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Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozess| Urteil

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Eagle
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#31

Ungelesener Beitrag von Eagle » Mo, 22. Feb. 2016, 14:20

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Mitarbeiter des Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung.

Bild nicht mehr vorhandenJessica B. (l.)
Mordfall Jessica B. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jugendamts-Mitarbeiter
22.02.2016
Im Fall um die getötete Jessica B. ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamts wegen fahrlässiger Tötung. Sie hätten die Ermordung der jungen Frau womöglich verhindern können.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamts wegen fahrlässiger Tötung. Sprecherin Nadja Niesen bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung. Es geht um den Tod einer jungen Mutter. Als tatverdächtig gilt ihr Ex-Freund, der in Untersuchungshaft sitzt.
«Das Jugendamt wurde mehrfach auf die akute Gefährdung des Lebens von Jessica hingewiesen», zitiert das Blatt die Anwältin der Eltern des Opfers. Sie hatten die Jugendamtsmitarbeiter laut «Bild» Anfang Februar angezeigt. Jessica B. habe Angst vor ihrem Ex-Freund gehabt, sie habe das Jugendamt erfolglos gebeten, sie und ihren einjährigen Sohn in einem Heim unterzubringen.
Frankfurter Neue Presse



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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#32

Ungelesener Beitrag von pfiffi » Di, 23. Feb. 2016, 18:28

§ 138

Wenn die Vorwürfe zutreffen, hoffe ich auf eine Verurteilung. Nicht zu fassen.
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#33

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 23. Feb. 2016, 21:53

Und wo waren die Eltern, wenn das JA schon nicht reagiert hat? Wo die Polizei? Wo die anderen (eventuellen) Angehörigen?
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Eagle
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#34

Ungelesener Beitrag von Eagle » Di, 29. Mär. 2016, 12:33

Der folgenden Bericht vom 16.03.16 bringt etwas Licht ins Dunkel:

