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Leipzig: Drogen im Internet verkauft | Urteil

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Eagle
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Leipzig: Drogen im Internet verkauft | Urteil

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » Mo, 28. Sep. 2015, 16:54

Maximilian S. (20) soll 914 Kilo Rauschgift im Internet verkauft haben | Kinderzimmer-Dealer:
Es ging mir nicht ums Geld!

Prozessbeginn gegen Drogenbaron aus dem Kinderzimmer

Stolz präsentierte Polizeipräsident Bernd Merbitz (59) am 12. März gemeinsam mit Kripo-Chef Petric Kleine und Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz den spektakulären Drogenfund
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Foto: Bernhard Nathke


28.09.2015 - 11:35 Uhr

Leipzig – LSD, XTC, Kokain, Haschisch und Amphetamine – bei der Internet-Drogenbörse „Shiny Flakes“ gab es fast alles. Mehr als 900 Kilogramm Drogen soll deren Betreiber Maximilian S. (20) über das Internet vertickt und dabei Millionen umgesetzt haben. Es sei ihm aber gar nicht ums Geld gegangen, behauptet er jetzt. Mehr als das „täglich Brot“ habe er sich nie geleistet.

Am Montag legte der „Kinderzimmer-Dealer” vor dem Landgericht Leipzig ein Geständnis ab. Zwar mit roten Ohren, aber ohne dabei sonderlich schuldbewusst zu wirken. Immer wieder grinste er während seiner Aussage.

Ausführlich schilderte S. im größten Drogen-Prozess des Jahres, wie und warum er die Plattform „Shiny Flakes” aufzog. Detailliert gab er Einblicke über technische Abläufe, Buchführung und Versand.

Bild Drogen
Bunte LSD-Pillen, Amphetamine, Crystal, Koks oder Haschisch – die Polizei präsentiert ihren bislang größten Drogenfund
Foto: © Julia Kynast

Die Anfänge

Im März 2013 brach S. seine Lehre in der Gastronomie „aus Desinteresse” ab. Danach habe er zu Hause viel Zeit am Computer verbracht, sagte er. Mit rund 2000 Euro sei er dann ins Internet-Drogengeschäft eingestiegen. Sein Kinderzimmer in der Wohnung der Mutter diente ihm zugleich als Drogenlager, Büro und Versandzentrum.

„Im Grunde war es eine Schnapsidee“, sagte S. den verblüfften Zuschauern im Gerichtssaal. Dabei sei nicht Reichtum sein Ziel gewesen, sondern er habe „das Projekt” – wie er die Plattform nennt – perfekt machen wollen: „Die Idee war, das ganze besser zu machen als andere.”

Er habe sich von anderen virtuellen Marktplätzen inspirieren lassen und Hilfe von einer Online-Bekanntschaft namens „Red Bull” erhalten.

Sein Anwalt ergänzte: „Ihm ging es darum, Anerkennung im Internet zu finden.” S. sei durch diverse Foren auf das sogenannte Darknet, einen versteckten, verschlüsselten Bereich des Internets, gestoßen und „fasziniert davon gewesen, was es alles dort gibt”.

Und weiter: „Für meinen Mandanten war es schlichtweg egal, ob er Drogen verkauft hätte – oder Schuhe.”

Bild Maximilian S. Wohnung
Hier wohnte Maximilian S. bis zu seiner Festnahme mit seiner Mutter
Foto: Silvio Bürger

Vom Darknet ins sichtbare Internet

Das Darknet genügte S. schon bald nicht mehr. Er stieg um auf das offen zugängliche Internet – sein Drogenmarktplatz war für alle über die Adresse shiny-flakes.to zu erreichen. Um den Drogenhandel zu verschleiern, mietete S. Server in den Niederlanden an. Die in Briefen oder Paketen verpackten Drogen wurden per Einschreiben oder an Packstationen geliefert. Bezahlt wurde ausschließlich mit der virtuellen Währung Bitcoins, um keine Rückschlüsse auf die Beteiligten zu ermöglichen.

Online wäre ihm die Polizei wohl nie auf die Spur gekommen. „Seine E-Mails waren verschlüsselt, er verwendete IP-Adressen aus dem ganzen Bundesgebiet und sein Geld bunkerte er auf diversen Konten, die er mit gefälschten Papieren online eröffnet hatte“, hatte Chef-Ermittler Rocco D. (44) zuvor im Prozess ausgesagt.

Bis heute ist es der Polizei nicht gelungen, seine Hauptlieferanten zu identifizieren.

