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Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

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Hank
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Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#1

Ungelesener Beitrag von Hank » Mi, 31. Aug. 2016, 13:50

Moin,

habe vor Jahren in einem Buch mal darüber gelesen.
* mfg

Hank
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Zuletzt geändert von Salva am So, 4. Sep. 2016, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel geändert



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Re: Mordfall Helmut Daube am 28.03.1928

#2

Ungelesener Beitrag von Lastlove » Fr, 2. Sep. 2016, 18:56

Was denn für ein Buch?
https://books.google.de/books?id=3J_hDA ... os&f=false

Da geht es um die Annahme es könnte ein Ritualmord gewesen sein der auf den Osirios Mythos zurückgeht.
Die Rede ist von Geheimbünden die sich in der rechten Esoterikerszene bildeten und teilweise auch heute noch existieren.


Irgendwo hörte ich auch, ein Ermittler von damals dachte schon in diese Richtung und suchte mehrmals das fliessende Gewässer ab nach den Genitalien.
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Hank
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Re: Mordfall Helmut Daube am 28.03.1928

#3

Ungelesener Beitrag von Hank » So, 4. Sep. 2016, 01:19

Moin,

@lastlove:

Das Buch hatte mit der Entwicklung der Forensik zu tun. Waren drei Bücher in einem. Dort wurde auch der Fall Helmut Daume beschrieben.

mfg

Hank
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Re: Mordfall Helmut Daube am 28.03.1928

#4

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 4. Sep. 2016, 19:44

Der Fall Daube
Bild
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Schon lange vor dem Gladbecker Geiseldrama erregte die kleine Ruhrgebietsstadt weltweit Aufsehen: Der Mord an dem Abiturienten Helmut Daube, der mit durchschnittener Kehle und fehlenden Genitalien tot aufgefunden wurde, verdrängte sogar den Transatlantikflug des Luftschiffes Graf Zeppelin aus den Schlagzeilen. Angeklagt wurde sein Freund und Mitschüler Karl Hußmann. Aber hat Hußmann das Verbrechen tatsächlich begangen?

Die Tat konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Und genau hier versuchen Sabine Kettler, Eva-Maria Stuckel und Franz Wegener seit einem Vierteljahrhundert Licht ins Dunkel zu bringen. Nun ist die Neuauflage ihres Buches von 2001 „Wer tötete Helmut Daube?“ erschienen. Schon der Vorgänger bot die Möglichkeit, mit Hilfe der dokumentierten Verhör- und Gerichtsszenen, dem Obduktionsbericht und sieben Mordtheorien in das Jahr 1928 abzutauchen und mitzukombinieren: Wer tötete Helmut Daube? Hinzugekommen sind in der Neuauflage drei weitere, ausgesprochen spekulative Theorien:

War der sächsische Gärtnergehilfe Ernst Paul Hennig auch für den Mord im Ruhrgebiet verantwortlich? Hennig hatte bereits mit 16 Jahren mit einer Rosenschere einem gefesselten Knaben den Hals aufgeschnitten, der Freund überlebte und konnte den Täter benennen. Hennig, der wegen mangelnder Zurechnungsfähigkeit freigesprochen worden war, wurde 1911 mit einem Mord in Böhmen auffällig, bevor dann 1929 in einem Wald die nackte Leiche des dem Hennig bekannten 18-jährigen Dienstknechtes Zellmer gefunden wurde. Er war wie Daube bestialisch verstümmelt worden.

Die nächste Theorie spielt in Südamerika: In Guatemala-Stadt wird sechs Tage vor dem Daube-Mord, Richard Eckermann, Sohn des bekannten Admirals Eckermanns, festgenommen. Er hatte in Deutschland 1923 als Mitglied der rechtsgerichteten „Schwarzen Reichswehr“ einen Kollegen zum Mord an einem angeblichen Verräter angestiftet und war daher 1925 zum Tode verurteilt worden. Er floh über Spanien und Mexiko nach Guatemala. Zur Festnahme führten ein Brief, der mit dem auch im Ruhrgebiet üblichen Gruß „Glück auf!“ endete sowie Ratschläge aus der deutschen Aussiedler-Gemeinde vor Ort. Da die Familie des Freundes von Helmut Daube, Karl Hußmann, in Guatemala eine Kaffeeplantage betrieb, ist nicht ausgeschlossen, dass womöglich nicht etwa Helmut Daube in der Mordnacht sterben sollte, sondern Karl Hußmann, dessen Familie der Verrat an dem Fememörder zugeschrieben worden sein könnte.