Bild nicht mehr vorhandenFrankfurter Nordend
Ermittlungen gegen Jugendamt: Kind gerettet, Mutter tot
Mitarbeiter des Jugendamtes Frankfurt am Main nahmen ein Kind in Obhut, brachten es in Sicherheit. Kurz darauf wurde die Mutter des Jungen getötet. Trug die Behörde auch Verantwortung für das Leben der Frau?
Hätte ihr Freund nicht gestanden, ihren Leichnam in den Hausmüllcontainer geworfen zu haben, der gewaltsame Tod von Jessica B. wäre womöglich nie aufgedeckt worden. Die junge Mutter, 22 Jahre alt und drogenkrank, war zuvor immer mal wieder ausgerissen. Sie schlich sich aus ihrer Verantwortung, flüchtete sich in den Rausch, ließ ihren einjährigen Sohn Leon allein beim ebenfalls süchtigen Vater.
Jessica B. war alles zu viel. Die Fürsorge um das Kind, die Organisation des Alltags, ihr Leben, das bestimmt war von ihrer Sucht. Sie sei froh, wenn sie am Tag einmal auf Toilette gehen könne, sagte sie im Juni 2015. Dann verschwand sie, ihre Eltern meldeten sie am 8. Juli als vermisst (...)
Der Absturz der Jessica B.
Jessica B.s Eltern haben nun Anzeige erstattet gegen zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes Frankfurt am Main Bornheim wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Amt durch Unterlassen. Die Behörde hatte sich um das Wohl des Sohnes Leon gekümmert, den Jungen aus der Familie genommen, ihn in Sicherheit gebracht.
Hatte das Amt auch Verantwortung für Leons Mutter Jessica B.? Inwieweit hat eine Behörde eine Garantenpflicht, nicht nur für das Kind, auch für dessen Familie? Fragen, die die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main zu klären hat. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt machen wir keine Angaben zu dem Verfahren", sagt ein Sprecher.
Fest steht: Nicht nur der kleine Leon war dem Jugendamt bekannt. Im Jahr 2007 begann die Behörde mit der Betreuung seiner Mutter Jessica B., damals 14 Jahre alt. Ein kaputtes Mädchen, süchtig nach Cannabis und Amphetaminen, das in eine stationäre Einrichtung kam, aus der es floh, kurz bevor es volljährig wurde. Jessica B. stürzte ab in die Obdachlosigkeit, fing sich wieder und verrannte sich in der Beziehung zu Jozsef S., von dem sie schwanger wurde (...)
Ohne Perspektive Zwölf Tage vor der Geburt riefen Nachbarn die Polizei: Der werdende Vater sei auf seine hochschwangere Freundin losgegangen. Jessica B. und Jozsef S. behaupteten gegenüber den Einsatzbeamten jedoch, es habe sich lediglich um eine verbale Auseinandersetzung gehandelt, ein privater Streit ohne Handgreiflichkeiten. Die Polizisten notierten, bei der Frau seien zwar keine Verletzungen festgestellt worden, sie schickten jedoch eine Kinderschutzmeldung ans Jugendamt im Hinblick auf das Ungeborene. Die Behörde nahm wieder Kontakt zu Jessica B. auf, und diese beantragte daraufhin Hilfe zur Erziehung ihres Kindes. Im August 2014 wurde Leon geboren.
(...) Ziel des Jugendamtes: Aus Jessica B. sollte eine gewissenhafte Mutter werden mit geklärtem Verhältnis zum Vater ihres Kindes - mit beruflichen Perspektiven und ohne Drogen.
Vor allem Letzteres: ein hehres Ziel. Jessica B. bekam trotz Erziehungshilfen und Drogenberatungen ihre Sucht nicht in den Griff, die regelmäßigen Drogentests schreckten sie nicht ab. In einer Probe vom 21. April 2015 wurden außer Cannabis auch Kokain und Amphetamine nachgewiesen.
Da waren die Mitarbeiter des Jugendamts bereits am Limit: Jessica B. verhielt sich eigensinnig, uneinsichtig. Sie weigerte sich, den Kontakt zu ihren drogenabhängigen Freunden abzubrechen. Der vorgesehene Schutzplan für Leon war gefährdet, mit ihm das Kindeswohl.
Anfang Mai brach Jessica B. die Drogenberatung ab, schwänzte die Urinkontrollen, verweigerte den Kontakt zur Erziehungshilfe und tauchte ab. Nach dem 11. Juni war sie nicht mehr zu erreichen. Die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamtes schlug Alarm: Mit einem Kollegen plante sie einen unangemeldeten Hausbesuch im Frankfurter Nordend. Leon sollte in Augenschein genommen werden und wie seine Mutter eine Haaranalyse und Urinkontrolle in der Rechtsmedizin abgeben.
Am 18. Juni klingelten die Amtsangestellten. Jessica B. war nicht zu Hause, Jozsef S. verweigerte den Zutritt zur Wohnung. Sie holten die Polizei hinzu, betraten dann eine verdreckte, verwahrloste, völlig verrauchte Wohnung, nicht kindgerecht gesichert, mit Essensresten auf dem Boden. Der Vater des Jungen war völlig ahnungslos, wo sich die Mutter herumtrieb. Jessica B. neige dazu, vor ihren Problemen davonzulaufen, sagte er. Er selbst sei mit der Versorgung des Sohnes als auch mit der seiner Freundin überfordert. Das Amt nahm Leon in seine Obhut (...).
(...) Warum wandten sich Jessica B. und ihre Eltern nicht an die Polizei? Sie hätte auch bei Gericht ein Annäherungs- oder Kontaktverbot erwirken können. "Polizei und Justiz sind bei dieser Familie immer das letzte Mittel", sagt Schrodt.
Zum ausführlichen Bericht Spiegel
Ein weiterer Bericht vom Januar 2016 Frankfurter Rundschau

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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#35

