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Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

Unterschiedlich motivierte Tötungsdelikte.
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sweetdevil31
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Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 13. Jun. 2015, 10:23

https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... =1&theater

Bild

An alle, die helfen wollen: Bitte teilen und der Bürgerinitiative "Natalie" e.V. beitreten

Sehr geehrtes Redaktionsteam,

ich wende mich heute an Sie, um Ihnen ein Schicksal nahezubringen, das der Familie meiner Frau widerfuhr und worunter sie heute noch leiden. Wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens.

Vor ca. 18 Jahren wurde Herr Armin Schreiner, wegen sexuellem Missbrauchs und Tötung einer Minderjährigen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er war damals bereits ein mehrfacher Wiederholungstäter und wurde immer wieder aufgrund „guter Führung“ auf freien Fuß gesetzt.

Anstatt die Chancen für ein neues Leben zu nutzen wurde er wiederholt rückfällig. So wurde am 20. September 1996 die 7-jährige Großcousine meiner Frau Natalie Astner sein nächstes Opfer. Natalie war auf dem Weg in die Schule. Doch sie kam nie dort an. Er packte das kleine Mädchen, sperrte sie in den Kofferraum und fuhr mit ihr an einen Waldrand.
Dort zerrte er sie aus dem Kofferraum und missbrauchte sie.
Natalie flehte um ihr Leben und bot ihrem Peiniger sogar 1000,- DM, wenn er sie gehen ließe. Sie würde niemandem ein Wort davon erzählen! Doch sie flehte vergebens!
Armin S. riss Natalie ihre Kleidung vom Körper, missbrauchte das junge, unschuldige Mädchen und würgte sie.
Er schlug ihren kleinen Kopf gegen einen Baum, bis sie sich nicht mehr rührte.
Um seine Tat zu verwischen warf er den noch lebendigen, nackten Körper dieses Kindes in den Lech - worin sie ertrank.

Letztendlich zerbrach Erich Kettner (Natalies Opa) an dieser Tat. Die Tatsache, dass man ihm seine Enkelin genommen hatte, konnte er nicht verkraften.
Er gründete mit seiner Frau Erika Kettner mit all seiner Kraft die „Bürgerinitiative Natalie e.V.“, die sich für den Schutz unserer Kinder einsetzt. Meine Frau macht Armin S. nicht nur für den Tod von Natalie verantwortlich, sondern auch für den (frühen) Tod ihres Onkels, Erich Kettner.

Armin S. wurde damals eine besondere Schwere der Schuld vom Augsburger Gericht zugeschrieben.
Er sollte erst nach 18 Jahren die Möglichkeit auf vorzeitige Freilassung bekommen.

Nun sind 18 Jahre vergangen und zielgerecht wurde die vorzeitige Haftentlassung von Armin S. beantragt. Als wir diese Nachricht erhielten waren wir schockiert!Plötzlich war es für meine Frau und die ganze Familie, als wäre die Tat erst gestern gewesen. Der Mord und der sexuelle Missbrauch dieses unschuldigen Kindes, ist wieder so präsent und reißt alte, nie verheilte, Wunden auf.

Ich flehe Sie an, diesen Fall in die Öffentlichkeit zu tragen, um die Bürgerinnen und Bürger an diese grausame Tat zu erinnern und einer möglichen Fehlentscheidung unserer Justiz „vorzugreifen“.
Es kann nicht sein, dass ein Wiederholungstäter, dem besonders schwere Schuld nachgewiesen wurde, immer wieder erneut eine weitere Chance bekommt.

Wer gab der kleinen Natalie eine Chance? Wer denkt an die Hinterbliebenen, die tagtäglich für den Rest ihres Lebens mit ihrem Verlust durch eine Missbrauchstötung umgehen müssen?
Hier geht es darum eine weitere Straftat, vielleicht sogar einen weiteren Mord zu verhindern.

Er hat ein kleines Mädchen vergewaltigt und kaltblütig ermordet!!!!!!!!!!!!

