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Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot | Urteil | Revision

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sweetdevil31
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Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot | Urteil | Revision

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 15. Sep. 2015, 19:57

Geständnis vor Gericht - Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

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Norbert T. hat vor dem Landgericht Freiburg gestanden, auf seinen Sohn Alessio (3) eingeschlagen zu haben

Freiburg – Dieses Verbrechen erschütterte ganz Deutschland! Stiefvater Norbert T. (33) soll den kleinen Alessio (3) so verprügelt haben, dass er an den schweren Verletzungen starb. Vor Gericht legte Norbert T. jetzt ein Geständnis ab.

Stiefvater Norbert T. hat gestanden, dass er im Januar auf Alessio eingeschlagen hat. Er sagte: „Alessio lag auf dem Boden, ich habe zwei bis drei Mal mit der Faust auf ihn eingeschlagen." Danach habe das Kind über Schmerzen geklagt. Deshalb fuhr T. mit Alessio zum Kinderarzt. Dort starb der Junge.

► Den Rest der Anklage bestreitet Norbert T. vehement. Ihm wird vorgeworfen den Jungen über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren mehrfach geschlagen und schwer misshandelt zu haben. Dazu sagte er: „Ich habe ihn nicht mehrfach geschlagen. Es gab nur eine einzige Backpfeife. Und ich habe ihm nie Essen in den Mund gestopft."

Auch seine eigene Tochter – Alessios Halbschwester – habe er nie geschlagen.

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Vorsitzende Richterin im Fall Alessio: Eva Kleine-Cosack

Der Angeklagte belastete stattdessen Alessios Mutter. Er könne sich vorstellen, dass sie das Kind geschlagen habe. „Vielleicht hat sie ja was gemacht", sagte er.

► In der Kritik steht im Fall Alessio außerdem das zuständige Jugendamt. Bereits im Juni 2013 hatte es einen ersten Verdacht der Kindesmisshandlung gegeben. Warnungen wurden nicht beachtet, der Junge nicht ausreichend geschützt. „Alessio war einer Vielzahl körperlicher Übergriffe ausgesetzt”, sagte Staatsanwalt Klaus Hoffmann.

Norbert T. muss sich vor dem Landgericht Freiburg verantworten. Ihm werden Totschlag und mehrfache schwere Kindesmisshandlung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft.

Quelle: Bild
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 15. Sep. 2015, 19:59

Dreijähriger starb qualvoll - Er prügelte den kleinen Alessio zu Tode: Stiefvater legt ein Geständnis ab

Brutal prügelte der Stiefvater auf den dreijährigen Alessio ein - bis dieser an seinen Verletzungen starb. Das war im Januar. Beim Prozessauftakt in Freiburg gestand der 33-Jährige nun die Tat. Zu seinem Motiv äußerte sich der Angeklagte jedoch nur vage.

Der dreijährige Alessio hat bis zu seinem Tod ein langes Martyrium erlebt - vor dem Landgericht Freiburg hat der angeklagte Stiefvater zugegeben, das Kind verprügelt zu haben.

Der 33 Jahre alte Landwirt räumte ein, Mitte Januar den nackt auf dem Boden liegenden Jungen zwei- bis dreimal mit der Faust in den Bauch geschlagen zu haben. Alessio starb kurze Zeit später an den Verletzungen.

Stiefvater handelte wohl aus Enttäuschung und Überforderung

"Es tut mir leid", sagte der 33-Jährige zum Prozessauftakt am Dienstag. Er könne sich die Tat bis heute nicht erklären. Vermutlich habe er aus Angst vor dem Jugendamt, aus Enttäuschung und Überforderung gehandelt.

Dem Stiefvater, der die tödlichen Schläge bislang stets bestritten hatte, werden Totschlag und mehrfache schwere Kindesmisshandlung vorgeworfen. Die Tat geschah Mitte Januar auf dem Bauernhof der Familie bei Freiburg. Der Stiefvater hatte den Jungen noch zu einem Kinderarzt gebracht, dort war der Dreijährige gestorben.

Alessio wurde mindestens eineinhalb Jahre schwer misshandelt

"Alessio war einer Vielzahl körperlicher Übergriffe ausgesetzt", sagte Staatsanwalt Klaus Hoffmann. Bereits im Juni 2013 hatte es einen ersten Verdacht der Kindesmisshandlung gegeben.

Über einen Zeitraum von mindestens eineinhalb Jahren hinweg habe der Stiefvater Alessio immer wieder geschlagen und schwer misshandelt, bis es schließlich zu den tödlichen Schlägen kam. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft.

Stiefvater streitet Vorwürfe der Kindsmisshandlung ab: Junge sei oft gestolpert

Die Vorwürfe der jahrelangen Misshandlungen wies der 33-Jährige am Dienstag zurück. Auch seine eigene Tochter, die jüngere Halbschwester Alessios, habe er nie geschlagen. Dies wird ihm in der Anklage vorgeworfen.

Das kleine Mädchen lebt inzwischen bei einer Pflegefamilie. Die zahlreichen Verletzungen, die Mediziner bei Alessio seit Juni 2013 regelmäßig feststellten, seien darauf zurückzuführen, dass der Junge häufig gestolpert und gestürzt sei. Er, der Angeklagte, sei dafür nicht verantwortlich.

Jugendamt soll Warnungen ignoriert haben

In der Kritik steht das Jugendamt. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio nicht ausreichend geschützt haben. Obwohl Kinderärzte und Staatsanwälte davor warnten, ließ die Behörde den kleinen Alessio in der Familie und allein beim Stiefvater, als die Mutter zur Kur und später in einer Klinik war.

Nachdem mehrere Bürger Anzeige erstattet haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglichen Behördenversagens. Diese Untersuchungen dauern den Angaben zufolge noch an.

Mutter bestätigt Vorwürfe gegen den Angeklagten

In dem Prozess tritt die Mutter der beiden Kinder als Nebenklägerin auf. Sie hat die Vorwürfe gegen den Angeklagten bei der Polizei bestätigt.

Quelle: Focus
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#3

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 16. Sep. 2015, 10:16

Prozess im Todesfall Alessio: Mit der Faust in den Bauch

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Norbert T. im Landgericht Freiburg: Angeklagt wegen Totschlags

Der dreijährige Alessio starb in der Obhut seines Stiefvaters. Vor dem Landgericht Freiburg gesteht der 33-Jährige, den Jungen geschlagen zu haben, bestreitet aber jahrelange Misshandlungen. Er sagt: "Es war halt schwierig mit mir."