Die letzte und damit aktuellste Theorie geht von einem Selbstmord Daubes aus. Angesichts des Tatablaufes – die Kehle wurde ihm offenbar von hinten durchgeschnitten, die Genitalien dann folgend abgetrennt – eine erstaunliche Idee. Tatsächlich mutmaßte die Gladbecker Polizei zunächst, sie habe es mit einem Selbstmord zu tun, da die Beamten anfangs nur den Kehlenschnitt bemerkten und ein solcher Schnitt in Weimar eine nicht unübliche Freitod-Methode darstellte. Da allerdings keine Waffe in der Nähe der Leiche gefunden werden konnte, wurde diese Theorie schnell verworfen. Und doch tippen die Autoren auf einen Selbstmord: Ein Nachahmungsmord, der vielleicht dem Drehbuch der Steglitzer Schülertragödie von 1927 folgte. Der Prozess gegen den Berliner Selbstmörderclub „Fe-Hou“ war erst vier Wochen vor dem Daube-Mord zum Abschluss gekommen und fand ein breites Medienecho. Schüler hatten sich zum gegenseitigen Mord verabredet; das tragische Blutbad wurde 2004 unter dem Titel „Was nützt die Liebe in Gedanken“ mit Daniel Brühl in der Hauptrolle verfilmt. Ein letzter Akt, der in Sachen Daube noch fehlt.
ruhrbarone.de
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#5

Ungelesener Beitrag von Basti-Maxi » Mo, 5. Sep. 2016, 04:41

@lastlove

Ja das sieht mir auch nach einem Ritualmord aus. Mit " Rechten" hat dieser Osiriskult aber eher weniger zu tun ( Ersatzhandlung - Beschneidung).

Im Fall Tristan gehe ich ja auch von einem Ritualmord aus. Der Tatort war ja dort direkt an einem Fliessgewaesser.

Der Text von Ruhrbarone ist interessant. Vor Allem was dort nicht! erwähnt wird.

Was im Fall Daube sofort auffällt ist die " Kreuzigungsposition" in der er aufgefunden wurde.

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#6

Ungelesener Beitrag von Basti-Maxi » Mo, 5. Sep. 2016, 04:48

Oder Zufall?

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#7

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 5. Sep. 2016, 05:52

Es geschah vor 80 Jahren in Gladbeck

Publiziert am 21/03/2008 von Steven Milverton

In den frühen Morgenstunden des 22. März 1928 ereignete sich in Gladbeck ein bis heute unaufgeklärtes Verbrechen.
Der 19jährige Helmut Daube wurde auf dem Gehweg vor dem elterlichen Haus mit einem Schnitt durch die Kehle getötet. Seinem Gesicht und seinem Körper wurden darüber hinaus weitere Schnittverletzungen zugefügt, davon eine größeren Ausmaßes: Seine Genitalien wurden abgetrennt.
Zunächst wurde Helmut’s Freund Karl Hußmann der Tat verdächtigt und vor Gericht gestellt. Es erfolgte ein Freispruch aus Mangel an Beweisen. Was nicht bewiesen werden konnte, war die Homosexualität des Freundes. Der Gladbecker Historiker Franz Wegener schreibt hierzu:

Ein Prozeß im Schatten des Aberglaubens

In der Urteilsverkündung machte der Richter unmißverständlich klar, daß es nicht in erster Linie um die Erforschung dessen ging, was sich in der Mordnacht tatsächlich ereignete: Es ging vielmehr um die Frage, ob Karl Hußmann nun schwul war – oder nicht. Hätten die Gutachter hier ein klares Urteil fällen können, es wäre sicherlich auch das Urteil über die Frage nach der Täterschaft gewesen. Denn schwul, das war damals – und ist es in vielen Köpfen heute noch – gleichbedeutend mit kriminell und böse.

