Schon Mitglied bei Allcrime?
Werde Teil unserer Community und du kannst auf unserer kostenlosen und werbefreien Kriminalplattform Themen erstellen, Beiträge verfassen, chatten und alle Funktionen nutzen. [Mitglied werden]

Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
sweetdevil31
Forum Moderator
Forum Moderator
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 62
Beiträge: 6055
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Alter: 47
Status: Offline

Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 6. Mai. 2016, 19:30

Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft

06.05.2016, 18:49 Uhr
Die Polizei hat in Gießen (Hessen) einen Mann festgenommen, der einer Frau aus Leipzig angeboten haben soll, sie umzubringen. Dazu sollen sich die beiden nach Erkenntnissen der Ermittler im Internet verabredet haben. Der Verdächtige aus dem Kreis Limburg-Weilburg sitzt in Untersuchungshaft, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten.
Dem 57-Jährigen wird Vorbereitung eines Verbrechens vorgeworfen. Die Festnahme erfolgte bereits am Freitag vor einer Woche. Der Mann hatte sich den Angaben zufolge in Gießen mit der 23-Jährigen aus Leipzig verabredet.

Im Auto des Verdächtigen entdeckten Beamte Kabelbinder. "Damit sollte die Frau offenbar gefesselt werden", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger. Die Frau lernte den 57-Jährigen in einem einschlägigen Chatroom kennen. Im Laufe der Bekanntschaft sei das Angebot erfolgt, die 23-Jährige zu töten. Sie habe eingewilligt. Die Frau werde inzwischen psychiatrisch behandelt.
T-Online
0



Benutzeravatar
Diskussionsleitung
sweetdevil31
Forum Moderator
Forum Moderator
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 62
Beiträge: 6055
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Alter: 47
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 4. Okt. 2016, 03:59

Verabredung zum Töten: 57-Jähriger vor Gericht

04.10.2016, 02:28 Uhr
Ein 57-Jähriger soll geplant haben, eine psychisch kranke Frau mit deren Einverständnis umzubringen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann den labilen Zustand der Frau ausnutzen wollte, um seine "sexuell motivierten Tötungsabsichten auszuleben". Nun muss er sich von heute an wegen der Vorbereitung eines Verbrechens vor dem Landgericht Gießen verantworten.
Der Mann aus dem Kreis Limburg-Weilburg kontaktierte die Frau im vergangenen April im Online-Forum einer Selbsthilfegruppe, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erläuterte. Der Angeklagte soll sich dann mit der jungen Frau in Gießen verabredet haben, wo er sie habe töten wollen. Die Frau sei zwar einverstanden gewesen. "Wir sind aber der Auffassung, dass sie aufgrund ihrer Krankheit die Tragweite des Vorhabens nicht überblicken konnte".

Der Plan konnte nach Angaben des Sprechers vereitelt werden: Ein investigativ recherchierendes Fernsehteam habe der Polizei einen Hinweis geben und der Mann festgenommen werden können. Das Gericht plant mehrere Prozesstage, das Urteil wird im Dezember erwartet.
T-Online
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 4. Okt. 2016, 19:08

Nun muss er sich von heute an wegen der Vorbereitung eines Verbrechens vor dem Landgericht Gießen verantworten.
Da bin ich aber gespannt, ob der Typ verurteilt werden kann und anhand welcher rechtlichen Grundlagen. Das ist nämlich gar nicht sooo einfach:
Prof. Dr. Wolfgang Mitsch - Vorbereitung und Strafrecht § 22 StGB - Begriffsbestimmung
Eine Straftat versucht, wer nach seiner Vorstellung von der Tat zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar ansetzt.


