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2001 | Lichtenberg | Peggy Knobloch (9) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Eddy Carpenter
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2001 | Lichtenberg | Peggy Knobloch (9) ermordet

#361

Ungelesener Beitrag von Eddy Carpenter » Fr, 21. Sep. 2018, 18:14

@Jenny G.
Nein, der mit der Kette war Holger E., der Halbbruder vom Jens B., der im Vorderhaus oben mit Frau und Kind wohnte.
Der jetzt Beschuldigte Manuel S. renovierte zur fraglichen Zeit (s)ein Wohnhaus drei Häuser nebenan.
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2001 | Lichtenberg | Peggy Knobloch (9) ermordet

#362

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 21. Sep. 2018, 19:03

Holger E. wurde wegen des Missbrauchs seiner 2-jährigen Tochter zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zudem hatte er auch die Tochter seines Bruder Jens B. sexuell missbraucht. Jens B. und die Knobloch's waren Nachbarn.

Dann gab es noch einen Robert E.:
Der Frührentner ist wegen sexuellem Missbrauch von Kindern vorbestraft. 2008 verurteilte ihn das Landgericht Hof zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe. Er soll zwei Mädchen missbraucht haben, seine Enkelin und sein Patenkind. Die Taten sollen sich Anfang des Jahrzehntes zugetragen haben, also in etwa zu der zeit, in der Peggy Knobloch verschwand. Zudem sollen die missbrauchten Mädchen in etwa im Alter von Peggy gewesen sein. Eines der Mädchen soll sie aus der Schule gekannt haben. Robert E. bestritt jedoch, Peggy Knobloch überhaupt gekannt zu haben.
Quellen: Focus | SZ
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2001 | Lichtenberg | Peggy Knobloch (9) ermordet

#363

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 21. Sep. 2018, 19:12

So kamen die Ermittler erneut auf die Spur von Manuel S.:

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Der Verdächtige Manuel S. (41) verstrickte sich mehrfach in Widersprüche. Foto: Joerg Voelkerling/Bild
Den Ermittlern gelang ein Durchbruch: Nachdem im Juli 2016 die sterblichen Überreste der im Mai 2001 verschwundenen Peggy Knobloch gefunden worden, schlossen sich langwierige kriminalistische Ermittlungen sowie komplexe wissenschaftliche Untersuchungen mit unterschiedlichen Zielrichtungen an, teilt die Polizei mit. Die vorhandene Spurenlage und die sich daraus ergebenden Erkenntnisse mussten von den Ermittlern fortwährend mit der bereits bekannten Aktenlage abgeglichen und jeweils neu bewertet werden. Die Geschichte des Ermittlungsverfahrens, der enorme Umfang an Akten und Informationen und insbesondere der Zustand der erst 2016 aufgefundenen sterblichen Überreste von Peggy Knobloch erforderten neben kriminalistischem Spürsinn auch die Einbeziehung wissenschaftlicher Disziplinen, die außerhalb üblicher Ermittlungsroutinen stehen.

Pollen und Farbreste führen zu 41-Jährigem

Die Summe der Erkenntnisse aus den Untersuchungen am Fundort generierter Spuren sowie die Neubewertung bereits bestehender polizeilicher Feststellungen rückten den 41-jährigen Manuel S. erneut in den Fokus der Ermittlungen. So entdeckte eine forensische Palynologin (Pollenkunde) an den sterblichen Überresten des Mädchens unterschiedliche, mikroskopisch kleine Pollen, die im weiteren Untersuchungsgang als Bestandteile von Torf identifiziert werden konnten. Hier ergab sich ein Bezug zu Pflanzarbeiten des Mannes am Tattag, die den Ermittlern bereits bekannt waren. Am Ablageort gesicherte Mikropartikel stellten sich nach der Begutachtung als Farbreste dar, wie sie in Renovierungsmüll vorkommen.

Den Ermittlern war bekannt, dass der jetzt Beschuldigte damals umfangreiche Renovierungsarbeiten ausgeführt hatte. Weiter erzeugte die Sichtung von vorhandenen Videoaufzeichnungen aus der damaligen Sparkassenfiliale erhebliche Zweifel am bislang behaupteten Alibi des Mannes. Er war entgegen seiner bisherigen Angaben am Nachmittag des 7. Mai 2001 mit seinem Fahrzeug in Lichtenberg unterwegs. Die Ermittler konnten den goldfarbenen Audi 80 mittlerweile trotz der langen Zeit ausfindig machen und kriminaltechnisch untersuchen.
Quelle: inFranken.de
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2001 | Lichtenberg | Peggy Knobloch (9) ermordet

#364

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 21. Sep. 2018, 19:30

Presseerklärung von Ulvi Kulac's Betreuerin Gudrun Rödel zum Mordfall Peggy und den aktuellen Ermittlungen und Berichterstattungen

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Gudrun Rödel. Foto: Behoerdenstress
Für meinen Betreuten und dessen Familie ist es unerträglich und nicht hinnehmbar, wie die Herren Völkerling (BILD) und Lapp (Nordbayerischer Kurier sowie Frankenpost) – trotz eines eindeutigen Freispruchs in einem Wiederaufnahmeverfahren – in ihrer Berichterstattung immer wieder versuchen, meinen Betreuten in die Schiene eines möglichen Täters zu stellen.

Den Umstand der geistigen Behinderung meines Betreuten, seinen besonderen Schutz in der Öffentlichkeit und die über 40 Vernehmungen bei den damaligen Ermittlungen – viele Male ohne jeglichen Rechtsbeistand – der Druck auf Aussagen (wie man sie hören wollte) mit Hilfe von Täuschung wird völlig außer Betracht gelassen, ebenso die Tatsache, dass es einfache Bürger waren, die bereits schon damals an die Unschuld meines Betreuten glaubten, die Fehler und Methoden der Justiz zu Tage brachten und letztendlich den Freispruch erwirkten.

Die Konsequenzen daraus wurden leider nicht gezogen; ein Antrag der Oppositionsparteien im Bayerischen Landtag auf einen Untersuchungsausschuss wurde von der CSU abgelehnt.

Die Feststellung, mein Betreuter sei mit dem jetzigen Verdächtigen befreundet gewesen seit Kindertagen und habe mit ihm immer wieder etwas unternommen, entspricht keinesfalls den Tatsachen!

Sie kannten sich beide wie viele andere in Lichtenberg; der Freund, mit dem Ulvi viel unternommen hatte und den er letztendlich in seinem Geständnis beschuldigte, die Leiche verschafft zu haben (weil man eben vieles gemeinsam schon unternommen hatte!), war ein ganz anderer, keinesfalls der jetzt Verdächtige.

Dem jetzigen Verdächtigen wurde damals auf Grund der Aussage von Ulvi tatsächlich übel mitgespielt; Ulvi tut es leid und er entschuldigt sich hierdurch noch einmal.

Das Verfahren wurde damals eingestellt nach der Feststellung, dass die Aussage von Ulvi nicht der Wahrheit entsprach. Es wurde nichts, aber auch gar nichts gefunden, womit der heute Verdächtige in Zusammenhang mit Peggy zu bringen gewesen wäre.

Ihn jetzt wieder in so eine Situation zu bringen und auf Grund anonymer Hinweise möglicherweise seine aufgebaute Existenz zu vernichten, ist aus meiner Sicht sehr verwerflich.

Währenddessen bleiben „bestimmte Personen“ bis heute trotz ihrer nachweisbaren Falschaussagen, die letztendlich zur Verurteilung meines Betreuten führten, unantastbar. Sichtlich empört ist Ulvis Mutter über die Bemerkung im Bericht von Lapp, sie sei erfreut über die momentane Entwicklung; mit diesem „Herrn“ Journalisten, der „rein zufällig“ bei ihnen vorbeigekommen sei, habe sie kein Wort gesprochen!

Erdrückend – besonders für all die Lichtenberger, die das Mädchen noch bis abends gesehen hatten – immer wieder die Berichterstattung, Peggy sei auf dem Heimweg von der Schule nicht nach Hause gekommen – das ist eine infame Lüge!

Der bekannte Profiler Petermann erklärte in einem Interview der Frankenpost vor einiger Zeit, dass er in dem Fall komplett bei 0 beginnen würde und vor allem auch eine erneute Überprüfung des familiären Umfeldes von Peggy vorschlage!

Gudrun Rödel – gerichtlich bestellte Betreuerin –

Münchberg, am 14. September 2018
Quelle: Behoerdenstress
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#365

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 21. Sep. 2018, 19:33

Die Ermittler gehen derzeit von folgenden tatrelevanten Zeitpunkten am 7. Mai 2001 aus:

► letzte gesicherte Sichtung von Peggy Knobloch um 13.24 Uhr am Henri-Marteau-Platz
► gesicherter Aufenthalt des Manuel S. in der damaligen Sparkassenfiliale um 15.17 Uhr

In diesem Zusammenhang bitten die Kriminalbeamten erneut um Mithilfe der Bevölkerung und stellen folgende Fragen:

► Wer hat am Montag, 7. Mai 2001, den goldfarbenen Audi 80 gesehen?
► Wer hat an oder in dem Fahrzeug Personen wahrgenommen, gegebenenfalls mit Peggy Knobloch?
► Wer hat Manuel Schmidt zuvor jemals mit Peggy gesehen?
► Wer kann die hier abgebildeten Farben mit Renovierungsarbeiten in Lichtenberg in Zusammenhang bringen?


TZeugen werden gebeten, sich mit der SOKO Peggy unter der Tel.-Nr. 0921/506-1414 in Verbindung zu setzen.

Für Hinweise die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung in Höhe von 30.000 Euro ausgesetzt.

Bild
Lichtmikroskopische Abbildung verschiedener Farbpartikel nach Reinigung der Farbpartikel

Bild
Der damalige Audi 80 von Manuel S.

Bild
Der damalige Audi 80 von Manuel S.

Quelle: Polizeipräsidium Oberfranken


FALL PEGGY KNOBLOCH: Ermittler äußern sich zum mysteriösen Verbrechen (am 21.09.2018 veröffentlicht)
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#366

Ungelesener Beitrag von Jenny G. » Fr, 21. Sep. 2018, 21:36

@Eddy Carpenter Ah, danke... hatte die Namen nicht mehr alle auf dem Schirm :like:

Aber man sieht, es erwischt irgendwann doch (fast) alle.
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#367

Ungelesener Beitrag von Eddy Carpenter » Do, 27. Sep. 2018, 13:25

https://www.sat1.de/tv/akte/video/2018- ... bloch-clip
Hier kommen ein paar mehr oder weniger Beteiligte zu Wort und der aktuelle Sachstand wird mit hübschen Bildern vom Ort zusammengefasst.

Man kann sich fast sicher sein, dass dank der aktuellen Lage die Sache sich dem Ende neigt.
Trotz aller Unkenrufe wurde sowohl der Leichnam gefunden als auch in diesem Zusammenhang verwertbare Spuren und nun haben wir sogar eine Einlassung eines Beschuldigten.
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#368

Ungelesener Beitrag von Salva » Do, 27. Sep. 2018, 22:12

@Eddy Carpenter
Ich denke mal, dass wir noch die eine oder andere Überraschung erleben werden, obwohl andererorts Ulvi K. weiterhin und unverhohlen als Peggy's Mörder gehandelt wird. Warum auch immer. Es gibt derzeit nämlich nach wie vor keinen veröffentlichten (forensischen) Beweis für seine Täterschaft. Insofern hat sich seit damals nichts geändert.

Und weil die Polizei derzeit so hochstilisiert wird: Manuel S.'s Alibi war schon überprüfbar gewesen, als er seinerzeit im Fokus der Ermittlungen stand. Das wurde aber nicht getan. Inwieweit das Auswirkungen auf den Fall hatte, ist schwer zu sagen.
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#369

Ungelesener Beitrag von Eddy Carpenter » Do, 27. Sep. 2018, 23:41

@Salva
Andernorts herrschen merkwürdige (ich würde sagen: zweifelhafte Sitten).
Die Motivation, alles auf den Kleiderständer abzuhängen, teilt anscheinend auch der Beschuldigte.
Das wird im das Genick brechen, denn es ist zu offensichtlich, dass er ein lange mit Bauernschläue gestricktes Märchen erzählt hat.

In der Presseerklärung wurde auf die Neubewertung der alten Akten hingewiesen.
In der Pressekonferenz wurde erwähnt, dass Vernehmungen angedacht sind.
Die Drahtzieher des Desasters von 2002 bis 2004 sind nicht mehr beteiligt, soweit ersichtlich.
Vieles wurde seinerzeit versaut, aber die Zeugen leben (weitgehend) noch und die Akten sind auch noch leserlich.
Ja, an anderer Stelle wird demnächst der ein oder andere überrascht sein.
Aber der Glaube versetzt Berge, jedenfalls virtuell dort, wo alles mysteriös ist.
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#370

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 29. Sep. 2018, 16:24

BR/Frankenschau, 28.09.2018
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#371

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Mi, 24. Okt. 2018, 14:52

TEXTdass wir noch die eine oder andere Überraschung erleben werden
Sehe ich auch so. Allerdings nicht von berufener Seite sondern von außerhalb.

Interessant ist die Reaktion in einem sogenannten Diskussionsforum. Wo ungehemmt verunglimpft und verdreht wird. Die BI und die Frau Rödel für jedes und alles verantwortlich zeichnet.
Diese Verunglimpfer wissen aber sehr genau das die BI (Bürgerinitiative) sich erst Ende 2004 zusammen fand. Und somit nichts mit den Vorgängen zu tun haben kann.
Es drängt sich der Verdacht auf das einige Nicks, die sich krass hervor tun, dafür bezahlt werden. :thinking:

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#372

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Fr, 26. Okt. 2018, 08:05

Eddy Carpenter hat geschrieben:
Fr, 21. Sep. 2018, 18:14
@Jenny G.
Nein, der mit der Kette war Holger E., der Halbbruder vom Jens B., der im Vorderhaus oben mit Frau und Kind wohnte.
Der jetzt Beschuldigte Manuel S. renovierte zur fraglichen Zeit (s)ein Wohnhaus drei Häuser nebenan.
Eine Berichtigung dazu
Holger E. wohnte nicht in L. Er war nur zu Besuchen dort.
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#373

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 28. Okt. 2018, 08:57

schimmel-reiter hat geschrieben:
Mi, 24. Okt. 2018, 14:52
Diese Verunglimpfer wissen aber sehr genau das die BI (Bürgerinitiative) sich erst Ende 2004 zusammen fand. Und somit nichts mit den Vorgängen zu tun haben kann.
Es drängt sich der Verdacht auf das einige Nicks, die sich krass hervor tun, dafür bezahlt werden.
Die Leute, die im Fall Peggy gegen die Bürgerinitiative um Frau Rödel hetzen sind die selben, die auch z.B. im Fall Darsow gegen dessen Unterstützer hetzen. Es geht also vielmehr darum, dass es nicht akzeptiert wird, dass sich Menschen für mutmaßliche Justizopfer einsetzen als um die Täter bzw. Opfer selbst. Das ist jedenfalls sehr oft mein Eindruck. Und: es wird von diesen Usern nicht zugelassen dass es Menschen gibt, die der Polizei, der Justiz und den Gerichten nicht blind, taub und kritiklos gegenüberstehen und nicht automatisch für richtig halten, was aus deren Reihen ermittelt, entschieden und veröffentlicht wird. Ob da Geld fließt weiß ich nicht und es ist für mich auch schwer vorstellbar wenn ich sehe, wer da solche Hetz- und Hasstiraden verbreitet, Meinungen beinflussen will oder Andersdenkende stalkt und mobbt.
Es wird immer Mitglieder in Foren usw. geben, die ihren Selbstwert, ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen im Schreiben von Beiträgen suchen und wenn sie dabei eine gewisse Aufmerksamkeit und Befürwortung oder sogar Bestätigung erhalten, dann bestärkt sie das nur in ihrer asozialen Art und Weise. Sei's drum. Ich ignoriere solche Menschen in der gleichen Art und Weise wie ich Plattformen meide, die deren Ineinflussnahmen bis hin zu Rechtsbrüchen unterstützen und dabei andere User mit den fadenscheinigsten Ausreden sanktionieren.
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#374

Ungelesener Beitrag von loraflora » So, 28. Okt. 2018, 09:21

Salva hat geschrieben:
So, 28. Okt. 2018, 08:57
es wird von diesen Usern nicht zugelassen dass es Menschen gibt, die der Polizei, der Justiz und den Gerichten nicht blind, taub und kritiklos gegenüberstehen und nicht automatisch für richtig halten, was aus deren Reihen ermittelt, entschieden und veröffentlicht wird.


Das ist die klare Antwort auf die Frage: Wem dient das?

Es bedarf eines hohen Aufwandes an Zensurmassnahmen, die von ihrer Natur her schon aggressiv sind, um jegliche Kritik unsichtbar, bzw. nicht existent erscheinen zu lassen. Die gewohnheitsmässige Anwendung solcher undemokratischer Zwangsmassnahmen kann natürlich nicht unbemerkt bleiben und ist somit selbst entlarvend.

Wer unablässig jede von der vorgegebenen Linie abweichende Meinung als sog. VT diffamiert ist schwach und duldet aus Angst, die Deutungshoheit zu verlieren, keinerlei Widerspruch, nicht einmal den leisesten Hauch von Zweifel. Nur die Gedanken sind frei.

Ein Ort, an dem die sog. Obrigkeit/Staat/Verwaltung gegen Andersdenkende, Freidenkende, Selbstdenkende mit aller Gewalt geschützt wird, bedarf keiner weiteren Beweise der Käuflichkeit.





