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Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben | Ermittlungen eingestellt

Gelöste Fälle, erloschene Fahndungsaufrufe und Warnhinweise.
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sweetdevil31
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Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben | Ermittlungen eingestellt

#1

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 10. Jun. 2015, 20:01

http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... haben.html

Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

Unvorstellbare Ereignisse sollen sich in einem Mainzer Kindergarten zugetragen haben. Es geht um sexuelle Übergriffe unter Kindern, Gewalt und Morddrohungen. Die Staatsanwaltschaft will ermitteln.


Nach mutmaßlichen sexuellen Übergriffen unter Kindern hat die katholische Kirche eine Kindertagesstätte in Mainz vorübergehend dicht gemacht. "Die Einzelheiten werden gegenwärtig untersucht", teilte das Bistum Mainz am Mittwoch mit. Die sexuellen Übergriffe sollen sich demnach über einen längeren Zeitraum ereignet haben. Jugendamt und Staatsanwaltschaft seien eingeschaltet worden. Die Staatsanwaltschaft kündigte ein Ermittlungsverfahren an – möglicherweise seien Aufsichtspflichten verletzt worden.

Träger der Kita ist die Pfarrei Mariä Himmelfahrt im Stadtteil Weisenau. Pfarrer Christian Nagel erklärte, die Kita mit rund 55 Kindern sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe am 2. Juni geschlossen worden. Am 5. Juni habe er dann ein Schreiben mit Informationen an die Eltern verschickt. Es sei Zeit notwendig gewesen, um unter anderem mit den Erziehern über die Vorfälle zu sprechen.

"Uns sind diese Vorgänge, die dazu geführt haben, in ihrer Bedeutung nicht bewusst geworden. Einzelne Hinweise von Kindern, die wir im Gespräch mit Eltern erfahren haben, haben wir nicht richtig gedeutet" heißt es in dem Schreiben. "Über das Ausmaß sind wir zutiefst bestürzt und beschämt!" Nagel sagte, mittlerweile seien mit fast 90 Prozent der Eltern Gespräche geführt worden.

Möglicherweise sind Aufsichtspflichten verletzt worden

Zuvor hatte die "Allgemeine Zeitung" über den Fall berichtet. Demnach kritisieren die Eltern, dass die umfassenden Informationen erst mit einer Woche Verzögerung weitergegeben worden seien. Laut der Zeitung haben Kinder andere Kinder mit Morddrohungen zu sexuellen Handlungen gezwungen. Außerdem soll es zwischen den Kindern zu Diebstählen und Erpressungen gekommen sein.

Die Staatsanwaltschaft in Mainz erklärte, ein Schreiben zu den Vorgängen sei bei der Behörde am Mittwochvormittag eingangen und werde geprüft. Es gebe aber einen Anfangsverdacht für strafbare Handlungen, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler. Daher sei ein Ermittlungsverfahren absehbar. Die Kinder selbst seien aufgrund ihres Alters davon natürlich nicht betroffen. Möglicherweise seien aber Aufsichtspflichten verletzt worden.

Das Bistum Mainz beteuerte, in der Sache schon aktiv geworden zu sein. "Kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der strukturellen Situation sind bereits beschlossen. Eine längerfristige Fachbegleitung der Einrichtung ist in die Wege geleitet worden", hieß es in einer Stellungnahme.
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Zuletzt geändert von Gast am Di, 7. Jun. 2016, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel geändert



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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 11. Jun. 2015, 20:58

http://www.thueringer-allgemeine.de/sta ... -932501809

Kritik an Mainzer Kita wegen sexueller Gewalt unter Kindern

Mainz (dpa) - Wegen sexueller Übergriffe unter Kindern in einer katholischen Kita hat das Bistum Mainz dem kompletten Personal gekündigt.
«Wir sind nicht nur angesichts des Ausmaßes und der Vielzahl der Fälle, sondern auch im Hinblick auf jeden Einzelfall tief betroffen», schrieb der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, am Donnerstag den Eltern der Kindertagesstätte in Mainz-Weisenau. Die Mitarbeiter hätten Berichte der Eltern über Übergriffe nicht ernst genommen.

Aufgrund von Elterngesprächen gebe es für die Vorfälle keine andere plausible Erklärung als «schwere und schwerste Aufsichtspflichtverletzungen».

In der Kita soll es über längere Zeit sexuelle Übergriffe gegeben haben, die in ihrem Ausmaß deutlich über alterstypisches Verhalten wie Doktorspiele hinausgingen. Dabei soll es auch zu einer Verletzung im Genitalbereich gekommen sein. Nicht wenige Kinder seien traumatisiert, heißt es im Brief an die Eltern. Bis zum neuen Kita-Jahr im September bleibt die Einrichtung laut Bistum geschlossen. Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt wegen möglicher Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflichten.

