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1992 | Pulspforde | Silvana Otzipka (17) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1992 | Pulspforde | Silvana Otzipka (17) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 3. Apr. 2016, 20:00

Zerbst, Sachsen-Anhalt: die 17-jährige Silvana "Zippi" Otzipka kommt von einem Mopedausflug nicht zurück. Wochen später, am 26. Juli 1992, wird ihre verkohlte Leiche auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Pulspforde gefunden. Anhand der Zähne wird sie identifiziert. Der bzw. die Täter sind rasch gestellt, doch am Ende: Freispruch! Und das, obwohl die Täter einem Familienmitglied des Opfers einen Brief zukommen lassen in dem steht: "Du bist die nächste!".

vegetarierforum.com | MZ

Leider gibt es keine Fotos von Silvana oder eine genauere Beschreibung des Sachverhaltes. Auch zu diesem Prozess kann ich nichts finden und kann mich daher nur auf die Beiträge des Mitgliedes "Neffe" bei vegetarierforum.com berufen. Dort steht darüber hinaus und über mehrere Beitrage hinweg:
Die Täter laufen immer noch frei rum. Aber der Familie hat bisher keiner geholfen. Das Opfer, also Silvana ist nämlich die Tante meiner Lebensgefährtin. Und der Täter läuft nach Zeugenaussagen schon wieder jungen Mädchen hinterher!

"Was gabs damals für eine Begründung" (für den Freispruch)?

Mangel an Beweisen. Das Blut des Opfers (Zippi hatte eine seltene Blutgruppe) war in seinem Auto, das auf seinem Grundstück abgestellt war bzw sichergestellt wurde. Das Blut war genauer gesagt auf dem Rücksitz und im Kofferraum. Und die übrigen Mittäter haben alle in derselben Firma gearbeitet. Vor Gericht kannten sie sich natürlich nicht....

Ich habe die Gerichtsakten gewältzt und von einem Bekannten der Jurist ist durchsehen lassen. Er meinte: kein so tolles Urteil. Die Indizien sprachen eindeutig dafür das ER es war. Seinen Namen darf ich hier nicht nennen. Das wäre eine Verletzung seiner Grundrechte.

Jede Münze hat natürlich zwei Seiten: "im Zweifelsfall für den Angeklagten" ist durchaus in Ordnung. Leider werden dadurch aber auch viele Täter vor einer Strafe bewahrt.

Fakt ist das Zippi vergewaltigt und dann verbrannt wurde. Es handelt sich um einen Haupttäter und mehrere sogenannte Mittäter.

Offizielle Tatverdächtige

Gerhard Denkewitz († 45) | Heiko Böhme (Stand 2015: in Haft)

Wer also mehr bzw. nähere Infos zu diesem Cold Case hat... DANKE!
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Zuletzt geändert von Salva am So, 4. Mär. 2018, 22:38, insgesamt 1-mal geändert.



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#2

Ungelesener Beitrag von Destiny » So, 4. Mär. 2018, 21:03

Hallo
Salva kann ich dich mal fragen ...wer der Neffe oder die Nichte war?
Ich habe einiges an Hintergrundwissen
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#3

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 4. Mär. 2018, 21:42

Hallo @Destiny und herzlich Willkommen bei Allcrime!

Außer dem was hier steht, weiß ich leider nichts. Deswegen meine Bitte um Infos. Danke!
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#4

Ungelesener Beitrag von Destiny » Mo, 5. Mär. 2018, 15:35

Hallo Salva
Danke für die Begrüßung. Der Fairnesshalber möchte ich dir sagen das ich die große Schwester von Silvana bin bzw war.
Was mich gestern die ganze Nacht beschäftigt hat... Ist das ich mich frage wer dieser Lebensgefährte sein soll von meinen Nichten bzw meinem eigenem Kind. Und das ich nicht verstehe woher er soviel weiß..... Das sind für mich schon wieder Informationen die mir ein wenig Angst um meine Familie machen.
In meinem Kopf ist dadurch ein stetiges Gewirr und ich komme immer wieder zu dem Ergebnis bzw Frage: "Was ist wenn das einer von diesen Typen ist der Zippi diese Dinge angetan hat?!
Denn so einfach bekommt keiner eine Akteneinsicht.
Meine Nichten sind noch unter 30 Jahre.... Sie waren zu jung um es zu verfolgen(eingeschlossen mein eigenes Kind) und keiner von ihnen hat das nötige Kleingeld übrig bzw hat nen Anwalt im Bekanntenkreis.
Und.... Ich möchte keine wirklich keine von den Mädels ( weder meine Geschwister noch meine Tochter und Nichten) in Angst und Schrecken versetzen.... indem ich ihnen sage was ich hier gelesen habe
Also.... Woher weiß der Typ das alles?
Versteh mich nicht falsch.... Ich wäre auch froh endlich jemanden zu wissen der mir meine kleine Schwester genommen hat.... Denn sie fehlt.... Immer und überall. Und ich hätte gern, daß das Grauen ein Gesicht hat
Lg
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#5

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 9. Mär. 2018, 19:40

@Destiny
Ich kann dir auf deine Fragen leider keine Antworten geben. Ich weiß ja noch nicht einmal ob das alles stimmt, was dieser "Neffe" geschrieben hat und über bestimmte Details müsstest du als Schwester eh besser Bescheid wissen.
Wenn dir das Ganze nicht geheuer ist, dann melde dich bei der Polizei und erkläre den Beamten den Sachverhalt und wenn du Hilfe benötigst, dann lass' es mich wissen. Okay?