Ich bitte Sie darüber zu berichten in ihren Programmpunkten, Nachrichten & Themen.
Stellen Sie sich vor es wäre ein Mitglied ihrer Familie!!!!

Bitte liebe Leser helfen auch sie uns und teilen Sie diesen Beitrag!!!!!!!

Ich bedanke mich im Voraus und hoffe bald auf eine Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Mang
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 13. Jun. 2015, 10:25

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/a ... 75520.html

Armin Schreiner hat die siebenjährige Natalie sexuell mißbraucht und dann umgebracht, das bringt ihm lebenslänglich ­ aber was dann? VON PETER FAHRENHOLZ: Täter wie er fallen durch alle Raster

AUGSBURG, 15. Dezember 1997. Der Fall ist sonnenklar. So klar, daß die meisten Zuhörer und viele, die den Prozeß nur aus der Ferne über die Medien verfolgen, gar nicht verstehen können, warum hier überhaupt tagelang verhandelt werden muß. Der 29jährige Armin Schreiner hat das Mädchen Natalie Astner, ein Kind von sieben Jahren, erst mißbraucht und dann umgebracht. Er hat die Tat bereits kurz nach seiner Festnahme gestanden und in der Hauptverhandlung dieses Geständnis wiederholt.
Mit einem Kindsmörder, auf diesen Nenner läßt sich Volkes Stimme bringen, muß doch kurzer Prozeß gemacht und dann lange Rache genommen werden. "Ab ins Gefängnis und dann jeden Tag fünf Gramm Rattengift, damit es ihm richtig schlecht geht", sagt ein Zuschauer und spricht damit der Mehrheit vermutlich aus der Seele. Kurzer Prozeß, bei Mord lebenslange Haft. Aber was dann?
Armin Schreiner ist schon einmal der Prozeß gemacht worden. Wegen mehrerer ziemlich ähnlicher Delikte ist der 29jährige Elektriker 1993 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hat Frauen und in zwei Fällen auch minderjährige Mädchen überfallen und befummelt, ohne daß es, wie es im Juristendeutsch heißt, dabei zum Geschlechtsverkehr gekommen wäre.
Der Gutachter in diesem ersten Prozeß hat bei Schreiner keine sexuelle Abartigkeit gesehen, wohl aber auf eine Wiederholungsgefahr hingewiesen. Noch während der Haftzeit beginnt Schreiner eine Therapie. Sein erster Therapeut, der im Natalie-Prozeß in Augsburg als Zeuge auftritt, schildert ihn als therapiefähigen Patienten, der "überzeugend Einsicht in die Notwendigkeit von Veränderungen" gezeigt habe. Offenbar, so schildert es der Therapeut, hat Schreiner, ein zu Selbstmitleid neigender, leicht kränkbarer Mann, Probleme, mit Streßsituationen und Frustrationen umzugehen. Als Motiv für seine ersten Taten gibt er unter anderem an, von seiner damaligen Freundin mehrfach sexuell zurückgewiesen worden zu sein. Wäre das ein ausreichender Grund, gäbe es in Deutschland täglich Hunderttausende von Vergewaltigungen. Der Therapeut war im Frühjahr 1996 ­ Schreiner war vorzeitig aus der Haft entlassen worden ­ ganz zufrieden mit seinen bisherigen Bemühungen. "Er wirkte zuletzt eher imstande, mit Belastungen umzugehen", sagt der Zeuge. Über sexuelle Probleme Schreiners ist allerdings nie im Detail geredet worden, mehr als merkwürdig bei einem verurteilten Sexualtäter. Weil Schreiner aus Landsberg wieder in die Nähe Münchens zieht, will er von seinem Therapeuten Adressen von Kollegen, die ihn weiterbehandeln. Ein anderer Therapeut begutachtet ihn, will ihn an einen Kollegen weiterleiten. In seinen Akten ist von Sexualstörungen die Rede. "Das habe ich reingeschrieben wegen der Kostenübernahme durch die Kasse", sagt der Therapeut als Zeuge. Zur weiteren Therapie kommt es nicht mehr. Am 20. September 1996 ermordet Armin Schreiner die kleine Natalie. Es war, das wird die Hauptverhandlung deutlich zeigen, keineswegs die