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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet - Tatverdächtiger verurteilt

Gelöste Fälle, erloschene Fahndungsaufrufe und Warnhinweise.
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sweetdevil31
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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet - Tatverdächtiger verurteilt

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » So, 10. Aug. 2014, 16:58

Dortmund/Castrop-Rauxel.
20 Jahre nach dem bisher ungeklärten Mord an Nicole Denise Schalla (16) aus Dortmund-Kirchlinde wird der Täter weiter gesucht - auch in Castrop-Rauxel. Die Polizei versucht nun, mit neuen Speichelproben und neuen, verbesserten DNA-Analysen endlich den Täter zu fassen.

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Nicole-Denise Schalla. Foto: privat/Bild

Vor 20 Jahren, am 14. Oktober 1993, wurde Nicole Denise Schalla ermordet. Bis heute ist das Verbrechen an dem 16-jährigen Mädchen aus Dortmund-Kirchlinde, das auch das Castroper Jugendzen­trum besuchte, nicht aufgeklärt. Jetzt versucht die Kripo mit Speichelproben, den Täter zu ermitteln – auch in Castrop-Rauxel.

Kripo nimmt neue Speichelproben im alten Mordfall an 16-Jähriger aus Dortmund | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/castrop ... x337404885

Kriminalhauptkommissar Uwe Block (52) aus Dortmund lässt der Mord keine Ruhe. „So ein Fall beschäftigt mich schon über das normale Maß hinaus, wenn ein junges Mädchen, das sein ganzes Leben noch vor sich hat, umgebracht wird“, erzählt der Ermittler.

Was am Tattag geschah, konnte nur zum Teil rekonstruiert werden. Am Nachmittag des 14. Oktober 1993 macht sich Nicole Denise mit Bus und Bahn zu ihrem Reitstall nach Bochum auf. Abends besucht sie ihren Freund in Herne. Von der Haltestelle „Am Knie“ nahe der Teutoburgia-Siedlung fährt sie mit der Linie 311 nach Castrop, wo sie um 21.10 Uhr ankommt. Um 22.22 Uhr steigt sie in die Linie 472 Richtung Kirchlinde. Hier wechselt sie in den 476er Richtung Jungferntal.

Etwa 25-jähriger Mann gesucht

Gegen 22.45 Uhr, daran erinnerte sich später der Busfahrer, stieg Nicole Denise an der Haltestelle Jungferntal aus, nicht weit von ihrem Elternhaus entfernt, und machte sich auf den Heimweg.

Dort aber kommt sie nie an. Am nächsten Morgen findet eine Zeitungsbotin kurz vor 8 Uhr die Leiche der 16-Jährigen in der Einfahrt eines Schulgeländes. Vier Tage später finden Kinder Nicoles Rucksack, etwa 300 m vom Tatort entfernt. Es fehlen ein Knirps-Schirm und eine O’Neill-Geldbörse.

Ob der Täter auch im Bus gesessen hat, ihr vielleicht sogar von Castrop gefolgt ist, weiß die Polizei nicht. Der Busfahrer hat damals berichtet, dass neben Nicole Denise noch ein weiterer Fahrgast am Jungferntal ausgestiegen ist. Von ihm wurde später ein Phantombild angefertigt, das auch in dieser Zeitung abgedruckt wurde. Dabei sollte es sich um einen etwa 25-jährigen Mann handeln, 1,70 m groß, schwarzes, gelocktes, halblanges Haar. Er trug eine schwarze blousonförmige Lederjacke und blaue Jeans. „Ob er der Täter ist, ob er Nicole gar nicht beachtet hat, das wissen wir nicht“, erklärt Uwe Block.

Hoffnung auf neue DNA-Analysen

Jetzt hofft Uwe Block auf neue, verbesserte DNA-Analysen. Ein Ergebnis, so oder so, werden die Untersuchungen des Landeskriminalamtes haben: „Wenn wir jetzt keine Spur finden, dann wissen wir aber, dass wir den Täter noch nicht überprüft haben.“

Die Ermittlungen gehen auf jeden Fall weiter. Auch 20 Jahre nach dem Verbrechen.

Noch immer hofft Kriminalhauptkommissar Uwe Block auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Ergreifung des Täters führen. Auch für Hinweise, die aus Sicht des Zeugen scheinbar unwichtig sind, wäre er dankbar. Block ist zu erreichen über die Kriminalwache in Dortmund, 0231 132 74 41

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1993 | Dortmund | Nicole Denise Schalla (16) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 10. Dez. 2015, 02:01

Der Fall bei Aktenzeichen XY (ab 38:03 Minuten):


Video: Aktenzeichen XY vom 8.4.1994
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1993 | Dortmund | Nicole Denise Schalla (16) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 28. Jun. 2018, 20:06

28.06.2018: Nach fast 25 Jahren hat die Polizei einen mutmaßlichen Täter ermittelt - eine einzige Hautschuppe belastet den 52-Jährigen schwer. Der Tatverdächtige weist die Vorwürfe pauschal zurück und leugnet den Mord.
Ein heute 52 Jahre alter Mann aus Nordrhein-Westfalen sei anhand von genetischen Spuren am Körper der Jugendlichen überführt und verhaftet worden, sagte Staatsanwalt Henner Kruse auf einer Pressekonferenz. Gegen den damals in Castrop-Rauxel lebenden Mann sei Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden.

Den Ermittlern zufolge war Nicole Denise Schalla von dem Mann verfolgt worden, als sie am Abend des 14. Oktobers 1993 unweit von ihrem zu Hause aus dem Bus ausstieg. Sie war auf dem Rückweg von ihrem damaligen Freund, der in Herne lebte. Nur ein paar dutzend Meter entfernt von der Haltestelle im Dortmunder Westen soll der mutßmaßliche Täter die Schülerin dann überwältigt haben.

Regen spülte Spuren ab

"Es ist ein Mann, der in der Vergangenheit schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten ist", sagte Staatsanwalt Kruse über den Verdächtigen. Er sei bereits mehrfach wegen Gewalt gegen Frauen verurteilt worden, bis 2011 sei er deswegen auch in Sicherungsverwahrung gewesen.

