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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Granus
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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Granus » So, 15. Nov. 2015, 14:41

Details: Der Augenarzt Dr. Udo Schmitz aus Erkelenz wird im Januar 2010 erschossen aufgefunden. Er hält eine Pistole in der Hand, die auch abgefeuert wurde, jedoch handelt es sich dabei nicht um die Tatwaffe. Untersuchungen ergeben dass er mit einer recht ungewöhnlichen Waffe erschossen wurde: einer Sten Mk. II, einer britische Maschinenpistole aus dem zweiten Weltkrieg.

Bild nicht mehr vorhandenExpress

Durch Hinweise aus dem Bekanntenkreis des Opfer, aber auch durch die Tatsache dass die Tatwaffe wohl dem Opfer gehörte, entfaltet sich den ermittelnden Beamten langsam ein recht ungewöhnliches Bild. Das Opfer hatte trotz guten Verdienstes offensichtlich Vergnügen an dem Handel mit legalen und auch illegalen Waffen. Seinem Bruder, der ihn vor dieser Art von "Freizeitbeschäftigung" warnt, erzählt er bei einer Gelegenheit vom Erwerb mehrerer halbautommatischer Sturmgewehre.


In einem Rückblick, unter Berufung auf einen Bekannten, der bei dieser Transaktion zugegen war, wird gezeigt wie er im Jahre 2008 versuchte, solche Gewehre an einen Albaner mit Decknamen "Drago" zu verkaufen. Da dieser damals jedoch nicht alleine zum Treffpunkt erschienen war sei das Geschäft schließlich geplatzt.

Ebenfalls eher unüblich für das auf den ersten Blick bürgerliche Leben des Opfers sind seine zahlreichen Kontakte zu diversen Motorradclubs; an seiner Tür prangt beispielsweise ein Emblem der "Bandidos", was von seinem Bruder jedoch eventuell als "Angabe" eingeschhätzt wird. Ermittlungen in solchen Clubs bestätigen zwar den Kontakt, ergeben jedoch keine brauchbaren Spuren.


Am Tattag selbst wollte er sich offensichtlich erneut mit "Drago" treffen, diesmal jedoch bei ihm zuhause. Eine Theorie der Kripo geht davon aus dass das Opfer die Maschinenpistole verkaufen wollte, bei der Transaktion, die an einer abgelegenen Stelle neben der Autobahn stattfand, könnte es dann jedoch zu einem Streit gekommen sein, im Zuge dessen dann "Drago" (oder eine andere Person) den Augenarzt erschoss.

Der Fall wurde am 4.August 2010 in XY...ungelöst vorgestellt und brachte bis jetzt keine Ergebnisse.

"Waffenhändler erhalten Bewährungsstrafen" siehe Link: http://www.express.de/duesseldorf/mord- ... 28664.html

Hier noch ein Video-Ausschnitt aus der Lokalzeit vom 16.01.2013


Video: Dr. Udo Schmitz @ 2013
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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Granus » Mi, 9. Mär. 2016, 03:32

Auch hier ein neues Foto vom Tatort, und ein neuer Bericht siehe Link:

AZ

Bild nicht mehr vorhandenFoto Peter Kerkhoff

Traueranzeige 2010:

Bild nicht mehr vorhandenIannounce
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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 2. Jun. 2020, 21:38

https://www.aachener-zeitung.de/lokales ... d-27146543

In meinen Augen muss man sagen, bestimmte Dinge kann man nicht als "Nebengewerbe" betreiben.
Auch wenn es illegal ist, könnte ich eventuell noch verstehen, dass eine Waffennarr sich seltene alte Waffen wie eine Sten Mk. II besorgt. Doch wenn er die sammeln will, sollte er sie unbrauchbar machen.

Handel damit ist aber lebensgefährlich.
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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

#4

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 5. Jun. 2021, 11:19

Die Sten MKII verwendet eine die der 9-mm-Para-Patrone in den Abmessungen ähnliche 9-mm-Z-Patrone, die eine höhere V0 hat. M.E. kann man aber die 9-mm-Para-Patrone problemlos damit verschießen.