Affekttat eines Mannes, den seine Triebstörung völlig außer Kontrolle hat geraten lassen. Es war ein Mord, möglicherweise begangen aus der Panik heraus, entdeckt zu werden, aber wohlüberlegt und konzentriert durchgeführt. Als Armin Schreiner vom Tatort wegfährt, merkt er, daß ihm sein Feuerzeug fehlt. Er fährt noch mal zurück, sucht das Gelände ab, findet das Feuerzeug. Am Nachmittag läßt er sich von einer Bekannten im Auto nach Niederbayern mitnehmen, wo er mit einem Freund verabredet ist. Schreiner sei "überhaupt nicht" anders als sonst gewesen, sagt die Frau als Zeugin vor Gericht aus. Im Gegenteil, er habe "Gaudi gemacht" mit ihren Kindern auf dem Rücksitz, zwei Zwillingsmädchen, fast genau im gleichen Alter wie das Mädchen, das er wenige Stunden zuvor ermordet hatte. Wie konnte so etwas passieren? Was ist dieser Armin Schreiner, der die ganze Zeit über reglos auf seinem Stuhl sitzt, geschützt von einem gläsernen Paravent, eigentlich für ein Mensch? Die Sachverständigen Das sollen auch in diesem Prozeß die Gutachter klären, wie immer, wenn ein Gericht mit seinen eigenen, juristischen Mitteln nicht mehr weiterkommt. Die Zunft der psychiatrischen Sachverständigen hat eine große Macht in deutschen Gerichtsälen, wenn über Täter geurteilt werden muß, die sich irgendwie außerhalb der Norm bewegen. Der erste, der im Augsburger Natalie-Prozeß zu Wort kommt, ist der Kieler Sexualmediziner Reinhard Wille. Der renommierte Essener Gerichtspsychiater Norbert Leygraf hat kürzlich beklagt, ein großer Teil psychiatrischer Gutachten stamme von Pensionären, oft ehemaligen Landesmedizinaldirektoren, die sich damit ein nettes Zubrot verdienen können. Tatsächlich ist auch der 67jährige Reinhard Wille schon im Ruhestand. Eigentlich ist er gelernter Rechtsmediziner. Zur Sexualmedizin ist Wille vor mehr als 25 Jahren gekommen, in seiner Habilitation hat er irgendwelche Besonderheiten bei Exhibitionisten entdeckt. Aber wenn einer etwas lange genug macht, ist er eben ein Experte. Was Wille im Gerichtsaal vorträgt, nährt die Zweifel, ob er der richtige Mann ist, um die Abgründe in der Persönlichkeit von Armin Schreiner auszuleuchten. Wortreich läßt sich der Gutachter über die Sexualmedizin als solche aus ("das Besondere ist, daß wir Sexualität als Teil eines Paares auffassen") und widmet sich skurrilen Details. So stellt er bei Armin Schreiner eine "gewisse Stimulierbarkeit der Analgegend" fest. Über die Tat will er vom Angeklagten wissen, warum er beim Onanieren ein Kondom übergestreift habe: "Ist das nicht dysfunktional?" Der Sexualmediziner attestiert dem Angeklagten, unscharf wie das ganze Gutachten, "etwas Verdrucktes, Unoffenes" und kommt nach der Befragung durch den Vorsitzenden Hans-Reiner Schultz zu dem Schluß: "Es bleibt hier etwas Rätselhaftes, nicht Erforschbares." Als er ein paar Tage später noch einmal auftreten muß, sagt Wille, die Vernehmung der Familienangehörigen Schreiners habe alles bestätigt, "was ich mehr als Ahnung, als Gefühl hatte". Der zweite Gutachter, Henning Saß aus Aachen, ein renommierter Mann, der häufig in deutschen Gerichtssälen auftritt, kann über die sexuelle Seite von Armin Schreiner noch nicht mal eine Ahnung äußern. Der Angeklagte wollte mit ihm darüber nämlich nicht sprechen. Saß bewegt sich auf der Basis der bisherigen Begutachtungen, spricht von einer "gewissen Brüchigkeit im Selbstwertgefühl", bestätigt, daß Schreiner ein Mann ist, der sich von anderen leicht gekränkt fühlt. Auf die entscheidende Frage, ob der Angeklagte Schreiner ein therapierbarer Fall ist, fährt der Gutachter einen Schlingerkurs, der letztlich alles denkbar erscheinen