Eine DNA-Spur, die die Polizei damals an einer unbekleideten Stelle von Schallers Körper gesichert hatte, habe den Mann nun überführen können, sagte Kruse. Die Strafverfolger hatten bei ihren Ermittlungen mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen: "Da der Leichnam im Regen lag, wurde er über mehrere Stunden hinweg abgespült", sagte Polizist Uwe Block, der seit dem Jahr 2000 den Fall betreut. Fast alle Spuren seien vernichtet worden.

Mit einer neuartigen, erst seit etwa einem Jahr in Nordrhein-Westfalen angewandten Untersuchungsmethode für besonders kleine Spuren, landeten die Ermittler eigenen Angaben zufolge nun einen Treffer. Die Analyse einer einzelnen Hautschuppe habe zum Tatverdächtigen geführt, sagte Polizist Norbert Krüger. Die Ermittler hätten den Mann bislang nicht im Visier gehabt - ein Abgleich mit den Datenbanken gab seine Identität preis.

Das Aussehen des Tatverdächtigen passt laut Polizei zu Aussagen von Zeugen aus dem Bus. Sie hatten demnach einen Mann beobachtet, der an der Haltestelle, an der Schaller ausstieg, im letzten Moment ebenfalls den Bus verlassen habe.
Quelle: Spiegel
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1993 | Dortmund | Nicole Denise Schalla (16) ermordet

#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 28. Jun. 2018, 21:54

28.06.2018: POL-DO: Einladung zur Pressekonferenz im Mordfall Nicole-Denise Schalla

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Dortmund (ots) - Lfd. Nr.: 0933

Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dortmund und der Dortmunder Polizei.

Gemeinsam laden wir Medienvertreter hiermit zu einer Pressekonferenz in das Polizeipräsidium Dortmund ein.

Im Mordfall Nicole Denise Schalla gibt es nun, nach fast 25 Jahren, neue Erkenntnisse. Weitere inhaltliche Auskünfte werden vorab nicht erfolgen.

Die Pressekonferenz findet um 15 Uhr, im Raum 1.108 des Polizeipräsidiums an der Markgrafenstraße 102 statt.

Aufgrund der schwierigen Parksituation rund um das Präsidium planen Sie bitte eine frühzeitige Anreise ein.
Rückfragen bitte an:

Polizei Dortmund
Cornelia Weigandt
Telefon: 0231-132 1022
Fax: 0231 132 9733
E-Mail: pressestelle.dortmund(aet)polizei.nrw.de
https://dortmund.polizei.nrw

Quelle: Presseportal
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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet

#5

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 1. Jul. 2018, 14:32

30.06.2018: Mit der Festnahme von Ralf H. (52) endet die fast 25 Jahre lange Suche nach Nicole-Denise's Mörder.

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Eine winzige Hautschuppe führte per DNA-Abgleich zu H. Der Hartz-IV-Empfänger lebte zuletzt unbehelligt mit seiner Lebensgefährtin in einem rot verklinkerten Wohnblock in Münster.
„Die beiden sind immer sehr freundlich. Ab und zu haben wir auch mal ein Bier im Garten getrunken“, so ein Nachbar zu BILD. Wie muss ein Mann ticken, der ein solch grausames Verbrechen begeht und dann jahrzehntelang weiterlebt, als wäre nichts geschehen?
Quelle: Bild
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#6

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 30. Sep. 2018, 21:00

20. September 2018: Tatverdächtiger im Winter 2018 vor Gericht
Zu einer Anklage wegen Mordes gegen den Mann, der zur Tatzeit etwa 30 Jahre alt war, kommt es voraussichtlich im Winter. Das bestätigte Staatsanwalt Henner Kruse am Donnerstag (20. September). Zurzeit sitzt Ralf H. in Untersuchungshaft.
Quelle: Dortmund24
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#7

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 12. Nov. 2018, 21:46

Die ersten vier Verhandlungstage sind terminiert:

17. Dezember 2018
19. Dezember 2018
7. Januar 2019
14. Januar 2019


Quelle: RN
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#8

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 4. Jan. 2019, 11:41

19.12.2018: Angeklagter bricht sein Schweigen

Landgericht Dortmund: Der Angeklagte Ralf H. (53) hat völlig unerwartet das Wort ergriffen. Schon zu Beginn der Verhandlung hatte man ihm ein starkes Bedürfnis angesehen, etwas sagen zu wollen. Allerdings hatten seine Verteidiger dem sehr deutlich widersprochen.

Nach einer halben Stunde Pause ergriff Ralf H. dann doch das Mikro. „Herr Vorsitzender, ich möchte etwas sagen. Es ist nicht einfach hier zu sitzen.“ Dann spricht er Halbsätze, ist nervös. Seine Lippen zittern. Er muss neu ansetzen, spricht abgehackt über den Tag seiner Festnahme, richtet sich an die Opfer-Eltern, die als Nebenkläger im Prozess sitzen.

„Der Tag meiner Verhaftung: Meine Frau stand in der Zufahrt, ich war an der Mülltonne. Plötzlich wurde ein Fahrrad auf mich geschmissen. Ich hatte neun Schwellungen im Gesicht, musste am Tag nach der Festnahme ins Krankenhaus. Alles das ist aber nichts, was Sie durchmachen, Familie Schalla.“ Im weiteren Verlauf bestreitet er jede Täterschaft.

Ralf H.: „Ich fordere Respekt ein. Ich bin dieser Tat nicht überführt und ich bestreite die Tat, ich habe damit nichts zu tun. Ich habe eine Familie, die muss auch damit klarkommen.“

Rückblick

Am 14. Oktober 1993 war Nicole Schalla nach 22 Uhr in die Buslinie 462 gestiegen. Gegen 22.45 Uhr hatte sie den Bus in der Nähe ihres Elternhauses verlassen. Ein fremder Mann soll ihr gefolgt sein. Am nächsten Tag wurde ihre Leiche von einer Zeitungsbotin gefunden. Nicole war vergewaltigt und erdrosselt worden.