Maximilian S. war sogar so abgebrüht, dass er seine Drogen in Laboren auf ihre Reinheit testen ließ. D. völlig baff: „So saubere Drogen gibt es selten auf dem Markt. Er hatte kein Heroin im Angebot, weil er mit der Qualität nicht zufrieden war.“

Ähnlich wie bei „Amazon“ bot „Shiny Flakes“ seine „Produkte“ an. Nur gab's hier nicht Hausrat oder Technik, sondern Drogen

Bild
Foto: Privat

Die Verhaftung

Selbst als „Red Bull” zwischenzeitlich vom Geschäft absprang und S. Anfang dieses Jahres von dessen Festnahme erfuhr, stoppte ihn das nicht. Er habe sich kaum Gedanken darüber gemacht, dass er selbst auffliegen könnte: „Da ich keine halben Sachen mag, habe ich weiter gemacht.”

Laut seinem Anwalt war S. zuletzt „16 Stunden am Tag” damit beschäftigt, die Drogen abzuwiegen, zu verpacken und zu verschicken. Die Ermittler beziffern die Verkaufserlöse auf insgesamt rund vier Millionen Euro. Zeit für echte Freunde blieb nicht. S.: „Am Ende gab es keinen Tagesablauf mehr. Es waren mal zwei Stunden Schlaf hier, mal zwei Stunden Schlaf da.”

Die entscheidenden Fehler unterliefen S. schließlich offline. Er sparte beim Porto und schlampte bei den Empfänger-Adressen. Chef-Ermittler D.: „Die Pakete landeten teils in Hausfluren, wo Bewohner sie schließlich öffneten und zur Polizei gingen.“ Daraufhin begann die Polizei, Packstationen zu observieren – und kam dem Drogenbaron so auf die Spur.

Erst im Februar 2015 verhaftete ihn die Polizei in der Wohnung seiner Mutter.

Sollte Maximilian S. nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, drohen ihm zwischen einem und 15 Jahren Haft. Der Vorsitzende Richter Norbert Göbel sagte, er könnte sich bei einem Geständnis und einem Vorgehen nach Jugendstrafrecht eine Strafe „über sieben Jahre” vorstellen. Urteil voraussichtlich Anfang Oktober.

http://www.bild.de/regional/leipzig/pro ... .bild.html
Zuletzt geändert von Eagle am So, 31. Jul. 2016, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.



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Re: Leipzig: Drogen im Internet verkauft

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 2. Nov. 2015, 18:35

Urteil im Shiny-Flakes-Prozess | Sieben Jahre Knast für den Kinderzimmer-Dealer
Leipzig – LSD, XTC, Kokain, Haschisch und Amphetamine – bei der Internet-Drogenbörse „Shiny Flakes“ gab es fast alles. Bis der Betreiber aufflog. Knapp eine Tonne Drogen vertickte Maximilian S. aus seinem Kinderzimmer in Leipzig. Jetzt gab es dafür die Quittung.

DER DROGENBARON AUS DEM KINDERZIMMER MUSS FÜR SIEBEN JAHRE IN DEN KNAST!
Ein durchaus mildes Urteil im Verhältnis zu der Menge an Drogen, um die es ging. Mehr als 900 Kilo sollen es insgesamt gewesen sein. Als die Kripo im Februar das Kinderzimmer von Maximilan S. ausräumte, fanden die Beamten noch immer 314 Kilogramm Drogen. Rauschmittel fast jeglicher Art. Nur Heroin gab es nicht. Was S. angeboten wurde, war ihm nicht rein genug für seine Kunden.

Trotz seines Geschäftssinns wurde Maximilian S. nach Jugendstrafrecht verurteilt. Gutachter hatten ihm zuvor mangelnde Reife attestiert. „Er ist erzieherisch noch erreichbar, es handelt sich um einen prägbaren Menschen“, sagte der Gutachter der Jugendgerichtshilfe. Kognitiv sei alles okay: „Seine Hürde ist es allerdings, sich als Mensch zu öffnen und mit einem emotionalen Kompass durchs Leben zu navigieren“, sagte der Psychologe.
In ihren Plädoyers waren sich dann auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung einig, dass Maximilan S. nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen ist. „Die Schwere der Schuld ist aber zu bejahen“, meinte der Staatsanwalt. „Er hat mit einer unvorstellbaren Menge hochprofessionell gehandelt.“ Er forderte eine Haftstrafe von acht Jahren und acht Monaten.