Ungelesener Beitrag von AndreaManuela » Mi, 30. Mär. 2016, 13:26

Dass jetzt dem Jugendamt in die Schuhe zu schieben... allerhand. Wo waren denn die Eltern? Anscheinend hatten sie doch ein Zimmer frei (was sie für den Enkel dann eingerichtet hatten) - dort hätte doch erstmal die Tochter unterkommen können. Und sie hätten ihre Tochter dann auch besser unterstützen können, von den Drogen wegzukommen.
Und wird man nicht in ein Frauenhaus aufgenommen, wenn man mit Sack und Pack vor der Tür steht?
So traurig der Fall auch ist... Aber einen Schuldigen an den Haaren herbeizuziehen, ist nicht sehr hilfreich.
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#36

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 30. Mär. 2016, 16:18

@AndreaManuela
Wenn es um die Schuldfrage geht, dann ist es immer einfacher die Antwort sonst wo zu suchen. Tatsache ist aber, dass die Betroffenen erst einmal für sich selbst verantwortlich sind und wenn sie die helfenden Hände verweigern und erst gar nicht mitarbeiten, wer soll da noch helfen? Und vor allem: wie? Es gibt nämlich durchaus Abhängige, die liebend gerne und voller Überzeugung in eine Therapie gehen um ihre Lebenssituation zu verbessern. Warum also Zeit, Mühe und Geld in jemanden investieren, der keinen Bock darauf hat und sich gegen alles sperrt? Das ist das Credo der Ämter und angesichts klammer Kassen und mangelnder Therapieplätze ein Stück weit nachvollziehbar.

Frauenhäuser sind nicht für Frauen mit massiven Drogen- oder Alkoholproblemen gedacht und auch nicht gemacht. Die einzige verbleibende Frage wäre also: wieso konnte niemand den gewalttätigen Ex-Freund Dingfest machen?
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#37

Ungelesener Beitrag von Finlule » Mi, 30. Mär. 2016, 20:12

@AndreaManuela fragt:
Und wird man nicht in ein Frauenhaus aufgenommen, wenn man mit Sack und Pack vor der Tür steht?
Nein nicht jeder wird ins Frauenhaus aufgenommen.

Frauen mit Abhängigkeitserkrankungen oder schweren akuten psychischen Erkrankungen können leider nicht aufgenommen werden, da Frauenhäuser nicht die notwendige Betreuung leisten können. Auch Obdachlose Frauen werden nicht aufgenommen.

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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#38

Ungelesener Beitrag von Jason Darkstone » Mi, 30. Mär. 2016, 23:44

Nach den Fakten die mir bekannt sind, hat das Amt keinen Fehler gemacht.
Das Jugendamt kann leider keinen Erwachesenen zwingen schlechte Gesellschaft zu verlassen, mit Drogen aufzuhören. Auch ein Entzug hat erst dann einen Sinn, wenn es der Betreffende wirklich will.
Mir tut die Frau wirklich leid, auch weil anhand des Berichts zu erkennen war, das sie zwischendurch immer wieder erkannt hat, dass sie was ändern sollte.
Dennoch ist meiner Meinung nach diesen Fakten nur einer Schuld am Tod des Opfers. Nämlich der Mörder.
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#39

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 31. Mär. 2016, 13:17

Sechs Monate nach Leichenfund auf Mülldeponie Anklage

31.03.2016, 11:18 Uhr
Ein halbes Jahr nachdem Ermittler Leichenteile einer Frankfurterin auf einer Mülldeponie entdeckt haben, hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Dem Ex-Freund der getöteten 22-Jährigen werde Totschlag vorgeworfen.
Die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung der jungen Mutter wurden unterdessen eingestellt. Der Schutzauftrag der Behörde habe sich nicht auf die 22 Jahre alte Mutter, sondern nur auf ihren kleinen Sohn bezogen.

Der Ex-Freund der Getöteten hatte eine Woche nach dem Verschwinden der Frau im Juli 2015 gestanden, sie umgebracht und ihre Leiche anschließend in den Hausmüll gesteckt zu haben. Später widerrief er nach Angaben der Ermittler das Geständnis jedoch.
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian, Mord an 22-Jähriger

#40

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 3. Apr. 2016, 10:36

01.04.2016 Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Jozef S., erhoben. Das Landgericht hat über die Zulassung der Anklage wegen Totschlags noch nicht entschieden.

