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1999 | Erlangen | Susanne Mally (27) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Finlule
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1999 | Erlangen | Susanne Mally (27) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Finlule » So, 8. Feb. 2015, 19:32

4. November 2011, 17:48

Mord in einer Erlanger Tiefgarage Das ewige Trauma

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Vor zwölf Jahren wurde eine Arzthelferin in einer Erlanger Tiefgarage grausam ermordet, seither lastet die Tat wie ein Trauma auf der Stadt. Ein erster Prozess endete mit einem Freispruch - aus Mangel an Beweisen. Nun wird er neu aufgerollt.

Einer der größten Indizien-Prozesse in der Geschichte des Nürnberger Landgerichts endete am 8. Juni 2010 mit einer persönlichen Anmerkung des Vorsitzenden Richters. Alle, die mit dem Mord an Susanne M. befasst waren, seien fassungslos über das Geschehene, sagte Richard Caspar, der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer. Der Mord an einer 27 Jahre alten Mutter in einer Erlanger Tiefgarage müsse gesühnt und hart bestraft werden, um den Angehörigen der Arzthelferin "zumindest ein bisschen Genugtuung zu verschaffen".
Am Morgen des 5. März 1999 war die Arzthelferin in der Tiefgarage eines Medizinzentrums in Erlangen bestialisch getötet worden.
Was aber die Anklage gegen den Landschaftsgärtner Peter S. betreffe, so sei dem Gericht am Ende gar keine andere Wahl geblieben, auch nach 735 Seiten Anklageschrift nicht - und 60 vernommenen Zeugen. Das Urteil müsse auf Freispruch lauten, zumindest was den Mordvorwurf betreffe. Aus Mangel an Beweisen.

Man sah viele verstörte Gesichter an diesem Tag im Nürnberger Gerichtssaal 228, Tränen flossen. Am frühen Morgen des 5. März 1999 war die Arzthelferin auf dem Stellplatz 23 der Tiefgarage eines Medizinzentrums in Erlangen bestialisch getötet worden, seither lastet dieser Mord wie ein Trauma auf der Stadt.

Zehn Jahre wurde in der Sache ermittelt, ohne jedes Ergebnis. Dass sich noch mal irgendjemand für die Tat verantworten würde müssen, glaubten zwischenzeitlich nur noch wenige in Erlangen.

Bis dann zehn Jahre nach der Tat Peter S. vor Gericht stand, ein heute 46 Jahre alter Landschaftsgärtner aus dem Erlanger Stadtteil Dechsendorf. Er soll die junge Arzthelferin, die Patentante seiner Tochter, an jenem Morgen kurz vor Dienstantritt abgepasst und in der Tiefgarage mit einem Messer grausam getötet haben. Weil sie möglicherweise von etwas wusste, was sie niemals hätte wissen dürfen: vom Missbrauch ihres Patenkindes durch den eigenen Vater.

Vor neun Monaten hat der Bundesgerichtshof das Urteil gegen den Landschaftsgärtner aus Erlangen überraschend komplett aufgehoben, ein nicht alltäglicher Vorgang. Der 1. Strafsenat entschied, dass das Urteil der Nürnberger Richter nicht ausreichend erörtert worden sei.

Von Donnerstag an muss der Fall deswegen noch einmal ganz neu verhandelt werden. Diesmal nicht vor der Schwurgerichtskammer von Richard Caspar, sondern vor der 7. Strafkammer des Nürnberger Landgerichts.
Abermals dürfte dem Gericht somit eine Mammut-Verhandlung ins Haus stehen: Allen für sein Plädoyer hatte Oberstaatsanwalt Wolfgang Gründler in der ersten Verhandlung viereinhalb Stunden benötigt und darin ein Indiz an das nächste gereiht. Vergeblich. Die Kammer, begründete Richter Caspar das Urteil, sei bei nahezu jedem Indiz immer wieder an denselben Punkt gelangt: Es könnte tatsächlich alles so gewesen sein, wie es der Oberstaatsanwalt darstellt. Es könnte aber auch ganz anders gewesen sein.

Dabei verließ der Angeklagte den Saal keineswegs als freier Mann. Er hat zugegeben, seine damals minderjährige Tochter über vier Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Zehn dieser Fälle waren noch nicht verjährt, für diese Fälle wurde der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Zu einer "Arbeitssklavin" habe der Vater seine eigene Tochter gemacht, "verwerflich auf der sittlich untersten Stufe" sei das, urteilte Richter Caspar. Aber ein Mörder?

