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Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Urteil

Eagle
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht - Urteil

#31

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 25. Aug. 2016, 19:05

Bild nicht mehr vorhandenDie wegen Totschlags angeklagte Esther S. hält sich in Berlin in einem Verhandlungssaal des Landgerichtes ein Stück Pappe vor das Gesicht.
Seit Mittwoch ist der Fall vor Gericht, er wird in Berlin verhandelt. Die nun 18-Jährige hat sich gleich zu Beginn umfassend geäußert.
. Eine 18-Jährige hat im Prozess um den Tod ihres Babys zugegeben, unmittelbar nach der Geburt ein Handtuch über das Mädchen gelegt zu haben. „Ich hatte nicht vor, mein Kind zu töten, ich habe nichts Böses gewollt“, erklärte die damalige Gymnasiastin zu Prozessbeginn am Mittwoch in Berlin. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Totschlag vor. Laut Anklage soll die 18-Jährige im vergangenen Jahr in der Wohnung ihrer Eltern im Berliner Stadtteil Friedenau unbemerkt ein Mädchen zur Welt gebracht und es „bewusst erstickt“ haben.
Die Gymnasiastin aus einem Akademikerhaushalt brachte in der Nacht zum 11. Dezember 2015 ein Mädchen zur Welt – „gesund und lebensfähig“, heißt es in der Anklage. Sie habe den Säugling innerhalb eines Zeitraums von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde erstickt, verlas die Staatsanwältin (...)
Gegen die Angeklagte wurde Haftbefehl erlassen. Nach fünfwöchiger Haft kam sie gegen Auflagen frei und konnte das Abitur ablegen.
Märkische Allgemeine Zeitung
Zuletzt geändert von sweetdevil31 am So, 18. Sep. 2016, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt und verschoben



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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Fortsetzung 29.08.2016

#32

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 5. Sep. 2016, 17:13

„Ich wollte sie nicht wegwerfen“

05.09.2016, 13:54 Uhr
In Berlin steht eine Abiturientin vor Gericht: Sie soll ihr Neugeborenes getötet haben. Niemand in ihrem Umfeld hat die Schwangerschaft bemerkt. Wie ist das möglich?
Vergangene Woche ist Esther S. 19 Jahre alt geworden: eine intelligente, hübsche, sportliche junge Frau aus einem bürgerlichen Stadtteil im Berliner Westen. Sie ist gern zur Schule gegangen und in einer weitgehend harmonischen Familie aufgewachsen. Die Eltern - die Mutter Designerin, der Vater Diplom-Kaufmann - sind schon seit 30 Jahren ein Paar, es gibt einen älteren und einen jüngeren Bruder, alle drei sind Wunschkinder. Auch zu den Großeltern und der weiteren Verwandtschaft sind die Beziehungen eng.
...
„Sie war sehr traurig und sehr enttäuscht“

In der Nacht zum 11. Dezember vergangenen Jahres hat Esther S. allein in ihrem Kinderzimmer eine Tochter zur Welt gebracht. Weder Familie noch Freunde haben davon gewusst, auch sie selbst sagt, sie habe die Schwangerschaft verdrängt, nicht wahrhaben wollen. Jetzt muss sie sich wegen Totschlags vor dem Landgericht Berlin verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie den „von ihr unerwünschten“ Säugling unmittelbar nach der Geburt bewusst erstickt habe. Esther S. sagt: „Ich wollte sie nicht töten.“ Sie weint heftig. „Ich kann es selber nicht verstehen. Es klingt so verrückt und naiv. Der Gedanke, dass ich ein Kind bekommen könnte, war unvorstellbar.“
...
Rückzieher angesichts überfüllter Wartezimmer

Über Sexualität und Verhütung spricht das Paar nicht viel. Natürlich ist man aufgeklärt. Schon im Jahr 2012 notiert die Frauenärztin von Esther S. in Verbindung mit Impfungen zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs Verhütungsberatungen. Als die Mutter ihrer Tochter zwei Jahre später anbietet, einen Termin bei der Gynäkologin zu machen, um ihr die Pille verschreiben zu lassen, weist die junge Frau das zurück. Ihre Reaktion schildert eine Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe als typisch für Mädchen in diesem Alter: „Mama, du bist peinlich! Ich weiß das alles!“
Zum vollständigen Bericht faz
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Fortsetzung 29.08.2016

