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Selbstjustiz in Eschweiler: Eltern bringen verdächtigen Mann um - Urteile gefällt

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Selbstjustiz in Eschweiler: Eltern bringen verdächtigen Mann um - Urteile gefällt

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 20. Aug. 2015, 19:25

Blutige Selbstjustiz +++ Kind belästigt?
Eltern bringen verdächtigen Mann um


Aachen – Es ist ein blutiger Fall von Selbstjustiz! Weil er angeblich ein Kind missbrauchte, ist ein Mann (29) in Eschweiler getötet worden.

Ein Ehepaar hatte laut Staatsanwaltschaft den Verdacht, der Mann habe eine Straftat an ihrer Tochter (12) begangen.

Nach BILD-Informationen soll es dabei um sexuellen Missbrauch gegangen sein. Offiziell sprechen die Ermittler von einer Straftat im „höchstpersönlichen Lebensbereich“, so die „Aachener Zeitung“.

Dem Bericht zufolge erstattete die Familie Strafanzeige gegen den Mann, doch die Ermittlungen wurden „aus Mangel an Beweisen“ eingestellt.

Da reifte in den Eltern des Kindes offenbar der Plan für den blutigen Rache-Akt.

Bereits am vergangenen Freitag hatten laut Staatsanwaltschaft der Familienvater (38), seine Frau (30) und ein gemeinsamer Bekannter (26) den Tatverdächtigen (29) am Fluss Inde in eine Falle gelockt.

Die Frau bekundete laut Staatsanwaltschaft sexuelles Interesse an dem 29-Jährigen, um ihn zum Treffpunkt zu locken. Bei dem Treffen wurde er von dem Trio dann mit einem Totschläger und einem Messer umgebracht.

Die drei Tatverdächtigen sitzen alle wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft, legten bereits Teilgeständnisse ab.

Bild.de
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Zuletzt geändert von Salva am So, 22. Mai. 2016, 13:27, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel geändert



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Re: Aachen-Eltern bringen verdächtigen Mann um

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 21. Aug. 2015, 06:29

Brutales Verbrechen in Eschweiler
Opfer-Eltern töten vermeintlichen Sextäter bestialisch


Eschweiler - Sie wollten nur eines: Rache. Deshalb lockte ein Ehepaar (38 und 30) aus Eschweiler (nahe Aachen in Nordrhein-Westfalen) zusammen mit einem Bekannten (26) den 29-jährigen Christian L. in einen Hinterhalt.

Dort fiel das Trio nach einem Bericht der "Bild" mit brachialer Gewalt über den Mann her. Sie prügelten mit einem Totschläger und stachen mit einem Messer auf ihn ein. „Der Mann wurde bestialisch getötet“, so ein Insider. Die Staatsanwaltschaft Aachen beantragte nach Angaben des Online-Portals volksfreund.de Haftbefehl gegen die mutmaßlichen Täter; laut Focus.de sitzen sie inzwischen in Untersuchungshaft.

Der Hintergrund der Tat: Die beiden Eheleute hegten schon länger den schlimmen Verdacht, dass sich Christian L. an ihrer erst zwölfjährigen Tochter vergangen hatte. Die beiden waren deshalb auch zur Polizei gegangen und hatten Strafanzeige erstattet. Der vermeintliche Sexstrolch L. blieb aber trotzdem auf freiem Fuß. Die Sache ließ dem Ehepaar jedoch keine Ruhe. Und irgendwann reifte in ihnen offenbar ein teuflischer Plan. Nach Informationen der Bild nahm die Mutter per Facebook Kontakt zu Christian L. auf. Sie gab vor, Interesse an ihm zu haben. „Die Mutter lockte den Mann unter dem Vorwand, sie wolle was von ihm, fände ihn nett, zum Tatort“, sagte Dr. Jost Schützeberg, Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, gegenüber "Bild".

Der 29-jährige L. war offensichtlich naiv genug, die aufgestellte Sex-Falle nicht zu erkennen. Er ging am 14. August zur vereinbarten Zeit gegen 22 Uhr zu dem Treffpunkt in einem Hinterhof. Dort muss das Trio ohne Vorwarnung über Christian L. hergefallen sein. Er wurde mit einem Totschläger malträtiert, mit zahlreichen Messerstichen regelrecht abgeschlachtet. Als der 29-Jährige tot war, warfen die mutmaßlichen Täter seine Leiche einfach in ein Gebüsch am Fluss Inde. Sie wurde dort tags darauf gefunden.