Mord vor 17 Jahren: Ungereimtheiten im Fall Peggy | Frankenschau aktuell
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#375

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 28. Okt. 2018, 13:47

@loraflora

Im Fall Peggy gibt es, wie z.B. auch in den Fällen Darsow, Wörz, Mollath usw., ganz offensichtlich ein "paralleles Tatgeschehen", dass sich nur anhand der Ermittlungs- bzw. Nebenakten herauslesen lässt. Maximal bzw. wenn überhaupt. Veröffentlicht wird davon selbsverständlich nichts, sodass die offizielle Darstellung der Dinge die einzige und alleinige Wahrheit bleibt und als solche von manchen Interessierten auch so vehement verteidigt wird. Vorstöße in Richtung z.B. Peggy's Mutter sind deshalb verpönt und wer's dennoch wagt, wird angegangen und bestraft. Gleichwohl gibt es gerade in diese Richtung sehr interessante Details und Fakten, die ein völlig anderes Licht auf den Fall werfen können, wenn man es nur zulassen will. Aber mit Ulvi Kulac hat man ja diesen Typ "Unterbelichteter Kinderschänder", dem man durchaus auch einen Mord zutrauen kann und obwohl rechtmäßig freigesprochen, weil es nach wie vor keinen einzigen Beweis für dessen Schuld gibt, wird er in aller Öffentlichkeit weiterhin des Mordes an der kleinen Peggy beschuldigt, während von genau den selben Figuren ein Manuel S. verteidigt wird, wenn man den nur im Ansatz einer Verdächtigung aussetzt! Wie gesagt: Peggy's Mutter verbietet sich als Diskussionsgrundlage ebenso wie diese schmierigen Typen aus ihrem nahen Umfeld. Trotz allem oder vielleicht genau deswegen. DAS alles finde ich extrem widerlich, unerträglich scheinheilig und rotzfrech doppelzüngig.

Für den Fall, dass also welche von "Rödels Gegenseite" hier mitlesen:

1. Mit wem hatte Frau Knobloch denn Affären (vor allem während der jahrelangen Ermittlungen zum Verschwinden ihrer Tochter Peggy) und was ist deren Beruf?

2. Wer soll der Vater ihres jüngsten Kindes sein und was ist dessen Beruf?

3. Welche Verbindung gibt es zwischen Frau Knobloch und bestimmten Typen bis hin zum Dunstkreis des NSU?

4. Wo sind denn die Beweise, dass es sich bei dem Stofffetzen am Auffindeort von Peggy's Leiche um eine "Trugspur" handelt und wie kommt der dort hin? Die entsprechenden KT'er streiten eine Verunreinigung ja vehemenst ab und selbst diejenigen, die diese Sauerei als Trugspur verkaufen wissen nicht, wie es zu dieser Verbringung kommen konnte. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

5. Wer verbreitet denn Fake News und hält die am Leben und zu welchem Zweck?

Hier sind alle Antworten erwünscht und erhofft. Alle außer einer: "Weil es die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder die Medien gesagt/so geschreiben hat/haben"!
PS: Demnach wird eine Frau E.-M. Zückert und ihre WasserträgerInnen hier kaum eine Plattform finden. Mal sehen!

Und vielleicht äußert sich endlich einmal die BI um Frau Rödel bzgl. ihrer Beweise, die sie ja horten wie einen Goldschatz! Hier oder sonst wo! Es kann einem Herrn Kulac doch nur dienlich sein. Oder etwa nicht? Darüber hinaus erhoffe ich mir Antworten auf z.B. die Frage, warum sich denn der Kreis der Unterstützer so verkleinert hat. Oder was dran ist an den unter vorgehaltener Hand ausgesprochenen Äußerungen, dass es innerhalb der BI zu massiven Streitigkeiten gekommen sei und vor allem warum/ weswegen!

Verschwörungstheorien hin oder her: am Ende darf das Wichtigste nicht in Vergessenheit bzw. nicht zwischen die Fronten BI / Anti BI geraten: Peggy Knobloch, das Opfer. Aber das wird bei diesen Scharmützeln von BEIDEN Seiten längst verdrängt. Nur wenn mal einer Seite kurzzeitig die Argumente oder Beleidigungen ausgehen, wird das Mädchen wieder aus der Schublade geholt und als Allroundwaffe eingesetzt. Aber auch das ist bezeichnend in diesem Fall. :vomiting:
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#376

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Mo, 29. Okt. 2018, 23:33

Etwas zu der BI ...

Die, die sich im Herbst 2004 zusammen fanden waren keine Juristen. Und haben sicher auch nicht im Traum daran gedacht das sie Zeitweilig wie Don Quichotte vor den Windmühlen stehen. Alle haben sich nach ihren Möglichkeiten eingebracht und demzufolge auch Fehler gemacht. Was die Justiz natürlich nicht, nie, niemals macht. Oder nie, nicht zugibt. Was abgeht wenn ein Staranwalt mit einem Wiederaufnahmeantrag ankommt, nachzulesen in RA Gerhard Strate seinem Buch „Der Verteidiger in der Wiederaufnahme“
TEXTAuszug: Der Anwalt im Wiederaufnahmeverfahren ist generell mit einer Strafjustiz konfrontiert, die sich in Verteidigungsstellung begeben hat und jeden Angriff auf das alte Urteil mit Zähnen und Klauen abzuwehren versucht.

Wenn das schon bei einem Staranwalt so ist, wie erst bei den paar Piepens einer BI? Da wird einer mal eben so zu seinem Chef gebeten und abgewatscht. Oder von der Holden, am heimischen Herd, weil die so komische Anrufe bekam. Da muss dann ein vernehmender Beamte zufällig auf die Toilette, vergisst in der Eile einen Kollegen in den Raum zu bestellen, so liest der „Angeschissene“ wer ihm das eingebrockt hat. Und stellt den „Boehsewicht“ mit ein paar Helfern zur Rede. Gehören diese Simpel dann immer noch zu den unbeugsamen Gerechtigkeitsfanatikern, schiebt man eine Urianshow mit einem Polizeirat ein. Der ohne Grund und Beschluss nur durch die geharnischte Ehefrau gestoppt werden kann, bevor er mit seinen Hiwis auch noch durch das Schlafzimmer rauscht. Oder setzt einen juristisch bewanderten Kuckuck, aus den eigenen Reihen, in das BI Nest.

Nicht genug damit, da gibt es dann noch die „völlig fairen“ Lohnschreiber. Auch Journalisten genannt. „Dickes Monster beleidigt Peggys Mutter“ Mein Gott, dick war der UK nun wirklich. Und wenn schon, mit dem Widerling der unzählige Kinder missbraucht hat, soll man da Mitleid haben? Die Mutter ist doch das Opfer! Äääm … welche Mutter? Die das Kind nur gebar oder die, die es Unfreiwillig versorgte? Wie zuvor schon viele andere fremde Menschen. Tja, so hat die BI dann die zweite Front.

Und wie bei „uns Adolf“ die dritte Front ist natürlich auch nicht weit. Waren es erst Leute die großspurig helfen wollten, letztendlich nur Akten kopierten, um dann so zum Beispiel, aus der Hirzenheinischen Deckung, über das Forumsinternet scharf zu schießen. Oder auch Abweichler, die nur ihre krude These vom Geschehen sehen wollten. Dann aber mit, im Vertrauen bekommenen Aktenauszügen, in so Schmuddel-Foren Front machten. Nicht zu vergessen die, die das von verwegenen Akteuren eruierte Material, ohne Absprache, gnadenlos ins Netz ballerten. Und damit den Apparatschiks der Justiz den Elfmeter vorlegten. Um durch ihre Dummheit eine heiße Spur bis heute kaputt zu machen. Wie natürlich auch die parteiischen Lohnschreibern denen das Wort „investigativ“ wohl nicht bekannt ist. Hach ja, nicht zu vergessen diese ungemein versierten Bussines Frauen in den Foren. Die Lawinen-artig und völlig EMZetzt auf so boehse Einträge von völlig desorientierten Usern reagierten, JAS-KA-nische Attacken ritten bis der Ober-Wicht, der IWENISCHE Hüter für Zucht und Ordnung, ne oder? Egal, der schmiss jeden hinaus, der nicht von seinen Verschwörungstheorien ablassen wollte. Quellen für seine Behauptungen, so z. B. „der HE hatte ein Alibi“ nachgefragt von einem kritischen User, der es auch noch wagte auf die Forumsregeln zu verweisen. So was geht gar nicht. Das ist Majestätsbeleidigung! Rübe ab! :)

Aber trotz all dieser „Nettigkeiten“ man siegte. Und das, was ein Affront, im „mir san mir“ Land der Wiesn oder den König Ludwig Fans! Aber das geht ja nun mal gar nicht!

Fakt ist das die BI Akteure weder Juristen noch Sherlock Holms Figuren waren. Und sich, mit Erfolg, um den UK kümmerten. Dass man beides, die Peggy und den UK nicht trennen kann, das wussten die Beteiligten auch. Nur, wer hätte die Miss Marple oder den Colombo geben sollen? Denn das, was gemacht wurde, verschlang schon viel Geld und noch mehr Zeit.
Gut verdienen und sich feiern lassen, das taten dann die Medien und Buch wie Filmemacher. Und sind heute die Experten, obwohl wie so oft, die Wasserträger andere (unerwähnte) waren. /

Ich stelle hier das Gespräch mit W.Eggert, einem versierten Politologen, ein. Der natürlich ein Verschwörungstheortiker für die Berufs-Verunglimpfer ist.

Diese Zusammenfassung kann und soll nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Sie trifft aber verdammt viele offene Punkte und ich würde sie als Leitfaden ansehen. Um den ganzen Wahnsinn halbwegs zu begreifen.
Schimmelreiter
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#377

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Di, 30. Okt. 2018, 00:39

Ganz Deutschland kennt diesen Fall: Am 7. Mai 2001 verschwand die kleine Peggy Knobloch (9) aus Lichtenberg (Bayern) auf dem Heimweg von der Schule. 15 Jahre war das Mädchen wie vom Erdboden verschluckt. Ein Fall ohne Leiche. Jetzt wo man ihre vergrabenen Überreste geborgen hat ist es eine Tat ohne Täter. Wird man ihn jemals finden? Wer ist hier verdächtig? Die Kollegen von COMPACT führten ein interview mit dem Politologen Wolfgang Eggert.

COMPACT: Ein Mädchen verschwindet und wird schließlich tot aufgefunden. Das klingt zunächst mal nach einem ganz normalen Verbrechen, wie es viele gibt. Wie kommt ausgerechnet ein politkonspirativer Autor dazu, sich damit zu befassen?

EGGERT: ´Ausgerechnet´ ist hier vielleicht das falsche Wort. Entführungen und Morde sind immer konspirativ, zum Vorteil des zunächst unbekannten Täters, zulasten eines Dritten, Spurenverwischungen und Irreführungen eingeschlossen. In der Mitte klafft dann ein schwarzes Loch mit vielen Fragen, die aufgeklärt werden wollen. Kriminalistik und Deep Politics gehören zusammen. Dass sich Investigativautoren für beide Seiten gleichermaßen interessieren kommt nicht von ungefähr. Es ist ein sehr ähnliches Feld.
COMPACT: Aber ein Politologe untersucht nicht 5000 Privatkonspirationen pro Jahr.

EGGERT: Stimmt, er steigt nur dann ein, wenn der Fall politische Brisanz erhält. Wenn die Deep Politics selbst das Feld der Kriminalistik betreten, wie man das in der belgischen Entführungsserie rund um Marc Dutroux hatte und wie es auch im Einzelschicksal Natascha Kampusch zu erkennen ist, wenn man nur tief genug gräbt. Der Fall Peggy weist vergleichbare forensische Spuren auf.

COMPACT: Was war für sie der Punkt, in den Fall Peggy einzusteigen? Wo war der Moment, wo Sie gesagt haben, dass es sich lohnt zu "wühlen"?

EGGERT: Der Punkt liegt bereits ganz am Anfang des Falls. So wie er angefasst wurde. Es ist die polizeiliche Besetzung, die man herangezogen hat und die klar in den Bereich "Organisierte Kriminalität" – also Menschenhandel, Drogen, Waffen, Rotlicht – weist. Da ist Mafia-Experte Wolfgang Geier, Chefermittler bei den damals so genannten Dönermorden, dort selbst Kopf der SOKO Bosporus, die damals nicht ohne Grund Spuren in der türkischen Unterwelt abklärte.
An der Seite des Kriminaldirektors finden wir im Fall Peggy Deutschlands "besten" Profiler Alexander Horn, ein Mann für die "großen Fälle". Weshalb der Münchner auch bei den Dönermorden Geier zur Seite stand. Wo es seinem Marktwert nach auch Sinn machte. Im Fall eines verschwundenen Mädchens wirkt seine Besetzung dagegen überzogen – auf den ersten Blick.
Und da ist die Polizistin Anja Wittig, die zum Teil under cover arbeitete, wiederum im Milieu Organisierte Banden-Kriminalität (OK). Auch sie taucht im Aufklärungsstab der Dönermordserie auf- und wird 2001 von der thüringischen Polizei zur bayerischen "Soko Peggy" delegiert. Im Jahr darauf gehört sie der thüringischen Sonderkommission "Goldfasan" an, die mehrere Morde einer internationalen Bande untersuchen wird.

COMPACT: Länderübergreifende OK-Ermittler? Bei einem verschwundenen Mädchen aus der Provinz klingt das, naja, etwas "over the top"!

EGGERT: Moment, es kommt noch "besser": Bei der Sonderkommission "Goldfasan" lernt Peggy-Special-Agent Anja Wittig einen Kollegen kennen, der "beruflich" mit echten und falschen Nazis aus dem NSU-Umfeld und mit V-Leuten zu tun hat und mit dem sie eine Lebensgemeinschaft eingeht: Mike Wenzel. Wenzels Vorgesetzter wird 2011 für das Wohnmobil in Eisenach zuständig sein, in dem die Leichen der NSU Uwes gefunden werden. Wenzels Nichte ist einer sehr bekannte Polizistin, die ihrerseits im OK-Milieu verdeckt ermittelt, mit Verbindungen zur extremen Rechten sowie wiederum zur Schlapphutszene: Michèle Kiesewetter, ein angebliches NSU-Opfer. Und eng befreundet mit der außerplanmäßigen Peggy-Ermittlerin Wittig. Ein Freund von Anja ist Medienberichten zufolge recht eng mit dem Betreiber jenes Szeneladens, aus dem die Ceska-Pistole kam, mit der die NSU neun Menschen ermordet haben soll.

COMPACT: Und diese Frau wurde von den Thüringern in den Bayerischen Ermittlungsstab beordert?

EGGERT: …. wo sie dann mit den NSU-Ermittlern Geier und Horn am vermeintlichen Aller Welt Fall Peggy Knobloch arbeitete, richtig. Für diese, sagen wir "politische" Besetzung scheint es nur eine naheliegende Erklärung zu geben. Nämlich die, dass die Behörden das Verschwinden des Mädchens ebenfalls und frühzeitig für ein Politikum hielten, das den Aufwand rechtfertigte. Das ´Warum´ kann ich ihnen nachhaltig aufschlüsseln…

COMPACT: Schlüsseln Sie uns das Politikum im Fall Peggy auf

EGGERT: Es geht um einen politisch potenten Kinderschänderring, soweit vorweg. Aber geben Sie mir etwas Zeit, ich will Sie langsam da ran führen. An das Wesentliche. Da gibt es zunächst einige tatzeitnahe Puzzlestücke, die schon für sich alleine interessant sind. Noch kein Politikum, aber bereits darauf hinweisend. Dinge, von denen die Medien kaum berichteten. Zum Beispiel die Sache mit dem Kinderausweis.

COMPACT: Kinderausweis?

EGGERT: Ja, Peggy hatte natürlich einen. Nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist aber, dass laut Hamburger Abendblatt Susanne Knobloch – die Mutter – erst fünf Tage vor Peggys Verschwinden bei der Gemeinde in Lichtenberg die Verlängerung des Kinderausweises beantragt hat, obwohl der noch rund ein Jahr Gültigkeit besaß. Das enge Zeitfenster fällt sofort auf. Was ebenfalls auffällt: Dieses rätselhafte Zusammentreffen wurde 6 Jahre unter der Decke gehalten. Erst 2007 berichtete das Abendblatt darüber, übrigens als einzige Zeitung.
Dann wuchs 7 Jahre Gras über diese Geschichte, bis sie dann 2014 neu aufkochte, diesmal heftiger: Die Staatsanwaltschaft Bayreuth, die den Fall neu aufrollte ordnete im Rathaus von Peggys Heimatgemeinde Lichtenberg eine Durchsuchung an und ließ Akten des Einwohnermeldeamts sicherstellen.

COMPACT: Behörden gegen Behörden… Das hat man nun auch nicht alle Tage!

EGGERT: Ich persönlich hab eigentlich noch nie von so was gehört. Einen Hausdurchsuchungsbeschluss fürs Rathaus – inklusive Beschlagnahmen dort selbst – verortet man eher nach Sizilien, zur Blütezeit der Mafia.

COMPACT: Worum ging es bei der Polizeiaktion?