Alessios Leben war schon voller Probleme, da war er noch gar nicht geboren.

Seine Mutter, psychisch angeschlagen und alleinstehend, war überfordert und brauchte Hilfe vom Jugendamt, bis sie zu ihrem Lebensgefährten, einem Landwirt, auf den Zipfelhof zog, ein historisches Schwarzwaldgehöft in Lenzkirch bei Freiburg. Alessio sollte endlich ein besseres Leben haben, eine Familie, ein Zuhause, einen Vater, wenn auch nur einen Ersatzvater.

Dieser Ersatzvater steht nun vor Gericht, angeklagt wegen Totschlags, schwerer Misshandlung sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen. Norbert T. schaut grimmig unter seinen markanten Augenbrauen hervor, er weiß um den Hass, der ihm aus dem vollbesetzten Zuschauerraum und der Empore in Saal IV des Landgerichts Freiburg entgegenschlägt.

Am 16. Januar fuhr Norbert T. seinen Ziehsohn Alessio nach Titisee-Neustadt zum Kinderarzt. Der Junge war drei Jahre und fünf Monate alt, sein Körper mit Hämatomen übersät. Trotz aller Wiederbelebungsmaßnahmen starb er noch in der Praxis an schweren Organverletzungen.

Norbert T. räumt vor Gericht ein, Alessio an diesem 16. Januar geschlagen zu haben. Seine Lebensgefährtin war wegen ihrer psychischen Probleme seit Wochen in stationärer Behandlung, er versorgte den Bauernhof, ihren Sohn Alessio und die gemeinsame Tochter, kein Jahr alt. Er habe den Nachmittag allein mit beiden Kindern verbracht, Alessio kurz aus den Augen gelassen, dann ein Rumpeln gehört.

Der Junge habe vor der Treppe gelegen, offensichtlich sei er sie hinuntergestürzt. Er sei nackt gewesen, hatte in die Hose gemacht, vermutlich habe er hoch in sein Zimmer gehen, sich umziehen wollen. "In der Stube war alles verschmiert mit Scheiße", sagt Norbert T. "Da ging es mit mir drunter und drüber, ich weiß nur noch, wie ich ihn zwei-, dreimal geschlagen habe in den Bauch."

Schläge mit der Faust

Ob er noch eine Erinnerung daran habe, wie er geschlagen habe, will die Vorsitzende Richterin Eva Kleine-Cosack wissen. "Mit der Hand? Mit der Faust?" - "Mit der Faust."

"Lag Alessio da noch am Boden?" - "Ja, am Boden."

Er habe seine Cousinen angerufen, seine Großmutter, dann sei er zum Kinderarzt. "Er hat noch gelebt, normal geatmet." Norbert T. stockt, blickt nach unten. "Es tut mir leid."

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass Norbert T. den Jungen seit Juni 2013 misshandelte. Verschiedene Kinderärzte hatten Alessio in die Kinderklinik der Universität Freiburg überwiesen - wegen Verdachts auf schwere Kindesmisshandlung. Sie informierten das Jugendamt und erstatteten Strafanzeige, doch die Staatsanwaltschaft stellte im Oktober 2014 die Ermittlungen gegen den Stiefvater ein, ihm war kein Fehlverhalten nachzuweisen. Bis heute ist ungeklärt, warum Alessio trotz aller Warnungen in der Obhut seiner Mutter und ihres Lebensgefährten blieb. Ein Untersuchungsausschuss arbeitet den Fall derzeit auf.

Außer den Faustschlägen am 16. Januar räumt Norbert T. vor Gericht nur eine einzige Ohrfeige ein, die er Alessio verpasst haben will. "Es war ein Tag, an dem alles schief lief", sagt der 33-Jährige. Alessio habe aus Versehen seinen Kakao auf dem Tisch verschüttet. "Ich bin irgendwie…, ich war außer mir, hab' ihm eine Backpfeife gegeben, mich aber sofort entschuldigt und bin dann wieder raus auf den Hof zur Arbeit."

Der Junge sei ein Tölpel gewesen

Staatsanwalt Klaus Hoffmann hatte zu Beginn des Prozesses detailliert geschildert, dass Alessio seiner Ansicht nach in der Obhut seines Stiefvaters mehr als eine einzige Ohrfeige ertragen musste: Wie ihm der Stiefvater auf den Mund schlug, bis die Frontzähne wackelten; wie ihm dieser das Essen in den Mund stopfte, bis er sich erbrechen musste; wie ihm dieser Ohrfeigen verpasste, die Hämatome im Gesicht zurückließen. Alessio habe unter den körperlichen und verbalen Übergriffen "erheblich" gelitten, er sei "stark verängstigt" gewesen, sagte Hoffmann.

Vorwürfe, die Norbert T. vehement abstreitet, die Verletzungen schiebt er auf die Tollpatschigkeit des Kindes. Kaum einer im Saal mag ihm diese Geschichte glauben. Zu brutal ist die Vorgeschichte, die der Staatsanwalt in seiner Anklage vorgetragen hat, zu schockierend, zu schlüssig die Beschuldigungen, um die Version des Jungbauerns zu stützen.

Richterin Kleine-Cosack hakt nach: "Wie erklären Sie sich die vielen Verletzungen?" - "Ich kann nur sagen, dass der Kleine öfter blaue Flecken hatte. Er war ein Tölpel, er lief auch gegen den Küchentisch, stolperte über seine Füße."

"Wenn Sie es nicht waren, wer war es dann?" - "Ich weiß es nicht. Vielleicht hat sie etwas gemacht."

Norbert T. meint Alessios Mutter, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt und am Nachmittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt wurde. Auch sie habe Alessio mal "einen Klaps" gegeben, sagt er. Eine dritte Person komme nicht infrage. "Es kann nur einer von uns gewesen sein."

Auch seine leibliche Tochter soll Norbert T. geschüttelt haben, bis sie kurzzeitig aufgehört habe zu atmen. Er habe das Mädchen geschüttelt, weil sie nicht geatmet habe, entgegnet Norbert T. "Das, was mir unterstellt wird, stimmt nicht."