Erste Hinweise an die Erzieherinnen und Erzieher gab es nach Worten des Generalvikars bereits vor etwa fünf Monaten. Die Kita hatte sieben Mitarbeiter. Anfang vergangener Woche erfuhr die zuständige Pfarrei nach eigenen Angaben von Eltern von den Übergriffen und machte die Kita vorübergehend dicht. Zwei Tage später trat die Kita-Leitung zurück. Erst am Mittwoch wurden die Vorfälle öffentlich. Auch Kardinal Karl Lehmann sei tief bestürzt, heißt es in dem Brief. In der Kita wurden nach Angaben der Pfarrei zuletzt rund 55 Kinder betreut. Das Bistum will den Eltern helfen, Plätze in anderen katholischen Einrichtungen zu finden.

Das Landesjugendamt kritisierte die Verantwortlichen. «Man hat zu lange gewartet, bis man sich professionelle Hilfe geholt hat», sagte Präsident Werner Keggenhoff. Das Amt entscheidet in Rheinland-Pfalz auch über die Betriebserlaubnis von Kindertageseinrichtungen. Aktuell gebe es noch keinen Anlass, sie der Kita zu entziehen. Mittlerweile werde dort verantwortlich gehandelt.

Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler sagte, möglicherweise seien Fürsorge- und Erziehungspflichten verletzt worden. Je nach dem Verlauf der Ermittlungen könnten weitere Tatbestände in den Fokus rücken - etwa fahrlässige Körperverletzung. Die Kinder sind wegen ihres Alters davon nicht betroffen. Die Behörde geht von schwierigen Ermittlungen aus, weil sie sich möglicherweise auf eine große Zahl sehr junger Zeugen stützen muss. Die Kita-Leitung hatte sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#3

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 11. Jun. 2015, 21:04

sweetdevil31 hat geschrieben:Die Mitarbeiter hätten Berichte der Eltern über Übergriffe nicht ernst genommen.
sweetdevil31 hat geschrieben:In der Kita soll es über längere Zeit sexuelle Übergriffe gegeben haben, die in ihrem Ausmaß deutlich über alterstypisches Verhalten wie Doktorspiele hinausgingen. Dabei soll es auch zu einer Verletzung im Genitalbereich gekommen sein.
sweetdevil31 hat geschrieben:Erste Hinweise an die Erzieherinnen und Erzieher gab es nach Worten des Generalvikars bereits vor etwa fünf Monaten.

.... Y:Y ....das ganze Kiga-Team kann stolz auf seine pädagogische Leistung sein...ihr hattet es voll drauf.... Y:Y ....
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#4

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Sa, 13. Jun. 2015, 14:59

http://www.focus.de/familie/mobbing/mis ... 48595.html

Sieben Erzieher und 55 Kinder beteiligtTäter drei bis sechs Jahre alt:
„Sadistische Gewalt“ griff in Mainzer Kirchen-Kita um sich



Bild
In der Kita "Maria Königin" ist es monatelang zu sexuellen Übergriffen zwischen Kindern gekommen




In einem Mainzer Kindergarten wurden Kinder monatelang gedemütigt, sexuell genötigt und erniedrigt. Dabei waren Täter wie Opfer erst zwischen drei und sechs Jahren alt. Die Erzieher haben offenbar weggeschaut.

55 Kinder waren aktiv oder passiv an den Misshandlungen beteiligt.
Das Bistum Mainz schätzt die Zahl der Täter auf etwa 15.
Alle sieben Erzieher der Kita sind mittlerweile fristlos entlassen.

In der Kita „Maria Königin“ sollen Kinder zwischen drei und sechs Jahren sexuelle Handlungen aneinander vorgenommen haben, die weit über das normale Maß von Doktorspielen hinausgingen. Nach Angaben des Bistums Mainz soll es diese schweren sexuellen Übergriffe schon länger gegeben haben. Das Bistum berichtete von Erpressung und Gewalt.

Verletzungen im Genitalbereich

Kleine Kinder seien gezwungen worden, ihren Po hinzustrecken, andere Kinder hätten ihnen dann Gegenstände in den Anus eingeführt. Solche Übergriffe seien wiederholt und über einen längeren Zeitraum passiert. Das steht in einem Schreiben der Gemeinde an die Eltern, aus dem die Mainzer Allgemeine Zeitung zitiert. Mindestens ein Kind soll eine Verletzung im Genitalbereich erlitten haben.

Dabei haben sich diese sexuellen Handlungen in den Räumen ereignet, in denen auch die Betreuer anwesend waren. Der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, spricht von "schwerer und schwerster Aufsichtspflichtverletzungen" der sieben Mitarbeiter. Das Bistum hat mittlerweile allen fristlos gekündigt.

Mischung aus Aggression, Demütigung, sexueller Nötigung und Erniedrigung

Fast alle der 55 Kinder sollen irgendwie betroffen sein. Giebelmann schätzt die Zahl der Kinder, die andere quälten auf etwa 15.

Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Unimedizin Mainz, Michael Huss, vermutet bei den Kindern eine Mischung aus Aggression, Demütigung, sexueller Nötigung und Erniedrigung. "Das kommt nicht schnell, und es kommt nicht nur von den Kindern." Möglicherweise sei auch pornografisches Material im Spiel gewesen.

