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Der Arzt, Dein Freund und Mörder

Mysteriöse und unglaubliche Kriminalfälle.
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Duchonin
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Der Arzt, Dein Freund und Mörder

#1

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 25. Sep. 2021, 12:26

Dr. Wolfgang Robens
Ein Juristen-Ehepaar erzählt die Geschichte eines mörderischen Arztes - nach einer wahren Begebenheit aus dem Odenwald.

Im Zellengang im Keller des Darmstädter Gerichtsgebäudes klingelt der Untersuchungshäftling nach einem Wachtmeister, klagt über Durst. Der hilfsbereite Beamte öffnet die Zellentür. Der Häftling packt ihn von hinten, hält ihm ein Messer an die Kehle – ein weiches, stumpfes Besteckmesser, aber das kann der Beamte nicht sehen. Er fürchtet um sein Leben, lässt sich in die Zelle sperren.
Es ist eine wahre Geschichte, die der Darmstädter Richter Christoph Gebhardt und seine Frau Christine Gutmann in einem gemeinsam verfassten Buch schildern. Es ist die Geschichte eines Odenwälder Arztes, der in den 80er Jahren einen Mord beging, 17 Jahre Haft absaß – und wieder mordete.
Nachdem er den Beamten in die Zelle eingesperrt hat, flüchtet er. Mit Straßenbahn, Taxi und zu Fuß über gefrorene Felder erreicht der Flüchtling die Autobahn-Raststätte Gräfenhausen. Per Anhalter verschwindet er über die A?5 in Richtung Süden.
Die Flucht des Untersuchungshäftlings Dr. med. Wolfgang Robens dauert vier Tage; im Breisgau wird er wieder aufgegriffen. Es ist der 5. Februar 1987. Eine Woche später sitzt Robens wieder auf der Anklagebank des Darmstädter Landgerichts. Das Urteil: lebenslange Haft wegen Mordes.
Das Juristen-Ehepaar Christine Gutmann und Christoph Gebhardt hat sich nun dieses Krimis angenommen, den das wahre Leben schrieb. Sie wälzten Prozessakten und schrieben gemeinsam ein Buch: „Der Arzt, dein Freund und Mörder“. Der Fall sei heute noch Thema in Darmstädter Justizkreisen, erzählt Gebhardt, Vorsitzender eines Zivilsenats an der Außenstelle Darmstadt des Oberlandesgerichts Frankfurt. Seine Frau war Robens als junge Juristin im Butzbacher Gefängnis begegnet. Warum saß der Arzt dort ein? Weil er den perfekten Mord versucht, aber nicht hinbekommen hatte. Am 29. Dezember 1984 hatte Robens seinem 67 Jahre alten Vermieter und Patienten in dessen Wohnung neben seiner Praxis eine Spritze gegeben, die aber statt des gewohnten Stärkungsmittels ein Narkotikum enthielt. Dem bewusstlosen Opfer schnitt Robens die Nase auf; der 67-Jährige erstickte an seinem eigenen Blut. Robens schaltete per Zeitschaltuhr eine Herdplatte ein: Das ganze Haus sollte mit der Leiche in Flammen aufgehen. Die Arztpraxis hatte er zweifach gegen Feuer versichert. „Aber Robens machte einen Fehler“, sagt Gebhardt. „Er vergaß, die Fenster zu öffnen. Wegen Sauerstoffmangels entwickelte sich nur ein Schwelbrand. Am Nachmittag fand die Feuerwehr die Leiche.“

Es folgten monatelange Ermittlungen der Polizei und der Indizienprozess am Landgericht. Robens leugnete stets die Tat. In Butzbach jedoch gelang es Robens, die halbe Gefängnisverwaltung, den Anstaltspfarrer sowie mehrere Anwälte und Gutachter von seiner Unschuld zu überzeugen. Alle juristischen Hebel wurden in Bewegung gesetzt, der Häftling gab sogar Interviews in der Zelle (und heiratete später eine hingerissene Radiohörerin). Es half alles nichts: Die zuständigen Gerichte und das Ministerium blieben hart. Robens musste 17 Jahre Haft absitzen.
2003 kam der inzwischen 56-Jährige auf Bewährung frei, erhielt in Bayern wieder eine Approbation als Arzt und ließ sich mit seiner neuen Lebensgefährtin in Augsburg nieder.
Und Wolfgang Robens tötet erneut. Das Opfer ist ein Kollege der Lebensgefährtin. Robens erschießt ihn. Im Folgejahr wird er wegen Mordes erneut zu Lebenslang verurteilt; Sicherungsverwahrung wird angeordnet. Das Gefängnis wird der heute 65-Jährige nicht mehr verlassen.[/quote

https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/ ... 59231.html
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Der Arzt, Dein Freund und Mörder

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 25. Sep. 2021, 12:39

von Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Schweidler
25.08.2009 | aktualisiert: 26.08.2009 15:09 Uhr

