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Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

Wenn Unschuldige büßen.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#271

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 29. Nov. 2016, 22:21

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

@Snoopy
Na ja... die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ;)
Aber im Ernst: im Fall Darsow gibt es Tatsachen und Hinweise, die entweder nicht berücksichtigt, falsch interpretiert oder schlichtweg passend gemacht wurden, weil der Fall, so wie er damals vom Gericht dargestellt wurde, am Ende dann ganz logisch erschien und schneller abgeschlossen werden konnte. Natürlich ging der Fall durch die Instanzen, die das Urteil ebenfalls bestätigten, aber wenn man sich vor Augen hält, was bei Berufungen und Revisionen berücksichtigt bzw. überprüft wird dann wundert es nicht, dass Andreas D. auch dort verurteilt wurde. Alles basierte auf die Ermittlungsergebnisse in der Hauptakte und das wird auch beim WAV so sein. Aber durch die Gutachten, die Frau Darsow für viel Geld in Auftrag gegeben hat besteht die Chance, wenigstens einen Teil davon an die Öffentlichkeit zu bringen und - wissenschaftlich untermauert - zu erschüttern. Und wenn berechtigte Zweifel an gemachten Aussagen oder erstellten Gutachten besteht, dann muss das Gericht zugunsten des Verurteilten sprechen. Die Frage ist, und da hast du durchaus recht bzw. sagst es ja durch die Blume, ob die Justiz gewillt ist den Fall neu aufzurollen und der Familie Darsow die Chance zu geben, einen Justizirrtum zu korrigieren.
Eines klar: die Mörder des Ehepaares Toll sind weiterhin auf freien Fuß, selbst wenn das viele nicht glauben oder wahrhaben wollen und die wahren Ereignisse in jener Nacht des 17. April 2009 haben nichts mit dem zu tun, was bis heute in diesem grottenschlecht verfassten Urteil steht.

Ich denke nicht, dass während der Sendung weltbewegendes bekanntgegeben wird. Ist auch verständlich.
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Snoopy
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#272

Ungelesener Beitrag von Snoopy » Mi, 30. Nov. 2016, 00:06

Salva » 29 Nov 2016, 22:21 hat geschrieben:Na ja... die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ;)
Hoffnung :? ?! Und ich dachte, du hättest inoffizielle Infos... ;)
Salva » 29 Nov 2016, 22:21 hat geschrieben:Aber im Ernst: im Fall Darsow gibt es Tatsachen und Hinweise, die entweder nicht berücksichtigt, falsch interpretiert oder schlichtweg passend gemacht wurden
Joa... aber sowas rechtfertigt man eben mit der hochheiligen freien Beweiswürdigung. Darin sind Richter nun mal seeehr frei...
Salva » 29 Nov 2016, 22:21 hat geschrieben:Natürlich ging der Fall durch die Instanzen, die das Urteil ebenfalls bestätigten, aber wenn man sich vor Augen hält, was bei Berufungen und Revisionen berücksichtigt bzw. überprüft wird dann wundert es nicht, dass Andreas D. auch dort verurteilt wurde.
Bei der Berufung ist das anders, da findet nochmal eine komplette neue Hauptverhandlung inclusive Beweisaufnahme statt. Nur ist dieses Rechtsmittel ja bei landgerichtlichen Verfahren - also gerade bei gravierenderen Straftaten und langjährigen Haftstrafen - nicht möglich.
Salva » 29 Nov 2016, 22:21 hat geschrieben:Die Frage ist, und da hast du durchaus recht bzw. sagst es ja durch die Blume, ob die Justiz gewillt ist den Fall neu aufzurollen und der Familie Darsow die Chance zu geben, einen Justizirrtum zu korrigieren.
Genau das bezweifle ich allerdings sehr stark, ja. Einfach weil es mir der Regelfall zu sein scheint, dass die Justiz ein einmal gefälltes Urteil unbedingt halten will.
Salva » 29 Nov 2016, 22:21 hat geschrieben:Ich denke nicht, dass während der Sendung weltbewegendes bekanntgegeben wird. Ist auch verständlich.
Hm. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser öffentliche Auftritt bedeutet, dass sich gerade etwas tut - z.B., dass der Wiederaufnahmeantrag nun tatsächlich fertig ausgearbeitet ist. Und wenn dem so sein sollte, erfährt man ja möglicherweise auch mal ein wenig über dessen Inhalt?! Ich wüsste jedenfalls nicht, was daran problematisch sein sollte. Im Gegenteil hat meiner Ansicht nach bei einigen Verfahren, bei denen in der Vergangenheit erfolgreiche Wiederaufnahmeanträge gestellt wuden, ein vernünftiges Maß an öffentlicher Information und daraus resultierendem öffentlichen Interesse und Druck entscheidend zum Erfolg beigetragen...
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#273