„Moralische Abwärtsspirale“ im Verhalten der Kinder

Womöglich habe es zu Beginn nur einen oder wenige Täter gegeben. Dann habe sich eine Art „moralischer Abwärtsspirale“ unter den Kindern entwickelt. Kinder, die zunächst selbst gedemütigt worden seien, wären mit der Zeit auf die Seite der Täter gewechselt und hätten „Ähnliches in möglicherweise stärkerer Form an anderen Kindern verübt“, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Psychiater. Die Taten der Mainzer Kinder bezeichnet er als „sadistische Gewalt mit sexueller Tönung".


Bild
Mittlerweile sind alle sieben Erzieher entlassen, die Kita ist geschlossen
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#5

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » So, 14. Jun. 2015, 09:37

http://www.sueddeutsche.de/panorama/ueb ... -1.2519178

"Sadistische Gewalt mit sexueller Tönung"

Bild
Spielende Kinder sind auf die Mülltonnentüren der Kindertagesstätte in Mainz gemalt, in der es über Monate zu schweren Übergriffen gekommen sein soll.

Drei- bis Sechsjährige demütigen und terrorisieren sich über Monate in einer katholischen Kita in Mainz. Ein Experte für Kinder- und Jugendpsychiatrie erklärt, wie es so weit kommen konnte.


Von Matthias Huber

Kinder, die andere Kinder unter Androhung von Gewalt nötigen, ihre Geschlechtsteile zu zeigen oder Gegenstände in den Anus einzuführen, Erpressung und Körperverletzung: Es sind unglaubliche Übergriffe, die sich offenbar in einer Kita in Mainz abgespielt haben. Über Monate soll sich ein System aus zum Teil sexualisierter Gewalt entwickelt haben, von dem nahezu alle der 55 betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren betroffen waren.

Der katholische Träger hat die Kindertagesstätte geschlossen und die Mitarbeiter entlassen. Mehrere Einrichtungen kümmern sich um die Betreuung der betroffenen Kinder, darunter auch die Uniklinik Mainz. Michael Huss, der dort die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie leitet, erklärt, wie es zu so dramatischen Entwicklungen unter Kindergartenkindern kommen konnte.

SZ: Über Monate hinweg soll es in einer katholischen Kindertagesstätte in Mainz zu sexueller Gewalt zwischen Kindern gekommen sein. Wissen Sie, was genau passiert ist?


Michael Huss: Was wir wissen, ist schockierend und verstörend. Selbst für uns, die viel mit Missbrauchsfällen zu tun haben, ist das etwas Besonderes: Es gab offenbar eine Art moralische Abwärtsspirale unter den Kindern, die sich über die Zeit verselbständigt hat. In einer Kita sind Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren eigentlich durchgängig betreut. Doch hier hat dieser Schutz irgendwie nicht funktioniert.

Die Einzeltaten würde ich als sadistische Gewalt mit sexueller Tönung bezeichnen. Es gab auch erpresserische Handlungen und es wurde ein Drohszenario aufgebaut. Von sexuellem Missbrauch sollte man in diesem Zusammenhang aber nicht sprechen, denn dort würde man deutlichere Entwicklungsunterschiede zwischen Täter und Opfer annehmen und das Unrecht der Tat wäre dem Täter zu jedem Zeitpunkt bewusst. Man muss also aufpassen, dass kein Grusel-Kopfkino entsteht.

Was meinen Sie mit "Grusel-Kopfkino"?

Es gibt etwas unter Kindern, das gemeinhin als "Doktorspiel" bezeichnet wird. Das ist das Interesse an Intimzonen, die im Alltag verborgen sind. Kinder untereinander explorieren das und können durchaus auch die ein oder andere sexuelle Handlung oder Stimulation wechselseitig oder an sich selbst vornehmen. Dagegen kann man erzieherisch vorgehen und das verbieten, aber Moralbegriffe sind eher nicht angebracht.

Was hier in Mainz aber offenbar passiert ist, gehört nicht auf die Ebene. Hier handelte es sich um eine stark gewaltbetonte, kollektive Demütigung und Traumatisierung, die sich verselbständigt hat.

Ist denn die Reaktion gerechtfertigt, die Kita zu schließen?

Ich gehe davon aus, dass so etwas in Einzelfällen passieren kann - sogar, dass ein Kind ein anderes sexuell demütigt. Aber dass sich das zu einem Gruppenphänomen entwickelt hat und immer schlimmer wurde, zeigt, dass hier viele pädagogische Kontrollmechanismen versagt haben. Die radikalen Schritte des Trägers der Kita - Entlassung beziehungsweise Suspendierung der Erzieher und dass die ganze Kita geschlossen wurde - erscheinen mir eine gute Reaktion.

Sie sprechen von einem "Gruppenphänomen", dem Bistum zufolge sind 53 der 55 Kinder in irgendeiner Form betroffen. Wie viele sind denn selbst sexuell gewalttätig geworden?


