich Susanne F. gefesselt, auf ihren Wunsch, erzählte mir Wilfried W.", so Freier.

"Wilfried W. schien bei der Festname überhaupt nicht überrascht zu sein. In der ersten Verhandlung war er sehr kooperativ. Meine Meinung ist, dass er sich durchaus auf die Situation vorbereitet hatte.

Ich glaube, es war zwischen Angelika W. und ihm einiges abgesprochen. Er dachte, dass er damit aus der ganzen Sache raus ist. Er war nicht immer in der Lage, die passende Antwort zu geben, zum Beispiel bei den Fesselungen von Frauen."

"Es war nichts besonderes bei der Vernehmung. Wilfried W. ist intellektuell eher im unteren Bereich anzusiedeln. Er hat wohl alle meine Fragen verstanden, konnte aber nicht immer antworten. Ich habe schon eine Intelligenzminderung wahrgenommen", stellte der Polizist weiter fest.

"In der gesamten Vernehmung von Wilfried W. gab es nur Widersprüche", so Freier. Abschließend sagte der Beamte: "Er hatte sich eine Geschichte zurechtgelegt, und ich glaube, er war der Überzeugung, dass die auch funktioniert."

12.00 Uhr: Die Verhandlung wird fortgesetzt. Nach dem Anhören des Zeugen Norbert Freier, Kripobeamter , der Wilfried verhört hatte, wird nun Burkhard Kropp, Kripobeamter angehört.

"Wilfried W. bat mich, die Vernehmung mit einfachen Worten zu führen. Das hat sich ergeben, als wir mit ihm in die JVA fuhren. Ich merkte, dass Wilfried nicht richtig zuhörte oder nicht richtig verstand, was ich sagte. Ich wählte ganz einfache Worte, um ihn zu erreichen", so Kropp.

"Er hatte unterschiedliche Hilfsjobs, im Forst- und Bauwesen, das hätte ihm aber auch gereicht. Einen Schulabschluss habe er nicht.

Er erzählte über zwei Kinder, die er habe. Er war vorher bereits einmal verheiratet. Er habe zwei Kinder, Söhne, mit seiner ehemaligen Ehefrau und einer anderen Frau", berichtete der Zeuge weiter.

"Sexuell habe er noch Kontakte zu Angelika gewesen, 2-3 mal die Woche, das wäre aber aufgrund von Lustlosigkeit später ganz eingeschlafen. Angelika hatte kaputte Zähne und wäre nicht mehr ansehnlich gewesen."

"Er will auch mal mit geschubst haben, hat sich auch mal verbal geäußert, körperliche Gewalt würde er nicht einsetzten. Er habe versucht, zu vermitteln. Bei den Schilderungen zu den Frauen, die nach Bosseborn kamen, war der Angeklagte sehr sprunghaft."

13.55 Uhr: Der Kripobeamte Burkhard Kropp wurde aus dem Zeugenstand entlassen. Nach einer kurzen Pause geht es nun weiter. Es folgt nun die Aussage eines Taxifahrers.

Dieser hat die beiden Angeklagten am 21. April 2016 nach Bosseborn zurückgefahren. Er wurde gerufen, als Susanne F. von einem Krankenwagen auf der Fahrt nach Bad Gandersheim abtransportiert wurde. Das Auto von Angelika und Wilfried hatte gestreikt.

Der Fahrer erzählte: "Die Frau hatte Vorkasse geleistet. Ich hatte den Eindruck, dass die Frau der dominantere teil der Beziehung war. Am nächsten Tag rief mich die Polizei an, ob ich in der Nacht zwei Personen gefahren hätte. Die Polizei erklärte mir nicht, worum es ging."
(...)
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von sweetdevil31
Mi, 8. Feb. 2017, 10:51
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Hier mal eine andere Meldung vom Horror-Haus...

Schotte kauft das Horror-Haus von Höxter

08.02.2017 10:38
Über Jahre hinweg quälten und folterten Wilfried W. (46) und Angelika W. (48) nach Belieben mehrere Frauen in ihrem Horror-Haus in Höxter-Bosseborn (TAG24 berichtete). Jetzt hat ein Schotte das Anwesen gekauft.
Bild nicht mehr vorhandenAuf diesem Hof quälten Wilfried W. und Angelika W. ihre Opfer.
Nicht einmal 5000 Euro hat der neue Eigentümer Dave Macleod (50) für die Immobilie aus den 1930er-Jahren hingeblättert, in dem das Horror-Paar sein Unwesen trieb.

Laut des Westfalen-Blattes will der neue Besitzer das Haus sanieren und später vermieten oder gar selber einziehen.

