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7. März 1998 | Peine-Stederdorf | Markus Wachtel

Ungeklärte Fälle im Focus.
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borusse9999
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7. März 1998 | Peine-Stederdorf | Markus Wachtel

#1

Ungelesener Beitrag von borusse9999 » Di, 6. Feb. 2018, 14:00

Markus Wachtel
Bild

7. März 1998: Markus Wachtel verlässt in Peine-Stederdorf am Abend noch einmal das Elternhaus und leiht sich ein Videospiel in der Nachbarschaft aus. Danach verschwindet er.

10. März 1998: Drei Tage später entdeckt ein Suchtrupp Leichenteile in einem vom Elternhaus nur etwa 900 Meter entfernten Kiesteich.

12. März 1998: Die ersten Obduktionsergebnisse belegen, dass Markus erwürgt und die Leiche zerstückelt wurde.

Anfang November 1998: Die Gerichtsmediziner finden in einem komplizierten Untersuchungsverfahren ein fremdes Hautteil. Eine Speichelprobe bei 2100 Einwohnern von Stederdorf bleibt erfolglos.

Juli 1999: Eine neue Befragung der Bevölkerung führt schließlich zu einem Sohn einer kasachischen Spätaussiedlerfamilie.

22. September 1999: Der Haftrichter des Amtsgerichts Peine erlässt Haftbefehl gegen den 18 Jahre alten Berufsschüler.

16. Oktober 1999: Bis heute unbekannte Täter schänden das Grab des Schülers und stehlen den Kopf der Leiche. Er fehlt bis heute nicht gefunden worden.

17. Mai 2000: Vor der Jugendstrafkammer des Hildesheimer Landgerichts beginnt der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

18. April 2001: Nach 56 Verhandlungstagen rückt der Staatsanwalt vom Mordvorwurf ab und fordert stattdessen sechs Jahre Jugendstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge für den Angeklagten.

23. April 2001: Der erste von drei Anwälten plädiert auf Freispruch. Er sieht keinerlei Beweise für eine Schuld seines Mandanten. Die beiden anderen Verteidiger schließen sich später an.