Das muss das Gericht dem Kerl erst einmal nachweisen (können).
Ich bin mir auch nicht sicher, dass diese Kabelbinder dazu ausreichen. Hoffentlich sind die Chat Protokolle bzw. privaten Nachrichten eindeutig genug. Wie auch immer, eine verdammt komplizierte Geschichte...
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
sweetdevil31
Forum Moderator
Forum Moderator
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 62
Beiträge: 6055
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Alter: 47
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#4

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 4. Okt. 2016, 19:18

Zum Töten verabredet: 57-Jähriger vor Gericht

04.10.2016, 16:48 Uhr
Ein 57-Jähriger soll einer psychisch kranken Frau angeboten haben, sie zu ermorden - und steht deswegen nun vor dem Landgericht Gießen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, dass er den labilen Zustand der jungen Frau ausnutzen wollte, um seine "sexuell motivierten Tötungsabsichten auszuleben". Zu Beginn des Prozesses am Dienstag wurde nur die Anklageschrift verlesen. Die Verteidigung will am nächsten Prozesstag am 14. Oktober eine Erklärung für den Angeklagten abgeben.

Nach Darstellung der Anklage lernte der Mann aus dem Kreis Limburg-Weilburg die Frau Anfang des Jahres in einem Online-Forum einer Selbsthilfegruppe kennen. Dort tauschen sich psychisch Kranke aus sowie Menschen, die suizidgefährdet sind. Der Angeklagte soll sich mit der jungen Frau in Gießen verabredet haben, wo er sie an einem "Galgen" habe töten wollen.
T-Online
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 4. Okt. 2016, 19:46

"sexuell motivierten Tötungsabsichten auszuleben"
... kann dem auch nur nachgewiesen werden, wenn er sich bei diesen Gesprächen eindeutig dazu bekannt hat. Ansonsten: Spekulation.
Zum Erhängen braucht man keine Kabelbinder. Hätte er allerdings die Befürchtung gehabt, dass sich das Opfer wehren könnte - wenn es Ernst wird - und wollte es deshalb fesseln, dann wäre er ein Mörder und das dürfte dem klar gewesen sein. Wie blöd muss jemand sein, für einen suizidgefährdeten Menschen mindestens 10-15 Jahre in den Bau zu gehen?
0

Benutzeravatar
Jason Darkstone
Level 3
Level 3
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 24
Beiträge: 512
Registriert: 31.10.2015
Geschlecht:
Wohnort: Niederösterreich
Alter: 44
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#6

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Di, 4. Okt. 2016, 23:33

Wenn sich die Dinge so verhalten haben, dann müsste es der Chatverlauf zeigen, oder ein Geständnis.
Mordabsicht wäre es ja dann ohnehin, auch wenn sie aufgrund einer psychischen Störung das wollte. Die Milderungsgründe, die zum Beispiel bei Sterbehilfe angewendet werden würden, würden ja wegfallen, wenn das Motiv Lust am Morden oder dergleichen wäre.
Aber schwierig wird es sicher, das dann auch hieb und stichfest zu beweisen.
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#7

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 5. Okt. 2016, 19:36

Jason Darkstone hat geschrieben:Mordabsicht wäre es ja dann ohnehin, auch wenn sie aufgrund einer psychischen Störung das wollte. Die Milderungsgründe, die zum Beispiel bei Sterbehilfe angewendet werden würden, würden ja wegfallen, wenn das Motiv Lust am Morden oder dergleichen wäre.
Es gibt eine Su­i­zi­den­tin, die sterben wollte. Und es gibt jemanden, der sie töten würde. Ich glaube, die primäre Frage dürfte sein, inwieweit der Angeklagte auf die junge Frau einwirken musste, bis sie sich zu diesem Schritt entschlossen hatte. Immerhin war sie ja in einem einschlägigen Chatroom unterwegs und psychisch angeschlagen.
Die zweite Frage müsste die Motivation des Angeklagten betreffen. Geht es dabei wirklich um ein juristisch eindeutiges Mordmotiv? Wollte er vielleicht doch "nur" Sterbehilfe leisten? So klar wird das nicht beschrieben, finde ich.
Das Hauptproblem aber dürfte sein, ich sehe das jedenfalls so, dass da jemand für eine Tat verurteilt werden soll, die er gar nicht begangen hat. Das ist doch Präventiv- Justiz. Oder nicht? Ein bekennender Pädophiler wird doch auch nicht präventiv weggesperrt, wenn er tausende von Kinderpornos auf seinem Rechner hat und sich mit anderen über seine abnormen Fantasien austauscht. Ich stehe dieser Anklage mit gemischten Gefühlen gegenüber und bin sehr gespannt, wie das Gericht entscheidet. Moralisch hat der Angeklagte verloren. Soviel steht fest. Aber Unmoral ist leider nicht strafbar.
0

