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1997 | Wilmersdorf | Ilse-Maren Graalfs (55) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Salva
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1997 | Wilmersdorf | Ilse-Maren Graalfs (55) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 14. Okt. 2015, 01:20

Rückblick vom 25. April 1997 und Sachverhalt aus der Berliner Zeitung.
Eine weitere ausführliche Quelle aus dem Jahr 2016: rbb24 vom 06. Januar 2016

Polizei geht von einem Raubmord aus - Ex-Frau des Bau-Millionärs Graalfs enthauptet

Bild nicht mehr vorhandenIlse-Maren Graalfs, † 55, Foto: germanmissing
Die 55jährige Ilse-Maren Graalfs, Ex-Ehefrau des Berliner Bauunternehmers Dieter Graalfs, ist ermordet worden. Sie war vor vier Wochen spurlos verschwunden. Bislang tappt die Polizei im dunkeln. Für Hinweise auf den Täter hat die Familie Graalfs eine Belohnung von 100 000 Mark ausgesetzt.
Vor genau vier Wochen entdeckte ein Jäger die Leiche einer bekleideten unbekannten Frau. Sie lag in einem Bewässerungskanal auf den Lewitzer Wiesen - einem Vogelschutzgebiet nahe Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. Nur 500 Meter entfernt verläuft die Autobahn zwischen Hamburg und Berlin. Die Leiche konnte zunächst nicht identifiziert werden. Der Kopf war vom Rumpf getrennt worden. Er fehlt noch immer. Erst gestern gelang es Gerichtsmedizinern mit Hilfe von Röntgenbildern zweifelsfrei festzustellen, daß es sich bei der Toten um die 55jährige Wilmersdorferin Ilse-Maren Graalfs handelt. Die Mecklenburger Kripo hatte zunächst angenommen, daß die Leiche schon längere Zeit in dem Wasser gelegen haben könnte. Am Abend des 21. März war die Frau gegen 18 Uhr zum letzten Mal im Architektur-Atelier Hirte & Schulz in der Trabener Straße in Wilmersdorf gesehen worden. Sie arbeitete dort als Hausverwalterin. Seitdem fehlte von ihr jede Spur. Verschwunden war auch der Firmen-Pkw, ein metallic-schwarzer Mercedes-Benz 180 C mit dem Kennzeichen B-HP 241. Erst zwölf Tage später, am 2. April, erstattete ihr Sohn Matthias Vermißtenanzeige. Er meldete das Verschwinden erst so spät, weil er dachte, die Mutter sei über Ostern zu ihrem Freund nach Hamburg gefahren. Schon bald nachdem die 55jährige als vermißt gemeldet wurde, ging die Polizei von einem Verbrechen aus. "Es gab keine Lösegeldforderungen und keine Anhaltspunkte für einen Selbstmord", sagte der Leiter der 1. Mordkommission, Karl Flohr. Auch eine Dienst- oder Urlaubsreise wurde schnell ausgeschlossen. Am 3. April hatten Beamte die Wohnung durchsucht. Dort sah es ganz danach aus, als wäre Frau Graalfs nur mal ganz kurz aus dem Hause gegangen. In der Waschmaschine lag Wäsche. Benutztes Geschirr stand auf der Anrichte in der Küche. Ilse-Maren Graalfs war seit 15 Jahren von dem Immobilienmogul und Milliardär Graalfs geschieden. Unter der Regie der Firma Groth und Graalfs entsteht unter anderem auch das Neubaugebiet Karow-Nord. Aus der Ehe mit Graalfs stammen zwei Kinder, Tochter Anika und Sohn Matthias. Dem letzten Lebensgefährten von Ilse-Maren Graalfs gehört das Architekturbüro Hirte & Schulz mit Hauptsitz in Hamburg. Ilse-Maren Graalfs lebte allerdings allein in ihrer 136 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnung in der Xantener Straße in Wilmersdorf. Bislang hüllt sich die Polizei darüber in Schweigen, wer als Täter in Frage kommt. Fest steht aber bislang, daß der Fundort der Leiche nicht zugleich auch Tatort ist. Unklar ist, wie die 55jährige starb. Die Kripo ist sicher, daß die Frau erst nach ihrem Tod enthauptet wurde, um die Identifizierung zu erschweren. Zu denken gibt der Polizei, daß aus einem Wandsafe in der Wohnung der Toten Schmuck im Werte von mehr als 100 000 Mark fehlen, darunter eine wertvolle viereckige Cartier-Damenarmbanduhr. Spuren von einem Einbruch fand die Polizei aber nicht. Rätsel gibt ferner der Firmenwagen auf. Der schwarze Mercedes war bis Mitte letzter Woche verschwunden. Er wurde erst im Zuge der Fahndung gefunden - und zwar im Hamburger Stadtteil St. Georg. Diese Gegend ist als Treffpunkt für Drogenabhängige, Prostituierte und Zuhälter bekannt. Allerdings fand die Kripo weder Fahrzeugpapiere noch Autoschlüssel. Die Polizei fragt: Wer hat Ilse-Maren Graalfs nach dem 21. März gesehen oder kann Angaben zu dem schwarzen Mercedes machen? Hinweise nimmt die 1. Mordkommission unter den Berliner Telefonnummern 69 93 27 24 oder 69 93 27 25 entgegen.
Eine Meldung vom 18. Juni 2002 aus der Berliner Morgenpost:

Neue Spur im Mordfall Graalfs
In einem der spektakulärsten Mordfälle Berlins gibt es eine neue heiße Spur. Die Kriminalpolizei wertet einen Satz auf einem Anrufbeantworter als Hinweis auf den möglichen Mörder der geschiedenen Unternehmer-Gattin Ilse-Maren Graalfs. Die damals 55-Jährige war im März 1997 ermordet worden. Den Torso hatte ein Jagdpächter an der Autobahn Richtung Hamburg in der Nähe der Ausfahrt Ludwigslust entdeckt. Der Kopf der Leiche ist bis heute nicht gefunden worden.

«Wenige Tage nach dem Mord hatte ein bislang unbekannter Mann einen Satz auf einen Anrufbeantworter gesprochen, der nach unseren Erkenntnissen eindeutig für Frau Graalfs bestimmt war. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollen wir allerdings nicht mitteilen, wo sich das Telefon befunden hatte», erklärt der Leiter in dem Fall ermittelnden 6. Mordkommission, Konrad Zehnpfenning. Der Anrufer hatte eine obszöne Bemerkung geäußert, die unter der Telefonnummer 699 32 7101 abgehört werden kann. Die Ermittler der Mordkommission interessiert natürlich, ob jemand die Stimme erkennt. Hinweise nehmen die Kriminalisten unter Tel.: 699 32 7161 entgegen.

Die neue Spur ist das Ergebnis der so genannten operativen Fallanalyse, mit der Täterprofile erstellt werden. Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der Mörder die attraktive Frau Graalfs aus der Distanz begehrt habe. Sie müsse davon nichts gewusst haben. Der Telefonmitschnitt belege, dass der Anrufer ein gestörtes Verhältnis zu der Frau gehabe habe und verklemmt sei. Die Kriminalisten vermuten nun, dass der Mann Kontakt zu Frau Graalfs gesucht habe und zurückgewiesen worden sei.

Gegen diese Theorie spricht allerdings, dass in der Wohnung der Ermordeten an der Xantener Straße in Wilmersdorf der Wandsafe geöffnet und Schmuck im Wert von etwa 100 000 Mark gestohlen worden war. Neben den Schmuckstücken hatte der Täter auch mehrere kleine Elefantenfiguren entwendet. Eine von ihnen war ein elfenbeinweißer Elefant, der als Schlüsselanhänger gedient hatte. Eine andere Elefantenfigur war mit türkisfarbenen Steinen besetzt, die ebenso wie die Ohrränder und Fußsohlen in Gold gefasst waren. In diesem Raub sah die Polizei bislang das Motiv für den Mord. «Wir gehen nach wie vor allen Spuren nach. Möglicherweise hatte der Täter die Frau begehrt und nach dem Mord noch ihren Schmuck gestohlen», sagt Konrad Zehnpfenning von der Mordkommission.