läßt. Die Therapie, die Schreiner begonnen habe, sei "sicher eine günstige und geeignete Therapieform", sagt Saß, leider aber "relativ kurz" und "nicht frequent" gewesen. Ein "engeres sozialtherapeutisches Netz" hätte vielleicht zu mehr Erfolg geführt, mutmaßt der Gutachter. Wenige Sätze später spricht Saß davon, daß der bisherige Therapieansatz "gescheitert" sei, was auf eine besondere Verhaltenshartnäckigkeit des Angeklagten schließen lasse. Eine Reihe von schwierigen Persönlichkeitsmerkmalen könne eine Therapie negativ beeinflussen, die Prognose sei ungünstig. Was soll ein Gericht auf dieser Basis entscheiden? Beide Gutachter halten Schreiner für voll schuldfähig, daß er ein krankhafter Pädophiler ist, schließen sie aus. Beide bejahen eine Wiederholungsgefahr, wobei es eine interessante Frage ist, ob sie in der aufgeladenen Atmosphäre des Augsburger Schwurgerichtssaales überhaupt etwas anderes hätten sagen können. Denn der Mord an der kleinen Natalie hat die Menschen, nicht nur in ihrem Heimatdorf Epfach und dessen näherer Umgebung, aufgewühlt wie kaum ein anderes Verbrechen. Das liegt, auch wenn es für die Angehörigen zynisch klingen mag, weniger an der Scheußlichkeit dieses einen Falles als an den Zufällen der heutigen Mediengesellschaft. Als das Verbrechen an Natalie passiert ist, war die Öffentlichkeit gerade über Wochen hinweg mit ständig neuen Details des belgischen Kindermörders Marc Dutroux versorgt worden. Da löste der Mord von Epfach eben eine besondere Welle der Empörung und ein gewaltiges Medienecho aus. Das prägt auch den Prozeß, der unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. Oberstaatsanwalt Jörg Hillinger hat als Behördenleiter den Fall Natalie ("rechtlich und tatsächlich eines der einfachsten Verfahren") selber an sich gezogen, um den zu erwartenden Emotionen mit der nötigen Autorität zu begegnen. Hillinger ist alles andere als glücklich, daß das Augsburger Gericht für die Dauer des Prozesses in eine Festung verwandelt wurde. Sonnenklarer Fall Und daß die Eltern der toten Natalie am Verfahren auf eine Weise teilnehmen, die die Gemüter noch mehr in Wallung bringt. Nicht nur dem Staatsanwalt erscheinen die Zornesausbrüche des Nebenklägers Hannes Astner "gelegentlich wie eine mediengerechte Show". Auch der Vorsitzende schließt bei einer Warnung vor weiteren Störungen im Gericht den immer wieder tobenden Vater ausdrücklich mit ein. Der Mordfall Natalie, er ist sonnenklar. Eine Einweisung in die Psychiatrie mit anschließender Sicherheitsverwahrung kommt nach den Gutachten nicht in Betracht. Das Urteil kann deshalb nur auf lebenslange Haft lauten. Da aber gibt es nach geltendem Recht keine anschließende, automatische Sicherheitsverwahrung. Es muß nach frühestens 15 Jahren geprüft werden, ob Armin Schreiner irgendwann in die Freiheit entlassen werden kann. Und dann werden eine andere Kammer, andere Gutachter entscheiden müssen, ob und wie gefährlich Armin Schreiner noch ist. Täter wie Schreiner, das hat das Augsburger Verfahren gezeigt, fallen durch alle Raster. Die Gesellschaft weiß sich mit ihnen keinen Rat. Für die Psychiatrie ist Schreiner nicht krank genug, für den normalen Strafvollzug nicht normal genug. Von sozialtherapeutischen Spezialanstalten, wie sie in den siebziger Jahren für solche Täter einmal vorgesehen waren, ist heute, wo überall das Geld fehlt, längst keine Rede mehr. "Er darf nie mehr rauskommen", fordert Erich Kettner, der Großvater von Natalie, "er muß hinter Gittern sterben." Das sehen die geltenden Gesetze aber nicht vor. Und etwas anderes gibt es nicht.
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#3