Hirschfeld verweist darauf, daß es sich bei Serienmördern eigentlich immer um – auch hirnanatomisch sichtbar – kranke Psychopathen handelt. Daher könne Hußmann auch nicht der Mörder sein: „Sein Auftreten in der Hauptverhandlung entsprach jedenfalls nicht dem Bilde bekannter Lusttöter. Solchen, aus sexualkriminalistischen Erfahrungen sich ergebenden Spuren hätte von vornherein in energischerer Weise nachgegangen werden müssen, als dies nach Aufdeckung des Gladbecker Sexualmordes geschah. Statt dessen versteifte man sich wieder einmal auf die Frage der Homosexualität, die für die vorliegende Bluttat keine höhere Bedeutung hat, wie etwa der Nachweis, daß – Großmann, Gerth und Dietrich Frauenliebhaber waren. Wäre Hußmann tatsächlich homosexuell, so würde nur ein unbrauchbares Indiz mehr vorhanden sein, das für seine Täterschaft nicht das geringste bewiese.“ Aber die Verlockung, über den Nachweis der Homosexualität auch automatisch den Nachweis des Mordes zu führen war zu groß. Und welche „brutale Bestie“ ist eher in der Lage diesen „Einbruch des absolut Bösen in das Jahr 1928“ (Wegener) zu vollziehen als jemand, der das absolut Böse selbst inkarniert?

Ein Mitabiturient berichtete vor Gericht, Hußmann habe Daube auf der Rückfahrt aus der Eifel den Daumen zurückgebogen, bis dieser vor Schmerz geweint habe. Dabei habe Hußmann „teuflisch gegrinst“. Diese Wortwahl verwundert nicht: Sarah Lilja stellt fest, daß es in der Literatur seit der Antike generell zwei sich widersprechende Klischees zur Darstellung von Homosexualität gebe: Der Homosexuelle werde entweder in einem sakralen oder aber auch satanischen Zusammenhang präsentiert. Karls Mitabiturient hat sich für die satanische Variante entschieden – und damit stand und steht er nicht alleine.

Wäre die Klischeefalle zugeschnappt, hätte sie Karl Jahre seines Lebens gekostet. Sicherlich ist es auch der engagierten Arbeit von Wissenschaftlern wie Hirschfeld zu verdanken, daß dies in diesem Fall nicht passierte. Dennoch ist der Vorgang mehr als ärgerlich: Das Überflüssige ist immer auch Feind des Notwendigen. Überflüssig war die Frage nach der sexuellen Orientierung Hußmanns, notwendig wäre die Suche nach einem Täter gewesen, der in das Raster klassischer Serienmörder paßt. Hier hätte etwa ein Durchforsten der Psychiatrieakten der Umgebung helfen können. Müller-Hess verweist übrigens in einem Nebensatz darauf, daß einer der Mitabiturienten von Karl Hußmann zuvor in einer Privatklinik unter psychiatrischer Beobachtung gestanden habe. Aber die „Rasterfahndung“ scheint unterblieben zu sein. Da verwundert es auch nicht weiter, daß der Täter bis heute nicht gefunden wurde.

Karl Hußmann ist Jahrzehnte später selbst unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.

Ein paar Jahre nach der Tat haben die Nazis versucht, das unaufgeklärte Verbrechen ‚den Juden‘ in die Schuhe zu schieben:

Mancher geheimnisvolle Mord, der nicht aufgedeckt werden konnte, ist nichts anderes als ein Opfermord für das [jüdische] Purimfest. Im März des Jahres 1929 (zur Zeit des Purimfestes) wurde in Gladbeck der Primaner Helmut Daube, ein prächtiger blonder Junge, durch Schächtschnitt getötet. Seine Leiche fand man vor dem Hause der Eltern.

Ein heute nicht mehr nachprüfbares Geständnis zu diesem Fall gibt es auch.

Historiker um Franz Wegener haben vor gut zehn Jahren den Versuch unternommen, Licht ins Dunkel um die Ermordung von Helmut Daube zu bringen. Sie haben die noch vorhandenen Akten gesichtet, Spuren gesucht und Mordtheorien entwickelt. Unter anderem bringen sie das Verbrechen mit dem Osiris-Kult in Zusammenhang, vermuten, dass Helmut Daube das Opfer eines Serienkillers geworden ist oder sein eigener Vater der Täter war. Ja, und dann gibt es da noch die Verbindung zu dem SS-Arzt Erich Hußmann.

