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Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

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sweetdevil31
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Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 1. Okt. 2014, 17:55

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 77991.html

Bild

DNA-Spuren und eine neue Zeugenaussage nach einer Fernsehsendung brachten den Durchbruch. Nach fast 26 Jahren hat die Polizei den Mord an der neunjährigen Christina S. in Osnabrück aufgeklärt. Ein 45 Jahre alter Mann habe gestanden, hieß es.


Auf die Spur des Mannes waren die Beamten demnach durch die Auswertung alter DNA-Spuren von der Kleidung des Opfers und einer ergänzenden Zeugenaussage nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ gekommen. Beide Hinweise zusammen hätten nun zu dem Verdächtigen geführt, sagte der Sprecher. Er sei bereits am Sonntag festgenommen worden und sitze nun in Untersuchungshaft.

Der zur Tatzeit 19 Jahre alte Mann hatte den Angaben zufolge schon damals eine Rolle bei den Ermittlungen gespielt, war jedoch niemals als Verdächtiger betrachtet worden. Sein Name stand allerdings noch in den Akten - und das brachte die Beamten nun auf die richtige Spur, als ein Zuschauer nach der „Aktenzeichen XY“-Sendung dessen Namen nannte. Der Abgleich mit der zwischenzeitlich gesicherten DNA bestätigte dann den Verdacht.

Christina S. war im November 1987 auf dem Weg zur Grundschule verschwunden und Stunden später tot auf einem Kleingartengelände in Osnabrück-Kalkhügel gefunden worden. Der Fall hatte in der Region für erhebliches Aufsehen gesorgt. Noch zum 25. Jahrestag des Verbrechens im vergangenen November hatten Zeitungen an das Schicksal des Mädchens erinnert.

Wie die Staatsanwaltschaft nun erklärte, tötete der Verdächtige Christina anscheinend nach einer versuchten Vergewaltigung, um seine Tat zu verdecken. Das gilt als Mord. Weil der Mann damals 19 Jahre alt war, sei bei einem Prozess aber eine Verurteilung nach Jugendrecht denkbar, hieß es. Dann läge die Höchststrafe bei zehn Jahren Haft.

Nach Angaben der Ermittler waren an der archivierten Kleidung des Mädchens kleinste Hautpartikel des Täters gesichert worden. In den achtziger Jahren war daraus mit der verfügbaren Technik keine DNA zu gewinnen. Inzwischen ist das aber möglich. Experten von Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen sich deshalb bundesweit ungelöste Mordfälle vor. Schon mehrfach wurden dadurch seit Jahrzehnten ungeklärte Verbrechen gelöst.
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Zuletzt geändert von Gast am So, 31. Jul. 2016, 15:46, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt, Beitrag verschoben



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Salva
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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 10. Apr. 2015, 15:10

Der zur Tatzeit 19 Jahre alte Mann hatte den Angaben zufolge schon damals eine Rolle bei den Ermittlungen gespielt, war jedoch niemals als Verdächtiger betrachtet worden. Sein Name stand allerdings noch in den Akten...
Wenn der niemals als Verdächtiger betrachtet wurde, was für eine Rolle sollte der dann sonst gespielt haben? Und warum stand sein Name dann noch in den Akten?
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Finlule
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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt

#3

Ungelesener Beitrag von Finlule » Sa, 27. Jun. 2015, 22:29

Der zur Tatzeit 19 Jahre alte Mann hatte den Angaben zufolge schon damals eine Rolle bei den Ermittlungen gespielt, war jedoch niemals als Verdächtiger betrachtet worden. Sein Name stand allerdings noch in den Akten...
warscheinlich hatte man schon ein Indiz konnte es aber zu dem Zeitpunkt nicht beweisen.Deshalb stand sicher sein name in den Akten

Eagle
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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt

#4

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 9. Jun. 2016, 17:15

Prozess um Mord vor 26 Jahren: Mann gesteht vor Gericht Tötung von Neunjähriger
Bild nicht mehr vorhandenDie Tat liegt mehr als 26 Jahre zurück: Vor dem Landgericht Osnabrück hat ein Mann zugegeben, im November 1987 die neunjährige Christina getötet zu haben. Der Angeklagte bat die Eltern des Mädchens unter Tränen um Entschuldigung.
Osnabrück - Christina war neun Jahre alt, als sie am Morgen des 27. November 1987 getötet wurde. Im Prozess am Landgericht Osnabrück gestand der Angeklagte nun erneut die Tat. Er sei beim Joggen in einer Kleingartenanlage auf das Mädchen gestoßen, sagte der 45-Jährige in der Verhandlung. Der Mann war im vergangenen Jahr nach einer DNA-Analyse gefasst worden. Bereits vor Verfahrensbeginn hatte er eingeräumt, das Verbrechen begangen zu haben.
In einem verwilderten Garten habe er versucht, das Kind zu vergewaltigen, sagte der Mann. Als sie gesagt habe, sie wolle nach Hause gehen und ihrer Mutter davon erzählen, habe er ihr etwas in den Mund gesteckt. Seine Erinnerung an den genauen Tathergang sei aber sehr lückenhaft. "Ich habe erst wieder registriert, wie sie die Arme von mir gelassen hatte, dann bin ich weg", sagte der Angeklagte mit stockender Stimme. "Ich verstehe das nicht, was da passiert ist." Schon während er versuchte, das Kind zu missbrauchen, habe es in ihm "Klick" gemacht. "Wahrscheinlich habe ich gedacht: Was machst du eigentlich?"
Spiegel

Eagle
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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil?

#5

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 31. Jul. 2016, 15:46

Mordfall Christina: Angeklagter muss acht Jahre in Haft
31.3.2014
„So eine Tat ist unverzeihlich“
Mordfall Christina: Angeklagter muss Osnabrück. Acht Jahre muss der Mörder der kleinen Christina ins Gefängnis. Die Jugendkammer am Landgericht Osnabrück verurteilte einen 46-jährigen Osnabrücker für das Verbrechen am 27. November 1987 nach Jugendstrafrecht. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Vater und Mutter lehnen die Entschuldigung des Täters ab (...)
Urteilsbegründung „Sie haben Ihr Leben leben können“, hielt der Vorsitzende Richter Franz-Michael Holling dem Angeklagten in seiner Urteilsbegründung vor. „Das sind alles Dinge, die Christina verwehrt worden sind.“ Der 46-Jährige wackelte unter der Wucht der Worte mit dem Oberkörper hin und her.

Er habe das Mädchen „grausam geschändet“, führte Holling aus und machte noch einmal deutlich, mit welcher Gewalt der Neunjährigen ihr Schal in den Hals gestopft worden sein musste, damit sie letztlich daran erstickte. „Der Vernichtungswille ist ganz offenbar da gewesen“, so der Vorsitzende Richter. Die Tat sei „zu tiefst sinnlos und unerklärlich“.
(...) Holling begründete die Verurteilung nach Jugendstrafrecht mit dem Entwicklungsstand des Mörders zum Tatzeitpunkt. Damals war er 19 Jahre alt. Als „Erwachsenen mit kindlichen Zügen“ beschrieb ihn der Vorsitzende Richter. Dem Mann habe elterliche Liebe gefehlt, nach dem seine Mutter früh gestorben, sein Vater im Gefängnis saß und er selbst bei Pflegefamilien aufgewachsen sei. Er habe eine sexuelle Identitätsstörung gehabt und zumindest zum Tatzeitpunkt eine pädophile Neigung.