Er wisse, wie sich ein "Blutrausch" anfühlt

Am Tag vor dem Mord hatten sich die Arzthelferin und ihr Patenkind nach längerer Zeit wieder einmal gesprochen und sich für den nächsten Tag verabredet. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Susanne M. seither zumindest geahnt habe vom Missbrauch ihres Patenkindes - und dass der Vater ein Treffen der beiden verhindern wollte.

Vieles spricht dafür: Der Vater war an dem Morgen mit dem Auto unterwegs. Er hatte kein Alibi, versuchte sich in der Folge aber eines zu verschaffen. Außerdem soll er in der Untersuchungshaft gesagt haben, er wisse, wie sich ein "Blutrausch" anfühlt.

Andererseits hatte seine Tochter mehrere enge Bekannte, denen sie sich hätte anvertrauen können - und ihr Vater hat den Kontakt zu diesen nicht zu unterbinden versucht. Vor allem aber wurden an ihm keine Spuren der getöteten Susanne M. gefunden; und an der Leiche keine Spuren von Peter S. Unter einem Fingernagel der Ermordeten fanden sich zwar DNS-Spuren. Diese aber stammten nicht von S.

Im Urteil deutete Richter Caspar an, dass dieses letzte Indiz das Hauptargument für den Freispruch gewesen ist. Was wäre, wenn sich irgendwann eine Person mit Motiv findet - von der diese DNS-Spuren tatsächlich stammen?

Einfacher dürfte die Wahrheitssuche nicht werden, immerhin sind seit dem Urteilsspruch weitere 17 Monate vergangen. Einer der Zeugen, der eine Limousine aus der Tiefgarage rasen sah, hatte sich sogar hypnotisieren lassen, um sich besser an den Morgen der Tat erinnern zu können. Seine Aussagen passten zu einem Teil auf die Limousine von Peter S. Zu einem anderen Teil überhaupt nicht.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/erlan ... ja-1.73483

http://www.sueddeutsche.de/bayern/mord- ... -1.1181189
Zuletzt geändert von Finlule am So, 8. Feb. 2015, 19:35, insgesamt 1-mal geändert.



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Re: Mord in einer Erlanger Tiefgarage Das ewige Trauma

#2

Ungelesener Beitrag von Finlule » So, 8. Feb. 2015, 19:34

14. Juni 2012, 17:14
Tiefgaragenmord von Erlangen und wieder ein Freispruch

Bereits zum dritten Mal musste sich ein 47-Jähriger wegen des Mordes an einer Arzthelferin in einer Tiefgarage in Erlangen vor Gericht verantworten. Wie bereits im ersten Verfahren lautet das Urteil am Ende: Freispruch. Für seine Täterschaft fehlen noch immer die Beweise.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/tiefg ... -1.1383167

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Re: Mord in einer Erlanger Tiefgarage Das ewige Trauma

#3

Ungelesener Beitrag von Finlule » So, 8. Feb. 2015, 19:46

Mord an Susanne M. ("Tiefgaragen-Mord in Erlangen")
Inhalt

Dienststelle: Kripo Erlangen
Kommissar im Studio: Kriminalhauptkommissar Meiler
Tattag: 5. März 1999, gegen 7:30 Uhr
Tatort: Tiefgarage des Reha Zentrum Erlangen
Belohnung: 10.000 DM
Details: Tiefgarage; Reha-Center; Tochter Charlotte, fränkischer Dialekt
Bewertung: **
Status: ungeklärt

Nachspiel

Ab dem 10. November 2011 wird der Fall vor der 7. Strafkammer des Nürnberger Landegerichts neu verhandelt. - "Das ewige Trauma" - Süddeutsche Zeitung vom 04.11.2011

Der BGH enschied, den Fall neu aufzurollen. "Erlanger Garagen-Mord muss neu verhandelt werden" - Merkur-Online.de vom 01.02.2011

Der Fall wird vom BGH überprüft. Entscheidung für den Februar 2011 erwartet: BGH prüft Urteil im Erlanger Tiefgaragenmord - Nürnberger Nachrichten vom 25.11.2010

Am 26.1.2010 erging vor dem Landgericht Nürnberg das Urteil gegen den Tatverdächtigen: 4 Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter, vom Mordvorwurf wurde er jedoch freigesprochen. Quelle: Spiegel Online vom 26.01.2010

Artikel zum Prozessauftakt in der Abendzeitung vom 06.10.2009.

