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1990 | Iserbegka (Landkreis Wittenberg) | Beate Landgraf (17) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1990 | Iserbegka (Landkreis Wittenberg) | Beate Landgraf (17) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 8. Mär. 2016, 14:44

"Ich sehe noch, wie sie auf dem Dachstuhl sitzt und sich freut." Werner Landgraf kann sich gut daran erinnern. Der Rohbau seines Häuschens in Iserbegka (Landkreis Wittenberg) war im März 1990 fertig geworden, seine Tochter Beate hatte in diesem Monat Geburtstag, ihren 17. Doch einziehen sollte sie hier nie: Am 18. Juni 1990 ist Beate Landgraf spurlos verschwunden und erst drei Monate später gefunden worden - ermordet von einem Täter, der bis heute nicht überführt worden ist.

Bild
Es ist der Mittag des 18. Juni 1990. Ingeborg Landgraf kommt nach Hause und findet einen Zettel. "Bin nach Wiesenburg, mein Fahrrad holen. Komme zum Abend zurück", hatte die 17-jährige Tochter hinterlassen - und wie immer "Küsschen, Beate" darunter geschrieben.

Beate galt als Sprachtalent, war seit der neunten Klasse im Internat im brandenburgischen Wiesenburg, einer Spezialschule für Sprachen. Der Zettel ist die letzte Nachricht Beates an ihre Eltern. Sie wird in Wittenberg auf ihrem Weg zum Zug noch gesehen, dann verliert sich ihre Spur.

Quietschvergnügt und fröhlich

Bis eben zu jenem Montag. Bis abends um 18 Uhr wartet Ingeborg Landgraf allein auf ihre Tochter. Ihr Mann ist im thüringischen Wasungen. Seine Frau ruft in Wiesenburg an. Von Beate keine Spur. Bis 22 Uhr telefoniert Ingeborg Landgraf immer wieder mit der Schule. Das Fahrrad steht noch da, gesehen hat Beate niemand. Die Polizei rät der besorgten Mutter, erst einmal abzuwarten, junge Mädchen könnten schon mal ausreißen. Sie solle noch die Nacht verstreichen lassen.

Ingeborg Landgraf telefoniert noch bis Mitternacht herum, versucht zu schlafen und steht morgens um 5.30 Uhr bei der Polizei am Tresen, um eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Ihr Mann hört an diesem Dienstag auf der Arbeit in Leipzig von den Vorfällen, fährt nach Hause und beginnt noch am Abend, mit seiner Frau Beates mögliche Route abzufahren. Jeder Spur gehen Landgrafs selbst nach. "Ich habe immer geglaubt, dass sie noch lebt", sagt Frau Landgraf. Nachdem Beate einen Monat später immer noch nicht gefunden worden ist, machen Spekulationen über Mädchenräuber die Runde. Einem fliegenden Teppichhändler reisen Landgrafs bis Braunschweig nach, reden mit ihm und seiner Familie. "Sie hätten Beate ja gefangen halten können", sagt Frau Landgraf.

Fund im Übungsgelände

Drei Monate nach ihrem Verschwinden entdeckt ein Pilzsammler im Wald bei Klieken eine Leiche. Erst vor kurzem war das militärische Sperrgebiet von den Russen geräumt worden. "Da traute sich fast keiner rein, wegen der Munition", erklärt sich Landgraf, warum es so lange dauerte, bis seine Tochter gefunden wurde. Dass sie es war, steht schnell fest. Landgrafs identifizieren die gefundenen Habseligkeiten als die ihrer Tochter. Und nachdem sie am 13. September 1990 bei der Kripo in Halle erfahren haben, wo sie gefunden wurde, fahren sie dorthin. Von den Fundort-Fotos hat sie sogar Kopien gemacht. Am selben Abend finden sie die Panzergrube, in der Beate Landgrafs Überreste lange Zeit gelegen haben müssen. Die Spuren deuten auf eine Verfolgungsjagd durch den Wald.