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 30. Nov. 2016, 00:30

Snoopy hat geschrieben:Hoffnung :? ?! Und ich dachte, du hättest inoffizielle Infos...
Mag ja sein, aber ich kann das WAV nicht positiv beeinflussen.
Snoopy hat geschrieben:Joa... aber sowas rechtfertigt man eben mit der hochheiligen freien Beweiswürdigung. Darin sind Richter nun mal seeehr frei...
Stimmt. Aber im Fall Darsow kommt es sehr auf die neuen Gutachten an und die dürften wohl kaum zu vernachlässigen sein. Zum Glück entscheidet nicht Darmstadt über die Zulassung des WAV!
Snoopy hat geschrieben:Genau das bezweifle ich allerdings sehr stark, ja. Einfach weil es mir der Regelfall zu sein scheint, dass die Justiz ein einmal gefälltes Urteil unbedingt halten will.
In der Regel vielleicht schon und sogar mit den wahnwitzigsten Begründungen. Aber wenn die Gegenseite gut vorbereitet ist und entsprechendes Material zur Verfügung hat, kann sich die Justiz nicht ewig blind, taub und stumm stellen.
Snoopy hat geschrieben:Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser öffentliche Auftritt bedeutet, dass sich gerade etwas tut
Tut es. Und ich denke mal das max. bekannt wird, dass der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingereicht wurde.
Öffentliches Interesse... das haben wir im Laufe der letzten Jahre beobachten können. Und von der Bildfläche war Anja Darsow nie verschwunden, wenn man sich die Termine der Treffen und Veranstaltungen anschaut. Es gab nur kein Futter mehr für Diskussionen in Foren usw. Aber die wird es wieder geben und diesmal hoffe ich, dass die in die richtige Richtung geführt werden können ;)

Wichtig: Es geht zwar primär um die Freilassung und Rehabilitierung von Andreas Darsow, aber es muss irgendwann auch wieder darum gehen, die wahren Doppelmörder zu finden und ohne verurteilten Täter muss der Fall wieder aufgerollt werden. Ich erhoffe mir diesbzgl. zwar keine Freudensprünge von den Darmstädter Ermittlern, aber auch da gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#274

Ungelesener Beitrag von Marie » Fr, 2. Dez. 2016, 19:43

@Salva
1. Es muss nicht zwingend neue Erkenntnisse geben um ein WAV zuzulassen oder überhaupt einen entsprechenden Antrag stellen zu können
2. Ob ein WAV zugelassen wird oder nicht, hängt leider nicht nur vom Antrag samt den beiliegenden Unterlagen ab

Na da zitier ich mal sauber aus Wiki:
Wiederaufnahme zugunsten des Verurteilten

Zugunsten des Verurteilten kann ein Strafverfahren nur wiederaufgenommen werden, wenn einer der in § 359 Nr. 1–6 StPO genannten Gründe vorliegt.

Diese sind:

* wenn eine unechte/verfälschte Urkunde zuungunsten des Verurteilten als echt bewertet wurde (§ 359 Nr. 1 StPO)

* wenn (nachweisbar) ein Zeuge zuungunsten des Verurteilten eine falsche Aussage gemacht hat. Bei uneidlichen Falschaussagen muss zudem Vorsatz vorliegen, bei Vereidigung genügt hingegen Fahrlässigkeit. (§ 359 Nr. 2 StPO)

* wenn ein beteiligter Richter oder Schöffe (nachweisbar) eine Amtspflichtverletzung begangen hat, die strafbar war und im Bezug zum Verfahren stand (§ 359 Nr. 3 StPO)

* wenn ein zivilgerichtliches Urteil, auf welches das Strafurteil gegründet ist, durch ein anderes rechtskräftig gewordenes Urteil aufgehoben ist (§ 359 Nr. 4 StPO)

* wenn neue Tatsachen oder Beweise einen Freispruch oder eine Milderung bewirken könnten (§ 359 Nr. 5 StPO)

* wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Verletzung der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten oder ihrer Protokolle festgestellt hat und das Urteil auf dieser Verletzung beruht. (§ 359 Nr. 6 StPO)

Der in der Praxis relevanteste Fall ist der des § 359 Nr. 5 StPO, also die Beibringung neuer Tatsachen oder Beweismittel, die geeignet sind, ein für den Angeklagten milderes Urteil zu begründen. Unter Tatsachen im Sinne von § 359
Fett von mir hervorgehoben.



Trifft alles bei Herrn Darsow nicht zu :wink:

Mit dem "falsch informiert" hast doch gemeint, daß ich nix Neues wüßte. Also daß ein Wiederaufnahmeverfahren angestrebt wird, wußte ich schon lang. Aber ich fragte ja, wann es denn soweit ist, da ja keine neuen Erkenntnisse vorhanden sind. Ach egal jetzt. Ich bin der Ansicht, daß es so schnell kein Wiederaufnahmeverfahren gibt.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#275

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 3. Dez. 2016, 14:13

@Marie
Ein Grund für ein WAV kann z.B. auch sein, wenn Gutachten, die dem Gericht zur Urteilsfindung verholfen haben, revidiert werden können. Siehe z.B. den Fall Monika de Montgazon, die aufgrund zweier falscher Brandgutachten des LKA's Berlin zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Im Fall Darsow dürfte auch das die einzige Möglichkeit sein und Gründe, diese Gutachten anzufechten, gibt es allemal.