Verteidiger Stefan Costabel hingegen argumentierte, dass bei Anwendung des Jugendstrafrechts das Strafmaß angemessen sein und erzieherisch wirken müsse. Mit Verweis auf das frühe und umfassende Geständnis seines Mandanten plädierte er dafür, Maximilian S. für sechseinhalb Jahre hinter Gitter zu bringen.
Bis heute ist es der Polizei nicht gelungen, seine Hauptlieferanten zu identifizieren
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Re: Leipzig: Drogen im Internet verkauft

#3

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 3. Nov. 2015, 04:56

Er soll 3 Mio. Euro zur Seite geschafft haben | Kommt Shiny Flakes als reicher Mann aus dem Knast?
Leipzig – „Sie sind ein Verbrecher, einerseits! Andererseits aber ein naiver Junge.“

Mit diesen Worten schickte Richter Norbert Göbel einen der größten – und jüngsten! – Drogendealer Sachsens in den Knast. Sieben Jahre Jugendhaft muss Maximilian S. (20), alias „Shiny Flakes“, verbüßen. Wahrscheinlich in der JVA Waldheim. Er will dort eine Lehre machen, hieß es am Montag.

Maximilian S., der Drogendealer aus dem Kinderzimmer. Monatelange verkaufte er aus der elterlichen Wohnung heraus fast alles, was der Rauschgiftmarkt zu bieten hatte. Unerkannt über das „verdeckte Internet“, das so genannte „Darknet“, in dem sich die Unterwelt bewegt. Als die Polizei im Februar Max‘ Kinderzimmer aushob, fanden die Ermittler 314 (!) Kilo Drogen, 50 000 Euro Bargeld und 1 197 Bitcoins (eine Online-Währung) im Wert von 366 282 Euro
Nicht schlecht für einen Realschüler mit abgebrochener Kellnerlehre...

Nach dem Urteil verließ Maximilian S. mit einem breiten Grinsen den Gerichtssaal. Ist er vielleicht doch nicht so naiv, wie ihn der Richter darstellt? Kommt er am Ende gar als reicher Mann aus dem Gefängnis?
Die Fakten lassen viel Raum für Spekulationen. In gut 14 Monaten hatte S. mindestens 600 Kilo Drogen verkauft, sagen die Ermittler. Den Erlös schätzt die Staatsanwaltschaft auf mindestens vier Millionen Euro. Wo das Geld ist und wie viel er tatsächlich verdient hat, weiß keiner – außer er selbst!

Zwar muss Max S. an den Staat drei Millionen Euro Strafe zahlen. Aber der Richter sagt auch: „Das ist zu ihren Gunsten noch geschönt. Der Staatsanwalt hat ihnen fast eine Million geschenkt!“ Denn es ist eben nicht sicher, ob Max noch irgendwo Geld aus seinen illegalen Geschäften gebunkert hat. „Da muss noch was sein“, so Richter Göbel. „Es gibt ja noch einige ‚Wallets‘ (Bitcoin-Konten, Anm. d. Red.), die wir nicht knacken konnten...“
Wenn das kein Grund zur Freude ist! Und in etwa vier Jahren dürfte der „Shiny-Flakes“-Dealer bei guter Führung auch schon wieder frei sein.
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Zuletzt geändert von Salva am Di, 3. Nov. 2015, 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leipzig: Drogen im Internet verkauft

#4

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 10. Nov. 2015, 13:54

Revision im Fall „Shiny Flakes“ | Kinderzimmer-Dealer bettelt um Haftrabatt

10.11.2015 - 12:01 Uhr
Der„Kinderzimmer-Dealer” will seine Jugendstrafe zu sieben Jahren Haft nicht absitzen. Eine Woche nach dem Urteilsspruch hat die Verteidigung des 20-jährigen Leipzigers Revision gegen das Urteil eingelegt, wie ein Sprecher des Leipziger Landgerichts am Dienstag sagte.
Damit muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen.
...
Ein durchaus mildes Urteil im Verhältnis zu der Menge an Drogen, um die es ging.
Als die Kripo im Februar das Kinderzimmer von Maximilan S. ausräumte, fanden die Beamten noch immer 314 Kilogramm Drogen.
Trotz seines Geschäftssinns wurde Maximilian S. nach Jugendstrafrecht verurteilt. Gutachter hatten ihm zuvor mangelnde Reife attestiert. „Er ist erzieherisch noch erreichbar, es handelt sich um einen prägbaren Menschen“, sagte der Gutachter der Jugendgerichtshilfe.
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Leipzig: Drogen im Internet verkauft | Urteil | Revision

#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 25. Jan. 2019, 15:30

28. Juli 2016: Urteil rechtskräftig: Shiny Flakes-Admin Max muss für sieben Jahre hinter Gitter.

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