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Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

Persönliche Erlebnisse und Erfahrungen.
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sweetdevil31
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Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 16. Mai. 2015, 15:39

http://www.derwesten.de/region/rhein_ru ... 22533.html

Säugling zu Tode geschüttelt - Mutter auf der Anklagebank

Bild
Vor dem Dortmunder Landgericht schweigt Judith O. zu den Vorwürfen und lässt ihre Verteidiger reden.

Dortmund. Vor dreieinhalb Jahren soll eine Mutter in Bergkamen ihren sieben Monate alten Sohn getötet haben. Seit Montag beschäftigt das Drama das Dortmunder Landgericht. Judith O. soll den Jungen so heftig geschüttelt haben, dass sein Kopf hart aufschlug. Erst Stunden später rief sie den Notarzt.

Seinen Geburtstag durfte er nie feiern. Sieben Monate alt war der kleine Nils, als er in einer Kinderklinik an den Folgen eines Schädelbruchs starb. Vor dem Landgericht Dortmund angeklagt ist seit Montag seine Mutter, eine 32-Jährige aus Lünen. Judith O. soll den Jungen so heftig geschüttelt haben, dass sein Kopf gegen einen harten Gegenstand schlug.

Sie schweigt, lässt ihren Verteidiger Rüdiger Deckers in einer schriftlichen Erklärung die Vorwürfe zurückweisen. Von einem Unfall spricht er, das Kind sei in einem unbeobachteten Moment vom Ehebett gerollt und auf den Boden gestürzt. „Er konnte bis dahin nicht einmal krabbeln“, heißt es in der Erklärung.

Dreieinhalb Jahre liegt der Tod von Nils zurück. Zwei Jahre zuvor hatte Judith O. ihren damaligen Lebensgefährten kennengelernt, war mit ihm in Bergkamen zusammengezogen. Unterstützung fand das Paar sicherlich bei den Eltern der Frau, ihr Vater ist niedergelassener Chirurg.

Ihr Freund fuhr zum Angeln

Am 20. Juni 2010 ist Judith O. mit dem Jungen allein in der Wohnung. Es ist ein Sonntag. Ihr Freund ist schon nachts zum Angeln gefahren. Laut Anklage soll sie den Säugling bereits am frühen Morgen durch das Schütteln lebensgefährlich verletzt haben. Mittags habe Nils mehrfach erbrochen, so dass sie ihren Vater ruft. Der Mediziner kommt, seine Tochter erzählt ihm aber nichts von dem Schütteln. Er geht von einer Magen-Darm-Infektion aus. „Kinder erbrechen eben“, soll er gesagt haben.

Die Tortur des Kleinen geht weiter. Als der Vater gegangen ist, legt Judith O. dem Säugling um 15.30 Uhr ein Körnerkissen auf den Bauch. Verbrennungen stellt der Rechtsmediziner später fest, weil sie das Kissen irrtümlich zu sehr aufgeheizt hatte. Um 17.25 Uhr, der Freund ist mittlerweile wieder zu Hause, wird endlich der Notarzt gerufen. Zu spät. Am nächsten Tag stirbt Nils um 13.57 Uhr an Herz-Kreislauf-Versagen.

Körperverletzung mit Todesfolge und unterlassene Hilfeleistung wirft die Anklage Judith O. vor. Das kann nicht sein, sagt sie in der vorgelesenen Erklärung und korrigiert die Anklage: „Ich habe nur die Erklärung, dass der Tod durch einen Unfall am 20. Juni verursacht wurde.“ Nils sei aus dem Ehebett gefallen, als sie ihm gerade einen Milchbrei zubereitete.

Angeklagte spricht von Überforderung

Als es dem Kind mittags schlechter ging, habe sie ihren Vater gerufen, ihm den Sturz aber verheimlicht: „Ich habe das nicht in einen Zusammenhang gebracht.“ Jetzt sei ihr klar, dass es ein verhängnisvoller Fehler war, nichts zu sagen. Das laste heute noch auf ihrem Gewissen. Sie sei überfordert gewesen, habe die Symptome nicht erkannt. Sie weist in der Erklärung noch darauf hin, dass sie früher wegen zu wenig Selbstbewusstsein in psychologischer Behandlung gewesen sei.

Von fehlendem Selbstbewusstsein seiner früheren Freundin spricht auch der 29 Jahre alte Vater des Kindes. Sie habe sich sogar von ihren Eltern zurückgesetzt gefühlt, weil sie nur Verkäuferin gelernt, ihre Geschwister dagegen studiert hätten. „Das stimmt aber nicht“, betont der Freund, „die Eltern waren auch auf sie stolz“.