Anfangs habe er noch darüber nach gedacht, ob er das Gebäude aus moralischen Gründen überhaupt erwerben solle, doch dann sei ihm klar geworden, dass das Haus nicht schlecht sei, sondern die Menschen, die darin andere Menschen gequält haben.

Durch den Kauf und die Sanierung möchte der Schotte, der in der Umgebung wohnt, versuchen, dem Ort Bosseborn wieder ein wenig Normalität zurückzugeben.

Pläne hat der 50-Jährige auch schon. Er möchte die Scheune für seinen Dachdeckerbetrieb nutzen.

Zu Anfang hatten die alten Eigentümer darüber nachgedacht, dass Haus abzureißen, entschieden sich aber schließlich doch dagegen.
Tag24
von sweetdevil31
Di, 7. Feb. 2017, 13:51
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Ein kleiner Einblick, in eine kranke Welt...
10.12 Uhr: Einmal habe Susanne durch ihr Zureden sich selbst die Toilettenbürste in die Scheide gesteckt.

10.18 Uhr: Angelika erzählt weiter: "Wilfried stand dabei und schaute zu. Wilfried hat mich nicht dazu angestiftet. Er hat es nur gesehen."

Wilfried erhebt daraufhin zum ersten Mal seit Prozessbeginn das Wort und behautet: "Das stimmt nicht".

Oberstaatsanwalt Meyer hat dies gehört und fragt, ob dies eine Einlassung des Angeklagten sei. Der schweigt aber wieder. Sein Strafverteidiger Detlev Binder will nichts von seinem Mandanten gehört haben.

12.02 Uhr: Immer, wenn Wilfried W. auf Toilette gegangen sei oder sie unterwegs waren und er mal kurz in den Wald ging, sei Angelika W. aufgefallsen, dass Annika W. ihm hinterherlief. Irgendwann sprach sie Wilfried dann darauf an. Er habe ihr gesagt, dass Annika W. seinen Urin trinken würde. Wilfried habe später immer erwartet, dass das passierte. Angelika W. selbst habe es aber gesehen.
Zum Live-Ticker Tag24
von sweetdevil31
Di, 31. Jan. 2017, 16:45
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Zeugen werden befragt!

31.01.2017 06:00
9.30 Uhr: Die Sitzung ist eröffnet. Der erste Zeuge ist der Nachbar der mutmaßlichen Doppelmörder aus Bosseborn. Er berichtet davon, dass es unangenehm war, mit Angelika W. und Wilfried W. in der Nachbarschaft zu wohnen.

Er berichtet vom Lärm einer Kreissäge am Abend. Der Nachbar beschwerte sich und drohte mit der Polizei. "Wilfried W. griff mir an den Hals und ließ von mir ab. Seit diesem Zeitpunkt waren die W.s für uns Luft. Das Ereignis muss noch vor 2014 gewesen sein."

9.40 Uhr: Folgendes gab der Zeuge zu Protokoll: "Ich habe einmal eine Frau gesehen, aber nicht bewusst. Dann gab es eine Frau, die kam mit einem Peugeot, ich bin der Meinung, das war Annika, das erste Todesopfer. Es sind mehrere Frauen dort gewesen, meistens nur kurzfristig.

Man konnte sehen, dass immer wechselnde Autos vor der Tür standen. Zu der Frau mit dem Peugeot: Das war die Frau, die am längsten da war, ich weiß, die beiden haben auch geheiratet, bei der Hochzeit haben Wilfried und Annika vor der Tür gestanden, die beiden zeigten uns aus der Ferne ihre Trauringe.

Man hat sie dann immer weniger gesehen. Es war ein deutlicher menschlicher Verfall zu sehen gewesen. Es waren eigentlich recht ansehnliche Frauen, die in dem Haus ein und ausgegangen sind. Nach einer gewissen Zeit war die Kleidung nicht mehr so gepflegt, die Haare wurden dünner, körperlich waren sie gebrechlicher.

Anfang August 2014 haben wir die Frau, vermutlich Annika, zum letzten Mal gesehen. Sie kam, als sie aus der Haustür in Bosseborn trat, zu Fall. Das muss tagsüber, wahrscheinlich morgens gewesen sein. Wilfried W. half ihr wieder auf die Beine. Herr W. richtete die Frau wieder auf und alle gingen wieder ins Haus. Was uns aufgefallen ist danach war, dass die Frau einfach weg war."