Die Sten MK sind technisch sehr einfache, leicht herzustellende Waffen.
SOE, der britische Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg, verbreitete das Wissen über die Konstruktion der Sten an Widerstandsgruppen in mehreren von Deutschland besetzten Ländern. Exilanten aus z. B. Polen und der Tschechoslowakei arbeiteten in Enfield und wurden ggf. zurück in ihre Heimatländer geschmuggelt, um Untergrundwerkstätten zu organisieren. Alleine in Polen wurden über 1300 Sten-Varianten entwickelt und gefertigt, diese fanden unter anderem Verwendung beim Warschauer Aufstand.
Außerdem wurden über Frankreich und Jugoslawien Hunderte Sten MK abgeworfen, um die Partisanenbewegung zu unterstützen.

Die Geschichte mit dem angeblichen Albaner "Drago" finde ich seltsam.
In Ex-Jugoslawien dürften noch Tausende Sten MK zu besorgen sein (wo hatte Dr. Schmitz seine MKII her ?).
Im Jugoslawienkrieg sind rund 1 Million Zastava M70 (Nachbau der Kalaschnikow AK-74) verschwunden.
Bei den islamistisch motivierten Terroranschlägen vom 13. November 2015 in Paris wurden von den Attentätern hauptsächlich Waffen dieses Typs verwendet. Beim Terroranschlag in Wien 2020 setzte der Täter ebenfalls die Waffe dieses Typs ein.
Warum sollte ein Albaner in Deutschland Waffen kaufen, die er vermutlich auf dem Balkan billiger und einfacher bekommt ?
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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

#5

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 3. Aug. 2021, 18:36

Hückelhoven. Der Fraktionschef der Linken im Stadtrat von Hückelhoven (Kreis Heinsberg), Manfred Hämmerle, soll mit Waffen gehandelt haben. Abnehmer soll auch der im Januar erschossenen Augenarzt Udo S. aus Erkelenz gewesen sein. Ihm besorgte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch die Maschinenpistole Sten MKII (Foto), mit der S. erschossen wurde.

Im Rathaus der Stadt wusste man schon seit Anfang des Jahres, dass die Polizei gegen Hämmerle ermittelt. "Die waren hier und haben uns das mitgeteilt, aber auch gleich dazu gesagt, dass sie um Vertraulichkeit bitten", so Bürgermeister Bernd Jansen (CDU). Man habe in der Gemeindeordnung nachgesehen, ob irgendetwas zu tun sei, aber festgestellt, dass kein Handlungsbedarf bestand.

Auch jetzt, nachdem die Ermittlungen gegen Hämmerle durch die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" an die Öffentlichkeit gelangt waren, werde zunächst nichts geschehen. "Das sind laufende Ermittlungen, die berühren die Ratstätigkeit nicht", sagt Jansen. Er selber kenne Hämmerle erst seit dem vergangenen Herbst.

Da war der Mann über die Liste für "Die Linke" in den Rat eingezogen, ist dort Fraktionsvorsitzender. "Kennen ist ohnehin zu viel gesagt", meint Jansen, "wir sehen uns bei den Sitzungen." Die Zusammenarbeit sei bis jetzt sehr angenehm gewesen. Sollte Hämmerle verurteilt werden, könne er natürlich nicht im Rat bleiben.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer. "Hämmerle wird beschuldigt, mehrfach illegal Schusswaffen besorgt zu haben", heißt es in einer Erklärung - es gehe um einen Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz. "Wir haben uns sehr schwer getan, den Namen und das Bild zu veröffentlichen", sagt Staatsanwalt Peter Aldenhoff. Es bedurfte dazu eines Gerichtsbeschlusses, da in die Persönlichkeitsrechte eingegriffen wird. "Aber hier geht es schließlich darum, einen Mord aufzuklären, nicht einen Hühnerdiebstahl", so Aldenhoff weiter.