Marie:
Das Wiederaufnahmeverfahren wird halt erst statt finden, wenn neue Erkenntnisse zu dem Fall erscheinen. Ist ja bis dato nicht geschehen.
Salva:
Da bist du aber schlecht informiert.
Mit dem "schlecht informiert" meinte ich die Gründe für ein WAV. Jetzt klar?

Abgesehen davon: (neue) Erkenntnisse zum Fall gibt es schon lange. Die stehen sogar in den Akten. Die "Nachbar killt nervige Nachbarn"-Theorie war aber einfacher zu verfolgen und plausibler zu verkaufen und wie man sieht, gibt es genügend Menschen, die dem Gericht weiterhin folgen und Andreas Darsow für schuldig halten. Trotz aller der Öffentlichkeit bekannten Diskrepanzen.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#276

Ungelesener Beitrag von Marie » Fr, 9. Dez. 2016, 21:15

@Salva
Mit dem "schlecht informiert" meinte ich die Gründe für ein WAV. Jetzt klar?
Ja, ist klar.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#277

Ungelesener Beitrag von Habakuk » So, 11. Dez. 2016, 16:28

Hm, ganz ehrlich, ich halte AD für schuldig.
Es tut mir unendlich leid für seine Familie, was er da getan hat.
Noch trauriger bin ich bez. des Opfers , der Tochter der Familie T.
Ich war in diesem Fall lang hin- und hergerissen, aber im Grunde kann man nur zum Schluss kommen, daß er es war.
Ansonsten müsste man so viele Eventualitäten annehmen, ich glaube es nicht.

Es tut einem unweigerlich leid, was dieser Mann seiner Familie angetan hat und wie sehr seine Frau und Kinder leiden, aber man darf dabei nicht das eigentliche Opfer vergessen und das ist Astrid T. Unglaublich, was diese Frau mitgemacht hat...
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#278

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 11. Dez. 2016, 20:47

Habakuk hat geschrieben:Hm, ganz ehrlich, ich halte AD für schuldig.
Kurz und knapp gefragt: warum?
Habakuk hat geschrieben:Ansonsten müsste man so viele Eventualitäten annehmen...
Es kommt zunächst darauf an, was du willst: den/die wahren Täter finden oder die Frage geklärt wissen, ob Andreas Darsow tatsächlich schuldig ist. Möchtest du den/die wahren Täter finden, dann hast du eventuell recht. Wenn es aber um die Frage nach A.D.'s Schuld geht, dann musst du nur zusammenfassen und analysieren, was A.D. des Doppelmordes überführt hat und dich fragen, ob das Ergebnis für eine Verurteilung tatsächlich ausreichend wäre.

Vielleicht - hoffentlich! - wird eines Tages die andere Seite des Falles veröffentlicht, denn dann wird erst so richtig deutlich, wie schnell jemand unschuldig verurteilt werden und ins Gefängnis kommen kann. Wird das WAV zugelassen und kommt Andreas Darsow frei, besteht zumindestens die theoretische Möglichkeit, dass die Mörder der Eheleute Toll doch noch gefasst werden könnten.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#279

Ungelesener Beitrag von Habakuk » Mo, 12. Dez. 2016, 17:54

Ist halt Ansichtssache.
Ich bin der Meinung, daß der Mörder gefasst ist.
Sicher, es sind "nur" Indizien, aber eben sehr viele...
Gerade die Suche nach dem Schalldämpfer, das ist schon fast hundertprozentig.
Zumal AD eben NICHT erklären kann, warum er das getan hat. Die Ausreden hierzu sind lächerlich.
Familie T. wurde offenbar eben nicht von jemandem ermordet, der "von außen " kam, es war jemand, der die Familie kannte.

Jemand, der auch die Räumlichkeiten und Gewohnheiten kannte. Niemand sonst hätte den Bewegungsmelder abgeklebt oder gewusst, wann Herr T. den Müll rausbringt.
Da gibt es eigentlich kaum noch Zweifel.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#280

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 12. Dez. 2016, 23:40

@Habakuk
Natürlich ist das Ansichtssache und jeder hat diesbzgl. seine Gründe, warum er das Urteil für richtig befindet oder eben nicht.

"Sehr viele Indizien"? Hmm...
Zum Schalldämpfer: die Polizei hat das Ding nachgebaut und massive Probleme mit der Befestigung gehabt. Obwohl das Profis sind, mit entsprechender Erfahrung, Werkstätten und Maschinen. Andreas D. hatte nichts von all dem.

