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Mönchengladbach/Brüggen: Tod nach alternativen Krebstherapie | Ermittlungen

Unterschiedlich motivierte Tötungsdelikte.
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Eagle
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Mönchengladbach/Brüggen: Tod nach alternativen Krebstherapie | Ermittlungen

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 28. Aug. 2016, 10:45

Nach einer alternativen Krebstherapie starben drei Menschen. Im Focus steht der Behandlungswirkstoff 3-Bromopyruvat(3-BP). Die Arbeitsthese der Ermittler: Der Stoff sei verunreinigt oder falsch dosiert gewesen. Der Heilpraktiker, gegen den ebenfalls ermittelt wird, durfte den experimentellen Wirkstoff, der weltweit in der Tumortherapie eingesetzt wird, verabreichen.
Bild nicht mehr vorhandenOberstaatsanwalt Stahl informiert die Presse. Foto: Henning Kaiser. (Quelle: dpa)
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Betreiber der Praxis in Brüggen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen: Zwei Patienten werden diesen Angaben zufolge nach lebensbedrohlichen Beschwerden noch ärztlich behandelt.
Insgesamt seien 69 Patienten der Praxis gestorben. Die Ermittler prüften, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und einer Behandlung mit dem Präparat gegeben haben könne, sagte Stahl. Dazu befragten niederländische Beamte die Angehörigen der Gestorbenen. Die Praxis wurde vor allem von niederländischen Patienten aufgesucht. Eine Exhumierung der Toten sei jetzt kein Thema, widersprach Stahl früheren Medienberichten. (...)
T-online

Ein älterer Bericht T-online
Bild nicht mehr vorhandenDie Verstorbenen waren im Biologischen Krebszentrum Bracht in Brüggen-Bracht behandelt worden. (Quelle: dpa)
(...)Weitere Patienten sollten sich dringend bei den Behörden melden.
Den ersten Todesfall hatten die Behörden am Montag bekannt gegeben. Eine Frau sei am 25. Juli behandelt worden. Am 30. Juli starb sie in einem Krankenhaus, nachdem sie über Kopfschmerzen klagte, zeitweise verwirrt und dann nicht mehr ansprechbar war.

Am Donnerstag meldeten die Polizei Mönchengladbach und die Krefelder Staatsanwaltschaft zwei weitere Todesfälle: Fünf Patienten seien am 27. Juli behandelt worden. Am Tag darauf starb eine 55-jährige Frau, einen Tag später ein 55-jähriger Mann. Zwei Frauen wurden inzwischen in einem niederländischen Krankenhaus aufgenommen.

Die Behörden machen sich Sorgen um die Gesundheit weiterer Kranker, die im Krebszentrum Brügge-Bracht behandelt wurden. Sie riefen alle Patienten auf, sich zu melden. "Wenngleich eingehendere medizinische Untersuchungen noch zeigen müssen, was sich genau zugetragen hat, besteht derzeit ein konkretes Gesundheitsrisiko für Patienten, die sich in diesem Krebszentrum einer Behandlung unterzogen haben", heißt es in dem gemeinsamen Aufruf der deutschen und der niederländischen Polizei.

Auch Patienten, die sich schon früher in dem Biologischen Krebszentrum Brüggen-Bracht haben behandeln lassen, wurden gebeten, sich bei der Polizei in Mönchengladbach oder in den Niederlanden zu melden.
(...) Am Mittwoch hatte das Krebszentrum auf seiner Internetseite zu dem zuerst bekannt gewordenen Fall Stellung genommen. Die Einrichtung bedauerte den Tod der Patientin, aber auch den "unbegründeten Verdacht", dass die Klinik dafür verantwortlich sein könne. Mittlerweile sind an dem Gebäude der Einrichtung Schilder abmontiert und nur noch Bohrlöcher zu sehen. An Klingel und Briefkasten sind keine Namen. Die Tür ist mit einem Polizeisiegel versehen. Ein Zettel weist darauf hin, dass der Praxisbetrieb bis auf Weiteres eingestellt sei (...)



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Eagle
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Re: Mönchengladbach/Brüggen: Tod nach alternativen Krebstherapie - Ermittlungen laufen

#2

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 28. Aug. 2016, 11:32

(...) 3-Bromopyruvat: Eingesetztes Mittel hat keine Zulassung

Im Zuge der alternativen Krebsbehandlung soll angeblich das Mittel 3-Bromopyruvat (3BP) zum Einsatz gekommen sein. Die Klinik wirbt auf ihrer Homepage mit der Verwendung des Wirkstoffes. Das Mittel soll den Zuckerstoffwechsel hemmen, so dass Krebszellen zugrunde gehen. Es handelt sich um ein organisches Molekül, das durch ein Brom-Atom ergänzt wird.
Doch zu diesem Wirkstoff gibt es bisher nur wenige Informationen. Hinweise auf die Wirksamkeit des Medikaments beschränken sich auf Tierversuche und Versuche im Reagenzglas.

"Es handelt sich hierbei um einen Stoff, der sich im Augenblick noch in der experimentellen Grundlagenforschung befindet", sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) der Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. "Studien am Menschen fehlen bislang. Einzig der Einsatz bei einem jungen Mann mit Leberzellkrebs im Rahmen eines individuellen Heilversuchs ist bekannt. Dieser starb allerdings während der Behandlung. Eine Bewertung des Wirkstoffs anhand dieses einen Behandlungsversuchs ist jedoch nicht möglich." (...)
T-online

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Eagle
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Re: Mönchengladbach/Brüggen: Tod nach alternativen Krebstherapie - Ermittlungen laufen

#3

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 28. Aug. 2016, 11:42

Erst wird berichtet das dieses Präparat weltweit im Einsatz der alternativen Tumortherapie eingesetzt wird, dann ist es doch nicht zugelassen, da Studien an Menschen bislang fehlen. Warum lautet die Arbeitsthese der Ermittler dann "Verunreinigung oder Fehldosierung" und nicht "unerlaubte Versuche" an Menschen?

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