Über diese Spurensuche ist ein Buch erschienen und ein Hörbuch produziert worden. Das Hörbuch kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
Steven Milverton
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#8

Ungelesener Beitrag von Lastlove » Mo, 5. Sep. 2016, 14:52

@Basti-Maxi
Basti-Maxi hat geschrieben:Mit " Rechten" hat dieser Osiriskult aber eher weniger zu tun ( Ersatzhandlung - Beschneidung).

Im Fall Tristan gehe ich ja auch von einem Ritualmord aus. Der Tatort war ja dort direkt an einem Fliessgewaesser


also ich habe es schon so verstanden es waren esoterische Gruppen die sich damals aus der rechten szene absplitterten. Eben Esoterikzeugs.

aber heute und inzwischen glaube ich nicht recht an einen Ritualmord mehr. Eher könnte ich mir hier wie auch in Fällen wie Triistan Brühbach eher vorstellen, es wurde mit absicht so hingestellt, um die aufmerksamkeit auf "Sekten dieser Art" zu richten.

Da würde ich eher den einfluß von aleister Crowly annehmen oder eben "nur" Mordlust, Kanbalismus und/oder Nekrophilie..

Bin natürlich auch gespannt ob dieser Manfrted Seel unser "zweites Gesicht" tatsächlich etwas mit dem Mordfall Brühbach zu schaffen hatte.
Diesbezüglich wurde ja von einer Prostituierten verlautbart er hätte sehr komische Geräusche von sich gegeben. Eben völlig annormal. Leider finde ich das Video nicht mehr dazu.
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#9

Ungelesener Beitrag von Basti-Maxi » Mo, 5. Sep. 2016, 15:08

Nichts ist unmöglich. Ich habe neulich auf NDR oder WDR (ich schau mal ob ich es noch finde) einen Bericht über rituelle Folterungen an Kindern gesehen. Sehr übel.

Abgesehen davon: Ich kann auch eine Prostituierte ermorden, in ein Fass stecken und sie einem Toten aufs Grundstück stellen.

Ich zweifel grundsätzlich erstmal alles an was Politiker, Pfaffen, Polizei und Medien von sich geben.

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#10

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 5. Sep. 2016, 21:47

Der 19jährige Helmut Daube wurde auf dem Gehweg vor dem elterlichen Haus mit einem Schnitt durch die Kehle getötet. Seinem Gesicht und seinem Körper wurden darüber hinaus weitere Schnittverletzungen zugefügt, davon eine größeren Ausmaßes: Seine Genitalien wurden abgetrennt.
Das kommt dem weltweit einzigartigen Fall Tristan Brübach schon verdammt nahe. Stimmt's? Seel kann es jedenfalls nicht gewesen sein.

EDIT

Verglichen mit dem, was zu Tristan beschrieben wurde:

[shocking]
Bild[/shocking]

[shocking]
Bild
Da hat der Täter definitiv min. 2x angesetzt. Von "sauber" also keine Rede.[/shocking]
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#11

Ungelesener Beitrag von Emi Mai » Di, 6. Sep. 2016, 02:55

Habe das Buch vor zwei Wochen gekauft. Bin noch nicht ganz durch.. aber es ist mir aufgefallen, das der Pflegevater des Hauptverdächtiger, Rektor Kleiböhmer, in dem Buch keine grosse Rolle spielt.
ich weiss, dass der Rektor zwei Töchter hatte, Hertha und Ilse. Ilse war angeblich befreundet mit Helmut Daube. Der Rektor hat vier Jungs vor der Familie seiner Frau zu Pflege aufgenommen. Einer von den Jungs war der Karl.
Was nicht offiziel bekannt ist, der gute Rektor war Homosexuell. Es wurde in den 20er sein geselschaftliches Tod bedeuten. Auch seine Rektorkarierre könnte er sich "knicken". In den 30er hätte es ganz andere Folgen...
mfg
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#12