Benutzeravatar
Jason Darkstone
Level 3
Level 3
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 24
Beiträge: 512
Registriert: 31.10.2015
Geschlecht:
Wohnort: Niederösterreich
Alter: 44
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#8

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mi, 5. Okt. 2016, 22:15

@Salva
Das ist eben jetzt die Frage. Ich hätte es so verstanden, dass sie sich verabredet haben, damit er sie umbringt, was ja darüber hinausgeht, jemandem beim Suizid zu helfen. Und die Tötung eines Menschen zu planen müsste theoretisch schon strafbar sein. Wie viel und ob es überhaupt beweisbar ist, ist die Frage. Oder es war wirklich Verabredung zu Sterbehilfe, aber das ist nicht mein Eindruck, bei den wenigen Infos die ich habe.
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#9

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 5. Okt. 2016, 23:46

Jason Darkstone hat geschrieben:Ich hätte es so verstanden, dass sie sich verabredet haben, damit er sie umbringt, was ja darüber hinausgeht, jemandem beim Suizid zu helfen.
Ich habe das auch so verstanden. Aber

1. war diese Tötung abgesprochen
Die Su­i­zi­den­tin war also alles andere als arglos und hatte sogar noch genügend Zeit, um es sich anders zu überlegen oder wenn nötig, zur Polizei zu gehen oder sich wenigstens jemanden mitzuteilen und

2. fand dieses Treffen noch gar nicht statt.
Kein Mensch kann also wissen, ob es diese, vom "Opfer" immerhin gewollte Tötung, überhaupt gegeben hätte. Das Treffen sehr wahrscheinlich schon. Aber alles weitere?
Jason Darkstone hat geschrieben:Und die Tötung eines Menschen zu planen müsste theoretisch schon strafbar sein.
Das wäre der Klassiker und der ist auch strafbar. Wie z.B. der, der einen Anschlag plant und dafür verurteilt wird. Allerdings sind da die Opfer wohl kaum mit ihrer Tötung einverstanden oder planen die sogar aktiv mit.
Jason Darkstone hat geschrieben:Oder es war wirklich Verabredung zu Sterbehilfe, aber das ist nicht mein Eindruck, bei den wenigen Infos die ich habe.
Das kann man so oder so sehen. Die StA sieht das offenbar als versuchtes Tötungsdelikt, aber die hat wesentlich mehr in der Hand als der Öffentlichkeit mitgeteilt wird. Hoffe ich mal. Dennoch ist dieser Fall in juristischer Hinsicht ebenso interessant wie die moralische Betrachtungsweise.
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
sweetdevil31
Forum Moderator
Forum Moderator
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 62
Beiträge: 6055
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Alter: 47
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#10

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 31. Okt. 2016, 13:38

Prozess um Verabredung zum Töten

31.10.2016, 12:59 Uhr
Ein 57 Jahre alter Angeklagter hat bestritten, den Tod einer psychisch kranken Frau geplant zu haben. Er habe sich zwar mit der 23-Jährigen verabredet, erklärte der Verteidiger für seinen Mandanten am Montag vor dem Landgericht Gießen.
Dieser bestreite jedoch "mit allem Nachdruck", vorgehabt zu haben, die Leipzigerin zu töten. Er habe sich mit ihr auf deren eigenen Wunsch am Gießener Bahnhof getroffen, um "sadomasochistische Rollenspiele" zu veranstalten.

Die Anklage wirft dem 57-Jährigen vor, dass er den Zustand der Frau ausnutzen wollte, um seine "sexuell motivierten Tötungsabsichten auszuleben". Demnach lernte der Mann aus dem Kreis Limburg-Weilburg die Frau Anfang des Jahres in einem Online-Forum kennen, wo sich psychisch Kranke sowie suizidgefährdete Menschen austauschen.