Ilse-Maren Graalfs war die geschiedene Frau des Berliner Bauunternehmers Dieter Graalfs. Sie war am 21. März 1997 spurlos verschwunden. An jenem Abend hatte sie noch in ihrem Hausverwalterbüro an der Trabener Straße in Grunewald gearbeitet. Dieses hatte sich in den Räumlichkeiten einer Architekturfirma eines Hamburger Unternehmens befunden. Mit einem der beiden Geschäftsführer war die Frau zum Zeitpunkt des Mordes seit einiger Zeit liiert.

Vier Tage nach ihrem mysteriösen Verschwinden war ihre Leiche ohne Kopf entdeckt worden. Der Fundort war nicht der Tatort. «Die Frau war auch nicht sexuell missbraucht worden», sagt Zehnpfenning. Der dunkle Mercedes der Ermordeten, ein Firmenwagen mit dem Kennzeichen B-HP 241, hatte wochenlang im Hamburger Stadtteil St. Georg gestanden. Autoschlüssel und Papiere fehlten.

Bekannte der Frau hatten die Ermordete als erfolgreich, selbstbewusst und attraktiv beschrieben. Sie sei kontaktfreudig gewesen und habe als Ex-Ehefrau des Bauunternehmers Dieter Graalfs eine exponierte Stellung genießen dürfen. Die Familie der Ermordeten will ihren Beitrag zur Aufklärung des Falles leisten, indem sie eine Belohnung in Höhe von 50 000 Euro für Hinweise ausgelobt hat, die zur Festnahme des Mörders führen.

Video: Mordfall Maren Graalfs
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Zuletzt geändert von Salva am So, 14. Aug. 2016, 17:37, insgesamt 1-mal geändert.



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1997 | Wilmersdorf | Ilse-Maren Graalfs(55) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » So, 20. Dez. 2020, 13:44

Ich habe mich mal eingelesen in alle mögliche Quellen.

Leider gibt es nicht viele Informationen.

An einen Raubmörder glaube ich nicht. Der hätte keinen Grund gehabt, die Leiche wegzubringen und den Kopf abzutrennen.

Die Polizei hat hoffentlich die Wohnung in Berlin und den Mercedes auf Blutspuren und Fremd-DNA untersucht.
Da dabei nichts gefunden wurde, bleibt m.E. als Tatort der Tötung nur Hamburg nach Verlassen des Mercedes übrig. Die Leiche wurde mit einem anderen Fahrzeug in die Lewitzer Wiesen gebracht. Unterwegs wurde der Kopf abgetrennt, was m.E. ein "Übertöten" aus großer Wut darstellt. Der Kopf wurde im Zootzensee versenkt .Im Juni 2003, macht ein Jugendlicher (14) beim Schnorcheln einen gruseligen Fund: Im Brandenburger Zootzensee (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) findet er einen menschlichen Schädel.

https://www.bild.de/regional/berlin/mor ... .bild.html

Danach hat der Täter vermutlich mit dem Schlüsselbund die Berliner Wohnung und dort den Tresor geöffnet und Schmuck gestohlen. Interessant wäre es m.E. die Herkunft des Schmuckes zu ermitteln. Wurden die einzelnen Stücke ihr geschenkt und wenn ja, von wem ?

Ilse-Maren Graalfs soll zuletzt mit dem Eigentümer des Architekturbüros Hirte & Schulz liiert gewesen sein. Der ist im Jahre 2008 verstorben. Hauptsitz des Architekturbüros Hirte & Schulz ist/war Hamburg.
Das Architekturbüro Hirte & Schulz hat aber in den 90-igern mehrere größere Objekte in Berlin geplant.
In Allmy schreibt ein nach eigenen Angaben Enkel von dem Herrn Hirte.

Ob sie noch einen Verehrer/Liebhaber in Berlin hatte, ist unklar.
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1997 | Wilmersdorf | Ilse-Maren Graalfs (55) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » So, 20. Dez. 2020, 21:04

Ich sehe mir gern mal Datumsangaben an.

