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Mr. Mercedes - Crime/Thriller (TV-Serie)

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PommesAgnum
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Mr. Mercedes - Crime/Thriller (TV-Serie)

#1

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Do, 22. Nov. 2018, 02:01

Mr. Mercedes - US-amerikanische Thrillerserie von David E. Kelley, 2014

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Der pensionierte Cop, der niemals über seinen letzten Fall hinweg kommt und zum griesgrämigen Alkoholiker wird.
Ein alter Hut, möchte man meinen. Das hat man jetzt auch wirklich schon mehr, als zu Genüge in diversen Serien und Filmformaten vorgesetzt und vorgekaut bekommen.
Auch die Gran Torino-Nummer des grantigen und sonderbaren Alten in seinem Viertel, der dennoch seinen schwarzen Hausarbeiter (keine Sorge, im Sinne von Harvard-Absolvent, viel schlauer, als der Protagonist, Politisch Korrekt, versteht sich!) sehr zu schätzen weiß, bietet nicht wirklich viel Neues. So ist es auch ganz alleine und vor allen Dingen Brendan Gleeson zu verdanken, das die Serie mit Ihren Norm-Standard-Stereotypen nicht schon von der ersten Sekunde an Baden geht.
Der irische Ausnahme-Darsteller trägt die Serie, bis zum Schluss, keine Frage.

Brendan Gleeson = Braveheart/ Michael Collins/ 28 Days Later/ Cold Mountain/ ausnahmslos Großartig, in "Brügge sehen… und sterben?"/ Am Sonntag bist du tot/ Jeder Stirbt Für Sich Allein

Es braucht schon 2,3 Folgen, um sich dem Sog des Katz und Maus-Spiels, sprich = Ermittler vs.böser Bube, schlussendlich so richtig hingeben zu können.
Nicht umsonst, gilt die unausgesprochene Faustformel, der Held ist lediglich nur so gut, wie der Bösewicht, sein Gegenüber. Jedenfalls, trifft dieses hier voll zu. Ein Duell auf Augenhöhe. Was "Doyle", bei Holmes mit Moriarty glückte, kann so falsch nicht sein. Das habe ich in dieser 1:1 Intensität das letzte Mal nur in "The Fall – Tod in Belfast", zwischen Gillian Anderson und Jamie Dornan erlebt. Das heißt, zumindest in der ersten Staffel von 2013.
Es ist diese, für Stephen King'sche Novellen typische Grundstimmung einer US-Ostküsten-Stadt, Kleinstadt wäre in diesem Zusammenhang eher falsch gewählt, denn wir befinden uns in Ohio, die darüber hinaus in den Bann zieht.
Freunde von Kings, eher Non-Horror Werken, wie "Stand by me", oder "Die Verurteilten" und damit natürlich Freunde der ersten "The Walking Dead"- Staffeln eines Frank Darabont, werden sich hier sicher Heimisch fühlen.
Als Ost-Küsten Fan, mit den typischen Diners/ Stores und Arbeitervierteln. Einem eher schmutzigem Arbeitercharakter also, bin ich da auch absolut von angetan. Was die Atmosphäre betrifft. Ein ungewöhnlich rotziger Punk & feiner Soul - Soundtrack, der wahlweise (Punk!) dem "jungen" IT-Killer angedichtet wird (Mr.Robot, lässt grüßen!), u.a. mit den "Ramones", "Reagan Youth", "Pixies", "The Kinks" und dem alten Godfather der New Wave Punk-Avantgarde "Leonard Cohan" (seit Oliver Stones Natural Born Killers, geht Cohan immer!) tut sein übriges, um mich abzuholen. Ein wirklich feiner OST. Auf "Spotify", sogar für umsonst. Ohne hier noch Werbung machen zu wollen.
Die Musik, die Strassen-Hockey Kids, die lesbische Media-Markt-Hackerin, mit dem dicken Fick-Finger für jeden Kunden. Die alte, aber für Ihr Alter heiße und nicht auf den Kopf gefallene Granny-Nympho-Nachbarin machen Laune. Und so ertappe ich mich, dass mir die Ausstattung samt Atmosphäre über gewisse Krimi-Story Längen hinweg helfen. Mich sogar, die eigentliche Crime-Story, vergessen lassen. Denn die ist im Grunde schnell erzählt.
Ein typisches Schreckensszenario unserer Tage.
Mit "Ich, Olga Hepnarová", einer tschechischen Massenmörderin, erhält zur Zeit ein Art-House Film mit ähnlicher Handlung Einzug in ausgesuchte Klein-Lichtspielhäuser. Die Frau lenkte 1973, ganz bewusst Ihren LKW in eine vollbesetzte Straßenbahn-Haltestelle. 8 Tote und Ihr eigener Tot, in Folge einer letzten Hinrichtung einer Frau in "CZ", wahren das Ergebnis.
Als der 20-jährige Rassist "James Alex Fields jr.", am 12.08.2017 um 14:00 Uhr, in Charlottesville/Virginia seinen 400 PS starken Dodge Challenger beschleunigte und in eine Menschenmenge raste, waren 19 Verletzte und eine 32 jährige Tote zu betrauern.
Der Anschlag in Nizza, mit "86" Toten, sowie 6 Monate später am Breitscheidplatz 2016, mit 12 Toten, dürften jedem jüngeren und älteren Zeitgenossen unserer Nation noch deutlich in Erinnerung sein.

