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Psychische und verbale Gewalt

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Eagle
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Psychische und verbale Gewalt

#1

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 31. Jan. 2016, 13:50

Ein Thema welches nicht, wie z.B. Stalking und häusliche Gewalt, diskutiert wird. Dabei hat diese Form der Gewalt verschiedene Gesichter und Erscheinungsformen. Wichtig ist, das die Betroffenen die Gewalt als solche erkennen und sich verinnerlichen, dass kein Mensch, egal ob Freunde, Vorgesetzte, Partner oder Elternteile das Recht haben, jemanden Gewalt anzutun. Insbesondere Frauen sind von psychischer und verbaler Gewalt betroffen. Ignoranz, Erniedrigung, Reduzierung und Abstrafung sind ebenfalls Zeichen der Gewalt.

Die verlinkte Seite soll Betroffenen helfen und Lösungen aufzeigen, einige Auszüge sowie die Kontaktdaten der Selbsthilfeplatttform:

Die verbale Gewalt: Worte, die wie Schläge sind, sie brechen zwar keine Knochen, dafür aber Herz und Seele.
Verbale Gewalt ist Gewalt ohne Schläge. Meist dient sie dem Misshandler dazu, Macht und Kontrolle über die Betroffene auszuüben. In vielen Fällen ist sich diese überhaupt nicht bewusst, dass Gewalt gegen sie ausgeübt wird. Noch weniger ist ihr klar, dass es bei verbalen Übergriffen nicht um die verletzten Gefühle ihres „Partners“ geht, – sondern um seinen Machtanspruch. Wenn Dein „Partner“ Dich verbal misshandelt und Du es zulässt, fühlt er sich mächtig.
Verbale Gewalt hat viele Erscheinungsformen:
Vorenthaltung, Kontern, Negation, Abwehr und Entwertung ihrer Wahrnehmung, Eindrücke und Gefühle
Verletzende Witze/Scherze – Kränkung als Scherz getarnt, Erst abblocken, dann ablenken
Anklagen und Schuldzuweisungen, Urteile und destruktive Kritik, Bagatellisierung/Banalisierung,Unterminineren
Drohungen, Beleidigungen, Beschimpfungen, “zufälliges“ Vergessen, Befehle, Leugnen (...)
Vorenthaltung bedeutet, dass Dein „Partner“ keine wirkliche Nähe zulässt. Zwar ist es durchaus möglich, dass er eine einseitige Nähe herstellt, – aber er lässt nicht zu, dass Du ihm zu nahe kommst: Er teilt Dir seine Gefühle, Wünsche und Ziele nicht mit.
Wenn Dein „Partner“ Dir echte Kommunikation vorenthält, erreicht er zweierlei: Er hält Dich auf Distanz und behandelt Dich nicht als gleichberechtigte Partnerin; er trägt zusätzlich dazu bei, dass Du in Deiner Beziehung einsam bist.
Kontern und Widersprechen ähneln sich. Während ein Widerspruch häufig dazu dienen kann, den Austausch von Gedanken und Meinungen anzuregen, führt ständiges Kontern nur dazu, dass Dein „Partner“ die Oberhand behält – oder meint, sie zu behalten.
Kontern als verbale Waffe einzusetzen bedeutet, (beinahe) jede Aussage, jede Äußerung als falsch, unsinnig oder schlichtweg dumm abzuschmettern. Letztendlich führt ständiges Kontern dazu, dass die Betroffene ihrer eigenen wahrgenommen Realität gegenüber immer unsicherer wird, – und vor allem immer gehemmter und ängstlicher wird, überhaupt etwas zu sagen(...).
Ent- und Abwertung sind gängige Waffen verbaler Gewalt. Ein „Partner“ der die Wahrnehmung, Eindrücke und Gefühle seiner Partnerin negiert, abwehrt oder entwertet, erreicht dadurch, dass sie die stattfindende Gewalt nicht als solche erkennt und zum Ausdruck bringen kann. Damit negiert er Deine Wahrnehmung, und Deinen Eindruck, dass etwas in Eurer Partnerschaft definitiv nicht stimmt; – was oft dazu führt, dass die Partnerin zunehmend davon überzeugt wird, dass sie wirklich „zu empfindlich“, „zu sensibel“, „zu humorlos“ oder sogar „zu kritisch und fordernd“ sei (...).
Wenn Du auf einen verletzenden, vermeintlichen „Scherz“ Deines „Partners“ (siehe: verletzende Scherze) oder auf einen verbalen Angriff mit berechtigter Verletzung reagierst, reagiert er vielleicht mit Aussagen wie:

