Schon Mitglied bei Allcrime?
Werde Teil unserer Community und du kannst auf unserer kostenlosen und werbefreien Kriminalplattform Themen erstellen, Beiträge verfassen, chatten und alle Funktionen nutzen. [Mitglied werden]

Potsdam: Kontrolleur erschossen| Urteil

Diskussionsleitung
Eagle
Beiträge zum Thema: 1
Reaktionen:
Status: Offline

Potsdam: Kontrolleur erschossen| Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 24. Sep. 2015, 18:24

Er erschoss einen Kontrolleur vom Veterinäramt, um seine Kühe zu behalten | Sieben Jahre Haft für
Bauer Wilfried

Bild
Prozess wegen erschossenem Amts-Mitarbeiter

Der Prozess um den erschossenen Amts-Mitarbeiter Franz M. (61). Am Donnerstag fiel das Urteil gegen Bauer Wilfried Z. (72)

Foto: Pressefoto Wagner, dpa



24.09.2015 - 12:39 Uhr

In der Waschküche steht noch eine alte Schrotflinte – als die Behörden Landwirt Wilfried Z. (72) seine Rinder wegnehmen wollen, greift der zur Waffe. Im Januar dieses Jahres soll der Mann auf seinem Hof im brandenburgischen Dorf Klein Behnitz Veterinäramts-Mitarbeiter Franz M. (61) erschossen haben.

Potsdam – Seit August läuft der Prozess am Landgericht Potsdam. Die Anklage wirft dem Landwirt unter anderem Totschlag vor. An diesem Donnerstag fiel das Urteil: Sieben Jahre Haft für Bauer Wilfried!

Das Landgericht Potsdam sprach den 72-Jährigen am Donnerstag wegen Totschlags und versuchten Totschlags schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Knast gefordert.

Die Verteidigung plädierte auf fünf Jahre Haft wegen Totschlags in einem minderschweren Fall. Der Anwalt des gesundheitlich stark angeschlagenen Mannes geht von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Der Vorsitzende Richter Frank Tiemann sprach allerdings von einer „kaltblütigen Tatausführung“. Auch sei der Angeklagte „in schwer zu ertragendem Maße“ uneinsichtig gewesen. Außerdem habe der Landwirt nach Überzeugung des Gerichts auch eine Amtstierärztin töten wollen, die den Kontrolleur begleitet hatte.

Bild
Wilfried Z. (72) beim Prozess-Auftakt im Potsdamer Landgericht. Seiner Aussage zufolge war es ein Unfall
Foto: Michael Sauerbier

► Zum Auftakt hatte der Angeklagte seine Tat als Unfall dargestellt. Als er die Waffe geholt habe, habe er abschrecken wollen. Er habe gewollt, „dass die vom Hof verschwinden”. Er habe nur in die Luft schießen wollen, sei gestolpert. Der Vorsitzende Richter äußerte Zweifel an der Darstellung des Mannes, bezeichnete sie als „nicht so glaubhaft“. Außerdem hatte er von „Räubern und Banditen“ gesprochen.

Der Fall

Am Morgen des 20. Januar 2015 rückten eine Amtstierärztin, eine Mitarbeiterin und der Futtermittel-Kontrolleur Franz M. vom Veterinäramt Nauen mit einem Laster auf dem Hof in Klein Behnitz bei Nauen an, um die Kühe abzuholen. Das Amt wollte ihm an diesem Tag 30 seiner 35 Tiere wegnehmen.

Das wollte der 72-Jährige offenbar nicht akzeptieren, er wehrte sich heftig. „Das sind meine Kühe“, sagte er nach eigenen Angaben mehrfach. Dann soll er mit einer Schrotflinte das Feuer eröffnet haben.
Vergrößern Ein Bauer (70) hat am Dienstagmorgen den Mitarbeiter des Veterinäramts erschossen. Wollten das Opfer und seine Kollegen einen Großteil seines Kuhbestandes beschlagnahmen?

Die Leiche von Franz M. liegt abgedeckt auf dem Bauernhof

Bild
Foto: Pressefoto Wagner

Bild
Der Hof war weiträumig gesperrt
Foto: Pressefoto Wagner


Futtermittelkontrolleur Franz M. (53) wurde am Dienstagmorgen von dem Landwirt erschossen
Polizisten sicherten den Bereich um den Tatort
Bild
Foto: Pressefoto Wagner

Dem Staatsanwalt zufolge wurde das Opfer mit einem Schuss in den Bauch aus einer Entfernung von 20 bis 30 Zentimetern getötet. Auch die zwei Frauen soll der Senior ins Visier genommen haben – die Flinte soll aber wegen eines technischen Defekts nicht losgegangen sein.

Schon länger Probleme

Vor dem Unglückstag hatten die Behörden schon länger Probleme mit dem Landwirt. Wiederholt gab es Kontrollen, Streit, Verstöße gegen den Tierschutz. Laut Anklage war der Bauer mit der Haltung seiner Rinder überfordert. Immer wieder waren Wilfried Z. seine Kühe ausgebüxt, er konnte keine artgerechte Haltung vorweisen.

Im Prozess wurde aus Dokumenten zitiert, die von „chaotischen Zuständen“ auf dem Hof berichteten. Die Rede war von Morast, herumliegendem Schutt und Schrott, Stacheldraht und einer defekten Umzäunung.

http://www.bild.de/regional/berlin/proz ... .bild.html



Link:
BBcode:
HTML:
Links zum Beitrag schließen
Links zum Beitrag zeigen

  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Abgeschlossene Gerichtsprozesse“

Wer ist online?

0 Mitglieder | 1 Gast