EGGERT: Wieder um den am 2. Mai 2001 ausgestellten Kinderausweis des Mädchens – und um die Frage, wer ihn beantragt hatte. Das ist also ein neuer Sachverhalt. Während laut Abendzeitung 2007 die Mutter 5 Tage vor dem Verschwinden eine schlichte Verlängerung des alten Ausweises beantragte und erhielt, ging es nun, 2014, um einen komplett neu ausgefertigten Pass, ebenfalls auf den 2. Mai datiert – bei dem man aber nicht wusste wer den Antrag dazu gestellt hatte. Scheinbar fiel der Verdacht anteilig auf die lokalen Behörden, zumindest wollten die dort nicht mit den Untersuchungsbehörden kooperieren, sonst hätte es den Erzwingungseinsatz nicht gegeben. Den Grund für die mangelnde Kooperationsbereitschaft im Rathaus werden Sie vielleicht verstehen, wenn wir das Interview abgeschlossen haben.
Also, der 2014 neu aufgeworfene Punkt ist, wer den neuen Ausweis beantragt hat. Nicht nur die Ermittler wollen das wissen, diesmal interessiert sich auch die Presse dafür flächendeckend. Die Journallie greift also zum Telefon – und läuft ins Leere. Lichtenbergs Bürgermeister Holger Knüppel geht bei dieser Frage auf Tauchstation. Erst ist er nicht erreichbar, dann will er die Anfrage schriftlich, nach mehrmaligen Nachfragen beruft er sich auf „datenschutzrechtliche Gründe“ und schweigt. Bei Oberstaatsanwalt Daniel Götz kommen die Lohnschreiber auch nicht weiter. Der will sich zu seiner ungewöhnlichen Staatsaktion "wegen des laufenden Verfahrens" nicht äußern.
Während also hinter den behördlichen Kulissen die Fetzen fliegen steht die mediale Beobachterschaft da, wie der Ochs vorm Berg, und rätselt. Vorwürfe sowohl gegen die Eltern als auch gegen die Stadtverwaltung werden laut, die ersten Medien sprechen von Vertuschung. Um da wieder rauszukommen muss nun jemand die Hosen runterlassen. Und das sind ausgerechnet die Ermittler, die ihre Pass Aufklärung in Lichtenberg erzwungen haben: In einer Pressemitteilung der Oberfränkischen Polizei wird bekanntgegeben, dass sich die Polizei 2001 "vorsorglich" einen Kinderausweis ausstellen ließ, weil man Hinweisen nachgegangen sei, dass Peggy in die Türkei verschleppt worden sein könnte. Hätte man Peggy tatsächlich gefunden, hätte es ohne Ausweis Schwierigkeiten bei der Ausreise gegeben.
Nun sollte bereits einem Blinden mit Krückstock auffallen, dass ein für Sucharbeiten "vorsorglich" beantragter Ausweis hochverdächtig anmutet, wenn er bereits vor (!) dem Verschwinden des Betreffenden angefordert wird: Herbert Potzel, Chef der Bayreuther Staatsanwaltschaft, erklärte daher auch auf Anfrage: „Dieser Vorgang ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Nicht nachvollziehbar ist zudem, warum die Ermittler, wenn sie selbst den Pass in Auftrag gegeben hatten, dann eine Durchsuchungsaktion durchführen mussten, bei dem es gerade darum ging, herauszufinden wer dieser Antragsteller gewesen war.
COMPACT: Warum hätte sich die Polizei 2001 überhaupt einen neuen Pass fertigen lassen sollen? Gab es denn den Originalausweis nicht mehr, der noch ein Jahr gültig war und zudem laut erstem Pressebericht von der Mutter verlängert worden war? Den hätte man sich doch im Elternhaus einfach abholen können?!

EGGERT: Eben, das ist nun gleich der nächste interessante Punkt. Der Originalpass lief regulär noch bis April 2002, auch ohne Verlängerung. Aber er war nach dem Verschwinden des Kindes mysteriöserweise gleich mit weg. Die Frage ist: Wo war er dann?
Genau den gleichen Zusammenhang – verschwundener Pass – finden wir übrigens im Fall Kampusch, wo kritische Beobachter die kluge Frage stellten: Für was hat Natascha ihren Ausweis eigentlich ausgerechnet am Tag ihrer Entführung bei sich getragen? Kam sie in die Schule oder in ihr Verlies ohne Ausweiskontrolle nicht rein?
Aber bleiben wir bei Peggy: Auch hier verschwindet ein Kind und der dazugehörige Pass, der außerdem wenige Tage zuvor verlängert oder neu ausgestellt wurde. Die Medien zogen daraus den nächst liegenden Schluss, dass die Schülerin gezielt ins Ausland verschleppt worden sein könnte. Außenstehende taten das ebenfalls: Die Münchner Autorin Ina Jung, die ein Buch über den Fall geschrieben hat, hatte bereits 2007, nach dem ersten Zeitungsbericht im Lichtenberger Rathaus wegen des Ausweises nachgefragt. Eine Mitarbeiterin sagte ihr damals nebulös, dass der "für Tschechien“ bestimmt bzw. "auf Tschechien" ausgestellt gewesen sein soll. Dort wurde das Mädchen tatsächlich zeitnahe zum Verschwinden von Zeugen gesehen. Wie auch in der Türkei, wo der neue Lebenspartner von Peggys Mutter herstammte.
So richtete sich der Verdacht der Ermittler nun in erster Linie gegen Peggys Eltern.

COMPACT: Der Anfangsverdacht fiel auf die Eltern?
WOLFGANG EGGERT: Ja, wegen der Ausweisgeschichte lag das nahe. Beziehungsweise hat das den Verdacht nur noch verstärkt. Es ist ja so dass bei den meisten nichtaufklärbaren Kindsvermisstenfällen ein Familienmitglied dahintersteckt. Die sogenannten Entziehungsfälle. Dass in diese Richtung zumindest mit ermittelt werden würde, war klar. Man hätte schon sehr gut begründen müssen, wenn man es nicht tat.

COMPACT: Wie sahen die Aufklärungsarbeiten der Behörden aus?

WOLFGANG EGGERT: Denkbar einfach: Man hat den türkischen Stiefvater abgehört.

COMPACT: Hat sich dabei etwas ergeben?

WOLFGANG EGGERT: Und ob – wobei die Reaktion der Ermittler nicht minder interessant ist.
Nur Tage nach dem Verschwinden von Peggy fragte Erhan Ünal in einem von der Polizei überwachten Telefongespräch eine türkische Freundin: "Was würde mir passieren, wenn ich Peggys Schwester Jasmin in die Türkei entführe?" Das Mädchen verschwand nie, aber wie wir wissen Peggy – wo der Straftatbestand genau der gleiche ist. Die Frage muss daher bereits zu diesem frühen Zeitpunkt gar keine utopische Möglichkeitsform – was wäre wenn – mehr darstellen. Im selben Zusammenhang, auch das geht aus Telefonmitschnitten hervor, erwägt Ünal eine Flucht in die Türkei. Aufklärung durch die Polizei? Fehlanzeige.
Dieselbe Frau erhält am 7.6.2001 eine SMS von Ünals Mobiltelefon: „Hallo! Hab meine Mama so lange nicht mehr gesehen.“ Einige Medien schreiben dass die Nachricht den umgekehrten Weg genommen habe, vom Handy der Frau aus an Ünal. Die Polizei, die die erste Version zu präferieren scheint schließt aus, dass Peggy hier ihre kleinen Finger im Spiel gehabt haben könnte. Ünal, so ihre Interpretation, meine seine Eltern, die reisten Ende Mai 2001, also eine schlappe Woche nach der fraglichen SMS für fünf Monate in die Türkei.
Als Fußnote noch interessant: Die türkische Frau, um die es hier geht und mit der Ünal ein Verhältnis zu haben scheint wohnt in Pforzheim, Peggys Mutter besucht sie dort selbst im September. Und ausgerechnet Pforzheim ist nun neben Tschechien und der Türkei damals einer der drei Hotspots, wo Peggy von Zeugen "gesehen" wird. Diese Zeugen werden von den Ermittlern ignoriert und im späteren Mord-Gerichtsverfahren nicht zugelassen.
Weiter: Am 1.1.02 erhält Frau Knobloch von ihrem Lebensgefährten eine SMS mit dem Inhalt: „Gut werde ich nicht mehr. Ich werde handeln. Wenn das zum Laufen kommt, gibt’s kein Zurück mehr von mir. Brauchst keine Angst zu haben, ich mach mir die Hände bestimmt nicht dreckig. Schatzi Susanne – wie Du es haben willst -hätte nie gedacht, dass wir soweit kommen, was immer passiert, ich habe alles versucht, das zu verhindern. Du lässt mir keine andere Möglichkeit. Da musst Du auch mit die Konsequenzen tragen, sorry! Die wirst Du schon sehen, verlass Dich drauf, hast noch ein wenig Zeit. Überleg Dir’s ganz gut, solange es noch geht. Mit 50 000 DM kann man viel machen auf dieser scheiß Welt!“ 50.000,-, exakt so hoch war damals die Belohnung für das Auffinden Peggys. Einige Medien stellten diese Verbindung direkt her und mutmaßten, die Eltern müssten den Aufenthaltsort ihres Kindes kennen – die SMS wäre demnach ein Anstoß des Stiefvaters, das Geld einzusacken, indem die Ermittler in Richtung des Täters dirigiert werden. Implizit kann man dahinter auch die Alternative lesen, Peggy ins Ausland zu verschleppen, wenn nicht Schlimmeres. Auch diese SMS wurde vor Gericht nicht erörtert.

COMPACT: Klingt nach einer Kindesentziehung – das passiert gar nicht so selten, wie Sie selbst sagen. Aber durch beide Elternteile? Wie kann gleich die ganze Familie daran interessiert sein, ihre Tochter von der Bildfläche verschwinden zu lassen? Und warum sollten die Ermittler da "mitspielen"?

WOLFGANG EGGERT: Dazu komme ich noch. Aber gut, bleiben wir bei den "Ermittlern". Irgendwann kam dann der Moment, da die Polizeibehörden eine innerfamiliär begünstigte Verschleppung einfach nicht mehr ausrecherchiert lassen konnten. Dieser Zeitpunkt war spätestens gekommen, als ein V-Mann im tschechischen Geheimdienst Hinweise darauf lieferte, dass Peggy damals zumindest vorübergehend an den Bosporus verschleppt worden war – und dass Erhan Ü. in die Entführung verwickelt war. Hinweisgeber war Vladimir Veselak, Angehöriger der OK-Dienststelle Prag. Der hatte die Mitteilung durch einen bulgarischen V-Mann erhalten. Veselak erbat damals einen Unkostenvorschuss und einen Auftrag von den deutschen Behörden, um Näheres über Peggy zu erfahren bzw. sie aus der Türkei zu holen. Das wurde von den deutschen Behörden abgelehnt.
Es war übrigens nicht der einzige und erste Hinweis in diese Richtung. Schon drei Wochen nach Peggys Verschwinden war bei der Kripo Hof eine ähnliche Mitteilung, diesmal direkt aus der Türkei eingegangen- und wurde ignoriert. Die Meldungen verdichteten sich aber. Im Januar 2002 kommt eine E-Mail aus Ankara, Peggy ist in der Türkei. Vom April stammt ein Akteneintrag der Kripo, wohlweislich mit dem Vermerk "Vertraulich – Nicht für die Gerichtsakte bestimmt", Peggy halte sich, nach Kenntnis eines türkischen Lehrers und mehrerer gleichlautender Zeugenaussagen, seit längerer Zeit in der Türkei auf.
Darauf bequemte sich dann der Ermittlerstab, selbst vor Ort nach dem rechten zu sehen.

COMPACT: In der Türkei?

WOLFGANG EGGERT: Ja, aber die Spritztour hat eher Alibicharakter, ich sehe das wirklich nicht als einziger so. Es lag mehr als einen Ort Hinweis vor, insgesamt waren es vier. Die Zwei-Mann-Delegation reiste jedoch nur in einen, wobei der aufgrund mehrfach übersetzter Sprachübermittlungen keineswegs Safe war und es in der Türkei im konkreten Fall -wie hier in Deutschland- mehr als einen Ort gleichen Namens gibt. Also gut, man nahm eine Einzeldestination. Und stellte sich dort gleich so amateurhaft und typisch-deutsch-von-oben-herab an, dass die Suche, wenn es denn überhaupt eine war, von Anfang an scheitern musste. Ein paar Tage später war das "erledigt", die "Ermittler" hakten fortan die türkische Spur ab. Die hatte damit ihren Koscherstempel weg. Frei nach dem Motto: Wir waren da, hier braucht keiner mehr zu wühlen. So was hat ja auch was beruhigendes. Stunden später, wirklich nur Stunden, am 4. Mai 2002, fliegen dann Peggys Mutter und ihr türkischer Partner, der der Kindesentziehung verdächtig ist und mit dem sie ihrer Darstellung zufolge in Dauerfehde liegt, "zum Urlauben" in dessen Heimat. Vielleicht haben sich die beiden Duos am Flughafen von Izmir sogar noch abgeklatscht.

COMPACT: Von Mai 2001 bis Mai 2002 hat man also…. keinen einzigen heissen Verdächtigen im Fall Peggy?

EGGERT: Doch, doch, da gibt es sogar einige. Die Eltern haben sich wie gezeigt durchaus verdächtig verhalten, aber an die geht man in letzter Konsequenz nicht ran. Dann haben wir noch andere Bewerber, im Nah-Umfeld der Eltern, die bleiben für diesen Fall aber ebenfalls ausgespart. Allerdings kommt im Spätfrühling Bewegung in die Sache. Die Ermittler beginnen sich da auf "ihren Mann" festzulegen: Ulvi Kulac, ein geistig Behinderter, der sich bereits in der Vergangenheit Kindern sexuell genähert hat, wenn auch mehr exhibitionistisch. Er ist der ideale Kandidat…

COMPACT:…und er gesteht…

EGGERT:… in einer Rahmenhandlung, die selbst die angepasstesten Mainstreamzeitungen als Posse, als Skandal bezeichnen. Schauen wir uns das einmal genauer an: Am 2. Juli 2002 nehmen sich die Ermittler Ulvi Kulac vor. Wie von Dönermord-Profiler Horn entworfen, findet die Vernehmung in einem Bayreuther Polizeirevier statt, um dem "Verdächtigen" den "Heimvorteil" der Psychiatrie zu nehmen, wo er zu diesem Zeitpunkt schon untergebracht ist. Die Beamten gehen hoch motiviert in die Vernehmung; Soko-Leiter Wolfgang Geier -Untersuchungschef in der sogenannten NSU-Serie, hat ihnen kurz zuvor gesagt, dass auf einem Overall Ulvis Blutspuren von Peggy gefunden wurden. Der Vorhalt ist frei erfunden – aber Kulac wird damit konfrontiert, als wäre das eine Tatsache. Der Trick läuft ins Leere, Ulvi Kulac bestreitet weiter jede Schuld, er habe das Mädchen nicht angefasst. Am Mittag wird das stundenlange Verhör ergebnislos beendet, Kulac soll zurück in die Psychiatrie gebracht werden, der Verteidiger verabschiedet sich. Und jetzt kommt´s. Kaum hat der Syndikus seinen Mandanten verlassen soll sich Ulvi entschlossen haben "reinen Tisch" zu machen. Die Vernehmer führen ihn wieder ins Verhörzimmer, wo der Behinderte nun "gesteht". Inhalt: Er habe das Peggy am 3. Mai 2001 in seiner Wohnung missbraucht und sie am 7. Mai auf dem Heimweg abgepasst, um sich zu entschuldigen. Das Mädchen sei jedoch weggelaufen und habe damit gedroht, ihn zu verraten. Er habe sie dann verfolgt, eingeholt, niedergestoßen und ihr, da sie schrie, Mund und Nase zugehalten, bis sie erstickt sei. Das entspricht so sehr der Tathergangshypothese, dass man sich fragt, ob die Beamten hellsichtig waren – oder ob sie einfach Kulac dazu brachten, den von ihnen vorgebrachten Ablauf zu unterzeichnen. Der Druck "zu liefern" war ganz sicher da, sowohl von Seiten des bayerischen Innenministeriums auf die Ermittler, als nun auch von Seiten der Ermittler auf "ihren Mann" – der sich hinterher beklagte, sogar körperlich angegangen worden zu sein.

COMPACT: Solche Übergriffe sollte man eigentlich auf den Verhörmitschnitten festmachen können.

EGGERT: Das ist der nächste Klops. Angeblich ging im Verhörzimmer, nachdem der Anwalt gegangen war, das Bandgerät kaputt, mit dem die Vernehmungen sonst protokolliert werden. Im Nebenzimmer soll es ein weiteres Tonband gegeben haben, das aber auch nicht verwendet wird. Warum, das weiß keiner mehr – oder keiner kann es schlüssig erklären. So gibt es vom Geständnis nur ein Gedächtnisprotokoll eines einfachen Polizeihauptmeisters. Trotz der Tragweite des Geschehens fertigt er es auch erst am nächsten Morgen an. Dass Ulvi das, was dort geschrieben steht nun widerruft, nutzt ihm aber nichts.
COMPACT:.. er wird verurteilt

EGGERT: Richtig, er bekommt lebenslänglich. Nur, dieses Urteil wird 10 Jahre später in einem Revisionsverfahren wieder aufgehoben. Dafür gab es massig Gründe, die schon mit dem Tathergang zu tun haben. Zum Beispiel fand man am angeblichen Vergewaltigungstatort, in Ulvis Zimmer, keinerlei Spuren, Fasern, Haare, Blut, etc. von Peggy. Auch der Ablauf der Ermordung war – so wie geschildert – rätselhaft, denn der Tatverdächtige soll das Mädchen fast einen Kilometer weit hinter ihr her rennend verfolgt haben, ohne dass diese dabei ihren Schulranzen wegwarf. Dann gab es keine Zeugen für diesen Vorgang. Und selbst der Nachweis, dass Ulvi an diesem Tag in der Nähe des Mädchens gewesen sein konnte, fällt katastrophal aus. Die Ermittler glaubten einer Zeugin, die sich erst ein Jahr später erinnerte, den Mann an Peggys Laufweg gesehen zu haben, was 65 Personen, die in der Zeit ebenfalls vor Ort waren, nicht bestätigen konnten. Das soll um 13.15 gewesen sein, einen Zeitpunkt den die Behörden als "letzte Sichtung" der Vermissten festschrieben. Aber selbst diese Angabe wackelt gehörig, da sie von Schulkameraden, Nachbarn und Passanten zwischen 15 und 19 Uhr noch mehrfach im Ort gesehen wurde – teilweise aus Griffnähe. Das verurteilende Gericht hatte keinem von ihnen geglaubt. Dafür glaubte es einen kriminellen V-Mann, den die Behörden auf den "Verdächtigen" angesetzt hatten; um die als Deal in Aussicht gestellte Straffreiheit zu bekommen lieferte der dann auch "Ergebnisse" – also Belastungsaussagen. Die aber gelogen waren, wie der Betreffende inzwischen auch vor der Justiz eingeräumt hat.

