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M'Gladbach/Gelsenkirchen: Missbrauch eines Säuglings: "Das sprengt jede Dimension"

Vergewaltigung, Missbrauch, Kinderpornografie, Prostitution.
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sweetdevil31
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M'Gladbach/Gelsenkirchen: Missbrauch eines Säuglings: "Das sprengt jede Dimension"

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 4. Aug. 2015, 07:08

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/p ... 20979.html


Missbrauch eines Säuglings: "Das sprengt jede Dimension"

Ein Paar mit Vorliebe für Sadomaso-Sex zeugt ein Kind, um es später zu missbrauchen. Das Motiv ist erschütternd - aber nicht strafbar. Für eine Verurteilung ist nur der geschehene Missbrauch entscheidend.


Bild
Melanie R. und Benjamin P.

Dieser Fall macht selbst Richter mit langjähriger Berufserfahrung fassungslos: Ein Paar zeugte ein Kind, um es später sexuell zu missbrauchen. Über Monate hinweg wurden derartige Pläne geschmiedet. Als das Baby fünf Wochen alt war, wurde es das erste Mal für ein pornografisches Foto missbraucht. "Die Angeklagten haben einen schutzlosen Säugling zum bloßen Objekt ihrer sexuellen Begierde degradiert und seine Menschenwürde mit Füßen getreten", sagte Heinz-Günter Busold, Vorsitzender Richter am Essener Landgericht, in seiner Urteilsbegründung.

Am Montag verurteilte das Gericht den 27-jährigen Benjamin P. und die 26-jährige Melanie R. wegen des Missbrauchs ihres Kindes. Der Kindsvater muss für acht Jahre in Haft, die Mutter für fünf. Die Richter hätten im Verlauf des Prozesses in Abgründe menschlichen Handelns und Denkens geblickt, die sie "fassungslos und betroffen machen", so Busold.

Der Fall und das Urteil provozieren heftige Reaktionen. Dutzende Leserbriefe erreichten die Redaktion von SPIEGEL ONLINE. In vielen Schreiben kommt großes Unverständnis zum Ausdruck - über das Verhalten der Verurteilten, aber auch über das Strafmaß.

Bereits während der zehn Prozesstage kochten die Emotionen hoch - unter den Zuhörern befanden sich laut Berichten der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ") auch organisierte Gruppen wie die Motorradfahrer gegen Kindesmissbrauch. Eine Frau trug demnach ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Stoppt Tierversuche - nehmt Kinderschänder".

"Die Zeugung des Kindes ist nicht der Vorwurf"

Das Schockierendste an diesem Fall ist, dass die Eltern das Baby schon mit dem klaren Ziel des Missbrauchs gezeugt haben. Das planvolle Vorgehen an sich ist jedoch nicht strafbar. "Die Zeugung des Kindes ist nicht der Vorwurf. Menschen können unabhängig vom Motiv Kinder bekommen", sagt Gerichtssprecher Stephan Hackert.

Auch der Verteidiger von R., Hendrik Rente, weist darauf hin, dass das Paar im Chat zwar gemeinsam Phantasien entwickelt habe, was man mit dem Kind machen könnte - diese aber nicht vollständig umgesetzt habe.

Strafrechtlich belangen kann man das Paar lediglich für den geschehenen Missbrauch - und der ist in diesem Fall vergleichsweise harmlos. Der Säugling erlitt keine körperlichen Verletzungen. Die Richter folgten der Einschätzung einer Gutachterin und gehen derzeit nicht davon aus, dass das Kind Schäden davongetragen hat: "Nicht physisch, aber auch nicht psychisch. Objektiv ist, Gott sei Dank, nicht viel passiert", so das Gericht laut "WAZ".

Mit dem Strafmaß für die Frau entsprachen die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Für den Mann hatte die Anklagebehörde zehn Jahre Haft beantragt. Die Verteidiger hatten auf konkrete Strafanträge verzichtet. Die Höchststrafe für schweren sexuellen Missbrauch von Kindern liegt laut Strafgesetzbuch bei zehn Jahren - etwa wenn ein Kind über viele Jahre regelmäßig zum Geschlechtsverkehr gezwungen wird.

"Scheint jede Dimension zu sprengen"

Auch wenn sie in ihrer Berufslaufbahn schon über schlimmere Fälle von Kindesmissbrauch zu urteilen hatten, berührte dieser Fall die Essener Richter besonders. "Die Vorgeschichte dieses Missbrauchs scheint jede Dimension zu sprengen", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Tatsächlich macht eben diese Vorgeschichte den Fall so erschütternd.