Das mutmaßliche Opfer berichtete dem Gericht, bereits beim ersten Chat sei der Angeklagte ganz konkret auf ihre Selbstmordabsichten eingegangen. Schnell habe er angeboten, sie zu töten. Diese Angebote seien immer konkreter und detaillierter geworden, bis der 57-Jährige vorgeschlagen habe, sich in Gießen zu treffen. Rollenspiele schloss die Frau aus: "Es ging ganz konkret darum, dass ich sterben soll."

Doch der Tötungsplan wurde vereitelt, bevor er ausgeführt wurde: Der Mann konnte nach einem Hinweis eines investigativ recherchierendes Fernsehteam in Gießen festgenommen werden. Der Prozess wird fortgesetzt.
T-Online
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#11

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 31. Okt. 2016, 13:46

Irgendwie verstehe ich Rolle des mutmaßlichen Opfers nicht so ganz. Ist sie Zeugin oder Nebenklägerin?
0

Benutzeravatar
Diskussionsleitung
sweetdevil31
Forum Moderator
Forum Moderator
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 62
Beiträge: 6055
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Alter: 47
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Prozess

#12

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 3. Jan. 2017, 19:52

Sieben Jahre Haft für Verabredung zum Mord

03.01.2017, 15:49 Uhr
Ein Mann aus Mittelhessen hat sich mit einer psychisch kranken Frau verabredet, um sie zu ermorden - nun ist er deswegen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.
Das Landgericht Gießen sprach den 57-Jährigen am Dienstag schuldig, den labilen Zustand der jungen Frau aus Leipzig ausgenutzt zu haben. Demnach kontaktierte er sie in einem Online-Forum für suizidgefährdete Menschen und bot ihr an, sie zu erhängen. So habe er seine sexuell motivierten Fantasien ausleben wollen, urteilte das Gericht. Die beiden hatten sich im April 2016 in Gießen getroffen, wo der Mann aber rechtzeitig festgenommen werden konnte.
T-Online
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#13

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 3. Jan. 2017, 21:01

Angesichts dieses Präventions- Urteils wäre es doch spannend zu erfahren, warum bekannte terroristische Gefährder nicht weggesperrt werden können. Wenn sie schon auf den Listen der Polizei und Geheimdienste stehen und/ oder bereits überwacht werden, ist doch ebenfalls Gefahr in Vollzug und im Falle eines Anschlages könnten mehr als nur ein Mensch getötet werden. Oder hinkt dieser Vergleich?
0

Benutzeravatar
Jason Darkstone
Level 3
Level 3
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 24
Beiträge: 512
Registriert: 31.10.2015
Geschlecht:
Wohnort: Niederösterreich
Alter: 44
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#14

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mi, 4. Jan. 2017, 08:11

Salva hat geschrieben:Angesichts dieses Präventions- Urteils wäre es doch spannend zu erfahren, warum bekannte terroristische Gefährder nicht weggesperrt werden können. Wenn sie schon auf den Listen der Polizei und Geheimdienste stehen und/ oder bereits überwacht werden, ist doch ebenfalls Gefahr in Vollzug und im Falle eines Anschlages könnten mehr als nur ein Mensch getötet werden. Oder hinkt dieser Vergleich?
Gute Frage...
Abgesehen von möglichen Versäumnissen, die es bei terroristischen Gefährdern vermutlich gegeben hat, sehe ich da schon einen Unterschied. Und das ist der konkrete Plan.

Ein Beispiel.
Ein Sadomasoforum in dem über irgendwelche Rollenspiele geschrieben wird und in dem vielleicht Männer schreiben, wie geil es nicht wäre eine Frau zu vergewaltigen. Obwohl es bei den Fanatsien der Männer um einen Strafbestand geht sind es eben nur Fantasien und man kann sie deshalb nicht einsperren, obwohl ich persönlich solche Menschen schon für gefährlich halte. Schließlich beginnt jedes Verbrechen im Kopf und im Herzen eines Menschen.
Anders, wenn zum Beispiel zwei solcher Männer sich ein Opfer aussuchen und konkrete Pläne anstellen, wie sie der Frau etwas antun können und vielleicht schon Material für die Tat besorgen, das aber vor der Tat verhindert wird. Wenn es beweisbar ist, war es einfach schon eine Stzraftat, auch wenn nichts passiert ist. Schließlich wäre die Gefahr auch groß, dass es die Täter später doch noch in die Tat umsetzen.

