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Stuttgart: Stalking-Opfer erhängt sich im Keller | Urteil

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Eagle
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Stuttgart: Stalking-Opfer erhängt sich im Keller | Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » Do, 18. Feb. 2016, 20:33

Eine Herausforderung für das Gericht, da es einen solchen Fall bisher nicht gab; ein Mann steht vor Gericht, weil er sein Opfer in den Tod getrieben haben soll. Es ist der Ex-Freund der Frau, mit der er 6 Monate zusammen war, sie gequält und gestalkt haben soll.
Bild nicht mehr vorhandenEin Mann aus Filderstadt steht in Stuttgart vor Gericht, weil er eine Frau in den Tod getrieben haben soll.
Stuttgart/Filderstadt - Es ist der 9. November 2015. Die Eltern einer 43 Jahre alten Speditionskauffrau machen sich Sorgen um ihre Tochter. Sie ist telefonisch nicht erreichbar. Ihre letzte SMS an die Mutter hatte sie kurz vor 13 Uhr abgesetzt. Seither ist Stille. Die Eltern fahren von Aichtal zur Wohnung der Tochter nach Filderstadt im Kreis Esslingen. In der Wohnung ist sie nicht. Schließlich gehen die Eltern in den Keller – und ­finden dort ihre Tochter. Sie hat sich mit einem gelben Strick an einem Abwasserrohr erhängt.
Eine Woche später wird der Ex-Freund der 43-Jährigen im Amtsgericht Nürtingen festgenommen. Dort sollte er sich wegen Stalkings verantworten. Sein Haftbefehl war sechs Monate zuvor außer Kraft gesetzt worden. Als die Staatsanwaltschaft vom Tod der Frau aus Filderstadt erfährt, ändert sie den Anklagevorwurf. Aus Nachstellung (Stalking) wird Nachstellung mit Todesfolge. Der Mann wandert in U-Haft.
(...) Ende Februar 2015 schickt er ihr an einem Tag 111 Textnachrichten mit Drohungen und wüsten Beschimpfungen. Sie sei eine Schlampe und eine Lügnerin, er werde ihren Arbeitgeber über sie aufklären und dergleichen. Einen Tag später folgt die Textnachricht: „Du bist tot.“ Er werde seine Leute bei ihr vorbeischicken, die ihr eine Abreibung verpassen würden. Er täuscht am Telefon eine Herzattacke vor und macht sie dafür verantwortlich. Er passt sie an ihrem ­Firmenparkplatz ab und verfolgt sie. Er ­zersticht die Reifen ihres Wagens und ­zerkratzt den Lack (...).
Es ist entscheidend, ob das Gericht einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Stalking zulasten der 43-Jährigen und deren Suizid herstellt. Wenn ja, drohen dem Mann bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Zum ausführlichen Bericht stuttgarter-nachrichten.



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#2

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 5. Jun. 2016, 13:46

5,5 Jahre Haft
Urteil im Stuttgarter Stalking-Prozess - Stalker wandert hinter Gitter
21. März 2016 - 20:15 Uhr

Das Landgericht hat für eine Überraschung gesorgt: Der Mann, der unter anderem seine Ex-Freundin terrorisiert hat, ist zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dieses Urteil könnte für Furore sorgen.
Die Anklägerin war davon abgerückt, den Hamburger direkt für den Suizid seiner Ex-Freundin verantwortlich zu machen. So hatte es auch der psychiatrische Gutachter gesehen. Die Zeitspanne von acht Monaten zwischen dem Ende der Nachstellungen des Angeklagten und dem Suizid sei zu lang, hieß es. Die Kammer sieht es anders. „Der Suizid ist auf die Taten des Angeklagten zurückzuführen“, so Regina Rieker-Müller, Vorsitzende Richterin der 1. Strafkammer. Der Personalreferent hätte die dramatischen Folgen seines aggressiven und bösartigen Tuns voraussehen und sie verhindern können, so die Richterin – zumal er beruflich im Umgang mit Menschen geschult sei.
Stuttgarter Zeitung

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