Ein Tatverdächtiger mit Motiv konnte ermittelt werden (siehe Abendzeitung vom 29.01.2008 und Abendzeitung vom 20.11.2008, oder auch Abendzeitung vom 21.08.2009)


Über die vorläufige Klärung wird zudem in der Sendung vom 20.02.2008 berichtet.

Spektakuläre Wende im 2. Prozeß vor der 7. Strafkammer des LG Nürnberg am 15.11.2011 ! Das gerichtsmedizinische Institut der Uni Innsbruck hat drei DNA-Spuren einer anderen Person als der des Angeklagten an der Toten bzw. Kleidung des Opfers gefunden. Das Verfahren wird bis zum Vorliegen des schriftlichen Gutachtens für zwei Wochen unterbrochen. (SZ-online und tz-online vom 15.11.2011). Womöglich sitzt der falsche Mann auf der Anklagebank.

Erneuter Freispruch für den Angeklagten im Juni 2012 *"Mord in Tiefgarage

http://rufmichan24.de/index.php?title=S ... ngen.22.29

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1999 | Erlangen | Susanne Mally (27) ermordet

#4

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 20. Nov. 2018, 09:20



Ab 08:11




Aktenzeichen XY 28.04.2000 2/6




Aktenzeichen XY 28.04.2000 3/6




Aktenzeichen XY 28.04.2000 4/6






Das furchtbare Geheimnis dieses Mannes

10.11.2008

https://www.abendzeitung-muenchen.de/in ... 612ca.html


Der TV wurde dreimal freigesprochen.

:thinking:
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1999 | Erlangen | Susanne Mally (27) ermordet

#5

Ungelesener Beitrag von loraflora » Di, 20. Nov. 2018, 19:05

Da es nicht mehr so viele Artikel zu diesem Fall, die Vorgeschichte und den Verlauf online gibt, hier ein paar gespeicherte Seiten:




Abendzeitung, 29.01.2008 - Tiefgaragen-Mord: Fragen offen

https://web.archive.org/web/20181120175 ... 6e05e.html



Abendzeitung, 10.11.2008 - Das furchtbare Geheimnis dieses Mannes

https://web.archive.org/web/20181120173 ... 612ca.html



Abendzeitung, 13.02.2009 - Kam ER frei – weil sein Bruder ein Mörder ist?

https://web.archive.org/web/20181120175 ... ce146.html



Abendzeitung, 23.03.2009 - Tiefgaragen-Mord: 500 Zeugen sollen aussagen!

https://web.archive.org/web/20181120175 ... 2c47d.html



Abendzeitung, 21.08.2009 - Ein Leben mit Tragödien: Wie viel Leid kann eine Mutter ertragen?

https://web.archive.org/web/20181120175 ... df16e.html
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1999 | Erlangen | Susanne Mally (27) ermordet

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Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Do, 22. Nov. 2018, 20:40

Finlule hat geschrieben:
So, 8. Feb. 2015, 19:32
Was wäre, wenn sich irgendwann eine Person mit Motiv findet - von der diese DNS-Spuren tatsächlich stammen?
Stellte Richard Caspar, der Richter und Vorsitzende der Schwurgerichtskammer 2010 fest.

Ehrlich gesagt.
In diesem Fall, hätte man ein feiges, gewissenloses Schwein, einfach nur gegen ein anderes feiges, gewissenloses Schwein ausgetauscht. Wo genau der werte Herr Richter da jetzt so ein schlechtes Gewissen haben muss, erschließt sich mir nicht so ganz. Da sehe ich persönlich jetzt keinen so großen Anlass, einen investigativen Mitleids-Bericht, von wegen "Fehlurteil" zu verfassen, oder dergleichen.
Das so einem Hoch-Juristen, wie dem damaligen, zuständigen Richter, so etwas aber scheinbar um den verdienten Schlaf bringt?!
Das eine Mädchen (eigene Tochter!) schändende Drecksau, zu Unrecht sitzt?! WtF?!
Das bringt nämlich wiederum "mich" um den Schlaf. Und lässt mich ernsthaft am Geisteszustand dieses obersten Rechtsprechers zweifeln. Man hört andererseits aber auch oft, das in diesen hohen juristischen Fachkreisen mal gern und intensiv zur Flasche in der kleinen Schublade gegriffen wird.
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