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Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

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Eagle
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Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 8. Okt. 2015, 16:02

Bild nicht mehr vorhandenDer Obdachlose aus Terlizzi spricht Deutsch - Fot
Lebenszeichen eines totgeglaubten Wieners 23-Jähriger verschwand mysteriös nach der "Fête Blanche" in Velden:

Ist er in Süditalien aufgetaucht?
180311/Letztes Update am 08.10.2015, 06:00

Ich habe immer geglaubt, dass er am Leben ist. Im Inneren des Herzens war mir das einfach klar", sagt die Sprechstundenhilfe der Schwester von Martin Bohdal. Die angesehene Familie aus Wien, die als Ärzte und im Immobilienhandel tätig sind, schöpft nun neue Hoffnung. Der Sohn, der Bruder: Ist er vielleicht doch am Leben? Es wäre wohl eine kleine Sensation.

Die Vorgeschichte: Am 7. August 1998 besucht Martin Bohdal (23) die berühmte "Fête Blanche" (Weißes Fest) im noblen Velden am Kärntner Wörthersee. Dort wird bekanntermaßen bis in die Morgenstunden wild gefeiert. Lange nach Mitternacht landen alle weiß gekleideten Partygäste in der bekannten Disco "Fabrik" in Saag, so auch der Wiener. Gegen drei Uhr hat ihn ein Zeuge zuletzt gesehen. Doch irgendwann verschwand er. Spurlos.

Angeblich ertrunken

Bild nicht mehr vorhandenPorschefahrer Martin Bohdal im Jahr 1998 - Foto: FREMD/Gerd Eggenberger (Repro)
Der erste Verdacht lautet, er sei mit Freunden auf einem Motorboot mitgefahren. "Wie es aussieht, ist er dort herausgefallen und ertrunken", heißt es kurz danach bei der örtlichen Gendarmerie.

Vor dem Hotel Leopold, in dem Bohdal genächtigt hatte, wird bald dessen Porsche 911 gefunden. Absolut nichts deutet auf ein beabsichtigtes Verschwinden des jungen Mannes hin.

Die Eltern wollen aber an einen Unfall nicht glauben. Sie engagieren einen Wiener Privatdetektiv. Eine Woche lang sucht dieser mit 14 Personen nach Hinweisen auf den Verbleib des jungen Mannes aus gutem Haus. Der Privatermittler geht zeitweise sogar von einer Entführung aus. Die Kriminalabteilung Kärnten spricht hingegen von einer "Alibiaktion" des Detektives: "Nichts deutet auf ein Verbrechen hin."

Sechs Freunde von Bohdal werden daraufhin intensiv von Kriminalisten befragt, sie behaupten dennoch felsenfest, Martin sei nicht mit an Bord des Motorbootes gewesen. Ihnen werden Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung angedroht, doch sie leugnen weiterhin. Allerdings finden sich auch keine Zeugen, die den Wiener auf dem Motorboot beim Hotel Pörtschach gesehen haben wollen.

Kurze Zeit später machen wilde Gerüchte in der Umgebung die Runde. Von einem vertuschten Motorbootunfall ist die Rede, gar von einem Gewaltverbrechen. Bohdal sei mit einem Sonnenschirm erschlagen und im Wörthersee versenkt worden, heißt es. Die Feuerwehr rückt mit einer Spezialkamera an, die bis zu 70 Meter in die Tiefe des Sees schauen kann. Sogar eine Wahrsagerin wird engagiert. Doch alles vergeblich. Nach zwei Wochen Suche geben alle Beteiligten auf. Es findet sich nicht die geringste Spur.

Bohdals Vermisstenanzeige im Internet fristet seither ein Schattendasein. Doch das weltweite Datennetz vergisst nicht. Und manchmal ist das gut so.

Ein Obdachloser

Vor rund zwei Monaten sitzt Giovanni Mele vom Designstudio Bilanzuolo vor dem Computer im italienischen Terlizzi (30 Kilometer nordwestlich von Bari), wie er dem KURIER telefonisch bestätigt. In seinem Ort ist ein mysteriöser Obdachloser aufgetaucht. Er schläft dort auf einer Bank, die Bewohner schenken ihm Kleider und Lebensmittel. Der Mann spricht kaum italienisch und lässt sich Andreas oder Zoltan nennen. Mele fotografiert ihn und testet ein Datenbankprogramm, berichtet eine lokale Zeitung. Dabei gibt es einen Treffer, der Name Martin Bohdal taucht auf. Der Obdachlose schaut ihm extrem ähnlich, auch eine Narbe auf der Nase ist bei beiden Fotos zu erkennen.

Mele meldet sich beim staatlichen Fernsehsender RAI, der bei der österreichischen Botschaft in Rom nachfragt. Inzwischen macht sich eine Reporterin der Sendung "Chi l'ha visto?" (Wer hat ihn gesehen?) auf den Weg in die 27.000-Einwohner-Stadt Terlizzi.

