Seite 1 von 1

Hamburg/Dithmarschen: Mutmaßliche Terroristen festgenommen

Verfasst: Mi, 30. Jan. 2019, 17:09
von Salva
Mi, 30. Januar 2019: In der schleswig-holsteinischen Ortschaft Dithmarschen bei Meldorf gab es im Morgengrauen einen Großeinsatz der Polizei. Hier hatte sich vermutlich eine radikal-islamistische Terrorgruppe versteckt.
Die Ermittler habe die mutmaßliche Terrorzelle, verschiedenen, unabhängigen Medienberichten zufolge, am Mittwochmorgen im Zuge eines Großeinsatzes ausgehoben.
Auf Nachfrage von TAG24 konnte die Pressestelle der Polizei Schleswig-Holstein, mit Verweis Vorgänge nicht offiziell bestätigt werden. Die Generalbundesstaatsanwaltschaft hat nach Angaben einer Sprecherin die Zuständigkeit für den Fall übernommen, was darauf hinweist, dass es sich bei dem Großeinsatz tatsächlich um einen Einsatz zur Terrorbekämpfung gehandelt hat.

Drei Flüchtlinge aus dem Irak werden verdächtigt, einen Anschlag in Deutschland geplant zu haben. Das berichten unter anderem Spiegel Online und der NDR unabhängig voneinander. Beamte des Bundeskriminalamts haben demnach drei Männer festgenommen, die einen Terroranschlag geplant haben sollen.

Die dpa berichtet, dass der Generalbundesanwalt mitteilte, es werde zwei Männern im Alter von 23 Jahren die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Ein Dritter, 36-jähriger Mann habe Beihilfe geleistet.

Die Anschlagspläne seien islamistisch motiviert gewesen.

[...]
Quelle: Tag24

Hamburg/Dithmarschen: Mutmaßliche Terroristen festgenommen

Verfasst: Do, 31. Jan. 2019, 20:05
von Salva
Do, 31. Januar 2019: Anti-Terror-Einsatz im ländlichen Idyll

Bild
Polizsiten vor einem Haus, in dem Beamte des BKA gestern Morgen drei Männer aus dem Irak festgenommen haben, die einen Terroranschlag in Deutschland geplant haben sollen.
Foto: Bodo Marks / dpa / e110
Noch vor Morgengrauen stürmen Anti-Terrorkräfte der GSG 9 und des Bundeskriminalamts die Wohnung im idyllischen Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Drei irakische Flüchtlinge werden festgenommen. Sie sollen einen Anschlag geplant haben, wird die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe später mitteilen. Wo die mutmaßlichen Islamisten zuschlagen wollten, ist nicht klar. Doch haben sie den Ermittlungen zufolge Sprengversuche unternommen, Zünder bestellt und versucht, an eine Pistole zu kommen.

Das schlichte gelbe Haus in der 900-Seelen-Gemeinde Elpersbüttel, in dem sie gefasst werden, liegt wenige Kilometer von der Nordseeküste und Büsum entfernt. «Wie ich aus dem Fenster guckte, habe ich auf einmal ganz viele Taschenlampen gesehen. Da habe ich selber schon einen Schreck bekommen», beschreibt Nachbar Björn Goe die Szenerie gegen sechs Uhr gestern Morgen. Ein großer Knall, lautes Stimmengewirr, «dann haben sie über mir die Wohnung gestürmt». Als die Spurensicherung mit Hund die Wohnung oben durchsucht, «habe ich mich erstmal ruhig verhalten».

Nicole Beucke, Mutter von drei Kindern, konnte beobachten, wie ein Mannschaftswagen der Polizei neben dem Haus parkte. Die Sicherheitskräfte hätten die Wohnung gestürmt. Dann seien drei Männer mit Handschellen hinausgeführt und sofort weggefahren worden. In der Wohnung hätten die Einsatzkräfte verschiedene Dinge sichergestellt, auch Handys und CDs. «Sogar die Heizung wurde auseinander genommen, da waren wohl auch noch Sachen drin. Die Heizung musste dann auch repariert werden.»