Bild
An einem abgelegenen Hinterhof fiel das Trio über sein Opfer her

Die Fahnder des Polizeipräsidiums in Aachen brauchten indes nicht lange, um dem Ehepaar und seinem Bekannten auf die Schliche zu kommen. Ob Christian L. das Kind des Ehepaars wirklich missbraucht haben soll, wollte die Aachener Staatsanwaltschaft nicht kommentieren.

tz.de
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Selbstjustiz in Eschweiler?

#3

Ungelesener Beitrag von pfiffi » So, 23. Aug. 2015, 00:59

http://www.stern.de/panorama/stern-crim ... 94676.html

Daraus:
Ein Ehepaar soll gemeinsamen mit einem Komplizen in Nordrhein-Westfalen einen Rachemord an einem 29-Jährigen verübt haben. Zwei der drei inzwischen verhafteten Beschuldigten legten bei den Ermittlern Teilgeständnisse ab. Mehreren Medienberichten zufolge soll das Trio vermutet haben, dass der Mann der zwölf Jahre alten Tochter des Ehepaars etwas angetan habe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Aachen hatte das Paar einst erfolglos Anzeige gegen unbekannt gestellt. Das Trio soll den Mann in der vergangenen Woche in Eschweiler bei Aachen getötet haben.
Puuuuh.

Meine persönliche Meinung: Selbst wenn das Opfer der 12jährigen etwas angetan haben sollte, wünsche ich eine lange Haftstrafe - Selbstjustiz geht mal sowas von gar nicht.

Sollte das Opfer gar unschuldig sein, wünsche ich eine Verurteilung wg Mord, 211 StGB, und zwar mit besonderer Schwere der Schuld. Denn in diesem Fall hätten sich die Betreffenden - inzwischen gibt es ja ausweislich obigen Berichts Teilgeständnisse - nicht nur rechtswidrig verhalten (das sowieso!), sondern, die Tat beweist es, dem Opfer im Rahmen ihrer Selbstjustiz gar keine Chance eingeräumt, sich zu 'verteidigen'. Und das geht gar nicht. Wenn ich - was immer falsch ist! Immer! Immer! - das Recht in meine Hand nehme, dann muss ich mir wenigstens sicher sein. Marianne Bachmeier (hier schon behandelt: viewtopic.php?f=28&t=251&hilit=bachmeier ) übte auch Selbstjustiz, aber sie konnte sich wenigstens sicher sein. (Klaus Grabowski ist - wegen Todes - nie rechtskräftig verurteilt worden und deswegen juristisch bis heute und für alle Zeiten "nur" der mutmaßliche Mörder Annas...aber das ist, außerjuristisch, natürlich Quatsch! Sein nie widerrufenes Gestndnis liegt vor; er hat die Ermittler damals zu Annas Leiche geführt: Klaus Gabrowski ist realitär, sozusagen "transjuristisch"*, der Mörder Anna Bachmeiers, punkt.) Man denke auch an den Emdener Fall. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/m ... 05127.html Übrigens: Der 19jährige wurde verurteilt! Wieviele des pöbelnden Mobs sonst wurden es?

____

* oder der Fall ist noch offen. Mord verjährt ja in Deutschland bekanntlich nicht. Hurry up, Lübeck! Wir suchen einen unbekannten Mörder...axo, wir suchen nicht mehr? Mörder ist bekannt?
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Re: Aachen-Eltern bringen verdächtigen Mann um

#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 27. Aug. 2015, 13:55

22. August 2015

Eschweiler: Das grausige „Versprechen“ des mutmaßlichen Killers



Es war wohl die Aussicht auf schnellen Sex, mit der Tanja F. (30, alle Namen geändert) Sebastian B. (29) in die Mord-Falle lockte. Die Hinweise verdichten sich, dass sie und ihr Mann Hans F. (38) den 29-Jährigen verdächtigten, sich an ihrer Tochter (12) sexuell vergangen zu haben und nun blutige Rache nahmen.

„Fass mein Kind nur einmal an dann weisst Du wie 'Saw' (brutaler Horrorfilm, Anm. d. Red.) wirklich begann“ – dieses mörderische Versprechen veröffentlichte der mutmaßliche Killer-Vater Hans F. auf seiner Facebook-Seite als Profilbild. Ein Versprechen, dass er nun wahr machte.

Mit einer Verabredung zum Sex lockte seine Ehefrau Tanja F. den offensichtlich einsamen Sebastian B., der auch in einem Dating-Portal angemeldet war, über Facebook zu einem abgelegenen Feldweg.