9.45 Uhr: Aus der Sicht des Zeugen war "Wilfried W. immer der Macher, der Bestimmer und Angelika nur die Ausführende".

"Angelika ist uns zwar immer mit Krawall begegnet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass nur Angelika die Böse war. Für mich sind beide die Bösen", fügte der Nachbar weiter an.

"Anfang März 2016 habe ich dann bewusst gesehen, dass eine Frau in Bosseborn bei Angelika und Wilfried W. eingezogen ist. Bei der Frau war auch wieder der Wandel festzustellen. Sie verfiel zunehmend, die Haare waren nicht mehr da."

15.15 Uhr: Die vorgeladene Zeugin aus Bad Gandersheim ist 58 Jahre alt. Sie erzählt erst über den Zeugen, der heute Vormittag nicht erschienen ist. Er war zwei Jahre wohnhaft bei der jetzt aussagenden Zeugin. Er hatte sich per Chat umgeguckt und dann Susanne F., eines der Opfer von Angelika und Wilfried W., kennengelernt.

"Ich habe Susanne F. durch einen Mann Ende 2015 kennengelernt. Ich habe sie am Bahnhof in Kreiensen abgeholt, eine sehr nette Person. Ich habe sie bei mir aufgenommen. Sie war ein fröhlicher Mensch, eine zierliche Person, klein, ungeschminkt und gepflegt, mittelblonde glatte Haare, trug eine Brille.

Sie hatte gleich eine Beziehung mit dem Zeugen, der heute Vormittag nicht vor Gericht aufgetaucht ist. Die Beziehung dauerte aber nur ungefähr drei Wochen. Dann ist die Beziehung aber zerbrochen. Susanne F. wohnte im Ruhrgebiet in einem Frauenhaus, bevor sie zu mir in diese Art Wohngemeinschaft kam.

Sie wollte eine Ausbildung machen. Susanne suchte dann eine eigene Wohnung in Bad Gandersheim. Sie wollte sich nicht damit abfinden, dass diese so kurze Beziehung zerbrach. Sie war bereit, in die neue Wohnung, auch alleine, einzuziehen."
(...)
Live-Ticker Tag24
von sweetdevil31
Di, 17. Jan. 2017, 15:40
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Der Prozess wird fortgesetzt...
09.39 Uhr: Angelika W erzählt, dass sie Christel P. Weihnachten 2011 kennenlernten. Diese kam über eine Bekanntschaftsanzeige nach Bossborn. Nach ein paar Telefonaten und SMS luden sie sie ein. Aus Magdeburg holten sie und Wilfried Christel P. ab, obwohl das Auto nicht für drei Personen ausgelegt war. Schon auf der Autofahrt nach Bosseborn kam es laut Angelika zu sexuellen Handlungen zwischen Wilfried und Christel.

Weiter erzählt Angelika, dass Christel nicht die hübscheste Dame gewesen sei und älter als Wilfried war. Wilfried war von älteren Frauen überzeugt, da diese mehr Geld oder vielleicht eine gute Rente hätten.

09.56 Uhr: Anfang Januar gab es dann die ersten Misshandlungen. Wilfried meckerte über das Verhalten Christels und gab Angelika den Auftrag sich um sie zu kümmern. Laut Angelika gingen die ersten Gewalttätigkeiten gegenüber Christel von Wilfried aus. Er gab Ohrfeigen und Geschubse. Christel machte Wilfied nervös. Wilfried goß ihr mit einem Wasserkocher kaltes Wasser in den Mund. Dabei schob er ihr den Plastikrand des Kochers so hart in den Mund, dass die Lippe von Christel aufsprang und blutete.

Christel musste Wasser aus dem Dorfbrunnen mit einem 20-Liter-Kanister holen und eine Badewanne im Keller damit füllen. Ab und zu verschüttete sie was, weswegen Wilfried sie bestrafte. Sie musste die Hände in den Eimer mit eiskaltem Wasser stecken.

Angelika berichtet weiter, dass es eine Form der Bestrafung war, Christel an das Schweinegatter festzuketten. Sie hatte Angst vor Schweinen.

11.52 Uhr: Laut eigener Aussage hat Angelika, auf Anweisung von Wilfried hin, zwei oder dreimal gegenüber Christel Pfefferspray eingesetzt. Einmal war er wieder richtig genervt von dem Verhalten von Christel, weswegen er Angelika aufforderte sie mit dem Spray zu attackieren.

13.33 Uhr: Nun geht es um das weitere Opfer, Kati O., die auch mit dem Leben davon kam.

Diese lernten sie im April 2009 über eine Chiffre-Anzeige kennen. Bis zum Sommer 2010 ging die Beziehung. Kati hörte auf ihre Mutter, und fuhr nach dem ersten Treffen relativ schnell wieder nach Hause. Das gefiel Wilfried überhaupt nicht, erklärt Angelika.