Zu der Suche: alleine in der Umgebung von Babenhausen gab es weit über 1000 Zugriffe auf silencer.ch und selbst der Admin der Fa. Aumann - bekannterweise ein Waffennarr - kann nicht ausschließen, dass er selbst die Seite besuchte. Auch konnte er den Bauplan ausgedruckt haben.
Mal abgesehen davon: wie kann es sein, dass die Nachbarn durch Schüsse geweckt wurden, wenn A.D. doch einen Schalldämpfer benutzt haben soll? Es gibt zwar eine relativ plausible Erkärung dafür, aber dann würde auch der Tatablauf nicht stimmen, wie ihn das Gericht dargestellt hat.
Habakuk hat geschrieben:Zumal AD eben NICHT erklären kann, warum er das getan hat. Die Ausreden hierzu sind lächerlich.
Was genau meinst du damit? Andreas Darsow hatte bei der Polizei seine Aussagen gemacht und im Prozess nur deshalb geschwiegen, weil er denen nichts hinzuzufügen hatte. Wenn du seine Recherchen bzgl. DNS usw. meinst, dann stellt sich doch die Frage, warum er sich nicht VOR der Tat schlau gemacht hat. Wäre das nicht logischer und sinnvoller?
Habakuk hat geschrieben:Familie T. wurde offenbar eben nicht von jemandem ermordet, der "von außen " kam, es war jemand, der die Familie kannte.
Wie kommst du darauf?
Habakuk hat geschrieben:Jemand, der auch die Räumlichkeiten und Gewohnheiten kannte. Niemand sonst hätte den Bewegungsmelder abgeklebt oder gewusst, wann Herr T. den Müll rausbringt.
Die Gewohnheiten der Familie waren ebenso bekannt wie Herr Toll selbst. Und wenn es ein Auftragsmord war, dann erst recht.
Der Bewegungsmelder war "sauber" abgeklebt. Vielleicht war der nie in Betrieb und es handelte sich um den Schutz, der vor dessen Auslieferung angebracht wird? Wie alt war denn der Klebestreifen? Werkstofftechniker können das bestens ermitteln... Abgesehen davon bleibt die Frage, wann A.D. den Melder abgeklebt haben soll, ohne das es dem Hr. Toll aufgefallen wäre. Kaum in der Nacht, weil sich da zunächst das Licht eingeschaltet hätte und die Entdeckungsgefahr für A.D. zu groß gewesen wäre. Die Entdeckungsgefahr wäre ebenso so groß oder gar größer, wenn er das tagsüber gemacht hätte.
Übrigens: wusstest du, dass selbst die Küche der Fam. Toll nicht vollständig ausgepackt war? Da würde mich dieser nicht entfernte Schutzstreifen auf dem Bewegungsmelder auch nicht mehr wundern. Vor allem dann nicht, wenn die Familie Toll den gar nicht nutzen wollte.

Hältst du es tatsächlich für möglich, dass jemand in ein Haus eindringt, zwei Menschen erschießt und einen weiteren schwer verletzt und dabei noch nicht einmal Spuren für die Schnüffelhunde hinterlässt? Dazu habe ich einen gut getroffenen Kommentar gelesen. Daraus:
Anders, als Laien es meinen, ist der perfekte Mord nicht der spurlose Mord, sondern der Mord mit falschen, gelegten Spuren, die zur Verurteilung eines Unschuldigen führen. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass es ausgeschlossen ist, dass ein Verdacht auf den wahren Täter fällt, der zwar nicht zur Verurteilung reicht, ihm aber das Leben schwer machen kann. Und nur so kann sichergestellt werden, dass nicht eines Tages ein neuer Ermittler den ungelösten Fall in die Hände bekommt, der vielleicht cleverer, vielleicht interessierter an der Lösung des Falles, vielleicht erfolgreicher bei der Lösung des Falles ist.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#281

Ungelesener Beitrag von Habakuk » Di, 13. Dez. 2016, 15:25

@Salva

Hm, Gegenfrage: Denkst Du, ein Auftragskiller hätte wirklich auf einen so laienhaften Schalldämpfer zurückgegriffen?
Glaube ich eigentlich nicht.
Gut, die Polizei konnte in ihrer Rekonstruktion keinen solchen Schalldämpfer herstellen, der hielt, dennoch hat es der Täter offenbar geschafft.
Also ist es möglich (sonst gäbe es ja auch kaum diese Anleitung in Internet).
Warum sollte es also AD nicht geschafft haben? Weil seine Frau seine handwerklichen Fähigkeiten bestreitet?
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#282

Ungelesener Beitrag von Habakuk » Di, 13. Dez. 2016, 15:31

@Salva

Nachtrag: Ja, ich wusste das mit der Küche. AT war Asperger-Autistin, dem ist das wohl geschuldet. Die Familie aß ja auch täglich das Essen vom selben Lieferdienst. Ist schon strange...
Beim Bewegungsmelder denke ich aber, daß eine "Originalverpackung" von einem späteren Abkleben zu unterscheiden gewesen wäre.
UND: Herr T. hatte offenbar eine diffuse Angst und kontaktierte sogar Menschen, die ihn beschützen sollten. Es macht für mich keinen Sinn, daß er einen vorhandenen Bewegungsmelder nicht genutzt hätte...
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#283

