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1996 | Jena-Ammerbach | Ramona Kraus (10) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1996 | Jena-Ammerbach | Ramona Kraus (10) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 19. Nov. 2016, 23:40

Die 10-jährige Ramona Kraus aus Jena-Ammerbach verschwindet im Sommer 1996 auf dem Heimweg von der Schule.
Fünf Monate später werden ihre sterblichen Überreste in einem Wald bei Großburschla im Schnee gefunden, aber vom Mörder fehlt bis heute jede Spur.

Bild nicht mehr vorhandenRamona Kraus, † 10. Foto: RTL.de
Am 15. August 1996 war Ramona das letzte Mal in der Schule, sie besuchte die Klasse 4b der damaligen 14. Grundschule. Nach der Schule ging das Mädchen gemeinsam mit Freundinnen zum Columbus-Center in Jena-Winzerla. Ramona blieb nicht lange, sie verabschiedete sich von ihrer Freundin mit den Worten: "Ich muss um 1 zu Hause sein." Und ging.

Es war in der Familie vereinbart, dass sie unmittelbar nach der Schule nach Hause kommt und sich dann gleich telefonisch bei der Mutter meldet. Von der Freundin wurde sie noch gesehen, wie sie die Freitreppe am Columbus-Center hinaufrannte, das war 12.50 Uhr. Sie hatte einen geblümten Rock mit passender Weste an, trug den bunten Schulranzen auf dem Rücken und den blauen Turnbeutel in der Hand.

1,5 Kilometer Heimweg – sie kam aber nie an

Ramona wohnt in Jena-Ammerbach. Ramonas Heimweg führt entweder an der Straße entlang oder über den so genannten Hahnengrundweg, 1,5 Kilometer durch Gärten und Wiesen. Aber sie kommt nicht an. Gegen 18 Uhr alarmieren ihre Eltern die Polizei.

Die Fahndung der Polizei läuft sofort an. In den nächsten Stunden durchkämmen rund 250 Polizisten mit Hunden den Wald und das gesamte Gelände um Winzerla und Ammerbach. Hubschrauber sind eingesetzt. Den ganzen nächsten Tag suchen die Beamten nach dem Mädchen. Schließlich wird das Einsatzgebiet zwischen Ringwiese und Saale erweitert.

Fahndungsplakate sollen nun helfen. Von dem Bild und der Personenbeschreibung der kleinen Ramona erhoffen sich die Polizisten Zeugenaussagen. Die Kriminalpolizeiinspektionen in Jena und Weimar werden de facto aufgelöst, 80 Prozent aller Kriminalbeamten arbeiten am Fall Ramona Kraus. Rund 100 konkrete Ermittlungsrichtungen ergeben sich in den nächsten Tagen.

Am 20. August will ein Zeuge Ramona an der Autobahn bei Quirla gesehen haben, ein anderer Zeuge gibt einen Hinweis auf die kleine Gemeinde Nennsdorf. Bis zum 22. August werden allein 2500 Personen befragt, doch am Ende stehen die Polizisten immer wieder mit leeren Händen da – keine Spur führt zu Ramona.

Am 25. August wird der Fall bei "Kripo live" im Mitteldeutschen Rundfunk vorgestellt, wieder gehen Hinweise ein, die aber auch nicht weiterführen. Am 26. August suchen Taucher die Saale ab. Aber immer wieder führen die Ermittlungen zurück zum Ausgangspunkt Columbus-Center, wo die kleine Ammerbacherin zuletzt gesehen worden war.

Dringend bittet die Polizei über die Medien um Hinweise von Zeugen, die an dem fraglichen Tag zwischen 13 und 15 Uhr Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Hahnengrundweges gesehen haben. In die Ermittlungen ist inzwischen auch Interpol eingeschaltet. Denn nach den kurz zuvor in Belgien aufgedeckten Fällen von Kindesmissbrauch drängt sich ein Zusammenhang geradezu auf. Eine Spur führt auch nach Tschechien, weil durch die Ermittlungen in Belgien auch ein Kinderprostitutions-Ring in Prag aufgeflogen ist, vom Prager Ring gab’s Spuren nach Bayern und Thüringen. Und schließlich verfolgen die Polizisten auch eine Spur nach Chomutov.