COMPACT: Die Zielstrebigkeit und Scheuklappigkeit der Ermittler und des Gerichts fällt auf. War das orchestriert?

EGGERT: Es ist schwer überprüfbar, wie stark der Einfluss der hohen Politik damals auf die Exekutive und die Justiz war, etwaiges Drängen inbegriffen. Von oben betrachtet hat es den Anschein, dass die Dinge so liefen, dass das zentral ausgesteuert wurde. Fakt ist: Mit oder ohne Leiche, man brauchte einen Täter, man wollte einen Täter, irgendwann sollte es nur dieser Täter sein – und man "holte" ihn sich. Und das, wo man bessere im Angebot hatte. Aber in dieses Wespennest wollte niemand rein stechen.

COMPACT: Was haben Sie da im Auge?

EGGERT: Kinderschänder. Nun werden sie sagen, so einen Vertreter hatten wir doch mit Ulvi am Start, aber das ist nicht ganz richtig, der war kein Pädophiler im klassischen Sinn. Er passt mehr in die Rubrik des Exhibitionisten, zumal auf der Stufe eines Kindes, bar jeder Organisation. Es gab sie jedoch, diese geplanteren, erwachsenen Missbraucher, direkt im Umfeld der Familie. Die ich die Spitze eines Eisberges nennen würde.

COMPACT: Bitte machen Sie den Personenkreis konkreter

EGGERT: Gut, ich greife jetzt nur die Leute auf, von denen wir wissen, daß sie privaten Zugang zu Peggy hatten. Ich erspare uns daher die Pädophiliegeschichte rund um den – versetzten – Lichtenberger Pfarrer… wer die TV-Dokumentation über das Mädchen Noemi kennt , die die internationale Dimension des Falls Dutroux einfängt, bei dem kommen wirklich üble Bilder hoch… Aber wie gesagt, für den Moment wollen wir nicht ins absolute Extrem hineindenken. Die kleinen Extreme reichen und auch die haben Namen.

COMPACT: Welche?

EGGERT: Ich will nur drei nennen. Drei von vermutlich mehr.
1. Jens B. , der, wie die Medien damals geschrieben haben, "gelegentlich" auf Peggy "aufpasste", wenn ihre Mutter Susanne arbeiten war B. gab für den Tattag an, er habe von 13.11 Uhr bis 22.41 vor seinem PC gesessen. Doch bei einer Untersuchung des PC stellte sich heraus, dass von 13.18 Uhr bis 14.06 Uhr keinerlei Eingabe am PC erfolgte – genau in dem Zeitfenster, als Peggy heimkehrte. Von 15.12 Uhr bis 18.30 Uhr seien Audio-Dateien von CD auf PC überspielt worden, der Mann musste dafür gar nicht am Computer gesessen haben. Durch Überwachungsmaßnahmen wusste die Ermittlungsgruppe, dass B. Angst hatte, er könne ebenso pädophil veranlagt sein, wie sein Halb Bruder Holger E.
2. Selbiger Holger E., aus Halle an der Saale stammend, dem Herkunftsort von Susanne Knobloch. Er wurde wegen sexuellen Missbrauchs seiner eigenen zweijährigen Tochter zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seine Adresse fand sich in Peggys Schulheft, er war häufig bei seinem Halbbruder in Lichtenberg zu Gast, er besaß kinderpornografische Bilder, verkehrte regelmäßig im Knoblochhaus, gestand Übergriffe auf Peggy: In den Winterferien 2001 habe Peggy ihm ans Glied gefasst. Und in den Osterferien – nur knapp eine Woche vor Peggys Verschwinden – sei es zu „Kuscheln und Küssen“ mit dem Mädchen gekommen. Sein Alibi für den 7. Mai platzte, seine Aussage war schlicht und ergreifend gelogen. Warum machte das die Ermittler nicht stutzig? Die Oberstaatsanwaltschaft Bayreuth könne dazu keine Auskunft geben, weil sie den Fall erst 2012 übernommen habe, sagte Oberstaatsanwalt Herbert Potzel gegenüber dem FOCUS. Zuvor war der Landkreis Hof verantwortlich. Doch auch die dortige Staatsanwaltschaft will sich nicht äußern, sie sei „nicht mehr für den Fall zuständig“. Nach Ulvi K.'s Geständnis wurde die Spur zu den Akten gelegt.
Der 3. Mitverdächtige, ich ziehe den Begriff "Unterverdächtiger" vor, sie werden noch verstehen, was ich damit meine, ist Robert E., dessen Haus nur wenige Meter auf der anderen Straßenseite von der Knoblochwohnung entfernt lag. Er hat sein Patenkind und seine Stiefenkeltochter missbraucht, wurde deswegen rechtskräftig verurteilt. Der Maurer und nebenberufliche Antiquitätenhändler kannte die Familie, hatte Umgang mit Peggy.

COMPACT: Dass sich ein schräg-krimineller Interessensverein rund um ein einziges Mädchen massiert, in einer so kleinen Gemeinde, quasi in einem Nest…

EGGERT: …ist auffällig, ja. Laut Wikipedia ist Lichtenberg einwohnermäßig eine der kleinsten Städte Deutschlands, schauen Sie sich die Luftbilder an, überschaubarer geht’s kaum mehr. Und nun bedenken Sie bitte noch folgendes: Susanne Knobloch, die Mutter, galt im Ort als sehr schlecht vernetzt. Sie war Einzelgänger, suchte kaum Kontakt, der aber leicht möglich gewesen wäre, wenn sie sich einfach einem der lokalen Vereine angeschlossen hätte. Und ausgerechnet unter den wenigen, quasi handverlesenen Leuten, die sie an sich und die Familie ran ließ, finden wir die Pädophilien Männer, die rein Papierseitig für den Tag des Verschwindens Missbrauchskandidaten sind. Gleich drei Pädophiliekandidaten mit schlechter Alibisituation am selben Kind dran. Dazu laut Behörden ein Mörder der das Leben dieses Kindes beendet. Da halte ich 6 Richtige im Lotto für wahrscheinlicher! Noch 2015, das ist ja nun wirklich nicht lange her, hatte Profiler Axel Petermann im Fall Peggy festgestellt, dass ihr Umfeld sehr schwierig war und die Familie sehr genau beleuchtet werden muss.
Und jetzt das noch obenauf: die Ermittler interessieren sich nicht für diesen Zusammenhang! Hallo?!? ..

COMPACT: Sie erwähnen den Profiler Petermann als Zeugen, dass in der Familie etwas faul gewesen sein könnte. Ist das der gleiche, der nach dem Auffinden des Skeletts jetzt wiederholt in den Medien war?

EGGERT: Ja, der Hochschuldozent für Kriminalistik Axel Petermann, ein erfahrener Mann, 40 Jahre Kripoarbeit, Spezialist für ungeklärte Mordfälle, hat mehr als 1000 Fälle als Profiler bearbeitet. Er ist nicht direkt in den Fall Peggy eingebunden, unterliegt also nicht irgendwelchen Maulkörben oder Denk-Tabus und ist damit umso glaubwürdiger. Auch weil er nach wie vor zu seiner Meinung steht. Erst vor ein paar Tagen, also nach der Auffindung des Leichnams, unterstrich er seinen Standpunkt – von der BUNTEN zum Fall Peggy befragt – noch einmal. Da sagt er: "Die Familie ist eigentlich ein Ort der Geborgenheit, eine Umgebung, in der man sich wohl fühlen soll, in der man Liebe erfahren soll. Aber gleichzeitig ist sie auch ein Ort der Gewalt. Deswegen ist es auch nicht selten, dass Gewalt in der Familie ausgelebt wird, sowohl vom Vater als auch von der Mutter oder von Geschwistern. Und dass es da auch zu Tötungen kommen kann."

COMPACT: Gewalt? Haben sie nicht eher Missbrauch im Auge?

EGGERT: Das eine schließt das andere nicht aus. Ich nenne Ihnen einen Zusammenhang. Der SPIEGEL schrieb im Februar 2006 mit Bezug auf polizeiliche Vermerke über mysteriöse Flecken auf einem T-Shirt, das Peggy kurz vor ihrem Verschwinden trug. Sie deuteten auf einen "intensiven Kontakt" und gelangten laut Akten auf das Hemdchen "in angezogenem Zustand". Das Nachrichtenmagazin nennt hier nicht den Namen des Verursachers, aus dem textlichen Zusammenhang geht aber klar hervor, dass es sich um Peggys Stiefvater handelte (was die Münchner Abendzeitung im Januar 2014 bestätig). Als die Hamburger ihn befragten, versicherte er – festhalten – "nie mit diesen Erkenntnissen konfrontiert worden zu sein". Die Staatsanwaltschaft Hof, ebenfalls angefragt, konnte "aus Termingründen" keine Auskunft zu den Spuren geben. Anderen Quellen zufolge handelte es sich bei den fraglichen Spuren, die in hoher Zahl festgestellt wurden, um Urin. Wobei die Rückführung auf einen "intensiven Kontakt" durch den SPIEGEL auf etwas anderes schließen lässt.

COMPACT: Dann gibt es die Kinderpornospuren. Gibt es dahingehend mehr Mitteilungsbereitschaft bei der Justiz?

EGGERT: Nein. Das handhabt man dort scheinbar nach der Standardformel "gab’s nicht, gibt’s nicht, wird’s nicht geben". Jeder Verdacht in diese Richtung, gerade wenn er sich mit dem Elternhaus verbindet, wird von den sogenannten Ermittlern tabuisiert. Die Familie ist sakrosankt. 1:1 wie im Fall Kampusch, hinter dem ehemalige aber höchstrangige Justiz- und Polizeivertreter immer wieder einen Kinderschänderring ausgemacht haben, ohne dass das in irgendeiner Form Gehör fand. Und wie im Fall Kampusch gibt es nun wieder Zeugen, die kinderpornografische Dateien und Fotos von Peggy gesehen haben.

COMPACT: Wer sind diese Zeugen?

EGGERT: Polizisten, Journalisten, Privatdetektive. Teilweise wird eine Kinderporno Connection sogar von den Ermittlungsbehörden eingeräumt, dann aber sofort verharmlost. Holger E. zum Beispiel, einer der drei Pädophilien die Zugang zu Peggy hatten, wurde mit einer CD voller kinderpornografischer Bilder ertappt. Zu sehen waren darauf auch Bilder von Peggy Knobloch. Die aber nie gezeigt wurden und so "müssen" wir den sogenannten Ermittlern vertrauen, dass sie in dieser Datei harter und eindeutiger Darstellungen die einzige war, die angezogen war. Selbst im Medienmainstream scheint man das nicht zu glauben. Der FOCUS, der im Spätsommer 2013 über Peggys Auftauchen in E.´s Kinderporno-Datei schreibt, lässt das "angezogen" weg.
Steht das für sich allein? Nein. Irgendwann werden dem leiblichen Vater Mario Schwenk die Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten bei den amtlichen Nachforschungen zuviel – er schaltet einen privaten Ermittler ein. Der findet auf einschlägigen Internetseiten ein Gutes Dutzend Schmuddel-Aufnahmen, die ein Mädchen zeigen, das eine frappierende Ähnlichkeit mit der verschwundenen Peggy aufweist.
Ein Kinderpornofoto wird auch dem Frankfurter Rechtsanwalt Michael Euler zugespielt, der das Wiederaufnahmeverfahren gegen Ulvi Kulac durchgesetzt hat. Anonym, mit entsprechendem Hinweis auf die Identität des Mädchens. Auf dem Bild sieht man eine geschminkte 10- 13 Jährige, nackt, mit gespreizten Beinen, fotografiert in einem Badezimmer. Die Ähnlichkeit mit Peggy ist verblüffend. Selbst eine kleine Narbe am Kinn "passt", genau an dieser Stelle hat sich Peggy einige Tage vor ihrem Verschwinden verletzt.
Euler schickt die Aufnahme an die Presse und die Behörden in Bayreuth. Die machen einen Bildvergleich. „Nach einer ersten Bewertung gehen wir nicht davon aus, dass es Peggy ist“, sagt der Sprecher der Bayreuther Polizei. Auch Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz ist sich "zu 90% sicher" dass es nicht das vermisste Mädchen sei. Was ihn so sicher macht bleibt ebenso unerwähnt wie rätselhaft. Nase, Augen, Brauen, Mund, Hals sowie alle Abstände erscheinen nämlich bei beiden Mädchen identisch.
Wenn die beiden Mädchen identisch sind, dann hieße das, das Peggy nach ihrem Verschwinden noch lebte – und zwar gleich Jahre.

COMPACT: Ja. Und?

EGGERT: Das würde bedeuten, dass die Behörden die Unwahrheit sagen, wenn sie jetzt behaupten, dass Peggy geborgen wurde und sie dort, wo man sie fand, 15 Jahre gelegen habe.
Die Behörden haben in diesem Fall wie gezeigt häufig vertuscht und hochwahrscheinlich mit voller Absicht mehr als nur einmal gelogen, nicht nur aus ermittlungstaktischen Motiven heraus. Ich sehe ehrlich gesagt keinen Grund, warum sie sich jetzt auf einmal von diesen Grundsätzen verabschieden sollten. Ich werde zur Auffindsituation nachher noch einiges ausführen. Und ich komme gleich noch zu einem Punkt, der Sie verstehen lässt, warum die Behörden Interesse daran finden, diesen Fall so zu behandeln, wie sie es tun.
In die Frage wie lange Peggy noch gelebt hat, da würde ich mich jetzt gar nicht allzu sehr rein vertiefen wollen. Ich habe das Badezimmerfoto in erster Linie auch nur ins Spiel gebracht, um zu demonstrieren, einmal mehr zu demonstrieren, wie Preußisch scheu klappig die Ermittlungsbehörden diesen Fall durchmarschieren. Hätte Peggy eine Tätowierung und das Mädchen aus der Pornoserie hätte sie auch, an der gleichen Stelle, die sogenannten Polizeiexperten würden vermutlich eine optische Täuschung in Rechnung stellen.

COMPACT: Die Bilder könnten kein Fotoshop sein?

EGGERT: Hätten sie natürlich ebenfalls sagen können. Haben sie aber nicht – jedenfalls damals nicht, als man die Fotos intern "auswertete". Womit die Authentizität der Aufnahmen, jede für sich allein, natürlich enorm gestärkt ist. Die Mainstreammedien haben das rechte Foto auch durchgehend für ihre Artikel genutzt. Was für ein weiteres Peggybild von Bedeutung sein könnte, das – erweitern wir den Bildfokus – in Pädophilenkreisen als Anbieter- bzw. Katalogfoto wahrgenommen wird.

COMPACT: Anbieterfoto?

EGGERT: Das sind Fotos, auf denen Kinder in Pädophilenkreisen "angeboten" werden. Die gibt es in eindeutiger, pornografischer Variante. Und in angedeuteter Form, sei es das Kind alleine oder – gerade in Partnerbörsen – zusammen mit einem Elternteil. Da die Pädophilenszene eher eine männliche Domäne ist, ist auf solchen Bildern meist die Mutter mit abgebildet. Bildunterschrift: "Mutter mit Kind sucht…" Das Foto mit dem hochgeschobenen Shirt tauchte 2007 auf. Die Frau im Hintergrund wurde laut Abendzeitung vom 1.2.2007 von Familienangehörigen als Susanne Knobloch identifiziert. Solche Bilder gab es übrigens auch von der kleinen Natascha Kampusch, nackt mit Pelzstola, Peitsche, Reiterstiefeln – auf einem Schaukelpferd. Für Anbieter auf dem Pädomarkt ist das vorteilhafte an dieser augenzwinkernden Darstellungsform, das solche Aufnahmen auch als Jux- oder Karnevalsbilder durchgehen können.

COMPACT: Auch das Bild mit dem hochgezogenen Shirt könnte ein Juxbild sein.

EGGERT: Könnte. Ist es aber so in einem Partnerforum aufgetaucht, dann ist das kein Spaß mehr. Jetzt werden Sie sagen, bringen Sie mir den Beweis, dass es da drin war. Und da ich den nicht liefern kann bleibt es ein "netter Schnappschuss in entspannter Atmosphäre". Nur, bitte vergessen Sie die Peggybilder in der polizeilich sichergestellten Kinderpornodatei nicht, die nie gezeigt wurden, das gute Dutzend Aufnahmen des Detektivs, die nie gezeigt wurden, mehrere Fotos die laut "Fränkischem Tag" vom Januar 2014, Peggy "in eindeutig pornografischer Pose zeigen", die nie gezeigt wurden. Nicht einmal ausschnittweise, wie beim Mädchen im Bad. Wäre das alles harmlos oder schlecht gebauter Fotoshop, dann wäre das in die Öffentlichkeit gekommen, schon um die Gerüchte zu unterbinden.
Der für Peggys Vater arbeitende Privatdetektiv geht davon aus, dass das Kind seines Klienten Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist. Rechtsanwalt Euler, kein Wald-und Wiesensyndikus sondern auf Opferschutz, Jugend-, Internet- und Sexualstrafrecht spezialisiert, teilt diese Einschätzung, sieht "viele Indizien" für einen frühen und regelmäßigen Missbrauch.

COMPACT: Beide sind Partei im Mandantenverhältnis der Gegenseite

EGGERT: Profiler Petermann dagegen nicht. Außerdem ist es ja nicht so, dass diese Leute die Akten nicht gelesen hätten. Da stehen auch sehr persönlich Dinge drin, Hinweise von engen Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern, die seit Sommer 2000 eine Verhaltensänderung bei Peggy festmachen: sie schminkt sich und trägt Miniröcke, zieht sich zurück, zeigt sich weder vor ihrer Mutter noch vor ihrem Stiefvater in nacktem Zustand, schließt sich im Badezimmer ein, schreckt bei Telefonklingeln auf, kaut Nägel, versteckt ihre gebrauchten Unterhosen oder wirft sie in den Müll, will wieder bei ihrer kleinen Schwester schlafen, nässt ein. Vieles ist typisch für eine Frühsexualisierung und darin liegend fortgesetzten Missbrauch, das kann Ihnen jeder Kinderpsychologe bestätigen.