Das wissen wir noch nicht. Jedenfalls gab es offenbar Täter-Opfer-Wechsel. Also wenn ein Kind gedemütigt wurde, ist es auf die Täterseite gewechselt und hat Ähnliches an anderen Kindern auch verübt. Dieses wechselseitige Verhältnis hat möglicherweise den Strudel noch beschleunigt. Wir wissen aber nicht, wann und wie genau das angefangen hat: Vielleicht gab es sogar nur einen Täter, und um den haben sich allmählich Nachahmer geschart.

Ist es denn wahrscheinlich, dass es nur ein Kind war, von dem alles ausgeht?

Ich gehe davon aus, dass es mindestens zwei bis drei Kinder braucht, damit so eine Dynamik entsteht. Sonst würde diese Entwicklung wahrscheinlich sehr schnell unterbrochen. Aber das ist sehr spekulativ.

Wieso macht ein Kind zwischen drei und sechs Jahren so etwas?

Aus psychologischer Sicht können wir davon ausgehen, dass sich Kinder so etwas nicht von selbst ausdenken. Da gab es bestimmt entsprechende negative Einflüsse. Sei es, dass Kinder pornografisches Material gesehen und nachgeahmt haben. Oder sei es, dass sie selbst Opfer von sexuellem Missbrauch waren. Das ist ein klassischer Risikofaktor dafür, dass dass diese Kinder selbst auffällig werden oder sogar selbst zu Tätern oder immer wieder zu Opfern werden.

Es geht um kleine Kinder und einen Zeitraum von "Monaten". Könnte es sein, dass die Ursache bereits länger zurückliegt?


Ich hoffe, das wird jetzt so gut und auch fachlich professionell aufgearbeitet, dass man diese Fragen beantworten kann. Denkbar ist schon, dass dieses Verhalten in dieser Kita bereits tradiert ist, und man müsste den Kern vor Jahren suchen. Auch die Rolle der Erzieher muss noch genauer untersucht werden. Bisher habe ich aber nichts gehört, was dafür spricht, dass die Erzieher auch eine aktive Rolle in dieser Entwicklung gespielt haben könnten.
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#6

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » So, 14. Jun. 2015, 09:41

sweetdevil31 hat geschrieben:Aus psychologischer Sicht können wir davon ausgehen, dass sich Kinder so etwas nicht von selbst ausdenken. Da gab es bestimmt entsprechende negative Einflüsse. Sei es, dass Kinder pornografisches Material gesehen und nachgeahmt haben. Oder sei es, dass sie selbst Opfer von sexuellem Missbrauch waren. Das ist ein klassischer Risikofaktor dafür, dass dass diese Kinder selbst auffällig werden oder sogar selbst zu Tätern oder immer wieder zu Opfern werden.
...das wäre natürlich plausibel... :(
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#7

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 15. Jun. 2015, 19:37

http://www.general-anzeiger-bonn.de/new ... 56296.html

Missbrauch in Mainzer Kita

Polizei befragt Kita-Kinder zu sexueller Gewalt

Mainz. Nach sexuellen Übergriffen unter Kindern in einer katholischen Kita in Mainz beginnt die Polizei in dieser Woche mit der Befragung von Mädchen, Jungen, Familienmitgliedern und Erziehern.

Bei den Kindern dürfe nicht lange gewartet werden, weil ihre Erinnerung rasch verblassen könne, sagte der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Mainz, Gerd Deutschler, am Montag. Die Ermittlungen richteten sich gegen die Mitarbeiter. "Man kann aber noch nicht konkret sagen, welche von ihnen von Rechts wegen als Beschuldigte anzusehen sein werden."

Wie das Bistum Mainz unter Berufung auf Eltern berichtet hatte, soll es in der Kita schwere sexuelle Übergriffe, Erpressung und Gewalt unter Kindern gegeben haben. Die Diözese kündigte fristlos allen sieben Mitarbeitern - sechs Frauen und einem Mann. Sie warf ihnen vor, ihre Aufsichtspflicht verletzt zu haben. Die Kita bleibt bis September geschlossen.

Oberstaatsanwalt Deutschler hatte bereits am Samstag gesagt, insgesamt könnten mehr als 100 Kinder und Erwachsene befragt werden. Es werde aber kein Kind zur Aussage gezwungen.
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#8

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 15. Jun. 2015, 19:46

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 45578.html

Es ging über Wochen

In einer Mainzer Kita sollen Kinder immer wieder missbraucht worden sein – von anderen Kindern. Ein Vater, dessen Sohn die Tagesstätte besucht, erzählt über das große Schweigen und Achselzucken in der Einrichtung.

