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Altenmarkt/Schnaitsee/Traunstein: Sohn (20) gesteht Mord an Mutter (53)

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loraflora
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Altenmarkt/Schnaitsee/Traunstein: Sohn (20) gesteht Mord an Mutter (53)

#1

Ungelesener Beitrag von loraflora » Mi, 7. Nov. 2018, 14:26

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Was hat einen 21-jährigen Altenmarkter dazu getrieben, seine Mutter mutmaßlich zu ermorden? Am Mittwochvormittag ist der Prozess am Landgericht Traunstein fortgesetzt worden.


Hier handelt es sich um eine grausame Tötung, die der Sohn in Details beschreibt.


"Das Motiv für die Tat ist noch immer nicht geklärt und ganz Altenmarkt fragt sich "Warum?". Der 20-Jährige gilt als zurückhaltend und intelligent, er besuchte ein Privatgymnasium in der Nähe von Altenmarkt, absolvierte dort sein Abitur. Die Unterbringung dort koste 3.300 Euro pro Monat"

"Spielende Kinder fanden am Mittwochnachmittag eine Leiche in einem Waldstück zwischen Kienberg und Harpfing.
Der Leichnam soll halb vergraben gewesen sein."

""Ich hab das den Kindern erst gar nicht geglaubt", schilderte der Vater der Kinder, die den Leichnam am Mittwoch entdeckten, gegenüber der Passauer Neuen Presse (PNP). Wenig später habe er eine aus dem Waldboden herausragende Hand gesehen. Wie er der PNP schilderte, sei die Hand relativ sauber gewesen, habe aber rötlich-orange Verfärbungen gehabt. Außerdem sei zumindest ein Nagel der nach innen gekrümmten Finger mit einem weißen Lack überzogen gewesen."

"Der wichtigste Zeuge - und gleichzeitig Mitangeklagte - sagte am Dienstag aus: der 20-jährige Freund des Altenmarkters. Her half ihm beim Verpacken, Verfrachten und Verscharre der toten Mutter. Außerdem putzten die beiden am Tag nach der Tat die Blutspuren weg. Viele Vorwürfe der Staatsanwaltschaft konnte der Freund bestätigen. Der junge Mitangeklagte war vor Gericht noch immer sichtlich gezeichnet von der Tat. Es stellte sich auch heraus, dass die beiden Männer in einem äußerst engen Verhältnis stehen: "Wir waren beide voneinander abhängig", so der 20-Jährige."

"Der 21-jährige Hauptangeklagte aus Altenmarkt ist angeklagt wegen Mordes, gefährlicher und schwerer Körperverletzung. Sein Freund muss sich wegen unterlassener Hilfeleistung und Strafvereitelung verantworten. Die Öffentlichkeit wurde vom Prozess ausgeschlossen, Pressevertreter bleiben aber zugelassen."



Vorgeschichte und Verlauf:

07.11.2018 Mutter war für ihn ein "psychisch gestörtes Monster" https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 20514.html
25.11.2017 Ein Mord in besten Kreisen? Eliteschüler tötete seine Mutter https://www.chiemgau24.de/chiemgau/tros ... 93040.html
24.11.2017 Leichenfund bei Schnaitsee: Verhaftung mit großem Polizeiaufgebot in Altenmarkt https://www.chiemgau24.de/chiemgau/tros ... 87696.html
24.11.2017 Die eigene Mutter getötet! So beschreibt ein Bekannter Uli W. (20) https://www.chiemgau24.de/chiemgau/tros ... 91545.html
19.09.2017 Suchmaßnahmen eingestellt: Keine Spur von der Vermissten https://www.chiemgau24.de/chiemgau/tros ... 94234.html
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Altenmarkt/Schnaitsee/Traunstein: Sohn (20) gesteht Mord an Mutter (53)

#2

Ungelesener Beitrag von loraflora » Mi, 7. Nov. 2018, 15:06


Polizeieinsatz nach Leichenfund bei Schnaitsee
Mindestens sechs Tage sind für den Prozess am Landgericht Traunstein anberaumt. Prozessauftakt ist am Mittwoch, 31. Oktober um 9 Uhr. Weitere Verhandlungstage sind auf den 6., 7., 12., 13., 15. und womöglich 16. November, ebenfalls je um 9 Uhr, datiert.