Er musste stundenlang vor der Haustür stehen

Zu Beginn der Hauptverhandlung schilderte Norbert T. sein Leben, bevor er und Alessios Mutter ein Paar wurden und eine Familie gründeten - auf erschreckende Weise erinnert seine Kindheit an Alessios erste Lebensjahre. "Meine Mutter hat mich als Kind verschlagen", sagt T. mit fester Stimme ins Mikrofon. Sie habe ihn unter die eiskalte Dusche oder abends stundenlang vor die Haustür gestellt, bis der Vater um 23 Uhr von der Arbeit gekommen und ihn mit reingenommen habe.

Eines Tages sei sie mit dem Küchenmesser auf ihn losgegangen, der Vater sei dazwischen gegangen. Da war Norbert T. sechs Jahre alt. An jenem Tag habe ihn sein Vater nach der Schule abgeholt und zu den Großeltern gebracht. Von da an lebte Norbert T. dort. Seine Schwester und sein Bruder blieben bei den Eltern.

"Ich war immer aggressiv gegen andere Kinder", sagt Norbert T. "Es war halt schwierig mit mir." Bis heute ist das Verhältnis zur Mutter zerrüttet, die Eltern sind längst getrennt.

Norbert T. wirkt erstmals traurig an diesem Tag, als die Sprache auf seine Großeltern kommt, zu denen er eine enge Bindung hatte. Seine Großmutter, 85 Jahre alt, ist die Mutter seines Vaters. Die Familie väterlicherseits ist ein großer Clan, der den Bauern intensiv unterstützte - bei der Kinderbetreuung und in finanzieller Hinsicht.

Richterin Kleine-Cosack: "Welches Verhältnis haben Sie zu Ihren Großeltern?" - "Ein sehr gutes. Das sind meine Eltern. Die haben mich auch gut erzogen. Schade, dass mein Opa tot ist."

Quelle: Spiegel
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#4

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 16. Sep. 2015, 12:32

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Der Täter: Steifvater Norbert T. (33)

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Die Tante des getöteten Jungen trug im Gericht ein T-Shirt mit einer Guillotine und einer Drohung gegen Kinderschänder

Alessio habe sich oft erbrochen, weil er zu viel gegessen habe. Und: „Der Kleine hatte oft blaue Flecken. Weil er ein Tölpel war. Er ist ständig gegen den Tisch gelaufen und auch vor der Dusche ausgerutscht.“

Und dann versuchte er, die Schuld auf Alessios Mutter zu schieben: „Vielleicht hat sie ja was gemacht!“ Er könne sich vorstellen, dass sie den Jungen geschlagen habe.

In der Kritik steht auch das zuständige Jugendamt. Bereits im Juni 2013 hatte es einen ersten Verdacht der Kindesmisshandlung gegeben. Gehandelt wurde nicht.

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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#5

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 17. Sep. 2015, 08:45

Prozess um toten Dreijährigen: "Alessio war auf seinen Papa fixiert"

Der Landwirt Norbert T. soll seinen Stiefsohn Alessio getötet und zuvor jahrelang misshandelt haben. Vor Gericht beschreiben Freunde und Verwandte die enge Beziehung der beiden. Wie passt das zusammen?

Es war ihr erster Tag als Dorfhelferin in der Familie T., auf dem Zipfelhof im Schwarzwald, einem Gehöft mit 140 Tieren. Manuela T. sollte nicht im Stall anpacken, sondern sich um Haushalt, Erziehung und Betreuung von Alessio kümmern. Sie kannte die Familie gut, es war die ihres Cousins Nobert T., der mit seiner Lebensgefährtin und deren Sohn aus einer alten Beziehung auf dem Bauernhof lebte. Es war Juni 2013, die Lebensgefährtin schwanger und in der Frauenklinik.

"Alessio hatte sich das Beinle im Gitterbett eingeklemmt", erinnert sich Manuela T. vor Gericht. Ihr Cousin trug ihr auf, mit dem Kind zum Arzt zu gehen. Als der den Jungen in der Praxis auszog, erschrak sie. Alessios Körper war mit Hämatomen übersät. Der Arzt überwies ihn wegen Verdachts auf schwere Kindesmisshandlung in die Kinderklinik der Universität Freiburg.

Eineinhalb Jahre später starb Alessio in der Obhut seines Stiefvaters Norbert T. Der 33-Jährige muss sich seit Dienstag wegen Totschlags, schwerer Misshandlung sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Landgericht Freiburg verantworten.

Kein einziges Mal schaut Manuela T. am zweiten Verhandlungstag nach rechts zur Anklagebank, auf der ihr Cousin sitzt. Seit dem 16. Januar hat sie keinen Kontakt mehr zu ihm. An diesem Tag hatte Norbert T. sie angerufen, Alessio sei von der Treppe gestürzt, er klang verzweifelt, war mit dem Jungen beim Kinderarzt. Sie fuhr direkt zur Praxis, traf dort den aufgelösten Stiefvater, stand ihm bei. Doch für Alessio kam jede Hilfe zu spät, er erlag schwersten inneren Verletzungen. Zum Prozessauftakt gestand Norbert T., dem Jungen mit der Faust in den Bauch geschlagen zu haben.

Überall Hämatome

Manuela T. weint, als sie beschreibt, wie Norbert T. neben dem toten Kind gesessen hat. "Es tut mir leid, dass ich immer so streng war. Wach auf!", habe er gerufen und geweint. Ein Polizist habe ihn schließlich abgeführt. "Ich saß eine Ewigkeit bei dem Kleinen und strich ihm übers Köpfle", sagt Manuela T.

Es ist das Ende einer Katastrophe, die vorhersehbar war, die in der erweiterten Familie niemand zu verhindern versuchte, weil die, die der Tragödie am nächsten waren, wegsahen oder nicht hinsehen wollten.

Wie er sich die blauen Flecken vorstellen müsse, die Manuela T. im Juni 2013 zum ersten Mal gesehen habe, fragt Klaus Foerster, Professor für forensische Psychiatrie und Sachverständiger im Prozess. "Wo waren die? An den Beinen, Armen, Schultern, Bauch?"

"Überall", sagt Manuela T. So etwas habe sie "noch nie gesehen". Ihr Cousin habe zugegeben, er habe Alessio mal eine Ohrfeige gegeben, aber betont: "Das andere war ich nicht."

Manuela T. beendete nach drei Tagen ihren Einsatz in der Familie, hielt sich vom Hof fern. Mehr tat sie nicht. Die anderen Mitglieder der Großfamilie sprachen darüber, aber auch sie schritten nicht ein. Nach Ansicht von Staatsanwalt Klaus Hoffmann prügelte Norbert T. weiter auf Alessio ein. Ein Jahr später informierten Ärzte das Jugendamt und erstatteten Strafanzeige, doch die Staatsanwaltschaft stellte im Oktober 2014 die Ermittlungen gegen den Stiefvater ein, ihm war kein Fehlverhalten nachzuweisen.