Die Jakob-Sieben-Straße in Mainz-Weisenau führt den Hang hinauf, sie ist sehr schmal und gesäumt von unscheinbaren Arbeiterhäusern aus den fünfziger Jahren. Gegenüber einer grauen Betonwand versperrt ein verrostetes rotes Eisentor den Weg zu einer Treppe, die hinab führt in einen kleinen, mit Waschbeton gepflasterten Hof. In einer Rabatte verkümmert undefinierbares Grün. Rote Dreiräder stehen in dem Viereck, ein blauer Ball liegt da, als würden die Kinder morgen gleich wiederkommen. Ein moderner, rot verputzter Vorbau schiebt sich auf den Platz wie ein Fremdkörper. In diesem Haus, der Kindertagesstätte Maria Königin, haben Erzieherinnen über Monate hinweg offenbar nicht merken wollen, dass es zu sexuellen Übergriffen und Gewalt unter den 55 Kindern gekommen sein soll.

Konkret mussten sich Kinder vor anderen entblößen, ihre Geschlechtsteile zeigen und sich Schläge gefallen lassen, so der Träger der Kita, das Bistum Mainz, das sich schockiert zeigte; Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann nannte die Vorkommnisse „massive sexuelle Übergriffe“ von Kindern gegen Kinder. Die katholische Pfarrei Mariä Himmelfahrt hat in dieser Woche das Personal der Kita fristlos entlassen, diese ist bis September geschlossen und soll dann mit neuem Personal wiedereröffnet werden.

„Dass dort geschlagen wird, war sehr offensichtlich!"

Herr G., ein schmaler junger Mann mit tiefen Augenringen und eingefallenen Wangen, ist immer noch fassungslos. Sein fünfjähriger Sohn besucht die Kita, und jetzt, am Ende dieser Woche, in der alles herauskam, sitzt G. in seinem Wohnzimmer mit den heruntergelassenen Rollläden und redet sich seinen Frust von der Seele, während im Nebenraum seine drei kleinen Kinder zu Abend essen. G.s Frau ist bei der Arbeit – seit die um die Ecke gelegene Kita geschlossen ist, arbeitet der Vater Frühschicht und die Mutter Spätschicht, so dass sie sich mit der Kinderbetreuung abwechseln können. „Dass die Erzieherinnen nicht gesehen haben, was da passiert ist! Es ging über Wochen!“ G. schüttelt den Kopf. „Dass dort geschlagen wird, war sehr offensichtlich!“

Auch sein eigener Sohn sei immer aggressiver geworden. „Er reagierte in manchen Momenten aggressiv, in denen er früher die Ruhe bewahrt hätte. Und er war auch ängstlicher als früher.“ Einmal habe er mit ihm nach der Kita einen Bus besteigen wollen, und normalerweise liebe der Fünfjährige das Busfahren. „Aber an dem Tag wollte er partout nicht, weil ein anderer Junge aus seiner Kita auch mitfuhr – einer von denen, die andere geschlagen haben.“

Vor ein paar Wochen sei sein Sohn auch selbst mit einem langen Kratzer auf der Wange nach Hause gekommen. „Er sagte, er habe deswegen geweint. Wir haben dann die Erzieherinnen darauf angesprochen, aber die wussten nicht, was passiert war. Sie haben gesagt, sie hätten nichts gesehen, und mit den Schultern gezuckt“, erzählt G.
Kein Opfer, kein Täter

Auch geschlagen worden sei sein Sohn, G. erwähnt das fast beiläufig. Aber die Erzieherinnen hätten es ihm und seiner Frau nicht erzählt. Als seine Frau die Erzieherinnen darauf angesprochen habe, hätten diese so getan, als hätten sie die Frage nicht gehört. Die Erzieherinnen hätten – bis auf einen neu eingestellten Erzieher – immer nur herumgesessen, miteinander geschwatzt und zugeguckt, wie die Kinder draußen spielten.

G. betont allerdings mehrfach, dass sein Sohn kein Opfer gewesen sei, und natürlich auch kein Täter. Vielmehr habe der Sohn den Erzieherinnen gesagt, dass er gesehen habe, dass einige Kinder ihren Po entblößen mussten. „Aber die Erzieherinnen haben nur geantwortet: ‚Komm später wieder.‘ Sie haben es verharmlost.“ Sein Sohn habe auch beobachtet, dass sein bester Freund massiv geschlagen wurde. „Aber die Erzieherinnen haben die Eltern dieses Kindes nicht informiert“, erzählt G.

Plötzlich kommt sein fünfjähriger Sohn weinend ins Wohnzimmer gelaufen und der zehnjährige Bruder hinterher. Der Kleine ruft: „Er hat mir weh getan!“ G. bleibt auf der Couch sitzen, er sagt: „Das darfst du nicht“, dann rennen die Kinder wieder weg. G. erklärt: „Der große Bruder bekommt natürlich mit, was da in der Kita gelaufen ist, und zieht den Kleinen jetzt damit auf.“ Er zuckt mit den Schultern. Dann sagt er etwas Verstörendes: dass sein Sohn gern wieder in die Kita gehen wolle und seine Kita liebe. Der Vater sagt: „Ihm ist da kein Leid angetan worden.“
„Alles ist doof“

Der beste Freund seines Sohnes habe allerdings stark unter dem Missbrauch gelitten. „Er war früher immer fröhlich, er hat sich immer gefreut, wenn er mich sah. Aber in den letzten Wochen wurde er immer leiser und verschlossener. Er hat sich nur noch an die Erzieherinnen geklammert. Ich habe ihn gefragt: ‚Was ist los, hast du einen schlechten Tag?‘ Und er antwortete: ‚Alles ist doof.“

Eine Mutter habe ihm erzählt, ihre Tochter traue sich zu Hause nicht mehr allein auf die Toilette, und sie habe von zu Hause Spielzeug mit in die Kita genommen mit der Begründung, sie werde umgebracht, wenn sie das nicht tue.