Im Juni 2018 dann der Zugriff. Der dringend Tatverdächtige Ralf H. aus Münster wurde von Beamten der Kripo Dortmund festgenommen. Die DNA-Spur „S14_P1“ mit einer winzigen Hautschuppe auf dem Körper von Nicole Schalla führte die Ermittler zu ihm.

Zeugen mit Erinnerungslücken und Jugendgang
Nicole-Denise Schallas Leidenschaft waren Pferde und so verbrachte sie regelmäßig zwei bis drei Tage die Woche in einem Reitstall. Mehrere FreundInnen aus diesem Umfeld wurden angehört. Im Zuge der Befragung des Freundes und dieser FreundInnen kam es zu einigen Unklarheiten. So berichteten einige davon, dass Nicole schon einmal erwähnt hätte, dass ihr ein Auto aufgefallen sei, dass sie zu verfolgen schien.

Bei den damaligen Polizeiaussagen finden sich mehrfach diese Beschreibungen. Heute fällt es den Zeugen schwer, sich daran zu erinnern. Ihr Freund Uwe S. räumte in seiner Vernehmung ein, in seiner Jugend kein Kind von Traurigkeit und Mitglied einer Jugendgang gewesen zu sein. Dadurch sei er öfter in Schlägereien verwickelt worden.

Für Angeklagten-Anwalt Giebeler ein wichtiger Aspekt. Denn die mittlerweile verstorbene Großmutter der Gymnasiastin hatte damals ausgesagt, dass ein Polizist aus Castrop-Rauxel sie angerufen habe, um einen Termin mit Nicole zu vereinbaren, die eine Aussage bezüglich einer Schlägerei machen sollte, an der ihr Freund Uwe S. beteiligt gewesen war.
Mysteriöse Telefonanrufe und Grabschändung nach der Beerdigung
Dies würde zumindest aus Sicht der Anwälte des Angeklagten ein etwaiges Motiv für die Tat darstellen. Der gesamte Sachverhalt blieb jedoch zunächst recht nebulös und die weiteren Verhandlungstage werden zeigen, ob er eine gewichtige Rolle im Verfahren spielen wird. Selbiges gilt für die erwähnte Verfolgung Nicoles durch einen unbekannten PKW.

Die Eltern des Opfers, Joachim und Siegrid Schalla, treten im Prozess als Nebenkläger auf. Auch sie kamen am ersten Verhandlungstag zu Wort und berichteten über Nicole und von ihren letzten Kontakten zu ihrer Tochter. Sichtlich erschüttert erzählte Mutter Siegrid, dass sie noch am Tattag gegen elf Uhr mit Nicole telefoniert habe.

Sie habe noch Kekse backen und den Reitstall besuchen wollen, bevor sie sich am Abend mit ihrem Freund Uwe treffen wollte. Außerdem berichteten sie von mysteriösen Telefonanrufen, mit denen sie nach der Tat über einen längeren Zeitraum belästigt worden seien. Des Weiteren sei kurz nach der Beerdigung das Grab verunreinigt bzw. geschändet worden.

Auch hier blieben die Sachverhalte zunächst sehr undurchsichtig und es bleibt abzuwarten, wie sich die unterschiedlichen Puzzleteile am Ende schlüssig zusammenfügen lassen. Es ist nicht abzusehen, ob die genannten Vorfälle überhaupt eine Rolle für den Tathergang spielen werden. Im Sinne des Angeklagten ist es jedoch notwendig, alle Eventualitäten zu berücksichtigen.
Quelle: Bild | Nordstadtblogger



Video: COLD CASES: Mord an Nicole Schalla könnte vor Aufklärung stehen


Video: Mord nach 25 Jahren aufgeklärt - 28.06.2018
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#9

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 8. Jan. 2019, 06:21

Mo, 7. Januar 2019: Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla hat das Schwurgericht zwei DNA-Experten angehört. Danach beantragten die Verteidiger die Freilassung des Angeklagten.

Die Münchener Diplom-Biologin Katja Anslinger hatte die Spur F14_P1 auf DNS untersucht. Bei der Spur handelte es sich um einen einzelnen Partikel, der in Nicole-Denise's rechten Leistengegend gesichert werden konnte. "Ich lehne mich nicht einmal so weit aus dem Fenster, zu sagen, dass es sich um eine Hautschuppe handelt", sagte Anslinger den Richtern. Das sei aber die wahrscheinlichste Variante.

Diese eine Schuppe stammt vom Angeklagten. Da sind sich Anslinger und auch ihre Kollegen vom Landeskriminalamt in Düsseldorf einig. Fraglich ist nur, wie das winzig kleine Partikelchen an die Leiche des 16-jährigen Mädchens gekommen ist. Laut Anslinger ist keineswegs sicher, dass die Hauptschuppe bei direktem Körperkontakt übertragen worden sein muss.

Für die beiden Verteidiger Ralph Giebeler und Gencer Demir steht damit fest, dass die DNA-Spur tatsächlich gar nichts beweist. Weder die Täterschaft ihres Mandanten, noch die Tatsache, dass Ralf H. zur Tatzeit überhaupt Kontakt mit der Schülerin aus dem Jungferntal hatte. Über ihren Antrag, den Haftbefehl aufzuheben und den 53-Jährigen sofort auf freien Fuß zu lassen, wollen die Richter allerdings erst in den nächsten Tagen entscheiden.