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 6. Sep. 2016, 07:41

Danke für deinen Beitrag und welcome bei Allcrime @Emi Mai :)
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#13

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 6. Sep. 2016, 21:01

Ein herzliches HALLO & WILLKOMMEN bei Allcrime auch von meiner Seite, @Emi Mai :like:

Wenn du das Buch zu Ende gelesen hast, würde mich dein Fazit bzw. deine Einschätzung zum Fall Daube interessieren. Ein Mörder wird dort wohl kaum präsentiert werden, aber eventuell Hinweise in eine bestimmte Richtung.
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#14

Ungelesener Beitrag von Emi Mai » Di, 6. Sep. 2016, 21:18

Hallo :-)
Danke Euch :-)
Das mach ich.. bin dabei. Eigentlich recherchiere ich schon seit 2-3 Jahren in dem Fall. Es hat sich aus meinen Neugier und dem Wohnort Gladbeck ergeben.
Die Infos aus meinem vorherigen Beitrag (über Rektor Kleinböhmer) stehen in keinem Buch. bzw, sind gesammelte Informationsstücke. Es gibt tatsächlich noch ein Buch über der Entwicklung der Forensik, in dem dieser Fall nochmal angesprochen ist. Es geht um die "moderne" Blutspurenuntersuchung.
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#15

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 6. Sep. 2016, 21:37

Gerne, @Emi Mai ;)
Emi Mai hat geschrieben:Eigentlich recherchiere ich schon seit 2-3 Jahren in dem Fall.
Wirklich? Ich hatte bis zu dem Beitrag von @Hank noch gar nichts darüber gehört. Kein Wunder, bei der Fülle der Kriminalfälle :( Jedenfalls interessiert er mich auch und mich wundern manche Details, die sich irgendwie doch immer wieder einmal wiederholen. Trotz der Jahrzehnte, die dazwischen liegen können.
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#16

Ungelesener Beitrag von Emi Mai » Do, 8. Sep. 2016, 00:24

Hank ! das forensische Buch ist von Jürgen Thorwald "Die Stunde der Detektive".
Tatsächlich kann man da über den Fall einiges mehr Erfahren.
Das Bild (Quelle: og. Buch) Zeigt die Verteilung der Blutspuren auf der Kleidung von Karl Hussmann. Es ist nicht schwer zu erraten, dass bei der Opfer, der die Kehle von links nach rechts durchgeschnitten wurde (Täter stand hinter der Opfer...), der Täter rechtshänder war. Da wundert mich allerdings die Verteilung der Spuren auf der Kleidung... Auch die Blutmenge steht nicht in Relation zur zugefügten Verletzungen.
blutspurenverteilung.jpg
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#17

Ungelesener Beitrag von Basti-Maxi » Do, 8. Sep. 2016, 00:28

@Salva

Ich hatte von dem Mord an Helmut Daube schonmal was gehört. Deswegen wundert mich es das die Polizei sagt das der Mord an Tristan ein weltweit einmaliger Fall wäre. Klar ein wenig unterscheiden sie sich....es ist nie 1:1.

Aber doch näher als die angeblichen Morde vom Seel. Die weiblichen Opfer wurden gewürgt, keine Schnitte in den Hals.

Den Fall Tristan hatte ich 1998 im HR Fernsehen noch am gleichen Abend gesehen.

Ich kann mich noch erinnern: Das Bild von ihm, 13 jähriger Junge und das ihm die Kehle durchgeschnitten wurde...

Dann hatte ich den Fall 17 Jahre lang vergessen. Bis ich mir die Sache im Zuge der Recherche im Mordfall Stefan noch mal angesehen habe.

Dann hab ich auch zum ersten Mal den Namen und das Geburtsdatum erfahren. Und das ihm nicht nur die Kehle durchgeschnitten wurde sondern er regelrecht geschächtet und verstümmelt wurde.

Nur mal hypothetisch: Nehmen wir mal an ich suche fuer einen Ritualmord einen Jungen der etwas deutsches repräsentieren würde.

Wäre er nicht das "perfekte" Opfer? Mir kann die Polizei nicht erzählen das denen das noch nie aufgefallen ist.

