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Fuhlsbüttel: Dabelstein-Mörder rastet im Knast aus | Urteil

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Eagle
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Fuhlsbüttel: Dabelstein-Mörder rastet im Knast aus | Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » Di, 29. Sep. 2015, 09:37

16 Jahre nach Überfall auf Kioskbesitzer | Dabelstein-Mörder rastet im Knast aus

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Mörder Christian L. hält sich die rechte Hand vors Gesicht, auf die Finger hat er sich sein Geburtsjahr tätowieren lassen. Foto: Martin Brinckmann

29.09.2015 - 00:02 Uhr

Neuer Prozess gegen Dabelstein-Mörder Christian L. (33):

1998 tötete der damals 16-Jährige zusammen mit einem gleichaltrigen Freund den Tonndorfer Kaufmann Willi Dabelstein († 73) und sitzt mittlerweile in Sicherungsverwahrung in Santa Fu. Dort verprügelte L. vergangenes Jahr einen Mitgefangenen, weil er von ihm das Wort „Spinner“ gehört zu haben glaubte, und drohte:

„Wenn du was sagst, leg‘ ich dich um! Ich habe schon einen weggemacht. Ich habe nichts mehr zu verlieren.“

Urteil: sieben Monate auf Bewährung. Für einen wie ihn eigentlich egal, aber L. legte trotzdem Berufung ein – so was bringt Abwechslung in seinen Knast-Alltag. Deshalb gestern erneute Verhandlung.

„Gucken Sie, ich habe ihn geschlagen. Er hat mich beleidigt. Aber ich habe nicht doll gemacht, das war eine Verwarnung“, sagte L. zum Vorsitzenden Richter.

Schwarzer Trainingsanzug, Glatze. Auf den Fingerrücken seiner rechten Hand vier Zahlen: 1-9-8-2, sein Geburtsjahr.

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Tatwaffe: Mit diesem Fleischermesser wurde Willi Dabelstein getötet

Frage des Vorsitzenden: „Wie sind Sie aufgewachsen?“

Antwort: „Ist das wichtig? Ich war, seit ich 14 bin, in Haft.“

Damals, als er Kaufmann Dabelstein ausraubte, lebte L. in einer Tonndorfer Jugendeinrichtung. Für den Mord bekam er acht Jahre Jugendstrafe und überfiel 2005, eine Woche nach seiner Entlassung, einen Jogger. Dafür wurde er zu siebeneinhalb Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

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Willi Dabelstein im Feinkostladen: weißer Kittel, freundliches Lächeln, so kannten die Tonndorfer ihren Kaufmann Dabelstein

Wie sind seine Chancen, irgendwann wieder freizukommen?

Schlecht. Grund: Er mag die sozialtherapeutische Anstalt nicht, in der Sicherungsverwahrte untergebracht sind. „Ich habe das viermal versucht und viermal versagt.“

Bereits 2009 machte L. hinter Gittern mit bei einer versuchten Erpressung, 2010 brach er einem Mitgefangenen die Knochen. Kein Wunder, dass ihn gestern gleich vier Justizvollzugsbeamte zum Prozess begleiteten, alle mit schweren Schutzwesten ausgerüstet.

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1998, Blumen vor dem Geschäft des Opfers, die Jalousie ist unten

Nach seiner letzten Schlägerei 2014 kam L. in Einzelhaft, musste x-mal die Zelle wechseln und hat seitdem weniger kleine Freiheiten als andere Sicherungsverwahrte: keine Bestellungen bei Edeka, Einschluss schon um 16 Uhr statt um 22 Uhr, Freistunden allein.

Weil das für einen Langzeit-Knacki bitter ist, milderte das Gericht die Strafe für L. gestern auf fünf Monate ab. „Dass das nicht zur Bewährung ausgesetzt wird – bei Ihren Vorstrafen – ist klar“, sagte der Vorsitzende, und der Dabelstein-Mörder nickte.

Immerhin, er war mal wieder unter Menschen gekommen. Dann ging‘s zurück nach Santa Fu...

Quelle: http://www.bild.de/regional/hamburg/urt ... .bild.html



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