Nils sei kein Wunschkind gewesen: „Zufall, trotz Pille.“ Er habe sich gefreut, Judith O. sei dagegen nicht gerne schwanger gewesen. Als das Kind da war, hätte sie Hilfen von außen abgelehnt: „Sie ist relativ dickköpfig.“ Streit habe es öfter gegeben. Auch, weil sie ihn erwischte, als er mit einer anderen Frau aus dem Haus per SMS flirtete. „Sie war voll eifersüchtig“, sagt er. Heute ist er mit einer anderen Nachbarin aus dem Haus verheiratet. Wer weiß, was Judith O. sich gedacht hat, als er in der Nacht zum 20. Juni zum Angeln aufbrach?

Der Düsseldorfer Verteidiger Rüdiger Deckers scheut keinen Aufwand, die Verurteilung der Arzttochter abzuwenden. Es gibt ein offenbar von der Verteidigung in Auftrag gegebenes Gutachten eines Physikers aus München zur Frage, ob der Sturz aus dem Bett die Schädelverletzungen verursachen kann. Und zusätzlich zu den vom Gericht bestellten Gutachtern hat der Verteidiger die forensisch erfahrene Psychologin Sabine Nowarra ins Verfahren gebracht. Bei ihr hat die Angeklagte wohl nicht geschwiegen. Fünf Prozesstage hat Schwurgerichtsvorsitzender Wolfgang Meyer terminiert, um den Tod des kleinen Nils aufzuklären.


Der Vater des Jungen war unser Angestellter...seine Version als es damals passierte...das Kind sei vom Wickeltisch gefallen und Judith hätte nicht sofort bescheid gegeben.
Er kündigte auch direkt daraufhin, so bekamen wir nichts mehr mit...bis ich dann diesen Bericht gefunden habe...erschreckend!!
Chris hat diese Frau kurze Zeit später verlassen...
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 21. Mai. 2015, 11:31

Ein wirklich tragischer Fall, bei dem offensichtlich alles zusammengepasst hatte:
eine Mutter, die nicht schwanger sein wollte. Ein Vater, der sich offenbar nicht ständig gegen die Sturheit der Mutter auflehnen wollte oder konnte und statt dessen mit anderen Frauen turtelte... ganz schnell versinkt dann ein Mensch in der Einsamkeit und in seine eigene Welt. Für die Fehler der Erwachsenen musste das Baby bezahlen.
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#3

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 21. Mai. 2015, 11:39

Salva hat geschrieben:Für die Fehler der Erwachsenen musste das Baby bezahlen.
Ja leider...nach außen war dort alles ok...wie in den meisten Fällen...

Im übrigen ist Sie wieder Mutter geworden... :x
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 21. Mai. 2015, 12:09

@sweetdevil31

:?: :?: :?:
Wie ist sie damals denn verurteilt worden?
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#5

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 21. Mai. 2015, 12:14

Salva hat geschrieben:Wie ist sie damals denn verurteilt worden?
Das kann ich dir nicht sagen...der Angestellte kündigte...und danach haben wir nichts mehr gehört.
Den Bericht hab ich zufällig gefunden...aber leider keinen weiteren...
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#6

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 21. Mai. 2015, 12:24

http://www.derwesten.de/region/westfale ... 64504.html

Ein Sturz vom Elternbett tötete den Säugling wohl nicht

Dortmund. Die Anklage geht davon aus, dass die 32-jährige Mutter des vor knapp vier Jahren verstorbenen Babys das Kind zu Tode geschüttelt hat. Die Frau hatte dagegen erklären lassen, ihr Sohn sei aus dem Bett gefallen und habe sich so den Schädelbruch zugezogen. Gutachter bestreiten ihre Version.

Das Leben des kleinen Nils, der nur sieben Monate alt werden durfte, tritt in den Hintergrund. Vor dem Landgericht Dortmund geht es am Mittwoch nur um die Frage, ob der Säugling seine tödlichen Verletzungen durch einen Sturz vom Elternbett erlitt. Die Anklage behauptet dagegen, dass ihn seine 32 Jahre alte Mutter zu Tode schüttelte.

Zu Prozessbeginn im Januar hatte die Arzttochter aus Lünen durch Verteidiger Rüdiger Deckers erklären lassen, der Junge, der zuvor nicht einmal krabbelte, sei am 20. Juni 2010 aus dem Ehebett gefallen, als sie in der Küche stand. Einen Tag später starb er. Der Vater des Kindes war nicht in der Bergkamener Ehewohnung, weil er zum Angeln gegangen war. Der 29-Jährige, der heute mit einer Nachbarin verheiratet ist, hatte seine Ex-Frau vor Gericht „voll eifersüchtig“ genannt.