COMPACT: Zeichnung von Peggy

EGGERT: Vergleichen Sie das mit den dokumentierten Persönlichkeitsveränderungen bei Natascha Kampusch, vor ihrem Verschwinden, sie finden da ein ähnliches Bild – bis hin zum Einnässen.

COMPACT: Wenn es diesen fortgesetzten Missbrauch gegeben hat, dann sollte es Zeugen dafür geben, die näher dran waren. Die mehr aussagen könnten.

EGGERT: Na ja, erstens ist das ein wirkliches Tabuthema, so was findet hinter verschlossenen Türen statt, nicht grad auf dem Marktplatz. Und zweitens sind wir hier auf dem Land, da gelten andere Gesetze – eine Dorfgesellschaft schirmt sich meist nach außen ab. Das war in Lichtenberg auch bei der Pfarrergeschichte so. Natürlich haben die Leute hinter vorgehaltener Hand gesprochen, das tun sie heute auch, aber gegenüber Fremden, grad Journalisten, da sagt man nichts. Für Leute, die wegziehen gilt diese Omerta dann nicht mehr. Und gerade aus dem Kreis kommt entsprechende Information. Der FRÄNKISCHE TAG zitiert Ende Januar 2014 auf der ersten Seite so einen der Redaktion bekannten Zeugen. Ich kram den mal aus, dass wir das im O-Ton haben. Der Mann, heißt es dort, steht "in engem Kontakt zum Eigentümer des Hauses, in dem die Knoblochs eine 160-Quadratmeter-Wohnung bezogen hatte" und "bezieht sich auch auf Aussagen von anderen Hausbewohnern jener Zeit, die Lichtenberg ebenfalls bereits verlassen haben. Diese hatten immer wieder davon gesprochen, dass sich in der Knobloch'schen Wohnung ´reger Verkehr im wahrsten Sinne des Wortes´ abgespielt habe. Der Begriff ´Privat-Bordell´ fällt, Peggy sei ´angeboten´ worden. Zu den ´Kunden´ hätten auch ´höher gestellte Personen aus der Region´ gehört. Polizei und Staatsanwaltschaft wüssten von seinen Beobachtungen, es gibt jedoch keine Stellungnahme dazu." Tage darauf fragt "NORDBAYERN.de" unter der Überschrift "Wurde die kleine Peggy ´angeboten´?" diesbezüglich bei den Behörden an. Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz, Chef der Ermittlungen, antwortete: "Eine derartige Aussage ist uns nicht bekannt.“
Da muss man erstmal durchatmen, oder?

COMPACT: "Höher gestellte Personen" in einem Bordell, in dem auch Minderjährige angeboten werden. Das klingt bekannt: Sachsensumpf

EGGERT: …in dem die Organisierte Kriminalität mit Geheimdiensten hintendran hochgestellte Politiker, Richter, Staatsanwälte, Journalisten, Polizisten im Rotlichtmilieu bedient und ganz sicher auch gefilmt hat. Um sie am Kanthaken zu haben, erpressbar zu machen, aussteuern zu können. Dass diese "funktionieren", das sie die eine oder andere schmutzige Sache durchwinken, auf der kriminellen, halbseidenen oder politischen Ebene, die Übergänge sind da durchaus fliesend.
Wer sich mit diesen Schweinereien mal auseinandersetzen will bracht nur den Begriff "Sachsensumpf" zu googlen. Naivere Geister, also 90% der Bevölkerung, werden da echte Überraschungen erleben und auch auf "höher gestellte Personen" treffen, wie es der Zeuge im Peggyfall ausdrückt.
Bei Marc Dutroux lief die Schiene 1:1 genauso, da hatte man auch einen Hauptdarsteller aus dem Bereich Organisierte Kriminalität kurzzeitig im Visier, bis der dann in einem Interview bekannt gab, er könne Bilder vorzeigen, wo belgische Establishmentvertreter Minderjährige missbrauchen, niemand habe eine Chance gegen ihn, er könne den ganze Staat hochgehen lassen – und bumms, wurde er freigesprochen. In einem walisischen Kinderheim regelte der britische Inlandsgeheimdienst den jugendlichen Verkehr mit Politikern, wohlweislich um diese hinterher in der Hand zu haben- der Fall Kincora. Der Vermisstenfall Natascha Kampusch zeigt die gleichen Spuren.

COMPACT: Das würde einiges vom Lauf der Peggy-Ermittlungen erklären

EGGERT: Ich muss Ihnen widersprechen: Das erklärt nicht "einiges", das erklärt ALLES. Dieser Zusammenhang erklärt quasi alle Details, vor allem die bis heute rätselhaften. Es erklärt, warum bei der Polizei schon früh Leute eingebunden waren, die man im Nachhinein als OK-Erfahren bezeichnen kann. Es erklärt, warum sich der bayerische Innenminister Beckstein in den Fall eingemischt hat. Es erklärt die Hausdurchsuchung bei den lokalen Behörden, nebst Vertuschung derselben. Es erklärt die Tabuisierung eines organisierten Missbrauchs im Fall Peggy. Es erklärt das totale Heraushalten der Familie, trotz eindeutiger forensischer Spuren wie dem angesprochenen Hemd oder den Telefonaten, die klar auf eine Verschleppungsabsicht hindeuten.
Sehen Sie sich nur an, mit welcher Vehemenz die sogenannten Ermittler – wie im Fall Kampusch – die Eltern von jedem Verdacht abgeschirmt werden. Am 6. Juli 2007 erging Strafanzeige gegen Susanne Knobloch bei der Staatsanwaltschaft Hof wegen uneidlicher Falschaussage im Prozess gegen Ulvi Kulac. Das Ermittlungsverfahren wurde mit Verfügung vom 10.8.2007 durch die Staatsanwaltschaft Hof eingestellt. Die Akteneinsicht zeigte hinterher, dass durch die Staatsanwaltschaft Hof keinerlei Ermittlungen gegen Frau Knobloch erfolgt waren. Eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte dann zur Folge, dass per 4.11.2007 die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Hof gegen Frau Knobloch wieder aufgenommen werden sollten. Ergebnis? Die Staatsanwaltschaft Hof nahm erneut keine Ermittlungen gegen Frau Knobloch auf, sie hat das Verfahren nach Eingang der schriftlichen Begründung des Anwaltes vom 14.4.2008 noch am gleichen Tag (!) eingestellt. Am 17.6.08 wurde gegen die Einstellungsverfügung Beschwerde erhoben und um Akteneinsicht gebeten. Mit Schreiben des Generalstaatsanwaltes Bamberg vom 17.7.2008 wurde die Beschwerde zurückgewiesen. Ein Antrag auf gerichtliche Entscheidung (Klageerzwingungsverfahren) wurde mit Beschluss des Oberlandesgerichts Bamberg vom 14.10.2008 „als unzulässig verworfen“. Begründung: die Antragsschrift des- renommierten – Bayreuther Rechtsanwalts Ortwin Lowack habe schwerwiegende Mängel aufgewiesen.
Eine Vernehmung gerade der Mutter wurde mit allen Mitteln verhindert. Stattdessen stürzte sich die Justiz mit allen Mitteln auf einen "perversen Einzelgänger", der sich kaum wehren konnte. Im vergleichbaren Fall Kampusch konnte sich der dort in der Tat beteiligte Akteur gleich gar nicht mehr wehren, da er am Tag "als sich Natascha befreite" ums Leben kam, unter rätselhaften Umständen, die momentan Gegenstand eines neuen Untersuchungsverfahrens sind – man ermittelt in Richtung Mord.

COMPACT: Das ist ein Horrorszenario. Leider ein reales. Gibt es weitere Leute, die sich mit dem Fall befasst haben, die das ähnlich sehen, wie Sie?

EGGERT: Ich denke einige ahnen und fürchten in dieselbe Richtung. Ich habe mit ein paar Leuten gesprochen, wo ich das herausgehört habe. Aber das sind eher punktuelle Empfindungen, verbunden mit entsprechenden punktuellen Informationsständen zum Fall Peggy. Ich habe ein "Bekenntnis" gesehen, das hier vollinhaltlich "matcht", es stammt von Ina Jung, die sich über viele Jahre intensiv mit dem Verschwinden des Mädchens befasst hat. Von ihr stammt auch ein Buch zu dem Thema, das ich nicht im Detail kenne. Jung hat auch zwei Drehbücher für TV-Filme abgeliefert, in die sie Peggys Geschichte zusammen mit Erkenntnissen aus dem Sachsensumpfskandal eingearbeitet hat, wie man das in einem Schlüsselroman tut. Über ihren letzten Beitrag, "Jagdgesellschaft", hat die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG Anfang dieses Jahres geschrieben.
Ich zitiere:
"Jagdgesellschaft erzählt von deutschen Kindern, die in sehr adretten deutschen Einfamilienhäusern leben, von dort aus in ähnliche Häuser gebracht werden, wo sie als Beilage zu Schampus, Koks und Kaviar serviert werden. Die beiden Mädchen Lucy und Vanessa werden aus scheinbar bürgerlichen Verhältnissen fremden Männern als Prostituierte vermietet: Mami schminkt sie, Vati fährt sie im Kofferraum des SUV zum Termin. Zusammengehalten werden die beiden Filme von der LKA-Beamtin Karin Wegemann, gespielt von Nadja Uhl, die in Teil eins mehrere Kinderschänder verhaften ließ, am Ende aber doch an einem System scheiterte, in dem sehr mächtige Menschen sich gegenseitig bei sehr gruseligen Dingen decken. Auch in Jagdgesellschaft sind es wieder Männer aus der guten Gesellschaft (in der man im Zweifel schon den entscheidenden Staatsanwalt oder Richter kennt), die sich kleine Mädchen liefern lassen, um an ihnen ihre Machtfantasien auszuleben. Und wie bei Operation Zucker ist die Botschaft der Macher: Diese Dinge gibt es wirklich. Sie passieren jeden Tag. So jedenfalls schreibt es ARD-Programmdirektor Volker Herres im Presseheft."

COMPACT: Sie nennen das Szenario ein reales

EGGERT: Ich beziehe mich auf Dutzende vorgewiesene Kindesmissbrauchsfälle, die von der Organisierten Kriminalität und von Geheimdiensten ausgingen, die alle sehr real sind.

COMPACT: Und im Fall Peggy?

EGGERT: …ist das gleiche Szenario realistisch. Die Ermittlungsarbeit, wenn man die überhaupt so nennen kann, im Grunde erscheint die als eine einzige Frechheit, weist darauf hin dass hier ebenfalls eine solche Verbindung vorliegt.

COMPACT: Die Eltern haben also ihre Tochter angeboten und getötet?

EGGERT: Ich behaupte weder das eine noch das andere. Ich zeige Ihnen nur beängstigende Indizien, welche die Ermittler ausblenden, aufreizend ausblenden. Und genau die ergeben, zusammengelegt, ein erschreckendes Bild.

COMPACT: ..dass die Eltern ihre Tochter angeboten und getötet haben.

EGGERT: Den Tötungsaspekt sehe ich ganz und gar nicht, lassen sie uns das für den Moment zurückstellen und später darüber sprechen. Das Anbieten dagegen, bitte nageln sie mich jetzt nicht auf diesen Begriff fest denn da gibt es Abstufungen, dieses "Anbieten" kann man nach Lage der Dinge keineswegs ausschließen. Und so wie genau das von Seiten der Behörden getan wird ist das jedenfalls hochverdächtig – weil wir damit wieder einmal direkt das Feld der Pädo-Netzwerke betreten, in denen Elitenvertreter agieren.

COMPACT: Gut, lassen wir das als Arbeitshypothese so stehen. Wenn aber die "Geschäfte" so gut liefen, warum verschwindet das Mädchen auf einmal? Und warum wird sie dann schließlich doch noch gefunden? Mit Reisig abgedeckt, wie von einem Amateur. Aus Ihrem Blickwinkel wäre da doch eher ein Salzsäurebad angeraten gewesen.

EGGERT: Zu Letzterem komme ich noch: Der Auffindzeitpunkt sowie der Ort und die Art des Auffindens ergeben durchaus Sinn – das alles liegt geradezu maßgeschneidert im Anforderungsprofil, wenn hier ein Pädophilenring Regie führte, der Verbindungen hatte.

COMPACT: Der Zeitpunkt des Verschwindens erscheint übrigens genauso logisch. Da können wir meinetwegen gleich jetzt schon drüber reden. Bitte.

EGGERT: Gut, betrachten Sie allein die soziale Situation des Mädchens. In Lichtenberg gab es eine Gaststätte „Zur goldenen Sonne“, wo sich immer wieder Kinder, auch Peggy, aufgehalten haben. Der Wirt berichtet, dass das Mädchen fast jeden Tag bei ihm im Lokal verkehrte. Auf seinem Wochenendgrundstück am See haben Beamte jede Menge Stofftiere aufgefunden und der Mann räumte ein, dass er die Kinder dort betreut habe. Das ist wieder ein Punkt, der die Ermittler interessieren sollte, aber wir wollen das jetzt mal zurückstellen. Eine 9jährige ist also Stammgast in einer Wirtschaft, wo sie Hausaufgaben macht, malt oder bastelt. Oft bis spät in den Abend, wie es am 25. Oktober 2003 in einem TV-Beitrag heißt. Wenn ein kleines Kind nicht mehr nach Hause will, so ist das bedenklich. Und sollte schon irgendwem aufgefallen sein. Ob der oder die sich dann direkt an die Eltern wendet ist natürlich ein anderer Punkt, wer fängt sich schon gern die Antwort "Was geht denn SIE das an?" Wenn sich also jemand Gedanken macht, dann ist der leibliche Vater, der ja nicht mehr das Sorgerecht hat, ein Ansprechpartner den man als Nichtfamilienmitglied eher ins Vertrauen zieht. "Ich hab´s nicht gesagt, aber schau mal nach dem rechten". Hat jeder irgendwann mal selbst gehört oder vielleicht sogar gesagt. Auch in kleineren Dingen. Wobei sich hier der Verdacht aufdrängt, dass mehr im Argen lag. Wir wissen, dass schon vor dem Verschwinden Peggys im Dorf über die Familie "geredet" wurde. Dass das irgendwann den "richtigen" Vater erreichen würde, liegt auf der Hand, er brauchte dafür nicht mal einen Tipp von einem erwachsenen Ortsansässigen, schon ein paar Telefonate mit einer klagenden oder depressiven Tochter konnten da sehr erhellend wirken. Ist das Sorgerecht bei der Mutter, was es fast immer ist, kann der Vater nur an seine Exfrau appellieren. Oder er schaltet, wenn das nicht fruchtet, das Jugendamt ein. Genau das hat Mario S. nun gemacht. Ergebnis?

COMPACT: Na?

EGGERT: Raten Sie!

COMPACT: Keine Reaktion!

EGGERT: Richtig. Kann natürlich reine Nachlässigkeit gewesen sein, eine dieser vielen Nachlässigkeiten, Patzer und Zufälle, die sich im Fall Peggy zusammenballen. Wenn nun aber jemand sagt, dass die Familie schon damals abgeschirmt wurde, dann würde ich nicht widersprechen.

COMPACT: Wenn es eine Abschirmung gab, warum musste sie dann ihrer Meinung nach trotzdem von der Bildfläche verschwinden?

EGGERT: Weil eine Komplettkontrolle eben nicht immer und vollständig funktioniert, selbst wenn hochgestellte Leute involviert sind oder wenn man zu diesen Kontakt hat. Die polizeiliche Haussuchung im Lichtenberger Rathaus zeigt das. Die Medien berichteten, dass es da um den mysteriösen Kinderausweis ging, der 5 Tage vor Peggys Verschwinden beantragt wurde, aber die Aktion kann durchaus auch mit dem ignoranten Verhalten des Jugendamts zu tun gehabt haben. Was hier aber nicht entscheidend ist. Entscheidend ist, dass Mario S., mit "seinem" Problem allein gelassen, beschloss selbst nach dem rechten zu sehen. Jeder Vater würde so handeln, wenn er merkt, dass mit dem Kind etwas aus der Bahn läuft. Und wenn das Kind sagt, dass es weg will – zu Papi. Was Peggy laut Aktenlage zuletzt mehr als nur einmal geäußert hat.
Da wir allen Grund zur Annahme haben, dass das Mädchen fortgesetztem Missbrauch unterlag, durch mehr als nur einen einzelnen Pädophilen, schlägt jetzt die Stunde, wo es für einige Leute brenzlig wird. Und zwar just an dem Tag, als Mario S. sich für Mai 2001 in Lichtenberg ankündigt, um seiner Tochter ein verspätetes Geburtstagsgeschenk persönlich vorbeizubringen. Er hatte sie Jahrelang nicht mehr gesehen. Was, wenn sie sich ihm anvertraute? Und wenig Kindgerechte Dinge erzählte? Das war die Frage. Tat sie es dann war damit zu rechnen dass der Vater vor Gericht ziehen und eine Kettenreaktion auslösen würde. Das ist der Hintergrund.
Zwei Woche vor diesem avisierten Treffen war Peggy dann von der Bildfläche verschwunden. Um nie wieder aufzutauchen. Jedenfalls nicht lebend.

COMPACT: Die zeitliche Nähe des Verschwindens zum angekündigten Besuch des Vaters fällt wirklich auf. So wie die zeitliche und örtliche Nähe eines Verbrechens auffällt, das personell direkt in den Fall Peggy hineinspielt.