Ein "Küssle" im Stall

Als Alessios Mutter kurz vor Weihnachten 2014 wegen ihrer psychischen Probleme in eine geschlossene Anstalt kam, sprang Manuela T. erneut als Dorfhelferin ein - so werden Helfer genannt, die in Haushalten eingesetzt werden, wenn jemand über längere Zeit krankheitsbedingt ausfällt.

Das Thema Kindesmisshandlung sprach sie damals nicht an. "Ich habe Alessio jeden Morgen komplett nackt gesehen, wenn ich ihn anzog. Da waren keine blauen Flecken", sagt die 31-Jährige. "Sie waren sensibilisiert und haben darauf geachtet?", fragt Richterin Eva Kleine-Cosack. "Ja", antwortet Manuela T. und beschreibt eine bislang unbekannte Seite des Angeklagten. Norbert T. habe einen "sehr rauen, aber gleichzeitig auch fürsorglichen Ton" gegenüber Alessio angeschlagen. Nachmittags habe er die Zeit mit beiden Kindern verbracht, die leibliche Tochter habe auf seiner Brust gelegen, Alessio daneben. Sie habe ihn "nur verbal aufbrausend" erlebt, nie gewalttätig.

Morgens habe man - am Tattag sowie in den Wochen davor - gemeinsam gefrühstückt, sie habe dann die Kinder fertig gemacht und sei mit ihnen in den Stall, damit sie sich "vom Papa verabschieden und ihm noch ein Küssle geben". Dass Alessio von Anfang an "Papa" zu seinem Stiefvater sagen sollte, sei beiden wichtig gewesen - Norbert T. und Alessios Mutter.

Hatte der Junge Angst vor dem Stiefvater?

Die Beziehung der beiden war der Nährboden für die vorhersehbare Tragödie. Mit Norbert T. und Alessios Mutter hatten sich zwei Menschen gefunden, die sich gegenseitig das Leben erschwerten. "Es wäre besser gewesen, wenn ich sie nie getroffen hätte", soll Norbert T. seinen Freunden anvertraut haben, sagt einer von ihnen vor Gericht. Der Hof, die finanzielle Belastung, zwei Kinder und die schwere psychische Erkrankung ihrer Mutter - zu viel für einen wie Norbert T., der selbst psychisch angeschlagen war, umschrieb es der Kumpel.

Aber er und seine Lebensgefährtin betonten auch, wie innig die Beziehung zwischen Norbert T. und seinem Stiefsohn gewesen sei. Alessio sei vor allem in den letzten Wochen vor seinem Tod auf den "Papa" fixiert gewesen, berichtet auch Manuela T., die Dorfhelferin und Cousine. Der Junge habe oft nach ihm gefragt, vorm Schlafengehen habe nur er ihm die Windeln anziehen dürfen. Wenn der Stiefvater auf den Hof zum Arbeiten gegangen sei, habe Alessio ihm nachgeweint. Der Junge habe sich gefreut, dass er während der Abwesenheit der Mutter bei Norbert T. im Bett habe schlafen dürfen.

Hatte er Angst vor seinem Stiefvater? Das hatte die Mutter Freunden und ihrem Fahrlehrer erzählt, die ebenfalls als Zeugen aussagten. "Wenn Norbert ihm sagte, er soll seinen Becher austrinken, dann hat Alessio das gemacht", sagt Manuela T. "Es ist schwierig zu sagen, ob er Respekt hatte oder Angst."

Quelle: Spiegel
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#6

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » So, 4. Okt. 2015, 10:24

Prozess um toten Alessio: die Plädoyers werden gehalten

Der Prozess um den qualvollen Tod des dreijährigen nähert sich seinem Ende. Am kommenden Dienstag (6.10./8.30 Uhr) sollen vor dem Landgericht Freiburg die Plädoyers gehalten werden. Die Beweisaufnahme sei weitgehend abgeschlossen, sagte ein Gerichtssprecher. Der Prozess hatte Mitte September begonnen. Angeklagt ist der Stiefvater des getöteten Jungen. Der 33 Jahre alte Landwirt hatte zum Prozessauftakt zugegeben, Alessio geschlagen zu haben. Der Dreijährige war dabei verletzt worden und kurze Zeit später gestorben. Die Tat hatte sich Mitte Januar auf dem Bauernhof der Familie in Lenzkirch bei Freiburg ereignet.

Dem Angeklagten werden Totschlag und mehrfache schwere Kindesmisshandlung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft. Ein psychiatrischer Gutachter hatte vor dem Gericht ausgesagt, der Landwirt sei seiner Ansicht nach voll schuldfähig. Dieser hatte ausgesagt, aus Angst vor dem Jugendamt, aus Enttäuschung und Überforderung den Jungen geschlagen zu haben.

In der Kritik steht in dem Fall das zuständige Jugendamt. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio nicht ausreichend geschützt haben. Obwohl Kinderärzte und Staatsanwälte davor warnten, ließ die Behörde den kleinen Alessio in der Familie und allein beim Stiefvater, als die Mutter zur Kur und später in einer Klinik war.

Nachdem mehrere Bürger Anzeige erstatte haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglichen Behördenversagens. Diese Untersuchungen dauern den Angaben zufolge aber noch an.

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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#7

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 4. Okt. 2015, 17:05

04. Oktober 2015 | 16:00 Uhr

Zipfelhof im Schwarzwald - Das Haus, in dem der kleine Alessio starb

Ein Hof im Schwarzwald, zwei Menschen, die den Traum von der Familie teilen. Doch sie werden die Gespenster der Vergangenheit nicht los. Dann stirbt der kleine Alessio.

[bild=Der Zipfelhof bei Titisee-Neustadt, fast 500 Jahre alt und voller Geschichten. Hier wurde der Junge totgeschlagen.
© Andree Kaiser/stern]http://image.stern.de/6480042/16x9-940- ... stueck.jpg[/bild]

Eine schmale Stiege führt von der Wohnstube des Bauernhofs hinauf in den ersten Stock. Die Treppe ist halsbrecherisch steil. Viele Generationen haben die Stufen ausgetreten. Der Zipfelhof bei Titisee-Neustadt ist fast 500 Jahre alt und voll von den Geschichten seiner Bewohner. Als er gebaut wurde, war die Zeit der Bauernkriege, der Aufstände gegen die Obrigkeit, die brutal niedergeschlagen wurden.