Sie waren freundlich, haben immer gegrüßt
ichSeit ein paar Monaten wohnten den Nachbarn zufolge «drei ausländische Mitbürger» in der Wohnung. «Tagsüber hat man da keinen gesehen – und wenn doch, waren sie recht freundlich und haben immer gegrüßt», sagt Beucke. Abends seien sie «nachtaktiv» geworden. Viele Besucher seien ein- und ausgegangen oder hätten die Flüchtlinge abgeholt. Dass dort womöglich ein Terroranschlag geplant wurde, kam der Nachbarin nie in den Sinn: «Auf keinen Fall, damit hatte ich gar nicht gerechnet.»

Zwischen Elpersbüttel und der Kleinstadt Meldorf liegen knapp drei Kilometer. Dort durchsuchen Anti-Terrorkräfte mit Sturmhauben eine weitere Wohnung der Terrorverdächtigen. Eine Nachbarin, die freien Blick auf die Wohnung im ersten Stock hat, berichtet, ihr Hund habe gegen 3.30 Uhr angeschlagen. Die Aktion sei nahezu geräuschlos verlaufen. Eine Anwohnerin berichtet: «Die beiden Iraker waren sehr freundlich und höflich. Sie haben immer gegrüßt und waren adrett gekleidet.»

Ungewöhnlich: Verdächtige sind Kurden
Wie der Generalbundesanwalt mitteilt, wird zwei Männern im Alter von 23 Jahren die Vorbereitung einer «schweren staatsgefährdenden Gewalttat» vorgeworfen, einem dritten, 36-jährigen Mann Beihilfe dazu. Die Anschlagspläne seien islamistisch motiviert gewesen, heißt es.

Bei den Verdächtigen soll es sich nicht um arabische Iraker, sondern um Kurden handeln. Jedenfalls wurde während der Ermittlungen ein kurdischer Übersetzer eingesetzt. Das ist ungewöhnlich. Denn im Irak sehen die meisten Kurden die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere von Arabern dominierte «Dschihadisten»-Gruppen als Feinde an.

Schon sieben Anschläge vereitelt
BKA-Präsident Münch sagt, mit diesen Festnahmen seien seit dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 nun schon sieben Mal Anschlagspläne islamistischer Terroristen von den Behörden durchkreuzt worden. Das ist, je nachdem wie man darauf schaut, eine gute oder schlechte Nachricht. Gut, weil die Sicherheitsbehörden jetzt wohl schneller zugreifen, wenn ein konkreter Verdacht im Raum steht. Schlecht, weil sich zeigt, dass Anis Amri, der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, kein Einzelfall war.

Der BKA-Chef sagt, der aktuelle Fall zeige, dass die Behörden in der Lage seien, «Bedrohungen zu erkennen». Und er erklärt, wie viel Aufwand die Polizisten von Bund und Ländern treiben mussten, um vor dem Zugriff genügend gerichtsfeste Beweise zu sammeln. Das Trio wurde mehrere Wochen lang observiert, teilweise rund um die Uhr, «in der Spitze mit über 200 Mitarbeitern».

Einer nahm sogar Fahrstunden
Sehr professionell seien die Iraker bei ihren Versuchen, eine Bombe zu bauen, nicht vorgegangen, berichten die Sicherheitsbehörden. Doch auch Amri war kein Profi-Killer. Er hatte ebenfalls zuerst versucht, gemeinsam mit anderen Islamisten in Berlin einen Sprengsatz herzustellen. Später machte er einen gestohlenen Lastwagen zur tödlichen Waffe.

Die Iraker, die jetzt festgenommen wurden, hatten wohl einen ähnlichen Plan. Einer von ihnen hatte begonnen, Fahrstunden zu nehmen. Sehr weit war er damit aber laut BKA noch nicht gekommen.

Anders als der abgelehnte Asylbewerber Amri hätten die drei Festgenommenen durchaus eine Zukunft in Deutschland gehabt – zumindest theoretisch. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hatte sie als Schutzberechtigte eingestuft. Weshalb die drei Männer trotzdem so einen Hass entwickelten, dass sie möglichst viele Menschen töten wollten, liegt noch im Dunkeln. [...]
Quelle: e110