Als Maximalstrafe hätte das Gericht zehn Jahre ansetzen können. Das mildere Urteil begründete Holling unter anderem mit dem Geständnis des Mannes. Er habe „unter dem Druck des DNA-Ergebnisses reinen Tisch gemacht“. Holling: „Wir konnten uns hier mit Christina befassen und nicht mit irgendwelchen Anträgen.“ Auch die Tatsache, dass der 46-Jährige nach dem Mord nie wieder strafrechtlich in Erscheinung getreten war, hielt ihm das Gericht zu gute. Es habe sich um eine „furchtbare einzelne Tat gehandelt, bei der Sie Schuld auf sich geladen haben.“ Revisionsfrage offen
Das Gericht entsprach mit dem Urteil der Forderung von Staatsanwaltschaft und Nebenklage , die ebenfalls acht Jahre Haft gefordert hatten. Pflichtverteidiger Frank Otten hatte sechs Jahre und sechs Monate gefordert. Eine Woche bleibt seinem Mandanten jetzt Zeit zu entscheiden, ob er Revision einlegen will. Dann müsste der Bundesgerichtshof das Osnabrücker Urteil überprüfen.
Holling schloss seine Urteilsbegründung mit den Worten, dass „ein Gefühl der Unfassbarkeit bleibt“. Die Frage nach dem Warum habe über dem Verfahren geschwebt, sei aber nicht beantwortet worden.
Wie geht es weiter? Wird das Urteil rechtskräftig, wird der 46-Jährige, der vor wenigen Tagen Geburtstag hatte, verlegt. Seit seiner Festnahme im vergangenen Jahr sitzt er in der JVA Osnabrück in Untersuchungshaft. Diese ist aber nicht für längerfristige Aufenthalte gedacht. Vermutlich wird er in die JVA Lingen verlegt, wo unter anderem entsprechende Therapiemöglichkeiten bestehen. In seinem Schlusswort hatte der Mann angekündigt, weiter nach der Antwort auf die Frage nach dem Warum suchen zu wollen. Sollte er sie finden, wolle er sie Christinas Eltern mitteilen.
Neue Osnabrücker Zeitung

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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#6

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 31. Jul. 2016, 16:21

Eagle hat geschrieben:...wo unter anderem entsprechende Therapiemöglichkeiten bestehen.
Eine Therapie? Nach all den Jahren, in denen der Mann nie wieder auffällig war? Auf welcher Grundlage könnte das geschehen?
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Eagle
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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#7

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 31. Jul. 2016, 16:26

In seinem Schlusswort hatte der Mann angekündigt, weiter nach der Antwort auf die Frage nach dem Warum suchen zu wollen. Sollte er sie finden, wolle er sie Christinas Eltern mitteilen.
Vermutlich Psychotherapie im Rahmen der Resozialisierung?

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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#8

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 31. Jul. 2016, 16:48

@Eagle
Der heutige Erwachsene hat in jungen Jahren ein Mädchen missbraucht und getötet. Danach nie wieder. Und er hatte sein "Leben danach". Was soll man bei dem resozialisieren?
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Eagle
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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#9

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 31. Jul. 2016, 16:52

@Salva
Ich habe keine Ahnung wie irgendwelche Therapien bei Häftlingen begründet werden. Er hatte sein Leben "danach", das ist richtig. Nun sitzt er ein und da "muss" er resozialisiert werden und auf seine Freilassung vorbereitet werden, vermutlich gehört das dazu. Widersprüchlich, gehört aber sicher zum Programm.

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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#10

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 31. Jul. 2016, 17:12

@Eagle
Eine Therapie wird er schon deshalb benötigen, weil er nach all den Jahren endlich erwischt werden konnte :smile: Damit hat er sicherlich nicht gerechnet und muss erst damit zurecht kommen. Eine Therapie kann auf jeden Fall nützlich sein und wenn die im Rahmen der Resozialisierung Programm ist, umso besser :like: Ob er in den Genuß kommt, ist in der Praxis aber eine andere Geschichte. Da wird aufgrund mangelnder Ressourcen sehr wohl gefiltert und nach Brisanz und Bedarf ausgesucht.
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Eagle
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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#11

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 31. Jul. 2016, 17:20

@Salva
Ganz ehrlich? Um den Kerl mache ich mir keine Gedanken.
Vermutlich wird er in die JVA Lingen verlegt, wo unter anderem entsprechende Therapiemöglichkeiten bestehen. In seinem Schlusswort hatte der Mann angekündigt, weiter nach der Antwort auf die Frage nach dem Warum suchen zu wollen. Sollte er sie finden, wolle er sie Christinas Eltern mitteilen.

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Re: Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt | Prozess | Urteil

#12

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 31. Jul. 2016, 17:24

@Eagle
Ich mir auch nicht. Und dort steht auch nur "vermutlich".
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