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Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein | Urteil

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sweetdevil31
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Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein | Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 18. Sep. 2015, 19:08

Mutter mit Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom:
Die Angst des Vaters


Eine Mutter flößt ihrem drei Jahre alten Sohn heimlich Bakterien ein, bis er fast stirbt. Die Frau leidet am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, nun muss sie vor Gericht. Wie geht es dem Vater vor dem Prozess?

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Mutter Kuhn mit Sohn Tim im Jahr 2012 (Namen geändert): Montag beginnt der Prozess

Frank N. hat Angst. Man merkt sie ihm nicht an, er selbst lässt sie kaum zu, sein neues Leben hat ein erstaunliches Tempo: Er ist alleinerziehender Vater von drei Kindern und leitet einen Handwerkerbetrieb in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein. Aber abends, wenn die Kinder schlafen, er die Werkstatt zusperrt, dann ist sie da, diese Angst vor dem, was vor ihm liegt: Der Prozess gegen die Mutter seiner Kinder, die Frau, von der er sich scheiden ließ, nachdem sie den Jüngsten fast getötet hatte.

Die Hauptverhandlung beginnt am Montag vor dem Landgericht Hamburg. Vera Kuhn* ist angeklagt wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen. Die 30-Jährige hat bei der Polizei zugegeben, 2013 ihrem damals drei Jahre alten Sohn Tim* absichtlich verdünntes Brackwasser über einen zentralen Venenkatheter zugeführt und eine für ihn notwendige Beininjektion mit Speichel kontaminiert zu haben. Alle anderen Vorwürfe streitet sie ab.

Vera Kuhn leidet am sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, eine subtile und seltene Form von Kindesmisshandlung, die meist auffallend fürsorgende Mütter ihren Kindern zufügen. Sie erfinden, dramatisieren oder verursachen selbst Krankheiten, deren Behandlung dringend notwendig ist. Die Kinder sollen sich krank fühlen, krank sein. Die Frauen selbst gerieren sich als Übermütter, die umsorgen, pflegen, fast verzweifeln.

Es begann Anfang Juni 2013, als Tim aufgrund einer fieberhaften Entzündung des Hüftgelenks von der Intensivstation des Krankenhauses seiner Heimatstadt nach Hamburg ins Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) gebracht werden musste. Ärzte fanden bei ihm körpereigene Keime und Pilze, deren Herkunft völlig unklar war.

Niemand ahnte, dass die Ursache für Tims mysteriöse Erkrankung seine eigene Mutter war. Sie war rund um die Uhr an seiner Seite und spritzte ihm, davon ist die Anklage überzeugt, in unbeobachteten Momenten mit Speichel, Fäkalien, Blumenwasser oder anderen Fremdstoffen versetzte Substanzen direkt ins Blut oder unter die Haut. Erholte er sich, spritzte sie nach, Tim musste immer wieder auf die Intensivstation verlegt, sogar intubiert werden.

Tim bekam eine Chemotherapie

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hörte Vera Kuhn auch nicht auf, als sich Tims Zustand stabilisiert hatte, er endlich nach Hause durfte. Dort soll sie ihm, wie von den Ärzten aufgetragen, das immunsuppressive Medikament Anakinra gespritzt haben. Allerdings soll sie die Arznei mit Kot vermischt haben. In Tims Blut wurde der im menschlichen Stuhl vorkommende Keim Bacterium fragilis festgestellt. Tim musste schließlich in eine Langzeit-Narkose versetzt werden, er bekam eine Chemotherapie, die Ärzte trafen Vorbereitungen für eine Knochenmarktransplantation - kurz davor flog die Mutter auf. Krankenschwestern hatten ihr eine Falle gestellt.

Auch Frank N. ahnte damals nichts. Er erinnert sich noch gut daran, wie die Ärzte ihn und seine Ehefrau damals mit dem ungeheuerlichen Verdacht konfrontierten. Gedankenverloren sitzt er an einem massiven Küchentisch aus dunklem Holz. Damals brach seine Welt zusammen und seine Familie auseinander. Vera Kuhn kam in die Psychiatrie, Frank N. reichte die Scheidung ein.