Gutachterin erkennt ein Schütteltrauma

Aber um mögliche Motive geht es am Mittwoch nicht. Wie kam es zum Schädelbruch des Kindes? Starb es wirklich an den Folgen eines durch ein Schütteln verursachten Schädel-Hirn-Traumas? Drei der Gutachter, alle vom Gericht bestellt, stützen die These der Anklage. Zwei von ihnen hört die Kammer. Die Düsseldorfer Neuro-Pathologin Eva Neuen-Jacob ist sicher, dass die Spuren im Hirn des Kindes „typisch für ein Schütteltrauma“ sind. „Es muss so sein“, bekräftigt sie.


Rechtsmediziner Alfred Du Chesne aus Münster prüfte, ob ein Sturz aus dem Bett den Schädel brach. Er verneint. Die Kräfte reichten nicht aus beim Sturz des Kindes von der 45 Zentimeter hohen Bettkante, bei dem es sich ja auch eher um ein Rutschen des Kindes handele.

Gutachter des Verteidigers widerspricht

Der von der Verteidigung gestellte Leiter des Hamburger Institutes für Rechtsmedizin, Klaus Püschel, widerspricht beiden zunächst vehement. Der Sturz als Ursache sei nicht ausgeschlossen, das Schütteltrauma nicht bewiesen. Nachher rudert er ein wenig zurück. Natürlich gäbe es andere Argumente. Er habe seine Aufgabe aber so verstanden, dass er dem Gericht ein Kontrastprogramm zu den anderen Gutachtern liefern solle. Im Kachelmannprozess hatte er, auch von der Verteidigung gestellt, noch erfolgreich Zweifel an der Anklage gesät.

Die Angeklagte Judith O. sitzt äußerlich ungerührt dabei. Wenn zu hören ist, dass „die Augäpfel“ ihres Kindes der Gutachterin „übersandt“ wurden, dass eine Arterie in seinem Hirn zerrissen wurde, ist ihr keine Reaktion anzusehen.
Das hab ich eben noch gefunden... :x
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#7

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 21. Mai. 2015, 12:30

http://www.bild.de/news/inland/prozess/ ... .bild.html

Der Prozess wird fortsetzt. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge.

Mehr gibt es nicht zu finden...und der Bericht ist wohl von 2014...

Ich denke auch...das Sie nur eine Bewährungsstrafe bekommen hat...sonst hätte Sie nicht eine neue Familie gründen können :|
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#8

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 21. Mai. 2015, 13:39

@sweetdevil31
Danke für die Berichte :Y:

Aber wieso haben die Verhandlungen so lange gedauert? Und dann eventuell nur Bewährung?? Und was ist mit den psychischen Defiziten? Komischer "Fall".
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#9

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 21. Mai. 2015, 15:37

Salva hat geschrieben:Aber wieso haben die Verhandlungen so lange gedauert? Und dann eventuell nur Bewährung?? Und was ist mit den psychischen Defiziten? Komischer "Fall".
Das kann ich dir leider alles nicht beantworten :|
Sollte ich den Vater des Kindes mal zufällig treffen....denn mich interessiert das schon sehr, was draus geworden ist!
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#10

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 25. Mai. 2015, 18:12

@sweetdevil31
Habe mal bzgl. des Urteils oder weiterer Artikel recherchiert, aber leider nichts gefunden. Mich würde interessieren, wie das Gericht damals entschieden hat und die Begründung dazu.
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#11

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 11. Jun. 2015, 05:30

http://mobil.ruhrnachrichten.de/staedte ... 28,2733349

Dienstag, 09.06.2015
Prozess gegen Mutter zieht sich
Toter Säugling aus Lünen: Immer mehr Fragen


LÜNEN/DORTMUNDWarum musste der sieben Monate junge Nils aus Lünen sterben? Hätte er trotz seines massiven Schädelbruches und eines mutmaßlichen Schütteltraumas gerettet werden können? Es gibt immer mehr Fragen, auf die das Dortmunder Schwurgericht Antworten finden will. Der Prozess gegen die Mutter dauert länger und länger.

Bild

Die Mutter soll ihr Kind zu Tode geschüttelt haben - so lautet der Vorwurf im Prozess.

Im Prozess gegen die angeklagte Mutter des Säuglings aus Lünen wurden nun bereits Verhandlungstage bis in den September hinein festgelegt.

Die Frage, ob Nils hätte gerettet werden können, hatte sich bisher eigentlich nie gestellt. Zuletzt aber hatte ein Neurochirurg in der Verhandlung schwere Vorwürfe erhoben. „Der Junge war über Stunden falsch intubiert“, behauptete der Sachverständige.