"Erste Gewalttätigkeiten gegenüber Kati gingen von Wilfried aus. Das weiß ich aus den Erzählungen von Wilfried. Es gab ein Bügelbrett in seinem Haus. Wahrscheinlich hat sie mal wieder nicht auf seine Fragen geantwortet. Dann hat er ihr mit dem heißen Bügeleisen gedroht. Verletzungen hat er ihr wohl nicht zugefügt. Ich weiß das alles aus den Erzählungen von Wilfried. Brandnarben sind mir nicht bekannt.

Angelika erzählt weiter, dass Wilfried Kati auch stark geohrfeigt und zu Boden gebracht hat. Kati antwortete beim Essen einmal nicht richtig auf Wilfrieds Fragen, was für Diskussionen sorgte. Dies machte Wilfried nervös, weswegen Angelika mit ihm darüber diskutieren musste.

Daher hatte Angelika irgendwann die Faxen dicke und bekam sich mit Kati in die Wolle, weswegen sie sie an den Haaren aus der Wohnung zog.

"Kati war jemand, die sich gewehrt hat. Irgendwann nahm Kati die Misshandlungen hin, vermutlich hatte sie sich daran gewöhnt", erinnert sich Angelika.

13.57 Uhr: Vorsitzender Richter Bernd Emminghaus spricht jetzt von einem weiteren Opfer, Martina, aus einem der östlichen Bundesländer. Daran kann sich Angelika nicht mehr so recht erinnern. Sie war vermutlch nur wenige Wochen bei Wilfried und Angelika W. Emminghaus kündigt eine Aussage der Frau in einer der nächsten Verhandlungen an.

Weil Angelika nicht schnell genug Lösungen für Wilfrieds Probleme parat hatte, drückte er ihre Hand auf ein glühendes Cerankochfeld oder zündete ihre Haare an.

"Ich habe Kati sicherlich mit Worten ab und zu bedroht. Ich kann mich aber nicht mehr genau daran erinnern. Es waren so viele Frauen, aber es waren normalerweise immer die gleichen Drohungen. Kati O. wurden einmal teilweise von mir die Haare abgeschnitten.

14.55 Uhr: Das Folterpaar war anscheinend sehr wohlhabend. Wilfried W. hat sich mehrere tausend Deutsche Mark und Euro von seinen Geliebten erschlichen. Teilweise sollen bis zu 30.000 Euro in einer Geldkassette auf dem Dachboden gelegen haben.

"Ich habe das immer im Auftrag von Wilfried gemacht, erst sind meine 164.000 DM draufgegangen, dann 80.000 Euro von meiner Mutter, die ich Wilfried gegeben habe. Nach meiner Festnahme durfte ich noch mal mit der Ermittlungskommission nach Bosseborn.

Wir sind gemeinsam durch das Haus gegangen. Ich habe damals gesagt, es müsse noch ein Revolver im Haus sein. Ich erzählte von einem Geldversteck auf dem Dachboden, Geld von meiner Mutter. Der Rest war Geld von irgendwelchen Frauen, das er ihnen abgenommen hatte", sagte Angelika aus.

"Von einer Kirsten sind ungefähr 55.000 Euro gezahlt worden. Das war eine verwitwete Frau vom Finanzamt. Wilfried hatte sie über eine Bekanntschaftsanzeige kennengelernt. Erst hatte sie als Frau Bedenken, aber sie war eine herzensgute Frau.

15.20 Uhr: "Wilfried wollte ja auswandern, deswegen wurde das Geld angesammelt. Wilfried konnte kein Englisch. Deswegen wäre alles wieder auf meinen Schultern abgeladen worden.

Er hat mich die ganze Zeit mit dem Auswandern genervt. Immer musste ich wieder im Internet nachschauen, mit welchen Ländern Deutschland Auslieferungsabkommen hat. Es mussten auch Länder sein, wo er Frauen kennenlernen konnte", beschrieb sie dem Richter Wilfrieds Vorhaben.
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von sweetdevil31
Di, 10. Jan. 2017, 16:24
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Ein kleiner Auszug vom heutigen Verhandlungstag.
9.55 Uhr:
Ich habe Schriftstücke mitgebracht, in denen ich genau angekreuzt habe, wo ich damals falsch ausgesagt habe. Damals habe ich gesagt, Wilfried habe sich überhaupt nicht an der Entsorgung der Leiche beteiligt. Das stimmt nicht.