Besonders ist mir dies aufgefallen:

Mitangeklagter sagt aus

Der 20-jährige, mitangeklagte Trostberger soll dem Gericht jetzt die Beziehung zum Angeklagten schildern. Auf dem Gymnasium habe man sich kennengelernt, dann wurde die Freundschaft immer enger: Mehrmalige Treffen pro Woche, stundenlanges Chatten am Abend - die beiden schmiedeten sogar schon an einer eigenen Firma und verschuldeten sich dafür.

"Er hatte das, was ich nicht hatte: Entschlossenheit, Durchsetzungskraft, Lebenslust", spricht der 20-Jährige in höchsten Tönen von seinem Freund, der zehn Meter entfernt auf der Anklagebank sitzt. Noch genauere Fragen des Gerichts zum Verhältnis will er aber nicht beantworten. "Wir waren beide voneinander abhängig", beschreibt der junge Mann das Verhältnis.

Er spricht von einem "gemeinsamen Leben" und der Angst, den anderen verlieren zu können. Was kann er zum Verhältnis zwischen dem hauptangeklagten Altenmarkter und seiner Mutter sagen? Auch hier will der junge Mann zuerst nichts sagen, scheint seinen besten Freund in Schutz nehmen zu wollen. Er beschreibt seine Mutter als anfangs nett, er fühlte sich wohl bei der Familie - doch im Laufe des Jahres 2017 änderte sich wohl Einiges: "Sie wurde misstrauisch, hat mich abschätzig angeschaut."

"Ich bin eigentlich nur noch zu ihm gegangen, wenn seine Mutter nicht da war", so der 20-jährige Kumpel des Hauptangeklagten. Durch dieStreits in der Familie sei es wohl auch zu Polizeieinsätzen gekommen, der Vater zog daraufhin aus. Die Mutter sei dann "eigentlich nur noch zum Essen und zum Schlafen zuhause" gewesen. Mit seinem Freund redete er über dieses Thema aber ungern: "Das war wie eine Parallelwelt."

Mit einem SMS sagte der Hauptangeklagte seinem Freund Bescheid - er solle schnell kommen: "Als ich in der Haustür stand, waren seine ersten Worte dann 'Ich hab sie umgebracht'. Als ich im Wohnzimmer hinter dem Tisch dann hellblaue Plastiksäcke liegen sah, habe ich es realisiert", so der 20-Jährige. Die erschlagene Mutter war von ihrem Sohn bereits teilweise in Plastiksäcke eingehüllt worden.

Später half der Mitangeklagte seinem Freund, Klebebandstücke für die Plastiksäcke abzuschneiden: "Es war irgendwie klar, dass wir die Leiche verschwinden lassen werden. Wie in einem Film, da ist ja auch klar, was dann passiert." Die Aussage ist für den 20-Jährigen eine sichtliche Qual, immer wieder kämpft er mit den Tränen.

Mit Hilfe einer Leiter trugen die beiden die tote Mutter dann ins Auto und fuhren los - bis man in dem Waldstück bei Altenöd/Schnaitsee landete. Die beiden begannen zu graben, es war dunkel, rund 30 Zentimeter tief wurde das Loch: "Jedes Mal wenn ein Auto vorbeifuhr, hab ich einen richtigen Schock bekommen. Da ist mir richtig bewusst geworden, wie schlimm das eigentlich ist." Der junge Trostberger habe "richtig Angst" vor der Leiche gehabt, und sei froh gewesen, sie nicht wirklich gesehen zu haben.

Die beiden jungen Männer übernachteten nach dem Vergraben dann im Haus in Altenmarkt - dort, wo kurze Zeit zuvor noch der mutmaßliche Mord an der Mutter passierte. Am nächsten Morgen wurden der Boden gewischt und Blutspritzer von den Fenstern weggeputzt. Ein wirklich klärendes Gespräch gab es zwischen den Freunden nie in den zwei Monaten, bis spielende Kinder die Leiche in dem Waldstück fanden. "Aber wir wussten, dass es falsch war."