Fünf bis acht Minuten langer Todeskampf
Die Schülerin sei zweifelsfrei erwürgt worden, und das mit großer Kraft. Bei der Obduktion der Leiche hatten die Rechtsmediziner damals ein gebrochenes Zungenbein festgestellt. „Dieser Knochen ist bei Jugendlichen üblicherweise noch sehr elastisch“, so Zweihoff. Daher müsse der Täter kräftig zugedrückt haben.
Quelle: Ruhr Nachrichten


Ich bin gespannt wie sich der Prozess noch entwickelt und die Frage, wie diese winzige Schuppe in Nicole's rechte Leistengegend landen konnte, plausibel beantwortet werden kann. In dem oben verlinkten Video "Mord nach 25 Jahren aufgeklärt" wird nämlich erklärt und dargestellt, dass Nicole's Leichnam stundenlang dem Regen ausgesetzt war und zwar bei heruntergezogener Hose und Slip und hochgeschobener Oberbekleidung. Dass unter diesen Umständen dennoch eine Schuppe gesichert werden konnte, die zweieinhalb Jahrzehnte später zu einen vorbestraften und ehemals sicherungsverwahrten Sexualstraftäter führt, ist schon ein erstaunlicher Zufall. Hinzu kommt, dass man die vielen Vortaten des Angeklagten "wie eine Schablone auf diesen Fall drauflegen kann".
Verteidiger Giebeler will das Indiz aber keineswegs bereits als Beweis gelten lassen:
Es gibt noch mehr männliche DNA am Körper, die noch nicht zugeordnet werden konnte.
sagte er am Rande des Prozesses...
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#10

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 25. Jan. 2019, 13:08

Do, 24. Januar 2019: Wie kam eine Hautschuppe des Angeklagten auf den Leichnam von Nicole-Denise Schalla? Dazu hat das Schwurgericht am Donnerstag eine weitere DNA-Gutachterin gehört. Doch es bleiben Fragen.

Am Dortmunder Landgericht wurde am Donnerstag der Prozess um den Mord an der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla weitergeführt. Vor Gericht geht es um die Frage der Herkunft der mikroskopisch kleinen Hautschuppe, die in Nicole-Denise's Leistenbereich gefunden wurde:
„Es muss auf jeden Fall mehr als ein flüchtiger Kontakt gewesen sein“, sagte die Gutachterin den Richtern des Dortmunder Schwurgerichts am Donnerstag. „Es reicht nicht aus, im Bus einfach aneinander vorbeigegangen zu sein.“ Die Leiche müsse schon angefasst oder es müsse auf ihr gekniet worden sein.

Da sich DNA-Spuren jedoch tatsächlich von Person zu Person übertrügen, sei es natürlich auch möglich, dass ein anderer Täter die DNA des Castrop-Rauxeler Angeklagten auf der Leiche hinterlassen habe. „Ausschließen kann man das niemals“, sagte die Gutachterin. Trotzdem sei das in diesem Fall unwahrscheinlich. In der Regel finde man dann nämlich auch Hautschuppen des sogenannten Dritten.

Hautschuppen rieseln nicht einfach so herunter

Der Regen, der damals in der Tatnacht gefallen sein soll, dürfe bei diesen Überlegungen ebenfalls nicht außen vorgelassen werden. „Es wäre schon seltsam, wenn tatsächlich nur die DNA des Täters abgespült werde – und nicht die des Angeklagten“, sagte die Gutachterin den Richtern.

Um eine heruntergerieselte Hautschuppe könne es sich eigentlich auch nicht handeln. Zum Beispiel von einer Person, die sich über den Leichnam gebeugt und zufälligerweise DNA-Spuren des Angeklagten auf der Kleidung getragen habe. „Das ist sehr unwahrscheinlich“, so die DNA-Expertin. „Hautschuppen halten sich relativ gut.“ Und zwar auf der Kleidung genauso wie auf der Haut, zum Beispiel an einer Handfläche.

Angeklagter gibt sich weiter ahnungslos

Ralf H., der angeklagte Castrop-Rauxeler, gab sich auch am Donnerstag weiter ahnungslos. „Ich bin auch daran interessiert zu erfahren, wie meine DNA-Spur dorthin gekommen ist“, sagte der 53-Jährige der Gutachterin. Möglicherweise, so seine Überlegung, habe sich Nicole-Denise Schalla im Bus an der gleichen Schlaufe festgehalten wie er. Vielleicht sei das sogar schon am Tag vor ihrem Tod passiert.

Dann, so die Gutachterin, bleibe jedoch immer noch die Frage, wie die Hautschuppe dorthin gekomen ist, wo sie später gefunden worden sei. „DNA-Spuren wandern nicht“, sagte sie den Richtern. Außerdem hätte sich die 16-jährige Schülerin dann einen Tag lang nicht waschen beziehungsweise duschen dürfen.
Quelle: Ruhr Nachrichten
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#11

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 4. Feb. 2019, 20:53

Mo, 4. Februar 2019: Der Angeklagte im Mordfall Nicole-Denise Schalla hat die Richter des Schwurgerichts als befangen abgelehnt.
Die Kammer sei voreingenommen und wolle ihn offensichtlich unbedingt verurteilen, beschwerte sich der 53-jährige Ralf H. in seinem Antrag. Ob die Richter tatsächlich ausgetauscht werden müssen, entscheidet eine andere Kammer in den nächsten Tagen.

Der Angeklagte zweifelt inzwischen sogar die Echtheit der Klebefolien an, mit denen an der Leiche der im Herbst 1993 ermordeten Schülerin DNA-Spuren gesichert wurden. Ralf H. geht davon aus, dass die Folie, auf der eine seiner Hautschuppen gefunden wurde, nachträglich manipuliert wurde. So solle er als vermeintlicher Mörder überführt werden, um den Fall endlich als aufgeklärt abhaken zu können.

Für Rechtsanwältin Arabella Pooth, die die Eltern von Nicole-Denise Schalla vertritt, kommt in dem Antrag nur wieder die Selbstverliebtheit des Angeklagten zum Ausdruck.
Quelle: Radio 91.2
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#12

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 3. Mai. 2019, 00:38

11.04.2019: Mutmaßlicher Mörder sieht sich als Opfer verunreinigter DNA-Beweise

Der Angeklagte im Schalla-Prozess behauptet, anatomisch gar nicht in der Lage zu sein, einen Menschen zu würgen. Die Nebenanklage glaubt das nicht – und kann auch Beweise vorlegen.
Mit der erneuten Vernehmung einer Spuren-Sachverständigen ist am Donnerstag am Dortmunder Schwurgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla fortgesetzt worden. Auch diese Expertin stützte mit Blick auf einen zuletzt gefundenen, zweiten DNA-Treffer mit Spuren von Ralf H. an einer Hautfolie, die am Leistenbereich der Leiche abgeklebt worden war, die These von einem Belastungs-Effekt.