Die Angeklagten lernten sich Ende 2009 in einem Internetforum für sadomasochistischen Sex kennen. Zunächst lebten Melanie R. und Benjamin P. ihre Phantasien im Chat aus, dann trafen sich die Altenpflegerin und der Metallbauer auch persönlich. Regelmäßig, sagte Gerichtssprecher Hackert, meist in P.s Wohnung in Gelsenkirchen, denn R. war verheiratet. Es kam zu zuvor im Internet abgesprochenen sexuellen Rollenspielen. "Im Hintergrund liefen auf dem PC Kinderpornos", so Hackert.

Ab Juni 2010 äußerte Benjamin P. in Chatgesprächen mit R., er habe auch Interesse an sexuellem Austausch mit Kindern. Um den Angeklagten an sich zu binden und die Beziehung fortzusetzen, log sie P. vor, Mutter eines Säuglings zu sein. Zehn Monate sei das Kind und heiße Niklas. Mehrfach bot sie ihrem Liebhaber an, sexuelle Kontakte an dem Säugling vorzunehmen. Da es dieses Kind nicht gab, schickte sie ihm Fotos unbekannter Kinder. R. fand fortwährend Ausreden, P. ihren vermeintlichen Sohn vorzuenthalten.

Parallel dazu fasst das Paar den entsetzlichen Plan: "Sie wollten ein Kind zeugen - um es später in ihre Sexualpraktiken einbeziehen zu können", so Gerichtssprecher Hackert. P. hatte demnach weitere Sexualpartnerinnen, denen er den gleichen Vorschlag unterbreitet haben soll - die Ermittlungen dazu verliefen laut Gericht aber im Sand. Melanie R. ließ sich auf den Vorschlag ein. "Sie wollte P. nicht verlieren", sagt Hackert.

Das Paar ging mit System vor: Immer wenn Melanie R. ihre fruchtbaren Tage hatte, fuhr sie zu ihrem Liebhaber. Parallel dazu hatte sie nach Angaben ihres Anwalts aber auch Sex mit dem eigenen Ehemann. Im Herbst 2010 wurde sie schwanger, im Juni 2011 brachte sie einen Sohn zur Welt. Der Vater: Benjamin P., wie im Zuge der Ermittlungen ein Vaterschaftstest ergab.

Fotos und Filme mit Tier-, Kinder- und Gewaltpornos


Während der Schwangerschaft war der Kontakt deutlich abgeebbt, aber als der Junge fünf Wochen alt war, fuhr Melanie R. zu Benjamin P., um ihm das Kind vorzustellen. "Sie wickelte ihn, als P. hinzukam und seinen erigierten Penis neben das Geschlechtsteil des Jungen hielt und ein Foto machte", schildert R.s Verteidiger Rente den Vorfall und fügt hinzu: "Meine Mandantin muss sich vorwerfen lassen, nichts dagegen unternommen zu haben." Laut Gericht soll sie das Baby festgehalten und bei der Aufnahme des Fotos zugesehen haben.

P. schickte das Foto kurze Zeit später an eine weitere Sexualpartnerin, um ihr zu imponieren. Die Frau zeigte das Bild einem Freund, der wiederum die Polizei informierte. Bei der Durchsuchung von P.s Wohnung fanden die Ermittler zahlreiche Fotos und Filme mit Tier-, Kinder- und Gewaltpornos. Außerdem stellten sie Bilder sicher, die der Mann 2003 von seiner jüngeren Schwester gemacht hatte. Als er 18 war, soll er die damals knapp 14-Jährige zu sexuellen Handlungen an ihr selbst verleitet und sie dabei fotografiert haben, erklärt Gerichtsprecher Hackert.

Es fällt schwer, die Beweggründe der Verurteilten zu erhellen. Als Kernmotiv für P.s Verhalten sieht das Gericht eine "narzisstische Triebbefriedigung". Gutachter Norbert Leygraf entdeckte bei dem Verurteilten laut "WAZ"-Bericht keinerlei psychische Störungen und attestierte volle Schuldfähigkeit: "Masochistische Sexualität ist keine Krankheit." Wenn man ihm mit einem Urteil Grenzen aufzeige, könne P. sich ändern, lautete demnach die Schlussfolgerung des Psychiaters.

P. solle sich fragen, was mit dem Kind passiert wäre, wenn die Tat nicht jetzt aufgedeckt worden wäre, so Richter Busold bei der Urteilsverkündung.