So schilderte der Angeklagte den Todeskampf seiner Mutter

Auch wenn er hier vor Gericht nichts sagt, gegenüber der Kripo war der angeklagte Altenmarkter von Anfang an voll geständig. Der Kripo-Beamte, der ihn vernahm, ist jetzt als Zeuge geladen und gibt die Aussage des 21-Jährigen wieder. Ein Streit um Geld soll es gewesen sein, der zur Auseinandersetzung führte. Diese eskalierte: Eine Verfolgungsjagd durch das Haus und Schreie - bis die Mutter über die Terrassentüre hinausfliehen wollte und um Hilfe rief. Doch der Altenmarkter habe sie nach eigenen Angaben zurück ins Wohnzimmer gezogen.

Es folgte ein Kampf zwischen Mutter und Sohn: Sie habe ihn in den Daumen gebissen, als er sich lösen konnte, biss ihr der Sohn ein Stück der Unterlippe ab - damit sie nicht mehr um Hilfe rufen konnte. Das Lippenteil spuckte er wieder aus. "Das war sehr eklig für ihn", beruft sich der ermittelnde Kripo-Beamte auf die Aussagen des Altenmarkters.

Dann bat die Mutter, sich nach diesem entstellenden Biss im Spiegel anschauen zu dürfen - eine Gelegenheit, die sie nach Aussagen ihres Sohnes wieder zur Flucht nutzte. Diesmal kam die 53-Jährige bis in den Garten. "Ein Zeuge hörte sie sogar schreien, aber er dachte, das wären Kinder", sagt der Polizist. Als ihr Sohn sie einholte, würgte er die Mutter nach eigenen Angaben bis zur Bewusstlosigkeit und zog sie wieder ins Haus.

Über 20 Minuten lang habe er sie dann beobachtet, wie sie röchelnd, blutend und mit starrem Blick am Boden lag. Nur der Fuß habe noch manchmal gezuckt, sagte der Angeklagte bei der Vernehmung durch die Polizei. Um sie von ihrem Leid zu erlösen, wie er angab, wollte er ihr zuerst das Genick brechen, was aber misslang. Dann habe er einen Hammer geholt und ihr mehrmals auf den Kopf geschlagen.

Dann holte der 21-Jährige seinen Freund aus Trostberg. Sie verpackten und verfrachteten die Leiche ins Auto, um sie dann in einem Waldstück nahe Schnaitsee zu vergraben. Die Angaben zwischen den beiden decken sich weitgehend. Das Gericht kommt der Wahrheit also immer näher.


Der Vollständigkeit halber:

06.11.2018 "Wie im Film": Mitangeklagter spricht über schlimmsten Tag seines Lebens https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 16144.html
31.10.2018 Mutter gewaltsam ermordet? Öffentlichkeit ausgeschlossen https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 52722.html
16.10.2018 Mutter ermordet und verscharrt - Was trieb den Altenmarkter (20) dazu? https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 32287.html
27.06.2018 Mordfall Ute W.: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Sohn https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 86230.html
29.05.2018 Mordfall Ute W.: Ermittlungen dauern wohl noch vier Wochen https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 08343.html
12.12.2017 Ermittlungen im Mordfall Ute W. schwierig und zeitintensiv https://www.chiemgau24.de/chiemgau/tros ... 42287.html
27.11.2017 Wurde Altenmarkterin Ute W. mit einem Hammer erschlagen? https://www.chiemgau24.de/chiemgau/tros ... 98452.html
23.11.2017 Vermisste Altenmarkterin (53) mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer einer Gewalttat https://www.chiemgau24.de/chiemgau/tros ... 60382.html
18.09.2017 Wo ist Ute W.? Polizei bittet um Mithilfe: 53-Jährige aus Altenmarkt vermisst https://www.chiemgau24.de/bayern/polize ... 94350.html
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#3

Ungelesener Beitrag von loraflora » Do, 8. Nov. 2018, 17:52



UPDATE, 18.12 Uhr - Verletzungen, wie sie Gerichtsmediziner noch nie gesehen hat


Was war die Todesursache für die Mutter des Angeklagten? Gerichtsmediziner Randolph Penning sagt nun vor dem Landgericht aus - und zählt eine ganze Reihe unterschiedlichster Verletzungen auf. Zwei Verletzungen könnten laut dem Mediziner todesursächlich gewesen sein:

Zum einen könnten die Schläge mit den Spitzen eines Zimmererhammers auf den Kopf der Frau tödlich gewesen sein. Knochenscherben wurden dadurch tief ins Gehirn hineingetrieben. Zum anderen könnte der über den Kopf gezogene Plastiksack todesursächlich gewesen sein. In einem ist sich der Gerichtsmediziner aber sicher: Der Anruf eines Notarztes durch den Freund des Hauptangeklagten hätte nichts mehr ändern können. Die Frau hätte höchstens noch durch Maschinen künstlich am Leben gehalten werden können - ohne Besserungsaussicht.

Gerichtsmediziner Penning geht auch auf die Unterlippe ein, die der Sohn seiner Mutter abbiss: "Sowas ist eine Rarität bis ein Unikat", so der Gerichtsmediziner. In seinen 15.000 Untersuchungen, die er in seiner Berufslaufbahn hinter sich habe, wäre ihm so eine Verletzung noch nie untergekommen. Das Abbeißen kann er sich nur durch "menschliche Instinkte aus Urzeiten" erklären, die bei diesem Konflikt in der Nahdistanz durchgebrochen wären.

Quelle: https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 20514.html


Von so etwas, also nicht abbeißen aber in die Unterlippe beißen, habe ich mal über einen (prominenten) Vergewaltiger auf einer amerikanischen Webseite gelesen. Um die Gegenwehr des Opfers im unteren Bereich des Körpers kurzfristig zum erliegen zu bringen, biß er den Frauen in die Lippe und nutzte den Schreckmoment des plötzlichen Schmerzes, um sie in diesem Augenblick zu penetrieren.
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#4

Ungelesener Beitrag von loraflora » Mo, 12. Nov. 2018, 17:46

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Die beiden Angeklagten im Gerichtssaal. Im weißen T-Shirt der Mittäter, der Haupttäter trägt einen roten Sweatpulli.
© mb


Warum tötete ein 21-jähriger Altenmarkter seine Mutter? Am Montag versuchte das Gericht herauszufinden, welcher Mensch sie war - doch es bleibt auch der Verdacht, dass es um Geld ging.

Zwei alte Freundinnen aus Jugendzeiten sagten als Zeuginnen aus. Aber: Sie hatten in den letzten Jahren fast nur noch telefonisch Kontakt zu der Frau: „Als krank habe ich sie nicht empfunden“, so eine alte Freundin der Mutter. Nur nach der Trennung vom Mann habe sie angespannt, teils auch aggressiv gewirkt. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn sei von Beginn an dagegen „gesund und innig“ gewesen.
Einer weiteren Zeugin gegenüber äußerte die Mutter auch den vermeintlichen Grund für die Trennung vom Mann: Er habe ihren Sohn missbraucht. Auch gegenüber weiteren Zeugen äußerte sie diesen Verdacht – belegen konnte sie ihn aber nie.
„Sie erzählte mir plötzlich, dass sie die Reinkarnation von Maria sei und ihr Sohn vom Jesuskind. Ende 2016 war das. Da wusste ich, jetzt wird es zu viel“ - dieses Urteil fällte dagegen der Bruder der getöteten Frau. Fürsorglich, lebensfroh und engagiert sei sie zuvor gewesen – und etwas esoterisch. Doch seit Anfang 2017 habe sie eine psychische Krankheit entwickelt. Auch die gemeinsame Mutter sei schließlich schizophren gewesen.
Laut des Bruders der Getöteten wollte sie ihrem Sohn wohl kein Geld mehr für seine Geschäftsidee geben. Auch die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Geld der Auslöser für den letztlich tödlichen Streit war.


Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. Ein Urteil wird für nächste Woche erwartet.


Volltext: https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 43071.html
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#5

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 13. Nov. 2018, 17:57

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"Es war das Beste, sie zu töten"

Die Mutter soll ihr Leben ganz ihrem Sohn gewidmet haben. "Sie wollte auch keine geregelte Arbeit, weil ihr Sohn so viel Aufmerksamkeit bräuchte und empfindlich sei, sagte sie", so eine langjährige Freundin.

