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1997 | Velten/Borgsdorf | Barbara Zürner (67) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1997 | Velten/Borgsdorf | Barbara Zürner (67) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 28. Okt. 2015, 17:20

Mord beim Müllsammeln - Umweltschützerin Barbara Zürner schwer misshandelt

Bild nicht mehr vorhandenBarbara Zürner, † 67
Ihr Engagement für saubere Straßen und Plätze hat eine 67-jährige Frau im Brandenburgischen womöglich das Leben gekostet. Als sie am Rande der Landstraße zwischen Velten und Borgsdorf in der Dunkelheit den herumliegenden Abfall aufsammelt, wird sie bewusstlos geschlagen und missbraucht.

Barbara Zürner ist eine bemerkenswerte Frau. Als ausgebildete Tierärztin arbeitet sie in einem Berliner Schlachthof, doch ihre Leidenschaft gehört seit Jahrzehnten einer kleinen Dorfschmiede in Velten. Dort übte sie mit großer Begeisterung ihren Zweitberuf aus: Schmiedin. Selbst als Rentnerin schwingt sie noch den Schmiedehammer.

Zwei- bis dreimal pro Woche fährt sie von Berlin ins brandenburgische Velten - zunächst mit der S-Bahn bis Borgsdorf und dann weiter mit ihrem alten Fahrrad. Darüber hinaus engagiert sich die alleinstehende Frau im Umweltschutz. Sie bepflanzt die tristen Hinterhöfe in ihrer Nachbarschaft und sammelt den Abfall auf, den ihre Mitbürger achtlos auf Straßen und Plätzen wegwerfen. Dabei legt sie sich schon mal mit dem einen oder anderen Müllfrevler an.

• Umweltschutz auf dem Heimweg

Am 29. Oktober 1997 arbeitet Barbara Zürner wieder in der Dorfschmiede in Velten. Sie bereitet die Werkzeuge einer Baufirma auf - eine langwierige Arbeit, mit der sie an diesem Tag nicht fertig wird. Wie so oft übernachtet sie im Sozialraum der Schmiede und setzt am nächsten Morgen ihre Arbeit fort. Nach dem Mittagessen mit der Familie des Schmieds fährt sie nach Hause. Den Weg zur nächsten S-Bahn-Station in Borgsdorf legt Barbara Zürner mit ihrem alten Fahrrad - einem museumsreifen Gefährt, das sie selbst für ihre Zwecke umgebaut hat - auf der Landstraße zurück.

Gelegentlich sammelt sie dabei den Müll auf, der am Straßenrand liegt. So auch an diesem Tag. Es liegt viel Abfall herum, den Verkehrsteilnehmer offenbar achtlos weggeworfen haben. Barbara Zürner hat immer Plastiktüten dabei, in denen sie den Müll zum nächsten Abfallbehälter transportiert. Bis in die Abendstunden ist die ehemalige Tierärztin am Rande der Landstraße beschäftigt.

• Über vier Jahre im Koma

Um 18.45 Uhr wird Barbara Zürner dort noch in der Dunkelheit gesehen. Kurz darauf muss sie auf ihren Mörder getroffen sein. Der Unbekannte schlägt die Umweltschützerin, bis sie bewusstlos am Boden liegt. Dann missbraucht er sie auch noch. Am nächsten Morgen wird die schwer verletzte und nach wie vor bewusstlose Frau gefunden und in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Über vier Jahre lang liegt sie dort, später dann in einem Pflegeheim bei Dresden im Koma. Am 3. März 2002 stirbt sie an den Folgen des brutalen Überfalls, ohne noch einmal erwacht zu sein.

• Fragen nach Zeugen

- Wer hat am 30. Oktober 1997 zwischen 18.45 Uhr und 22 Uhr auf der Landstraße zwi­schen Velten und Borgsdorf im Bereich der Bushaltestelle "Leegebrucker Weg“ ein dort abgestelltes Fahr­zeug gesehen?

- Wer weiß etwas über mögliche Konfrontationen zwi­schen Barbara Zürner und Anderen?

- Wem hat sich der Täter in der Zwischenzeit viel­leicht offenbart?