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 14. Dez. 2016, 19:03

Habakuk hat geschrieben:Denkst Du, ein Auftragskiller hätte wirklich auf einen so laienhaften Schalldämpfer zurückgegriffen?
Ich glaube nicht, dass es diesen Dämpfer gab.
Habakuk hat geschrieben:Gut, die Polizei konnte in ihrer Rekonstruktion keinen solchen Schalldämpfer herstellen, der hielt, dennoch hat es der Täter offenbar geschafft.
Das ist wie mit den Spuren: hätte es welche gegeben, wäre das ein handfester Beweis für A.D.'s Schuld gewesen. Weil es keine Spuren gab, hatte er es eben geschafft, die zu vermeiden. Wie auch immer.
Habakuk hat geschrieben:Warum sollte es also AD nicht geschafft haben? Weil seine Frau seine handwerklichen Fähigkeiten bestreitet?
Weil ich nicht glaube, dass ein Laie innerhalb von zwei Wochen das Zustande bringt, was die Waffenmechaniker oder -techniker der Polizei nicht geschafft haben. Und die hatten mehr Zeit + Technik + Erfahrung.
Habakuk hat geschrieben:Nachtrag: Ja, ich wusste das mit der Küche. AT war Asperger-Autistin, dem ist das wohl geschuldet. Die Familie aß ja auch täglich das Essen vom selben Lieferdienst. Ist schon strange...
Das kannst du laut sagen!
Habakuk hat geschrieben:Beim Bewegungsmelder denke ich aber, daß eine "Originalverpackung" von einem späteren Abkleben zu unterscheiden gewesen wäre.
Natürlich! Und weshalb wurde das nicht überprüft? Es wurde nur gesagt, dass der Senso akkurat abgeklebt war. Warum sollte A.D. das in dieser Form tun? Und wann?
Habakuk hat geschrieben:UND: Herr T. hatte offenbar eine diffuse Angst und kontaktierte sogar Menschen, die ihn beschützen sollten. Es macht für mich keinen Sinn, daß er einen vorhandenen Bewegungsmelder nicht genutzt hätte...
Und wenn er nicht wollte, dass das Ding beim Verlassen des Hauses anspringt?
Es ist schwer über Sinn und Unsinn bzgl. der Fam. Toll zu sprechen. Rational war so manche Eigenart und Handlungen nicht.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#284

Ungelesener Beitrag von Habakuk » Do, 15. Dez. 2016, 14:44

@Salva

Ich gebe Dir dahingehend recht, daß Familie Toll einen durchaus zutreffenden Namen trägt ;-) Einfache Nachbarn waren sie sicherlich nicht.

Warum glaubst Du aber nicht an den Schalldämpfer? Bauschaumpartikel wurden doch gefunden, oder? Und zwar offenbar an Stellen, die eine deutliche Sprache sprechen. War es nicht sogar an den Leichen ( hier bin ich mir nicht sicher)?

Bezeichnend war für mich diese Doku über die Morde ("Mein Mann ist kein Mörder"). Erst spricht Anja D. davon , daß der Täter emotionslos vorgegangen sein muss. Und später hören wir Andreas D., der genau diese Emotionslosigkeit zeigt, wenn er über die Opfer spricht ("waren einfach unangenehme Menschen"). Das ist schon sehr kalt, wenn man gerade das Schicksal der Astrid T. bedenkt. Ich will nun nicht von mir auf andere schließen, aber ein solches Verbrechen an den unmittelbaren Nachbarn würde mich berühren und zwar egal, ob ich die Familie mochte oder nicht. Bei AD keine Spur davon, seine Frau wirkt da deutlich empathischer...
Ich meine, die behinderte Frau T. ist zwei Tage schwerst verletzt durch das Haus geirrt. Das berührt einen doch. Bei AD spürt man nur Kälte. Ist doch seltsam, oder?
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#285

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 15. Dez. 2016, 23:51

Habakuk hat geschrieben:Ich gebe Dir dahingehend recht, daß Familie Toll einen durchaus zutreffenden Namen trägt ;-) Einfache Nachbarn waren sie sicherlich nicht.
Das stimmt leider. Die Familie hatte es aufgrund diverser Probleme nicht gerade einfach und bis man sich versieht, kann das Leben ganz schnell in eine Bahn geraten, an deren Ende der Tod wartet. Aber das alles hatte nichts mit Andreas Darsow zu tun.
Habakuk hat geschrieben:Warum glaubst Du aber nicht an den Schalldämpfer? Bauschaumpartikel wurden doch gefunden, oder? Und zwar offenbar an Stellen, die eine deutliche Sprache sprechen. War es nicht sogar an den Leichen ( hier bin ich mir nicht sicher)?
Das stimmt. Bauschaumpartikel wurden auf bzw. um die Leichen herum gefunden. Die meisten bei Herrn Toll.
Aber lass' uns mal ein Stückchen zurück rudern:
A.D. druckt sich diese Bauanleitung von Silencer aus, baut sich das Ding irgendwie zusammen und probiert es aus. Spätestens bei den Tests hätte er feststellen müssen, dass die Konstruktion keine Dämpferwirkung hat (hätte dieser Dämpfer funktioniert, dann hätten die Nachbarn diese zwei Schüsse nicht hören können). Aber was macht A.D.? Baut sich trotzdem einen neuen Dämpfer der gleichen Bauart, zieht los und killt seine beiden Nachbarn. Ist das logisch? A.D. wird ja viel nachgesagt, aber nicht, dass er blöd ist. Meine Frage an dich, an dieser Stelle: was hättest du an seiner Stelle mit diesen Schalldämpfer gemacht? Etwa umgebaut? Eine komplett andere Konstruktion entworfen? Dann wäre die aber nicht mehr mit in Einklang zu bringen, von dem das Gericht doch so überzeugt war.
Habakuk hat geschrieben:Bezeichnend war für mich diese Doku über die Morde ("Mein Mann ist kein Mörder")...
Wir wissen nicht, wie A.D. unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Morde reagiert hat. Wir wissen auch nicht, wie er sich darüber geäußert hat und es gibt nun mal keine Richtlinie die beschreibt, wie man sich in bestimmten Situationen emotional zu verhalten hat. Und mal ehrlich: hätte A.D. an besagter Stelle Tränen in den Augen gehabt oder sich sonst wie berührt gezeigt, hätte ihm das auch niemand abgenommen.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#286