Zum Bericht Frankfurter Neue Presse

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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozessbeginn 06. Juli 2016

#41

Ungelesener Beitrag von z3001x » Do, 7. Jul. 2016, 00:05

Heute, am 6. Juli 2016, hat der Prozess gegen Jozef S wegen Totschlags, begonnen.
Er gestand und beschrieb den Tathergang am ersten Prozesstag.
Das Urteil wird für Ende Juli erwartet.
Die Tat liegt fast auf den Tag genau ein Jahr zurück: Am 8. Juli sollen die 22 Jahre alte Jessica B. und ihr Ex-Freund in der Wohnung der jungen Frau im Frankfurter Nordend in Streit geraten sein.
Der 24-Jährige ließ seine Verteidigerin zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht erklären, es sei zu einer Rangelei gekommen und er habe die 22-Jährige zu Boden geworfen. Er habe sie lange gewürgt, bis sie im Gesicht blau angelaufen sei. Dann habe er bemerkt, dass sie tot sei.
Er behauptet, er hätte die Leiche seiner Freundin in den Müllcontainer gesteckt, damit sie gefunden würde.
Wie die Verteidigerin sagte, wickelte er Jessica B. in einen Bettbezug, "weil er den Anblick nicht ertragen konnte". Die Leiche steckte er in eine Mülltonne. Er habe gehofft, dass sie bei der Mülltrennung gefunden werde.
Er habe gewünscht, dass sie anständig beerdigt würde.
Der Angeklagte ließ seine Verteidigerin am Mittwoch weiter sagen, Jessicas Handy habe er kurz nach der Tat ausgeschaltet und ihren Rucksack mitgenommen. Er schrieb demnach ein Geständnis, ging aber nicht zur Polizei.

In dem Brief steht: "Ich habe die Mutter meines Kindes umgebracht. Ich möchte, dass sie gefunden wird und ordentlich beerdigt wird. Ich weiß nicht, was geschehen ist. Ich war und bin einfach in dem Gedanken gefangen, dass sie noch lebt und ich sie wiedersehen werde."
Die Vorwürfe gegen das Jugendamt, die in Todesangst vor ihrem Ex-Freund lebende Jessica, trotz ihres eindringlichen Wunsch, nicht in einem Mutter-Kind-Heim untergebracht zu haben, wies der Staatsanwalt zurück. Er attestierte dem Handeln der Jugendamtmitarbeiter, das ja mittelbar den Tod der Verstorbenen erst ermöglichte, strafrechtliche Irrelevanz.
Vorwürfe gegen Jugendamt
Ihre Eltern erhoben schwere Vorwürfe gegen das Frankfurter Jugendamt. Das Amt habe Jessica B.s Wunsch nach einer Unterbringung mit ihrem Sohn in einem Mutter-Kind-Heim nicht entsprochen und trage eine Mitschuld an ihrem Tod. Das Amt hatte den kleinen Sohn wegen ihres Lebenswandels in einer Pflegefamilie untergebracht. Die Staatsanwaltschaft sah kein strafrechtlich relevantes Verhalten der Jugendamtsmitarbeiterinnen.
Ein Urteil gegen den 24-Jährigen wird Ende Juli erwartet.
Hessenschau vom 6. Juli 2016

Ebenso erwartungsgemäß wie zynisch seitens des Staatsanwalt, dass er das "problematisch" Verhalten des Jugendamts rein wäscht.
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozessbeginn 06. Juli 2016

#42

Ungelesener Beitrag von z3001x » Do, 7. Jul. 2016, 00:51

Auf die Ablehnung der Jugendamtmitarbeiter, Jessica B. in dem Mutter-Kind-Heim unterzubringen, wird in der Frankfurter Neue Presse näher eingegangen, so dass die Argumentation auch nachvollziehbarer erscheint.
Die Eltern des Opfers hatten dem Jugendamt Untätigkeit vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, es habe begründete Zweifel an der Erziehungsfähigkeit von Jessica B. gegeben. Zugleich habe die junge Frau den Kontakt zu ihrem Ex-Freund, vor dem sie angeblich Todesangst gehabt haben soll, aufrechterhalten – und habe sogar mit ihm in das bereits ausgesuchte Mutter-Kind-Heim ziehen wollen.