"Jede weitere Spur erhöht die Wahrscheinlichkeit"

„Jede weitere Spur, die man findet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich ein direkter Transfer stattgefunden hat“, erklärte Prof. Dr. Micaela Poetsch. Ganz ähnlich hatte sich an einem der vorherigen Sitzungstage bereits DNA-Analyse-Expertin Dr. Katja Anslinger geäußert.

Beide Sachverständige erklärten jedoch auch, dass ein anderweitiger DNA-Transfer („Sekundärübertragung“) grundsätzlich denkbar sei. „Ausschließen kann man das nicht“, sagte auch Dr. Micaela Poetsch.

Wie berichtet, hatte sich die Beweislage gegen den Angeklagten durch eine neue, nachträgliche DNA-Untersuchung (durch Auskratzungen von einer Folie) zuletzt zugespitzt.

Verunreinigte DNA-Spuren

Ralf H. und seine Verteidiger klammerten sich erneut an die These, der Angeklagte sei kein Mörder - sondern Opfer von verunreinigten DNA-Spuren.

Immerhin steht mittlerweile fest, dass sich bei der nachträglichen DNA-Untersuchung zwei weitere Hinweise auf männliche Spurenleger ergeben haben. Diese konnten jedoch inzwischen als Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Dortmund sowie des Landeskriminalamtes NRW identifiziert werden. „Wir wollen wissen, warum es zu diesen Kontaminationen kommen konnte“, sagte Verteidiger Christian Dreier.

Angeklagter will nicht würgen können

Außerdem verwies die Verteidigung erneut auf eine vermeintlich bei Ralf H. vorliegende, anatomische Unmöglichkeit, zu Würgen. Aufgrund zweier Daumenbrüche in den Jahren 1978 und 1980 sei Ralf H. ("Ich kann nicht der Täter sein") später nicht einmal mehr in der Lage gewesen „Teig zu kneten“, habe deshalb 1997 seine Bäckerlehre abbrechen müssen.

Nebenklageanwältin Arabella Pooth nahm dieser Unschuldslamm-Version jedoch sofort den Wind aus den Segeln. Schließlich sei in einem Urteil des Landgerichts Bochum ausdrückliche festgehalten, dass Ralf H. im Jahr 1987 eine Frau gewürgt habe. Arabella Pooth: „Und das war ja offensichtlich nach den Daumen-Operationen.“

Die Richter haben drei neue Verhandlungstage bis zum 3. Juni anberaumt. Am 11. Mai soll sogar an einem Samstag verhandelt werden. Richter Peter Windgätter: „Alle Termine sind bindend. Es geht nicht anders.“
Quelle: Ruhr Nachrichten
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#13

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 14. Aug. 2019, 04:05

Hatte Ralf H. genug Kraft für den Schalla-Mord?

13.08.2019 - 08:52 Uhr
Mit dicken Stahlhandschellen sind die Hände des Angeklagten gefesselt. Konnte Ralf H. (54) damit vor 26 Jahren ein Mädchen ermorden?
Im Prozess um den Tod von Nicole Schalla († 16) aus Dortmund hatten die Verteidiger zu dieser Frage ein Gutachten gefordert. Denn der gelernte Bäcker hatte erklärt, er könnte nach Handball-Unfällen seit spätestens 1980 nicht mehr fest zupacken. Also habe er das Mädchen 1993 auch nicht erwürgen können.

Der Experte sah das anders: „Eine dauerhafte Funktionsstörung der Hände hat es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gegeben. Untersuchungen zeigen zudem, dass schon ein Druck von drei bis fünf Kilo ausreicht, um ein Zungenbein zu brechen“, sagte Handchirurg Dr. Wolfram Teske (53) am Montag. (...)
Quelle: Bild
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#14

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 29. Okt. 2019, 18:18

Di, 29. Oktober 2019: Das Urteil im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla verzögert sich weiter. Grund ist ein neuer Antrag der Verteidiger des Angeklagten Ralf H.. Außerdem steht noch nicht fest, ob eine nachträglich geladene Zeugin noch vernommen werden kann.
Bei der Zeugin handelt es sich um eine ehemalige Mitarbeiterin des Landeskriminalamts. Als Sachverständige hatte sie 1993 ein Gutachten über zwei am Tatort gefundene Haare erstellt. Inzwischen ist die Frau jedoch fast 80 Jahre alt und offenbar auch nicht bei guter Gesundheit. Ob sie jedoch gänzlich vernehmungsunfähig ist, müsste ein Gutachter klären.

Bis dahin wollen die Richter auch über den neuesten Antrag der Verteidigung entschieden haben. Die Anwälte behaupten, die DNA von Ralf H. hätte niemals gespeichert werden dürfen, weil er keine schwere Straftat begangen hatte.
Quelle: Radio 91.2
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#15

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 4. Dez. 2019, 20:19

Mi, 4. Dezember 2019: Schlampige Ermittlungen? - Weitere Prozesstage benötigt

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise sind überraschend neue Beweismittel aufgetaucht. Die Richter sind in der Akte auf 18 Haare gestoßen. Diese waren im Herbst 1993 an der Leiche gesichert, aber offenbar nie auf DNA untersucht worden. Weil das jetzt nachgeholt wird, verzögert sich das Urteil mindestens bis Januar.

Die Liste mit den 18 Haarspuren wurde im Jahr 2007 erstellt und gehört seitdem zur Ermittlungsakte. Wie es passieren konnte, dass den Beweismitteln nie nachgegangen wurde, können sich die Richter auch nicht erklären. Die Haare sollen nun schnellstmöglich nach Münster geschickt und dort auf mögliche DNA-Spuren untersucht werden.

Für Vergleichsanalysen haben die Mutter von Nicole-Denise und auch der Angeklagte am inzwischen 27. Verhandlungstag im Gericht frische Speichelproben abgegeben. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Richter frühestens in ein paar Wochen.