Hämmerle ist der Einzige, der der Polizei von einem gewissen Albaner namens "Drago" berichten konnte. Dieser Mann könnte der Mörder des beliebten Augenarztes gewesen sein. Da ihn aber niemand außer Hämmerle gesehen haben will, gingen die Fahnder nun den für den Linken-Politiker unangenehmen Weg an die Öffentlichkeit.

"Vielleicht hat irgendwer die drei Männer zusammen gesehen, kann ,Dragos’ Existenz bestätigen und weitere Angaben machen", hofft der Staatsanwalt. Ob die "zwei oder drei" Hinweise aus der Bevölkerung, die er für "viel versprechend" hält, sich mit dieser Thematik befassen, sagt Aldenhoff aber nicht.

Hämmerle selbst war nicht erreichbar, und sein Vorstandskollege Stefan Bohnen wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.
https://www.wz.de/panorama/mordfall-erk ... d-31090783
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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

#6

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 3. Aug. 2021, 18:55

Erkelenz/Hamburg. Einem Fraktionschef der Linken im Kreis Heinsberg droht offenbar eine Anklage wegen des illegalen Handels mit Schusswaffen. Parteikollegen sind über das Verhalten entsetzt.

Dem Fraktionschef der Linken im Stadtrat von Hückelhoven (Kreis Heinsberg) droht nach Informationen des „Spiegel“ eine Anklage wegen Handels mit Kriegswaffen. Der 44-jährige Manfred Hämmerle war im Zusammenhang mit Ermittlungen nach dem Mord an einem Augenarzt in Erkelenz (Kreis Heinsberg) in das Visier der Ermittler geraten.

Der Mediziner war im Januar auf einem Feldweg mit einer englischen Maschinenpistole erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Opfer diese Schnellfeuerwaffe von Hämmerle erhalten hat. Er wird beschuldigt, mehrfach illegal Schusswaffen besorgt zu haben. Die zuständige Staatsanwaltschaft rechnet nach Angaben des „Spiegel“ mit einer Anklage gegen den Ratsherrn; Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz werden mit mindestens einem Jahr Haft bestraft.

Auch innerparteilich droht dem Sportschützen Ärger. „Das ist ein schwerer Verstoß gegen die Anti-Kriegs-Politik unserer Partei“, kritisierte die Bundestagsabgeordnete der Linken, Ulla Jelpke, die seit Jahren ein strengeres Waffengesetz fordert. „Mein Mandant kannte die Gesetzeslage nicht genau“, sagte Hämmerles Anwalt Heribert Kayenburg gegenüber dem Magazin zu den Vorwürfen. (ddp)
https://www.derwesten.de/politik/linke- ... tml?page=4
Spaziergänger finden die Leiche eines Augenarztes auf freiem Feld weitab jeder Ortschaft. Der Körper weist zahlreiche Einschüsse auf. Tatwaffe: eine englische Maschinenpistole aus dem 2. Weltkrieg. Was steckt hinter der Bluttat? Eine Spur führt zu einem Waffenhändler aus Südosteuropa, andere weisen ins Rockermilieu der Bandidos und Hells Angels.

Freitag, 8. Januar 2010. Dr. Udo Schmitz (51) arbeitet erst seit wenigen Tagen als Augenarzt in einer Gemeinschaftspraxis in Erkelenz. Der Arbeitstag verläuft zunächst völlig normal. Niemand weiß, dass er an diesem Abend eine wichtige und offensichtlich gefährliche Verabredung hat. Doch je näher der Termin rückt, desto nervöser wird er.

