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Louisiana: Glenn Ford sitzt 29 Jahre lang unschuldig in der Todeszelle.

Diskussionsleitung
Eagle
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Louisiana: Glenn Ford sitzt 29 Jahre lang unschuldig in der Todeszelle.

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 7. Feb. 2016, 15:36

Glenn Ford sollte sterben, für einen Mord, den er nicht begangen hat. Der Staatsanwalt gibt fatale Fehler zu und bittet um Vergebung.
Im März 2014 verläßt Glenn Ford nach 29 Jahren seine Zelle, kommt bei einem Freund unter. Auf einem Tischchen neben seinem Bett liegen seine Medikamente, ein Sauerstoffgerät, Windeln und eine Packung Camel, filterlos, er hat ja nichts mehr zu verlieren.

Zweieineinhalb Wochen später ist er tot, Lungenkrebs. Und ein einst erfolgreicher Staatsanwalt namens Marty Stroud ist nun ein Mann, der jahrzehntelang vergebens nach Erlösung gesucht hat. Er weiß, er wird seinen Fehler nicht mehr gutmachen können.
Bild nicht mehr vorhandenGlenn Ford verließ nach über 30 Jahren das Gefängnis mit etwas mehr als 20 Dollar auf dem Konto
Bild nicht mehr vorhandenMarty Stroud - der ehemalige Staatsanwalt, der für die Verurteilung von Glenn Ford kämpfte. Heute bereut er - aus Gründen, die er nicht offenbaren will
Es sind nur wenige Fälle bekannt, in denen in den USA jemand ähnlich lange unschuldig in der Todeszelle saß wie Glenn Ford. Nie hat ein Staatsanwalt, der dafür verantwortlich ist, seine Schuld öffentlich eingestanden. Ford, schrieb der Staatsanwalt vor ein paar Monaten in einer Lokalzeitung, hätte niemals ins Gefängnis gehen dürfen.
Glenn Fords Fall ist gut dokumentiert. Es gibt Hunderte Seiten Gerichtsakten, es gibt Anwälte, Freunde und Krankenschwestern Fords, mit denen man sprechen kann. Auch Ford und der Staatsanwalt Stroud haben ihre Geschichte bis vor Kurzem erzählt. Bis der eine nicht mehr sprechen konnte und der andere nicht mehr sprechen wollte. Es war ein Mord, begangen im Jahr 1983, der die Leben dieser beiden Männer erst zusammengebracht und sie dann zerstört hat.
Ford lernt das Leben von einer anderen Seite kennen. Seine Mutter stirbt kurz nach seiner Geburt, sein Vater hat einen schweren Unfall und kann sich nicht um die Kinder kümmern. Also wachsen Glenn und seine beiden älteren Geschwister bei ihrer Großmutter im Süden Kaliforniens auf. Ford besucht die Highschool, schafft die Hochschulreife.
Er beginnt eine Ausbildung, bricht sie ab, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Er lernt eine Frau kennen, sie hat schon zwei Söhne. Zusammen bekommen sie zwei weitere Söhne. Das Geld ist immer knapp, Ford beginnt zu klauen und Drogen zu verkaufen. Als die Polizei hinter ihm her ist, beschließt Ford, eine Weile zu verschwinden. Er verlässt seine Familie in Kalifornien und zieht zu seinem Vater nach Shreveport. Da ist es 1980.
Er tut sich schwer, Freunde in Shreveport zu finden. Er geht in Nachtclubs, reißt Frauen auf, hat Liebschaften, nichts Festes. Er jobbt in einem Sandwichshop und hilft weißen Hausbesitzern bei der Gartenarbeit. Isadore Rozeman zum Beispiel.

Der 58-Jährige lebt in einem kleinen, weißen Holzhaus mit einer in den Südstaaten so typischen Veranda vor der Eingangstür. Im Erdgeschoss hat er einen Laden eingerichtet, er kauft und verkauft Schmuck und Porzellan. Ford mäht regelmäßig Rozemans Rasen, jätet seine Beete, stutzt die Hecke.
Am 5. November, einem Samstagnachmittag, treffen ab 15.24 Uhr mehrere Polizisten in Rozemans Haus ein. Sie finden ihn hinter dem Verkaufstresen, auf dem Bauch liegend, in einer Blutlache. Seine Hosentaschen sind nach außen gestülpt, neben seinem Kopf liegt seine Brille und eine Pistolenkugel, Kaliber 38. Hinter dem rechten Ohr hat Rozeman ein Einschussloch, glatter Durchschuss. Einer der Beamten fasst Rozeman ans Handgelenk. Kein Puls, schreibt er später in seinen Bericht.
Zum vollständigen Bericht welt



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