Ilse-Maren Graalfs war 1997 angeblich 15 Jahre geschieden. Also 1982. Da war ihr Ex-Mann vermutlich kein Millionär.

Erst 1982 gründet er zusammen mit Klaus Groth die Groth & Graalfs Wohnbau, weil er sich selbstständig machen will. 1994 scheidet er als Eigentümer aus.
Das Unternehmen baut viel in Berlin, auch öffentliche Bauten. Darunter auch die Parteizentrale der CDU.

Ab 1997/98 ist die Rede von einem Baufilz in Berlin:

Hier mal ein interessanter Artikel mit dem Titel "Förderfilz- Schlaraffenland ist abgebrannt", das einen kleinen Einblick in Geschäftsgebaren, Geschäftsverbindungen sowie mögliche Motivlagen geben kann. Der Ex-Ehemann des Opfers spielt da eine recht interessante Rolle:

https://www.zeit.de/2003/20/Wohnungsbau/seite-2

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7938038.html

Gegen die Firmengruppe Groth gibt es massive Vorwürfe wegen verschiedener Projekte:

http://prenzlberger-stimme.net/?p=99045

Auch Dieter Graalfs hatte seltsame Projekte:
Im Jahr 1995 kaufte der Berliner Bauunternehmer und Architekt Dieter Graalfs die Villa Schöningen in Potsdam. Er wollte das Gebäude sanieren und auf dem 6.000 Quadratmeter großen Grundstück fünf weitere Häuser errichten. Nach Ablehnung dieses Planes durch die Potsdamer Stadtverordneten aufgrund der Nähe zum Weltkulturerbe, stellte der Bauunternehmer einen Abrißantrag. Dieser wurde ebenfalls abgelehnt. Damit erschöpfte sich das „Engagement“ von Dieter Graalfs. Die Villa verwahrloste durch Leerstand und Vandalismus immer mehr. Ende März 2007 erwarb der Vorstandschef der Axel Springer AG Dr. Mathias Döpfner und der Bankier Leonhard H. Fischer, Generaldirektor der Schweizer Bank Credit Suisse, das Gelände.


Die Autohaus Central GmbH Berlin Kurfürstendamm 50 war vermutlich das letzte gemeinsame Unternehmen der Herren Klaus Groth und Dieter Raalfs.

Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) Aktenzeichen: HRB 34059 B Bekannt gemacht am: 16.01.2007 08:06 Uhr

11.01.2007

Autohaus Central GmbH Berlin, Berlin(Kurfürstendamm 50, 10707 Berlin). Änderung zu Nr. 3:; Liquidator:; Goubeaud, Rolf, *25.04.1941, Berlin; mit der Befugnis, die Gesellschaft allein zu vertreten, solange er einziger Liquidator ist; Nicht mehr Geschäftsführer:; 1. Graalfs, Dieter; Nicht mehr Geschäftsführer:; 2. Groth, Klaus Rechtsverhaeltnis: Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 27.12.2006 ist die Gesellschaft aufgelöst.

Meiner Meinung nach sind die Herren Klaus Groth und Dieter Raalfs im Streit geschäftlich auseinander gegangen.

Etwas seltsam ist auch die Wohnung der Ilse-Maren in der Xantener Str. in Berlin.
170 qm aber nur 3 Zimmer. Die Frage wäre, wann sie die Wohnung bezogen hat und ob Mietwohnung oder ihre eigene Eigentumswohnung. Solange ihre beiden Kinder noch bei ihr gewohnt haben, wäre die Wohnung etwas ungeeignet. Wenn man 2 Kinder hat, nimmt bei der Wohnungsgröße eher 5 Zimmer, damit jedes Kind eine eigenes Kinderzimmer hat.

Insgesamt glaube ich eher, dass die Tötung der Frau Ilse-Maren Graalfs mit der geschäftlichen Tätigkeit ihres EX-Mannes und dessen Partnern zusammenhängt.
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