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1995 | Henstedt-Ulzburg | Horst Gnegel (29) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Granus
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1995 | Henstedt-Ulzburg | Horst Gnegel (29) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Granus » Di, 24. Nov. 2015, 23:44

Im Fall des 20 Jahre später ermordeten Taxifahrers Horst Gnegel sind Tatwaffe und Munition bis heute die konkretesten
„Anfasser“ für die Suche nach den Mördern. Der 29-Jährige ledige Aushilfsfahrer war am späten Abend des 24. Februar
1995 auf der Bundesstraße 404 bei Henstedt-Ulzburg in der Nähe der damaligen Großdiskothek „Traffic“ erschossen worden.

Bild nicht mehr vorhandenEin Zeitungsartikel zum Mord an Horst Gnegel. Auch eine Großrazzia in einer Diskothek blieb erfolglos.
http://www.shz.de/nachrichten/schleswig ... 44436.html

Der Täter – der das Taxi gemeinsam mit einem Komplizen in Henstedt-Ulzburg bestiegen hatte – feuerte vom Rücksitz
aus fünf Schüsse auf den Fahrer. Ein Projektil hatte das Seitenfenster des Passats durchschlagen. Gnegel, der nach einer
langwierigen Krankheit gerade wieder Fuß gefasst hatte und sich neben seinem Hauptberuf als Kraftfahrer für eine Klinik
ein Zubrot als Taxifahrer verdiente, starb noch am Tatort. Es war das sechste Opfer von insgesamt zehn Morden an
Taxifahrern im Jahr 1995.

Kriminalistisch interessant ist für Kommissar Winkler und seine Kollegen bis heute die verwendete Munition, die aus einer kroatischen Pistole der Marke „PHP“ abgefeuert wurde. Es handelt sich um Vollmantel-Rundkopf-Geschosse vom Kaliber
9 Millimeter Luger, die in Argentinien hergestellt wurden und in Deutschland nie erhältlich waren.

Die Bodenprägung der Hülsen trägt die Bezeichnung „9 x 19 FLB 93“. Die gleiche Munition war im November 1994 bei einer Schießerei unter Kosovo-Albanern in München und ein halbes Jahr später bei einem Mordversuch in einer Gaststätte in Kassel verwendet worden. Doch beide zunächst heißen Spuren verliefen im Sande.

Nach den eher vagen Zeugenhinweisen handelte es sich bei dem Täter-Duo mit einiger Wahrscheinlichkeit um Männer
südländischer Herkunft. Doch weder eine damals sofort eingeleitete Großfahndung noch eine Razzia in der Diskothek
„Traffic“ erbrachten verwertbare Spuren.

Bild nicht mehr vorhanden20 Jahre ist es her, dass ein bis heute unbekannter Fahrgast den Taxifahrer Horst Gnegel erschoss.
Er wurde 29 Jahre alt. Seine Mutter Ingeborg Gnegel hat den Tätern verziehen.
http://www.abendblatt.de/region/norders ... erben.html

Die einzigen Zeugen des Überfalls waren zwei junge Männer aus Henstedt-Ulzburg, die zu Fuß auf dem Weg in die
Diskothek waren. Als sie die Schüsse hörten und sahen, wie die Täter am AKN-Bahnübergang Kisdorf-Feld aus dem
Taxi stiegen und flüchteten, ergriffen auch sie in Panik die Flucht und meldeten sich erst am nächsten Tag bei der Polizei.

Gnegel war bei seinen nächtlichen Fahrten stets mit einer Gaspistole bewaffnet. Während Weerda die Waffe nicht
eingesetzt hatte, ist bis heute unklar, ob Gnegel noch versucht haben könnte, sich mit der Pistole zur Wehr zu setzen.
Fest steht nur: Während die Täter die Geldbörse des 29-Jährigen im Wagen zurückließen, nahmen sie die Gaspistole
offenbar mit. „Es handelt sich um eine schwarze Pistole mit braunen Holzgriffen der italienischen Marke ‚General‘ im Kaliber
8 Millimeter“, sagt Hauptkommissar Winkler. „Vielleicht ist diese Waffe in den letzten Jahren irgendwo wieder aufgetaucht
und könnte uns einen neuen Ansatz für Ermittlungen geben“, hofft der Chef der Mordkommission.

Anlass zur Hoffnung bietet auch die jüngste Statistik des deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes: Zwar gab es in den vergangenen drei Jahren noch jährlich weit über 200 verletzte Fahrer durch gewaltsame Übergriffe – getötet wurde dabei
allerdings niemand mehr.

Sehen Sie dazu das Video aus XY vom 27.10.1995


Video: XY: Herr Horst Gnegel @ 1995
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Duchonin
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1995 | Henstedt-Ulzburg | Horst Gnegel (29) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Fr, 16. Apr. 2021, 21:08

Die Pistole Prvi Hrvatski Pištolj = Erste kroatische Pistole (nach der Auflösung Jugoslawiens) wurde von IM Metal 1991-1994 produziert.
Sie wurde auf Basis der P-38 entwickelt.
Vermutlich hat man die Patrone Parabellum (Luger) 9mm dazu kam vermutlich aus Argentinien, weil man aus Serbien nichts mehr bekam und aus der EU Einschränkungen bestanden.
Vermutlich sind einzelne oder viele Exemplare in kriminelle Hände gelangt.
Der Mord an Horst Gnegel dürfte ein Raubüberfall gewesen sein.

Man hätte damals die Unterlagen der jugoslawischen Polizei über Vorbestrafte auswerten sollen.
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