Der Angeklagte stelle sich zudem die Frage, warum die Spurenträger bis heute nicht näher untersucht worden seien und die Ermittlungsarbeit im Prozess erst so spät begonnen habe. Wiederholt brachte er zum Ausdruck, dass er die Prozessführung für eine Farce halte. Auch sein Verteidiger RA Dreier sprach von "dubiosen Umständen" angesichts des neuen Beweismaterials. Sowohl Dreier als auch der Angeklagte verkündeten, dass auch sie sich eine Verfahrensbeschleunigung und somit einen baldigen Urteilsspruch wünschen würden.

Quellen: Radio 91.2 | nordstadtblogger.de
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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet - Tatverdächtiger!

#16

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 25. Feb. 2020, 09:34

Mo, 24. Februar 2020: Platzt der Prozess aufgrund der Erkrankung einer der Richterinnen?

Radio 91.2-Reporterin Anna Deschke hat mit der Anwältin von Familie Schalla über diese belastende Situation gesprochen:

Interview
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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet - Tatverdächtiger!

#17

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 22. Apr. 2020, 20:13

9. März 2020: Der Mord-Prozess geplatzt

Der mutmaßliche Mörder von Nicole-Denise Schalla ist zwar gefasst, doch der Prozess war seit Anfang Januar 2020 unterbrochen. Grund dafür war die Erkrankung der zuständigen Richterin. Und weil sich in ihrem Gesundheitszustand keine Besserung zeigte, nahm die Befürchtung zu, der Prozess würde ausgesetzt werden.

Bis spätestens Anfang März hätte die Richterin nämlich wieder gesund sein müssen, um den Prozess fortführen zu können. Doch jetzt ist bekanntgeworden, dass die Richterin weiterhin krank ist. Das Gericht hat den Prozess damit tatsächlich ausgesetzt.
Folgen sind unklar

In einer Pressemitteilung des Landgerichts Dortmund heißt es: „Nach dem Neubeginn muss die Kammer nach den Vorgaben der Strafprozessordnung die Beweise neu erheben.“ Der Prozess wird damit unter einem anderen Richter komplett neu beginnen. Zudem werden Gutachten erneut ins Verfahren eingeführt und Zeugen nochmal vernommen werden.

Für die Eltern von Nicole-Denise Schalla bedeutet das weitere Ungewissheit in dem Mordprozess um ihre Tochter. Schließlich wird eine Nachuntersuchung weiterer DNA-Spuren vorgestellt werden. Diese könnten den Angeklagten entlasten oder aber den Mordverdacht zusätzlich bekräftigen.

Unabhängig davon wird auch die Frage zu klären sein, ob eine weitere U-Haft für den Angeklagten Ralf H. noch verhältnismäßig ist. Neue Termin in dem Mordprozess stehen damit auch noch nicht fest.
Quelle: DerWesten
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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet - Tatverdächtiger!

#18

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 15. Sep. 2020, 15:03

Selbst wenn dem TV die Tat bewiesen werden sollte, bleibt immer noch das Mordmerkmal. Als Totschlag wäre es verjährt.
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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet - Tatverdächtiger!

#19

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 2. Jan. 2021, 21:23

Schwierige Urteilsfindung im Mordprozess Nicole-Denise Schalla am Landgericht Dortmund
Eigentlich hatte man sich auf einen längeren Verhandlungstag am Landgericht Dortmund eingestellt, denn schließlich sollte im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla aus dem Jahre 1993 plädiert werden. Doch auch dem Schwurgericht macht die Corona-Pandemie einen Strich durch die Planung. So musste sich Staatsanwalt Felix Giesenregen in häusliche Quarantäne begeben. Hierdurch wird der Prozess für einen Monat unterbrochen. Am 6. Januar sollen Staatsanwaltschaft und Verteidigung nun ihre Plädoyers vortragen. Das eigentlich noch für Dezember geplante Urteil soll dann voraussichtlich am 11. Januar 2021 verkündet werden.
Quelle: nordstadtblogger.de
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#20

Ungelesener Beitrag von Duchonin » So, 3. Jan. 2021, 20:56

Salva hat geschrieben:
Mi, 4. Dez. 2019, 20:19
Die Liste mit den 18 Haarspuren wurde im Jahr 2007 erstellt und gehört seitdem zur Ermittlungsakte. Wie es passieren konnte, dass den Beweismitteln nie nachgegangen wurde, können sich die Richter auch nicht erklären. Die Haare sollen nun schnellstmöglich nach Münster geschickt und dort auf mögliche DNA-Spuren untersucht werden.
Und was wurde da ermittelt ?
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1993 | Dortmund | Nicole-Denise "Nici" Schalla (16) ermordet - Tatverdächtiger!

#21

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Mo, 25. Jan. 2021, 17:28

Dortmund: Mord-Prozess Schalla im Überblick

Veröffentlicht: Montag, 25.01.2021 14:00

Nicole-Denise Schalla war gerade einmal 16 Jahre alt, als sie am 14. Oktober 1993 im Jungferntal in Dortmund-Rahm vergewaltigt und ermordet wurde. Sie war auf dem Weg nach Hause vom Reitstall, kam aber nie dort an. Mehr als 27 Jahre später wurde das Urteil gegen ihren mutmaßlichen Mörder gesprochen. Nach einem Prozess, der einer Odyssee gleicht.

Juni 2018

Im Juni 2018 verkündet Staatsanwalt Henner Kruse, dass die Polizei den mutmaßlichen Mörder von Nicole-Denise Schalla festgenommen habe. Eine Sensation nach 25 Jahren. Eine winzige Hautschuppe und eine neue Art der DNA-Analyse- der sogenannte Einzelschuppennachweis - hat zum Erfolg geführt. Auf dem Körper von Nicole-Denise waren damals mit Klebefolien mögliche Spuren gesichert worden.
Wer ist der mutmaßliche Täter?

Die Polizei nahm den damals 52-jährigen Ralf H. aus Castrop-Rauxel fest. Er musste Ende Juni 2018 umgehend in Untersuchungshaft. Ralf H. war kein Unbekannter für die Polizei: Er war wegen mehrerer Gewaltdelikte vorbestraft.