• Belohnung

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

• Zuständig

Kripo Neuruppin, Telefon 03391 / 3540

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Duchonin
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#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 30. Jul. 2021, 20:54

Barbara Zürner

geboren:
09. 12. 1929 in Rochlitz (Erzgebirge) als Tochter eines Forstmeisters und einer Sängerin
gestorben: 03. 03. 2002 in einem Pflegeheim in Radebeul (nach viereinhalbjährigem Koma)
Abitur mit Auszeichnung in Aue
1948 – 1954 Studium der Veterinärmedizin in Leipzig Abschluss mit Auszeichnung
Um Geld zu verdienen, arbeitete sie parallel zum Studium als Trümmerfrau
1953 machte sie eine Ausbildung zum Schmied mit Gesellenprüfung
1959 folgte eine ergänzende Ausbildung zum Elektroschweißer und zum Hufschmied

Barbara Zürner war eine bemerkenswerte Frau mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.
Als ausgebildete Tierärztin (max genannt) arbeitete sie 13 Jahre in einem Berliner Schlachthof, doch ihre Leidenschaft gehörte seit Jahrzehnten einer kleinen Dorfschmiede in Velten. Dort übte sie mit großer Begeisterung ihren Zweitberuf aus: Schmied und Hufschmied. Selbst als Rentnerin schwang sie noch den Schmiedehammer.
Zwei- bis dreimal pro Woche fuhr sie von Berlin ins brandenburgische Velten - zunächst mit der S-Bahn bis Borgsdorf und dann weiter mit ihrem alten Fahrrad - einem museumsreifen Gefährt, das sie selbst für ihre Zwecke umgebaut hatte.
Darüber hinaus engagierte sich die alleinstehende Frau nicht nur für bedürftige Mitbürger, denen sie half, sondern vor allem im Natur- und Umweltschutz.
Sie bepflanzte auf eigene Kosten die tristen Hinterhöfe in ihrer Nachbarschaft und sammelte den Abfall auf, den ihre Mitbürger achtlos auf Straßen und Plätzen wegwarfen. Dabei legte sie sich schon mal mit dem einen oder anderen Müllfrevler an.
Barbara Zürner hatte sich als Umweltaktivistin nicht nur an ihrem Wohnort, in Berlin-Mitte, einen Namen gemacht. Die parteilose Frau saß dort jahrelang für die PDS im Bezirksparlament. Im Jahr 1995 erhielt sie den Umweltpreis der Stadt Velten.
Ihr Engagement für saubere Straßen und Plätze hat die 67-jährige Frau im Brandenburgischen womöglich das Leben gekostet. Als sie am Rande der Landstraße zwischen Velten und Borgsdorf in der Dunkelheit des 30. Oktober 1997 den herumliegenden Abfall aufsammelt, wird sie von Unbekannten überfallen und bewusstlos geschlagen. Obwohl sie sich mit allen Kräften wehrte, wurde sie so schwer verletzt, dass sie ins Koma fiel und daraus nie wieder erwachte. Beraubt wurde Barbara Zürner nicht. Viereinhalb Jahre nach dem Überfall starb sie an den Folgen der Tat. Die schwere Straftat konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.
Im Landkreis Oberhavel ist ein Umweltpreis nach Barbara Zürner benannt, um ihr Engagement für den Umweltschutz zu würdigen. (2015 erhielt Helmut Quade diese Auszeichnung.)

Das Credo von Barbara Zürner lautete:
„ Es ist besser, ein kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“

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Duchonin
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#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 30. Jul. 2021, 21:04

Duchonin hat geschrieben:
Fr, 30. Jul. 2021, 20:54
Ihr Engagement für saubere Straßen und Plätze hat die 67-jährige Frau im Brandenburgischen womöglich das Leben gekostet.
Ich weis dass das ein schlimmes Verbrechen ist.
Trotzdem glaube ich nicht, dass der Einsatz für saubere Straßen und Plätze das Motiv war.

Ich sehe zwei Motive:

1. Es war ganz einfach eine profane Vergewaltigung mit Todesfolge aus sexuellem Motiv des Täters.
Die wäre Ende 2017 verjährt.

2. Barbara Zürner hat beim Müllsammeln ein Beweisstück für eine Straftat gefunden oder etwas gesehen, was auf eine Straftat
hindeutet. Das wäre dann Mord.
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#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 31. Jul. 2021, 10:39

@Duchonin
Ich glaube auch an 1.
Da hat jemand die Gunst der Stunde und die Dunkelheit genutzt, um seinen Trieb zu befriedigen.
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