Gemeinsam mit einem Deutsch-Dolmetscher befragen sie den offensichtlich verwirrten Mann. Sie wollen von ihm wissen, ob er Martin Bohdal ist. Er scheint zu verstehen und lacht sichtlich. Mit etwas Fantasie ist ein "Ja" herauszuhören. Auf die Frage, ob er den Wörthersee kennt, nickt der Mann auf der Parkbank in Terlizzi und lächelt. Zum Abschluss verabschiedet er sich mit einem Handkuss.

Anderen Berichten zufolge spricht der Obdachlose deutsch mit Wiener Akzent.

Im Landeskriminalamt Kärnten heißt es, dass Interpol eingeschaltet ist. Die italienische Polizei muss jetzt klären, ob es sich bei dem Obdachlosen um Bohdal handelt. Das wäre etwa über einen DNA-Test möglich. "Das wird aber dauern", heißt es bei der Kärntner Polizei.

Für tot erklärt

Wenn es sich tatsächlich um den nun 40-jährigen Martin Albert Bohdal handelt, könnte es interessante rechtliche Folgen geben. Denn er wurde im heurigen März vom Bezirksgericht Döbling offiziell für tot erklärt. Das wurde allerdings nicht an die Kärntner Polizei weitergeleitet. "Deshalb haben wir das Bild nicht von unserer Fahndungsseite entfernt", sagt ein Polizeisprecher.

Ein Glück, sonst hätte das Programm von Giovanni Mele nicht angeschlagen.

Kurier



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Eagle
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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#2

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 8. Okt. 2015, 16:13

1998 verschwundener Wiener lebt möglicherweise in Italien

7. Oktober 2015 11:51

Bild nicht mehr vorhandenDer Wiener ist 1998 am Wörthersee verschwunden. - © APA (Sujet)http://cdn1.vienna.at/2015/10/wasserrettung-650x435.jpg[/sbild]

Redakteure einer vom staatlichen italienischen Fernsehen RAI wöchentlich ausgestrahlte Sendung, in der verschwundene Personen gesucht werden, haben möglicherweise einen seit 1998 vermissten Wiener getroffen. Es wird geprüft, ob der damals 23-Jährige ident mit einem Obdachlosen ist, der in der süditalienischen Kleinstadt Terlizzi bei Bari lebt.

Martin Bohdal war in der Nacht auf 8. August 1998 am Wörthersee verschwunden. Möglicherweise stürzte er auf dem Weg zur Diskothek “Fabrik” in Saag aus einem Boot. Die Umstände blieben unklar.
Obdachloser in Italien möglicherweise der vermisste Wiener

Anhand von Fotos auf der Website der RAI-3-Sendung “Chi l’ha visto?” (Wer hat ihn gesehen?), wollen Bewohner von Terlizzi eine Ähnlichkeit zwischen dem Obdachlosen in ihrer Stadt und dem Wiener erkannt haben. Vor allem eine Narbe zwischen den Augen und der Nase weckte ihre Aufmerksamkeit.

Eine Redakteurin der Sendung traf den Obdachlosen und fragte ihn mit Hilfe eines Dolmetschers, ob er Martin Bohdal sei. Der Mann nickte, gab jedoch Informationen preis und wirkte abwesend. Der Obdachlose kennt angeblich nur wenige italienische Wörter und lässt sich manchmal Andreas oder Zoltan nennen. Seit Wochen schlafe er auf einer Bank, Einwohner der Stadt würden ihm Kleider und Lebensmittel schenken, hieß es in einer Reportage, die in der vergangenen Woche gesendet wurde.

vienna.at

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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#3

Ungelesener Beitrag von Eagle » Fr, 9. Okt. 2015, 21:50

Inzwischen hat Interpol die Ermittlungen aufgenommen, eine DNA-Test soll Klarheit bringen.

krone.at


Im März diesen Jahres wurde der Vermisste Martin Albert Bohdal offiziell für tot erklärt, die zuständige Polizeidienststelle nicht informiert.


kurier.at

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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#4

Ungelesener Beitrag von Finlule » Sa, 10. Okt. 2015, 00:33

Ich bin gespannt,immer noch ist mir ein Rätsel wie man es schafft sich so viele Jahre zu verstecken ohne bemerkt zu werden!
Ohne Konto geht doch heut zu Tage gar nix!Und Arbeit ,ein gewissen Umfeld irgendwo auch.

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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#5

Ungelesener Beitrag von Eagle » Sa, 10. Okt. 2015, 07:43

@Finlule

Aus den Berichten geht hervor das er sich als Obdachloser in einer italienischen Kleinstadt aufhält, kaum italienisch spricht.
Wer weiß wie lange er dort ist und wo er sich vorher aufgehalten hat. Er wirkt auf dem Bild verwahrlost, wird als verwirrt beschrieben. Ein Obdachloser hat i.d.R. kein Einkommen, wozu sollte er ein Bankkonto haben?