Er schließe nicht aus, dass sich auch die Sauerstoff-Unterversorgung negativ auf die Konstitution des Babys ausgewirkt habe. „Ich kann nicht sagen, dass er überlebt hätte“, sagte der Gutachter zwar. Er könne aber auch nicht einfach so behaupten, dass Nils unter keinen Umständen zu retten gewesen wäre.

Die Richter sehen deshalb nun „erheblichen Aufklärungsbedarf“. Um eine mögliche Schuld der Angeklagten beurteilen zu können, müssten sämtliche Facetten des Falles beleuchtet werden. Deshalb wird nun ein weiterer Sachverständiger mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Der Mediziner soll ein Experte auf dem Gebiet der Intensivmedizin sein.
Angeklagte: Bin nicht für den Tod verantwortlich

Die Angeklagte behauptet seit Beginn des Prozesses, nicht für den Tod ihres Kindes verantwortlich zu sein. Nils sei aus dem Elternbett gefallen und müsse sich dabei seine massiven und letztendlich tödlichen Kopfverletzungen zugezogen haben.

Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass die Frau das Kind heftig geschüttelt und dabei möglicherweise sogar mit dem Kopf gegen die Wand geschleudert hat. Mehrere Rechtsmediziner unterstützen diese These mit ihren bisherigen Gutachten. Ein simpler Sturz aus niedriger Höhe könnte ihrer Ansicht nach niemals so gravierende Folgen haben.
Der Fall im Überblick

Wenn Sie auf die einzelnen Daten klicken, können Sie den Verlauf des Prozesses nachverfolgen.
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#12

Ungelesener Beitrag von Feelee » Do, 30. Jul. 2015, 10:04

Oben schreibt jemand, dass der kleine Nils für die Fehler der Erwachsenen zahlen musste.

Ich bin der Meinung, dass dem jungen Vater keine Schuld trifft. Wir wissen nicht, was innerhalb des Paares wirklich abging. Wir kennen nur den Stand der Partnerschaft aus den Medien. Aber nur, weil der Kindesvater angeln ging, mit Frauen flirtete, trifft ihn doch keine Mitschuld.

Das man, wenn man in einer festen Partnerschaft ist, nichts mit anderen anfangen sollte, ist klar. Aber es ist kein Grund, das eigene Kind aus Wut oder Frust zu schütteln. Die Schuld liegt bei ihr. Sie hätte sich im Griff haben müssen. Sie hätte, wenn das Kind schläft, weinen, schreien, brüllen können. Evtl. sich mal betrinken können, wenn sie das braucht. Aber ein Kind so zu quälen ist schrecklich.

Schlimm auch, dass sie wieder eine Familie gründen konnte. Auch wenn sie sich jetzt im Griff haben sollte, ist es ein furchtbarer Gedanke, dass da wieder ein Kind bei ihr ist.
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#13

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 30. Jul. 2015, 11:39

Feelee hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass dem jungen Vater keine Schuld trifft...
Aber nur, weil der Kindesvater angeln ging, mit Frauen flirtete, trifft ihn doch keine Mitschuld...
Das sehe ich aber ganz anders. Ich weiß, wie es sich als Mann anfühlt, wenn man von seiner Frau belogen und betrogen wird und kann mir sehr gut vorstellen, dass es eine Frau nicht weniger treffen würde.
Wenn es sich bei der Betroffenen um eine vielleicht eh schon psychisch labile Persönlichkeit handelt oder gar gewisse Störungen in diese Richtung vorhanden sind, dann kann das durchaus solche Dimensionen annehmen. Wieviele Menschen bringen sich wegen zwischenmenschlichen Differenzen oder Streitigkeiten selbst um? Ne ganze Menge und einige rasten eben aus und vergreifen an dem schwächsten im Glied: dem Kind. In Extremfällen bringen dann diese Männer oder Frauen gleich die ganze Familie um. Alles schon geschehen und zwar zu oft.
Schlimm auch, dass sie wieder eine Familie gründen konnte. Auch wenn sie sich jetzt im Griff haben sollte, ist es ein furchtbarer Gedanke, dass da wieder ein Kind bei ihr ist.
Auch das sehe ich differenzierter. Sie wird zwar ewig mit der Schuld leben müssen, aber wenn die jetzige Beziehung stabil und stark genug ist und der Partner ihr emotional usw. das gibt, was ihrem Naturell entspricht, kann der Verlauf komplett ein anderer sein. Daran habe ich keinen Zweifel. Das wäre wie eine Therapie für solche Menschen und was mich selbst betrifft, das gebe ich ganz offen zu: wenn ich wüsste, dass es eine Frau gibt der ich bedingungslos vertrauen könnte, würde ich mich auch wieder nur zu gerne neu verlieben und liieren. Weil ich aber daran zweifle, lasse ich das besser. Was diese Frau betrifft so hoffe ich deshalb sehr, dass sie diesmal den richtigen Partner gefunden hat denn sonst beginnt das Drama von vorne. Auch daran habe ich keinen Zweifel. Vielleicht sogar mit einem noch schlimmeren Ende.
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#14