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 13. Jun. 2015, 10:29

2. Dezember 1997

http://archiv.rhein-zeitung.de/on/97/12 ... einer.html

Sexualmord an Natalie gestanden
Vater geht auf Angeklagten los - Mahnwache vor dem Gericht


Bild

Augsburg (AP) - Mit einem umfassenden Geständnis des Angeklagten hat am Dienstag vor dem Augsburger Landgericht der Prozeß um den Sexualmord an der siebenjährigen Natalie Astner begonnen. Der 29jährige Armin Schreiner (Foto) gab unter Schluchzen zu, die Erstkläßlerin am Morgen des 20. September 1996 in der Nähe ihres Elternhauses in Epfach in Oberbayern entführt, sexuell mißbraucht und ermordet zu haben. "Die Tat tut mir schrecklich leid." Er würde sein Leben hergeben, um sie rückgängig zu machen, sagte Schreiner.

Als der Angeklagte seine verzweifelte Situation zum Tatzeitpunkt schilderte, verlor Natalies Vater im Gerichtssaal die Beherrschung. "Diese dreckige Heuchelei halte ich nicht aus! Du dreckiges Schwein!", brüllte Hannes Astner und versuchte, sich auf den hinter Panzerglas abgeschirmten Angeklagten zu stürzen. Mehrere Polizisten hielten ihn zurück und drängten ihn aus dem Saal. Die Verhandlung mußte für mehrere Minuten unterbrochen werden. Die Eltern des Kindes, die in dem Prozeß als Nebenkläger auftreten, kehrten danach zunächst nicht mehr in den Saal zurück.

Schreiner schilderte vor der Achten Strafkammer detailliert den Tatablauf. Am Abend vor der Tat habe er wegen Liebeskummers unter Depressionen gelitten und einen Pornofirm gesehen. Er gab zu, danach erregt gewesen zu sein von dem Gedanken, einem Menschen Gewalt anzutun. In den Morgenstunden des 20. Septembers 1996 sei er dann mit einem gestohlenen Auto losgefahren.

In Epfach im Landkreis Landsberg stieß der Autoelektriker nach eigenen Angaben zufällig auf Natalie, die auf dem Weg zur Schule war. Er zerrte die Schülerin in den Kofferraum seines Wagens, fuhr zu einer Wiese und verging sich an ihr. "Das Mädchen schrie auf und wimmerte", sagte Schreiner. Als er bemerkt habe, daß Natalie ihm nach der Tat ins Gesicht blickte, sei "irgendetwas in meinem Gehirn explodiert". Er habe sie am Hals gepackt. "Dann verkrampften sich meine Hände, und ich zog zu." Danach warf Schreiner das bewußtlose Mädchen in den Lech, wo es ertrank.

Demonstranten fordern Sicherungsverwahrung

Der Prozeß fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Gegen Schreiner waren vorher Morddrohungen eingegangen. Nach Angaben des Gerichtspräsidenten war eine Hundertschaft von Polizisten im Einsatz, um einen störungsfreien Ablauf der Verhandlung sicherzustellen. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten zahlreiche Bürger für einen besseren Schutz von Kindern vor Sexualstraftätern.

Allein aus Natalies oberbayerischen Heimatort Epfach waren 25 Mitglieder der örtlichen Bürgerinitiative mit einem Bus angereist. Die Demonstranten ließen schwarze Luftballons steigen und schwenkten Transparente, auf denen unter anderem zu lesen war: "Richter und Gutachter produzieren Wiederholungstäter" oder, "Opferschutz vor Täterrecht". Natalies Großvater forderte vor Journalisten eine harte Strafe für Schreiner: "Der darf nicht mehr rauskommen, der muß hinter Gittern sterben", sagte Erich Kettner. "Therapie heißt Heilung - für so einen gibt es keine Heilung."