Natürlich war, wie eben geschildert, Wilfried mit dabei. Für mich war das auch eine Belastung mit Annika. Ich hatte mich an sie gewöhnt, sie war zwar nicht nett oder hübsch, aber sie wohnte ja bei uns. Sie hat uns auch geholfen mit Geld, als der Strom bezahlt werden musste.

Zurück zur Tiefkühltruhe. Ich habe auf den toten Körper von Annika Pizza, Pommes Frites, Fleisch gelegt. Die Truhe war proppenvoll. Wer die Truhe aufgemacht hätte, hätte gesagt: Boah, ist die Truhe voll. So viele Vorräte. Hätte jemand in die Truhe geschaut, hätte er den toten Körper nicht erkannt.

Zurück zu Annika: Ich hatte mir genügend Zeit genommen, um darüber nachzudenken, wie wir Annika loswerden. Ich habe mir Kunststofffolie besorgt, eine Eisensäge, Latexhandschuhe hatten wir noch zu Hause. Dann begann ich zu sägen.

Ich durfte das nur bis 22 Uhr. Nachbarn hatten sich manchmal darüber beschwert, dass es danach viel zu laut gewesen sei. Ich versuchte, mit lauter Musik die Sägegeräusche zu übertönen. Jeden Abend musste ich alles wieder zusammenpacken.

Ich habe immer die Truhe aufgemacht, zog mir meine Arbeitskleidung an, habe das Gemüse oben weggenommen und habe immer in der Truhe gesägt. Das ging ziemlich ordentlich, die Säge war ja auch noch neu.

Ich musste sowieso immer den Kaminofen im Wohnzimmer bedienen. Ich habe ein Schweinekotelett gekauft und versuchsweise im Ofen verbrannt. Dann bin ich nach draußen gegangen, um zu kontrollieren, ob man etwas riechen kann. Das war nicht der Fall. Ich war beruhigt.

Trauer um die arme Annika gab es überhaupt nicht. Als ich damals den Fuchsschwanz genommen habe und begann, die Leiche zu zersägen, was aber nicht funktionierte, habe ich geheult. Ich habe geheult, weil ich an der Aufgabe gescheitert war, die Leiche zu entsorgen und ich Wilfried nicht gerecht werden konnte..."
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von sweetdevil31
Di, 27. Dez. 2016, 14:05
Forum: Abgeschlossene Gerichtsprozesse
Thema: Das Horror-Ehepaar aus Höxter | Urteile
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Re: Höxter: Frau stirbt nach langen Misshandlungen in Gefangenschaft | Prozess

Ex-Mithäftling erzählt: Höxter-Angeklagter ist „stolz auf seine Prominenz“

Dienstag, 27.12.2016, 10:51
Wie ein Ex-Mitgefangener erzählt, erfreut sich Wilfried W. im Gefängnis großer Beliebtheit.
„Viele Leute mögen ihn“, sagte der ehemalige Mithäftling. „Er ist zu allen sehr freundlich. Er bettelt förmlich um Sympathien, spricht Einladungen aus. Ich habe nie erlebt, dass er aggressiv oder auch nur laut wurde.“

Stolz auf die Prominenz

Weiter erklärt der ehemalige Inhaftierte, dass Wilfried W. bei sich keine Schuld sehe. Viel mehr beteuere er, dass er die Quälereien nicht begangen habe, sondern seine Frau Angelika.

Doch obwohl W. die ihm vorgeworfenen Taten abstreitet, genieße er die Aufmerksamkeit des Gerichtsprozesses. „Er ist stolz auf seine Prominenz. Am Tag nach dem Prozessauftakt fragte er, ob ihn auch wirklich alle im TV gesehen hätten“, erklärt der freigelassene Mitgefangene in dem Interview.

Angeklagter glaubt an kurze Haft

Gegenüber seiner Ex soll Wilfried W. mittlerweile Hass empfinden, da sie ihn vor Gericht grundlos belastet habe. Um sich abzusichern, soll er Angelika jedoch dabei gefilmt haben, wie sie die Leiche des Todesopfers Annika W. zersägte.

Aktuell droht dem Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe. Doch davon scheint W. nichts wissen zu wollen: „Er glaubt wirklich, dass er höchstens sieben Jahre Haft bekommt“, erzählte der Mithäftling. „Als ich mich von ihm verabschiedete, sagte er, dass wir uns nach seiner Haftentlassung auf ein Bier treffen sollen – spätestens in drei Jahren. Das meinte er ernst. Er lebt da wohl in seiner Welt.“
Focus

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