Unterschiedliche Hobbies
Dr. Schmitz lebt allein in einer kleinen Wohnung in Erkelenz. Er hat eine umfangreiche Sammlung von Gitarren aller Art. Eine Leidenschaft des Arztes ist seit jeher die Musik. Die Gitarren kauft er unter anderem im Music-Store Köln. Ein anderes Faible von ihm: Waffen. Dr. Schmidt ist zeitweise Mitglied im örtlichen Schützenverein. Er besitzt mehrere Kurzwaffen - legal. Aber er verfügt auch über illegale Waffen - Maschinenpistolen - Kalaschnikows - zum Beispiel. Um sie zu beschaffen, pflegt er Kontakte, die ihm wohl zum Verhängnis geworden sind.

Was am Abend des 8. Januar passiert, basiert auf der Aussage eines Informanten, über den die Polizei bisher keine Angaben macht. Danach soll sich Dr. Schmitz mit einem Albaner namens "Drago" getroffen haben, vielleicht zunächst in der Wohnung des Arztes in Erkelenz. Laut Informant will Dr. Schmitz offenbar eine englische Maschinenpistole STEN MK II ausprobieren, bei deren Beschaffung "Drago" eine Rolle gespielt haben könnte. Die Männer sollen mit dem Auto einige Kilometer weit aufs Land gefahren und schließlich abseits von Häusern und Dörfern auf einem freien Feld gehalten haben.

Streit mit Folgen
Was dann geschieht, ist nur anhand der Spurenlage zu rekonstruieren: Beim Test der MP kommt es zu einem Streit. Bevor sich Dr. Schmitz mit einer zur Sicherheit mitgenommenen Kurzwaffe zur Wehr setzen kann, löst sein Kontrahent eine MP-Salve aus, die den Augenarzt sofort tötet. Wer ist "Drago"? Gibt es diese Person wirklich?

Tatwaffe:
Maschinenpistole STEN MK II mit Skelettgriffstück. Sie wurde bis heute nicht gefunden. [Maschinenpistole STEN MKII]

Frage nach Zeugen:
Im Jahre 2008 hat Dr. Schmitz angeblich versucht, auf einem Pendlerparkplatz in Aldenhoven - an der A 44 Aachen-Düsseldorf - eine Maschinenpistole "Kalaschnikow" an den Albaner namens "Drago" zu verkaufen. Das Geschäft platzte, weil "Drago" absprachewidrig nicht allein, sondern mit drei weiteren Männern auftauchte. Wer hat dieses Treffen beobachtet?

Ermittlungsfragen:
Die Polizei bittet um Hinweise zu Kontakten, die Dr. Udo Schmitz gehabt habe:
- zu den Rockergruppen Bandidos und Hells Angels
- zu Kunden des Music-Store Köln
- zu albanischen Staatsangehörigen
- zu Waffenkäufern
- zu "Drago"

Belohnung: Für Hinweise, die zur Ergreifung der oder des Täters führen, ist eine Belohnung von 20.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Aachen, Telefon: (0241) 95 77 0

Erstellt: 26.09.2010 | 14:07:36
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2010 | Erkelenz | Dr. Udo Schmitz (51) ermordet

#7

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 3. Aug. 2021, 19:48

Erkelenz. Im Fall des ermordeten Erkelenzer Augenarztes Udo Schmitz gibt es weiter keine Spur des Täters. Das teilte die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Nach Informationen dieser Zeitung steht das Ermittlungsverfahren vor der Einstellung.
Udo Schmitz, damals 51 Jahre alt, war am 9. Januar auf einem Parkplatz in Erkelenz-Imerath mit mehr als 40 Schüssen aus einer Maschinenpistole erschossen worden. Da der Täter das Magazin gewechselt haben muss, scheidet ein Unfall aus. Auch die Thematisierung des Falles in der ZDF-Sendung «XY... ungelöst» hatte keine entscheidenden Hinweise gebracht.