Ungelesener Beitrag von Feelee » Fr, 31. Jul. 2015, 09:36

Das hast Du sehr interessant ausgeführt. @Salva
Dennoch bleibe ich bei der Meinung, Schuld ist der, der tötet. Wenn die Ausführungen so stimmen, wie uns bekannt sind, hätte der Vater dieses Tod nicht wirklich verhindern können. Evtl. wäre das arme Kind nicht an diesem Tag gestorben. Aber die Mutter hatte sich nicht im Griff und somit hätte sie an jedem weiteren Tag auch "ausflippen" können.

Das Menschen aufgrund ihrer Beziehung zum Partner leiden und krank werden ist keine Frage. Es gibt auch Partner, die provozieren und merken, wie der Andere leidet und machen trotzdem weiter, weil es für sie eine Genugtuung ist oder wie auch immer man das nennen mag. In meinen Augen sind dies aber kranke Beziehungen. Beispiel: die Frau provoziert so lange verbal und ekelhaft, bis der Mann sich nicht mehr anders zu helfen weiß und zu schlägt.

Hier in dem Fall habe ich aber nicht diesen Eindruck. Evtl. war der Vater blauäugig. Keine Frage. Aber eine Mitschuld möchte ich ihm jetzt nicht zusprechen.
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#15

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 31. Jul. 2015, 09:44

Der Vater des kleinen Jungen, war ein ganz ruhiger junger Mann.
Im Grunde selbst noch ein Kind...lieb, nett, verspielt und mächtig stolz darüber, dass er einen Sohn hatte.
Die Mutter war halt das komplette Gegenteil...sie war die Erwachsene in der Beziehung...gab den Ton an...was natürlich auf der einen Seite auch praktisch sein kann, denn so brauchte der Vater nicht viel Verantwortung tragen.
Die Beiden waren halt ein total ungleiches Paar :|
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#16

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 31. Jul. 2015, 13:16

Feelee hat geschrieben:Schuld ist der, der tötet
Das steht völlig außer Zweifel und ich möchte dem Vater auch nicht eine Mitschuld an der Tat an sich anhängen.
Aber es geht um das, was du selbst auch geschrieben hast:
Beispiel: die Frau provoziert so lange verbal und ekelhaft, bis der Mann sich nicht mehr anders zu helfen weiß und zu schlägt.
Der Täter/ Schläger ist klar der Mann. Keine Frage. Es wäre auch keine Notwehr oder sonst was und der würde sich strafbar machen. Völlig zu recht. Anders sehe ich dein Beispiel, wenn es um die Vermeidung einer solchen Tat geht, denn die wäre von beiden Seiten vermeidbar gewesen. In deinem Beispiel könnte man auch sagen: "okay... die Wunden heilen.", aber im Fall hier kam ein Säugling zu Tode, obwohl die Tat vermeidbar gewesen wäre und zwar von beiden Seiten aus.
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#17

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 31. Jul. 2015, 14:16

sweetdevil31 hat geschrieben:Im Grunde selbst noch ein Kind...lieb, nett, verspielt und mächtig stolz darüber, dass er einen Sohn hatte.
Die Mutter war halt das komplette Gegenteil...sie war die Erwachsene in der Beziehung...gab den Ton an...was natürlich auf der einen Seite auch praktisch sein kann, denn so brauchte der Vater nicht viel Verantwortung tragen.
Dann haben sich offenbar zwei Menschen getroffen, die kaum ungleicher hätten sein können. Und die Mutter war mit ihrer Situation - nicht nur des Säuglings wegen - auf Dauer völlig überfordert, denn spätestens mit der Geburt ihres Babys hatte sie sich nebst Haushalt usw. um ZWEI Kinder zu kümmern, wobei das eine zu alt für eine Erziehung war und sie zudem noch mit seiner Art verrückt machte und das andere zu schwach, um sich zu wehren. Letzteres ist tot :(
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Re: Säugling zu Tode geschüttelt

#18

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Fr, 31. Jul. 2015, 19:33

Salva hat geschrieben:Dann haben sich offenbar zwei Menschen getroffen, die kaum ungleicher hätten sein können.
Das ist leider so...als wir erfuhren, dass die Beiden ein Paar sind, konnte das so schnell keiner verstehen...
Judith wirkte viel älter wie Chris...man kann sich das so vorstellen, als würde ne 35 j. sich mit nem 18 j. zusammen tun.
Aber wie das halt immer so ist...wo die Liebe hinfällt...
Er war wirklich ein *Spielkind*...mag ja ganz lustig sein, für den Moment, aber auf Dauer...ist das wohl eher anstrengend.