In die oberen Räume des imposanten Hofes zog 2013 eine junge Mieterin ein, Diana Neuer* (*Name von der Redaktion geändert), 22 Jahre alt, Mutter eines fast zweijährigen Sohnes, Alessio. Die Holztreppe verband ihre beiden Zimmer mit der Wohnung des Jungbauern im Erdgeschoss. Norbert T., Single, acht Jahre älter, aber immer noch ein junger Kerl mit Ohrstecker, glattem braunem Haar, kräftigem Körper und alemannischem Zungenschlag. Ein bisschen schüchtern und unbeholfen, aber einer, der Kinder mocht eund bei seinen Neffen und Nichten als cooler Typ galt, mit dem man Traktor fahren und Spaß haben konnte.

Diana Neuer und Norbert T. teilten sich die Küche, und bald teilten sie mehr: den Traum von einer Familie. „Sie war die richtige Frau“, sagt Norbert T.

Das Idyll schien perfekt

Es hätte eines dieser Bauer-sucht-Frau-Märchen werden können. Ein fescher Landwirt, 140 Milchkühe, 100 Hektar Grünland. Eine hübsche junge Frau, gelernte Hauswirtschaftshelferin und „ein Stadtkind“, wie er sie nennt. Dazu ein zarter Bub mit blondem Haarflaum. Und ein Schwarzwaldhof in einer der schönsten Gegenden Deutschlands, unter dessen mächtigem Dach eine Familie von der Größe einer Fußballmannschaft Platz hätte. Tatsächlich war Diana nach wenigen Wochen schwanger. Das Idyll schien perfekt.
Bild nicht mehr vorhandenGedenken an Alessio vor dem Landratsamt Freiburg. © DPA
Das Märchen endet freilich schon knapp zwei Jahre später, am Nachmittag des 16. Januar 2015. Da ist Norbert T. allein auf dem Hof mit Alessio und der zehn Monate alten Tochter, Diana ist im Krankenhaus. Der Junge habe still in der Stube gespielt, wird er im Gerichtssaal erzählen, er selbst sei mit dem Baby in der Küche gewesen. Plötzlich habe er einen Schrei gehört und Alessio am Fuß der Treppe gefunden, noch bei Bewusstsein. Norbert T. bringt den Jungen zum Kinderarzt, um 17.10 Uhr stirbt Alessio.

Die Ursache seines Todes sind jedoch keine Sturzverletzungen, wie der Freiburger Rechtsmediziner Stefan Pollak herausfindet. Sondern „mindestens drei wiederholte erhebliche Gewalteinwirkungen“ auf den Bauch.

Schon lange davor läuft alles schief

Seit Mitte September steht Norbert T. in Freiburg vor Gericht. Er habe das Kind totgeschlagen, so lautet die Anklage. Norbert T. hat die Schläge lange bestritten, doch gleich am ersten Prozesstag gibt er sie zu. Ja, er habe Alessio „zwei- oder dreimal“ in den Bauch gehauen, mit der Faust, sagt er mit brüchiger Stimme. Es tue ihm leid. Es sei alles schiefgelaufen an diesem Tag. Und auch schon lange davor.

Es wäre falsch, zu behaupten, dass keiner von den Problemen auf dem Hof gewusst habe. Viele wussten davon, und das macht die Tragödie von Diana Neuer und Norbert T. zu einem finsteren Lehrstück. Darüber, wie wenig es braucht, um ein Kind zu zerstören. Aber auch, wie wenig es gebraucht hätte, um es zu retten.

Denn es war beileibe nicht so, dass alles unabänderlich auf eine Tragödie zulief. Tragisch und schicksalhaft aber war, dass es just Diana Neuer auf den Hof des Jungbauern verschlug. Eine labile junge Frau, die zuvor mit ihrer Mutter und dem kleinen Sohn in einem nahen Schwarzwalddorf gelebt hatte.

Als Diana auf den Zipfelhof zog, zog auch ihre Mutter mit ein, allerdings in einen separaten Teil. Und irgendwie zog auch Dianas Vater mit - als böser Geist der Vergangenheit. Davon erfuhr Norbert T. erst nach ihrer Schwangerschaft. Diana weinte aus kleinstem Anlass. Erst nach und nach habe sie ihm von den Untaten ihres Vaters erzählt.

Vom alkoholkranken Vater vergewaltigt

Sie war neun, als sich ihre Eltern trennten, sie und die Geschwister blieben beim Vater. Doch der alkoholkranke Mann missbrauchte und vergewaltigte seine älteste Tochter, schlug sie, bedrohte sie mit dem Tod, sollte sie ihn verraten. Diana schwieg. Erst Jahre später erzählte sie ihrer Mutter davon, die ging mit der Tochter zur Polizei. Das Freiburger Landgericht verurteilte den Vater wegen sexuellen Missbrauchs zu acht Jahren Gefängnis.
Bild nicht mehr vorhandenNicht erkannt werden: Der Stiefvater des kleinen Alessio wird von zwei Wachleuten in den Gerichtssaal geführt. © DPA
Es sei „schwierig gewesen“, mit dieser Hypothek umzugehen, sagt Norbert T. vor Gericht. Als Ursache für Dianas Tränenausbrüche, für ihre Gefühlsschwankungen, für ihre Unsicherheit und Ängste attestieren ihr die Ärzte eine „Borderline-Störung“. „Es ist ihr Lebensproblem, dass sie keinen Halt findet“, sagt ihre Anwältin. Mal klammert sie sich an ihren Freund, mal stößt sie ihn brüsk zurück: „Mach doch deinen Scheiß allein!“ Er nennt sie bald: „Mein drittes Kind.“

Diana will es ihrem Freund recht machen, sie lernt melken. Als Bäuerin ist sie allerdings eine Fehlbesetzung. Er will, dass sie sich um Haushalt und Kinder kümmert, aber sie ist oft krank. Der Hof, für den er sich verschuldet hat - allein 2500 Euro muss er jeden Monat als Rente an die Vorbesitzer zahlen -, wächst ihm über den Kopf. Er steht um halb sechs auf und arbeitet bis spät. Wenn Diana ausfällt, muss oft er das Baby und Alessio versorgen. Norbert T. reagiert zunehmend gereizt. Alessio, mit großem Kopf und zierlichem Körper, ist ein Spätentwickler. Er kann auch mit drei Jahren wenig sprechen.