Dass Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft so große Probleme haben, überhaupt Spuren zu finden, könnte auch mit der Situation am Tatort am Tag der Tat zu tun haben. Nach Recherchen dieser Zeitung fand die Aachener Kriminalpolizei bei ihrem Eintreffen am 9. Januar gegen 16 Uhr den Parkplatz, auf dem Schmitz erschossen wurde, einigermaßen verwüstet vor. Bei der Spurensicherung unterliefen den örtlichen Polizisten offenbar Fehler, die Feuerwehr rückte mit schwerem Gerät an und vernichtete so möglicherweise weitere Hinweise.

Unterdessen erwägt der Politiker Manfred Hämmerle, Fraktionsvorsitzender der Linken im Hückelhovener Stadtrat, Schadenseratzansprüche gegenüber der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft geltend zu machen. Hämmerle hält es für unangemessen, dass die Staatsanwaltschaft ihn in der ZDF-Sendung «XY... ungelöst» mit dem Fall Udo Schmitz in Verbindung gebracht hat.
Erkelenz
Mord bleibt rätselhaft
VON ANGELIKA HAHN - zuletzt aktualisiert: 07.01.2011

Erkelenz (RP) Am 9. Januar vor einem Jahr wurde der Erkelenzer Augenarzt in einem Feld bei Immerath erschossen aufgefunden. Wie es zu der Tat kam, ist nach wie vor ungeklärt. Die Ermittlungen stehen vor der Einstellung.

Das Szenario mitten im weiten schneebedeckten Feld und die mysteriösen Hintergründe der Bluttat wirken wie der Stoff für einen Thriller – und doch geht es um schockierende Realität. Am Sonntag, 9. Januar, vor einem Jahr wurde die von vielen Schüssen aus einer Maschinenpistole getroffene Leiche des Erkelenzer Augenarztes Udo S. (51) auf einem Feldweg bei Immerath gefunden. Bis heute gibt es keine Spur von einem Mörder.

"Wir gehen noch letzten Hinweisen nach, die nach der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" im August bei der Mordkommission in Aachen eingegangenen sind", sagte der Peter Aldenhoff, Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach, gestern auf Anfrage. Nach wie vor sei keine "heiße Spur" in Sicht. Schon im Herbst hielt Aldenhoff das Ende der Ermittlungen für absehbar. Dass dies noch nicht geschehen ist, habe mit einem aktuellen Mord in Düren zu tun, der die Arbeit der ermittelnden Beamten binde, sagte Aldenhoff.
Info

Der Mordfall

Spurensuche Nach dem Mord an Udo S. ist die Polizei vielen Hinweisen nachgegangen, die sich auf das undurchsichtige Privatleben des Arztes bezogen. Geredet wurde von Beziehungen der Opfers zur Russenmafia (aufgrund einer russischen Freundin) und zum zwielichtigen Rockerclub Bandidos (Bandidos-Symbol auf dem Klingelschild von Udo S.).

Ergebnis Ins Visier der Ermittler geriet dabei wegen illegaler Waffengeschäfte Manfred Hämmerle, der Motorrad- und Schützenfreund des Opfers. Die Suche nach einem Tatverdächtigen aber blieb erfolglos.

Kein Tötungsdelikt in der Region hat in den vergangenen Jahren derart viele skandalträchtige Spekulationen ins Kraut schießen lassen wie der Mord an dem vordergründig honorigen Augenarzt, der in seinem Privatleben Kontakte zur Motorrad-Rockerszene unterhielt und den Nervenkitzel im Umgang mit illegalen Waffen genoss. So zeigte es auch der Filmbeitrag in der ZDF-Fahndungssendung, der sich auf Aussagen des Bruders von Udo S. stützte.

Sicher ist: Der Arzt, Sportschütze mit Waffenschein, besaß und verkaufte illegale Waffen, auch wenn ihn die Ermittler nicht als Waffenhändler im engeren Sinne bezeichneten. Bei dieser "Freizeitbeschäftigung" unterstützte ihn der Hückelhovener Ratsherr (Linke), Manfred Hämmerle, den nun ein eigenes Verfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz erwartet. Als mordverdächtig wurde Hämmerle von der Staatsanwaltschaft indes nie bezeichnet.