Am 16. Februar 1994 teilt die Staatsanwaltschaft Dessau den Landgrafs mit, dass "die Ermittlungsmöglichkeiten erschöpft" sind. Das Verfahren werde eingestellt. Was nicht heißt, dass es ad acta gelegt ist. Regelmäßig würden alte Fälle von neuen Beamten überprüft, die möglicherweise andere Ansätze finden, sagt Staatsanwalt Frank Pieper. Das Verfahren könne sofort wieder aufgenommen werden, Mord verjährt nicht. Ingeborg Landgraf hofft darauf. "Es muss doch irdische Gerechtigkeit geben", sagt sie. "Und ich muss wissen, was passiert ist." An jenem 18. Juni 1990.

MZ

https://www.youtube.com/watch?v=Gqbmk1xh6aM
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1990 | Iserbegka (Landkreis Wittenberg) | Beate Landgraf (17) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von sweetdevil31 » Mo, 2. Jul. 2018, 05:09

Zerstückelte Leiche von Beate (†17) vor 28 Jahren gefunden: Neuer Tatverdächtiger!

01.07.2018 07:00
28 Jahre nach dem Mord an Beate Landgraf (†17) aus dem Örtchen Iserbegka bei Wittenberg (Sachsen-Anhalt) wird der Fall erneut in der MDR-Sendung "Kripo live" vorgetragen. Nun gibt es einen neuen Tatverdächtigen.
"Für den Beitrag haben wir die Eltern Ingeborg und Werner Landgraf mehrfach interviewt, zudem kommt eine ehemalige Lehrerin von Beate zu Wort", so "Kripo live"-Reporter Rico Wolf zur "MZ". "Mit ihr hat 'Kripo live' im ehemaligen Internat auf Schloss Wiesenburg gedreht. Darüber hinaus beschreibt Staatsanwalt Frank Pieper den aktuellen Stand der Ermittlungen und der Zeuge, der am 18. Juni 1990 den fast leeren Rucksack von Beate gefunden hat, schildert die Situation", Wolf. (…)

Ein dringend Tatverdächtiger wurde in den vielen Jahren danach nicht ausgemacht. Doch nun, unglaubliche 28 Jahre nach dem bestialischen Mord an Beate Landgraf, gibt es laut Staatsanwalt Olaf Braun aus Dessau-Roßlau eine heiße Spur. "Wir haben einen Tatverdächtigen", bestätigt er der "MZ". Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er jedoch keine weiteren Angaben tätigen. (…)
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#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 3. Jul. 2018, 19:06

02. Jule 2018: "Wir haben einen Tatverdächtigen"
Nach übereinstimmenden Informationen von MDR und MZ handelt es sich um einen Mann, der schon vor knapp drei Jahrzehnten den Ermittlern auffällt und zum Kreis der Verdächtigen zählt. Bei dem Berliner - damals 18 Jahre alt - wird eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Die Beamten entdecken ein großes Bild von Beate und beschlagnahmen Festplatten. Der junge Mann zeigt sich aber nicht besonders kooperativ und hält seine Passwörter geheim. Das erweist sich vor 28 Jahren tatsächlich als Problem.

In den knapp drei Jahrzehnten danach gibt es aber mindestens fünf weitere Verdächtige, darunter drei Serienmörder. Das liegt vor allem daran, dass neun Tage nach der Ermordung von Beate eine weitere junge Frau spurlos verschwindet. Auch sie war eben wie Beate in Richtung Wiesenburg unterwegs.

Klarheit könnten hier DNA-Spuren auf Beates Kleidung bringen. Allerdings sind die Sachen spurlos verschwunden. Möglich ist, dass sie - so eine Erklärung des Rätsels - unter einem falschen Aktenzeichen abgelegt wurden. Auch hier hat die Staatsanwaltschaft nach MZ-Informationen die Suche aktivieren lassen.
MZ
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