Neben der übereinstimmenden DNA passt auch die Personenbeschreibung, die der Busfahrer vor 25 Jahren abgegeben hat, sehr genau auf den Tatverdächtigen, so Ermittler Uwe Block.
Möglicher Tathergang

Am Tatabend soll Ralf H. in dem Bus gesessen haben, mit dem Nicole-Denise nach Hause zu ihren Eltern fahren wollte. Gegen 22:45 Uhr stieg sie an der Haltestelle Jungferntal aus. Weitere Zeugen beobachten, dass kurz vor der Schließung der Bustüren eine weitere Person ausgestiegen sei.
Prozessbeginn im Dezember 2018

Vier Verhandlungstage sind für den Schalla-Prozess angesetzt. So hofften nach 25 Jahren alle, auf einen baldiges Ende und Klarheit im diesem brutalen Mordfall. Doch der Prozess dauerte länger als geplant: Es wird nachermittelt, mehrere Gutachten und Untersuchungen in Auftrag gegeben.
Januar 2019

Das Schwurgericht hält den 53-jährigen Ralf H. aus Castrop-Rauxel weiter für dringend verdächtig, die Schülerin im Oktober 1993 überfallen und erwürgt zu haben. Nach der Bekanntgabe der Entscheidung legte sich der Angeklagte mit den Richtern an und beschimpfte sie als voreingenommen und unprofessionell,

Unterdessen hatten die Richter die Vorstrafen des 53-Jährigen erörtert. Der Angeklagte hat schon fünf Frauen überfallen und verletzt. Auffällig dabei: Nur drei Monate vor dem Mord an Nicole-Denise Schalla lauerte er in Castrop-Rauxel einer ebenfalls 16 Jahre alten Schülerin auf und drückte ihr Mund und Nase zu.
März 2019: Neues DNA-Gutachten belastet den Angeklagten zusätzlich

Nachuntersuchungen haben einen weiteren DNA-Treffer ergeben. Der Angeklagte Ralf H. bestreitet weiterhin den Mord.

Bisher gab es nur eine einzige Hautschuppe, die an der Leiche der 16-jährigen Schülerin gesichert und dem Angeklagten zugeordnet werden konnte. Zuletzt hatten die Richter jedoch angeordnet, dass alle damaligen Spuren noch einmal untersucht werden sollten. Die Anregung dazu war ausgerechnet von dem Angeklagten selbst gekommen.
Immer mehr Indizien sprechen gegen den Angeklagten

Experten haben weitere DNA-Spuren des Angeklagten an der Leiche der Schülerin nachgewiesen. Auch die neuen Treffer stammen aus der unbekleideten Leistenregion der im Herbst 1993 getöteten Schülerin. Der Täter hatte Nicole-Denise Schalla auf dem Heimweg im Jungferntal erwürgt und ihr anschließend die Hose heruntergezogen. Dass die DNA des Angeklagten zufällig an den Fundort gelangt sein könnte, glaubt die Sachverständige nicht. Und die Menge der Spuren lasse es auch immer unwahrscheinlicher werden, dass ein unbekannter anderer Täter die DNA von Ralf H. an der Leiche hinterlassen haben könnte. Der Angeklagte bestreitet aber nach wie vor, etwas mit dem Mord zu tun zu haben.
Angeklagter will mit Gutachten Unschuld beweisen

Der 53-jährige Angeklagte behauptet, nach zwei Handoperationen Ende der 1970er-Jahre überhaupt keine Kraft mehr in beiden Daumen zu haben. Daher könne er die Schülerin im Herbst 1993 im Jungferntal gar nicht erwürgt haben. Martin von Braunschweig berichtet.

Bis zum nächsten Verhandlungstag Mitte April will der Angeklagte den Prozessbeteiligten die Namen der Ärzte nennen, die ihn damals operiert haben sollen. Ob darüber hinaus auch noch ein medizinisches Gutachten über die Funktionstüchtigkeit der Hände eingeholt wird, haben die Richter noch nicht entschieden.
April 2019

Die Dortmunder Polizei und das Landeskriminalamt haben dem Gericht mitgeteilt, dass je einer ihrer Mitarbeiter als Spurenleger identifiziert sei. Daher bleibt als einziger Verdächtiger der Angeklagte im Visier der Justiz.

Der 53-jährige Angeklagte kann wohl auch nicht darauf hoffen, dass die beiden Ermittler unabsichtlich auch seine DNA auf die Klebefolien gebracht haben könnten. Der Dortmunder Polizist war bei der Tatortarbeit 1993 eingesetzt, der LKA-Beamte nur fünf Jahre später bei Faseruntersuchungen im Labor. Zu diesen Zeitpunkten gab es noch gar keine DNA-Spuren des Angeklagten im Archiv.
Juni 2019

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla legt sich der Angeklagte weiter mit den Richtern an. Weil er sie für voreingenommen und parteiisch hält, hat Ralf H. gegen alle Mitglieder der Kammer einen Befangenheitsantrag gestellt.

Der aktuelle Streit entzündete sich an einer Blutprobe, die die Richter von dem Angeklagten nehmen lassen möchten. An der Leiche der im Herbst 1993 ermordeten Schülerin war nämlich ein fremdes blondes Haar gesichert worden. Das ließ sich zwar nicht mehr auf DNA untersuchen. Dafür konnte jedoch die Blutgruppe bestimmt werden: Die Frage ist nun, ob auch Ralf H. Blutgruppe B hat. Der 53-Jährige will aber freiwillig keine Probe abgeben. Er sagt, da das Haar blond ist, könne es ohnehin nicht von ihm stammen. Wann über den Befangenheitsantrag entschieden wird, ist noch unklar.
Juli 2019: Befangenheitsantrag abgewiesen

Der Befangenheitsantrag des Angeklagten gegen die Richter wurde abgewiesen. Vor einem möglichen Urteil wird aber noch ein medizinischer Sachverständiger eingeschaltet, der die Hände von Ralf H. untersuchen soll.
August 2019: Neue Zeugin

Im August 2019 hat eine Überraschungszeugin ausgesagt. Die frühere Friseurin des Angeklagten Ralf H. hatte sich bei der Polizei gemeldet, weil sie glaubt, wichtige Angaben machen zu können. Dabei geht es vor allem um die Frisur, die der Angeklagte früher getragen haben soll.