Aber rassistische Taten gegen Deutsche gibts halt nicht in der Welt der politischen Korrektheit.

Ein blonder Deutscher Junge der Tristan (Tristan und Isolde) heisst und am 3. Oktober Geburtstag hat...und dann so "auseinandergenommen" wird...mhhh.

Auch das Todesdatum spielt eine wichtige Rolle...wahrscheinlich sogar die Konstellation von Gestirnen.

Ich weiss das viele hier sowas nicht glauben können das es solche krassen okkulten Taten gibt.

Kann ich auch keinem verdenken.

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#18

Ungelesener Beitrag von Emi Mai » Do, 8. Sep. 2016, 00:39

Ich halte jedoch den Fall Daube nicht für ein Rituallmord.
Der Hr. Wegener beschreibt es treffend in seinem Buch:
"Der Täter durchschneidet mit mehrfachen Ansetzen und unglaubliche Energie die Kehle und lässt sein Opfer dann ausbluten. Nach Eintritt des Todes kastriert er es, indem er mit mehreren tiefen Schnitten zwischen den Schenkel und in die Bauchdecke die Geschlechtsteile löst und dann abzieht.
Das ist nicht die Tat eines Triebtäters - hier hat ein Henker gerichtet, der sich im Namen einer verklemmten Moral berufen meinte, das "corpus delicti" der Liebe zwischen zwei Jungen, den Penis, die Hoden, die Schamhaare, für alle Zeiten auszumerzen."
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#19

Ungelesener Beitrag von Basti-Maxi » Do, 8. Sep. 2016, 00:45

@Emi Mai

Sind das 2 Hosen? Oder eine Hose und eine Unterhose?

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#20

Ungelesener Beitrag von Emi Mai » Do, 8. Sep. 2016, 00:57

:D Das sind 20er jahre Hose .. Vorne und Hinten...
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#21

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 8. Sep. 2016, 19:59

Emi Mai hat geschrieben:Das Bild (Quelle: og. Buch) Zeigt die Verteilung der Blutspuren auf der Kleidung von Karl Hussmann. Es ist nicht schwer zu erraten, dass bei der Opfer, der die Kehle von links nach rechts durchgeschnitten wurde (Täter stand hinter der Opfer...), der Täter rechtshänder war. Da wundert mich allerdings die Verteilung der Spuren auf der Kleidung...
Das kann nicht ganz stimmen. Die Schnitte befinden sich auf der rechten Seite des Halses des Opfers. Der größte reicht beinahe vom Hinterkopf/ Schädelbasis bis zur Kehle und falls der Täter hinter dem Opfer gestanden haben soll, muss er die Tatwaffe zwangsläufig mit der linken Hand geführt haben. Es gibt zwar Rechtshänder, die genauso gut auch die linke Hand benutzen können, aber die Regel ist das nicht. Oder das Opfer lag bereits auf dem Boden, als die tödlichen Schnitte gesetzt wurden. Zwar wäre die Lage der Schnitte für einen Rechtshänder noch immer ungewöhnlich, aber nicht unmöglich.
Was das Blutmuster betrifft, da ergeben sich natürlich große Differenzen. Bei den Schnitten von hinten wird der größte Teil des Körpers des Täters vom Opfer verdeckt. Lediglich ein Teil der Körperseite, mit deren Arm diese Schnitte ausgeführt wurden, wäre ungeschützt und könnte so besudelt werden. Wenn das Opfer auf dem Boden lag, wären großflächigere Blutspritzer möglich. Aber das kommt eben auch wieder auf die Lage des Täters bei den Schnitten an. Und auf die des Opfers natürlich auch.
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#22

Ungelesener Beitrag von Hank » Do, 1. Dez. 2016, 15:08

Moin,

hat ja lange gedauert, aber erst vor zwei Wochen ist mir der Name bei Wicki wieder begegnet.

Autor: Jürgen Thorwald
Titel: Die gnadenlose Jagd

Werde mal, wenn dann alles wieder so funzt, wie ich das will, einige Sachen aus diesem Buch zu diesem Fall posten.