Sie bestätigte aber, dass er Udo S. die bislang nicht aufgefundene Mordwaffe (STEN/Typ MK II), eine britische Kriegswaffe aus dem Zweiten Weltkrieg, besorgt hatte. Auch begleitete er den Augenarzt 2008 zu dem im Film ebenfalls gespielten Treffen mit dem angeblichen Albaner namens "Drago", dem Udo S. auf einem Parkplatz an der Autobahn 44 bei Aldenhoven mehrere Kalaschnikows verkaufen wollte. Der Kontakt kam angeblich nach Auftauchen einer undurchsichtigen Männergruppe nicht zustande. Die Suche der Polizei nach Drago verlief ebenfalls im Sande.

Bis heute unklar sind die Umstände der Tat am Schneechaos-Wochenende Anfang Januar 2009, was die Spurensuche erschwerte. "Aus ermittlungstechnischen Gründen" wie es immer wieder hieß, hat die Polizei nie einen genauen Todeszeitpunkt von Udo S. veröffentlicht. Unbekannt ist nach wie vor, wie und mit wem das Opfer nach Immerath gekommen ist. Der Wagen des Arztes stand am 9. Januar vor dessen Wohnung in Erkelenz.
Mord a.d.Augenarzt Udo Schmitz

Ratsherr der Linken vor Gericht

(gego) | 05.01.2012, 00:08

Aachen/Hückelhoven. Der Prozess gegen den Fraktionsvorsitzenden der Linken im Hückelhovener Stadtrat, Manfred H., wird voraussichtlich Mitte April beginnen.


Das teilte der Sprecher des Mönchengladbacher Landgerichts, Joachim Banke, Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung mit. Manfred H. und sechs weiteren Angeklagten, von denen fünf im Kreis Heinsberg leben, werden Verstöße gegen verschiedene Waffen- und Sprengstoffgesetze zur Last gelegt.

Manfred H. war überdies der bislang einzige Verdächtige im Fall des am 9. Januar 2010 in Erkelenz-Imerath ermordeten Augenarztes Udo Schmitz. Die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Schmitz mit der britischen Weltkriegs-Maschinenpistole Sten MK II erschossen wurde, die H. in Schmitz' Auftrag im November 2009 von einem der anderen Angeklagten in Heinsberg-Waldesrath für 600 Euro gekauft hatte. Mit der Waffe erhielt er 50 Schuss Munition. Als Schmitz' Leiche am Nachmittag des 9. Januar 2010 gegen 16.05 Uhr von Spaziergängern gefunden wurde, befand sich diese Munition fast sämtlich in seinem Bauch bzw. Unterleib.

Nahezu zwei ganze Magazine hatte der Täter auf den Erkelenzer Augenarzt abgefeuert, weswegen die Polizei zunächst von einer Beziehungstat ausging. Unter Schmitz' Leiche fand die Polizei eine geladene Pistole der Marke Ceska, die H. von einem der weiteren Angeklagten erhalten hatte, und die er Schmitz irgendwann zwischen dem 1. und dem 7. Januar 2010, jedenfalls noch kurz vor dessen Ermordung, gegeben haben will.

Nach dem Mord an Schmitz stießen die Ermittler schnell auf dessen Kontakte zu Manfred H., schon fünf Tage nach dem Mord wurde H.s Haus in Hückelhoven von der Polizei durchsucht. Dabei fand sie im Keller Teile eines Repetiergewehrs und in der Garage ein mit Plastik ummanteltes Kupferrohr mit Zündschnur. In dem Rohr befand sich explosives Treibladungspulver. Das Landeskriminalamt bezeichnete diese Konstruktion in einem Gutachten als Bombe.