30. April 2001
: Das Landgericht Hildesheim verurteilt den 19-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sechs Jahren Jugendhaft.
Nach 4 Jahren Haft wird der Verurteilte wieder frei gelassen.
Anderthalb Jahre nach dem makaberen Mord ist der Fall offener denn je. Unbekannte stahlen den Kopf des Opfers aus dem Grab. Die wahren Täter?
Bei Mondschein stachen Unbekannte die Heidepflanzen in akkuraten Rechtecken aus dem Boden. Sie warfen die Plüsch-Teddys auf dem Grab neben das weiße Steinkreuz und häuften die sandige Erde mit dem Spaten neben die Grube. Dann zertrümmerten die Täter den Sargdeckel, zogen den Schädel heraus und machten sich ungesehen davon.
Die makabere Tat wirft neue Rätsel auf in einem der grauenhaftesten Mordfälle der letzten Jahre, denn in dem Grab lag die Leiche von Markus Wachtel. Der 13-jährige Junge aus dem niedersächsischen Peine-Stederdorf war Anfang März vergangenen Jahres erwürgt und dann in sechs Teile zerstückelt worden. Nun grübeln Ermittler, wer den Schädel gestohlen haben könnte. Waren es Komplizen des Hauptverdächtigen? Verrückte? Oder vielmehr die wahren Täter?
In einer Blitzaktion durchsuchte die Polizei zeitgleich sieben Wohnungen von Freunden und Verwandten des Hauptverdächtigen Alexander B., der seit fünf Wochen wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft sitzt. Doch keiner der sichergestellten Schuhe passte zu dem Abdruck, der am Grab gefunden wurde. Auch fanden die Beamten weder Schmutzreste noch Tatwerkzeug.
Dabei hatten die Fahnder gehofft, Grabschänder und Mittäter könnten identisch sein und sich so entlarven. Denn so viel ist klar: Sollte der Russlanddeutsche Alexander B., 18, Markus ermordet haben, muss er Helfer gehabt haben, die beim Aufbewahren, Zerstückeln und Transport der Leiche mit angepackt haben.
Doch nun ist wieder alles offen: Nekrophile könnten das Grab geschändet haben, um sich so zu befriedigen. Es könnten aber auch Satanisten gewesen sein oder Trophäenjäger, die sich für das prominente Mordopfer interessierten.
Auf jeden Fall bestärkt die nächtliche Buddelei Zweifel an der Schuld des Hauptverdächtigen, denn immer deutlicher werden jetzt Parallelen zu einem anderen Fall, mit dem er kaum etwas zu tun haben kann: Eine Woche vor der Grabschändung in Stederdorf hatten Unbekannte in Frankfurt versucht, das Grab des Mordopfers Tristan Brübach zu öffnen, wurden offenbar aber gestört. Auch hier hoben die Täter die Gruft "fast professionell" aus, so Klaus Buhlmann von der Kriminalpolizei in Peine.
Mehr der Gemeinsamkeiten: Beide Opfer waren 13 Jahre alt, beide waren Jungen, beide starben im März 1998 - und beide wurden grauenhaft zerstückelt. Trotzdem glaubt die Polizei allenfalls bei der Grabschändung an einen Zusammenhang. Die Art, wie die Jungen zerschnitten worden sind, lasse auf unterschiedliche Täter schließen: Bei Tristan, der in einem Bahnhofstunnel aufgefunden wurde, sei es wohl eher ein Geisteskranker gewesen, der den Jungen "regelrecht angefallen" habe, mutmaßt Polizeipsychologe Volker Ludwig, der ein Täterprofil erstellt hat. Die Peiner Mordkommission geht hingegen davon aus, Markus' Mörder habe sein Opfer nur zerstückelt, um die Leiche besser transportieren zu können.
Klaus-Günther Ebel, Anwalt von Alexander B., bezweifelt diese Theorien. Die Ähnlichkeit der beiden Fälle sei "einfach zu groß". Er wittert Morgenluft, zumal Alexander B. noch keineswegs überführt ist. Der Junge kam 1997 aus Kasachstan nach Deutschland. Er bestreitet die Tat hartnäckig.
Der Haftbefehl stützt sich im Wesentlichen auf Jugendliche, die ausgesagt haben, der Kasache habe mit dem Mord geprahlt. "Es wird eine außerordentlich schwere Beweisführung", gibt Christian Gottfriedsen von der Staatsanwaltschaft Hildesheim zu. Die Ermittler hätten "Zeugenbeweise", aber "keine Tatzeugen und Sachbeweise".
Alexander B. soll auf einem Garagenhof Zigaretten von Markus Wachtel gefordert haben. Als der nicht darauf einging, sei es zu einer Schlägerei gekommen. Danach habe Alexander B. Markus erwürgt. Bei der Auseinandersetzung sollen andere Jugendliche, die meisten ebenfalls Aussiedler, dabei gewesen sein. Mehrere bestätigen, es habe die Keilerei gegeben. Andere wissen nur von einem friedlichen Treffen der beiden. Wieder andere bestreiten, dass Markus überhaupt da gewesen sei. Den Mord will keiner gesehen haben.
