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Augsburg: Entführung und Mord an Ursula Herrmann (10)

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Eagle
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Augsburg: Entführung und Mord an Ursula Herrmann (10)

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » Mo, 6. Jun. 2016, 18:47

Ursula Herrmann wurde 1981 entführt. Der Täter riß das Mädchen vom Rad, versteckte sie in einer im Wald eingegrabenen Kiste, in der Ursula H. bald darauf starb, da die Belüftung nicht funktionierte. Der Täter verlangt von den Eltern 2 Millionen D-Mark Lösegeld. 2008 wurde ein Verdächtiger(ehem. Nachbar) festgenommen und in einem Indizienprozess verurteilt. Der Angeklagte hatte immer seine Unschuld beteuert. Sein mutmaßlicher Helfer war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.
Michael Herrmann, der Bruder des Opfers, verklagte 2010 den Täter auf 20.000 € Schmerzensgeld und verbindet damit die Hoffnung, dass ungeklärte Details nochmals durchleuchtet werden.

Bild nicht mehr vorhanden35 Jahre ist der Entführungsfall Ursula Herrmann nun schon her, doch noch immer gibt es keine absolute Gewissheit. Nun soll er erneut vor Gericht gehen
05.06.2016, 15:10 Uhr
Entführungsfall Ursula Herrmann wieder vor Gericht. 35 Jahre ist der Entführungsfall Ursula Herrmann nun schon her, doch noch immer gibt es keine absolute Gewissheit. Nun soll er erneut vor Gericht gehen.
Die Gewalttat an der kleinen Ursula Herrmann aus dem Jahr 1981 gehört zu den größten und spektakulärsten Kriminalfällen Deutschlands. Das Mädchen wurde entführt und erstickte in einer im Wald vergrabenen Kiste. Nun - 35 Jahre nach der Tat - kommt der Fall erneut vor Gericht.
Der Bruder des Mädchens verlangt von dem erst 2010 zu lebenslanger Haft verurteilten Täter 20.000 Euro Schmerzensgeld. Michael Herrmann hofft darauf, dass mit seiner Klage die nach wie vor ungeklärten Details des Falls noch einmal beleuchtet werden. "Das Strafverfahren hat sehr viele Fragen offen gelassen", sagte er. Am 16. Juni wird am Landgericht Augsburg verhandelt.
Der Fall Herrmann hat die Menschen in Deutschland Jahrzehnte lang beschäftigt. Das Mädchen radelt am 15. September 1981 abends durch ein Waldgebiet von Schondorf nach Eching (Bayern)(...)
Ehemaliger Nachbar geriet ins Visier. Es sollte noch bis 2008 dauern, bis das Gewaltverbrechen als aufgeklärt galt. Damals wurde im Ferienort Kappeln an der Schlei in Schleswig-Holstein ein Verdächtiger festgenommen, der einst in der Nachbarschaft der Familie Herrmann in Oberbayern lebte und seit der Tat im Visier der Kripo war
Der heute 66-Jährige hatte immer seine Unschuld beteuert, dennoch wurde er in einem langwierigen Indizienprozess in Augsburg verurteilt. Der Schuldspruch stützte sich auf ein Tonbandgerät, das bei den Erpresseranrufen abgespielt worden sein soll, sowie ein später teilweise widerrufenes Geständnis eines mutmaßlichen Komplizen, der bei dem Urteil schon gestorben war.
Bruder des Opfers nicht überzeugt.
Der Bruder des Opfers, Michael Herrmann, hatte an dem Prozess auch stellvertretend für seine Eltern als Nebenkläger teilgenommen und bereits damals Zweifel an dem inzwischen rechtskräftigen Urteilsspruch. "Die Verurteilung war auf zwei sehr wackeligen Indizien aufgebaut", meint er nach wie vor. "Ich bin nicht ganz überzeugt, ob der Richtige da sitzt", sagt der Bruder über den in Lübeck inhaftierten Verurteilten. "Ich bin allerdings auch nicht von seiner Unschuld überzeugt."
Herrmann glaubt insbesondere, dass es weitere Täter gab: "Für die Vorbereitung von so einer Tat, da müssen mindestens zwei, drei vielleicht sogar vier Leute beteiligt sein." Herrmanns Vater ist ein halbes Jahr nach dem Strafprozess gestorben, seine Mutter unterstütze ihn bei dem Zivilverfahren (...).
Das vielleicht größte Rätsel in dem Fall ist eine DNA-Spur, die erst ein Vierteljahrhundert nach Ursulas Tod bei einer Bluttat in München entdeckt wurde. Der genetische Fingerabdruck fand sich in der Wohnung einer Parkhaus-Besitzerin, nachdem die 59-Jährige erschlagen worden war. Die gleiche DNA fand sich an einer Schraube von Ursula Herrmanns Todeskiste - Fahnder sprechen von einem Spur-Spur-Treffer.
Doch eine mögliche Verbindung zwischen den Verbrechen wurde nie aufgeklärt - die Staatsanwaltschaft erklärte die Übereinstimmung für "nicht relevant", da es keine Schnittstelle zwischen den Fällen gebe (...)
T-online