Wie der Angeklagte zu seiner Mutter stand, ist nach wie vor eher nebulös - er schweigt.

Bekannt ist, dass der heute 21-Jährige vor allem in den Tagen und Wochen vor der Tat Probleme mit seiner Mutter hatte: "Grauenhaft" sei das Zusammenleben, so der Altenmarkter in einem SMS, er bezeichnete sie als "psychisch gestört". Tatsächlich schien sich die Mutter seit dem Jahresende 2016 verändert zu haben, auch ihr Bruder vermutete eine Schizophrenie.
Ein weiterer Konfliktpunkt zwischen den beiden schien aber Geld zu sein: Der Angeklagte gründete mit zwei Freunden - einer davon ist wegen unterlassener Hilfeleistung und Strafvereitelung ebenfalls angeklagt - eine Firma. Durch die Zeugenaussage des Bruders wurde auch klar, dass die Mutter wohl irgendwann kein Geld mehr in das Vorhaben des Sohnes stecken wollte.
Auch rund zwei Monate nach dem mutmaßlichen Mord an seiner Mutter zeigte er nämlich alles andere als Reue – das sagt nun der Ermittlungsrichter vor Gericht aus. Er vernahm den Altenmarkter nach der Festnahme im November 2017.

“Er sagte zu mir, er sei auch heute noch überzeugt, dass es das Beste war, seine Mutter zu töten”, so der Ermittlungsrichter. Für beide – Mutter und Sohn – sei es das Beste gewesen, habe der junge Mann bei der Vernehmung gesagt. Er habe seine Mutter “erlösen” wollen, weil sie durch die im Kampf abgebissene Unterlippe entstellt worden wäre und wegen ihrer psychischen Erkrankung. Aber: Er habe die Tat nicht geplant, sie sei aus der Situation heraus entstanden.
Ein klares Geständnis – doch die Verteidiger des jungen Mannes wollen, dass es vom Gericht ignoriert werden muss.
Überhaupt habe der Altenmarkter “frei von der Leber weg erzählt, wie alles passiert ist”, so der Ermittlungsrichter im Zeugenstand: “Er erzählte das Ganze, als würde es sich um einen Ladendiebstahl handeln. Ich hatte fast den Eindruck, er hat's gerne erzählt.” Nicht nur gegenüber dem Ermittlungsrichter, auch gegenüber dem Kripo-Beamten kurz nach der Festnahme, war der Angeklagte geständig – nur vor Gericht eben noch nicht.


Der Prozess wird am Donnerstag in Traunstein fortgesetzt. Dann soll unter anderem der Stiefvater des Angeklagten und ein weiterer Freund der beiden jungen Männer aussagen, mit dem sie eine Firma gründen wollten.



Volltext: https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 54059.html
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#6

Ungelesener Beitrag von loraflora » Do, 15. Nov. 2018, 17:49

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Schwieg auch gestern vor Gericht: der angeklagte 21-Jährige, den Polizisten in den Verhandlungssaal brachten.
Kretzmer


Mordprozess: Richter krank – am Montag geht’s erst weiterTraunstein/Altenmarkt. Im Traunsteiner Prozess um einen Altenmarkter (21), der seine Mutter getötet haben soll, geht es nicht wie geplant heute und am Freitag vor der Jugendkammer als Schwurgericht in Traunstein weiter. Weil der Vorsitzende Richter erkrankt ist, ist der kommende Montag, 9 Uhr, nächster Termin. Ob das Urteil wie geplant am Montag, 26. November, 16.30 Uhr, verkündet wird, ist noch fraglich.
https://plus.pnp.de/ueberregional/bayer ... gramm.html



Heute hätte der Stiefvater und ein weiterer Freund des TV, der an der geplanten Firmengründung beteiligt gewesen zu sein scheint, aussagen sollen:

Wird auch der Stiefvater gegen ihn aussagen?

Seine Frau wurde mit einem Hammer erschlagen - heute tritt er dem mutmaßlichen Mörder gegenüber. Was kann der Stiefvater des Angeklagten zur Tat sagen?