Die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiterinnen des Frankfurter Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung in dem Fall waren jedoch im März eingestellt worden. Die Anzeige der Eltern sei menschlich verständlich, der Schutzauftrag der Behörde habe sich aber nicht auf die 22-Jährige, sondern nur auf deren Sohn bezogen, hatte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen damals erklärt.
Weitere interessante Details zum Ablauf und Inhalt des Prozess aus derselben Quelle:
Die Schwurgerichtskammer hat zunächst sechs Verhandlungstage bis Anfang August terminiert. In dem Prozess wird auch ein Sachverständiger zur Suchtproblematik des Angeklagten und einer damit verbundenen möglichen eingeschränkten Schuldfähigkeit zu Wort kommen.
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Eagle
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozessbeginn 06. Juli 2016

#43

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 7. Jul. 2016, 09:40

z3001x hat geschrieben:Die Vorwürfe gegen das Jugendamt, die in Todesangst vor ihrem Ex-Freund lebende Jessica, trotz ihres eindringlichen Wunsch, nicht in einem Mutter-Kind-Heim untergebracht zu haben, wies der Staatsanwalt zurück. Er attestierte dem Handeln der Jugendamtmitarbeiter, das ja mittelbar den Tod der Verstorbenen erst ermöglichte, strafrechtliche Irrelevanz.
z3001x hat geschrieben:Ebenso erwartungsgemäß wie zynisch seitens des Staatsanwalt, dass er das "problematisch" Verhalten des Jugendamts rein wäscht.
Meiner Meinung nach erklärt ein Bericht des Spiegel (hier im Forum, 29.03.2016) den Sachverhalt sehr gut. Das Jugendamt hatte die Aufgabe den Jungen zu schützen. Sie selbst wurde ab ihrem 14. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit ebenfalls vom Jugendamt betreut. Ab diesem Zeitpunkt war sie für sich selbst verantwortlich. Wer hätte verhindern können, dass sie ihrem Freund oder Ex immer wieder die Wohnungstüre öffnete? Es war ihre Entscheidung. Sie hätte ein Annährungsverbot erwirken, bei ihren Eltern unterkommen oder Hilfsangebote annehmen können. So traurig der Fall ist und auch ihr Leben war, verantwortlich für ihren Tod ist der Täter.

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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozessbeginn 06. Juli 2016

#44

Ungelesener Beitrag von Eagle » Sa, 30. Jul. 2016, 17:02

Er hat seine Freundin erwürgt und ihre Leiche in eine Mülltonne geworfen. Dafür ist ein 24-Jähriger nun vom Landgericht Frankfurt zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer ging bei ihrem Urteil vom Dienstag von Totschlag aus.
Wurf in die Mülltonne nicht "strafverschärfend"

Anhaltspunkte für eine Mordtat sah das Gericht nicht. Das Opfer habe bereits im Vorfeld Befürchtungen geäußert und sei deshalb möglicherweise nicht mehr arglos gewesen. Der Umstand, dass der 24-Jährige die Leiche in die Mülltonne geworfen hatte, wurde ausdrücklich nicht strafverschärfend gewertet. "Um die Leiche verschwinden zu lassen, blieb dem Angeklagten quasi keine andere Wahl", sagte der Vorsitzende Richter. "Spuren verwischen darf jeder Täter."
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Re: Frankfurt/Main: Jessica Bastian | Prozess| Urteil

#45

Ungelesener Beitrag von Eagle » Sa, 30. Jul. 2016, 18:00

Ein Video vom letzten Verhandlungstag bei maintower 26.07.2016. Der Anwalt von Jessica's Mutter und der Großvater von Jessica B. äussern sich.

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