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1982 | Peter Greifeldt (40) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Duchonin
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1982 | Peter Greifeldt (40) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 15. Okt. 2021, 18:37

XY ungelöst vom 29.10.1982

1. Filmfall:
Dienststelle: Kripo Berlin
Beamter im Studio: Hauptkommissar Klaffer
Tattag: 27. Juni 1982
Details: Freitag, 25. Juni '82: Reger Betrieb in einem von G.s drei Friseursalons; Kundin unschlüssig über Haarlänge; G. stattet in der Regel all seinen Geschäften am Tag einen Besuch ab; Erfolgreicher Aufstieg zum Obermeister der Friseurinnung Berlin; längere Autofahrt an Sehenswürdigkeiten vorbei (Kranzler, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, KaDeWe); Schwester aus der DDR darf zum 75. Geburtstag der Mutter für zwei Tage zu Besuch in den Westen; Peter und Mutter holen sie am 26. Juni pünktlich um 8 Uhr am Grenzübergang Bornholmer Straße ab; gemeinsames Frühstück in Peters Haus Am Watzmannweg; Schwester schwer beeindruckt; Geschäftsführerin bringt am Nachmittag Einnahmen eines Salons vorbei; abends Peter, Schwester und Mutter auf deutsch-französischem Volksfest; französische Quetschkommoden-Musik; fröhliche Runde; Peter fährt Frauen und anschließend selbst nach Hause; dort von Einbrechern erwartet, die ihn im Hausflur erschießen und mit Beute fliehen.
XY Beitrag
https://www.youtube.com/watch?v=FHrBtB4kXtU

Anderer Beitrag über den Fall:
https://www.youtube.com/watch?v=IEWVYi0Q__w

In XY wird die Beute erwähnt:
Ein Aktenkoffer mit Wocheneinnahmen von 22000 DM (in anderen Wochen 40000 DM).
Ein Hartschalenkoffer zum Abtransport der Beute:
1 Herrenpelzmantel
1 Damenpelzmantel
1 Damenpelzjacke
1 Damenkette
2 Damenringe

Seltsam ist es, dass in XY ungelöst nicht erwähnt wird, dass sich Peter Greifeldt vor Kurzem von seiner Frau getrennt hat.
Dass wird erst in dem anderen Beitrag erwähnt.
Warum sind aber dann die Mehrzahl der Beutestücke Damenbekleidung und Damenschmuck ?
Hat seine Frau ihre Kleidung nicht mitgenommen ?
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1982 | Peter Greifeldt (40) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 15. Okt. 2021, 18:53

Das Verhalten der Täter verstehe ich nicht.

Gut sie haben mit Geld bis zu 40000 DM gerechnet und dazu noch Pelzbekleidung und Schmuck.
Da sind wir bei maximal 100000 DM.
Aber warum musste Peter Greifeldt sterben ?
Kannte er die Täter ?
Ansonsten ist der Mord für die Täter kontraproduktiv.
Sie sind in Westberlin teilweise eingeschlossen.
Die Kleidung ist bei Hehlern in Berlin schwer abzusetzen.
Eine Flucht ins Bundesgebiet oder ins Ausland per Flugzeug im Juni mit Pelzsachen im Koffer ist sehr auffällig.
Die Benutzer der Transitstrecke durch die DDR werden kontrolliert und registriert.
Und trotz kaltem Krieg hat der "kleine Dienstweg" zwischen den Polizeiorganen Westberlins und der DDR bei kriminellen Mord meist funktioniert.
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1982 | Peter Greifeldt (40) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 15. Okt. 2021, 19:21

Mir ist noch etwas aufgefallen:

1979 bis 1982 gab es Streit um die Regelung, dass Friseure Montagsnachmittags öffnen dürfen, wenn sie Sonnabends spätestens 14:00 Uhr geschlossen haben.

Der Streit wurde bis zum BVerfG geführt und im Februar 1982 entschieden.

BVerfG, 09.02.1982 - 1 BvR 698/79 - Ladenschlußgesetz; Friseurbetriebe ; Wahlmöglichkeit für Friseure; Verfassungskonform

Peter Greifeldt als Oberinnungsmeister der Westberliner Friseure und Mitglied im Bundesvorstand der Friseurinnungen hatte sich dagegen geäußert.
14. Februar 1982

Vor 25 Jahren berichteten wir über neue Arbeitszeiten für 16 000 Friseure -

Ablehnend steht die Friseur-Innung dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegenüber, nach dem die Friseure auch an Montagen ihre Salons geöffnet halten dürfen, sofern sie am Sonnabend um 14 Uhr schließen. Wie der Obermeister der Friseur-Innung Berlin, Peter Greifeldt, mitteilte, würde die Regelung die Konkurrenzfähigkeit der kleinen Betriebe verringern. Die zusätzliche Belastung im Personal- und Energiebereich wäre erheblich. Auch würden nicht mehr Kunden kommen, sondern eine Umschichtung stattfinden. Wenn sich die neue Regelung durchsetze, werde die hart erkämpfte Fünf- Tage-Woche wirkungslos, da sich die kleinen Betriebe aus Kostengründen kein zusätzliches Personal mehr leisten könnten. Die Friseur-Innung werde ihren 13 000 Mitgliedern – insgesamt gibt es 16 000 Friseure – empfehlen, ihre Geschäfte Montagnachmittag geschlossen zu halten.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/14-f ... 10802.html
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#4

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 15. Okt. 2021, 19:32

Meine Einschätzung:

1. Einbruch mit Mord halte ich für unwahrscheinlich

2. Auftragsmord scheint mit schon eher möglich. Und der Einbruch zur Tarnung und teilweisen Bezahlung der Mörder
a) verdächtig wäre m.E. die Noch-Frau gewesen.
dass ein Teil von deren Kleidung und Schmuck noch im Haus war, deutet auf eine nicht einvernehmliche Trennung hin.
Solange noch kein Scheidungsantrag gestellt und der Noch-Ehefrau zugestellt ist, erbt die Ehefrau auch noch, zumindestens
den Pflichtteil. Das könnte auch ein Motiv sein

b) Auftraggeber den die Stellungnahme Peter Greifeldts zur Montagsnachmittagsöffnung störte.
Immerhin dürfte die Berliner Friseurinnung eine der größten Friseurinnungen in der BRD gewesen sein.
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