Wieder „lebenslänglich“ für Dr. Tod
Wegen Mord aus Habgier muss Dr. Wolfgang Robens lebenslang hinter Gitter. Das entschied am Dienstag das Landgericht Landshut. Indessen stehen Ermittlungen um die Vergiftung von vier Frauen sowie drei Giftanschläge auf Studenten vor 26 Jahren erst am Anfang.
Mit gesenktem Blick verfolgt der 62-jährige Angeklagte, der früher in Würzburg als Arzt tätig war, im Rollstuhl das Urteil.
Nach Überzeugung des Schwurgerichts hatte der Orthopäde einen wohlhabenden Patienten am Ostermontag 2008 in dessen Haus bei Erding erschossen, um an dessen Geld zu kommen. Er fälschte das Testament des Opfers und setzte seine Freundin als Alleinerbin ein.
https://www.mainpost.de/ueberregional/b ... rt-5263644

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Der Arzt, Dein Freund und Mörder

#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 25. Sep. 2021, 12:44

Dr. Robens hatte sogar 1984 einen Beitrag im The American Journal of Medicine

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Der Arzt, Dein Freund und Mörder

#4

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 25. Sep. 2021, 12:50

Gelegenheit macht Mörder

Als „Dr. Mord“ geisterte er einst durch die Sensationspresse – der Orthopäde und Teilzeit-Killer Wolfgang Robens. Die Autoren dieses Buches zeichnen die juristische Aufklärung seiner Taten nach, geleitet von der Frage, ob Justiz oder Therapie den Mann hätten in den Griff bekommen können.
Dezember 1984. Das Örtchen Höchst im Odenwald. In der Praxis eines weithin geschätzten Orthopäden wird eine benutzte Injektionsspritze gefunden. Daran klebt das Blut seines Vermieters und Patienten. Er war tot in seiner brennenden Wohnung gefunden worden. Außerdem in der Spritze: Spuren eines Narkotikums. Die Polizei ermittelt gegen den verdächtigen Arzt. Eng zieht sich die Schlinge um seinen Hals.
Als „Dr. Mord“ geisterte er durch die Sensationspresse. Nun haben die seriösen Juristen Christine Gutmann und Christoph Gebhardt mit „Der Arzt, dein Freund und Mörder“ ein unter die Haut gehendes Buch über Wolfgang Robens geschrieben, den sie „Dr. med. Thomas Ulrichs“ nennen. Schritt für Schritt zeichnen sie die juristische Aufklärung seiner Mordtaten nach, geleitet von der Frage, ob Justiz oder Therapie den Mann hätten in den Griff bekommen können.
Nach dem Mord in Höchst wird der Enddreißiger Wolfgang Robens aufgrund von Indizien schuldig gesprochen, seinen Vermieter umgebracht und das Haus in Brand gesteckt zu haben, um hohe Versicherungssummen für seine Praxis zu kassieren. Man kann kaum fassen, was die Autoren schildern: Jahrelang spielte der Arzt mit Charme und Tücke Öffentlichkeit und Bekannten das unschuldig verhaftete Justizopfer vor. Er beteuerte seine Unschuld, gewann renommierte Professoren als Fürsprecher, nahm Anstaltstheologen, selbst juristische Gutachter und Psychotherapeuten für sich ein und behandelte hinter Gittern zahllosen Wärtern und Mitgefangen den schmerzenden Rücken.
Doch die Autoren suchen und finden auch die Abgründe hinter der Fassade: eine schwierige Kindheit mit einem übermächtigen Vater, notorische Geltungssucht, ein dehnbares Verhältnis zur Wahrheit, um die eigene Person aufzuwerten, kaltes Kalkül zum persönlichen Vorteil. Für Applaus und Anerkennung tat Wolfgang Robens so gut wie alles. Und so beförderte er, nach 17 Jahren Haft kaum freigelassen und sogar wieder in den Genuss seiner Approbation gekommen, schon bald den nächsten Patienten ins Jenseits – vorher hatte er dessen Testament zu Gunsten seiner neuen Frau gefälscht.
Außergewöhnliche Verbrechen, in kühler Sachlichkeit geschildert – das liefert eine packende Lektüre. Dazu liest sich das fachkundige Buch als gelungene Einführung in die deutsche Strafjustiz. Gerichtsakten, Ausschnitte aus psychologischen Gutachten und Briefe des Mörders hat das Autoren-Duo zusammengetragen und erläutert in Infokästen viele juristische Fachbegriffe. Mit einem ernüchternden Fazit klingt die Spurensuche aus: Weder Gutachter noch Therapeuten hätten eine Chance gehabt, diesen Täter zu durchdringen, resümieren die Autoren. Denn Wolfgang Robens ist kein psychisch kranker Mörder, sondern ein geschickter und sozial hoch kompetenter Betrüger, den die Gelegenheit zum Mörder machte. Auch für einen forensischen Psychiater sei der Part-Time-Killer nicht zu durchschauen gewesen. Wolfgang Robens leugnet nach wie vor. Er wird die Haftanstalt, wenn überhaupt, erst im Greisenalter verlassen.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/ge ... _id=238905
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#5

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 25. Sep. 2021, 13:01

Duchonin hat geschrieben:
Sa, 25. Sep. 2021, 12:39
Vergiftung von vier Frauen sowie drei Giftanschläge auf Studenten vor 26 Jahren
Was ist eigentlich daraus geworden ?
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