Nach mehreren Verhören bei der Mordkommission in Aachen schienen H.s Angaben zu seinem Alibi für die angenommene Mordzeit, den Mittag des 9. Januar 2010, zunächst widersprüchlich zu sein. Die Polizei glaubte, sie habe den Täter. Doch nach weiteren Verhören waren H.s Aussagen nicht mehr zu widerlegen. «Es blieb ein schaler Beigeschmack», sagte einer der Ermittler gegenüber unserer Zeitung, «aber vor Gericht zählen nur beweisbare Fakten, keine Vermutungen.» Bezüglich der gegen ihn erhobenen Verstöße gegen Waffen- und Sprengstoffgesetze ist Manfred H. weitgehend geständig. Ihm droht eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr.

Die nächste Verzögerung

Nachdem sich die Ermittlungen gegen H. und die sechs Mitangeklagten trotz vergleichsweise guter Beweislage über eineinhalb Jahre zogen, lässt nun auch der Prozessauftakt ungewöhnlich lange auf sich warten. Vergangenen Sommer ging der Gerichtssprecher von einem Verhandlungsbeginn im Herbst 2011 aus, am Mittwoch nannte er als neues Datum Mitte April.

Die Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch auf Anfrage, der Prozessauftakt verzögere sich auch deswegen, weil einer der Angeklagten in Koblenz wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht gestanden habe.
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/ ... or-Gericht
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#8

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 3. Aug. 2021, 20:30

Also sonst halte ich nicht viel von Polizeibashing.

Aber was man uns hier erzählt, ist eher Märchen als Tatbeschreibung.

1. Als Polizist hätte ich zuerst die Frage gestellt, warum ein 51-Jähriger Augenarzt auf einmal als (angestellter ?) Arzt in einer
Augenarztpraxis anfängt ? ("arbeitet erst seit wenigen Tagen als Augenarzt in einer Gemeinschaftspraxis in Erkelenz.")
Wo hat er vorher gearbeitet und warum hat er gewechselt ?

2. Ein Waffenhändler vom Balkan will unbedingt eine uralte Maschinenpistole Sten MKII in Deutschland kaufen.
Vorher soll er versucht haben, eine Kalaschnikow zu kaufen.
Das geht schief, weil er sich nicht an Absprachen hält.
Damit sind der Waffenhändler und seine Kontakte normalerweise "verbrandt".

3. Weder die Sten MKII noch eine Kalaschnikow würde ich in Erkelenz zu kaufen versuchen.
Im Osten könnte noch jemand von Soldaten der Sowjetarmee 1990/1992 eine Kalaschnikow gekauft haben.
In Erkelenz halte ich das für ausgeschlossen.

4. Sieben Männer handeln mit Waffen. Sinn würde es ergeben, einzelne Waffen für Hardcore- Waffensammler zu beschaffen,
z.B. auf dem Balkan, und die mit Gewinn weiter zu verkaufen.

5. Der Waffenhändler soll mehr als 40 Schuss in den Augenarzt hineingeschossen haben und dazu noch das Magazin
gewechselt haben.
Bei Dauerfeuer zieht die Maschinenpistole nach oben. Um trotzdem die Geschosse ins Ziel zu bringen, muss man schon die
Waffe gut beherrschen. Aber wer eine Waffe beherrscht, wird nicht soviele Geschosse verfeuern.

6. Der für eine Sten MKII zu erlösende Preis dürfte unter 1000 € (meine Schäzung) liegen.
Im Verhältnis zu einem Arztgehalt wenig.
Das Geschäft macht m.E. keinen Sinn.

7. Anders herum würde das Geschäft eher Sinn machen.
Ein Waffenhändler vom Balkan besorgt eine größere Anzahl von Zastava M70 (Lizenzbau der Kalaschnikow).
Die verkauft man einzeln an Waffensammler. Da dürften schon 3000 - 5000 € pro Waffe zu erlösen sein.

8. Das Übertöten mit 40 Geschossen deutet eher auf Emotionen hin.
Vielleicht doch eine Eifersuchtsfall.
Man macht dem Augenarzt ein Angebot zum Kauf einer Waffe und das Ziel ist ein Mord.
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