Doch statt heißer Liebe erwarteten den 29-Jährigen dort bereits Hans F. und ein Arbeitskollege (26) aus Würselen. Mit einem Totschläger und einem Messer traktierten sie Sebastian B. dort, wie in einem Horrorfilm, auf brutalste Weise zu Tode. Ihr Opfer verblutete weitab von jeder Hilfe.

„Es handelt sich um ein Verbrechen mit großer Brutalität, bei dem eine starke Gewaltanwendung vorliegt“, so Dr. Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen zu RTL-West.

Hans und Tanja F. verdächtigten Sebastian B. ihre zwölfjährige Tochter sexuell missbraucht zu haben. Sie hatten Strafanzeige gestellt, die jedoch fallen gelassen wurde. Doch die Eltern zweier Kinder glaubten an seine Schuld und übten nun blutige Selbstjustiz an dem Caritas-Mitarbeiter.

Die Mutter des Opfers ist nach EXPRESS-Informationen allerdings davon überzeugt, dass ihr Sohn mit der Zwölfjährigen im Internet „nur“ gechattet hatte.

Freunde des Getöteten legten am Tatort Blumen und Kerzen nieder und richteten auf Facebook eine Gedenkseite ein. Das mörderische Trio sitzt in Untersuchungshaft und ist teilgeständig. Sie erwartet eine Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes.

Die Kinder von Hans F. und seiner Ehefrau Tanja wurden in einem Heim untergebracht.

Quelle: Express
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#5

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 8. Feb. 2016, 13:41

Mord nach Facebook-Kontakt: Eltern vor Gericht

08.02.2016, 12:58 Uhr
Hinter einem Facebook-Kontakt seiner Tochter vermutete ein Paar einen Kinderschänder - und brachte den Mann laut Anklage um. Wegen dieser Bluttat muss sich ein Ehepaar von Dienstag an in Aachen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass es den 29-Jährigen erstochen hat, weil er die Zwölfjährige über Facebook angeschrieben hatte.
Laut Anklage hatte der Mann das Mädchen für ein Treffen "unverfänglich" angeschrieben. Die Eltern des Kindes sollen mehr dahinter vermutet haben. Aus unerfindlichen Gründen sollen sie gedacht haben, der 29-Jährige habe bewusst Kontakt zu einem Kind aufgenommen. Auf dem Handy des Mannes vermuteten sie Fotos von ihrer Tochter. Denn tatsächlich sei der Kontakt zwischen dem Mann und dem Mädchen sehr schnell versandet, teilten die Ermittler mit.

Mit Hilfe einer Bekannten sollen die Eltern den 29-Jährigen auf einen Feldweg in Eschweiler gelockt und ihn dann erstochen haben. Dazu habe die Bekannte des Ehepaars über das Internet Kontakt zu dem Opfer aufgenommen, sich mit ihm verabredet und ihn auf den Feldweg gelockt. Ein weiterer Mitangeklagter soll auf die Kinder des Paares aufgepasst haben. Die beiden Bekannten sollen davon ausgegangen sein, dass das Opfer verletzt werden sollte. Sie sind der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung angeklagt.
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#6

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 9. Feb. 2016, 13:28

Das die Drei die Tat begangen haben, steht doch außer Zweifel und das es sich um Selbstjustiz handelt und somit um Mord, ist auch klar.
Auch die Mutter des Opfers hat nach EXPRESS-Informationen nie an der Unschuld ihres Sohnes gezweifelt. Sie ist davon überzeugt, dass er mit dem Mädchen im Internet „nur“ gechattet hatte.
Ein 29-Jähriger, der mit einer 12-Jährigen "nur" chattet. Das sahen die vermeindlichen Mörder ein wenig anders und haben damit nicht nur das Leben von Christian L. zerstört.
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#7

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 9. Feb. 2016, 15:42

09.02.2016, 14:32 Uhr

Laut Anklage sei es ein Irrglauben, dass der 29-jährige Mann ein Pädophiler gewesen sei. Zum Prozessbeginn in Aachen wollten sich die Angeklagten nicht zu den Vorwürfen äußern.
...
Ein bis heute Unbekannter soll das Mädchen tatsächlich aufgefordert haben, ihm Bilder zu schicken - in einem entsprechenden Ermittlungsverfahren wurde er aber nie gefunden. Anzeichen, dass es sich bei dem Unbekannten um den 29-Jährigen gehandelt haben könnte, habe es nicht gegeben. Die Eltern hätten dennoch an das Handy des Mannes kommen wollen.
...
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#8