Lothar Ostermüller, Vorsitzender des bundesweiten Dachverbandes von zwölf Bürgerinitiativen, appellierte an die Richter, den Strafrahmen voll auszuschöpfen. Das Gericht müsse Sicherungsverwahrung für den Täter anordnen, "um unter allen Umständen zu verhindern, daß er in die Lage versetzt wird, wieder ein Kind umzubringen". Der Fall Natalie hatte eine bundesweite Debatte um einen besseren Schutz von Kindern vor Sexualtätern ausgelöst, die Mitte November zu einer Verschärfung des Sexualstrafrechts führte.
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 13. Jun. 2015, 12:01

Ich habe den FB Aufruf gelesen und stelle hier ein, was ich dort kommentiert habe:
Allcrime. Die Kriminalplattform Auf dieser Startseite outen sich 17 von 35 Autoren als gewaltbereite Menschen. Das sind ~ 50%. Bei 35.154 Kommentaren haben wir es also alleine auf dieser Seite mit ~ 17.500 gewaltbereiten Menschen zu tun. Vor wem, frage ich mich, sollten wir also mehr Angst haben?
vor 3 Minuten
Armin Schreiner hat bereits 18 Jahre für seine Tat abgesessen und niemand von uns kennt dessen psychologisches Profil und noch weniger die aktuellen Prognosen.
Nun sind 18 Jahre vergangen und zielgerecht wurde die vorzeitige Haftentlassung von Armin S. beantragt.
Haftentlassung von Armin S. beantragt. Das ist sein gutes Recht und ob dem stattgegeben wird, weiß auch niemand.
Trotzdem herrscht dort ein Hass, der mir wirklich zu denken gibt und am krassesten finde ich die Kommentare von Mitbürgern mit Migrationshintergrund, die dort von "Ehre" schreiben und den deswegen töten würden. Klar... deren Landsmänner haben auch schon eigene Familienmitglieder aufgrund dieser "Ehre" abgeschlachtet, erschossen, erschlagen oder verbrannt und deren Opfer waren keine Kindermörder.
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 13. Jun. 2015, 12:06

Und jetzt frage ich:

Wenn diese ~ 17.500 Menschen einen bis Dato inhaftierten Mörder ohne jegliches Wissen über dessen aktuellen psychischen Zustandes prophylaktisch killen wollen, was soll man dann mit denen tun? Die sind sind frei und ohne jegliche Aufsicht.

Nur so ein Gedanke meinerseits mit der Hoffnung, dass die verantwortlichen Psychologen von Armin Schreiner wissen, was sie tun.
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#6

Ungelesener Beitrag von pfiffi » So, 5. Jul. 2015, 08:40

Danke für die Hinweise @Salva

Ja, irre, wie einige ausrasten. War bei Edathy nicht anders.

Man denke auch an den Fall Emden. Okay, Schreiner ist erwiesen schuldig. Dennoch: Zur Zivilisationsentwicklung gehört es eben, mit sochen taten anders umzugehen.

http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... hauen.html
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#7

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 6. Jul. 2015, 19:26

Dieser Artikel der Bürgerinitiative "Natalie" e.V. ist bereits vom 31. März 2014 und wurde zuletzt am 7. April 2014 bearbeitet.
Was ist denn nun aus diesem Armin Schreiner geworden? Frei oder doch nicht? Wer hat aktuelle infos dazu?