Am 1. September berichtet "Kripo live" erneut. Daraufhin kommen Hinweise auf gefundene Schulranzen, Turnschuhe, manche wollen Ramona gar in einem Pkw gesehen haben. Am gleichen Tag ist wieder Großeinsatz am Columbus-Center. Die Polizei durchsucht jeden Winkel – nichts, aber die Suche geht weiter.

Das Landeskriminalamt setzt eine Belohnung von 5000 Mark aus für Hinweise, die zum Auffinden des Mädchens führen. Am 9. September durchsucht die Polizei Kanalschächte in Winzerla und ein nicht mehr bewohntes Grundstück oberhalb Winzerlas. Auch leere Wohnungen und Baracken im Osten der Stadt werden überprüft. Vierzehn Tage später beginnt die erneute Suche in Winzerla und Ammerbach. Die Polizei teilt am 15. Oktober mit, dass sie etwa 5000 Personen befragt habe und 189 Spuren bearbeitet. Ramona aber bleibt spurlos verschwunden.

Eine neue Richtung der Ermittlung ergibt sich, als sich im Herbst ein Busfahrer meldet, der regelmäßig in Winzerla unterwegs ist. Er gibt an, bereits mehrfach einen dunklen BMW 850 Ci in einer Parkbox an der 14. Grundschule gesehen zu haben. Nun läuft auch die Suche nach dem dunklen BMW an. Die Polizei ermittelt, dass der Pkw vor dem 15. August auf einem Parkplatz am Kölner Flughafen gestohlen worden war. Die Spur kann bis nach Kiew verfolgt werden, dort verliert sie sich. Ob das Auto mit dem Verschwinden von Ramona Kraus zusammenhängt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Fünf Monate intensiver Arbeit liegen hinter den Jenaer Kriminalbeamten, als am 13. Januar 1997, kurz vor Mitternacht, die Nachricht eingeht, dass die Schultasche Ramonas in einem Waldstück bei Großburschla, unweit des Berges Heldrastein, gefunden wurde. Einem Jäger war die Tasche aufgefallen, in ihr Schulbücher und Hefte. Nur der Name Ramona Kraus auf den Heften sagte ihm nichts. Erst am Abend in der Kneipe, als die Männer von einem verschwundenen Mädchen aus Jena sprechen, erinnert er sich. Und einer der Männer ruft bei der Polizei an.
Warum ausgerechnet Großburschla?
Bild nicht mehr vorhandenAuf der Suche nach Ramona. Foto: zgt/Thüringer Allgemeine
Noch in dieser Nacht fährt die Jenaer Polizei mit einem Großaufgebot nach Großburschla und sperrt das Waldstück weiträumig ab. Am nächsten Morgen beginnt die Suche. Ja, Ranzen und Turnbeutel sind zweifelsfrei die Sachen von Ramona. Zentimeter für Zentimeter suchen die Beamten den Wald ab - und finden die sterblichen Überreste des Kindes. Nun steht die Frage: Wie ist Ramona dorthin gekommen, mehr als 100 Kilometer weg von Jena?

Neue Fragen sind nun von der Polizei zu beantworten: Gibt es Leute in dem 1360-Seelen-Dorf Großburschla mit Beziehungen zu Jena? Denn warum Großburschla? Die Polizei findet auch Beziehungen zwischen Großburschla und Jena, mehrere. Jede dieser Personen wird nun überprüft. Doch nichts, keiner kommt als Täter in Frage.

Eine weitere Schiene ist die kriminaltechnische Seite. Kann die Wissenschaft mit Hilfe der Fundstücke Anhaltspunkte liefern? Das Problem: Viele der Fundstücke sind so klein oder so empfindlich wegen des langen Liegens im Wald, dass nur eine einzige Untersuchung möglich ist. Wenn’s nichts bringt, sind sie unwiederbringlich verloren. Einen zweiten Versuch gibt es nicht.

Und die Polizei arbeitet weiter, Steinchen für Steinchen – denn Mord verjährt nicht.
Parallelen zu weiterem Kindsmord

Die Polizei vermutet schon bald einen Zusammenhang mit dem Mord an Kim Kerkow aus Varel bei Wilhelmshaven (Niedersachsen). Das Mädchen wurde wenige Tage vor Ramonas Leichenfund entführt: am 9. Januar 1997. Einen Tag später entdecken Spaziergänger die Leiche von Kims nahe Amsterdam.