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#23

Ungelesener Beitrag von Marie » Fr, 2. Dez. 2016, 18:30

@Salva
Da geb ich Dir recht. Die Schnittwunden beginnen eindeutig auf der rechten Seite und werden zur Mitte hin "dünner". Ich seh das auch so, dass da von rechts nach links geschnitten wurde.

Auch denke ich, daß der Täter sehr wohl Rechtshänder gewesen sein kann, aber die Tat bzw. der Schnitt wurde mit der linken Hand ausgeführt...und von hinten.

Ich bin auch Rechtshänder, tippe aber meine smsen bzw. Buchstaben mit der linken Hand ein.
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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#24

Ungelesener Beitrag von Hank » Sa, 3. Dez. 2016, 12:40

Moin,

also (räusper):
  1. Ich tippe auf eine sogenannte "Beziehungstat", da Thorwald im Buch auch davon spricht, dass Karl Hussmann der Täter war. Er schien schon immer ein wenig verhaltensauffällig gewesen zu sein und dazu noch ein dominanter "Despot".

    Wenn man sich die Aussagen der Mitschüler von Hussmann ansieht, dann erklären viele von ihnen, dass er "ein guter Schauspieler sei. Von vorn den guten Mann markieren, doch von hinten schlecht". "Hussmann tötet gerne Katzen." Ein Schüler aus Bottrop erklärte, dass er keinen Umgang mit Hussmann haben wolle, da dieser homosexuell veranlagt und ein Sadist sei. " Schüler Kahrmann sagte: "Auch in seiner Klasse.... habe man allgemein davon gesprochen, dass Hussmann pervers veranlagt sei und sich mit Vorliebe an kleine Jungs halte." Weiter hieß es, dass er gerne mit dünnen Stöckchen oder Schirmstangen schlüge.

    Wenn man sich aber die Ermittlungsmethoden von damals einmal ansieht, kann man eigentlich nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.
mfg

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#25

Ungelesener Beitrag von Hank » Sa, 3. Dez. 2016, 12:55

Nachtrag:

Außerdem könnte die kleine Menge des Blutes sogar gut zum Hergang der Tat passen.
Wenn Hussmann hinter Daube gestanden hat, dann erklärt sich die geringe Menge wie von selbst. Man beachte die Tropfspuren auf der Oberfläche der Schuhe.
Weitere Indizien die für Hussmann als Täter sprechen:

- das fehlende Taschentuch (Kleiböhmer beantwortete die Frage, ob Karl eines dabei hatte mit ja)

- das fehlende Messer (das Wildlederetui befand sich noch in der Tasche mit Sachen der Burschenschaft)

- das angeblich benutzte Bett

- seine schmutzigen Füße (sekundärer Beweis)

usw.

Vieles spricht also gegen ihn.

mfg

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#26

Ungelesener Beitrag von Hank » Sa, 3. Dez. 2016, 22:09

Moin,

hier einmal der zeitliche Ablauf des Mordtages:

- Tag und Uhrzeit: Freitag 23.03.1928, ca 03.30 Uhr
mehrere Menschen hörten Daubes Schreie, unternahmen jedoch nichts. Der Wachtmeister, der seine Runde machte hielt nur kurz an und machte dann weiter seine Runde.

- Alarmieren der Kripo durch Dr. Lutter (praktischer Arzt) um 04.55 Uhr
Den Arzt hatten zwei Bergleute geholt, die Daube gefunden hatten.

- Eintreffen von Pest, Preuß und Klingelhöller (Kripo Gladbeck) um 05.10 Uhr
Tatortbeleuchtung: Karbidlampen zweier Fahrräder. Ein Scheinwerfer wurde nicht aufgestellt. Es wurde beschlossen, auf das Tageslicht und die Recklinghäuser Kripo zu warten. Erschienen: Kriminaldirektor Schönermark und ein Suchhund. Klingelhöller wird mit der Untersuchung beauftragt. Er kommt schnell zu dem Schluss, dass es ein Selbstmord ist, da er öfter in der Zeitung gelesen hatte, junge Männer hätten sich auf diese Weise umgebracht. Zitat Klingelhöller:
"Zuerst legte ich mir die Frage vor, ob Mord oder Selbstmord vorliegt. Die zweite Möglichkeit zog ich in Betracht, weil infolge des Halsschnittes dieser Möglichkeit berichtigt war."
Kreisarzt Dr. Marks wird benachrichtigt. Erscheint aber wegen eines Gerichtstermins nicht.