Ich kann nichts darüber finden und bei FB hat das offenbar noch niemand kapiert, denn das "Hau drauf!" geht munter weiter, als wäre dieser Artikel von gestern!
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#8

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 7. Jul. 2015, 08:23

24. Oktober 2014
Bild
Armin S. vor dem Landgericht Augsburg. Foto: dpa

Keine vorzeitige Entlassung - Landsberg: Natalies Mörder bleibt in Haft

Der Mörder der kleinen Natalie bleibt noch weitere fünf Jahre im Gefängnis. Ein Gericht lehnte eine vorzeitige Freilassung von Armin S. ab.
...
Armin S. bleibt im Gefängnis. Die entscheidende Frage ist, wie lange noch? Im Frühjahr sagte Natalies Mutter Christine Astner zu einem Reporter der Augsburger Allgemeinen Zeitung, sie hoffe, dass er „noch 20 Jahre in Haft bleibt“.
So lange wird es nicht dauern, bis er freikommt. Lebenslänglich bedeutet im deutschen Strafrecht nicht, dass man tatsächlich bis zum allerletzten Tag im Gefängnis bleibt. Normalerweise kann man nach 15 Jahren auf vorzeitige Haftentlassung hoffen. Weil bei Armin S. die besondere Schwere der Schuld von den Richtern festgestellt wurde, muss er 23 Jahre absitzen. 2019 könnte der Kindermörder einen erneuten Anlauf nehmen und dann, so befürchten Juristen, hätte er durchaus Chancen auf Erfolg.
Quelle: Abendzeitung München

Die ganze Aufregung und die Hetztiraden bei Facebook sind umsonst. Vor 2019 kommt Armin Schreiner erst mal nicht frei.
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Jenny G.
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#9

Ungelesener Beitrag von Jenny G. » Di, 7. Jul. 2015, 13:07

ja, eben... da verstehe ich diese Aktion bei FB auch nicht, wenn er eh vor 2019 nicht raus kommen kann.
vielleicht solltet ihr das mal auf FB posten, damit die Leute das mal raffen -:-
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#10

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 7. Jul. 2015, 20:12

@Jenny G.
Du wirst es kaum glauben, aber das habe ich gestern bereits getan:
fb-armin_schreiner.jpg
Bürgerinitiative "Natalie" e.V. bei Facebook

Nachdem ich bei FB keine Antwort auf meine Frage bekommen konnte, habe ich selbst recherchiert und bin dabei auf den Beitrag von heute morgen gestossen.
Ich denke, eine Bekanntmachung macht dort keinen Sinn, denn das Problem bei FB ist das Lesen: es schimpft, flucht, hetzt und droht sich leichter als zunächst zu checken, um was es eigentlich geht und vor allem: wie alt solche Beiträge oder Aufrufe sind.

Gibt es eigentlich ein Fachwort für "Herdentrieb"? Muss mich diesbzgl. mal informieren!
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Finlule
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#11

Ungelesener Beitrag von Finlule » Di, 7. Jul. 2015, 21:54

zum Thema FB ,
die Mehrheit postet die vorgegebenen Bildchen und kommt sich wunder wie schlau damit vor,viele machen das nach und teilen weiter.Oft merken sie nicht das es ein Fake oder es alte Postings sind die längst nicht mehr aktuell sind.Leider,da sieht man wie schnell sich viele von irgend etwas beeinflussen lassen.
Für Herdentrieb wüsste ich kein Fachwort. :D

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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#12

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 7. Jul. 2015, 22:45

Zu diesem Phänomen habe ich etwas gefunden:

"Massenpsychologie ist ein Teilgebiet der Sozialpsychologie und beschäftigt sich mit dem Verhalten von Menschen in Menschenansammlungen.".

Auch von Gruppenverhalten ist dort die Rede, aber inwiefern man dieses Verhalten auf das Internet übertragen könnte, weiß ich (noch) nicht.

Hier die Wikipedia * Seite zum nachlesen.
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Re: Der Fall Armin Schreiner († Natalie Astner)

#13

Ungelesener Beitrag von Jenny G. » Mi, 8. Jul. 2015, 13:05

@Salva: ja, wollt ich auch grad sagen... das nennt sich auch Massen,- oder Gruppendynamik.

Dazu gab es mal eine Sendung, die Kriminalfälle beleuchtete, in denen die Täter in Gruppen auftraten.
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    von sweetdevil31 » Di, 17. Mär. 2015, 19:08 » in USA
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    Di, 8. Nov. 2016, 18:23

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