#33

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mo, 5. Sep. 2016, 18:56

„Ich wollte sie nicht töten.“ Sie weint heftig. „Ich kann es selber nicht verstehen. Es klingt so verrückt und naiv. Der Gedanke, dass ich ein Kind bekommen könnte, war unvorstellbar.“
Wäre halt interessant, was dann nur gesagt wird, weil es der Anwalt so empfohlen hat.
Wenn man ein Neugeborenes nicht töten will, warum gibt man es in eine Tüte?
Im Bericht steht auch, dass sie dem Kind nun einen namen gegeben hat und dass es ihr nun bewusst wurde, dass es um ihr Kind geht. Irgendwie ist es für mich schwer vorstellbar, dass jemand zuerst so grausam und kalt handelt und dann rückwirkend auf einmal soviel Gefühl zeigt.
Keine Ahnung, ob so was echt sein kann, oder nur für das Gericht insziniert ist.
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Fortsetzung 29.08.2016

#34

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 5. Sep. 2016, 19:17

Dieses Mädchen hätte bestimmt genug Rückhalt in der Familie bekommen können.
Sie alle sind gebildet und nagen nicht am Hungertuch, was den Tod des Babys noch viel schlimmer in meinen Augen macht.
An echte Gefühle glaube ich hier nicht, eher an Angst, vor dem was jetzt auf das Mädchen zukommen wird.
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Fortsetzung 29.08.2016

#35

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mo, 5. Sep. 2016, 23:11

sweetdevil31 hat geschrieben:An echte Gefühle glaube ich hier nicht, eher an Angst, vor dem was jetzt auf das Mädchen zukommen wird.
Ja, denke ich auch, dass es ihr nicht wirklich leid tut, sondern sie nur Angst hat, dass nun ihr Bilderbuchleben durcheinandergewirbelt wird.
Aber ich weiß es halt auch nicht. Und irgendwie frage ich mich schon, wieso es so viele vergleichbare Fälle gibt. Kann durch die Geburt irgend sowas wie ein völliger Ausnahmezustand herbeigeführt werden, der jemanden völlig irrational handeln lässt?
Oder ist diese junge Frau einfach eine von vielen Soziopathinen, die eben durch die besondere Situation enttarnt wurde?
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Fortsetzung 29.08.2016

#36

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » So, 18. Sep. 2016, 14:13

Abiturientin tötet Baby: Fast drei Jahre Haft

16.09.2016, 18:10 Uhr
Als die Richterin das Urteil verkündet, reagiert die Mutter der Angeklagten fassungslos: "Wie bitte?" Die 19-jährige Tochter steht weinend neben ihrem Anwalt. Sie habe ihr Baby gleich nach der heimlichen Geburt erstickt, urteilt eine Jugendstrafkammer des Landgerichts Berlin.
"Die Tötung war die konsequente Fortsetzung einer verheimlichten Schwangerschaft", heißt es weiter. Zwei Jahre und neun Monate Haft werden gegen die junge Frau verhängt.

Die Angeklagte war 17 Jahre, als sie schwanger wurde. Die Schülerin, intelligent und sportlich, extrem beherrscht und verschlossen, stand vor dem Abitur. "Sie weiß dann, dass sie schwanger ist, schiebt es aber weg, verleugnet es", sagt Richterin Regina Alex. "Joggen in der Schwangerschaft" habe die Angeklagte im September noch gegoogelt. Ihre Mutter besorgte aus der Apotheke einen Schwangerschaftstest. Er fiel negativ aus. "Die Verheimlichung war möglich, weil sich alle haben täuschen lassen."
...
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Fortsetzung 29.08.2016

#37

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 18. Sep. 2016, 17:08

Als die Richterin das Urteil verkündet, reagiert die Mutter der Angeklagten fassungslos: "Wie bitte?" Die 19-jährige Tochter steht weinend neben ihrem Anwalt.
Da hattet ihr wohl recht, @sweetdevil31 und @Jason Darkstone.
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Urteil