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 9. Feb. 2016, 15:58

Die eine oder andere Frage ergibt sich dennoch:
Wie konnten die Täter per Facebook einen vermeintlichen Sexualstraftäter kontaktieren, den es gar nicht gab? Wieso sagt die Mutter von Christian L. aus, dass er mit dem Mädchen "nur" gechattet hatte? Wieso machte die Aachener Staatsanwaltschaft keine Angaben zu den Missbrauchsvorwürfen - zum Schutz des Kindes? Wieso befand sich das Kind in psychologischer Behandlung? Wieso hatten die Eltern des Mädchens - nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Aachen - zuvor erfolglos Anzeige gegen unbekannt gestellt und später dennoch Christian L. getötet?
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#9

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 9. Feb. 2016, 16:05

Edit:
Wie die Aachener Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, hätten ein 38 Jahre alter Familienvater und seine 30-jährige Frau den Verdacht gehabt, der Getötete habe eine Straftat an ihrer zwölf Jahre alten Tochter begangen. Die Ermittlungsbehörde habe die Vorwürfe vor einiger Zeit geprüft, das Verfahren damals aber „aus Mangel an Beweisen eingestellt“.
Die mutmaßliche Straftat falle „in den höchstpersönlichen Lebensbereich“, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.
Aachener Zeitung vom 19. August 2015

Was nun?
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#10

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 10. Feb. 2016, 07:16

Ein Bericht bei Explosiv vom 09.02.2016 ab 12:50

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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#11

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 16. Feb. 2016, 14:10

@sweetdevil31
Ein sehr dürftiger Bericht, der auf die früheren Ereignisse erst gar nicht eingeht. Die sind jedoch aus der Sicht der Täter so präsent und real gewesen, dass sie dafür einen Menschen umgebracht haben und zwar ganz gezielt. Ich bin gespannt was darüber noch bekannt wird, denn gerade Mörder, die ja bekanntlich planvoll vorgehen, haben für sich ganz klare Motive und so wie der Fall inzwischen dargestellt wird, kann ich kein Tatmotiv erkennen. Es sei denn, man will denen reine Mordlust unterstellen.
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#12

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 6. Apr. 2016, 10:54

Seit dem 9. Februar dieses Jahres läuft die Verhandlung gegen die mutmaßlichen Täter und so langsam wird deutlich, was die Angeklagten zu dieser schrecklichen Tat verleitet hat: ein falscher Verdacht gegen womöglich die falsche Person. Und ein Gewaltexzess.
(...)

Ein Erpresser namens Binana

Im Prozess um den Mord an Christian L. sind fünf Menschen angeklagt, seit dem 9. Februar wird am Landgericht Aachen verhandelt, aber bislang sieht es nicht danach aus, als werde der Prozess im Sinn der Staatsanwaltschaft Aachen zu Ende gehen. Die Zeugen sind gehört, die Beweise weitgehend präsentiert. Vieles ist geklärt, etwas Entscheidendes aber nicht.

Klar ist, dass Marlene M. (38) das spätere Opfer zum Tatort lockte, indem sie Christian L.s unbefriedigte Sexualität in unzähligen Kurzmitteilungen übers Handy und über Facebook schamlos ausnutzte. Klar ist, dass Karl-Heinz H. (39) Christian L. mit dem Bajonett eines Sturmgewehrs tötete. Klar ist auch, dass verabredet war, Christian L. zu verprügeln, alle Beteiligten wussten Bescheid, wahrscheinlich auch Michael H. (42), der während der Tat auf die Kinder des Ehepaars H. aufgepasst hatte. Doch unklar ist, ob Karl-Heinz H., seine Frau Nadine (32) und Sven L. (26) vorher explizit geplant hatten, Christian L. zu ermorden, wie die Staatsanwaltschaft annimmt.

Für diese Annahme gibt es bislang nur zwei Indizien: In der ersten Vernehmung nach seiner Festnahme hatte Sven L. vermutlich im Drogenrausch Andeutungen gemacht, es sei geplant gewesen, L. zu töten. In derselben Vernehmung hatte er allerdings auch ausgesagt, der alleinige Täter zu sein, eine Lüge. Das zweite Indiz: Sven L. und Karl-Heinz H. hatten besprochen, Stichwaffen und Schlagring zum Tatort mitzubringen. Ob das für eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Mordes ausreicht, ist zumindest fraglich.