Die Polizei hatte die Russlanddeutschen sofort im Visier: Ihre Telefone wurden abgehört, ihre Wohnungen und Garagen durchsucht, Leichenspürhunde eingesetzt. Fasern ihrer Kleidung wurden analysiert. Weil an der Leiche von Markus fremde Hautschüppchen gefunden wurden, schickten die Ermittler die 2100 männlichen Stederdorfer, auch die Aussiedler, zum DNA-Test. Alles ohne Ergebnis.
Der Hauptbelastungszeuge, heute 16 Jahre alt, hat erst eineinhalb Jahre nach dem Mord geplaudert. Alexander B. habe gesagt: "Ich habe Markus umgebracht, aber das war ein Unfall." Bei einer erneuten Vernehmung zwei Tage später schwächte der Zeuge seine Aussage aber wieder ab.
Für die Eltern von Markus Wachtel ist schon das Hin und Her der Ermittlungen ein Alptraum ohne Ende. Am vergangenen Samstag mussten sie ihren einzigen Sohn ein zweites Mal beerdigen. Sollte sein Kopf je wiedergefunden werden, wird es wohl eine dritte Bestattung geben müssen. CORDULA MEYER
Quelle
Warum dieser Thread bei einem Fall, wo ein "Täter" verurteilt wurde?
Weil dieser Fall eigentlich noch ungelöst ist! Der "Täter" war meiner Ansicht nach Unschuldig und der wahre Täter ist noch da draußen.
Was denkt ihr? War der Kasache der Mörder von Markus?
Zum einen wurden damals Speichelproben genommen, auch vom angeblichen Täter. Ergebnis: Negativ
Auch so viele Ungeremtheiten was den Entschluss fasst. Er war Unschuldig. Warum waren die Eltern von Markus nicht beim Prozess des angeblichen Mörders ihres Sohnes dabei? Weil sie selber nicht daran Glauben schenken wollten, dass er der Täter ist?
Der Privatdedektiv der zusammen mit der Hellseherin damals in Sat1 Blitz berichtete hatte einen Arbeitskollegen von Markus seinem Vater unter Verdacht. Zitat: Wir haben das Filmmaterial der Beerdigung angeschaut und Frau Schwepper hat einen Arbeitskollegen von Herrn Wachtel als den Mann aus ihrer Vision erkannt. Dieser Mann war desöfteren bei Wachtels zu Besuch und hatte mit Markus auch Videospiele gespielt. Dabei sei er immer total ausgerastet, wenn er verloren habe.
Er hat auch einen möglichen Ort der Zerstückelung der Leiche gefunden. Zitat: Weil weder Tatort und Zerstückelungsort von der Soko gefunden wurden, habe ich den Vater, von Beruf Maurer, gefragt, auf welchen Baustellen sein Arbeitskollege zur Zeit des Verschwindens von Markus gearbeitet habe. Er sagte mir, dass seine Firma das Stahlwerk in Peine betreue und sein Arbeitskollege zu dem Zeitpunkt dort Winterdienst gemacht habe. Ich habe dann mit dem Sicherheitschef des Stahlwerks gesprochen. Er hat mir die Einfahrtskontrollscheine für die Tatzeit gezeigt. Der Verdächtige war aber nicht registriert. Das spricht natürlich nicht dagegen, dass er trotzdem auf das Gelände gelangen konnte, da er dem Wachdienst am Tor ja bekannt war. Sie hätten ihn auch sicherlich so hinein gelassen. Ich habe dann gefragt, ob es einen Ort im Stahlwerk gebe, wo man eine Leiche hätte verstecken und zerstückeln können. Er sagte mir, da gebe es sicher viele Plätze im riesigen Stahlwerk. Aber er denke an ein leer stehendes Gebäude, in dessen Erdgeschoss die Aufenthaltsräume der Firma des Verdächtigen seien. Ich bin dann in diesem Gebäude ins oberste Stockwerk gegangen. Dort habe ich im Fussbodenstaub eine Fußspur gesehen, die hinein und herausführte. Die Spur führte in einen ehemaligen Waschraum. Dort habe ich in einem Fußwaschbecken rötliche Ablaufspuren und braune Spritzer gefunden, die nach meiner Erfahrung als Ermittler im Kriminaldauerdienst nur von Blut herrühren können. Ich habe das der Kripo mitgeteilt. Sie sind der Spur aber nicht nachgegangen, weil sie schon einen Sündenbock als Täter hatten. Es war ein Jugendlicher, der von seinen Kumpanen beschuldigt wurde, ihnen die Tat gestanden zu haben.
Wenn es sich dort um Blut gehandelt hat, warum hat die Polizei diesen Tatort nicht untersucht und diese Spuren auf Blut und auf Markus seine DNA verglichen?
War es der Arbeitskollege von Markus seinem Vater?