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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#6

Ungelesener Beitrag von Finlule » Sa, 10. Okt. 2015, 10:05

@Eagle
stimmt auch ,ein bankkonto hat wohl nicht jeder war jetzt ne blöde bemerkung von mir ;)

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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#7

Ungelesener Beitrag von Feelee » Sa, 10. Okt. 2015, 10:26

Der Fall ist recht interessant. Ich hoffe, man wird bald wissen, ob der Obdachlose tatsächlich Martin ist. Nehmen wir einmal an, er ist es tatsächlich. Was könnte damals passiert sein?

Der Obdachlose ist herunter gekommen und verwirrt. Was führte zu diesem Zustand? Martin kommt aus einer wohlhabenden Familie. Er ist Luxus gewohnt. Er lebte das Leben in vollen Zügen und verschwindet. Was könnte in all den Jahren mit ihm passiert sein?

Gedächtnisverlust? Wenn man niemanden hat, der einen dann zum Arzt bringt, was macht man dann? Lebt man dann auf der Straße? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen. Hoffentlich wird bald festgestellt, ob es Martin ist.

Andererseits, wenn der Mann nicht Martin ist, müsste ihn doch irgend einer erkennen? Wenn er keine Familie hat, dann vielleicht alte FReunde? Mir fehlt wirklich die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die niemand zuordnen kann. Traurig.
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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#8

Ungelesener Beitrag von Eagle » Mo, 12. Okt. 2015, 15:50

Update am 09.10.2015, 06:00
Experte sieht Zusammenhang Datenforensiker prüfte und hält es für wahrscheinlich, dass der Obdachlose tatsächlich Martin Bohdal ist.
Biometrie:
Aufgrund des Bartes und der langen Haare sei ein Vergleich schwierig, betont Sailer, aber der "eiförmige Kopf" sei ident. Vor allem fünf auffällige Merkmale in der Gesichtspartie zeigen eine mögliche Übereinstimmung. So gebe es über dem rechten Auge einen auffälligen Oberlidrand. "Das ist alles bei dem Obdachlosen deutlich stärker ausgeprägt, aber bei so einem Lebensstil und dem fortgeschrittenen Alter wäre das normal", erklärt der Datenforensiker.
Experte Uwe Sailer - Foto: FOTO LUI/FOTOLUI
Beim linken Auge sind gleich drei Übereinstimmungen zu finden. Ein sogenanntes Karunkel (knotenförmige Erhebung, Anm.) in Nasennähe, eine gleiche Unterlidfalte und eine übereinstimmende Augenhöhlenfalte. Dazu gebe es laut dem Sachverständigen noch weitere Punkte, die ähnlich scheinen, aber anhand der Fotos nicht restlos geklärt werden können. "Am Ende muss es eine DNA-Probe klären", sagt Sailer.
Momentan liegt der Fall bei Interpol. Das Landeskriminalamt Kärnten hat eine Anfrage an die italienische Polizei gestellt und wartet auf Antwort. "Prinzipiell stimmt es, dass so ein Fall für die Polizei Privatsache ist, das wäre auch bei uns so.
Unklar ist, ob die italienische Polizei den Mann bisher überhaupt gefunden hat und wo er sich derzeit aufhält.
Ein langjähriger Freund von Martin Bohdal wirft dem italienischen Staatssender RAI hingegen vor, nur eine "Sensationsstory" gemacht zu haben, die bei der Familie alte Wunden aufreißen würde. Die Mutter des Vermissten war in die Sendung eingeladen worden, lehnte deshalb aber einen Besuch im Studio ab, berichtet der Freund und Immobilienhändler dem KURIER.
kurier

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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#9

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 18. Okt. 2015, 10:53

Die Identität des Obdachlosen wurde festgestellt, es handelt sich nicht um den Vermissten.

Der Obdachlose von Terlizzi ist nicht der vermisste Wiener Martin Bohdal. Das ergaben die Untersuchungen der lokalen Carabinieri. Dem Mann wurden offenbar vor bereits vor einigen Tagen Fingerabdrücke abgenommen, berichtet die Lokalzeitung Terlizziva. Die Abdrücke wurden anschließend in die lokale Datenbank eingegeben und ergaben einen Treffer.

kurier.at

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Re: Österreich: Vermisster nach 17 Jahren aufgetaucht?

#10

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 18. Okt. 2015, 12:37

Die wahre Identität des Mannes:

Er stammt aus Ungarn
Nun stellte die Polizei fest, dass es sich tatsächlich um einen Mann mit ungarischer Herkunft handelt. Er bewegt sich von Stadt zu Stadt und übernachtet dann dort ein paar Wochen. Die fast idente Narbe auf der Nase dürfte also nur eine zufällige Ähnlichkeit sein. Die italienische Polizei soll bereits die österreichische Botschaft in Rom informiert haben. Das Landeskriminalamt in Kärnten wusste davon auf KURIER-Anfrage noch nichts.
Kurier
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