Ungelesener Beitrag von Habakuk » Fr, 16. Dez. 2016, 14:23

@Salva

Das bezweifle ich eben, daß der Dämpfer bei AD nicht funktionierte. Prinzipiell KANN ein solcher Dämpfer funktionieren, sonst gäbe es die Anleitung nicht. Wir wissen nicht, ob die Polizei genau so vorging wie Darsow, zB ob die gleiche PET-Flasche benutzt wurde. Es gibt ja an diesen Flaschen eine reichliche Auswahl.
Die Nachbarn können auch Schüsse gehört haben, OBWOHL der Dämpfer funktionierte, eben gedämpft.

Tatsache ist (für mich), daß AD Probleme mit den Nachbarn hatte (sogar so große, daß er mit Ohrstöpseln schlief), daß von seinem Computer aus nach dem Schalldämpfer geforscht wurde, höchstwahrscheinlich von ihm (ein zeitnahes Telefonat belegt dies) und daß er versuchte, an eben diesem Computer zu manipulieren.
Zusätzlich ist seine Familie ausgerechnet an diesem WE unterwegs und an einer Hose finden sich Schmauchspuren.
Es müsste schon sehr wunderlich zugehen, wenn es da keinen Zusammenhang geben würde. Und mein Glaube an Wunder ist begrenzt ;-)
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#287

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 17. Dez. 2016, 19:19

@Habakuk
Es geht doch im Prinzip darum, ob es denn wirklich möglich und machbar war, was das Gericht dem damaligen Angeklagten vorgeworfen und am Ende des Prozesses im Urteil auch so festgestellt hat. Die Polizei hat den Dämpfer anhand dieser Bauanleitung angefertigt und dabei festgestellt, dass der in dieser Bauweise nicht funktionieren konnte und nur weil sie annimmt, dass die beiden Toll's mit so einem Ding getötet wurden, kann sie nicht einfach behaupten, dass A.D. trotzdem einen Weg gefunden hat, wie die Konstruktion doch noch funktionieren konnte. Hätte das Gericht dem Einwand stattgegeben und die Konstruktion für nicht funktionsfähig erklärt, dann hätte es auch den Ausdruck dieser Bauanleitung ad acta legen müssen und dann wäre ein ganz wichtiges Indiz weggebrochen, auf dem sich die komplette Indizienkette stützte. Und selbst wenn es A.D. geschafft hätte, einen funktionsfähigen Schalldämpfer zu bauen: das erklärt noch immer nicht oder besser gesagt, erst recht nicht, wie die Nachbarn dann diese zwei Schüsse hören konnten. Das hast du mir bislang auch noch nicht erklären können. Natürlich könnte man an dieser Stelle behaupten, dass sie sich eben geirrt haben. Allerdings wäre dann auch unklar, wann die Toll's überhaupt ermordet wurden! Die Tatzeit stützt sich nämlich ausschließlich auf diese beiden Zeugenaussagen, weil der Gerichtsmediziner den Todeszeitpunkt nicht festgestellt hatte. Die Begründung hierfür: Es wurde ihm nicht aufgetragen. Das muss man sich mal vorstellen...
Das gleiche betrifft auch die nicht vorhandenen Spuren von A.D. im Haus der Familie Toll. Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass, wenn es denn keine Spuren eines Täters am Tatort gibt, diese Tatsache ein entlastendes Beweismittel zugunsten des Angeklagten wäre. Aber nein... "dann hat er es eben geschafft, Spuren zu vermeiden". So einfach wurde das sinngemäß begründet.
Ein weiteres Kuriosum: die Mantrailer erfassten eine Spur v o r dem Haus der Toll und die führte zum Gelände der Fa. Aumann. Doch statt dem Hund die weitere Verfolgung zu gestatten, wurde die Aktion abgebrochen. Warum eigentlich? In der Theorie hätte diese Spur doch direkt zu A.D.'s Arbeistplatz führen müssen, wenn er schon der Täter gewesen sein soll, was eventuell ein weiteres Indiz für dessen Schuld gewesen wäre. Oder etwa nicht?
Eine weitere Spur, die von den Mantrailern v o r dem Haus der Toll erfasst wurde, führte in Richtung Dieburg. Ist dir - oder sonst jemanden hier - vielleicht bekannt, wo diese Spur endete?