EGGERT: Hier geht´s darum, dass am 17. März der 17-jährige Geroldsgrüner Hans-Joachim Wirth kurz nach Mitternacht auf seinem Motorrad heimtückisch von hinten erschossen wurde. Zehn Schüsse, 7 gingen vorbei, 3 trafen. Die Fahnder konnten damals in Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei nachweisen, dass mit der Tatwaffe auch schon Straftaten im Nachbarland begangen worden waren. Als Mörder zu lebenslänglich wurde am Ende, 2004, Wirths ehemaliger Freund Ivan Lubas aus Carlsgrün verurteilt. Scheinbar ein wirklich schwerer Junge, er wurde filmreif an Händen und Füßen gefesselt sowie von Beamten eines Sonderkommandos bewacht in den Gerichtssaal geführt, weil die Behörden eine Befreiungsaktion befürchteten. Als Hintergrund der Tat machte man Drogengeschäfte aus, Personen aus dem Umfeld des Täters und des Opfers unterhielten Kontakte zur tschechischen Rauschgiftszene. Da fällt einem gleich wieder ein, dass Peggy-& Dönermordermittlerin Anja Wittig mit Michele Kiesewetter privat befreundet war, die vor ihrem gewaltsamen Ende zusammen mit echten und staatsbezahlten Neonazis verdeckt das internationale Drogenmilieu "begleitete" – rein investigativ, versteht sich.
Was für uns an diesem Punkt wirklich interessant ist: Wirth und Lubas kannten einige der im Fall Peggy agierende Personen, der Mörder hatte persönlichen Kontakt zur Familie Knobloch/Ünal. Was wiederum eine Erklärung für die Peggy-Einbindung von OK-Ermittler Geier&Co. liefert.

COMPACT: Sind diese Verbindungen ausermittelt?

EGGERT: Nach außen hin nicht. Die Medien bringen da auch nichts. In Blogs fragt man sich, ob die Vereinstätigkeiten von Susanne Knobloch bei dem Nordhalbener Motorrradclub "Schmieden-Brüder" damit zu tun haben. Die Frage ist insofern gut gestellt, da Rockerklubs häufig im Drogen-, Rotlicht- und Menschenhandelgewerbe unterwegs sind – die Hells Angels kamen damit im benachbarten Hof unter die Räder. Und wir erinnern uns, dass Drogist Wirth aus dem Sattel geschossen wurde. Passen würd´s daher, aber die Schmiedenbrüder-Fotos, die Peggys Mutter im Vereinsheim zeigen, stammen erst von 2005 und 2006. Von daher halte ich eine Connection über diesen speziellen Rockerverein nicht für zwingend.
Wir haben aber eine Verbindung des Rauschgiftpistolero Lubas zum Fall Peggy, die erheblich direkter und zeitnäher ist.

COMPACT: Wovon sprechen Sie?

EGGERT: Von einer Peggysichtung, die in einen Zeitbereich fällt der, obschon dutzendfach von Ortseinwohnern mit Augenzeugenberichten ausgefüllt, von den sogenannten Ermittlern geradezu mit Händen und Füßen tabuisiert wird: Die Zeit nach 14.00, als Peggy angeblich bereits von Ulvi ermordet worden sein soll.
Da hatten, gegen 15.00, zwei Mitschüler – Sebastian Röder und Jakob Demel – Peggy in Lichtenberg in einen roten Mercedes einsteigen sehen, in dem noch ein etwa gleichaltriges, dunkelhaariges Mädchen saß. Die beiden gaben ihre detaillierte und auch die Bekleidung der Vermissten exakt beschreibende Beobachtung am anderen Tag der Polizei zu Protokoll. Sie sagten, dass das Auto mit dem „Stern vorne“ kein deutsches Kennzeichen gehabt habe, sondern ein tschechisches. „Es ist zwar auch weiß und hat schwarze Zahlen. Aber die Zahlen und Buchstaben sind kleiner“, erzählte einer der Jungs dem Beamten, der zweifelte, ob die Kinder die Nummernschilder überhaupt einordnen konnten. Noch heute sind die beiden der festen Überzeugung, damals aus knapp 5 Metern Entfernung zugesehen zu haben, wie Peggy in den roten Wagen stieg. Derselbe Wagen soll dann nach Angaben einiger Medien, nicht aller, noch einmal am frühen Abend gesehen worden sein, wie er Peggy absetzte.
Als Ina Jung, die das Grundlagenwerk zu dem Fall verfasst hat, die beiden Zeugen ausfindig machte, unterstrichen die ihre Aussage, berichteten aber davon, dass man sie damals unter Druck gesetzt hatte: die Ermittler vernahmen sie jeweils einzeln, ohne Eltern und, so die Schüler, nötigen sie, ihre ursprüngliche Aussage zurückzunehmen. Was dann geschah. Die Staatsanwaltschaft in Bayreuth widerspricht dem nicht und nennt das Buch sogar „eine gute Zusammenfassung der Aktenlage“.

COMPACT: Selbst wenn Lubas das Umfeld von Peggy kannte, was hat dann das Auto mit ihm zu tun?

EGGERT: Lubas nutzten damals einen Wagen, der auf die Beschreibung passte. Schon rote Autos findet man vergleichsweise selten, dazu noch mit tschechischem Kennzeichen. Natürlich liegt es da nahe, dass ihn die Polizei befragte, was laut Vernehmungsprotokoll der Soko zwei Wochen nach Peggys Verschwinden auch passierte. Lubas gab dabei an, dass es sich bei dem fraglichen Untersatz um das Zweit-Fahrzeug seines Bruders aus Tschechien handele. Er habe es bekommen, weil die Staatsanwaltschaft Hof sein eigenes Auto beschlagnahmt habe und sei mit dem Fahrzeug erstmalig am Vortag bei "seiner Bank in Lichtenberg" gewesen zu sein. Ob sich der Vortag auf den Tag der Befragung oder den Tag von Peggys verschwinden bezieht, wird nicht aufgeschlüsselt. "Erinnerungslücken" hatte er auf die Frage der Ermittler, ob er am 7. Mai, also an dem Tag des Verschwindens von Peggy, in Lichtenberg war. Man ließ ihn seinerzeit damit wegkommen. Was ich erstaunlich finde. Hier hätte man tiefer graben können. Wenn Lubas´ Hausbank in Lichtenberg war, dann hielt er sich öfter dort auf, zumindest auf der Bank, und es sollte ein Leichtes sein, das Anhang von Auszügen am Bankomat oder per Befragung von Angestellten zu prüfen – die Gerichtsakten scheinen aber nicht zu zeigen, dass man das auch tat. Fragt sich, warum? Dann hätte der Mann angesichts seiner "Erinnerungslücken" direkt befragt werden können, ob er Peggy kenne bzw. ob er das Mädchen in sein Auto zusteigen ließ – zumindest daran hätte er sich ja erinnern müssen. Die Frage kam aber nicht. Warum? Und zu guter letzt wäre es ein leichtes gewesen, den beiden Schulkameraden – die Peggy in das rote tschechische Auto steigen sahen – Fotos von Lubas und seinem Auto zu zeigen, was aber offenkundig nicht passierte. Wieder: Warum? Hat man die Vita des Bruders, von dem Lubas das Auto "geborgt" hat, kritisch überprüft? Scheinbar wieder: nein. Dem Vernehmen nach handelte dieser Bruder nicht nur mit Antiquitäten, was ihn mit dem Pädophilen Peggy-Nachbarn Robert E. verbindet, sondern er besaß auch noch ein Bordell in der Tschechei. Die Halterin eines Skoda, für welches das Autokennzeichen ebenfalls genutzt wurde, soll eine Frau aus dem Milieu gewesen sein.
So vehement wie die Untersuchungsbehörden Kinderprostitution in diesem Fall außen vor halten könnte genau dieser Berufshintergrund der springende Punkt sein, warum man hier nicht weiterfragte. Bzw., wenn man es tat, die Fragen und damit die Spur nicht öffentlich gemacht hat.

COMPACT: Wenn sie Recht haben geht der Bruder seiner Tätigkeit aber nicht in Oberfranken nach sondern in der Tschechei.

EGGERT:…. wo Peggy aber direkt nach ihrem Verschwinden auftauchte, jedenfalls sagen das Zeugen. Cathrin Schauer,Sozialarbeiterin beim Verein Karo, der sich gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern engagiert, erhielt wenige Tage nach Peggys Verschwinden die Mitteilung ihrer Kollegen aus Tschechien, Peggy sei dort in einem roten Mercedes beobachtet worden. Gleich mehrfach wurde sie damals in Cheb (Eger) gesehen. Die Stadt liegt nur 50 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg entfernt. Und: Eger ist bekannt für Prostitution und auch für Kinderprostitution. Neunjährige, also Mädchen genau in Peggys Alter, wurden dort in Bordellen angeboten. Ein Zeuge behauptete Jahre später gegenüber dem Gericht, er habe Anfang 2004 die dann 12 jährige Peggy in einem Egerer Bordell gesehen. Bitte erinnern Sie sich an das Katalogfoto des 11-13 jährigen Mädchens, das Peggy wie aufs Haar gleicht! Zu einer anberaumten Einvernahme vor dem Landgericht Hof soll der Mann dann nicht mehr erschienen sein – angeblich habe man ihn auch nicht ausfindig machen können, da er ein "Nichtsesshafter" gewesen sei.

COMPACT: Hat die Polizei die Tschechische Spur weiter verfolgt?

EGGERT: Marginal, wenn man die Indizien in Betracht zieht, die hierin wiesen. Auch wenn man in Betracht zieht, dass die Behörden seit Jahren sehr genau wussten, dass Peggys Herkunftsort in einem kinderprostitutionsgefährdeten Gebiet lag. Das OK-Referat im benachbarten Sachsen hatte damals eine eigene Ablage zum Fallkomplex "Abseits II", der sich ausschließlich des "Organisierten sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet", also diesseits und jenseits der Grenze annahm. Dieser Problemgürtel reichte vom südlichen Sachsen und Thüringen rüber nach Bayern, mit den Hotspots in der Tschechei.
Trotzdem gab es wohl am Ende von Peggys Ermittlern nicht mehr als ein Amtshilfeersuchen bei den tschechischen Kollegen. Der fortgesetzte – und in meinen Augen vorsätzliche – Blindflug der Ermittler, den ich für vorsätzlich halte, zeigt sich auch in der mangelhaften Ausforschung des Opfer-Umfelds, das bei Kindsentführungen automatisch zumindest der Mitwisserschaft verdächtigt wird. Die genannte Cathrin Schauer, die laut eigenem Bekunden immer wieder erlebte, dass Minderjährige in Tschechien „verschwanden“, wobei die Ermittlungen dann stets im Sand verliefen, weist ausdrücklich darauf hin, dass in das kriminelle Kinderprostitutionsnetzwerk nicht selten Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde eingebunden sind. Von Medienvertretern auf ebendieses Umfeld angesprochen erwiderte ein Polizeisprecher: "Alle haben beste Alibis" . Wie wackelig oder gar gleich erlogen einige dieser Alibis waren, wissen wir heute. Dagegen hatte Peggys leiblicher Vater, Mario Schwenk, der wie gesagt damals seine Tochter besuchen wollte, von Anfang an den Verdacht, dass seine Exfrau mehr wusste als sie sagte und dass die Behörden erheblich weniger taten als sie konnten. Er begab sich nach Eger und verteilte Suchplakate im Rotlichtmilieu.

COMPACT: In welche Richtung ermittelte die Polizei denn damals?

In möglichst harmlose Richtungen, auf jeden Fall weg von mafiösen Strukturen. Zur Sprache gebracht wurde, dass Peggy ein Zufalls-Opfer eines ortsfremden Triebtäters sein könne, der von der A 9 Nürnberg, Berlin die Abfahrt Berg/Bad Steben nahm. Außerdem interessierte man sich sehr früh für Ulvi, wo man sicher leichtes Spiel zu haben glaubte. Das zeigt ein Artikel der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, vom September 2011. O-Ton: "
Manfred Bauer hat sich 2001 auch bei der Polizei gemeldet. Er schilderte, wie er ein Mädchen am Grenzübergang nach Cheb gesehen hat, am Sonntag nach dem Verschwinden Peggys. Das Mädchen saß in einem Auto mit zwei Männern, keiner der beiden sei phänotypisch als Vater des Mädchens in Frage gekommen. Bauer hat dann bei den Ermittlern angerufen, dort sei ihm gesagt worden: Das Foto von Peggy, aufgrund dessen er eine Ähnlichkeit mit dem Mädchen im Auto zu erkennen glaubte, sei kein gutes Porträtbild von Peggy gewesen. Außerdem habe man den Täter wohl schon gefasst: Ulvi. Das habe ihn schon irritiert, sagt der Betriebswirt Bauer: "Diese Gewissheit, den richtigen schon festgenommen zu haben."
Ich sage Ihnen: Man hätte bei diesen "Spezialisten" eher den Grafen von Monte Christo in Verdacht genommen als einen Kinderschänderring. Aber das ist ja nichts Neues. Bei den Fällen Dutroux und Kampusch und 100 anderen vor- und nachher war das nicht anders. Immer wenn die Organisierte Kriminalität ins Spiel kommt, zusammen mit hochgestellten Personen, gerade beim Thema Kindersex, hat die Justiz einen Blackout.

COMPACT: Sie sprachen die Medien an.

EGGERT: Die wussten sicher mehr als sie sagen konnten, komplett doof sind die Lohnschreiber ja nun auch nicht, auch wenn´s bei gewissen Themen nach außen hin so zu sein scheint. Alle großen Medien haben diese namenlosen "gut informierten Kreise" die sie beliefern, oft stammen die aus dem Dunstkreis der Geheimdienste, die wiederum Kindersex-OK nicht selten zur Aussteuerung von Politik nutzten. Wo man also dieses gewisse Quäntchen an entscheidendem Mehrwissen hat.
Ich denke aber, dass ein Dienst dieses Wissen nur dann an die Medien gibt, wenn sich die federführende Regierung gerade wirklich heftig mit einer anderen in den Haaren liegt. Der Konflikt Erdogan-Deutschland ist so ein Fall. Der türkische "Tiefe Staat" operiert ja auch hierzulande, da geht es nicht nur um Drogen sondern auch um Menschenhandel, Prostitution, auch Kinderprostitution. Ankara kann in einer bilateralen Konfliktlage, so wie wir sie gerade bekommen, Mittäter-Wissen über die deutschen Medien ausspielen. Ob letztere die Karte dann auch auf den Tisch legen ist natürlich eine andere Frage, das muss sich jede Chefredaktion sauber überlegen, weil sie damit riskiert, dass dann postwendend aus dem Bundeskanzleramt oder dem BND nicht mehr zugeliefert wird. Gut, wir könnten hier noch lange plaudern, diese Form der Nachrichtenentstehung lernen sie nicht auf Journalistenschulen, das ist eine lange Geschichte. Und eben eine ewige Gratwanderung.

COMPACT: Sehen sie diese Zuträgerschaft auch im Fall Peggy?

Eggert: Real ausgelebt eher nein, da wird in meinen Augen noch erfolgreich gedeckelt. Wenn wir aber eine wirkliche Aufdeckung im Fall Peggy erleben – und ich bin mir sicher dass wir sie erleben, wenn sich die internationale Konfliktlage erhöht – dann wird sie von einem auswärtigen Dienst bestritten werden, der sich in der Thematik auskennt.

COMPACT: All das ohne Mitwisserschaft der Eltern?

EGGERT: Peggy hatte mit Pädophilen Kontakt, nicht nur räumlich, soviel ist sicher und bewiesen. Gab es hier eine Form von Organisation, einen "Ring" in dem auch höherrangige Namen verkehrten, dann macht es Sinn, dass das Mädchen irgendwann einmal verschwinden musste. Und zwar dann, wenn der Ring vor einer Enttarnung stand. Verschwinden kann man durch untertauchen, das heißt nicht notwendigerweise gleich ermorden. Auch hier gibt es Indizien, die auf die Eltern hindeuten. Die können einen organisierten Missbrauch, selbst wenn sie daran nicht aktiv beteiligt waren, nur schwer übersehen haben.

COMPACT: Im Grunde sind das die Argumente der Ulvi-Verteidiger, um die sich eine regelrechte Bürgerinitiative aufgebaut hatte…

EGGERT: Richtig. Deren Arbeit erschöpfte sich ja nicht allein im Verteidigen dieses "Verdächtigen" sondern sie stellten zugleich die Frage: "Wer war es dann? Wer kommt sonst noch als Täter in Frage?" Und dabei hinterfragten sie auch die Rolle der Eltern.

COMPACT: Mit welchen Fakten?

EGGERT: Gut, ich habe bereits einiges genannt, zum Teil wurden diese Vorwürfe auch von der Bürgerinitiative mitgetragen, vorgebracht. Es gibt andere Besonderheiten, Auffälligkeiten, die sich mit dem Tag verbinden, an dem Peggy verschwand, welche gerade die Mutter verdächtig erscheinen ließen. So soll 1. ihr Erscheinen auf der Arbeit an diesem Tag – also ihr Alibi – keineswegs gesichert sein. Eine Kollegin, die sie gesehen haben wollte, sagte Frau Knobloch sei eine Stunde verspätet mit verheulten Augen auf der Arbeit erschienen – ausgerechnet an diesem Tag! Die Erklärung der Mutter hierfür war 2. widersprüchlich: Mal hieß es, sie habe am Vortag mit Peggy gemalt und die Farben hätten eine allergische Reaktion ausgelöst, dann sagte sie wieder, zu Hause habe sie Streit mit ihrem türkischen Partner gehabt. Dann, 3., erstellte die Mutter noch in der Nacht nach dem Verschwinden ein Fahndungsplakat mit dem Hinweis, ihre Tochter sei seit 14 Uhr vermisst. Stimmen nun aber die Aussagen der Eltern, dann waren beide den Tag über in der Arbeit und konnten daher gar nicht wissen, seit welcher Uhrzeit Peggy tatsächlich abgängig war. Wie gesagt beisst sich die Angabe 14 Uhr auch mit späteren Sichtungen des Mädchens durch Dritte. Sie bedient aber indirekt den Vorwurf-Anforderungskatalog gegen Ulvi, dem die Mutter zuarbeitete: Indem sie den Behinderten bei der Polizei ganz allgemein verdächtigte und im speziellen über den Sohn einer engen Freundin einen belastenden und wohl auch falschen "Augenzeugenbericht" generierte. Und dann gibt es noch Vorwürfe aus der Familie, von der sich Teile der Ulvi-Bürgerinitiative anschlossen.