Deshalb finde ich dieses Urteil auch gut. Er wollte die Frau ja töten, nicht aus Mitleid, weil er Sterbehilfe machen wollte, sondern aufgrund einer sexuellen Fantasie, also aus niederen Beweggründen.

Wenn die Behörden jetzt jemandem im Fokus haben, der z.B radikales, islamistisches Gedankengut und einen ordentlichen Hass auf die westliche Welt hegt, die ihn doch sehr gut versorgt, so ist das krank, aber noch kein konkreter Plan. So wie man ja auch nicht jeden rechtsradikalen Menschen einsperren kann.
Wobei ich schon glaube, dass es da oft Versäumnisse gibt, aber so ein zu eins kann man es nicht vergleichen, finde ich.
0

Benutzeravatar
Lastlove
Level 4
Level 4
Beiträge zum Thema: 2
Reaktionen: 19
Beiträge: 663
Registriert: 07.05.2015
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#15

Ungelesener Beitrag von Lastlove » Mi, 4. Jan. 2017, 08:46

Frage dürfte sein, inwieweit der Angeklagte auf die junge Frau einwirken musste, bis sie sich zu diesem Schritt entschlossen hatte. Immerhin war sie ja in einem einschlägigen Chatroom unterwegs und psychisch angeschlagen.

Ich finde die Entwicklung des Falles (den kannte ich garnicht) sehr sehr gut.
Da die Frau in psychiatrischer Behandlung ist, wird auch herauszubekommen sein, ob die Tötungsabsichten geplant, sprich "organisiert" waren.
Und wenn es eben um "Opfersuche" geht, dann bedeutet das, "organisierteKriminalität".
Mit diesem Opfer wird detailiert nachgewiesen werden können, wie genau es funzt, einen schwachen eventuell oder an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit masochistisch veranlagten Menschen immer noch schwächer werden zu lassen mit digitaler Kommunikation bis zur absoluten auslieferung im real life.

Dieses "dranbleiben" kennen wir doch von Höxter..
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#16

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 4. Jan. 2017, 19:10

@Jason Darkstone
Deine Beispiele mit dem SM-Forum leuchten mir zwar ein, allerdings sehe ich im zweiten Beispiel doch ein Problem. Wenn diese beiden Möchtegern-Vergewaltiger ein bestimmtes Opfer durch Ausspähen usw. ins Auge gefasst haben und sich die Tatabsicht konkret nachweisen lässt, würde ich ein präventives Wegsperren sogar noch verstehen. Über die Höhe der Strafe lasse ich mich mal nicht aus. Wenn die Beiden allerdings Vorbereitungen für diese Tat treffen, indem sie sich z.B. eine passende Räumlichkeit oder entsprechende Utensilien wie Fesseln usw. beschaffen, ohne ein bestimmtes Opfer ins Auge gefasst zu haben, dann dürfte es für die StA schwer werden, denen eine konkrete Tatabsicht nachzuweisen. Zwar könnte das Gericht anhand dieser Indizien von der geplanten Tatausführung überzeugt sein, ob das anschl. Urteil allerdings auch durch die Instanzen hindurch Bestand haben würde? So sicher bin ich mir da nicht. Ich denke, da kommt es nicht zuletzt sehr auf die Kompetenz der Juristen an.

Moralisch betrachtet, befürworte ich das Urteil in diesem Fall zu 100%. Wenn ich dem aber gegenüberstelle bzw. vergleiche, wie vollendete Tötungsdelikte bestraft werden, dann ist dieses Urteil mit sieben Jahren entweder zu hoch angesetzt, oder die der Tötungsdelikte zu niedrig. Wenn ich die Netto Aufenthaltsdauer im Knast betrachte. Die Gerichte beurteilen ja die Schwere der Schuld, die sich Täter aufgeladen haben und nicht die Tat selbst und eigentlich wiegt ein tatsächliches Todesopfer sehr viel mehr als ein vermeindlich Zukünftiges.