Dazu ein Bericht von 2008 Berliner Zeitung
von 2009 Spiegel
und von 2010 Stern



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Eagle
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Re: Augsburg: Enführungsfall Ursula Herrmann nach 35 Jahren erneut vor Gericht | Prozessbeginn 15. Juni 2016

#2

Ungelesener Beitrag von Eagle » Mo, 6. Jun. 2016, 19:35

Einige Auszüge und Bilder aus einem sehr ausführlichen Bericht vom 12. Juli 2015
Die Zweifel des Bruders
Ursula Herrmann war zehn Jahre alt, als sie 1981 entführt wurde. Sie erstickte in einer Kiste. Es dauerte fast 30 Jahre, bis ein Täter verurteilt war. Doch ist es der Richtige? Michael Herrmann sucht Gewissheit – und wählt einen juristischen Umweg.
Was die Leute reden? Natürlich weiß das Michael Herrmann, Lehrer, Mädchenrealschule, katholische Religion und Musik. Gib endlich Ruh! Das Schwein sitzt doch im Knast, irgendwann ist auch mal gut! Jetzt will der auch noch Geld für den Tod seiner Schwester! Doch Michael Herrmann, 51 Jahre, lange, zurückgekämmte Haare, sitzt vor dem Keyboard in seinem Musikstudio in der Augsburger Innenstadt und sagt, er müsse so weit gehen, er finde sonst keinen Frieden.
Vor zwei Wochen wurde er zum medizinischen Gutachter bestellt, der soll für das Gericht klären, ob Herrmann über das normale Maß hinaus an Trauer leidet. Herrmann erzählte von seinem Tinnitus, der nach dem Prozess kam und der ihn oft schon vor dem Wecker aus dem Schlaf reißt, wenigstens ist es ein genauer Ton, er kennt sich aus mit Tönen, schätzt ihn auf 9.000 Hertz. Er erzählte auch von der psychologischen Begleitung, die ihm Halt gab während des Prozesses und danach. Er sprach von all dem Schmerz, den er durch Werner Mazurek erlitten habe. Den er nun auf Schmerzensgeld verklagt, 20.000 Euro. Denn der Schmerz ist seine letzte Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen. Die Gewissheit ist wichtiger als der Schadenersatz
Und Michael Herrmann sagt in seinem Studio: Ich hoffe auch, dass alles noch einmal aufgerollt wird, auch wenn ich Werner Mazurek nun wirklich kein Geschenk machen will. Vielleicht aber kommen wir der Wahrheit näher. Ich will mehr als 20 000 Euro. Ich will Gewissheit. Es ist eine paradoxe Situation: Da klagt einer auf 20 000 Euro Schadensersatz und sucht eigentlich die Wahrheit, riskiert aber, dass der Mann rehabilitiert wird, der nach höchster Rechtsprechung seiner Schwester das Leben nahm.