#38

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » So, 18. Sep. 2016, 22:37

@Salva
Scheint so.
Alleine, dass der Mutter das Urteil so unwahrscheinlich scheint. Sich eine milde Strafe zu wünschen ist, auch in einem solchen Fall menschlich und nachvollziehbar. Aber diese Reaktion zeigt, dass da überhaupt kein Unrechtbewusstsein da ist, sondern nur Selbstmitleid.
Alles was an Reue zu sehen war, war vermutlich nur mit dem Anwalt einstudiert. Letzlich weiß natürlich niemand, was in der Täterin und ihren Angehörigen vorgeht, aber es macht doch einen sehr soziopathischen Eindruck.
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Urteil

#39

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 18. Sep. 2016, 23:05

@Jason Darkstone
Ein TäterIn wünscht sich natürlich ein mildes Strafmaß, haben sie doch in ihren Augen nur das getan, was sie in einer bestimmten Situation tun mussten. Bis zu einem gewissen Punkt ist das, wie du sagst, auch nachvollziehbar. Allerdings kommt irgendwann die Zeit, da müssten sich doch deren Augen öffnen und vor allem die Moral und das Gewissen melden. Erst recht bei Menschen, die als intelligent und (gut)bürgerlich beschrieben werden und quasi auf der Sonneseite des Lebens stehen. Aber dem ist praktisch nie so und da stelle ich mir immer wieder auf's Neue die Frage, warum sie keinen anderen Weg finden konnten als Mord und Totschlag. Ist die Wahrung des Scheins wirklich sehr viel wichtiger als das Sein? Sind Moral, Gewissen und Rechtsempfinden nur soweit wichtig, wie sie dem Schein nicht in die Quere kommen? Ich werde das niemals verstehen und noch weniger, dass solche Menschen alles riskieren und sogar den Tod eines anderen Lebens in Kauf nehmen. Selbst das des eigenen Kindes.
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Re: Berlin-Friedenau: Toter Säugling gefunden - Mutter unter Verdacht | Prozess | Urteil

#40

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mo, 19. Sep. 2016, 12:20

@Salva
Meine Auffassung ist, dass es in der Menschheit eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen gibt, die, wenn sie glauben es straffrei tun zu können und sich einen Vorteil davon erhoffen, bereit sind über Leichen zu gehen.
Man kennt es diesen Menschen nicht unbedingt an, sie können einen netten Eindruck machen, aber innerlich sieht es anders aus. Man sieht ja auch zum Beispiel bei faschistischen Systemen, wie viele Menschen bereit sind, sehr schlechte Dinge zu tun, wenn es so scheint, als gebe es keine Strafe, keine Konsequenz für das Handeln. Da gibt es dann kein Unrechtsbewusstsein, oder es wird unterdrückt.
Manche Menschen sind bereit aus Habgier zu töten, oder für ein kurzes, verbotenes sexuelles Vergnügen oder aus welchen Gründen auch immer. Oder auch wie im vorliegenden Fall, weil man keine Schererreien haben will, oder wegen der "Schande". Geimeinsam haben die unterschiedlichen Motive, dass es die Bereitschaft vorraussetzt, wegen egoistischer Wünsche oder Bestrebungen ein Leben auszulöschen. Bereit zu sein, dass ein anderer Mensch, sogar das eigene Kind nicht weiterleben darf.
Das "Wie bitte?" der Mutter der Täterin zeigt, dass auch die Mutter, die ja nichts von der Schwangerschaft wusste, von der Tat vielleicht nur deshalb erschrocken war, weil sie Konsequenzen für ihre Tochter fürchtet und nicht weil sie die Tat entsetzte.

Eine Jugendhaft ist ja durchaus die richtige Strafe. Dort kann sie über die Tat nachdenken und erhält ja auch die Möglichkeit einer Therapie und einer Resozialisierung. Eine nur bedingte Haftstrafe hätte den Eindruck vermittelt, dass der Mord ja nicht so schlimm war. In Wirklichkeit war es aber eine monströse Tat.
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