Nicht ausgeschlossen ist, dass Nadine H. und Sven L. wie Marlene M. und Michael H. lediglich wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung verurteilt werden und nicht, wie die Staatsanwaltschaft in der Anklage fordert, wegen gemeinschaftlichen Mordes. Denn nachdem am Dienstag Rechtsmedizinerin Judith Froch-Cortis ihr Gutachten erstattete und die DNA-Auswertungen des Landeskriminalamtes verlesen wurden, kann man davon ausgehen, dass Karl-Heinz H. das Opfer allein und ohne Hilfe erstochen hat.

Sven L. hockte im Gebüsch und war bereit, Christian L. wieder einzufangen, falls er hätte fliehen können. Nadine H., von der L. dachte, es sei Marlene M., hatte L. zum späteren Tatort geführt, an dem Karl Heinz H. wartete. Aber dass beide wussten, was genau am Tatort passieren würde, ist bislang nicht erwiesen.

In der Anklageschrift steht zudem, dass Christian L. mit einem Schlagring verletzt worden sei. Aber weder Rechtsmedizin noch DNA-Gutachten bestätigen diese Behauptung – eine Nachlässigkeit der Staatsanwaltschaft.

Rechtsmedizinerin Froch-Cortis zählte bei der Obduktion sieben Stiche. Karl-Heinz H. stieß mit derartiger Gewalt zu, dass Christian L. keine Chance hatte, am Leben zu bleiben. Drei Stiche drangen durch L.s Arm in seinen Oberkörper, drei gingen direkt in seinen Oberkörper. L. verblutete innerhalb weniger Minuten. Was trieb Karl-Heinz H. zu einem derartigen Gewaltexzess?

Erst am Dienstag, am elften Verhandlungstag, bekam man eine Ahnung davon, warum Christian L. getötet wurde. Der Vorsitzende Richter Arno Bormann verlas mehrere Facebook-Konversationen zwischen einer damals Zwölfjährigen, deren Eltern ihr das Profil einer 22-Jährigen angelegt hatten, und jemandem, der sich Binana nannte. Die Zwölfjährige mit dem Facebook-Profil einer Erwachsenen ist die Tochter von Nadine und Karl-Heinz H.

Diese Konversationen aus der ersten Jahreshälfte 2015 zeigen, mit welcher Hartnäckigkeit Binana die Zwölfjährige dazu zu animieren versuchte, ihm Nacktfotos zu schicken, selbst dann noch, als sie ihr wahres Alter offenbarte. Er schrieb etwas von einem Modelvertrag, von der Anerkennung und dem vielen Geld, das sie als Model erwarte. Als das nicht funktionierte, versuchte Binana, die Zwölfjährige auf verschiedene Weise zu erpressen.

Offenbar hatte sie ihm zu einem früheren Zeitpunkt tatsächlich ein Nacktfoto von sich geschickt.
Während Richter Bormann die Konversationen vorlas, vergrub Karl-Heinz H., der Vater, sein Gesicht in den Händen; Nadine H., die Mutter, schluchzte laut. Man kann davon ausgehen, dass die Eltern diese Konversation kannten. Als dann Christian L. vergangenen Sommer zweimal versuchte, über Facebook Kontakt mit ihrer Tochter aufzunehmen, müssen Nadine und Karl-Heinz H. davon ausgegangen sein, bei Christian L. und Binana handele es sich um ein und denselben Menschen.

Sie zeigten L. an, die Staatsanwaltschaft Aachen nahm Ermittlungen auf. Doch die Akte wurde schnell wieder geschlossen. Es habe keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass es sich bei Christian L. und Binana um dieselbe Person gehandelt habe, erklärte die Staatsanwaltschaft damals.

Ob Karl-Heinz H. dies bewusst war, als er L. erstach, ist noch nicht mit letzter Sicherheit geklärt.
Aachener Zeitung
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#13