Ein paar interessante Dinge hätte ich noch parat, aber lassen wir es mal dabei. Allerdings möchte ich noch eine Frage in den Raum stellen:

Warum könnte sich Astrid Toll so lange im Haus aufgehalten haben, bevor sie es endlich verließ und glücklicherweise noch lebend im Garten gefunden werden konnte?


Diese Ohrenstöpsel... Andreas Darsow hatte die primär wegen dem Babygeschrei seines ersten Kindes getragen, damit wenigstens er ungestört schlafen konnte. Anja Darsow hatte das mal öffentlich und schriftlich zugegeben, aber aufgrund "unerwünschter Kommentare" wieder gelöscht. Im Übrigen trägt A.D. diese Stöpsel auch in der JVA, obwohl er keine Familie a la Toll als Nachbarn hat.

Zu den Schmauchspuren: da ist A.D. so clever und versiert und hinterlässt keine einzige Spur am Tatort und dann legt er seine getragenen Klamotten in seinem Keller ab. Wobei das Gericht auch annahm, dass er diese BW-Klamotten bei der Tat getragen haben könnte. Ob die überhaupt noch passten, wurde allerdings nie überprüft und wo die Klamotten usw. abgeblieben sind, weiß das Gericht auch nicht. Aber wurscht... der Andy war's und gut iss!

Und was heißt: "er versuchte, an eben diesem Computer zu manipulieren"? Hast du irgendwo etwas über die Art und Umfang dieser angeblichen Manipulation gelesen? WAS soll er denn manipuliert oder zerstört haben und zwar so, dass eine Mutwilligkeit festgestellt werden konnte? Ich bin mal gespannt. Und: was war denn der Inhalt dieses Telefonates, damit du das in Verbindung mit der Recherche bzw. Ausdruck oder besser gesagt, mit dem Doppelmord bringen kannst?
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#288

Ungelesener Beitrag von Habakuk » Sa, 17. Dez. 2016, 20:16

@Salva

Ich bringe das Telefonat nicht in direkte Verbindung mit dem Doppelmord, es zeigt aber, daß AD zu eben der Zeit, in dem nach dem Dämpfer gesucht wurde, an seinem Computer saß.
Die Manipulation am PC wird damit begründet, dieser wäre schon länger fehlerhaft gewesen. Nun kenne ich aber keinen, der dann erstmal am Computer am Arbeitsplatz herumschraubt (ohne Kenntnisse ).

Was die Ohrstöpsel betrifft: Ist für mich schwer nachvollziehbar. Welcher Vater trägt Ohrstöpsel wegen eines Neugeborenen? Da sträubt sich normalerweise alles. Ich glaube ihm das nicht.
Jeder verantwortungsvolle Vater achtet auf Signale seines Kindes, es könnte etwas passieren. Kein normaler Vater stöpselt sich da die Ohren zu und geht das Risiko ein, daß etwas mit dem Baby sein könnte.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#289

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 17. Dez. 2016, 20:44

Hi @Habakuk ;)
Habakuk hat geschrieben:Ich bringe das Telefonat nicht in direkte Verbindung mit dem Doppelmord, es zeigt aber, daß AD zu eben der Zeit, in dem nach dem Dämpfer gesucht wurde, an seinem Computer saß.
Das stimmt im Prinzip. Aber der Drucker befand sich im Flur...
Habakuk hat geschrieben:Die Manipulation am PC wird damit begründet, dieser wäre schon länger fehlerhaft gewesen.
Es geht ja nicht um die Begründung, sondern um die Art und Weise dieser angeblichen "Manipulation".
Habakuk hat geschrieben:Nun kenne ich aber keinen, der dann erstmal am Computer am Arbeitsplatz herumschraubt (ohne Kenntnisse ).
Nicht? Ich schon :) Wobei "herumschrauben" wieder relativ ist wenn man nicht genau weiß, woran A.D. herumgeschraubt hat. In diesem Zusammenhang ist diese Bezeichnung zudem weit untertrieben. Was hat er also manipuliert oder zerstört? Die Festplatte etwa? Oder einen Chip oder das komplette Motherboard? Eine mechanische Manipulation ist ohne Zweifel auch als solche Erkennbar und eine Software-Seitige lässt sich nicht durch das Öffnen des Gehäuses bewerkstelligen. Wenn das Gericht dem TV also eine solche Manipulation des PC's unterstellt, dann erwarte ich ganz einfach Fakten. Du doch auch, oder nicht? Das Gericht liefert die aber nicht, sondern stellt wieder nur Behauptungen auf.
Habakuk hat geschrieben:Was die Ohrstöpsel betrifft: Ist für mich schwer nachvollziehbar. Welcher Vater trägt Ohrstöpsel wegen eines Neugeborenen? Da sträubt sich normalerweise alles...
Da hast du wiederum recht. Vor zehn Jahren hätte ich mir das auch nicht vorstellen können. Damals wurde meine Tochter geboren und ich kann dir sagen: sie war für ein paar Monate ein echtes Schreikind :) Bei mir war es aber so, dass ich noch weniger schlafen konnte, wenn ich sie mal nicht gehört habe. Ohrenstöpsel in dieser Situation? Für mich also völlig undenkbar.
Aber nicht jeder sieht das so und jeder kommt eben anders mit Babygeschrei und Schlafentzug zurecht. Das macht aber niemanden direkt zum Mörder oder zu einem generell bösen Menschen. Das A.D. dennoch ein liebevoller Vater ist, bestreitet niemand. Und zwar bis heute nicht.
Habakuk hat geschrieben:Jeder verantwortungsvolle Vater achtet auf Signale seines Kindes, es könnte etwas passieren. Kein normaler Vater stöpselt sich da die Ohren zu und geht das Risiko ein, daß etwas mit dem Baby sein könnte.
So ähnlich lasen sich die Kommentare, als Anja D. über diese "Eigenart" ihres Mannes gesprochen hatte. Deswegen hat sie auch nie mehr ein Wort darüber verloren. An ihrer Stelle hätte ich aber weiterhin dazu gestanden, weil es glaubwürdiger gewesen wäre. Aber ich war auch nie in ihrer Lage.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#290