Jede Hilfe stur abgelehnt

„Das war ein entsetzlich stilles, trauriges Kind“, sagt Christine B., eine Zahnärztin, die dem überforderten Jungbauern zu helfen versucht. Manchmal habe Norbert T. seine Verzweiflung durchblicken lassen. Als er von Dianas Ärzten erfährt, was das Leben mit Borderline bedeutet, „da ist ihm erst richtig klar geworden, dass seine Freundin nie ein normales Leben führen wird“, sagt sie. „Du brauchst Hilfe, das schaffst du nicht allein“, erklärt sie ihm, doch Norbert T. lehnt stur jede Hilfe ab.

„Du bist ein starker Mann“, schreibt ihm Diana, als sie mal wieder in der Klinik ist. Ein Irrtum. Denn auch Norbert T. lebt mit einem Phantom. Seine Mutter Gabriele wurde 1987 zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil sie ihn „unter Überschreitung des normalen Züchtigungsrechts“ jahrelang geschlagen hatte, er trug Blutergüsse am ganzen Körper davon, auch im Gesicht und an den Genitalien. „Einmal ging sie mit einem Küchenmesser auf mich los“, erzählt er vor Gericht. „Am nächsten Tag wurde ich bei meinen Großeltern untergebracht, dort ging es mir gut.“ Als die Mutter verurteilt wurde, war Norbert T. fünf Jahre alt. Bindungsforscher wissen: je früher die Misshandlung, desto gravierender die Folgen.

Norbert T. und Diana Neuer, zwei Versehrte, zwei Opfer ihrer Familien, die sich nichts mehr wünschen als eine Familie - kann das gut gehen? Es gibt viele in der Umgebung, die daran zweifeln. Auch das Jugendamt, das Alessio von Geburt an betreut. Man weiß dort um die Hypothek der jungen Mutter. Doch selbst als sich die Zeichen mehren, dass der Junge misshandelt wird, greift es nicht entschieden genug ein.

Kopfverletzungen wie bei einem Boxer

Auch Manuela T., die Cousine des Jungbauern, die zeitweise als Dorfhelferin die Kinder mit betreut, kann nicht glauben, dass sich Norbert T. an Alessio vergreift. Schließlich hat er dafür gesorgt, dass Alessio den Kindergarten besucht und nicht mehr an der Flasche nuckelt. Norbert sei streng gewesen, „er hatte einen rauen Ton, aber war fürsorglich“.

Zweifel kommen ihr, als er sie eines Tages bittet, mit Alessio zum Kinderarzt zu gehen. Der Kleine habe sich in der Nacht das Bein im Gitterbett eingeklemmt. Als sie ihn in der Praxis auszieht, ist sie entsetzt. Sein Körper„war total übersät mit blauen Flecken“. Der Arzt fragt, ob das Kind misshandelt wird. Sie sagt: „Ich weiß es nicht, ich hab nichts gesehen.“ Sie fragt Norbert T., er streitet es ab. Einmal eine Ohrfeige, dazu stehe er.

Diana Neuer hat immer eine passende Erklärung für Verletzungen, oft noch bevor sie gefragt wird. Mal ist der Kleine vom Traktor gefallen, mal gestolpert, mal wurde er vom Kalb getreten. Lange deckt sie das, was ihrem Sohn widerfährt. Dabei sprechen schon im Sommer 2013 Kinderärzte den Verdacht aus, dass er misshandelt wird. Im Sommer 2014 warnen Ärzte der Uniklinik Freiburg ausdrücklich davor, das Kind in seine Familie zurückzugeben.

Klaus Foerster, der psychiatrische Sachverständige, sieht in Norbert T. einen überforderten Mann, der „erhebliche Opfer“ für seine Freundin gebracht habe - bis er enttäuscht erkannte, dass sein Traum gescheitert war, und „möglicherweise auch aus Ärger“ zuschlug.

Solche Wutattacken scheinen öfter stattgefunden zu haben. Bei der Obduktion fanden die Ärzte ältere Verletzungen, etwa „kleinste Mikroblutungen“ im Gehirn, wie sie sonst Schläge am Kopf von Boxern hinterlassen.
Alessio, eine Liebesgabe an einen gewalttätigen Mann

Die Frage, welche Rolle in der komplizierten Beziehung der Erwachsenen der kleine Alessio einnahm, spielt im Gutachten keine Rolle. Dabei gehört sie zu den interessantesten Fragen. Einmal schreibt Norbert T. Diana per SMS, dass sich der Kleine den Fuß eingeklemmt habe. „Sorry, bin halt kein guter Vater.“ Sie antwortet: „Du bist ein guter Vater.“ Ein anderes Mal schreibt sie: „Mach dir keinen Kopf, Alessio wird das schon überleben mit dem Klaps auf den Po. Alessio liebt dich, und ich rede mit ihm. Er muss es mir richtig nachsprechen. Du bist mein Ein und Alles, und ich liebe dich über alles.“

Marina Schmidt, Leiterin der Mutter-Kind-Abteilung in der Stuttgarter Kindernotaufnahme, kennt ähnliche Fälle. Frauen, die es nicht schaffen, ihre Kinder zu beschützen. „Mütter mit Borderline sind hoch bedürftig, ihre Sehnsucht nach Nähe muss gestillt werden, und das kann nur der Partner, nicht das Kind.“ Das Kind habe eine Funktion, als „Geschenk für den Partner, dem sie sich unterwerfen“.

Alessio, eine Liebesgabe an einen gewalttätigen Mann?

Durch genaue Beobachtung hätte man die verdeckte Aggression von Norbert T. entdecken können, glaubt Schmidt. Das Stuttgarter Jugendamt hat ein Screening speziell für gefährdete Kleinkinder entwickelt: Eltern und Kind ziehen für einige Wochen in eine Wohnung des Jugendamtes und werden rund um die Uhr beobachtet. Wer aggressiv reagiere, könne seine Impulse nicht wochenlang verbergen.

Urteil gegen Norbert T. im Oktober

Noch im Herbst 2014 sorgt Diana Neuer dafür, dass ihr Lebensgefährte entlastet wird. Sie bestreitet, dass er Alessio schlage. Die Staatsanwaltschaft stellt daraufhin die Ermittlungen ein, die sie nach den Warnungen der Freiburger Ärzte aufgenommen hatte. Als die Mutter Mitte Dezember in die Klinik muss, dürfen Alessio und seine Schwester unter Auflagen zum Vater zurück.

