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Frankfurt/Main: Falscher Jauch-Neffe muss hinter Gitter | Urteil

Diskussionsleitung
Eagle
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Frankfurt/Main: Falscher Jauch-Neffe muss hinter Gitter | Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 21. Feb. 2016, 15:14

Enver M. (42) nennt sich Toni Jauch und gibt sich als Neffe des TV-Moderators aus, lebte im Obdachlosenmilieu. In einer Frankfurter U-Bahnstation lernt er einen 89-jährigen, schwer sehbehinderten Rentner kennen, bot seine Hilfe an und begleitete ihn nach Friedrichsdorf. Er nisstete sich bei seinen Opfer ein, begleitete den Senior zu Terminen, erledigte Besorgungen und erledigte auch Geldgeschäfte. Insgesamt erleichterte er den betagten Herren um rund 37.000 €. Enver M. muss für 3 Jahre in Haft.
Bild nicht mehr vorhandenDer Gerichtsbezirk in Frankfurt. (Symbolbild)
In den kommenden drei Monaten nistete sich Toni Jauch bei Herbert T. ein. Er fuhr ihn zu seinen Augenarztterminen. Er machte Besorgungen. Er besorgte auch Geld und ließ sich dafür T.s EC-Karte und Pin-Nummer geben. Dann hob er ab, was das Zeug hielt. Als die Bank T. darauf aufmerksam machte, dass sein Girokonto rapide schmelze, war es bereits zu spät.
Herbert T., ehemaliger Architekt, ist ein recht fideler Senior. Er hört schlecht, sieht noch schlechter, „und mein Verstand lässt langsam nach“, sagt der alte Mann, der sich an fast nichts mehr erinnern kann. Der finanzielle Verlust hat den ehemaligen Planer hart getroffen, aber nicht ruiniert. Herbert T. ist nicht dement, aber er ist weit über das Stadium hinaus, in dem er sich mit solchen Wunderdingen wie EC-Karten, Pin-Nummern und Geldautomaten beschäftigen geschweige denn sie erkennen würde. Vor Toni Jauch hatte er sein Geld nach alter Väter Sitte immer am Bankschalter abgeholt.
Wofür Jauch junior das Geld verjuxt hat, das weiß T. nicht oder kann sich nicht mehr daran erinnern. Er will gar nicht ausschließen, dass er sogar auch etwas davon gehabt habe. Einmal etwa sei er mit Toni in ein Frankfurter Bordell gefahren, „da waren überall Nutten, aber das hat mir keinen Spaß gemacht, ich habe ja nach einer Frau gesucht, mit der ich leben kann“.
( ...)Dann verlässt T. den Gerichtssaal, ertastet den Ausgang und verflucht lauthals seinen Augenarzt, der im Grunde viel krimineller sei als der Angeklagte. Der habe ihm 90 Spritzen ins Auge gejagt und ihn dabei nicht nur seines Augenlichts, sondern auch etwa um 140 000 Euro beraubt. „Den hätte ich eigentlich verklagen sollen“, erkennt T. noch im Gerichtssaal. Aber es ist wie so oft: Wenn man mal einen Arzt brauchen könnte, ist gerade keiner zur Hand.
fr-online



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