Wenn er ihr im Gerichtssaal begegnet, sehen sich die Eltern von drei gemeinsamen Kindern zum ersten Mal nach 21 Monaten wieder. Beim Scheidungstermin hatte Frank N. noch nachgegeben und Vera Kuhns Wunsch respektiert, den Raum zu verlassen, wenn sie ihn betritt. "Sie schämte sich wohl", sagt Frank N.

Für ihn geht es nicht nur darum, dass Vera Kuhn bestraft wird für das, was sie ihrem Sohn - und auch der gesamten Familie - angetan hat. Für Frank N. geht es auch darum, dass endlich klare Verhältnisse geschaffen werden. Nicht zu wissen, wie es weitergeht - dieser Schwebezustand macht ihm Angst. Wird sie eine Bewährungsstrafe bekommen oder "weggesperrt" werden? Wird sie überhaupt verurteilt?

Das alleinige Sorgerecht wurde vorerst abgelehnt

Frank N. hat das alleinige Sorgerecht für Tim und dessen Schwestern beantragt, doch das Oberlandesgericht Schleswig hat es vorerst abgelehnt und will den Strafprozess abwarten. Frank N. hat Angst, dass Vera Kuhn nach der Hauptverhandlung wieder Kontakt zu ihren Kindern haben darf. "Das werde ich nicht zulassen", sagt er und blickt lange durch die Balkontür in den Garten. "Das werde ich nicht zulassen, solange die Kinder so klein sind. Wenn sie 16, 17 Jahre alt sind, können sie ihre Mutter gerne sehen, dann können sie sie selbst fragen, warum sie das gemacht hat."

Frank N. schmerzt es, dass er von ihrem Rechtsanwalt aufgefordert wurde, Vera Kuhn aktuelle Fotos der Kinder zu schicken. Sie wünscht sich auch Berichte, die er für sie schreibt, darüber, wie es den Kindern geht, was sie erleben, welche Noten sie in der Schule haben. Das Jugendamt macht ihm wenig Hoffnung, dass ihm diese Aufgabe erspart bleibt, eine Mitarbeiterin sagte ihm, die Mutter habe ein Recht darauf. Frank N. schluckt hörbar. "Ich kann das nicht."

Im Juni 2014 wurde Vera Kuhn aus der Psychiatrie in Ochsenzoll entlassen, gegen sie besteht weiterhin Unterbringungsbefehl, eine einstweilige richterliche Anordnung, nach der Personen wie Vera Kuhn in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen werden können. Da sie nicht als Gefahr für die Allgemeinheit gilt, erließ das Oberlandesgericht Hamburg einen sogenannten Verschonungsbeschluss.

Ihre drei Kinder wissen, dass sich ihre Mutter vor Gericht verantworten muss. "Sie fragen, was da gemacht wird, was mit Mama passiert", sagt Frank N. "Ich erzähle ihnen alles." Nur von seiner Angst erzählt er ihnen nicht.

*Namen von der Redaktion geändert

VIDEO von SPIEGEL TV über das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

Quelle: Spiegel
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Zuletzt geändert von Gast am Mi, 8. Jun. 2016, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt, Beitrag verschoben



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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 18. Sep. 2015, 19:15

sweetdevil31 hat geschrieben: absichtlich verdünntes Brackwasser über einen zentralen Venenkatheter
sweetdevil31 hat geschrieben: spritzte ihm, davon ist die Anklage überzeugt, in unbeobachteten Momenten mit Speichel, Fäkalien, Blumenwasser oder anderen Fremdstoffen versetzte Substanzen direkt ins Blut oder unter die Haut.
Hier könnte man wirklich alles zitieren!!!