Die Zeugenaussage des Stiefvaters wird mit Spannung erwartet. Nicht nur, weil die Hintergründe der Tat noch etwas im Unklaren liegen, sondern auch, weil es im Familienleben ohnehin konfliktreich zugegangen sein muss: Einige Monate vor der Tat warf die Mutter ihren Mann wohl aus dem Haus in Altenmarkt und erwirkte ein Kontaktverbot. Als Zeuge wird auch ein Freund der beiden Angeklagten erwartet, mit dem sie eine Firma gründen wollten.
https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 58145.html


Der 21-Jährige Hauptangeklagte leidet nach Angaben seines Anwalts unter einer sozialen Phobie. Diese krankhafte Schüchternheit mache dem Studenten das Sprechen vor mehreren Menschen unmöglich. Da zwar die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde, aber sechs Journalisten weiter im Gerichtssaal anwesend sein dürfen, mache sein Mandant von seinem Schweigerecht Gebrauch, erklärte der Anwalt.

Freundschaft mit Höhen und Tiefen

2013 hatten sich die beiden kennengelernt, als der Hauptangeklagte mit seinen Eltern aus einem anderen Bundesland nach Altenmarkt im Landkreis Traunstein zog und in Trostberg aufs Gymnasium wechselte. Er habe an seinem Freund die Lebenslust und Entschlossenheit bewundert. Es sei eine Freundschaft mit Höhen und Tiefen gewesen. Was mit den Tiefen gemeint sei, wollte eine Richterin wissen. Dazu der Trostberger: "Ich war ihm zu aufdringlich."

Drei Alternativen: Polizei rufen, ins Ausland oder Freitod

Beide junge Männer beratschlagten, was zu tun sei. Der Hauptangeklagte habe ihm drei Vorschläge gemacht: die Polizei zu rufen, sich ins Ausland abzusetzen oder sich umzubringen. Der 20-Jährige wollte seinen Freund "nicht verlieren", wie er aussagte, und half ihm deshalb beim Vergraben der toten Mutter in einem Waldstück bei Schnaitsee im Landkreis Traunstein.

Befangenheitsantrag abgewiesen

Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages hatte das Gericht einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter als unbegründet zurückgewiesen.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/tr ... st,R8e5gzs


Eine 54-jährige Schulfreundin der Getöteten beschrieb den 21-Jährigen vor der Kammer mit Vorsitzendem Richter Dr. Klaus Weidmann als sehr intelligent, im Kindesalter impulsiv, anstrengend, fordernd, willensstark und hartnäckig. Er sei sensibel gewesen, habe sich oft ungerecht behandelt gefühlt. „Druck“ habe er schwer ausgehalten. Die Mutter habe ihr Leben ganz auf das Kind ausgerichtet und sei deswegen zum Beispiel nicht berufstätig gewesen. Die beiden hätten „ein gesundes inniges Verhältnis“ gehabt. Die 53-Jährige sei weltoffen und voller Lebensfreude gewesen. Beim letzten Telefonat im April 2017 sei es der Freundin nicht gut gegangen. Die Zeugin wörtlich: „Ich habe sie nicht als krank empfunden. Sie war angespannt.“ Sie habe ihrem Ehemann und ihrem Sohn misstraut.

Eine andere Freundin kannte die nach ihren Worten „lebensfrohe, kommunikative“ Frau vom Pferdesport her. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn sei eigentlich harmonisch gewesen. Bei den letzten Telefongesprächen im Frühjahr und Sommer 2017 habe die 53-Jährige von familiären Problemen gesprochen. Einmal habe ihre Freundin nach ihren Worten die Polizei gerufen, weil ihr Sohn auf sie losgegangen sei.

