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Hollfeld, Lkr. Bayreuth: über 30 Jahre lang von der Außenwelt abgeschottet

Delikte innerhalb der Familie oder Beziehung.
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Salva
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Hollfeld, Lkr. Bayreuth: über 30 Jahre lang von der Außenwelt abgeschottet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 4. Okt. 2016, 17:12

Über 30 Jahre lang lebte der heute 43-jährige Markus D. in seinem Elternhaus in einem Hollfelder Ortsteil (BT) unter völliger Isolation der Außenwelt. Kaum Tageslicht, keine Sozialkontakte, kein Arztbesuch – sein Gesundheitszustand: Verwahrlost. Unfassbar: Nachbarn wussten offensichtlich bescheid, hörten sein Wimmern und Stöhnen. Geholfen hat niemand. Ende September 2016 wurde der Mann nun von Polizeikräften befreit.
Bild nicht mehr vorhandenHier lebte Markus D. Foto: Reporter24
Polizeisprecher Alexander Czech (Polizeipräsidium Oberfranken) spricht eher von einer "privaten Tragödie", denn Markus D. wurde offenbar weder misshandelt noch angekettet. Allerdings hatten ihn seine Eltern bewusst versteckt und von der Außenwelt abgeschottet. Strafrechtlich müsse man derzeit noch prüfen, ob die Eltern eine Schuld treffe. Der ganze Fall hat eine besondere Eigendynamik, eine Verkettung vieler Fehlentscheidungen.

Ein langer Leidensweg
Anfang der achtziger Jahre wurde Markus in der Gesamtschule in Hollfeld (Lkrs. BT) eingeschult. Dort soll er bald schon gemobbt worden sein. “Das war mehr als Mobbing”, berichtet seine Mutter. Sie habe alles notiert: Jeden Übergriff, jede Beschimpfung, jede Attacke. Sogar mit Datum habe sie es dokumentiert. Markus sei systematisch fertig gemacht worden. “Ich kann solch böse Worte nichtmal wiederholen”, berichtet Waltraud D. mit gesenktem Kopf. Das alles sei der Anfang vom Ende gewesen. 1984 habe es schon einmal einen Polizeieinsatz gegeben, weil der Junge eine Zeit lang nicht zur Schule ging wegen dem Mobbing. Er wollte auch später nicht mehr aus dem Haus gehen. “Aus Angst vor den Anderen”, sagt seine Mutter. Die Anderen – damit meint Waltraud D. die ehemaligen Mitschüler. Die Redelsführer von damals, sollen sogar heute noch in dem Dorf wohnen. “Markus hatte Angst rauszugehen, also haben wir uns alleine um ihn gekümmert”, so die 76-Jährige. Ihre Geschichte klingt schlüssig, aber auch traurig. Im Verlauf der Jahre sei Markus depressiv und auch aggressiv geworden, berichtet die Mutter. Manchmal soll er mit Sachen um sich geworfen haben. Einem Arzt habe man ihn nicht vorgestellt. “Die hätten doch eh nichts gemacht”.
Weitere Details und was die Eltern dazu sagen: Reporter24
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