Das Kind steht seit der Entdeckung der Tat unter Betreuung des Jugendamts. Die Mutter hatte sich zuletzt noch um das Sorgerecht für den Jungen bemüht. "Sie kann allerdings davon ausgehen, keine Chance zu haben", sagt ihr eigener Anwalt.

Der Fall ist von 2012... :|
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Re: M'Gladbach/Gelsenkirchen - Missbrauch eines Säuglings: "Das sprengt jede Dimension"

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 4. Aug. 2015, 09:43

Zu diesem Fall ein Artikel im Spiegel vom 07. Mai 2012, der den "Werdegang" dieses Paares beschreibt:

Geborenes Opfer
Von Neumann, Conny

Ein Paar soll ein Kind gezeugt haben, um es zu missbrauchen. Ein Gericht hat beide zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Annäherung an ein unfassbares Verbrechen.

Melanie R. hat eine freundliche und warmherzige Art. So steht es in ihrem Zeugnis vom Oktober 2011, ausgestellt von der Leitung eines Alten- und Pflegeheims im nordrhein-westfälischen Viersen. Sie kümmerte sich liebevoll um Alte und Behinderte, verstand sich gut mit den Kollegen, galt als fleißig, pünktlich, zuverlässig.

Das Heim verabschiedete eine nette Pflegerin, 26 Jahre alt, gut ausgebildet. Melanie R. wollte stets für andere da sein. Man trenne sich in beiderseitigem Einvernehmen, schreibt die Heimleitung.

Zu diesem Zeitpunkt ermittelte längst die Staatsanwaltschaft. Drei Tage später wurden Melanie R. und ihr Chat- und Sexpartner Benjamin P., 27, einer Tat angeklagt, die "außerhalb des Bereichs unserer Vorstellung" liege, wie der Staatsanwalt sagte, der die Anklage vertrat. Sachverständige schildern, der Fall habe Richter, Gutachter und Sozialarbeiter "an die Grenze des Fassbaren gebracht".

Das Paar soll ein Kind gezeugt haben, um es zu missbrauchen. Die Frau brachte im Juni 2011 einen Jungen zur Welt, mit dem der Mann Sex haben wollte, wie es in der Anklage hieß. Die beiden, so steht es im Urteil des Landgerichts Essen, hätten sich auch darüber unterhalten, den Jungen anderen Erwachsenen anzubieten und ihn dazu zu erziehen, freiwillig in Kinderporno-Filmen mitzuspielen.

Als das Baby fünf Wochen alt war, schoss P. ein Foto: sein erigierter Penis neben dem nackten Kind. Melanie R. hielt ihren Sohn währenddessen fest. P. sandte die Aufnahme an eine Bekannte und bot sein Kind angeblich für Sexspiele an. Die Frau informierte die Polizei.

Es folgten Ermittlungen, die Anklage, das Urteil. Als der Prozess im März endete, berichteten die Medien über die "Horror-Eltern" und das "verstörende Geständnis". Aber es blieb die Frage, wie es so weit kommen konnte.

Bild
Quelle: RTL.de

Die Suche nach einer Antwort führt in das Besprechungszimmer einer Kanzlei in Mönchengladbach, zu Rechtsanwalt Hendrik Rente und dessen Mandantin. Melanie R. wirkt schüchtern, sie schiebt sich auf die Kante des Stuhls; eine Frau, groß und stämmig, die nicht viel redet. "Ich würde das heute nicht mehr machen", sagt sie dann doch. Und: "Ich wollte das alles nicht."

Was die Ermittler über sie und ihren Partner herausfanden, zeigt eine Spirale sexueller Perversionen. Und die Abhängigkeit einer jungen Frau, die sich, aus Angst, ihren Liebhaber zu verlieren, regelmäßiger Gewalt auslieferte.

Bis zum Winter 2009 lebte Melanie R. ein Leben, das viele spießig nennen würden. Sie wuchs in der überschaubaren Welt des Städtchens Viersen am Niederrhein auf. Melanie besuchte die Hauptschule, holte die mittlere Reife nach und bestand das Examen zur Altenpflegerin.

Sie tanzte gern, ging auf jedes Straßenfest, hatte Freundinnen und gelegentlich einen festen Partner. Mit 18 lernte sie ihren späteren Ehemann, einen bodenständigen Handwerker, in einem Internet-chat kennen, zog zu ihm nach Mönchengladbach und heiratete, als sie 23 war.

Das Paar lebte in einem Backsteinhaus im Zentrum der Stadt, unten ein türkischer Imbiss und ein Matratzen-Discounter, nebenan die Schwiegereltern. Kein Palast, aber ein Zuhause. Schon bald endete die Ehe vor dem Bildschirm. Ihr Mann spielte Playstation, Melanie verlor sich im Chatroom. Sie wollte etwas erleben, sehnte sich nach Komplimenten.