COMPACT: Welche waren das?

EGGERT: Die Großeltern väterlicherseits. Der Vater hat sich da wohl auch ein wenig engagiert. Er war ja bereits einen Tag nach Peggys Verschwinden eine Woche vor Ort, um beim Suchen zu helfen. Seine neue Frau, die dabei war, hat über ihre Eindrücke in einem Peggy-Forum berichtet. Nun muss man natürlich in Rechnung stellen, dass es da ihrerseits psychologisch ein Konkurrenzverhältnis gab, Ex-Partnerin vs. aktuelle, dieses Thema, aber nach meinem Geschmack war das nicht ausschlaggebend für ihre Bewertung. Ich glaube ihr das Mitgefühl mit der Mutter, das dort überwiegend formuliert steht. Trotzdem finden sich dann Hinweise, die nachdenklich machen. Dass Peggys Mutter hübsch zurechtgemacht mehrfach ausgegangen sei. Das ist so was wie ein "Bruch" in der Logik, wenn die Mutter davon ausging, dass mit Peggy etwas Schlimmes passiert war. Die neue Partnerin hält auch das Thema Kinderpornographie wie sie schreibt nicht für abwegig. Wir erfahren da auch, dass eingeschaltete Privatermittler gesagt hätten, sie könnten "nicht weiter ermitteln", da sie sonst, zu "viel gefährden" würden. Peggy sei von ihrer Mutter "abhängig" gewesen. Jetzt wörtliche Aussagen: "Susi hätte alles verlangen können. Natürlich würde sich die Bevölkerung freuen, aber die Leute die dahinter stecken werden nicht auf ihre Pensionen verzichten nur weil heraus kommt, was nicht darf. Ich an Peggys Stelle würde nicht zu einem Land zurückkehren wollen wo ich missbraucht wurde." "Peggy musste damals verschwinden." "Wir werden immer noch oft angesprochen was manche wissen aber keiner sagt vor der Polizei aus und ohne diese kommen wir nicht an den Hauptdrahtzieher." Die Mutter müsse mehr wissen. "Ich sage nicht dass sie Peggy verschwinden lassen hat nur dass sie weis was passiert ist oder weis warum." "Natürlich haben die Medien den Fall nicht beiseite gelegt – nur sie werden beeinflusst." Es gebe "Menschen in höheren Position die uns ´baten´ aufzuhören nach Peggy zu suchen und das Erlebte (zu vergessen) was bei den Suchen so passierte." Das alles ist recht deutlich formuliert, finde ich.

COMPACT: Wenn das stimmt, dann wird der Fall politisch, juristisch, polizeilich und medial wie der Sachsensumpf abgedeckt

EGGERT: ….was Sinn macht, weil er artverwandt erscheint, erinnern sie sich z.B. an die Zeugenaussage von den "hochgestellten Persönlichkeiten", die im Hause Knobloch verkehrt haben sollen. Allein Ermittlungsseitig ist der Fall in meinen Augen ein Skandal. Das Ausblenden des unmittelbaren Peggy-Umfelds von dieser Seite macht ebenso Sinn. Das Einschüchtern der Mitschüler, die Peggy in das tschechische Auto einsteigen sahen. Das In-Stellung-Bringen eines falschen Zeugen gegen Ulvi. Das anwaltlich unbegleitete Geständnis, bei dem das Tonband ausfiel. Das alles wiederum passt zu den Einflussnahmen des CSU-Innenministers Beckstein. Die CSU-Lokalpolitikerin Ina Hager-Dietel wurde als Schöffin im Prozess gegen Ulvi Kulac ausgewählt. Sie saß im Hofer Stadtrat neben ihrem Fraktionskollegen und Bürgermeister von Hof, Eberhard Siller. Dieser wiederum war auch Vizechef der Staatsanwaltschaft Hof und somit auch Vorgesetzter des im Fall Peggy ermittelnden Staatsanwalts Heindl. Zudem hatte Siller selbst am Fall Peggy mitgewirkt.
Zum gegenwärtigen Stand: Peggy wurde gefunden. Und zwar tot, nicht lebend. Einiges von dem, was wir in diesem Interview gehört haben deutete aber darauf hin, dass sie damals entführt wurde oder untertauchte, weil sie zu einer Belastung wurde.
Das eine schließt das andere ja nicht aus.

COMPACT: Die Polizei sagt, daß das Mädchen seit 15 Jahren an dem Ort gelegen habe, wo man sie fand.

EGGERT: Eine kühne Behauptung. Wie will man die beweisen? Eben. Das geht nicht. Schon dieses Vorpreschen ist verdächtig, wieder einmal verdächtig. Warum verwendet sich die bayerische Polizei so sehr für eine Version, die völlig aus der Luft gegriffen ist? Tut sie das auf Drängen höherer Stellen, die bereits die Ermittungs- und "Aufklärungsarbeit" beeinflusst haben?

COMPACT: Was sollte hier konkret verdunkelt werden?

EGGERT: Im unmittelbaren Zeitfenster des Verschwindens alle Hinweise, dass Peggy lebend von der Bildfläche genommen und ins Ausland verbracht wurde. Im Sommer 2001.

COMPACT: Sie meinen also, dass sie kurz danach zu Tode gekommen und dann am Fundort verscharrt wurde?

EGGERT: Nicht einmal das. Sehen Sie: die TV-Journalistin Ina Jung, die mit ihrem Buch "Der Fall Peggy" für eine Neuaufnahme des Ulvi-Prozesses gesorgt hatte, hat in einem Interview mit dem BR, am 5.7. war das – da hat sie gesagt sie habe Zweifel dass die gefundenen Knochen von Peggy stammten. Nur 4 Tage vor dem Knochenfund habe sie, jetzt wörtlich, "aus angeblich seriöser Quelle erfahren, dass Peggy in der Türkei sei, sich dort sehr wohl fühle würde und auch nach Hause nicht mehr zurückkehren wollte. Und vier Tage später erfahre ich von diesen Knochenresten. Ich hab größte Zweifel daran gehabt – wieso sollten die jetzt plötzlich auftauchen? Wie kann man sicher ein dass es ihre Knochen sind? Ich habe so viele Gutachten und Widersprüche in Gutachten in diesem Fall gesehen und studiert, dass ich ganz große Zweifel hatte." Zitat Ende. Und weiter, über den Heimatnahen Fundort und die Frage, warum man die Leiche damals nicht schon fand: "Wenn man mit Tornados mit Wärmebildkameras gesucht hat, dann hätte man sie auch entdecken können."

COMPACT: Aber sie WURDE gefunden und in einem staatlichen Labor anhand von DNA-Probe identifiziert

EGGERT: Ich erinnere Sie gern noch mal an Jungs Aussage von den wiederholten Widersprüchen im Gutachten. In diesem ganz besonderen Fall. Und ich verweise vor allem auf die Umstände, unter denen die Knochen gefunden wurden, WIE sie gefunden wurden. Dazu die Zeitfrage: Warum kam die Entdeckung gerade JETZT?

COMPACT: Weil ein Pilzsammler auf die Knochen stieß.

EGGERT: Erst jetzt? Das Areal soll ein durchaus beliebtes Pilzsuchgebiet sein. Gut, lassen wir mal außen vor dass wir Anfang Juli gar keine Pilzsaison haben, das ist wieder so ein Widerspruch; aber im Herbst findet man grad dort jede Menge Schwammerl – und dann dauert es geschlagene 15 Jahre bis zum ersten mal jemand ein halbes Skelett findet?

COMPACT: Na ja, mitten im Wald kommt ja nicht alle Tage wer vorbei

EGGERT: Das war aber nicht mitten im Wald, die "Fundstelle" liegt unweit eines gut ausgebauten, befahrbaren Wegs, nur schlappe 100 Meter davon entfernt. Rodacherbrunn und Titschendorf sind in unmittelbarer Nähe. Da sind auf 15 Jahre gerechnet ganze Heerscharen von Pilzsammlern abseits der Wege herum gestrichen. Darunter auch Wanderer, der Fundort liegt im Rennsteig Gebiet, das touristisch erschlossen und gut besucht ist. Packen wir noch die Waldarbeiter oben drauf: In der Gegend gibt es viel Wald, dementsprechend wird auch viel Holz geschlagen und abtransportiert! Auf Googlemap kann man sehen dass sich dort etliche Holzstapel befinden! Und Förster sind auch noch unterwegs. Dazu der ein oder andere Jäger mit seinem Spürhund. Und niemand hat was gefunden? So lange? Halte ich für ausgeschlossen.

COMPACT: Vielleicht wurden die Knochen erst in jüngerer Zeit von Wild freigelegt

EGGERT: Nein, das passiert nur im ersten Jahr, mit Leichen an denen noch was dran ist. Selbst WENN es so gewesen wäre, dann hätten die Knochen 15 Jahre an der Oberfläche liegen müssen. Es hat diese Vergrabungsaktion aber gar nicht erst gegeben, der FOCUS schreibt mit Bezug auf Augenzeugen, dass das Skelett lediglich mit Reisig zugedeckt war. Womit sich die Frage stellt: Welcher Täter macht sich die Mühe, sein Opfer 15 Kilometer vom bewohnten Ort fortzubringen, in dem offensichtlichen Bemühen für ein langfristiges Verschwinden zu sorgen – und setzt dann nicht auf irgendeiner Lichtung unterm Vollmond den Grabspaten an? Was ist das für ein Versteckspiel, wo das zutiefst belastende Geheimnis mitsamt frischer Täter-DNA unweit eines belaufenen Weges endet, unter Zweigen? Sodass schon nach wenigen Tagen der Leichengeruch einem Spaziergänger auffallen müsste? Sodass ein Hund, der mit Herrchen dort entlang flaniert Schwanz wedelnd ins Unterholz schießt und partout nicht mehr rauszubringen ist?
Wenn Sie auch dieses Szenenbild ausschließen wollen, dann bedenken Sie: eine oberflächliche Ablage würde zu Wildfrass führen, wodurch sich innerhalb von 3 Monaten der Leichnam und mit ihm das Skelett in alle Himmelsrichtungen verteilt. In unserem Fall aber heißt es, dass der Torso von Kopf bis Becken erhalten war. Der dann wiederum immer noch 15 Jahre unbeachtet dort gelegen hat, ohne dass ihn ein Pilzsammler, Waldarbeiter, Förster oder Jäger fand. Was ab dem 10. Jahr dann wieder Sinn macht, weil sich ab da eine dichte Laub/Erdreichschicht über den Knochen gebildet hätte. Was es umso rätselhafter macht, denn diese Erdschicht war nach weiteren 5 Jahren plötzlich wieder fort, so als hätte jemand mit einem Ruck einen Bühnenvorhang aufgemacht. Können sie mir all das bitte erklären?

COMPACT: Sie teilen Frau Jungs ersten Eindruck, dass die gefundenen Überreste gar nicht von Peggy stammen?

EGGERT: Nun, wie gezeigt spricht alles dafür, dass die Knochen frisch abgelegt waren. Und zwar so, dass man sie finden MUSSTE. Ich denke, dass der Fund am Ende alles andere als ein Zufall war.

COMPACT: Die Ermittler müssten das gemerkt haben. Das sind ja keine Amateure

EGGERT: Sie stellen sich aber so an, als ob sie welche wären. Bitte beachten sie in diesem Zusammenhang, dass die Behörden die Entdeckung sofort an die große Glocke hängten, dass sie umgehend mutmaßten, dass es sich um Peggy handele. Woraus gründete sich diese Mutmaßung? Man sagt dass einige ihr zuzuordnenden Habseligkeiten in direkter Nähe gefunden wurden. Wenn das stimmt, wenn, so macht es Täterseitig keinen Sinn das Opfer zu "verstecken" und dann auffällige nicht verrottbare Habseligkeiten, an denen am Ende noch seine Fingerabdrücke nachweisbar sein könnten, bei diesem zu belassen.
Was aber noch mehr auffällt, ist das mediale Vorpreschen in sich selbst: Ermittlungsseitig wäre es definitiv sinnvoller gewesen den Knochenfund erst einmal geheim zu halten oder mit einer anderen Erklärung zu verbinden – so hätte man einen guten Ansatz gehabt, verbleibende Tatverdächtige aufs Glatteis zu führen, ihnen Fallen zu stellen. Diesen einmaligen Ermittlungsvorteil hat man scheinbar leichtfertig sausen lassen. Die Meldung, "Peggy ist gefunden" schien demgegenüber Vorrang zu haben. Und dabei hatte man es offenkundig sehr eilig, die Identifizierung wirkt geradezu überstürzt. Das überregionale Medienportal infranken.de beklagte sich am 5. Juli über fortdauernde Ungereimtheiten in der Ermittlungsarbeit und schrieb: "Auch am Dienstag setzte sich das Chaos fort. Während es aus Oberfranken hieß, die DNA-Bestimmung des Skeletts dauere an, gaben Geraer Staatsanwälte bekannt, dass die Knochen von Peggy stammen." Alles deutet daraufhin dass man schnell einen Deckel auf den Fall machen wollte. Aber warum?

COMPACT: Sie werden eine Antwort darauf parat haben

EGGERT: In der Tat – und sie hat mit dem Zeitfenster zu tun, in der die Knochen auftauchten. Die Frage lautet: Warum findet man "Peggy" gerade jetzt? Und diese Frage verbindet sich automatisch mit dem Grundrätsel der ganzen Affäre, das da heißt: Warum verschwand sie damals?
Lassen Sie mich noch einmal rekapitulieren: Wir haben im Fall des 9jährigen Mädchens von Kinderpornofotos gehört, davon das die Kleine von wem auch immer "zugeführt" wurde, davon das lokale und regionale Einflussträger daran beteiligt gewesen sein sollen. Wir wissen von sexuellen Übergriffen auf Peggy, die damit als Geheimnisträgerin für mehr als nur eine Person zur Gefahr wurde. Genau das ist der nächstliegende Hintergrund für ihr Verschwinden: Dass jemand von außen drauf und dran war zuviel zu erfahren, um dann auszupacken und die Betreffenden, vielleicht war es in der Tat ein Ring, zu gefährden. Damals war dieser Gefahrenherd zweifelsohne der Vater, der sein Kind zum ersten Mal nach 6 Jahren wiedersehen wollte. Das Abtauchen scheint von Behörden gedeckt gewesen zu sein: Ich erinnere an den Kinderpass, der Tage vor dem Verschwinden ausgestellt wurde, ich erinnere an die Haussuchung in der Bürgermeisterei von Lichtenberg, ich erinnere an den Unwillen der Ermittler, der Türkeispur nachhaltig nachzugehen.
Und nun, 15 Jahre später wiederholt sich das alles: Wie das Verschwinden erscheint nun das Wiederauftauchen von Peggy wie geplant. Wiederum wirkt der Vorgang in seinen Nachwirkungen wie gedeckt von den Behörden. Konsequenterweise sollten wir dann weiterfragen, ob nun nicht auch wieder der Grund des "Findens" derselbe ist, der beim Verschwinden des Mädchens ausschlaggebend war: Dass, wie habe ich gesagt, jemand von außen drauf und dran war zuviel zu erfahren, um dann auszupacken und einflussreiche Personen zu gefährden.

COMPACT: Wer konnte Ihrer Meinung nach diesmal gefährlich werden?

EGGERT: Wie schon gesagt die Bürgerinitiative, die sich um die Verteidigung des zunächst verdächtigten und verurteilten Ulvi gruppiert hat! Die "Gegenpartei" im juristischen Verfahren des Falls Peggy. Gut, Gegenpartei ist hier nach dem Verständnis des Dudens nicht ganz der korrekte Begriff, aber er passt im moralischen, ich würde sogar sagen im politischen Sinne. Deshalb, weil sich diese Gruppe von Engagierten nicht allein auf die Verteidigung ihres Schützlings beschränkte, sondern darüber hinaus zum Gegenangriff überging, um die Aufklärung des Falls zu erzwingen, gegen Widerstände politischer Vertreter, gegen Widerstände in der Justiz, gegen Widerstände der Ermittler, die den Fall am liebsten wieder zu den Akten gelegt hätten. Die Bürgerinitiative vermutete schon früh, dass Ulvi ein Bauernopfer in einem weit größeren Fall war und biss sich fest, stieß pausenlos nach, auch nach der späten Rehabilitierung des Behinderten.
Ein Kernpunkt ihres Kampfes war die Herausgabe einer umfangreichen "Spurenakte", die bislang in einem, ich nenne das mal so, "Giftschrank" des Gerichts lagert, die kein Außenstehender gesehen hat, deren bloßes Bestehen in der Vergangenheit sogar zuweilen geleugnet wurde, die es aber wirklich gibt. Um die Herausgabe dieser Akte, aus der viel bis heute nicht Bekanntes hätte hervorgehen können, stritten die Ulvi Verteidiger hartnäckig. Mitte/Ende Juni stand dann endlich die Entscheidung zur Freigabe an. Anfang Juli wurde die Knochen gefunden. Und nun, wo der vermeintliche Leichnam Peggys gefunden wurde, ist diese dicke Akte wegen der veränderten Fall-Lage wieder gesperrt und nicht zugänglich. Diese zeitliche Koinzidenz fällt natürlich sofort ins Auge.
Ebenso die Aussage von Frau Jung, dass sie erst 4 Tage vor dem "Überraschungsfund" Nachricht aus der Türkei bekommen habe wonach sich Peggy – immer noch – dort befände. Wer sich fragt wie es nun zu dieser Benachrichtigung der engagierten Journalistin kam sollte in Rechnung stellen, dass die Türkei seit der Armenien-Völkermord-Resolution des Bundestags vor einigen Wochen mit Deutschland in heftigem Clinch liegt. Ankara hatte mit ernsten Konsequenzen gedroht und Anfang Juni – nach Verabschiedung der Resolution – einen bis heute inhaltlich nicht veröffentlichten "Aktionsplan" ausgearbeitet, mittels dem die deutsche Politik unter Druck gesetzt werden sollte. Das Platzenlassen eines Kinderschänderrings mit politischer Verbindung – vergleichen Sie die Fälle Kincora, Casa Pia, Dutroux, wahrscheinlich auch Maddie und Kampusch – ist definitiv eine Karte, die in einem diplomatischen Infight zwischen Staaten ausgespielt wird. Wenn man den "Hauptzeugen" hat. Der aber dadurch wieder enorm gefährdet ist. Dieses Szenario möchte ich gar nicht zu Ende denken. Da würden Ihnen Ihre mainstreamigen Leser aussteigen, das wäre zuviel für die.