Gegen die Kinder, die andere missbraucht haben, wird nicht ermittelt werden. Sie sind strafunmündig. Die Erzieherinnen sind allerdings im Visier der Ermittler; insgesamt könnten zudem mehr als 100 Mädchen, Jungen und Familienmitglieder befragt werden. Zu Vermutungen, Kinder könnten zu Hause Pornografie gesehen haben oder gar selbst missbraucht worden sein, erklärte der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Mainz, Gerd Deutschler, am Samstag, das seien bislang reine Spekulationen. „Das Alltagswissen sagt aber, dass Drei- bis Vierjährige so etwas nicht im Bewusstsein haben.“
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#9

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 16. Jun. 2015, 07:09

http://www.bild.de/news/inland/kinderga ... .bild.html

Kinder missbrauchten Kinder
Ermittlungen in Horror-Kita


Bild
Die mittlerweile geschlossene Kindertagesstätte Maria Königin in Mainz. Hier soll es zu sexuellen Übergriffen unter Kindern gekommen seinMainz – Im Schaukasten am Eingang hängen ein paar bunte Marienkäfer aus Pappe. Im Innenhof der Kindertagesstätte Maria Königin in Mainz (Rheinland-Pfalz) steht ein verlassenes Dreirad.


Ausgerechnet hier, wo Eltern ihre Söhne und Töchter in liebevoller Obhut wähnten, erlebten die Kinder (drei bis sechs Jahre) einen unfassbaren Albtraum!

Über mehrere Monate haben Kinder andere Kinder geschlagen, mit Gegenständen vergewaltigt, bedroht und erpresst. Und die Kita-Betreuer wollen von alldem nichts mitbekommen haben!

Ein betroffener Vater (32) erfuhr am Telefon, dass die Kita von heute auf morgen geschlossen wurde: Julius S. (Name geändert) zu BILD: „Erst die kommissarische Leiterin, die jetzt eingesetzt wurde, hat mir gesagt, es würde sich um einen Missbrauch unter Kindern handeln. So seien Stöcke in den Anus gesteckt worden, Kinder an ihrem Penis verletzt und andere Geschichten.“

Sohn Felix (2, Name geändert) hat von alldem zu Hause nichts erzählt. Der Vater: „Aber wir haben trotzdem eine Veränderung wahrgenommen. Plötzlich begann unser Sohn, sich die Hose runterzuziehen und seinen Penis zu zeigen. Plötzlich benutzte er Fäkalsprache mit sexuellen Inhalten.“

Doch auf die Hinweise besorgter Eltern reagierten die Betreuer offenbar nicht. Julius S.: „Meine Frau und ich haben die Erzieher darauf angesprochen – immer wieder. Die blockierten, wiegelten ab: Das sei völlig normal, wenn das kleine Jungen machen.“

Als die Vorwürfe in der Kirchengemeinde bekannt wurden, reagierte Pfarrer Christian Nagel sofort. Die Kita wurde geschlossen, die Betreuer zunächst vom Dienst suspendiert. Inzwischen wurde allen Kita-Mitarbeitern fristlos gekündigt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Es müsse noch geprüft werden, ob auch ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung in Betracht komme. Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler (45) zu BILD: „Wir werden jetzt mit den Befragungen der Kita-Mitarbeiter anfangen.“

Die Kinder wurden vorerst auf andere katholische Kitas verteilt. Eltern und ihren betroffenen Söhnen und Töchtern wurde psychologische Hilfe angeboten.

★★★

Wieso werden Kinder zu Tätern? BILD sprach mit Arche-Chef Bernd Siggelkow, dem Gründer des christlichen Kinder- und Jugendwerks.

Kinder misshandeln Kinder in einer Kindertagesstätte. Was ist da passiert? Was geht in den Kindern vor?

„Kinder können ihre Handlungen noch gar nicht einordnen. Die wissen gar nicht, was sie da tun. Kinder spielen nach, was sie gesehen und gehört haben. Es gibt eben Wohnungen, in denen zum Beispiel auch tagsüber Pornos oder Gewaltfilme laufen, wenn die Kinder dabei sind. Die Eltern denken sich gar nichts dabei.

Aber die Kinder hören, was in diesen Filmen gesprochen wird, sie sehen das und probieren es aus. Sie spiegeln, was sie im Fernsehen sehen. Möglicherweise wurden einige Kinder auch selbst zu Hause körperlich oder seelisch misshandelt. Und dafür suchen sie selbst ein Ventil und misshandeln andere Kinder.“

Warum haben die Eltern der Kinder nicht viel lauter Alarm geschlagen?