Wenn ich jetzt das Beispiel der terroristischen Gefährdern mit dem der (potenziellen/tatsächlichen) Vergewaltigern vergleiche, dann müssten doch im Ergebnis ähnliche Urteile gesprochen werden können. Jedenfalls sehe ich keine größere juristische Hürde. Schon gar nicht, wenn ich den § 89a StGB - Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat mit einbeziehe. Allerdings bin ich kein Anwalt und bei den Juristen ergibt 2 + 2 nicht immer oder unbedingt 4.
0

Benutzeravatar
Salva
Administrator
Administrator
Beiträge zum Thema: 8
Reaktionen: 140
Beiträge: 6991
Registriert: 05.08.2014
Geschlecht:
Wohnort: Fürth
Alter: 53
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#17

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 4. Jan. 2017, 20:19

@Lastlove
Das Opfer in spe war zu diesem Zeitpunkt bereits suizidgefährdet und in einem entsprechend labilen psychischen Zustand. Das ist klar. Der Verurteilte soll die junge Frau in der Hinsicht beeinflusst haben, dass sie sich von ihm erhängen lassen wollte. Als Motiv unterstellt das Gericht einen sexuellen Hintergrund.
Kontaktiert hatte sie der Typ im Chat Room einer Selbsthilfegruppe, von daher könnte es sich tatsächlich um ein geplantes Tötungsdelikt gehandelt haben, weil er in diesem speziellen Space gezielt nach labilen Frauen gesucht haben könnte. Die Frage war zu Beginn: mit welchem Motiv? Eine Art Sterbehilfe? Oder doch sexuell motiviert? Beides ist zwar strafbar, aber doch sehr unterschiedlich zu bewerten. Zumal die Frau mit ihrer Tötung einverstanden war. Allerdings ist es lt. Gericht fragwürdig, ob sie sich über die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst war und darüber lässt sich streiten. Immerhin war sie ja aufgrund ihres Zustandes oder Selbsttötungsabsicht in diesem Chat unterwegs und zwar bewusst und wird sich auch dementsprechend ausgetauscht haben. Insgesamt eine heikle Geschichte. Jedenfalls bis zum Urteilsspruch.


Mit OK (Organisierte Kriminalität) ist per Definition aber etwas völlig anderes gemeint:
"Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig
a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,
b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder
c) unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken."
Bundeskriminalamt (BKA)

Mit diesem Opfer wird detailiert nachgewiesen werden können, wie genau es funzt, einen schwachen eventuell oder an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit masochistisch veranlagten Menschen immer noch schwächer werden zu lassen mit digitaler Kommunikation bis zur absoluten auslieferung im real life.
Woraus schließt du, dass die junge Frau masochistisch veranlagt war? Weil sie sich selbst töten wollte?

Gegenfrage: wie schaffen es Finanzbetrüger, ihre betuchten Opfer abzuzocken? Und das sogar im real life, also von Angesicht zu Angesicht und ohne diesem Zustand, in dem sich unser Opfer hier befand?
0

Benutzeravatar
Jason Darkstone
Level 3
Level 3
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 24
Beiträge: 512
Registriert: 31.10.2015
Geschlecht:
Wohnort: Niederösterreich
Alter: 44
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#18

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mi, 4. Jan. 2017, 21:50

Salva hat geschrieben:Wenn ich dem aber gegenüberstelle bzw. vergleiche, wie vollendete Tötungsdelikte bestraft werden, dann ist dieses Urteil mit sieben Jahren entweder zu hoch angesetzt, oder die der Tötungsdelikte zu niedrig.
Mit der Diskrepanz hast du recht. Ich finde eindeutig, dass in der Regel bei Tötungsdelikten zu lasch geurteilt wird, obwohl der Strafrahmen da wäre. Und die tatsächliche Haftzeit ist dann oft sehr niedrig, im Hinblick darauf, dass die Täter absichtlich ein Menschenleben genommen haben.
Hier denke ich, dass eben ein Richter da war, der da rigoroser gehandelt hat.
Lastlove hat geschrieben:Wenn ich dem aber gegenüberstelle bzw. vergleiche, wie vollendete Tötungsdelikte bestraft werden, dann ist dieses Urteil mit sieben Jahren entweder zu hoch angesetzt, oder die der Tötungsdelikte zu niedrig.
In diesem Fall denke ich das eher nicht. Die Frau hatte psychische Probleme. Deshalb hatte sie in einem Forum für suizidgefährdete Menschen Hilfe gesucht. Und sie hatte aufgrund dieser Probleme offensichtlich den Wunsch zu sterben. Das wollte der Täter ausnutzen.