Doch Michael Herrmann ist sich nicht sicher, ob mit Mazurek wirklich der Richtige im Gefängnis sitzt. Er ist sich nur sicher, dass er sich nicht zufrieden geben kann mit all den Zweifeln, die ihm während des Prozesses kamen, von dem er so viele Tage wie möglich verfolgt hat. Das ist Herrmanns gar nicht paradoxe Situation.
Die Zweifel kamen in Herrmanns Leben am 29. Mai 2008, 27 Jahre nach Ursulas Tod, er erinnert sich genau. Das Foto in der Zeitung zeigte ein Tonbandgerät. (...)
Bild nicht mehr vorhandenDer 4. Oktober 1981. Ursula Herrmanns Leiche wird in einem Zinksarg weggebracht. 19 Tage hatten Polizisten nach dem Mädchen gesucht. Bild nicht mehr vorhandenDie Tat bemächtigte sich seines Lebens: Michael Herrmann sucht nach 34 Jahren den Mörder seiner Schwester
Bild nicht mehr vorhandenAusschnitt aus einem der insgesamt drei Erpresserbriefe, die mit aus Zeitungen geschnittenen Wörtern zusammengesetzt und an die Eltern von Ursula Herrmann gerichtet waren Bild nicht mehr vorhandenWerner Mazurek 2009 im Gerichtssaal. Er bestreitet bis heute, Ursula Herrmann entführt zu haben.
Bild nicht mehr vorhandenDie Kiste, in der Ursula Herrmann erstickte, wurde für den Prozess vor dem Landgericht Augsburg originalgetreu nachgebaut
(...) "Alternativen zur Täterschaft Mazureks"
Das Urteil galt Werner Mazurek. Aber es machte auch Michael Herrmann zu einem Gefangenen seiner Zweifel. Er recherchierte weiter, sprach ehemalige Kriminalkommissare, verfasste eine DIN-A4-Seite: "Alternativen zur Täterschaft Mazureks". Auf ihr notierte er fünf weitere mögliche Täter, es wurde ihm immer unerträglicher, damit zu leben: Gesamtschau der Indizien. Denn die Gesamtschau seiner Zweifel ist lang. Wie kann ein altes Tonbandgerät so ein zentrales Beweisstück sein, fragt Michael Herrmann. Er blickt sich um in seinem Tonstudio. Er fragt sich, ob ein Gerät nach 30 Jahren die gleichen Parameter habe wie damals. Und wieso wurde es in den 80er Jahren nicht gefunden, als Werner Mazurek schon einmal im Visier der Ermittler war? Wieso bewahrte er das Gerät auf, wenn es ihn doch belasten konnte?
Bericht vom Juli 2015Stern

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Re: Augsburg: Entführungsfall Ursula Herrmann nach 35 Jahren erneut vor Gericht | Prozessbeginn 16. Juni 2016