„Du bist zu empfindlich“
„Du hast einfach keinen Humor“
„Du machst (mal wieder/ wie immer) aus einer Mücke einen Elefanten“
„Das bildest Du Dir nur ein“
„Du kriegst aber auch allesin den falschen Hals“ / „Du willst wohl alles in den falschen Hals bekommen“
Die Aussage dahinter: „Dein Gefühl, verletzt worden zu sein ist Deine Schuld“. Nicht sein Problem.
Verletzende Witze/Scherze – Kränkung als Scherz getarnt
Eine perfide Art, einen Menschen zu verletzen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen werden zu können: sich über vermeintliche Schwächen des anderen lustig zu machen (...)
► re-empowerment e.V. – Frauen gegen Partnerschaftsgewalt
re-empowerment e.V. unterstützt Frauen im Sinne des Grundsatzes zur Selbsthilfe, deren Leben von einer gewaltgeprägten Paarbeziehung beeinflusst wird oder wurde. Hauptaufgabe ist die parteiliche, anonyme und kostenlose Information und Unterstützung betroffener Frauen. Diese erfolgt in Kooperation mit der Informations- und Selbsthilfeplattform re-empowerment.de.
Durch Öffentlichkeits- und präventive Arbeit soll Partnerschaftsgewalt langfristig entgegengewirkt werden. Hierzu gehört insbesondere Aufklärung über und Sensibilisierung für die verschiedenen Formen und Ausprägungen von Partnerschaftsgewalt.

Zur Plattform und Kontaktdaten: re-empowerment
Zuletzt geändert von Eagle am So, 3. Apr. 2016, 15:30, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Auszug doppelt



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Re: Psychische und verbale Gewalt

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 3. Apr. 2016, 14:34

Dieser Verein und dessen Intention ist eine sehr gute und nützliche Sache. Keine Frage! Nur einen Satz lese ich mit gemischten Gefühlen, weil ich davon nicht so recht überzeugt bin:
Insbesondere Frauen sind von psychischer und verbaler Gewalt betroffen.
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Re: Psychische und verbale Gewalt

#3

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 3. Apr. 2016, 16:32

Auch Männer sind von seelischer Gewalt betroffen - keine Frage und hier ein Beispiel von Hilfsangeboten:
Kurzdarstellung
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jungen, männliche Jugendliche, Männer und Paare bei der Lösung spezifischer Lebensprobleme und zwischenmenschlicher Konflikte bzw. Probleme zu unterstützen und damit ihre Lebensqualität zu steigern.
Umgesetzt werden die Ziele des Vereins in zwei Beratungsstellen:
1. Männerbüro Hannover
2. Beratungsstelle Anstoß
Beide Beratungsstellen haben vielfältige Arbeits- und Aufgabenbereiche und sind mit ihrem Angebot in lokale und überregionale Netzwerke eingebunden.
Einige Auszüge aus dem "Männerbüro Hannover" zum Thema "Seelische Gewalthandlungen an Männern"
einschüchtern - während eines Streites den Ausgang versperren - bedrohliche Gesten machen - riskantes und aggressives Autofahren - mit Waffen hantieren, die ihn ängstigen - den Partner einsperren - verhindern oder es ihm schwer machen, daß er mit seinen Freunden, Verwandten oder anderen Menschen spricht, oder diese trifft - ihn anschreien - ärgerliche Ausdrücke und Gesten benutzen - ihn unangenehm und peinlich berühren (besonders vor Freunden und in der Öffentlichkeit)
- ständig Kritik üben - Vorwürfe oder Anschuldigungen machen - verachtende Äußerungen über ihn machen - demütigende, abfällige Bemerkungen über seine Freunde machen - ihn lächerlich machen (allein oder in Anwesenheit von anderen) - ihn (allein oder in der Öffentlichkeit) in Verlegenheit bringen - Schimpfnamen rufen - belästigen und schikanieren: ungebetene Besuche oder Anrufe - Nachstellungen und Nachforschungen - ungebetenes Verweilen (z.B. trotz seines Wunsches die Wohnung nicht verlassen)
- beleidigen - androhen von Gewalthandlungen (direkt oder indirekt) - Erpressungstaktiken anwenden - ihn zu Entscheidungen zwingen - ihn antreiben - drohen, den Unterhalt zu entziehen - die Kinder manipulieren - ihn schuldig machen - ihn ständig unterbrechen - Themen wechseln - Themen bestimmen - nicht zuhören - nicht reagieren bzw. antworten - seine Worte verdrehen -Nutzung von Auto oder anderen Ressourcen unterbinden
- seine Versuche, einen Arbeitsplatz zu erhalten, sabotieren - die Wahrheit für sich in Anspruch nehmen - die Autorität beanspruchen - ihn "für dumm verkaufen" oder in anderer Weise sein Verhalten bewerten - lügen - Informationen zurückhalten - untreu sein
- Mitarbeit bei der Sorge und Erziehung der Kinder, der Hausarbeit und der notwendigen Arbeiten für die Wohnung verweigern - Vereinbarungen und Verabredungen nicht einhalten oder ignorieren - emotionale Zurückhaltung: die eigenen Gefühle nicht mitteilen oder keine Unterstützung geben - denken, die eigenen Probleme seien wichtiger, als seine - keine Beachtung schenken
- Komplimente verweigern (keine K. machen) - seine Gefühle, Rechte, Interessen oder Meinungen nicht respektieren - nicht für sich selbst sorgen (Körperpflege, materielles Auskommen, ...) und sich weigern, notwendige und grundlegende und lebensnotwendige Fähigkeiten zu erlernen und anzuwenden - Drogen und/oder Alkohol missbrauchen - nicht anständig essen - keine Freundschaften pflegen und/oder Hilfe von diesen in Anspruch zu nehmen - ihm drohen, daß, wenn er dies oder jenes nicht mag, er seine Sachen packen und gehen könne - nicht anerkennen, daß er wichtig ist für sie ist - ihm sagen, daß sie ihn nicht braucht oder liebt - etc.
Zum ausführlichen Bericht: Männerbüro Hannover