Schlimm ist es...das wohl niemand mitbekommen hat, wie sehr Sie überfordert war...
Armer kleiner Nils :cry:
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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#19

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 6. Jan. 2016, 16:58

Baby Nils aus Lünen Toter Säugling: War einer der Gutachter parteiisch?

Hat eine Mutter aus Lünen ihr Baby zu Tode geschüttelt? Der Gutachter-Streit zu dieser Frage vor Gericht geht weiter. Die Verteidiger der Angeklagten haben erneut einen Rechtsmediziner als parteiisch und voreingenommen abgelehnt. Ob die Richter das auch so sehen, ist für die Dauer des Prozesses sehr wichtig.
Die Entscheidung der Richter Dortmunder Schwurgericht über den Antrag der beiden Rechtsanwälte Rüdiger Deckers und Christian Koch ist elementar für die weitere Zeitplanung in dem seit fast zwei Jahren laufenden Prozess. Würde die Kammer den Argumenten der Angeklagten folgen und auf die Ausführungen des Experten Bernd Karger aus Münster verzichten, könnte dies eine weitere längere Verzögerung nach sich ziehen. Würde die Kammer hingegen die Ablehnung zurückweisen und den Rechtsmediziner anhören, könnte ein Urteil noch im Frühjahr gesprochen werden.

Bevor diese Entscheidung getroffen wird, liegt das Hauptaugenmerk aller Beteiligten allerdings erst einmal auf dem nächsten Verhandlungstag. Am 15. Januar soll der Frankfurter Neuropathologe Prof. Dr. Michel Mittelbronn als weiterer Gutachter in diesem Verfahren befragt werden.

Weiterer Experte soll Todesursache klären

Mittelbronn ist leitender Oberarzt am Edinger Institut der Uni-Klinik Frankfurt und damit am ältesten Hirnforschungsinstitut in Deutschland. Anhand der damaligen Behandlungsunterlagen soll der Sachverständige den Beteiligten erläutern, was seiner Ansicht nach zum Tod des sieben Monate alten Säuglings Nils im Sommer 2010 geführt hat.

Während die Angeklagte erklärt, das Kind sei damals aus dem Elternbett gefallen und müsse sich dabei den verhängnisvollen Schädelbruch zugezogen haben, der letztendlich zu schweren Hirnblutungen und dem Tod des Jungen führte, geht unter anderem Rechtsmediziner Karger davon aus, dass das Baby heftig geschüttelt und dabei sogar mit dem Kopf gegen einen harten Gegenstand geschlagen wurde.
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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#20

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 25. Jan. 2016, 13:42

Samstag, 23.01.2016

Gutachter gegen Gutachter: Wie starb Baby Nils?

Am 20. Juni 2010 ereignete sich eine Katastrophe, die eine 34-jährige Frau aus Lünen bis heute nicht loslässt. An diesem Tag erleidet ihr sieben Monate alter Sohn Nils so schwere Kopfverletzungen, dass er keine 30 Stunden später stirbt. Ein Unfall? Ein Verbrechen? Fragen, auf die es bis heute keine eindeutigen Antworten gibt.

Bild nicht mehr vorhandenDer Rechtsmediziner Bernd Brinkmann hält es für möglich, dass das Kind an einem Sturz starb.
Seit bald zwei Jahren beschäftigt der Fall das Dortmunder Schwurgericht. An jedem einzelnen Verhandlungstag nimmt die Angeklagte zwischen ihren beiden Verteidigern Rüdiger Deckers und Christian Koch Platz und weiß, dass die Frau, die ihr gegenüber sitzt, ihr die Schuld am Tod des Babys gibt.
Der ganze Bericht bei Ruhrnachrichten
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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#21

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 25. Jan. 2016, 14:54

Kann es wirklich so schwer feststellbar sein, ob ein Baby durch einen Fall oder Sturz gestorben ist oder doch durch eine Misshandlung? Es scheint sich abzuzeichnen, wie auch in manch anderen Fall: der bessere Anwalt mit der besseren Strategie und den besseren Gutachtern wird am Ende gewinnen. Selbst wenn deren Version nicht der Wirklichkeit entspricht, gilt dennoch: in dubio pro reo.
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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#22

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 25. Jan. 2016, 15:11

Ich habe keine Ahnung, wenn man überlegt, wie lange sich das jetzt schon hinzieht.
In der Zeit hat sie zwei weitere Kinder bekommen...ein Wahnsinn...
Bin gespannt, ob das auch mit berücksichtigt wird, wenn es um ein Urteil geht, denn den Kindern scheint es ja gut zu gehen.
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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#23