Bin mehr als geschockt...und werde jetzt lieber nicht weiter schreiben, hätte genug zu sagen, aber ich würde mich dabei vergessen :x
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Finlule
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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#3

Ungelesener Beitrag von Finlule » Sa, 19. Sep. 2015, 16:16

Hier sieht man wieder einmal das ein Chaos einer schlimmen Tat absehbar ist.Ich verstehe die Behörden nicht!Das Verhalten der Mutter ist nicht normal und man kann nicht absehen was noch geschehen könnte.Die Kinder bräuchten sicher Abstand denn wer weiß zu was die Mutter noch im Stande ist!

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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#4

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 21. Sep. 2015, 14:16

Prozessbeginn
Mutter spritzte ihrem Sohn (3) Fäkalien unter die Haut


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Die Angeklagte zwischen ihren Anwälten Gerd-M. Achterberg (r.) und Peter Wiebensohn

Hamburg – Was geht in dieser Mutter vor?

Vor dem Hamburger Landgericht hat am Montag der Prozess gegen Nicola N.* (30) begonnen, die ihren Sohn (damals 3) über Monate mit verseuchten Spritzen gequält haben soll.

Der Vorwurf laut Anklage: Die Mutter habe ihrem Kind im Jahr 2013 Substanzen unter die Haut oder in die Blutbahn gespritzt, die mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischt waren.

Der Junge bekam daraufhin heftige Schmerzen, Fieberschübe und Abszesse. Sein Blutdruck fiel ab und die Sauerstoffsättigung seines Blutes sank. Er lag zeitweise in Lebensgefahr auf der Intensivstation.

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Die Angeklagte am Montag vor Gericht

Die Mutter war stets an der Seite ihres Kindes. Wenn sich sein Zustand besserte, es nach Hause entlassen wurde, gab ihm die Mutter nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erneut eine verseuchte Injektion. Die Ärzte gingen schließlich von einer Krebserkrankung aus und planten eine Knochenmarkstransplantation mit Chemotherapie.

Schließlich fiel das Verhalten der 30-Jährigen auf, die Ärzte stellten sie zur Rede und trennten sie von dem Kind. Zwei Wochen später war das Kind wieder zu Hause, mit normalen Blutwerten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte unter dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet; dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen.

Quelle: Bild
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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#5

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 21. Sep. 2015, 14:23

Mutter spritzte ihrem Sohn Speichel und Kot

In Hamburg steht ab heute eine Mutter vor Gericht, die ihren Sohn grausam misshandelte. Immer wieder spritzte sie ihm Speichel und Kot, um ihn krank zu halten. Die Frau tat das, um Zuwendung zu erhalten. Sie leidet unter dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Nun geht es auch um ihre Schuldfähigkeit.

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Mitarbeiter einer Hamburger Klinik überführten die Mutter. Sie fanden mit Bakterien verseuchte Lösungen im Krankenzimmer ihres Sohnes.

Hamburg. Eine Mutter soll ihr Kind über Monate hinweg mit verseuchten Spritzen gequält haben und steht deswegen seit Montag vor dem Hamburger Landgericht. Die 30-Jährige habe ihrem dreijährigen Sohn im Jahr 2013 über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen unter die Haut oder in die Blutbahn gespritzt, hieß es in der Anklageschrift.

Der Junge bekam demnach heftige Schmerzen, Fieberschübe und Abszesse, sein Blutdruck fiel ab und die Sauerstoffsättigung seines Blutes sank. Er lag mehrfach im Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation.

Ärzte vermuteten Krebserkrankung

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet. Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen. Die Mutter war stets an der Seite ihres Kindes. Wenn sich sein Zustand besserte und es nach Hause entlassen wurde, gab ihm die Mutter nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erneut eine verseuchte Injektion.

Die Ärzte gingen schließlich von einer Krebserkrankung aus und planten eine Knochenmarkstransplantation mit Chemotherapie. Dann aber fiel das Verhalten der 30-Jährigen auf, die Ärzte stellten sie zur Rede und trennten sie von dem Kind. Zwei Wochen später war das Kind wieder zu Hause, mit normalen Blutwerten.