Die kleine Tochter lebt inzwischen in einer Pflegefamilie. Diana Neuer stehe ihrem Freund auch heute noch „ambivalent“ gegenüber, sagt ihre Anwältin. „Sie hat niemand anderen.“

Alessios Kinderarzt sammelt Geld für einen Grabstein seines kleinen Patienten. Und Unterschriften, damit die Bundesregierung künftig die Rechte der Kleinsten besser schützt. Das Urteil gegen Norbert T. soll im Oktober fallen. Der Zipfelhof steht zum Verkauf.

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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#8

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 6. Okt. 2015, 12:09

Alessio totgeprügelt: Staatsanwalt fordert Gefängnis

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des dreijährigen Alessio hat die Staatsanwaltschaft acht Jahre und drei Monate Gefängnis für den Angeklagten gefordert. Der 33 Jahre alte Landwirt habe sich der Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Klaus Hoffmann in seinem Plädoyer am Dienstag vor dem Landgericht Freiburg. Der Angeklagte ist der Stiefvater des getöteten Jungen. Er hatte zum Prozessauftakt Mitte September zugegeben, Alessio geschlagen zu haben, den Vorwurf der Misshandlung aber zurückgewiesen. Der Dreijährige war nach heftigen Schlägen im Januar gestorben. Das Urteil soll im Laufe der Woche verkündet werden.

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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#9

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 14. Okt. 2015, 10:56

Haftstrafe für Stiefvater des zu Tode geprügelten Alessio

Nach dem qualvollen Tod des dreijährigen Alessio im Schwarzwald ist der Stiefvater des Jungen zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Freiburg sprach den 33 Jahre alten Landwirt wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung schuldig. Der Mann hatte zum Prozessauftakt Mitte September zugegeben, Alessio geschlagen zu haben. Der Dreijährige war verletzt worden und kurze Zeit später an den Folgen der heftigen Schläge gestorben. Die Tat hatte sich Mitte Januar auf dem Bauernhof der Familie in Lenzkirch bei Freiburg ereignet.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer acht Jahre und drei Monate Gefängnis gefordert. Die Verteidigerin hatte sich für vier Jahre Haft ausgesprochen. Der Angeklagte hatte gesagt, er bereue die Tat. Er habe im Affekt und aus Überforderung gehandelt.

In der Kritik in dem Fall steht das zuständige Jugendamt. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio nicht ausreichend geschützt haben. Bereits im Sommer 2013 hatte es Hinweise gegeben, dass Alessio körperlich misshandelt wird. Das Jugendamt entschied jedoch, den Jungen in der Familie zu lassen.
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#10

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 14. Okt. 2015, 18:51

Urteil im Fall Alessio: Tödliche Beziehung
Im Jahr 2013 treffen auf einem Bauernhof im Schwarzwald zwei Menschen mit seelischen Narben aufeinander. Ein Mann und eine Frau, beide in der Kindheit von ihren Eltern schwer misshandelt und missbraucht. Die beiden werden ein Paar, das sich aneinander klammert in der Hoffnung, nun werde ihr Leben schöner. Die Frau bringt einen kleinen Sohn mit in die Beziehung, Alessio.
Die für Alessio tödliche Beziehung zwischen Norbert T. und Alessios Mutter begann, als die junge Frau eine Wohnung suchte. Auf dem Hof in Lenzkirch, den der Betriebshelfer Norbert T. übernommen hatte, war eine frei. Sie zog im April 2013 ein, vier Monate später war die junge Frau erneut schwanger. Alessios Halbschwester kam auf die Welt, das Elternpaar probte das Zusammenleben.
Alessios Mutter litt unter ihrer Schwangerschaft, sie war nicht krankenversichert, hatte keinen Führerschein, war finanziell abhängig. Die Aufgaben wuchsen dem Landwirt über den Kopf, der Hof mit 140 Tieren, die eigene Familie. Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitete T. nebenbei vier Stunden pro Tag in einem Sägewerk und erledigte zusätzlich Hausmeisterdienste. Manchmal brach seine aufgestaute Wut durch, dann schlug und trat er seine Tiere, wenn sie nicht spurten.

Und seinen kleinen Ziehsohn? Alessios Körper war häufig von blauen Flecken übersät, mehrfach hatten Ärzte auf die Gefahr hingewiesen, in der sich die Kinder befanden. Mediziner der Universitätsklinik Freiburg hatten im August 2014 sogar Strafanzeige erstattet.
Am 16. Januar dann der Endpunkt des Dramas: Alessios Mutter sollte an diesem Tag aus der Klinik, wo sie wegen ihrer psychischen Probleme untergebracht war, zurück auf den Hof kommen. Doch am Morgen rief sie an, sie würde noch in der Klinik bleiben. Norbert T. war mit den Kindern weiterhin allein, so wie in den Wochen zuvor. Mit Wissen des Jugendamtes, dessen Mitarbeiter die Abwesenheit der Mutter als Entlastung für Norbert T. werteten.

Sie verkannten die Lage völlig. Alessio, so erzählte es T., sei eine Treppe hinuntergestürzt. Das Kind sei dabei nackt gewesen, weil es sich zuvor eingekotet habe. Als Alessio auf dem Boden gelegen sei, habe er blaue Flecken am Kind gesehen und sei in Panik geraten. Mehrmals schlug er mit wuchtigen Faustschlägen auf das Kind ein.
Detailliert habe ihm Norbert T. beschrieben, wie er die unkontrollierten Ausbrüche der eigenen Mutter erlebt habe. Den Transfer, dass Alessio Ähnliches erleiden musste, habe T. jedoch nicht erbracht. "Er war reduziert empathisch, aber sicher nicht gefühllos", sagte Foerster. Gerade er hätte wissen müssen, wie sich Gewalt anfühlt. Doch die Gemengelage auf dem Bauernhof und die Biografien des Paares hätten zu einer "fatalen Interaktion" geführt, so der Psychiater.
Mögliche Versäumnisse des Jugendamtes durch eine Verletzung der Sorgfaltspflicht sind Gegenstand eines weiteren Ermittlungsverfahrens, ebenso läuft ein Verfahren gegen die Mutter, die sich durch ihre Aussagen selbst belastete. Der Hof im Schwarzwald steht zum Verkauf, die Halbschwester Alessios ist in einer Pflegefamilie untergebracht, die Mutter in einer psychiatrischen Einrichtung.