Mit "Friedrich" Freddy Krueger, und selbstverständlich Nazi-Oberst Landa, ist man als geneigter Film-Fan natürlich Angst und Schrecken in germanischem Gewand gewohnt. Scheinbar ängstigt einen Otto-Normal-Yankee nichts so sehr, wie ein deutsches Antlitz. Warum auch immer?! Ja, ja, die pöse Vergangenheit. Zum Glück, wurden alle Indianer ausschließlich mit Gold und Land belohnt.
Geschenkt.
So hat die eigentliche Tat mit Ihrem Killer/Mörder, zwar keine deutschen Ursprünge mehr im direkten Sinne zu bieten.
Bleibt wenigstens das Mordinstrument, bzw. die Tatwaffe, in Form eines Mercedes SL 500 – »zwei Tonnen, geballte deutsche Ingenieurskunst« – die hier einen schrecklichen, blutigen, Mehrfach-Tod bringt.
Stephen King = Killer Auto = Christine, stimmt, da war ja mal was.
Doch anders, als beliebte Achtzigerjahre abfeiernde Retro-Serien, mit Bonanza-BMX Bikes und Rubik-Würfeln in der Hand, folgt Mr. Mercedes wieder dem typischen, düsteren "Breaking Bad" und "True Detective" Style, der vergessenen amerikanischen Mittelschicht. Der Trailer-Park hausenden Trump-Wähler. Dem gemeinen Amerikaner, der vom OP-Tisch geschmissen wird, weil er nicht mehr richtig versichert ist.

Eine riesige Menschenmenge steht des Nächtens, noch vor dem offiziellen Beginn, vor der hiesigen Job-Börse in Ohio. Um den Zweit- oder Dritt-Job, für das entbehrungsreiche Leben zum Mindestlohn zu ergattern.
Ein junger Mann in besagter deutscher Luxus-Limousine, stülpt sich eine Clowns-Maske über den Kopf und gibt Vollgas.
16 Menschen sterben ganz direkt, bei diesem Anschlag.
Der Täter kann entkommen.
Die Tat bleibt ungesühnt.
Detective Kermit William Hodges (Brendan Gleeson) hadert mit dem Ruhestand.

Wie schon die herausragende David Fincher Serie "Mindhunter", so stark ist der "Mercedes Herr" bei Weitem nicht, dennoch schlägt auch diese Crime-Serie absolut und unabdingbar nur und ausschließlich die leisen, aber kritischen Töne an. Hier gibt es keine Action, und schon gar nicht, gibt es ein geschöntes Amerika.
America = First ?! America = am Arsch! Großartig!
Hier ist Aufmerksamkeit gefordert.
Kein Highlight, aber definitiv einer der besseren Vertreter, was Crime-Kost USA angeht.
Anspruchsvoll und Sehenswert.
Es gibt schon eine zweite Staffel. Eine Dritte, ist in Planung.
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