COMPACT: Dann lassen Sie uns ein Resumee ziehen: Wird sich der Fall Peggy noch aufklären?

EGGERT: Nicht von oben aus, nein, das glaube ich nicht. Ein korruptes System lässt keine Transparenz zu. Eine gewisse Chance liegt darin, dass sich ein gegnerischer Geheimdienst auf dem Höhepunkt nationalen Furors bequemt etwas von seinem Wissen an die Öffentlichkeit zu bringen. Aber so was passiert nicht so oft, von daher liegt die Hoffnung eher auf Einzelkämpfern, auf Insidern die ihr Wissen irgendwann zu einem besseren Zweck nach außen tragen und dabei bereit sind dafür berufliche Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Edward Snowden ist so ein Beispiel.

COMPACT: Wobei Snowden ja mehr in den Bereich der Geheimdienstwelt fällt.

EGGERT: Es könnte sich erweisen, dass der Fall Peggy gar nicht weit davon entfernt ist. Die Organisierte Kriminalität – also Waffen, Drogen, Rotlicht – ist ja eng verwoben mit Geheimdiensten. Die sich, Sie mögen mir nicht glauben aber es ist so, auch Kindermissbrauchs bedienen, um Entscheidungsträger in der Wirtschaft, Politik, den Medien in die Hand zu bekommen. Organisierte Kriminalität, Lobbies und Geheimdienste bilden zusammen das, was man in der Türkei den "Tiefen Staat" nennt, in dem beide Seiten kooperieren, Verbrecher mit Politik und Polizei. Sie kriegen damit ein engmaschiges Netz von Protektion und Erpressung, das gut funktioniert – dabei sehr tragfähig und hervorragend abgeschirmt, wie der belgische Fall Dutroux oder der Sachsensumpf gezeigt haben. Es gibt natürlich eine Vielzahl von kleineren Fällen, die ähnlich gestrickt sind und ebenfalls unaufgeklärt bleiben. Wenn sich nicht jemand findet, der bereit ist einen dieser Augiasställe auszumisten. Beschimpft, verflucht, gefeuert…

COMPACT: Wer macht das schon, bei den Aussichten

EGGERT: Eben. Von daher kann man solche klassischen Gestalten, die nicht anders handeln als Snowden mit der Lupe suchen gehen. Aber es gibt sie trotzdem. Nehmen sie diesen Artikel, der nur wenige Tage nach dem "Auffinden Peggys" in der "BILD"-Zeitung erschienen ist. Bitte lesen sie ihn aufmerksam – und vergleichen sie die gewonnen Erkenntnisse mit den NSU-Morden. Oder eben dem Fall Peggy, wo ja auch sogenannte Ermittler in der NSU Sache mitgewirkt haben.

COMPACT: Der Schlussatz rundet unser Interview perfekt ab: "Ich will, dass die Wahrheit endlich ans Tageslicht kommt.” Fast romantisch.
EGGERT: Ja. Leider hat die Politik für Romantik nichts übrig.
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#378

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Di, 30. Okt. 2018, 08:04

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#379

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 30. Okt. 2018, 08:51

schimmel-reiter hat geschrieben:
Di, 30. Okt. 2018, 08:04
Und der Link zum Bericht
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... XNsZ8DMkT5


Liest sich unterhaltsam, aber ist das Behauptete auch mit den Inhalten der geleakten Originalakten vereinbar?

Tipp: Gib mal bei NSU LEAKS*) und Bücherleser Blog*) "Eggert", "Elsässer" und "Compact" in die Suchfunktion ein.

Was ich persönlich über die denke, dafür ist hier nicht der Ort, das wäre wohl "off-topic", dazu äussere ich mich aber gerne an geeigneter Stelle, jedenfalls halte ich es nicht für ratsam, diese Quellen 100% für bare Münze zu nehmen, denn immerhin verdienen beide Protagonisten ihr täglich Baguette usw. in erster Linie durch aufmerksamkeitsheischende Selbstvermarktung und diese zeichnet sich nicht zwangsläufig durch Sachlichkeit aus.


*) wobei ich keineswegs mit allen persönlichen Ansichten des Betreibers konform gehe.
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#380

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 30. Okt. 2018, 09:16

Bild



Screenshot aus folgendem Video




15 Jahre vermisst - Peggys Leiche gefunden - Drohnen-Flug über Fundort



Soll das ein "Beispielfoto" sein, wie es so häufig in den Medien Verwendung findet, oder ist das tatsächlich eine Abbildung der realen Auffindesituation?
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#381

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Di, 30. Okt. 2018, 09:34

schimmel-reiter hat geschrieben:
Mo, 29. Okt. 2018, 23:33
Diese Zusammenfassung kann und soll nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Sie trifft aber verdammt viele offene Punkte und ich würde sie als Leitfaden ansehen. Um den ganzen Wahnsinn halbwegs zu begreifen.
Wären hier alle fragwürdigen Punkte mit eingeflossen, die Erklärungen, Querverweise usw. würde es viel zu kompliziert.
Da ist z. B. der Aspekt Weimar. Wo jemand glaubt Peggy gesehen zu haben. Was u. a. mit MS mehrfach überprüft wird. Und man staune, mit "Geleitschutz" aus München vom LKA. Das Wechselkennzeichen M-SZ .... sagte klar den Halter, wie auch die der anderen Kfz an. Die Aussagen dazu, u. a. vom Staatsanwalt Leib, die waren glatt gelogen. Denn diese Dickschädel von Privat Schnüfflern fragten einfach die Eltern der Kinder, die angeblich mit Peggy verwechselt wurden. Schon wird Eggerts These "zu viel Aufwand für ein vermisstes Schl .... Kind" zusätzlich untermauert.

Da ich nur in den NSU Akten, wie auch denen von Peggy nachschlagen brauche ist es einfach zu vergleichen. Dazu kommt, ich habe Peggys Leben vom Zeitpunkt der Trennung zwischen MS und SK nach recherchiert. Also ca. 6 Jahre. Und 2005/2006 gab es noch keinen Peggy Hipe. Sodass die Spurensuche, trotz später eingeschleusten Kuckuck, vor Ort recht erfolgreich war. :goofy:
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#382

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 30. Okt. 2018, 19:57

schimmel-reiter hat geschrieben:
Di, 30. Okt. 2018, 18:42
Loraflora

Bild

Jetzt haben wir ein Foto von BILD und eines von inFranken.de.

Ist eines davon authentisch oder handelt es sich bei beiden um sog. "Symbolbilder"?


:hm:
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#383

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Di, 30. Okt. 2018, 21:02

Das von inFranken.de wurde nach dem Abrücken der K. vor Ort geschossen.
Da gab es nur diese und eine weitere Stelle wo die sterblichen Überreste gelegen haben können.
Nach der zweiten Suche sah es ja so aus.

Bild
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#384

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 30. Okt. 2018, 22:40

Für mich sieht das so aus, dass wir jetzt schon drei völlig unterschiedliche "Symbolbilder" haben.

Keines davon macht auf mich den Eindruck als sei es authentisch.


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#385

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 31. Okt. 2018, 18:46

loraflora hat geschrieben:
Di, 30. Okt. 2018, 22:40
Keines davon macht auf mich den Eindruck als sei es authentisch.
Interessant ist, dass ja immer behauptet wird, die Bäume standen im Abstand von 1 - 1,5 m voneinander entfernt. Also doch relativ dicht beisammen. Wenn ich mir die Fotos anschaue, komme ich zu einem ganz anderen Schluss, denn da ist nichts von einem dichten Baumbestand zu sehen (vorausgesetzt, es ist tatsächlich der Fundort). Im Gegenteil: da gibt es ganz offensichtlich sogar eine größere Lichtung.
Die Frage kam ja auf als es darum ging, ob die Leiche eventuell bei Rodungsarbeiten (falls es solche Arbeiten gab) bzw. während der Suchaktion übersehen oder sie erst nach der Suche dorthin verbracht wurde. Angeblich wurde in diesem Gebiet aber gar nicht gesucht und was genau Manuel S. über die mutmaßliche Verbringung ausgesagt hat, wissen wir auch nicht.
Wie dem auch sei... wenn überhaupt, kann nur ein Foto den Fundort zeigen. Das ist offensichtlich.
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#386

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 31. Okt. 2018, 18:51

schimmel-reiter hat geschrieben:
Di, 30. Okt. 2018, 21:02
Das von inFranken.de wurde nach dem Abrücken der K. vor Ort geschossen.
Da gab es nur diese und eine weitere Stelle wo die sterblichen Überreste gelegen haben können.
Nach der zweiten Suche sah es ja so aus.
Wurde denn während der zweiten Suche derart gegraben und eventuell sogar der eine oder andere Baum gefällt?
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#387

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Mi, 31. Okt. 2018, 20:34

Nein, nein. So ganz doof waren die Sucher auch nicht. Wie auf dem letzten Bild zu sehen, es wurde bis auf den gewachsenen Boden gekratzt. Ob allerdings die Fuchs/Dachsbauten, die mit Sicherheit dort existieren auch erfasst wurden? Denn der Fuchs schleppt alles rein, der Dachs, wenn er einzieht, schmeißt wieder alles heraus. Also ist dort immer etwas zu finden.
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#388

Ungelesener Beitrag von loraflora » Mi, 31. Okt. 2018, 21:15

Als Kinder haben wir mal versucht, ein kleines, totes Haustier im Wald zu vergraben.

Seitdem weiss ich, warum Leichen im Wald üblicherweise nur mit Ästen und Laub zugedeckt gefunden werden.

An "Gräber" im Wald kann man glauben :santa: muss man aber nicht :lying: besser selbst mal ausprobieren.
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#389

Ungelesener Beitrag von Snoopy » Fr, 2. Nov. 2018, 15:11

Salva hat geschrieben:
So, 28. Okt. 2018, 13:47
Aber mit Ulvi Kulac hat man ja diesen Typ "Unterbelichteter Kinderschänder", dem man durchaus auch einen Mord zutrauen kann und obwohl rechtmäßig freigesprochen, weil es nach wie vor keinen einzigen Beweis für dessen Schuld gibt, wird er in aller Öffentlichkeit weiterhin des Mordes an der kleinen Peggy beschuldigt
Wie man das nach dem Geständnis von M.S. noch für plausibel halten kann, frage ich mich allerdings auch. Das passt nun wirklich so gar nicht zu den Angaben von U.K.. Denn es stand ja immer nur die These im Raum, dass er P.K. den Schlossberg hoch verfolgt und oben an der Burgmauer letztendlich erstickt haben sollte. Wie soll sie von dort aus denn anschließend in das Bushäuschen gekommen sein? Und warum? Das ist doch von vorne bis hinten Nonsens.

Überhaupt kann ich diese Bushäuschen-Geschichte nicht so recht glauben. Es sei denn, Peggy wäre direkt dort zu Tode gekommen. Aber dafür, dass so etwas unbemerkt von irgendjemanden vonstatten gehen könnte, ist dieser Ort nicht abgelegen genug, denke ich. Und als Zwischenablageplatz würde er sich genau aus diesem Grund auch nicht eignen.

Außerdem sagte M.S. ja anscheinend aus, er sei "zufällig" dort vorbeigefahren und dann von Person X angehalten worden. Was ich ebenfalls für höchst unwahrscheinlich halte.
Salva hat geschrieben:
So, 28. Okt. 2018, 13:47
während von genau den selben Figuren ein Manuel S. verteidigt wird, wenn man den nur im Ansatz einer Verdächtigung aussetzt!
Er wird aber ebenso auch von G.R. recht vehement verteidigt. Sie scheint nach wie vor eine ganz andere Theorie dazu zu haben, was mit P.K. passiert ist.

Insofern bleibt wirklich zu hoffen, dass die Vorgehensweise der Ermittler, die zu dem jüngsten Geständnis führte, diesmal nicht zu solchen Beanstandungen Anlass gibt wie damals bei U.K.... :raised_eyebrow: :cool:
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#390

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 2. Nov. 2018, 18:37

Hallo @Snoopy! Schön, dich mal wieder zu lesen :like:

Was ich mir von der aktuellen und hoffentlich auch letzten Soko grundsätzlich erhoffe ist, dass sie, völlig losgelöst von den alten Tathergangshypothesen, nur die handfesten Fakten wie z.B. Zeugenaussagen usw. hernimmt, Alibi's überprüft und den Fall von Grund auf neu angeht. Solche Dinge und mehr eben. Alles andere endet doch wieder nur dort, wo die Polizei und Justiz bis heute ist: bei Ulvi Kulac. Und das liest sich dann wie folgt:

"Wir sind davon überzeugt, dass Manuel Sch. der Verbringer von Peggy's Leiche war und diese Tat ist verjährt.". Punkt.

Was zurückbleibt: Ulvi K. bleibt trotz fehlender Beweise bis zu seinem jüngsten Tag schuldig - mal mehr, mal weniger offen ausgeplaudert - und alle Fragen und Ungereimtheiten weiterhin unbeantwortet. Ob die nun Susanne K., die mutmaßliche Verbindung zum NSU bzw. bestimmten Mitglieder des NSU oder die Schweinereien in Lichtenberg betreffen, von denen es ja jede Menge gab und die allermeisten Bürgerinnen und Bürger dort bestens darüber informiert waren und noch sind.

Ebenso erhoffe ich mir die Aufarbeitung der mutmaßlichen Unterstellungen, die bestimmte Ermittler der Soko II und einen ganz bestimmten Journalisten ausgesetzt sind und da sind wir schon wieder bei Susanne K. Ich bin mir fast sicher, dass dies auch die Richtung ist, in die die BI um Frau Rödel den Fall lenken will, aber nichts zur Aufklärung beisteuert. Außer nur Nebelkerzen um irgendwelche Beweise aufzustellen und da sind wir dann bei der "Gegenseite", gegen die die Systemkonformen schon per se feuern und Kulac nur alleine deshalb anscheißen, weil der von einer Horde Hobbyermittlern und -juristen aus der Forensischen gepaukt und des Mordes an der kleinen Peggy freigesprochen werden musste. Jene 9-jährige Peggy, deren trauriges Schicksal im Prinzip niemanden interessiert bzw. nur dann, wenn mal die Argumente ausgehen oder wieder mal besonders intensiv gehetzt, gemobbt und beleidigt werden muss. Dass es keinerlei Beweise gegen Ulvi K. gab und nach wie vor nicht gibt und die Soko's genügend Mist verbockt hatten, wird selbstverständlich unter den Teppich gekehrt. Siehe u.a. aktuell den Akt mit Manuel Schmidt, dessen Alibi - wie bereits früher schon erwähnt - schon damals überprüfbar gewesen wäre, wenn es nicht am Willen der Ermittler und StA gefehlt hätte.

Ebenso wird die Rolle eines Gerichtspsychiaters falsch interpretiert: der hat nämlich NICHT dafür zu sorgen, dass sein Gutachten ganz im Sinne des Gerichts oder der Staatsanwaltschaft ausfällt und sich dabei an irgendwelchen zusammengereimten Tathergangstheorien zu orientieren hat um beurteilen zu können, ob ein Tatverdächtiger a la Kulac Aussagen aufgrund tatsächlicher Erlebnisse trifft oder doch nur das wiedergeben kann, was er von Anderen erzählt, in den Mund gelegt bekommen oder einfach nur vom Hörensagen aufgeschnappt hat. Natürlich zusammengereimt, weil er mit einem IQ von zwei Reihen Kopfsalat eben NICHT so rational und logisch kombinieren und abwägen kann, wie manche es sich wünschen würden. Ein Gerichtspsychiater hat sich gefälligst mit seinem "Patienten" zu beschäftigen und zwar so lange, bis er sein Gutachten anhand dessen erstellen kann, was er von dem erzählt bekommen hat. Und auch wie erzählt bekommen hat. Und anhand des Eindrucks, den dieser Patient beim Profi hinterlässt. Gutachter sind keine operativen Fallanalysten wie die Jungs der OFA's der Polizeien!

Nochmal zu Manuel Sch.:

Was hat er denn gemacht? Außer zuzugeben, Peggy's Leiche versteckt zu haben? Ausgesagt, was ihm die Polizei inzwischen nachweisen konnte. Mutmaßlich. Und dabei hat er sich einer Aussage, oder weiten Teilen davon bedient, die ein Ulvi K. schon damals ins Spiel gebracht hat, dessen Beweiskraft allerdings weit davon entfernt ist, als "Wahr" verkauft werden zu können. So sehe ich das jedenfalls. Auch hier ist nämlich zu beobachten, dass Manuel Sch. immer schön auf der Straße bleibt, die am Ende wieder zu Ulvi K. führt. Warum auch immer! Hoffentlich lässt sich die Soko auch da nicht in die Irre führen. Aber ganz ehrlich? Ich habe da so meine (berechtigten) Zweifel. Geht es doch vor allem auch darum, nach der Kulac-Pleite iwie das eigene, sowie die Gesichter der StA und des Gerichts zu wahren. Wie fast immer halt.
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