Noch ein Gedanke zum Motiv. Wenn er in Selbsthilfegruppen nach Frauen gesucht hat, die labil sind, dann hat er wohl nicht aus Mitleid gehandelt. Das könnte ich ja noch verstehen, wenn er sie vorher gekannt hätte. Aber so scheint es, als wäre er ein Jäger gewesen, der die Schwächen einer psychisch sehr kranken Frau ausnutzen wollte. Und ich denke mir, dass das Gericht diesen Umstand eben auch entsprechend bewertet hat.
0

Benutzeravatar
Jason Darkstone
Level 3
Level 3
Beiträge zum Thema: 5
Reaktionen: 24
Beiträge: 512
Registriert: 31.10.2015
Geschlecht:
Wohnort: Niederösterreich
Alter: 44
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#19

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mi, 4. Jan. 2017, 21:53

Salva hat geschrieben:Wenn ich jetzt das Beispiel der terroristischen Gefährdern mit dem der (potenziellen/tatsächlichen) Vergewaltigern vergleiche, dann müssten doch im Ergebnis ähnliche Urteile gesprochen werden können. Jedenfalls sehe ich keine größere juristische Hürde. Schon gar nicht, wenn ich den § 89a StGB - Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat mit einbeziehe. Allerdings bin ich kein Anwalt und bei den Juristen ergibt 2 + 2 nicht immer oder unbedingt 4.
Das denke ich auch. Überall ist jetzt die Rede davon die Überwachung zu verstärken. Doch scheint es mir sinnvoller, schneller zuzugreifen und ordentlich zu verurteilen. Meist waren bei Terror die Täter vorher ohnehin gut bekannt. Somit bringt ja mehr Überwachung nichts.
0

Benutzeravatar
Lastlove
Level 4
Level 4
Beiträge zum Thema: 2
Reaktionen: 19
Beiträge: 663
Registriert: 07.05.2015
Status: Offline

Re: Gießen: Mann nach Verabredung mit Leipzigerin zum Töten in Haft | Urteil

#20

Ungelesener Beitrag von Lastlove » Do, 5. Jan. 2017, 07:22

@Salva
Nein ich gehe nicht davon aus, sie war masochistisch weil sie sich töten wollte..
Aber naheliegend wäre es schon.

Es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten warum sie sich töten wollte..

Aber wenn wir ihre Aussage doch betrachten, so wurde sie ja "angehalten" bzw. "beeinflusst oder gar manipuliert".

Das sagt mir, sie war sehr schwach und liess sich sozusagen "treiben" in der Unterhaltung mit diesem Typ. Meint, er fand Nährboden um seine Strategie auszuweiten, fortzuführen und zu stärken indem sie eben immer schwächer und willenlos wurde weil vllt. eine emotionale Abhängigkeit entstand während der chatunterhaltungen.

Und wenn ich davon ausgehe so denke ich schon es ist sehr wahrscheinlich es lag ein gewisser Masochismus vor der eben gesteigert wurde durch bewusste Einflussnahme des Gegenübers.

Den Begriff organisierte Kriminalität wählte ich, weil ich eben stark hoffe, daß durch eine solche Vermutung ganz andere Möglichkeiten der Ermittlungen gegeben wären.

@Jason Darkstone
Ich habe das nicht geschrieben wie vollendete Tötungsdelikte bestraft werden.
Aber ich fände es schon sehr gut, wenn die Stärke (Qualität) der Kriminalität eine grosse Rolle spielt.
0

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Abgeschlossene Gerichtsprozesse“

Wer ist online?

0 Mitglieder | 6 Gäste