„Kinder werden leider nicht so wahrgenommen, wie sie wahrgenommen werden sollten. Wir tun oft so, als wären Kinder kleine Erwachsene. Aber wenn es drauf ankommt, nehmen wir sie doch nicht ernst und hören nicht richtig zu, was die Kinder sagen.“

Die Erzieher behaupten, sie hätten von alldem nichts mitbekommen. Ist das vorstellbar?

„In dieser Größenordnung sicherlich nicht. Vielleicht wollten sie etwas vertuschen, dass es nicht an die Öffentlichkeit kommt. Zugegeben, der Betreuungsschlüssel in Kitas ist nicht so, wie er sein sollte.

Da kommen sechs Kinder auf einen Betreuer. Aber es ist unmöglich, dass Erzieher nicht mitbekommen haben wollen, dass sich Kinder in einer unbeobachteten Ecke des Raumes ausgezogen haben.“

Wie kann man den Kindern helfen, das Erlebte zu verarbeiten?

„Irgendetwas bleibt immer zurück. Vielleicht zeigt sich das auch erst nach drei oder vier Jahren. Man muss da sehr sensibel rangehen und ganz feinfühlig Kinder erzählen lassen, was ihnen passiert ist. Das geht zum Beispiel über das Malen von Bildern oder Fantasie-Erzählungen. Dafür brauchen sie einen sicheren Schutzraum.

Es ist jetzt nicht damit getan, sie einfach wieder in eine andere Kita zu stecken. Ich würde auf jeden Fall dazu raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man darf nicht vergessen, dass Kinder auch ihre Eltern schützen wollen und sich ihnen deshalb möglicherweise nicht ganz öffnen.“
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#10

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Di, 24. Nov. 2015, 13:18

Staatsanwaltschaft sicher | Keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe in Horror-Kita

24.11.2015 - 12:15 Uhr
Die im Fall der katholischen Kindertagesstätte Maria Königin in Mainz-Weisenau erhobenen Vorwürfe haben sich im Zuge der bisherigen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht erhärten lassen.

Das berichtet die Mainzer „Allgemeine Zeitung”.

Im Juni waren Angaben von Eltern bekanntgeworden, nach denen es in der Kita über einen längeren Zeitraum hinweg unter Kindern zu sexuellen Übergriffen, zur Anwendung von Gewalt und zu Fällen von Erpressung gekommen sein soll. Das Bistum Mainz warf dem erzieherischen Personal der von mehr als 50 Kindern besuchten Kita schwerste Verletzungen der Aufsichtspflicht vor und stellte Strafanzeige. Der zuständige Verwaltungsrat der Weisenauer Pfarrei Mariä Himmelfahrt kündigte dem Personal - sechs Erzieherinnen einschließlich der Leiterin und ein Erzieher - fristlos. Die Kita wurde geschlossen.

Mit Blick auf die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen sagte die Leitende Mainzer Oberstaatsanwältin Andrea Keller der „Allgemeinen Zeitung”: „Die Vorwürfe haben sich nach dem bisherigen Ermittlungsstand nicht erhärtet. Es haben sich überwiegend entlastende Erkenntnisse ergeben.”

Der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann reagierte am Dienstag auf den Zeitungsbericht mit der Feststellung, „dass das Vorgehen des Bistums Mainz nach Bekanntwerden der Vorwürfe notwendig und erforderlich war”. Zum damaligen Zeitpunkt seien die Vorwürfe der Eltern glaubhaft gewesen. Das hätten Fachärzte bestätigt, und die Staatsanwaltschaft habe aus diesem Grund ihre Ermittlungen aufgenommen.

Giebelmann äußerte weiter, im Falle eines schweren Verdachts der Verletzung von Aufsichtspflichten müsse gehandelt werden, um einen möglichen weiteren Schaden von Kindern abzuwenden. Unter Hinweis auf das noch nicht abgeschlossene Ermittlungsverfahren sagte Giebelmann, eine abschließende Bewertung sei noch nicht möglich.
Die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft im Wortlaut

Am 19.06.2015 wurde gegen den Pfarrer der katholischen Gemeinde Mainz-Weisenau ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauches von Kindern eingeleitet.

Die zugrundeliegende Strafanzeige wurde an dem genannten Tag von der Mutter zweier Kinder erstattet, die in dem Ermittlungsverfahren gegen Erzieherinnen und Erzieher der Kindertagesstätte „Maria Königin“ in Mainz-Weisenau, deren Trägerin die Gemeinde ist, als Zeuge angehört worden waren. Nach den Angaben dieser beiden angehörten Kinder bzw. ihrer Mutter sei es zu sexuellen Handlungen des Pfarrers an diesen Kindern gekommen. Die Vorwürfe haben sich im Zuge der weiteren Ermittlungen, insbesondere auch durch die aussagepsychologische Begutachtung der angeblich betroffenen Kinder, nicht bestätigt.