Bei beiden Kindsmorden gibt es Parallelen. Beide Opfer ähneln sich, waren weiblich, zierlich, blond, zehn Jahre alt. Beide Mädchen wurden tot im Wald gefunden und auf dem Heimweg entführt, womöglich mit dem gleichen Auto, einem dunklen BMW 850i. Zeugen sahen einen solchen Wagen in der Nähe von Ramonas Schule und ihrem Wohnort.

Während Kim Kerkows Mörder gefasst wurde (Rolf Diesterweg, vorbestrafter Mörder, 1997 zur lebenslanger Haft verurteilt), ist der Mörder von Ramona Kraus unbekannt.

Fahndung Deutschland | Thüringer Allgemeine | Welt | Spiegel
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#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Mo, 17. Sep. 2018, 20:18

Mo, 17.09.2018: Polizei hat 56-jährigen Verdächtigen im Visier
Der 56-Jährige verbüßt derzeit wegen Drogendelikten und sexuellen Missbrauchs eine Strafe im offenen Vollzug, wie die Polizei heute mitteilte. Er wurde gestern während eines Ausgangs in Erfurt vorläufig festgenommen und sitzt jetzt in einem Thüringer Gefängnis. Der Deutsche ist laut Polizei mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft.

[...]

Seit knapp zwei Jahren beschäftigt sich eine Sonderkommission «Altfälle» mit drei ungeklärten Kindermorden aus dem Raum Jena und Weimar. Einen Mord an einem Mädchen aus Weimar konnte sie bereits aufklären.
Quelle: e110
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#3

Ungelesener Beitrag von swish » Mi, 30. Jan. 2019, 09:02

TEXT" Festnahme nach über 22 Jahren +++

Tatverdächtiger im Fall Ramona Kraus hinter Gittern
Gestern konnte durch unsere Soko "Altfälle" ein 76-jähriger Tatverdächtiger aus Mühltroff festgenommen werden"
Mehr: https://www.facebook.com/Polizei.Thueri ... 3500267671
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#4

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mi, 30. Jan. 2019, 11:10

Soko nimmt Verdächtigen im Kindermord an Ramona (†10) fest

30.01.2019 08:33
Die Soko "Altfälle" hat es wieder geschafft! Nach mehr als 20 Jahren konnte nun auch der Mord an Ramona Kraus aufgeklärt werden, so die Ermittler am Mittwoch.
Am gestrigen Dienstag nahmen die Ermittler so einen 76-jährigen Mann aus Mühltroff (Vogtland) in Sachsen fest.
"Er ist dringend verdächtig am 15. August 1996 die damals zehnjährige Ramona Kraus in der Nähe des Columbus-Centers in Jena-Winzerla angesprochen und in der weiteren Folge mit seinem PKW an einen unbekannten Ort verbracht zu haben", so ein Polizeisprecher.

Dort soll er das junge Mädchen dann ermordet haben. Anschließend fuhr er die Leiche des Mädchens in das 130 Kilometer entfernte Großburschla, wo er sie ablegte.

Erst ein halbes Jahr später, am 13. Februar 1997, wurde dort zuerst der Schulranzen von einem Jäger gefunden und einige Tage später Leichenteile des bis dahin vermissten Mädchens.

Bereits im September 2018 hatte man einen Mann verdächtigt, der bereits wegen sexuellen Missbrauchs im Gefängnis saß und vor Gericht stand. Er wurde nun von dem Vorwurf des Mordes an Ramona befreit, bleibt aber wegen anderer Vergehen weiter in Untersuchungshaft.