Der 38-jährige Bruder des Opfers umriss die 53-Jährige als aktive und positive Persönlichkeit. Sie sei gegenüber ihrem Sohn eine sehr fürsorgliche Mutter gewesen, habe in ihn „alle Energie, Zeit und Liebe“ investiert. Etwa Anfang 2017 habe sie, wie der Zeuge berichtete, mit ihm selbst nichts mehr zu tun haben wollen – ohne jedwede Erklärung. Der Bruder vermutete, sie sei psychisch erkrankt. Den 21-jährigen Sohn habe er nach der Vermisstenmeldung der 53-Jährigen Mitte September 2017 über einige Tage begleitet. „Ich hatte nie den Verdacht, dass mein Neffe mit ihrem Verschwinden etwas zu tun hatte“, stellte der 38-Jährige bei seiner Vernehmung fest. Der Bub habe in dieser Zeit lediglich Streitereien mit seiner Mutter über alltägliche Dinge erwähnt. Was ihn im Inneren bewegt habe, habe der 21-Jährige nicht verbalisiert. Ihm sei er „relativ normal“ erschienen, meinte der Onkel des Angeklagten. Während der Suchaktion der Polizei nach der 53-Jährigen habe er gemerkt, dass der Neffe darüber nicht reden wollte. Einmal habe er im Zusammenhang mit der angeblichen Persönlichkeitsveränderung der 53-Jährigen gesagt: „Mir wäre lieber, wenn sie nicht zurückkäme.“
https://www.ovb-online.de/rosenheim/lan ... 53684.html
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#7

Ungelesener Beitrag von loraflora » Mo, 19. Nov. 2018, 14:50

Der Prozess, der am 4. Dezember nichtöffentlich fortgesetzt wird, wird sich wohl noch über Monate hinziehen.
Wegen Verzögerungen zum Prozessbeginn und Erkrankung von Prozessbeteiligten in der vergangenen Woche sieht es derzeit danach aus, als würde das Urteil erst Ende Januar 2019 gesprochen. Der Prozess begann am 31. Oktober, das Urteil war ursprünglich für 16. November eingeplant.

Das Gutachten über den seelischen Zustand des Mitangeklagten gibt neue Einblicke:

https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 58145.html
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Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 4. Dez. 2018, 19:24



Freispruch! Zweiter Angeklagter aus Trostberg kommt glimpflich davon


Dass der 20-jährige Trostberger nicht die Polizei oder den Notarzt rief, als er von der Tötung der Mutter seines Freundes erfuhr, bleibt straffrei. Das Landgericht Traunstein hat am Dienstagnachmittag den Angeklagten vom Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung freigesprochen. Auch, dass er von der schwerstverletzten und mit Plastiksäcken bedeckten Frau zumindest kurz die Beine sah und ein schwer zu definierbares Röcheln hörte, reichte dem Gericht nicht für eine Verurteilung. Etwa anderthalb Stunden zuvor schlug der Hauptangeklagte mit der Spitze eines Zimmererhammers im Haus in Altenmarkt auf den Kopf seiner Mutter ein.

Schon das Motiv des zweiten Angeklagten, dass er sich selbst vor einer subjektiv befürchteten Strafverfolgung bewahren will, spreche für einen Freispruch. Das Gericht beruft sich auch auf den Gerichtsmediziner, nachdem auch ein Notarzt keine wiederbelebenden Maßnahmen mehr in die Wege geleitet hätte: “Der Sterbeprozess bei der Mutter war irreversibel”, so der Vorsitzende Richter Klaus Weidmann. Ein Erfolg für Verteidiger Michael Fraunhofer, der ebenfalls auf Freispruch plädierte. Die Staatsanwaltschaft forderte ein Jahr Haft auf Bewährung. Dass der junge Trostberger seinem Freund danach auch beim Wegbringen und Vergraben der Leiche half, ist strafrechtlich nicht relevant.

“Außerdem verbrachte der Angeklagte eine Nacht in Untersuchungshaft wegen möglicher Beihilfe zum Totschlag. Er hatte zwischenzeitlich also auch das Damoklesschwert der Haft über sich. Wir haben gesehen, dass ihn auch die Hauptverhandlung sehr belastet, so Klaus Weidmann. Ein moralischer Freispruch sei das aber nicht, so der Richter – selbstverständlich sollte man in solchen und ähnlichen Situationen einen Notarzt rufen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Mordprozess gegen den Hauptangeklagten, ein 21-Jähriger aus Altenmarkt, wird sich dagegen noch über längere Zeit hinziehen. Der nächste Prozesstermin ist für den 21. Dezember angesetzt. Es folgen sieben weitere geplante Verhandlungstermine im neuen Jahr, bis am 26. Februar 2019 planmäßig das Urteil fallen soll. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, nur einige wenige Pressevertreter sind zugelassen.


Volltext: https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trau ... 91164.html
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