Von dort schickt sie Norbert T. Briefe ins Gefängnis, so berichtete er vor Gericht. Sie schreibe, dass sie ihn liebe, ihn brauche. T. kann sich keine gemeinsame Zukunft mehr vorstellen. Er sagte vor Gericht: "Das, was passiert ist, ist so schlimm, das wird immer zwischen uns stehen."
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Eagle
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#11

Ungelesener Beitrag von Eagle » Di, 20. Okt. 2015, 19:55

Dienstag, 20. Oktober 2015

Bild nicht mehr vorhandenWie schon bei anderen Opfern steht auch bei Alessio das Jugendamt in der Kritik

Gutachter liefert Zwischenbericht / Jugendamt schützte Alessio nicht

Im Januar starb der dreijährige Alessio nach Schlägen seines Stiefvaters. Die Familie wurde bereits vom Jugendamt betreut. Doch die Sozialarbeiter machten einem Münchner Experten zufolge fatale Fehler.
Hätte man vor dem Tod des kleinen Alessio wissen können, dass seine Familie für den Dreijährigen lebensgefährlich ist? Der Münchner Gutachter Heinz Kindler untersuchte seit Mitte März im Auftrag des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald die Arbeit des Jugendamtes in dem Fall. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio nicht ausreichend geschützt haben, lautete die Kritik nach dem Tod des Jungen. In einem ersten Zwischenbericht kommt der Experte vom Deutschen Jugendinstitut in München nun zu dem Schluss, dass die Behörde die Gefährdung des Jungen mit der Zeit falsch eingeschätzt habe. Zudem sei die Führung des Jugendamtes zu wenig präsent gewesen.
Kein Täter, keine Konsequenzen

Doch wer genau Alessio verletzte, konnten die Ärzte nicht sagen. Da mögliche Augenzeugen schwiegen, blieb nur die Vermutung, dass es der Stiefvater sein könnte. So entschied das Jugendamt, dass der Junge im Oktober 2014 in seine Familie zurückkehren solle. Drei Monate später schlug ihn der Stiefvater so stark, dass der Dreijährige an den inneren Verletzungen starb
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#12

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 21. Okt. 2015, 06:20

Getöteter dreijähriger Alessio: Gutachter wirft Jugendamt Versagen vor

Fehler und Versäumnisse: Ein Gutachter hat dem Jugendamt vorgeworfen, die Situation des dreijährigen Alessio falsch eingeschätzt zu haben. Der Junge war Mitte Januar in Lenzkirch im Schwarzwald zu Tode geprügelt worden.
Im Fall des zu Tode geprügelten dreijährigen Alessio aus dem Schwarzwald hat ein Gutachter dem Jugendamt Fehler und Versäumnisse vorgeworfen. Die Behörde habe die Gefährdung des Jungen mit der Zeit falsch eingeschätzt, schreibt der Sachverständige Heinz Kindler in seinem Zwischenbericht. Zudem sei die Führung des Jugendamtes zu wenig präsent gewesen.

Der Experte vom Deutschen Jugendinstitut in München untersucht den Fall im Auftrag des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Alessio war Mitte Januar in Lenzkirch im Schwarzwald zu Tode geprügelt worden. Sein Stiefvater wurde dafür vergangene Woche zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Das Jugendamt steht seit dem Tod des Jungen in der Kritik. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio unzureichend geschützt haben. Der Gutachter forderte in seinem Bericht unter anderem eine bessere Fortbildung der im Jugendamt Beschäftigten, eine Vernetzung mit anderen Stellen sowie eine bessere Präsenz der Führungskräfte.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, laufen noch strafrechtliche Ermittlungen gegen einen Sachbearbeiter im Jugendamt und gegen Alessios Mutter. Ergebnisse werde es in den nächsten Wochen geben.
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#13

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 30. Okt. 2015, 18:10

Alessio: Urteil gegen Stiefvater ist rechtskräftig

30.10.2015, 10:28 Uhr
Das Urteil des Landgerichts Freiburg im Fall des zu Tode geprügelten dreijährigen Alessio ist rechtskräftig. Weder die Staatsanwaltschaft noch die Verteidigung haben Revision einlegt, bestätigte ein Sprecher des Gerichts am Freitag. Der Stiefvater des Jungen, ein 33 Jahre alter Landwirt, war Mitte Oktober zu sechs Jahren und zwei Monaten Gefängnis wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung verurteilt worden. Er hatte zugegeben, Alessio geschlagen zu haben. Der Junge war schwer verletzt worden und wenig später gestorben. Die Tat hatte sich Mitte Januar auf dem Bauernhof der Familie in Lenzkirch im Schwarzwald ereignet.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, es laufen noch strafrechtliche Ermittlungen gegen einen Sachbearbeiter im Jugendamt und gegen Alessios Mutter. Ergebnisse werde es in den nächsten Wochen geben. Das Jugendamt steht in dem Fall in der Kritik. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio unzureichend geschützt haben.

Ein Gutachter hat der Behörde in der vergangenen Woche in einem Zwischenbericht Fehler und Versäumnisse attestiert. Sein endgültiges Gutachten, das der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Auftrag gegeben hat, will er im Januar 2016 veröffentlichen.
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#14

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 12. Apr. 2016, 11:14

Tod eines Dreijährigen: Geldstrafe für Beamten im Jugendamt

12.04.2016, 10:28 Uhr
Nach dem gewaltsamen Tod des dreijährigen Alessio im Schwarzwald muss der zuständige Sachbearbeiter im Jugendamt eine Geldstrafe zahlen.
Sie umfasse drei Nettomonatsgehälter, teilte die Staatsanwaltschaft Freiburg am Dienstag mit, ohne Zahlen zu nennen. Diese Höhe sehe ein Strafbefehl vor, den das Amtsgericht auf Antrag des Staatsanwaltes erlassen habe. Der 45 Jahre alte Mitarbeiter des Kreisjugendamtes habe sich der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig gemacht. Er habe den Jungen nicht korrekt geschützt. Alessio aus Lenzkirch war im Januar vergangenen Jahres von seinem Stiefvater zu Tode geprügelt worden.
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Re: Freiburg: Stiefvater prügelt kleinen Alessio (3) tot

#15

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 12. Apr. 2016, 17:58

Sechs Jahre und zwei Monate Gefängnis der eine. Drei Nettomonatsgehälter Strafe der andere. Das nenne ich Wertschätzung eines Kindslebens.
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