Die Friseurin gab an, Ralf H. habe ihr gesagt, dass er seine Haare in der Vergangenheit nie so glatt wie jetzt getragen habe. „Früher hatte ich immer eine Dauerwelle“, sollen die Worte des 53-Jährigen gewesen sein. Und das könnte tatsächlich von Bedeutung für den Mordprozess sein. Denn der Busfahrer, der Nicole-Denise Schalla im Oktober 1993 als letzter lebend gesehen hatte, hatte ausgesagt, die Schülerin sei von einem Mann mit Lockenkopf verfolgt worden. Bisher behauptet Ralf H., mit dieser Beschreibung könne er ja wohl nicht gemeint sein. Möglicherweise sieht das nun anders aus.
Angeklagter scheitert mit Gutachten

Angeklagte scheiterte mit seiner Hand-OP Behauptung. Ralf H. hatte erklärt, nach zwei Hand-OPs in den 1970er-Jahren gar nicht mehr in der Lage gewesen zu sein, eine Frau zu erwürgen. Genau dafür gibt es jedoch nach Aussage eines medizinischen Gutachters keinerlei Hinweise.

Handchirurg Dr. Wolfram Teske aus Hagen hatte den Angeklagten extra im Gefängnis besucht. Das Ergebnis: Die Handball-Verletzungen aus den 1970er-Jahren sind weitgehend folgenlos verheilt. Die Handlungsfähigkeit der Hände sei nicht beeinträchtigt. Es seien auch keine Hinweise auf eine jahrelange Schonhaltung festzustellen. Das heißt letztendlich nichts anderes, als dass Ralf H. sehr wohl in der Lage gewesen sein könnte, Nicole-Denise Schalla zu erwürgen.
März 2020: Prozess platzt wegen Krankheit

Im März 2020 platzt der Prozess. Die Sorge der Eltern bestätigt sich. Der Prozess platzt und muss von vorne aufgerollt werden. Auch sie müssen erneut Aussagen – wie alle anderen Zeugen auch. Der Angeklagte versucht seine Freilassung zu erzwingen. Doch das Oberlandesgericht lehnt ab - wegen Fluchtgefahr und da es bis dato keine Verzögerung gab
Juli 2020: Angeklagter aus U-Haft entlassen

Im Juli 2020 hat der Angeklagte dann aber Erfolg. Er kommt auf freien Fuß. Obwohl Ralf H. weiterhin dringend verdächtig sei, sei die weitere Untersuchungshaft nicht mehr verhältnismäßig. Das Oberlandesgericht schiebt die Schuld klar auf die Dortmunder Richter. Dort sei man nicht schnell genug gewesen. Spätestens Ende April hätten die Verhandlungen wieder beginnen müssen. Aber es kann in der Zwischenzeit zu Verzögerungen.

Dann bekam der Angeklagte neue Verteidiger und Akten waren verschwunden. Weil sie sich nicht ausreichend vorbereiten konnten, wurde der Prozess wieder verschoben.
August 2020

Kaum hat der neue, zweite Prozess begonnen droht auch dieser wieder zu platzen. Weil inzwischen der Vorsitzende Richter ausgewechselt wurde, haben die Verteidiger erneut eine Entscheidung des Oberlandesgericht beantragt. Das hat die Rüge des Angeklagten zur Besetzung des Dortmunder Schwurgerichts aber zurückgewiesen.
Nerven liegen blank

In einer Verhandlungspause ging der Vater von Nicole-Denise Schalla auf den Angeklagten los und musste von einem Anwalt zurückgehalten werden. Später entschuldigte er sich für seinen Ausraster. Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages hatte zunächst der Angeklagte Ralf H. für einen Aufreger gesorgt. Der 55-Jährige ist wütend darüber, dass das Landgericht den Vorsitzenden Richter ausgetauscht hat und brachte dies mit Beleidigungen zum Ausdruck.

Aktuell ist er wütend darüber, dass das Landgericht für diese zweite Prozessauflage einen neuen Vorsitzenden Richter eingesetzt hat. Mit dem bisherigen, Peter Windgätter, hat sich Ralf H. immer wieder angelegt. Und jetzt hat er ihn lautstark als Rufmörder und auf einem Plakat, das er mitgebracht hatte, als Hin-Richter bezeichnet.
DNA stammt von Angeklagten Ralf H.

Eine an der Leiche gesicherte und nachträglich auf Genmaterial untersuchte Hautschuppe stammt eindeutig vom Angeklagten. Ralf. H. beteuert dennoch weiterhin seine Unschuld. Seine Verteidiger wollen darauf hinaus, dass das Genmaterial durch eine Verunreinigung im Labor auf die Klebefolie gelangt sein könnte, wie es bei früheren Untersuchungen im Mordfall Schalla schon passierte. Eine vermeintlich gesicherte männliche DNA-Spur stammte von einem Mitarbeiter des Landeskriminalamts. Der Gutachter kann sich aber keinen Fall vorstellen, bei dem durch eine Verunreinigung die DNA eines unbeteiligten anderen Straftäters übertragen wird. Zu diesen Fragen sollen noch weitere Experten gehört werden.
Januar 2021: Plädoyers gesprochen

Die Prozesstage wurden wegen Erkrankung des Angeklagten verschoben. Im Januar 2021 wurden die Plädoyers gesprochen. Der Staatsanwalt hat eine lebenslange Haft für den Angeklagten Ralf H. beantragt. Darüber hinaus sollen die Richter die besondere Schwere der Schuld feststellen, um eine mögliche Haftentlassung bereits nach 15 Jahren zu verhindern.

https://www.radio912.de/artikel/dortmun ... 43131.html

Mord an Schülerin vor mehr als 27 Jahren 56-Jähriger muss lebenslang ins Gefängnis
1993 wurde die 16-jährige Nicole Denise Schalla missbraucht und erwürgt. Ein Dortmunder Gericht hat nun einen Mann zu lebenslanger Haft verurteilt – eine DNA-Spur brachte die Ermittler auf seine Spur.
25.01.2021, 16.09 Uhr

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/ ... f690bfe5d3
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