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 25. Jan. 2016, 15:24

sweetdevil31 hat geschrieben:denn den Kindern scheint es ja gut zu gehen.
Ich hatte am 30.7.15 geschrieben:
Was diese Frau betrifft so hoffe ich deshalb sehr, dass sie diesmal den richtigen Partner gefunden hat denn sonst beginnt das Drama von vorne.
Offensichtlich hat sie den richtigen Partner gefunden der sie stabilisiert und unterstützt und sie nicht mit ihrer Verantwortung alleine lässt. Und das ist auch gut so. Im Interesse aller. Sollte das Baby damals nicht aufgrund eines Falls ums Leben gekommen sein dann würde ich mir wünschen, dass sie dazu steht. Auch wenn sie ihr jetziges Glück nicht zerstören möchte.
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Zuletzt geändert von Anonymous am Mo, 25. Jan. 2016, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: "TEXT" entfernt

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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#24

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 8. Nov. 2016, 10:07

Totes Lüner Baby: Streit der Gutachter geht weiter

3. September 2016, 03:33 Uhr
Hat seine Mutter den kleinen Nils zu Tode geschüttelt oder nicht? Im Prozess gegen die Lünerin ist der Ton am Freitag schärfer geworden. Es ging um "Fehldiagnosen" und "wissenschaftlichen Betrug". Der Staatsanwalt hat sogar beantragt, den wichtigsten Gutachter der Verteidigung wegen Befangenheit abzulehnen.
Fast auf den Monat genau sechs Jahre ist es inzwischen her, dass der kleine Nils mit schwersten Hirnverletzungen ins Krankenhaus kam. Die Ärzte haben zwar noch versucht, ihn zu reanimieren, doch es gab offenbar keine Chance.

Schuld soll seine Mutter - eine Arzttochter - sein. Seit zweieinhalb Jahren steht sie nun schon vor Gericht. In dieser Zeit ist ein erbitterter Gutachterstreit ausgebrochen. Es gibt Mediziner, die eindeutig behaupten, dass die Angeklagte ihren sieben Monate alten Sohn brutal geschüttelt haben muss. Andere glauben, dass auch ein Sturz aus dem Ehebett die schweren Verletzungen verursacht haben könnte.

Wichtigster Gutachter der Verteidigung befangen?

Zu Letzteren gehört auch ein angesehener Neurochirurg, auf den die Verteidigung große Stücke setzt. Im Gegensatz zu anderen Gutachtern wurde er nämlich von den Richtern in Spiel gebracht und mit einer eingehenden Untersuchung zur Todesursache beauftragt.
(...)
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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#25

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 28. Dez. 2016, 18:39

Hat Lünerin ihr Baby zu Tode geschüttelt?

28. Dezember 2016, 14:13 Uhr
Nils wäre jetzt sieben Jahre alt. Er würde zur Schule gehen, sich mit Freunden verabreden und vielleicht im Fußballverein trainieren. Doch es kam anders. Der Lüner starb schon als Baby im Juni 2010 an den Folgen eines Schädelbruchs mit Hirnblutung. Der Fall gibt bis heute Rätsel auf.
Seit nunmehr fast drei Jahren verhandelt das Dortmunder Schwurgericht gegen die Mutter des Jungen. Staatsanwältin Sandra Lücke wirft der Lünerin vor, den damals sieben Monate alten Säugling heftig geschüttelt und dabei mit dem Kopf gegen einen harten Gegenstand geschlagen zu haben. Die Angeklagte selbst streitet das ab. Sie kann sich die schweren Kopfverletzungen nur damit erklären, dass Nils in einem unbeobachteten Moment aus dem Elternbett auf den Fußboden gefallen ist.

Der Dortmunder Prozess füllt mittlerweile unzählige Aktenbände. Zahlreiche Mediziner haben sich mit dem Fall befasst und ihre Sicht der Dinge vorgetragen. Die einen halten das von der Mutter behauptete Sturzgeschehen für unwahrscheinlich bis unmöglich. Andere sagen genau das Gegenteil.

Einblutungen in die Netzhäute der Augen


Genauso verhält es sich mit der Frage, ob die Frau den Kopf des Kindes heftig geschüttelt hat. Tatsache ist: Bei der Obduktion fanden sich winzige Einblutungen in die Netzhäute der Augen. Das können Hinweise auf ein sogenanntes Schütteltrauma sein, müssen es aber nicht. Das macht den Fall nur noch komplizierter.