Auf der Kennenlern-Website spin.de, im Forum für über 18-Jährige, traf sie auf Benjamin P. "Er hat mir einfach gefallen", sagt Melanie heute. P. wirkte cool auf das Mädchen aus Viersen. Er soll sich "Ben Wilder" genannt haben, mixte Drinks in einer Bar, schickte Fotos, die ihn in weißem Hemd und lässigem Sakko zeigten, mit Dreitagebart und "Hey Baby"-Blick.

Man verstand sich, tauschte Telefonnummern aus. Melanie, die übergewichtige, schüchterne Frau, fühlte sich begehrt. Im Januar 2010 stieg sie in ihr Auto und fuhr über eine Stunde lang zu P. nach Gelsenkirchen. Die Wohnung, sagte sie, sei sauber gewesen, er habe gekocht. Die beiden hatten Spaß, es kam eines zum anderen.

Der Spaß dauerte nicht allzu lange. Denn P. war nicht nur der coole Barkeeper, sondern Metallbauer ohne Arbeit, der eigentlich studieren wollte. Er lebte vom Geld, das ihm seine Mutter gab, und von Bafög. Von Januar 2010 an lebte er angeblich auch von Melanie R.

Bei den Treffen soll P. Geld gefordert haben, mal 50, mal 100 Euro. "Ich hab sogar seinen Kühlschrank bezahlt", sagt Melanie. Sie himmelte ihn an.

Im Chat tauschten sie wilde Phantasien über Sadomaso-Praktiken aus, bei den Besuchen in Gelsenkirchen wurden die Phantasien oft Realität. Melanie R. ertrug dabei Unbeschreibliches und hatte bald viele Narben und Wunden. Gezwungen, sagte die junge Frau später aus, habe P. sie nie. Wenn sie ihm gesagt habe, es sei zu viel, habe er aufgehört. Dann wieder behauptete sie, P. habe Dinge getan, die sie nicht gewollt habe.

Zu Hause im Schlafzimmer behielt Melanie ihr T-Shirt an und löschte das Licht, um die Wunden vor ihrem Mann zu verbergen. Wenn sie allein war, filmte sie sich bei extremen Sexpraktiken und lieferte Aufnahmen nach Gelsenkirchen.

Dann habe P. mehr gewollt. Während Melanie bei ihm war, habe er Kinderpornos gezeigt, auch Pornoaufnahmen mit Tieren. Und sie will erfahren haben, dass P. im Jahr 2003 intime Bilder von seiner damals 13-jährigen Schwester gespeichert hatte. Melanie sagte den Ermittlern, sie habe das alles nicht sehen wollen, aber sie blieb. Angeblich, weil P. sie erpresst habe. Von den Quälereien machte er Fotos, die er - so soll er mehrmals gedroht haben - ihrem Mann zeigen würde.

Was die Fahnder auf den Computern von P. und Melanie fanden, klingt anders. Melanie, heißt es in der Anklage, soll die abartige Phantasie ihres Liebhabers mit eigenen Ideen angereichert haben, auch mit Einfällen zum Kindsmissbrauch.

Als P. den Wunsch nach Sex mit einem Kleinkind äußerte, täuschte sie ihm vor, einen Sohn zu haben: Niklas, zehn Monate alt. Den bot sie ihm an, insgesamt fünfmal. Sie habe P., sagt der Staatsanwalt, damit an sich binden wollen. Melanie erfand Ausreden, warum sie Niklas nicht mit nach Gelsenkirchen bringen konnte. Mal war er krank, mal beim Vater. Doch sie schickte Bilder von einem unbekannten kleinen Jungen. Im Chat sprach das Paar lange über schreckliche Dinge, die man mit dem Jungen ausprobieren könnte.

Irgendwann merkte P., dass Niklas nicht existierte. Es entstand der Plan, selbst ein Kind zu zeugen. Melanie R. streitet das ab. Sie habe in der Zeit die Pille abgesetzt, aber nur, weil sie die nicht vertragen habe. Sie sei nur an ihren unfruchtbaren Tagen zu P. gefahren, um auf keinen Fall schwanger zu werden.

Doch als P. im Juni 2010 schrieb: "In wenigen Tagen bist du wieder schwängerbar, probieren wir's noch mal?", antwortete sie "Ja" und besuchte ihn. Später schrieb sie ihm laut Anklage, falls sie eine Tochter bekomme, werde sie diese frühzeitig "trainieren". Die Ermittlungen ergaben, dass sich beide wohl sehr detailliert darüber ausgetauscht haben, wie man das eigene Kind zum Sexsklaven heranreifen lassen und erziehen könne.