"Durch akribische Ermittlungsarbeit und die Nutzung moderner Methoden der Forensik und der Informationstechnologie", wurde der Mord aufgeklärt, sagt die Polizei. Auch im Fall der ermordeten Stephanie hatten die Ermittler so den Täter gefunden. (…)
Tag24
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#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 30. Jan. 2019, 11:16

Die Arbeit der Soko Altfälle führte somit zu einer weiteren Aufklärung eines über 20 Jahre zurückliegenden Tötungsverbrechens und zeigt, dass durch akribische Ermittlungsarbeit und die Nutzung moderner Methoden der Forensik und der Informationstechnologie Morde nicht nur nicht verjähren, sondern auch aufgeklärt werden können.
Quelle: Polizei Thürngen/ Facebook

Da der Tatverdächtige heute zunächst einmal dem Haftrichter vorgeführt und dann eventuell/ hoffentlich irgendwann ein Gerichtsverfahren eröffnet wird, lehnt sich die Polizei mit diesem Statement, wie ich meine, etwas zu weit aus dem Fenster. Oder zu vorschnell. Ich hoffe natürlich, dass der tatsächliche Mörder von Ramona gefunden wurde! Allerdings zeigte sich, wie jüngst in Hamburg, dass es nicht immer den Richtigen treffen muss und die "Cold Case Units" mitunter über's Ziel hinausschießen. Mal sehen.
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#6

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Do, 31. Jan. 2019, 06:03

Verdächtiger im Fall Ramona ist ein verurteilter Kinderschänder

30.01.2019 - 15:35 Uhr
Wilfried M. saß bereits 15 Jahre in Haft. Er war Fremdenlegionär und 1988 jagte ihn die Polizei mit internationalen Haftbefehl. Gutachter bescheinigte ihm IQ von 140.

Bild
Foto: Bild
(...) Dienstag wurde der Rentner Wilfried M. (76) aus Mühltroff in einer „McDonald’s“-Filiale in Erfurt festgenommen. Er soll Ramona 1996 missbraucht und ermordet haben.

„Er ist dringend verdächtig, die damals zehnjährige Ramona Kraus in der Nähe des Columbus-Centers in Jena Winzerla angesprochen und in der weiteren Folge mit seinem Pkw an einen unbekannten Ort verbracht zu haben, an dem er das Mädchen tötete“, erklärte ein Polizeisprecher. M. soll die Leiche des Mädchens in dem 130 Kilometer entfernten Großburschla (Thüringen) entsorgt haben. (…)
Quelle: Bild
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#7

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 9. Aug. 2019, 00:06

Do, 8. August 2019: Tatverdächtiger überraschend aus U-Haft entlassen

Im Mordfall Ramona Kraus ist der mutmaßliche Täter wieder auf freiem Fuß. Das Oberlandesgericht Jena ordnete bei einer Prüfung seine Entlassung aus der Untersuchungshaft an. Nach MDR THÜRINGEN-Informationen rügt das Gericht vor allem den Einsatz von verdeckten Ermittlern der Polizei.
Aufwendiges Täuschungsmanöver der Soko "Altfälle"

Hinter dieser Formulierung verbirgt sich ein von der Polizei über Monate aufgebautes und aufwendig konstruiertes Täuschungsmanöver. So sollen mehrere verdeckte Ermittler eingesetzt worden sein. Ihre Aufgabe war es, Informationen und ein mögliches Geständnis von Wilfried M. zum Mord an Ramona zu bekommen. Mit einem hohen Maß an Konspiration sollen die Beamten um den Tatverdächtigen eine "Scheinwelt" aufgebaut haben. Offenbar wollten sie versuchen, den Mann so beeinflussen, dass er am Ende die Informationen liefert, die für eine Festnahme reichen.

Beweise reichen für Haft offenbar nicht aus

Ende Januar hatte dieses Vorgehen der Polizei für einen Haftbefehl ausgereicht. Doch den hat das OLG Jena nun wieder kassiert. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN sollen die von der Polizei vorgelegten Beweise, die über die verdeckten Ermittler gewonnen werden konnten, gerichtlich nicht verwertbar sein. Damit haben die Polizei und die zuständige Staatsanwaltschaft Gera jetzt ein Problem. Denn der Haftbefehl gegen Wilfried M. soll sich im Kern auf diese Beweise gründen. Da das OLG sie als nicht verwertbar ansieht und es keinen dringenden Tatverdacht gibt, besteht auch kein Haftgrund mehr. Jetzt muss sich besonders die Staatsanwaltschaft genau überlegen, ob sie überhaupt eine Anklage gegen Wilfried M. erhebt.
Quelle: MDR Thüringen
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