Auch die aufgrund gerichtlicher Anordnung erfolgte Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten und der Räumlichkeiten der Pfarrei führten nicht zum Auffinden belastenden Beweismaterials. Der Verteidiger des Beschuldigten hat am 24.11.2015 eine umfangreiche Stellungnahme von rund 30 Seiten abgegeben, nach deren Auswertung das Ermittlungsverfahren voraussichtlich abgeschlossen werden können.
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sweetdevil31
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#11

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 26. Nov. 2015, 15:44

Kündigung im vermeintlichen Kita-Skandal unwirksam

26.11.2015, 15:39 Uhr
Im vermeintlichen Mainzer Kita-Skandal hat ein Gericht die Kündigung einer Erzieherin für unwirksam erklärt. Das gelte sowohl für die fristlose als auch für die ordentliche Kündigung, entschied das Arbeitsgericht Mainz am Donnerstag. Es sprach von inhaltlichen und formalen Mängeln. Die Frau hatte gegen den Träger der Kita, das Bistum Mainz, geklagt. Dieses wollte das Urteil zunächst nicht kommentieren.

Zuvor hatte der Anwalt des Bistums allerdings im Gericht den Sinn einer Weiterbeschäftigung der Frau angezweifelt. Das Vertrauen der Eltern in das frühere Kita-Personal sei zerstört, sagte er bei der Verhandlung. Gegen eine zweite ordentliche Kündigung, die im November die Klägerin erreichte, will die Frau nun ebenfalls vorgehen.

Im Sommer waren Vorwürfe laut geworden, es habe mutmaßliche sexuelle Übergriffe und Gewalt untern Kindern in der katholischen Kita im Stadtteil Weisenau gegeben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konnten das nicht bestätigen, wie die Behörde vor kurzem bekanntgab. Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte das Bistum alle sechs Erzieherinnen und einen Erzieher fristlos entlassen.
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#12

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 26. Nov. 2015, 17:57

Erste Erzieherin bricht ihr Schweigen
Auch wenn die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt: Der Kampf zwischen Erziehern der Weisenau-Kita und dem Bistum vor dem Arbeitsgericht geht weiter.

Am Rande des Prozess brach gestern erstmals eine Erzieherin ihr Schweigen: „Eine harte Zeit für mich! Umso mehr, als meine Tochter auch dorthin ging“, sagt Melanie G. (38), die 3 Jahre in „Maria Königin“ arbeitete.

„Überall tuschelten die Leute, was wir Erzieher da Böses getan hätten – selbst an der Supermarktkasse. Natürlich habe ich mit meinem Kind darüber geredet. Sie hat gar nicht verstanden, warum sie nicht mehr dorthin darf.“

Was ihr nur wenig Genugtuung bereitet: „Es zeigt sich, dass die schlimmen Dinge offenbar gar nicht passiert sind“, erklärt sie.

Die 38-Jährige sagt aber auch, dass die Zustände in der Kita übel waren: „Schlechte Stimmung, die Kinder waren aggressiv, liefen auf den Tischen rum, es gab blaue Flecken", räumt sie ein.

„Seit April haben wir Erzieher der Gemeinde immer wieder gesagt, wir brauchen Hilfe, Coaching, 2 weitere Stellen. Passiert ist nichts.“ Weshalb die Frau ihren Job unbedingt wieder haben will.

Was ihr hilft: „Die vielen Eltern, die ich treffe, stehen hinter uns. Sie sagen, wie gern ihr Kind zu uns ging. Man hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen und ihnen die Bezugspersonen genommen.“

Anders sieht das Bistums-Anwalt Klaus Rudolf (42). Das Bistum wolle die Kündigungen weiterhin durchsetzen, die Eltern hätten kein Vertrauen mehr ins alte Personal.

Sah das Gericht anders, erklärte die Kündigung von Melanie G. für unwirksam – wegen inhaltlicher und formaler Mängeln. Der Krieg vor Gericht geht also weiter!
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Eagle
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Re: Kinder sollen andere Kinder sexuell erpresst haben

#13

Ungelesener Beitrag von Eagle » Sa, 4. Jun. 2016, 12:07

Kita in Mainz: Ermittlungen wegen sexueller Gewalt unter Kindern eingestellt
In Mainz hatte die Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter einer Kita ermittelt, weil es unter Kindern Fälle sexueller Gewalt gegeben haben soll. Nun gehen die Ermittler dem Fall nicht mehr nach.

Die Vorwürfe wogen schwer: In einer kleinen katholischen Kita in Mainz hätte es in großem Ausmaß sexuelle Übergriffe unter Kindern gegeben, erklärte der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann im Sommer 2015. Nun wurden die Ermittlungen gegen die Mitarbeiter endgültig eingestellt, nachdem schon im November 2015 die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller Zweifel an der Darstellung der Ereignisse hatte erkennen lassen (...)
Nun erklärte die Staatsanwaltschaft Mainz, es hätten sich keine Beweise für eine Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht noch für andere Straftaten wie Körperverletzung ergeben (..)
Spiegel

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