Noch vor der geplanten Schwangerschaft soll P. seinen Freund Thorsten zum Sex zu dritt eingeladen haben. Thorsten soll er auch versprochen haben, ihm die Muttermilch von Melanie zu verkaufen. Als Melanie schwanger wurde, ließ sich P. offenbar von anderen Internetbekannten als Held feiern. Einem Kumpel namens "Stingray" soll er stolz gemeldet haben, der Plan mit einem eigenen Kind scheine sich zu erfüllen.

Sein Sohn wurde im Juni 2011 geboren. Es kam zum Streit, weil das Baby nicht gestillt wurde und das Geschäft mit der Muttermilch geplatzt war.

Fünf Wochen danach soll P. gefordert haben, das Kind müsse nun nach Gelsenkirchen kommen. Melanie sagte später zu Polizeibeamten, sie sei nur gefahren, um P. noch einmal zu besuchen und die Beziehung zu beenden. In der Schwangerschaft habe sie sich von ihm entfernt.

Ihr Baby aber nahm sie mit. Dass P. seine perversen Phantasien in die Tat umsetzen könnte, will sie nicht geahnt haben. Sie habe das Baby gewickelt, als P. plötzlich nackt neben ihr gestanden und das Foto gemacht habe. Sie habe ihren Sohn nur festgehalten, weil er beim Wickeln gestrampelt habe.

Das Foto lässt sich auch anders deuten. So, wie es das Gericht sieht: dass die Mutter ihren Sohn in die für P. geeignete Position brachte.

Es war das letzte Mal, dass P. seinen Sohn sah. Als er eine Woche später das Foto an eine Bekannte sandte, zeigte die ihn an. P. wurde festgenommen, das Landgericht Essen verurteilte ihn Mitte März wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen, wegen Missbrauchs seiner Schwester und wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu acht Jahren Freiheitsstrafe.

Gutachter halten beide für voll schuldfähig. Ihre sexuellen Neigungen seien nicht krankhaft, sondern steuerbar. Die Verteidiger kündigten Revision an, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

P. gestand die Taten zum großen Teil. Sein Anwalt betont, sein Mandant habe dem eigenen Sohn nie Gewalt angetan, was ausdrücklich strafmildernd bewertet worden sei. Im Übrigen wolle er sich zu den Vorwürfen wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Melanie R. muss für fünf Jahre ins Gefängnis.

Das Baby lebt bei Pflegeeltern, und schon heute machen sich Mitarbeiter von Sozialbehörden Gedanken darüber, wie man den Jungen auf den Tag vorbereiten kann, an dem er die Wahrheit über seine Eltern erfährt. Melanie R. hat zusammen mit ihrem Ehemann beantragt, das Sorgerecht für ihren Sohn zurückzubekommen. "Ich hab jetzt wieder Arbeit", sagt sie bei dem Gespräch in der Anwaltskanzlei. Ein Arbeitsvertrag, so ihr Anwalt, sei Voraussetzung, um eine Chance auf offenen Vollzug im Gefängnis zu bekommen. Melanie R. hofft, ein offener Vollzug könnte helfen, ihr Kind treffen zu dürfen, zumindest manchmal und in Begleitung.

Noch ist nicht entschieden, ob Gutachter den Kontakt zwischen Mutter und Kind befürworten. Die Sozialbehörden raten ab.

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Melanie R. hat eine freundliche und warmherzige Art. So steht es in ihrem Zeugnis vom Oktober 2011, ausgestellt von der Leitung eines Alten- und Pflegeheims im nordrhein-westfälischen Viersen. Sie kümmerte sich liebevoll um Alte und Behinderte, verstand sich gut mit den Kollegen, galt als fleißig, pünktlich, zuverlässig.
... und versagt beim eigenen Fleisch und Blut.
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Re: M'Gladbach/Gelsenkirchen - Missbrauch eines Säuglings: "Das sprengt jede Dimension"

#3

Ungelesener Beitrag von AndreaManuela » Di, 4. Aug. 2015, 13:18

Oh man. Hoffentlich kriegt sie nicht noch recht! Bei unserem Rechtsstaat kann ich mir alles vorstellen. Voll schuldfähig heißt für mich noch lange nicht, dass die beiden keinen Defekt haben. Anders kaum vorstellbar.

Irgendwie hoffe ich ja, dass das Kind nie die Wahrheit erfährt....
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