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1983 | Twielenfleth | Herbert Kahrs (33) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Salva
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1983 | Twielenfleth | Herbert Kahrs (33) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 20. Jan. 2015, 23:06

Der mysteriöse Mord an den Aldi-Filialleiter Herbert Kahrs

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Der 33jährige Herbert Kahrs ist Filialleiter des Aldi-Markts am Langenfelder Damm in Stellingen, wohnt mit seiner Frau Dorothe und den beiden Söhnen Sönke und Sven aber im gut 40km entfernten Twielenfleth im Landkreis Stade.

Am Morgen des 10. September 1983 ist Herbert Kahrs etwas in Eile. Obwohl er seinem Sohn noch versprochen hatte, ihn an diesem Morgen mit in das Geschäft nach Stellingen zu nehmen, fährt er gegen 6.15 Uhr alleine zur Arbeit, nachdem er etwas verschlafen, dann aber noch mit seiner Frau gefrühstückt hatte.
In seinem Geschäft kommt Herbert Kahrs an diesem Samstagmorgen jedoch nicht an, seine Kunden warten vergeblich auf ihn.

[video]https://www.youtube.com/watch?v=tdv6NkTNwrU[/video]
In der Aktenzeichen XY … ungelöst – Folge vom 5. Oktober 1984 zeichnet sich vom weiteren Verlauf des Tages ein mysteriöses Bild. So ist der Familienvater auch zwei Stunden nach seiner Abfahrt in Twielenfleth immer noch in der Nähe seines Wohnortes unterwegs. An einer Tankstelle tankt er in dieser Zeit und bezahlt die 49,15 DM wie üblich mit Tankscheck, eine Art des eurocheques, der allerdings nicht personen-, sondern fahrzeugbezogen ist. Der Angestellten der Tankstelle fällt zunächst nicht auf, dass Herbert Kahrs auf den Scheck ein falsches Datum schreibt. Was ihr allerdings sofort auffällt ist seine Eile und seine Nervosität.
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An dieser Tankstelle verliert sich dann auch die Spur von Herbert Kahrs und seinem senfgelben Toyota Corolla mit dem amtlichen Kennzeichen STD – JE 69. Ob Herbert Kahrs noch versucht hat nach Stellingen zu fahren ist nicht bekannt. Fakt ist aber, dass sein Fahrzeug in den kommenden Wochen und Monaten noch einige Male im Hamburger Stadtgebiet aufgefallen ist. 10 Wochen nach dem Verschwinden von Herbert Kahrs – am 27. November 1983 – steht das Auto im absoluten Halteverbot einer Feuerwehrzufahrt in Osdorf und wird dort sogar von zwei Passanten aufgeschrieben. Kurze Zeit später fällt der Wagen einem Paar wegen seiner riskanten Fahrmanöver an der ungesicherten Kaimauer im Hamburger Stadtteil Neumühlen auf und einem Mann in Schenefeld, da er selbst die Initialien JE trägt.
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Am 29. November 1983 wird die Leiche des vermissten Herbert Kahrs am Rande des Naherholungsgebiets Holmer Sandberge von einem Landwirt entdeckt.
Auf der Suche nach der Ursache eines verstopften Grabenabflusses hatte er einen schweren Schachtdeckel angehoben und war dabei auf die sterblichen Überreste gestoßen. Es wird vermutet, dass Herbert Kahrs die vollen 12 Wochen seit seinem Verschwinden in dem Schacht gelegen hatte. Er wurde mit einem gezielten Kopfschuss ermordet.

Herbert Kahrs’ Wagen bleibt zunächst weiterhin verschwunden. Laut Zeugenberichten soll das Fahrzeug auch Anfang Dezember noch in der Straße Achtern Born in Osdorf gestanden haben. Am 31. Januar 1984 wurde es dann von Mitarbeitern des Amtes für Strom- und Hafenbau bei routinemäßigen Grabungsarbeiten entdeckt und aus dem Hafenbecken gezogen. Genau an der Stelle am Neumühlener Westkai, an der der Wagen bereits im November 1983 aufgrund seiner waghalsigen Fahrmanöver aufgefallen war. Es ist davon auszugehen, dass der Täter den Wagen des Opfers tatsächlich noch über Monate hinweg selbst genutzt hat.

Obwohl Herbert Kahrs die Geschäfts- und Tresorschlüssel seiner Aldi-Filiale in Stellingen bei sich trug, wurde aus dem Geschäft nichts entwendet. Die Ermordung des 33-jährigen Familienvaters ist dementsprechend auch heute – 30 Jahre nach der Tat – genauso mysteriös und rätselhaft wie damals. Eduard Zimmermann wies in der Nachbetrachtung nach dem Filmfall darauf hin, dass das Opfer in den letzten 20 Monaten vor seinem Tod, größere Geldbeträge seines Ersparten von seinem Konto abgehoben und ausgegeben habe. Wofür dieses Geld bestimmt war, ist bis heute nicht bekannt. Außerdem sind einige persönliche Gegenstände des Opfers verschwunden. Seine Brille, eine schwarze Ledergeldbörse mit seinem Personalausweis und den Fahrzeugpapieren und ein Schlüsselbund mit 6 Sicherheitsschlüsseln mit unterschiedlich farbigen Ringen um die Räuten und einem Schlüsselanhanger in Form eines “A”. Diese Schlüssel befanden sich in einer braunen Tasche mit Metallbügelverschluss, die auf der einen Seite mit “Münzen” und auf der anderen Seite mit “Scheine” beschriftet war. Bei Herbert Kahrs Leiche wurde eine 77 cm lange, 3,5 mm dicke rote Plastikschnur gefunden, welche möglicherweise zur Fesselung verwendet wurde.
Quellen:

Hamburger Abendblatt vom 17. September 1983
Hamburger Abendblatt vom 1. Dezember 1983
Hamburger Abendblatt vom 6. Dezember 1983
Hamburger Abendblatt vom 1. Februar 1984
Filmfall Aktenzeichen XY … ungelöst vom 5. Oktober 1984
XY-Wiki
Der Aktenzeichen XY-Blog
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1983 | Twielenfleth | Herbert Kahrs (33) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Di, 27. Apr. 2021, 23:27

Salva hat geschrieben:
Di, 20. Jan. 2015, 23:06
Eduard Zimmermann wies in der Nachbetrachtung nach dem Filmfall darauf hin, dass das Opfer in den letzten 20 Monaten vor seinem Tod, größere Geldbeträge seines Ersparten von seinem Konto abgehoben und ausgegeben habe.
Da gäbe es m.E. folgende Möglichkeiten

1. Verhältnis mit einer anderen Frau /Mann

2. Besuch bei Prostituierten /Strichern

3. Spielsucht

4. Er wurde erpresst
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1983 | Twielenfleth | Herbert Kahrs (33) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Mi, 12. Mai. 2021, 22:50

Heute wurde der Fall in der XY-ungelöst Sendung am 12.05.2021 nochmals gezeigt.

Viel Neues im Verhältnis zu Darstellung in Aktenzeichen XY … ungelöst – Folge vom 5. Oktober 1984 gibt es nicht.

Neu ist aber: Herbert Kahrs wurde gefesselt und mit einem Kopfschuss getötet.
Das deutet auf organisierte Kriminalität oder viel Hass hin.

Neu ist auch, dass er erst seit März Filialleiter war.
Der passionierte Angler hat vor seinem Posten als Filialleiter jahrelang bei einer Eiscreme-Firma gearbeitet.
In welcher Funktion ?
Warum ist er dort weggegangen ?

Der 33-Jährige hatte in den Monaten vor seinem Verschwinden insgesamt 30.000 DM vom Familienkonto abgehoben.
War alles Gesparte damit aufgebraucht ?
Wofür dieses Geld bestimmt war, ist bis heute nicht bekannt.
Als das begann, muss er also noch bei der Eiscremefirma gewesen sein.

Was war und ist eigentlich mit dem Haus in Hollern-Twielenfleth ?
Hatte einer der beiden Ehepartner das geerbt ?
Musste trotzdem noch Geld hineingesteckt werden ?
Oder hatte man das gekauft ?
Gab es 20 Monate davor Probleme mit der Bedienung eines Kredites ?
Seine Ehefrau scheint noch in Hollern-Twielenfleth zu wohnen.

Was mich auch wundert. Es gibt 15 bis 20 ALDI-Filialen, die viel näher an Hollern-Twielenfleth liegen als die Filiale in Langenfelder Damm Hamburg-Stellingen. Warum wurde er nicht in einer dieser Filialen eingesetzt ?
(Wäre auch für ALDI günstiger, wenn er durch die Polizei zur Filiale gerufen wird, weil z.B. ein Einbruch stattgefunden hat)

Im Blog XY schreibt jemand:
Der Fall wird detailliert in der Publikation “Ungelöste Morde” von Stefan Weller geschildert. Herbert K. war nicht der nette Familienmensch wie er in XY dargestellt wurde. Im ehemaligen XY Forum gab es auch Kommentare bezüglich seines exzessiven Lebensstils. Generell muss er sich anscheinend sehr viele Feinde gemacht haben.
https://www.blogxy.de/mord-an-aldi-fili ... ert-kahrs/
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#4

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Mi, 12. Mai. 2021, 23:40

Was ich gar nicht verstehe: Hebert Kahrs war verschwunden und sein doch auffälliges Auto auch.
Wieso war das Auto nicht in der Fahndung ?
Noch nach dem Verschwinden des Mannes sahen Zeugen sein Auto, einen senffarbenen Toyota Corolla mit Stader Kennzeichen, im Stadtgebiet von Hamburg und im angrenzenden Kreis Pinneberg. Das Fahrzeug wurde schließlich am 31. Januar 1984 aus der Elbe geborgen.
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#5

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Do, 13. Mai. 2021, 00:01

Ich muss mich korrigieren:
Seine Ehefrau scheint noch in Hollern-Twielenfleth zu wohnen.
muss heißen

Seine Ehefrau scheint noch bis zu ihrem Tod 2011 in Hollern-Twielenfleth gewohnt zu haben.
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#6

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Do, 13. Mai. 2021, 14:40

In seinem Geschäft kommt Herbert Kahrs an diesem Samstagmorgen jedoch nicht an, seine Kunden warten vergeblich auf ihn. Es zeichnet sich vom weiteren Verlauf des Tages ein mysteriöses Bild. So ist der Familienvater auch zwei Stunden nach seiner Abfahrt in Twielenfleth immer noch in der Nähe seines Wohnortes unterwegs.
-> das deutet daraufhin, dass er eine Verabredung hatte, die er durch sein Verschlafen nicht wahrnehmen konnte und versucht hat nachzuholen.


Ich sehe hier folgende Möglichkeiten:

1. Er war schon während seiner Tätigkeit bei der Eiscremefirma an irgendeiner Drogengeschichte beteiligt (z.B.
Drogenaufbereitung im Labor) und da ist etwas schief gegangen, für das die kriminellen Organisatoren ihn verantwortlich
gemacht haben. Das Fesseln und dann erchießen passt dazu.

2. Er wurde erpresst.

3. Er war regelmäßig bei Nutten / Strichern

4. Er hatte eine Geliebte /Geliebten
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