Auch ist ein Zusammenhang mit dem Fall Yasmin Stieler denkbar möglich. In beiden Fällen wurden die Körperteile abgetrennt. Auch die Entfernung beider Fälle ist nicht sehr groß.
Was denkt ihr? Gibt es einen Zusammenhang? Möglicherweise ein und der selbe Täter?
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7. März 1998 | Peine-Stederdorf | Markus Wachtel

#2

Ungelesener Beitrag von Lastlove » Di, 6. Feb. 2018, 14:56

ein Privatfetektiv im Kriminaldauerdienst.
Das ist mir noch völlig neu..was es alles gibt.. :open_mouth:
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#3

Ungelesener Beitrag von borusse9999 » Di, 6. Feb. 2018, 15:28

Kennst du nicht?
Die Blitz Teile sind auch auf YT zu finden in (Ironie an) wunderbarer Qualität (Ironie aus)
https://www.youtube.com/watch?v=LqJSjO3bxl0&t=1s
https://www.youtube.com/watch?v=QZkhNJT5drI
https://www.youtube.com/watch?v=9oWQsuK-pVY
https://www.youtube.com/watch?v=CplsuuDSNYg

Nur dem Verdacht auf den Kollegen des Vaters und dem Stahlwerk wurde von der Polizei nicht nachgegangen.
Leichtsinnig und unverantwortlich....
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#4

Ungelesener Beitrag von borusse9999 » Sa, 10. Feb. 2018, 23:00

Keiner eine Meinung zu diesem Fall?
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7. März 1998 | Peine-Stederdorf | Markus Wachtel

#5

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 25. Feb. 2018, 18:43

@borusse9999
borusse9999 hat geschrieben:Keiner eine Meinung zu diesem Fall?
Warum ist der Fall ein Cold Case? Juristisch ist der längst abgeschlossen.
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#6

Ungelesener Beitrag von borusse9999 » So, 25. Feb. 2018, 23:08

Salva hat geschrieben:
So, 25. Feb. 2018, 18:43
Warum ist der Fall ein Cold Case? Juristisch ist der längst abgeschlossen.
Dies habe ich im Startpost doch geschrieben:

Warum dieser Thread bei einem Fall, wo ein "Täter" verurteilt wurde?
Weil dieser Fall eigentlich noch ungelöst ist! Der "Täter" war meiner Ansicht nach Unschuldig und der wahre Täter ist noch da draußen.
Was denkt ihr? War der Kasache der Mörder von Markus?
Zum einen wurden damals Speichelproben genommen, auch vom angeblichen Täter. Ergebnis: Negativ
Auch so viele Ungeremtheiten was den Entschluss fasst. Er war Unschuldig. Warum waren die Eltern von Markus nicht beim Prozess des angeblichen Mörders ihres Sohnes dabei? Weil sie selber nicht daran Glauben schenken wollten, dass er der Täter ist?
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7. März 1998 | Peine-Stederdorf | Markus Wachtel

#7

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 26. Feb. 2018, 00:25

@borusse9999
borusse9999 hat geschrieben:Weil dieser Fall eigentlich noch ungelöst ist! Der "Täter" war meiner Ansicht nach Unschuldig und der wahre Täter ist noch da draußen.
Das ist deine persönliche Meinung, die einen jur. abgeschlossenen Fall noch längst nicht zu einem Cold Case macht ;)
Ich benenne deinen Thread um und verschiebe ihn ins Forum "Justizirrtümer". Okay?

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