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 6. Apr. 2016, 11:14

Sie zeigten L. an, die Staatsanwaltschaft Aachen nahm Ermittlungen auf. Doch die Akte wurde schnell wieder geschlossen. Es habe keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass es sich bei Christian L. und Binana um dieselbe Person gehandelt habe, erklärte die Staatsanwaltschaft damals.
Wer war denn dieser "Binana", wenn angeblich schon klar war, dass es nicht Christian L. war? Wurde dem nie nachgegangen? Zwar wurde das Alter des Mädchens im FB-Account von den Eltern mit 22 angegeben (um sie zu schützen, vermute ich mal), aber wenn es diese Fotos wirklich gab müsste es doch ersichtlich gewesen sein, dass sie keinesfalls schon 22 Jahre alt sein konnte. Zudem wurde das Mädchen von "Binana" weiterhin unter Druck gesetzt, mit falschen Versprechungen gekötert und gar erpresst und tatsächlich: er kannte das wahre Alter des Mädchens! Warum also wurde die SA damals nicht tätig? Eine entsprechende Anfrage bei Facebook hätte in handumdrehen für Klarheit sorgen können, selbst wenn die Ermittlungen gegen diesen "Binana" nicht Gegenstand der Anzeige gegen Christian L. gewesen wären. Eine Straftat war es allemal!
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#14

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 8. Apr. 2016, 10:07

Ein Videobeitrag über den Fall. Die eingeblendeten Links sollten nicht stören.
https://www.youtube.com/watch?v=UmKYvyZt-DU

Bild nicht mehr vorhandenDie Gedenkstätte für Christian L. am Tatort
Bild nicht mehr vorhandenDie Gedenkstätte für Christian L. am Tatort

Praktisch unfassbar, wenn das wirklich so stimmt:
Mehr als 20 Zeugen haben mittlerweile ausgesagt, und so, wie es aussieht, gibt es für den Mord an Christian L. vielleicht gar keine konkreten Gründe, sondern nur ein Meer von im Moment noch undurchsichtigen Ursachen, die man im Wesentlichen als Verstrickungen bezeichnen könnte. Tatsache ist, dass wohl viele aus dem Umfeld der Angeklagten – Verwandte, Arbeitskollegen, Freunde – von der bevorstehenden „Abreibung“, die dem Opfer verpasst werden sollte, gewusst haben. Aber niemand hielt es offenbar für nötig, die Täter aufzuhalten.
aachener-zeitung.de

Das nenne ich "Kollektive Selbstjustiz". Bleibt nur zu hoffen, dass das Gericht am Ende klare, harte und richtungsweisende Urteile spricht, denn selbst wenn das Opfer schuldig gewesen wäre, gibt das noch lange niemanden das Recht, jemanden deswegen zu ermorden. Auch wenn viele eine andere Meinung vertreten, wie man in den Social Medias nachlesen kann.
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#15

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 17. Mai. 2016, 18:16

Lebenslange Haft für Eltern nach Mord an Facebook-Kontakt

17.05.2016, 16:58 Uhr
Für die Ermordung eines völlig unschuldigen Mannes, der im Internet Kontakt zu einer Zwölfjährigen aufgenommen hatte, sind deren Eltern und ein Helfer zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Vater und Mutter hätten den falschen Verdacht gehabt, dass der fremde Mann ein Pädophiler sei und bei einem früheren Kontakt über Facebook Nacktfotos von dem Mädchen erschlichen habe, stellten die Richter bei der Urteilsverkündung fest.
Mit einer Helferin hätten sie den 29-Jährigen im August letzten Jahres in Eschweiler bei Aachen in einen Hinterhalt gelockt, um den Mann zu töten. Vorher hätten sie reichlich Alkohol und Drogen genossen.
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Re: Aachen: Eltern bringen verdächtigen Mann um

#16

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 22. Mai. 2016, 13:22

(...)
Sie bedauerte, dass viele Fragen im Verfahren offen geblieben seien. Zum Beispiel, warum die Angeklagten ausgerechnet auf Christian L. gekommen waren...
Aachener Zeitung
(...)
Es waren zwei kurze Sätze, die das Schicksal von Christian L. besiegelten: „Wie geht´s Dir“ und einige Stunden später „Guten Abend“. Geschrieben hatte sie der 29-Jährige Ende Juli 2015 an das Facebook-Profil einer vermeintlich 22 Jahre alten Frau, die ihm aber nicht antwortete.
WDR

Das ist für mich das seltsamste an diesem Fall. Während es auf der einen Seite nachweislichen Kontakt samt Zusendung von Nacktbildern zwischen diesem Binana und dem Mädchen gab, geriet auf der anderen Seite Christian L. in den Fokus seiner Mörder, die ihn wegen dieser beiden lapidaren Sätze umgebracht haben sollen. Diesbezgl. hatte ich mir mehr von der Verhandlung versprochen. Außerdem meine ich, dass in diesem Prozess andere Beteiligte/ Mitwisser mit mehr Glück als Verstand einer gerechteren Strafe entgangen sind.
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