Angeklagte vermutlich schuldfähig

Nach Verlesung der Anklage schloss das Gericht am Montag die Öffentlichkeit von dem Verfahren aus. Zur Begründung der Kammerentscheidung erklärte das Gericht, in dem Verfahren werde auch die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung erörtert werden. Dabei könnten intime Details aus dem absoluten Kernbereich der Persönlichkeit zur Sprache kommen.

Ob die 30-Jährige vermindert schuldfähig ist, muss das Gericht aufgrund von Gutachten feststellen. "Wir gehen davon aus, dass sie nicht schuldunfähig ist", hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vor Prozessbeginn erklärt. Die zierliche Frau mit langen braunen Haaren verbarg sich vor den Blicken der Zuschauer und Pressevertreter.

Sollte die Mutter schuldig gesprochen werden, drohen ihr wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Erziehungspflicht zwischen einem und 15 Jahren Haft. Das Gericht hat vier weitere Verhandlungstermine angesetzt. Mit einer Urteilsverkündung wird Anfang Oktober gerechnet.

[hr][/hr]
Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

Beim Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom (Munchausen syndrome by proxy) macht jemand einen anderen Menschen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor. Anschließend verlangt der psychisch kranke Täter dann eine fachkundige Behandlung für sein Opfer. Häufig sind es Mütter, die ihr Kind auf diese Weise schwer misshandeln. In der Regel wollen die Frauen so Zuwendung für sich und ihre Kinder erreichen. Bisweilen gehen die psychisch kranken Mütter so weit, dass ihr Kind an der Misshandlung stirbt. Beim Münchhausen-Syndrom fügen Menschen sich selbst Schaden zu. Ihren Namen haben Münchhausen- und Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom von dem als Lügenbaron bekanntgewordenen Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen (1720-1797).


Quelle: HAZ
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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#6

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 21. Sep. 2015, 18:38

Frau mit Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom: Gericht schließt Öffentlichkeit von Prozess aus

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Angeklagte Mutter: Vermummt im Gerichtssaal

Aus krankhafter Zuneigung soll eine Mutter ihren kleinen Sohn fast getötet haben. Jetzt steht sie in Hamburg vor Gericht. Nach Verlesung der Anklage schlossen die Richter die Öffentlichkeit aus.

Vor dem Hamburger Landgericht hat der Prozess gegen eine 30 Jahre alte Mutter begonnen, die ihr Kind fast umgebracht haben soll. Die Frau habe ihrem dreijährigen Sohn Substanzen gespritzt, die mit Fäkalien, Speichel und Blumenwasser vermischt waren, heißt es in der Anklageschrift. Die Taten ereigneten sich nach Überzeugung der Ermittler über mehrere Monate hinweg im Jahr 2013.

Der Junge bekam demnach heftige Schmerzen, Fieberschübe und Abszesse, sein Blutdruck fiel ab, die Sauerstoffsättigung seines Blutes sank. Er lag zeitweise in Lebensgefahr auf der Intensivstation. Nach Verlesung der Anklageschrift schloss das Gericht die Öffentlichkeit von dem Verfahren aus.

"Kernbereich von Intimität"

Der Kammervorsitzende Heiko Hammann berief sich auf Paragraf 171a Gerichtsverfassungsgesetz. Demnach ist ein Prozess hinter verschlossenen Türen erlaubt, wenn die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zur Diskussion steht. Hammann sagte, die Verhandlung berühre den "Kernbereich von Intimität". Zugleich machte er deutlich, dass sich das Gericht nicht auf einen Deal mit der Verteidigung einlassen wolle.

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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#7

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 2. Okt. 2015, 08:44

Plädoyers gegen Mutter wegen Kindesmisshandlung erwartet

Im Prozess gegen eine Mutter wegen Misshandlung ihres Kindes mit verseuchten Spritzen werden heute die Plädoyers vor dem Hamburger Landgericht erwartet. Die 30-Jährige habe ihrem dreijährigen Sohn über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen unter die Haut oder in die Blutbahn gespritzt, hieß es in der Anklage. Der Junge bekam daraufhin heftige Schmerzen, Fieberschübe und Abszesse, sein Blutdruck fiel ab und die Sauerstoffsättigung seines Blutes sank dramatisch. Er lag im Jahr 2013 mehrfach im Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehen davon aus, dass die Angeklagte unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet. Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil das Gericht auch eine mögliche Unterbringung der Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik erörtern wollte und dabei sehr persönliche Dinge zur Sprache kommen.