Ungelesener Beitrag von Habakuk » So, 18. Dez. 2016, 21:10

@Salva

Aber mal ehrlich: Denkst Du wirklich, ein Arbeitskollege des AD hätte eine Suche auf dieser Site verschwiegen und einen dreifachen Familienvater in den Knast geschickt?
Weshalb?
Niemandem in dieser Firma wurden irgendwelche kriminellen Umtriebe unterstellt. Und die hätte man haben müssen, um AD fälschlicherweise ans Messer zu liefern.
Es hatte auch außer AD keiner Verbindungen zur Familie Toll.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#291

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 21. Dez. 2016, 22:51

Habakuk hat geschrieben:Aber mal ehrlich: Denkst Du wirklich, ein Arbeitskollege des AD hätte eine Suche auf dieser Site verschwiegen und einen dreifachen Familienvater in den Knast geschickt?
Weshalb?
Der Admin der Fa. Aumann sagte vor Gericht aus, dass es gut möglich sein kann, dass er die Seite silencer.ch besuchte. Er schloss es also definitiv nicht aus und das ist ein sehr wichtiger Aspekt.
Das Gericht wusste also, dass 1.) auch andere Mitarbeiter Zugriff auf A.D.'s PC hatten - womöglich über das Firmennetzwerk - und 2.) der Admin eventuell diese Webseite besuchte. Das Gericht hätte diesen Seitenbesuch also nie einbringen dürfen. Jedenfalls nicht als belastendes Beweismittel zum Nachteil von A.D.

Die Frage nach dem Warum und alles weitere stellt diejenigen, die mehr Infos zum Fall haben, vor ein Problem. Ungeachtet dessen, was am jenen Freitag des 17. April 2009 und die Wochen davor wirklich geschah, es lässt sich nicht beweisen bzw. es gibt keine Quellen dazu. Alles was es gibt ist dieses Urteil samt dem, was allen offiziell bekannt ist. Viele sehr interessante Details und andere Dinge dürften sich in den Ermittlungsakten befinden, zu denen die meisten Leute aber keinen Zugang haben und deshalb muss sich unsere Diskussion auf die Ungereimtheiten im Fall Darsow beschränken und davon gibt es doch mehr als genug.

Im Prinzip müssen wir uns also "nur" die Frage stellen, ob Andreas Darsow anhand dieser Indizien/Beweismittel zurecht verurteilt wurde oder nicht. Die Geschichte "Nachbar killt aufgrund jahrelanger Lärmbelästigung seine beiden Nachbarn" liest sich durchaus plausibel. Aber wie so oft, steckt der Teufel im Detail.
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Re: Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#292

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 26. Mär. 2017, 13:46

28.02.2017 - Kochausbildung in der JVA Schwalmstadt
Andreas hat seine Kochausbildung in der JVA Schwalmstadt mit Bravour bestanden. Er darf bis zur Wiederaufnahme in der Küche der JVA arbeiten und hat damit super Vorraussetzungen für den Wiedereinstieg in sein neues Leben geschaffen. Wir sind stolz auf ihn und das ist erst der Beginn in einem vielversprechendem Jahr.
doppelmord-babenhausen.de

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Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#293

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 25. Mai. 2017, 11:54

Stand 18. Mai 2017 | In ca. 3 Monaten soll endlich die Wiederaufnahmeschrift eingereicht werden. Danach heißt es dann wohl: Daumendrücken! :like:

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Doppelmord in Babenhausen - Der Fall Andreas Darsow

#294

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 28. Sep. 2017, 21:23

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