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#4

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 3. Apr. 2016, 16:55

Salva hat geschrieben:Dieser Verein und dessen Intention ist eine sehr gute und nützliche Sache. Keine Frage! Nur einen Satz lese ich mit gemischten Gefühlen, weil ich davon nicht so recht überzeugt bin:

Insbesondere Frauen sind von psychischer und verbaler Gewalt betroffen.
Kaum verlässliche Zahlen
Hinzu kommt aber auch: Spezielle Beratungsangebote für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, sind selten. Bundesweit kennt Waldmann nur fünf andere Beratungsstellen, die sich gezielt dieser Opfergruppe annehmen. 435 Frauenhäusern stünden nur drei Männerhäuser gegenüber.

Zwar werden Frauen sehr viel öfter Opfer von häuslicher Gewalt, dennoch seien in etwa zehn Prozent der Fälle Männer die Leidtragenden, sagt Ursula Matschke, die Leiterin der Stuttgarter Abteilung für individuelle Chancengleichheit. Sie stützt sich dabei auf Angaben der Polizei in Stuttgart.

Das Landeskriminalamt Berlin ermittelte 2013 bei insgesamt rund 14.300 Fällen von häuslicher Gewalt sogar 23,8 Prozent weibliche Verdächtige. Belastbare bundesweite Zahlen fehlen. Zwar gab es vor zwei Jahren eine Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit Erwachsener. Diese kam gar zu dem Ergebnis, dass Frauen im häuslichen Bereich sogar häufiger zu Täterinnen würden als Männer. Andere Wissenschaftler übten später jedoch deutliche Kritik an der Datengrundlage dieser Untersuchung.
Die Zeit

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#5

Ungelesener Beitrag von Eagle » So, 3. Apr. 2016, 18:17

Ich denke das Frauen und Männer gleichermaßen von seelischen Misshandlungen betroffen sind. Allerdings gibt es dazu wirklich keine verlässlichen Zahlen.
Studie des Robert Koch-Instituts 2013
Zu einem Ergebnis, das die üblichen Klischees noch deutlicher auf den Kopf stellt, kam das umfassendste Werk über Gesundheitszustand, Lebensqualität und Verhalten der Deutschen seit 1998. Die "Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland", kurz DEGS des Robert Koch-Instituts (RKI) befand:

Bei Konflikten in der Partnerschaft üben Frauen häufiger körperliche Gewalt aus als Männer. Dies gilt sowohl für körperlicher Gewalt - konkret war etwa nach Schlägen, Ohrfeigen, Tritten und an den Haaren ziehen gefragt worden - als auch für psychische Gewalt wie Beleidigungen, Bedrohungen, Beschimpfungen oder Schikanen.

Dazu sagt Heike Hölling, Gesund­heits­wissen­schaftlerin und eine der Autorinnen der Studie, dass psychische Gewalt in ihren Folgen mindestens genauso dramatisch sein könne wie körperliche Gewalt. Und: Die Gewalt der Frauen richte sich nicht nur gegen den Partner, sondern auch gegen "sonstige Familienmitglieder", also etwa die eigenen Kinder. An der Befragung zum Thema "Gewalt" hatten knapp 6.000 Frauen und Männer über einen Zeitraum von drei Jahren (2008 bis 2011) teilgenommen.Man darf gespannt sein, ob die heutige Regierung bzw. auch ihre Nachfolger auf diese Erkenntnisse reagieren oder ob die oben zitierte Einschätzung von Hans-Joachim Lenz Bestand haben wird.
Wikimannia

dazu
(...)Stellungnahmen zum Artikel „Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung“
Der Artikel "Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)" hat kritische Reaktionen von Expertinnen aus der Gewalt- und Geschlechterforschung hervorgerufen(..)
Robert-Koch-Institut

und
(...)Besondere Irritation löst das Ergebnis zur selbstberichteten Täterschaft von Gewalt in der Partnerschaft von Frauen und Männern aus. Demnach gaben Frauen häufiger an, körperlich und psychisch gewalttätig gegen einen Partner gewes
en zu sein als Männer. Diese Differenz in den Selbstangaben steht im Widerspruch zu anderen Studien, die Frauen eher als Opfer denn als Täterinnen ausweisen und lädt zu der voreiligen Interpretation ein, Frauen wären in einer Paarbeziehung gewalttätiger als ihre Partner. Wie ist dieses Ergebnis bei genauer Betrachtung zu verstehen und was steht dahinter? (...)
Nationales Netzwerk Frauengesundheit

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