Zuletzt hat das Dortmunder Schwurgericht einen der führenden deutschen Neurochirurgen als Sachverständigen beauftragt: Prof. Dr. Erst Johannes Haberl von der Uniklinik in Bonn. Der 61-Jährige hat sämtliche ärztliche Unterlagen eingesehen und sich danach seine eigenen Gedanken über das Schicksal des kleinen Nils gemacht. Was er den Richtern vortrug, machte jedoch das ganze Dilemma dieses Falles auf einen Schlag offensichtlich.

„Todesursache war eindeutig die Schädelfraktur“


Haberl sagte: „Todesursache war eindeutig die Schädelfraktur mit dem großen Hämatom.“ Es handele sich um ein einziges massives Trauma. Er kenne jedoch „keinen Fall, bei dem ein Sturz aus nur 40 Zentimeter Höhe eine solche Fraktur und eine solche Blutung bewirkt hätte.“

Diesen Satz werden die Angeklagte und ihre Verteidiger nicht gerne gehört haben. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass dann eben die Anklagevorwürfe der Staatsanwaltschaft richtig seien, liegt falsch. Denn: Dass der Kopf des Babys geschüttelt wurde, kann Prof. Haberl ganz und gar nicht sicher feststellen.

Einblutungen bei Reanimation entstanden?

Die Einblutungen in die Netzhäute der Augen könnten auch bei der Reanimation des Jungen entstanden sein, sagt der Neurochirurg. Das gelte aber seiner Ansicht nach nicht für die ebenfalls festgestellten Einblutungen in die Sehnervenscheide. Auf der anderen Seite gebe das Gehirn aber keinerlei weitere Hinweise auf eine Schüttelverletzung: kein Beschleunigungstrauma, keine Mikroblutungen, nichts. Mit anderen Worten: Der Experte kann weder Ja noch Nein sagen.

Festgelegt hat sich Prof. Haberl allein in der Frage, ob die Kinderklinik die Schwere der Kopfverletzungen zu spät erkannt und damit den Tod des kleinen Nils möglicherweise mitverschuldet hat. „Zum Zeitpunkt der Einlieferung wäre ein neurochirurgischer Eingriff mit hoher Wahrscheinlichkeit schon sinnlos gewesen“, sagte der Gutachter.
Der Prozess geht auch im nächsten Jahr weiter.
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Re: Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#26

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 28. Dez. 2016, 20:09

Durch ein bloßes Kopfschütteln lässt sich wohl kaum diese Schädelfraktur mit dem großen Hämatom erklären. Insoweit hätte also auch die Anklagevertretung unrecht.
Ein massives Schütteln müsste in erster Linie das Gehirn beschädigen und das dürfte bei einer Autopsie sehr gut festgestellt werden können. Dem ist aber nicht so:
kein Beschleunigungstrauma, keine Mikroblutungen, nichts.
Ein seltsamer Fall, der am Ende nur eines bedeuten kann: in dubio pro reo.
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Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#27

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 17. Jul. 2017, 19:02

Totes Lüner Baby: Aussage entlastet Mutter

17.07.2017
Vor sieben Jahren starb ein Baby aus Lünen an schweren Kopfverletzungen. Seitdem brennt eine Debatte um die Todesursache. Die Mutter steht unter Anklage, gleichzeitig wäre aber auch ein Unfall denkbar. Diese Theorie unterstreicht ein Sachverständiger, der am Montag aussagte. Er macht außerdem auf Fehler aufmerksam.
Ruhrnachrichten

Leider kann man den vollständigen Bericht nur in der mobilen Version lesen.

Ruhrnachrichten Mobil
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Bergkamen: Säugling zu Tode geschüttelt

#28

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 18. Jul. 2017, 18:54

Wenn ich mir die Darstellungen im Eröffnungsbeitrag vor Augen halte, stinkt das fahrlässige Verhalten der Mutter längst bis zum Himmel und das beginnt schon damit, dass sie das Baby ins Ehebett gelegt und dann alleine gelassen hat. Dass sie die anschl. Beschwerden des Kleinen mit dem angeblich Sturz aus dem Bett nicht in Verbindung bringen konnte, grenzt schon an Dummheit und dass sie auch ihren Vater, immerhin ein Chirurg, nichts von dem Unfall erzählt hat, ist noch längst nicht der Gipfel dieser Tragödie. Aber das alles sagt nichts über die (tatsächlichen) Ereignisse an jenem Tag aus.
Dass sich die Mediziner/ Gutachter bei diesem Prozess die Klinke in die Hand geben, ist nachvollziehbar. Aber ohne eindeutige forensische Beweise können die am Ende auch nur raten bzw. von Wahrscheinlichkeiten sprechen. Dem Gericht würde ich sehr gerne ein wirklich tolles Werkzeug in die Hände geben: eine Glaskugel.
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