#3

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 16. Jun. 2016, 07:00

Published at: 16-6-2016
35 Jahre nach der Tat - Entführungsfall Ursula Herrmann ab heute vor Gericht
Die Gewalttat an der kleinen Ursula Hermann gehört zu den größten Kriminalfällen Deutschlands. 35 Jahre nach der Tat verlangt der Bruder des Mädchens, Michael Herrmann, Schmerzensgeld. Der Prozess in Augsburg beginnt heute.
Bild nicht mehr vorhanden
(...)Das vielleicht größte Rätsel in dem Fall ist eine DNA-Spur, die erst ein Vierteljahrhundert nach Ursulas Tod bei einer Bluttat in München entdeckt wurde. Der genetische Fingerabdruck fand sich in der Wohnung einer Parkhaus-Besitzerin, nachdem die 59-Jährige erschlagen worden war. Die gleiche DNA fand sich an einer Schraube von Ursula Herrmanns Todeskiste - Fahnder sprechen von einem Spur-Spur-Treffer. Doch eine mögliche Verbindung zwischen den Verbrechen wurde nie aufgeklärt - die Staatsanwaltschaft erklärte die Übereinstimmung für "nicht relevant",da es keine Schnittstelle zwischen den Fällen gebe. Eine Übereinstimmung ist allerdings, dass auch der Angeklagte im Fall der ermordeten Millionärin zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch er, der Neffe des Opfers, beteuert bis heute seine Unschuld (...)
War der Verurteilte der Täter?
Bild nicht mehr vorhandenDas Grab der Ursula Herrmann
Michael Herrmann hatte an dem Prozess auch stellvertretend für seine Eltern als Nebenkläger teilgenommen und bereits damals Zweifel an dem inzwischen rechtskräftigen Urteilsspruch. "Die Verurteilung war auf zwei sehr wackeligen Indizien aufgebaut", meint er nach wie vor. "Ich bin nicht ganz überzeugt, ob der Richtige da sitzt", sagt der Bruder über den in Lübeck inhaftierten Verurteilten. "Ich bin allerdings auch nicht von seiner Unschuld überzeugt." Herrmann glaubt insbesondere, dass es weitere Täter gab (...)
BR

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Re: Augsburg: Entführungsfall Ursula Herrmann nach 35 Jahren erneut vor Gericht | Prozessbeginn 15. Juni 2016

#4

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 16. Jun. 2016, 14:57

Bruder von Ursula Herrmann erzwingt vor Gericht neue Beweisaufnahme.
Augsburg – Etappensieg für den Bruder der 1981 ver­schleppten und getöteten Ur­sula Herrmann (†10): 35 Jah­re danach erzwingt Michael Herrmann (51) eine neue Be­weisaufnahme in dem Fall!

Am Donnerstag begann vor dem Landgericht Augsburg der Zivilprozess Herrmanns gegen Werner M. (66). Der wurde 2010 in einem Indizi­enprozess wegen erpresseri­schen Menschenraubs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt, bestreitet aber jede Tatbeteiligung.

Herrmann fordert 20000 Euro Schmer­zensgeld von ihm, weil er nach dem Prozess Tinnitus bekommen habe. Doch ei­gentlich geht es ihm um viel mehr: „Das Strafverfahren hatte für mich zu wenig Sub­stanz, es hat zu viele Punkte offengelassen“, sagte er in dem Gütetermin.Und sein Anwalt Ni­kolaus Feller ergänzte: „Wenn er vom Gericht hier bestätigt bekommt, das ist der Täter, dann ist endlich Ruhe.“
Bild nicht mehr vorhandenBILD

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Re: Augsburg: Entführungsfall Ursula Herrmann nach 35 Jahren erneut vor Gericht | Prozessbeginn 15. Juni 2016

#5

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 8. Dez. 2016, 12:48

Fall Ursula Herrmann: Tinnitus des Bruders bestätigt

08.12.2016, 12:28 Uhr
Im Schmerzensgeldprozess um den Tod der kleinen Ursula Herrmann vor 35 Jahren hat ein Gutachter die Tinnitus-Erkrankung ihres Bruders bestätigt.
Michael Herrmann verlangt von dem zu lebenslanger Haft verurteilten Kidnapper 20 000 Euro Schmerzensgeld, weil er seit dem Prozess gegen den Täter einen Tinnitus habe, der ihn als Musiker und Lehrer störe. In dem Zivilverfahren vor dem Augsburger Landgericht sagte der medizinische Sachverständige am Donnerstag, dass Michael Herrmann durch die Festnahme des Täters im Jahr 2008 und den anschließenden Prozess die Erkrankung erlitten habe.

Der Fall Ursula Herrmann ist eines der spektakulärsten Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik. Das zehnjährige Mädchen war 1981 am Ammersee verschleppt und in einer Kiste vergraben worden. Ursula erstickte darin. Erst 27 Jahre später wurde der Täter in Kappeln in Schleswig-Holstein gefasst. Der Mann bestreitet trotz seiner Verurteilung bis heute die Tat.
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