- Identifizierung durch Rektor Daube (Vater) 06.00 Uhr
Der Tote liegt immer noch so, wie aufgefunden, auf der Straße. Der Blutfleck zwischen seinen Beinen ist noch nicht entdeckt.

So, Rest kommt morgen, da mein Essen gerade geliefert wurde.

mfg

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Re: Mordfall Helmut Daube am 22.03.1928

#27

Ungelesener Beitrag von Hank » So, 4. Dez. 2016, 19:02

Fortsetzung:

Danach ließ der Arzt von Preuß ein Mitglied dieser Burschenschaft anrufen um weitere Personen, die dabei gewesen waren, zu ermitteln. Klingelhöller wurde zu Labs und Kriminalassistent Kraemer zu Hußmann beordert. Major Preuß und Dr. Lutter versuchten zur gleichen Zeit das Haus Kleiböhmer zu erreichen und Hußmann um Auskünfte zu bitten.

- Eintreffen Klingelhöller beim Abiturienten Labs ca. 06.15 - 06.30 Uhr.
Aussage: Verlassen dir Kneipe in Buer: 02.10
Drei bis vier Kilometer zu Fuß gegangen, da keine Straßenbahn mehr fuhr. Trennte sich am Rathaus Gladbeck von Daube und Hußmann. 03.20 Uhr sei er selbst zu Bett gegangen. Auf die Frage von Klingelhöller, ob Daube jemals von Selbstmord gesprochen habe, schüttelte Labs den Kopf. Er fand die Vorstellung absurd.
Buchzitat:

"Auf die Gedanken, sich zu erkundigen, wie das Verhältnis zwischen Hußmann und dem Toten gewesen sei, kam Klingelhöller nicht. Seine vorgefasste Meinung, hier liege ein Selbstmord vor, und seine kleinbürgerliche Vorstellungswelt, ließen ihn gar nicht auf den Gedanken an ein Verbrechen kommen, bei dem auch ein Abiturient eine Rolle gespielt haben könnte.
Unterdessen war es Lutter gelungen, Hußmann ans Telefon zu bekommen. Hußmann meldete sich bei Lutters Anruf sofort."
- Ankunft des zuständigen Untersuchungsrichters 08.15 Uhr
Wurde auch nur deshalb benachrichtigt, in der Hoffnung, er könne dafür sorgen, dass endlich einmal ein Arzt erschiene.
Der Untersuchungsrichter wurde mit der Selbstmordtheorie Klingelhöllers konfrontiert und fragte, ob der Tote die Tatwaffe vielleicht verschluckt hätte. Darum hatte man sich nämlich noch nicht gekümmert. Weit mehr als drei Stunden waren bis dahin schon vertan.
Klingelhöller schwenkte sofort um. Da Hußmann sich auch am Tatort befand, wurde er sofort von ihm unter Bewachung gestellt. Inzwischen hatte man auch die "Entmannung" entdeckt. Oberflächliche Durchsuchung von Hußmanns Zimmer. Niemand kam auf den Gedanken vielleicht auch die Toilette zu untersuchen.
Verpackung der Beweise gegen Hußmann u. a. Schuhe mit Blutspuren: Zeitungspapier.

- Obduktion der Leiche 15.00 Uhr
Kreisarzt Dr. Marks erklärte sich endlich dazu bereit, diese vorzunehmen. Lt. Thorwald unbrauchbar für gerichtsmedizinisch-kriminalistische Schlussfolgerungen.

- Freilassung Hußmanns durch Untersuchungsrichter 17.30 Uhr
Zu wenig Beweise für einen Haftbefehl. Außerdem war Hußmann dem Untersuchungsrichter durch die Burschenschaft wohl bekannt. Wahrscheinlich auch ein Grund für die Freilassung.

Das war der Ablauf des ersten Tages der Ermittlungen und auch die Pannen, die dabei passierten.
Quelle: "Die gnadenlose Jagd" von Jürgen Thorwald.

mfg

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