Quelle: T-Online
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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#8

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 3. Okt. 2015, 08:09

Mutter spritzte ihrem Sohn (3) Fäkalien unter die Haut - Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft
Bild nicht mehr vorhanden
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Hamburg – Prozess gegen Nicola N. (30) vor dem Hamburger Landgericht. Sie soll ihr eigenes Kind (3) monatelang mit verdreckten Spritzen (Fäkalien, Speichel, Blumenwasser) gequält und an den Rand des Todes gebracht haben.

Jetzt hat die Hamburger Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten wegen Kindesmisshandlung für die Mutter gefordert.

Die Nicola N. ist wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht angeklagt.

Durch die Quälereien erkrankte der kleine Junge schwer. Er lag im Jahr 2013 mehrfach im Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation.

Das Urteil will die Strafkammer am Landgericht am kommenden Donnerstag sprechen.

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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#9

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 8. Okt. 2015, 10:38

08. Oktober 2015 | 05:30 Uhr

Urteil erwartet

In Hamburg wird heute in einem äußerst unappetitlichen Fall ein Urteil erwartet. Eine Mutter soll ihrem Kind absichtlich mit verunreinigten Spritzen behandelt haben. Mit Spannung wird erwartet, wie das Gericht die Schuldfähigkeit der Frau einschätzt.

Bild nicht mehr vorhandenLaut Anklage soll die Mutter ihrem Sohn mit Bakterien verseuchtes Wasser direkt unter die Haut oder in die Blutbahn gespritzt haben. Foto: Arno Burgi/Symbol
Im Prozess um die Misshandlung eines Kindes mit verseuchten Spritzen will das Landgericht Hamburg heute sein Urteil verkünden. Die angeklagte 30-jährige Mutter soll ihrem dreijährigen Sohn über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen gespritzt haben.

Der Junge bekam daraufhin heftige Schmerzen und erkrankte schwer. Er lag im Jahr 2013 mehrfach im Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation. Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Verteidigung sprach sich für eine Bewährungsstrafe von ein bis zwei Jahren aus.
Geht das Gericht von verminderter Schuld aus?

Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren zum Prozessauftakt davon ausgegangen, dass die Angeklagte unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet. Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen.

Ob das Gericht von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgeht, ist unklar. Die Öffentlichkeit war nach Verlesung der Anklage vom Prozess ausgeschlossen und erst zu den Plädoyers wieder zugelassen worden.

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Re: Schleswig-Holstein: Mutter flößt ihrem Sohn (3) heimlich Bakterien ein

#10

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 8. Okt. 2015, 13:32

Misshandlungs-Prozess in Hamburg | Sohn Fäkalien gespritzt – 3 Jahre Haft für Mutter
Bild nicht mehr vorhanden
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Hamburg – Ärzte kämpfen verzweifelt um das Leben eines kleinen Jungen, sie vermuten eine Krebserkrankung. Dann kommt heraus: Die Mutter Nicola N. (30) hat ihn mit verseuchten Spritzen krankgemacht.

Heute hat das Hamburger Landgericht sein Urteil gesprochen: zwei Jahre und neun Monaten Haft.
Bild nicht mehr vorhanden
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Die Entscheidung der Strafkammer stelle ein Mindesturteil dar, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Die 30-Jährige habe ihr Kind gequält und in Todesgefahr gebracht. Das Gericht sprach die Angeklagte der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der gefährlichen Körperverletzung in sechs Fällen schuldig.

Die Mutter hatte ihrem damals dreijährigen Sohn über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen gespritzt. Der Junge hatte daraufhin heftige Schmerzen bekommen und erkrankte schwer. Er lag im Jahr 2013 mehrfach im Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Verteidigung hatte sich für eine Bewährungsstrafe von ein bis zwei Jahren ausgesprochen.

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