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1984 | Lépanges sur Vologne | Grégory Villemin (4) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1984 | Lépanges sur Vologne | Grégory Villemin (4) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 12. Nov. 2015, 15:34

Ein äußerst mysteriöser, tragisch-trauriger und leider ungelöster Fall, den ich vor fast 1 1/2 Jahren schon anderweitig gepostet hatte:

Der Mord an dem 4-Jährigen Gregory Villemin im Jahr 1984

Der Mord zählt zu den spektakulärsten Kriminalfällen der französischen Nachkriegsgeschichte.
Das Drama in dem kleinen Dorf Lépanges sur Vologne handelt von finsteren Familienfehden, stümperhaften Ermittlern und von einer Spirale der Gewalt. Die Frage aber, wer den vier Jahre alten Jungen Grégory Villemin vor nun mehr 31 Jahren umgebracht hat, ist noch immer ungelöst.


Bild nicht mehr vorhandenGrégory Villemin, † 4, 16. Oktober 1984
Die grauenvolle Tat passiert am 16. Oktober 1984 im Dörfchen Lépanges-sur-Vologne.

Bild nicht mehr vorhandenLépanges sur Vologne
Um viertel nach neun abends ziehen Feuerwehrleute den leblosen Körper ans Ufer der Vologne: Es ist der vermisste Grégory, die Arme und Beine gefesselt und die übers Haupt gezogene Wollmütze mit einer Schnur fest verknotet.

Bild nicht mehr vorhandenFundort der Leiche in der Vologne:
Bild nicht mehr vorhandenDer kleine Grégory...
Bild nicht mehr vorhandenDie Bergung
Bild nicht mehr vorhandenGrégory wird von einem weinenden Feuerwehrmann ans Ufer getragen
Bild nicht mehr vorhandenGrégorys Leiche ist geborgen...
Bild nicht mehr vorhanden.... und wird abtransportiert
Schon um 17.32 Uhr hat ein Bekenner, den sie in Frankreich "le corbeau" (der Rabe) nennen, die Familie des Jungen informiert. Am Morgen danach liegt schließlich ein Brief des "Raben" im Briefkasten. Darin steht:
"Ich rächte mich an den Chef und entführte seinen Sohn. Ich erwürgte ihn und warf ihn in die Vologne. Seine Mutter suchte ihn, konnte ihn aber nicht finden. Das ist meine Rache."
Bild nicht mehr vorhandenDer Brief des Raben vom 16. Oktober 1984, der am nächsten Tag, den 17. Oktober 1984 im Briefkasten von Grégorys Eltern lag
Den jungen Eltern Jean-Marie und Christine Villemin sind üble Anfeindungen nicht fremd. Schon seit 1980 hetzt der geheimnisvolle "Rabe" gegen sie. Und gegen die Großeltern. Mal schreibt er Briefe, mal ruft er an:

Ein Telefonat zwischen Jean-Marie Villemin und den "Raben"

Im abgeschiedenen 1000-Seelen-Dorf Lépanges kennt jeder jeden. Es herrschen nicht nur Wärme und Vertrauen. Die jungen Villemins, einfache Leute, arbeiten fleißig, haben ein Haus gebaut und fahren zwei Autos. Das erregt Neid und Missgunst. Doch bei wem steigert sich der Hass so sehr, dass der kleine Grégory sterben muss?

Drei Wochen vergehen, da fällt der Verdacht auf Bernard Laroche, einen Vetter von Grégorys Vater. Doch schon nach drei Monaten setzt Jean Michel Lambert, der unerfahrene und hoffnungslos überforderte Untersuchungsrichter, den Inhaftierten mangels Beweisen auf freien Fuß.

Bild nicht mehr vorhandenBernard Laroche, Vetter von Jean-Marie Villemin
Jean-Marie Villemin hingegen nimmt am 29. März 1985 das Recht in die eigene Hand, greift zur Jagdflinte und erschießt den Vetter in Gegenwart seiner hochschwangeren Frau. Denn für die meisten war klar: die Feindschaft der beiden Familien war bekannt, Laroche war der Täter. Das Motiv: Neid und Eifersucht.
Für den Mord an den Vetter wird JMV später mit fünf Jahren Gefängnis bestraft.
Bild nicht mehr vorhandenGrégorys Eltern Jean-Marie und Christine Villemin
Bild nicht mehr vorhandenTatrekonstruktion
Nun hat der nervöse Untersuchungsrichter plötzlich Grégorys Mutter im Visier. Diese, im sechsten Monat schwanger, will am 5. Juli 1985 ihren in U-Haft einsitzenden Mann besuchen. Da legen sie auch ihr Handschellen an. Zwar kommt Christine Villemin schon nach elf Tagen frei, doch die Nation verurteilt vor und ist sich sicher: Christine, das schreckliche Biest, ist die Kindsmörderin!
Aber das ist erst der Beginn einer Geschichte aus Sex, Lügen, Neid und Eifersucht...

Eine gute Zusammenfassung und Beschreibung zum Fall Villemin der "Zeit Online" vom 9. August 1985:
Der Mord in den Vogesen Bild nicht mehr vorhandenDer Stammbaum der Großfamilie

Quellen:
Sehr umfangreich, mit vielen Fotos, Originalberichten und eine Beschreibung aller Beteiligten
Der Westen
Weitere Fotos
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Der Fall Grégory Villemin

#2

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 12. Nov. 2015, 16:20

Doku zum Fall auf Französisch, mit Originalaufnahmen

Affaire Grégory, 59:59 Minuten
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1984 | Lépanges sur Vologne | Grégory Villemin (4) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 15. Jun. 2017, 21:16

Mittwoch, 14. Juni 2017: Festnahmen 32 Jahre nach dem Mord

Im Fall Grégory Villemin gab es jetzt drei Festnahmen. Es handelt sich dabei um einen Großonkel des ermordeten Kindes, dessen Frau und eine Schwägerin von Gregorys Vater.

orf.at | Luxemburger Wort

DANKE @Tamins für den Tipp :like:
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#4

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 21. Jun. 2017, 23:59

Die Beschuldigten, die die Aussage verweigerten, wurden unter Auflagen wieder freigelassen. Es gäbe aber weitere neue Verdächtige, die Ermittlungen laufen also weiter. So soll inzwischen auch Muriel Bolle (damals noch ein Teenager) um eine DNS-Abgabe gebeten worden sein, denn die Tests im Jahr 2013 waren bislang ergebnislos.

BMFTV | BBC | Wikipedia EN

Für mich bleibt weiterhin die Frage nach dem Motiv offen. Der "Rabe" sprach von Rache. Rache für was? Musste der kleine Grégory sterben, nur weil sein Vater zum Vorarbeiter befördert wurde? Neid und Missgunst gab es allemal innerhalb des Familienclans. Das ist unbestritten. Aber reicht das für einen Kindsmord?
Grégory's Mutter wurde damals eine Affäre nachgesagt. Wenn Grégory aus dieser Verbindung hervorging, gäbe es weitere Verdächtige und Tatmotivationen. Allerdings dürfte die Klärung der Vaterschaft kein Problem sein. Wurde überhaupt ein Vaterschaftstest gemacht?
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