Eine Frage noch, Destiny:

Gibt es denn kein Foto von Silvana?
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#6

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 6. Mai. 2020, 23:49

Ich habe heute folgende Mail (DANKE!) zu dem in manchen Medien/Plattformen als mutmaßlichen Tatverdächtigen im Fall Silvana Otzipka gehandelten Uwe Wischniewski erhalten. Daraus:
Fakt ist:

1. Uwe W. wurde am 31.01.1992 festgenommen und saß bis Prozessende in U-Haft.

2. Uwe W. wurde am 03.01.1994 zu lebenslanger Freiheitstrafe wegen der am 20.11.1991 begangenen Vergewaltigungen und Ermordungen an Sarina Schmidt und Janine Geldner vom Landgericht Cottbus verurteilt (1KLs 21/93).

3. Der BGH hat die von ihm betriebene Revision am 26.07.1994 als unbegründet verworfen (5 StR 340/94).

4. Uwe W. wurde weiterhin am 23.01.2007 zu lebenslanger Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe wegen der Ermordung von Ann-Christin Müller am 11.08.1986 unter Einbeziehung der o.g. Tötungsverbrechen vom Landgericht Potsdam verurteilt. Die besondere Schwere der Schuld wurde hierbei festgestellt (21 Ks 11/04).

5. Der BGH hat die von ihm betriebene Revision am 15.08.2007 als unbegründet verworfen (5 StR 238/07).

6. Er saß seit Januar 1994 in der JVA Brandenburg/Havel in Haft und wurde im Oktober 2019 verlegt.

7. Er lebt und ist weiterhin in Haft.

Insbesondere mit dem Mordfall an Silvana Otzipka kann Uwe W. also gar nicht in Verbindung stehen. Zu diesem Zeitpunkt saß er bereits in U-Haft. Jegliche Vermutungen über seine Täterschaft verbieten sich hier.
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1992 | Pulspforde | Silvana Otzipka (17) ermordet

#7

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 24. Apr. 2021, 01:23

Zu Gerhard Denkewitz:

Es ist eine dumpfe, dämliche Tat, die von der Volkspolizei schnell aufgeklärt wird. Gerhard Denkewitz ist 19, als er vom Bezirksgericht Halle wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter Vergewaltigung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wird. Das Gericht ist nach fachärztlichen Gutachten zur Auffassung gelangt, dass eine Resozialisierung kaum denkbar ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verurteilte bei passender Gelegenheit erneut zuschlägt, werde nie bei Null liegen. Denkewitz zeige ein psychopathisches Verhalten, Mordlust packe ihn, von der er selbst nicht sagen könne, wozu sie ihn treibe.

Und trotzdem hat man ihn freigelassen. Warum ?

Erst recht in den Jahren davor, als Gerhard Denkewitz noch in Wolfen wohnte, ein Bürger von unauffälliger Lebensart. Damals, Anfang der 90er Jahre, wurden ausgerechnet zwischen Wolfen und Potsdam in kurzer Zeit vier junge Frauen ermordet und ihre Körper im Wald verscharrt. Hat Gerhard Denkewitz auch Beate Landgraf, Diana Bloch, Silvana Otzipka und Sabine Dommaschk auf dem Gewissen? Hartmut Zerche weiß, dass Angehörige nie aufhören, nach Gewissheit zu suchen. Gewissheit, die er selbst auch gern haben würde. „Wenn noch Asservate dieser Fälle da sind, dann wäre es immer noch möglich, sie mit der DNA von Denkewitz abzugleichen.“ (mz)

https://www.mz.de/mitteldeutschland/ser ... au-3095476
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1992 | Pulspforde | Silvana Otzipka (17) ermordet

#8

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Sa, 24. Apr. 2021, 01:38

Zu Heinz Böhme:

Nur zu der Spur, der die Dessauer Ermittler im Fall Landgraf nachgehen, passt das nicht. Heiko Böhme, ein 28-jähriger Agrotechniker aus Augsdorf bei Hettstedt, ist gerade überführt worden, die 18-jährige Peggy Schneemann und die 19-jährige Ilka Wolf vergewaltigt und getötet zu haben. Böhme wird später zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. „Und in der Haft“, sagt der hallesche Staatsanwalt Peter Wiechmann, dessen Behörde den Doppelmörder im April 1991 überführt, „brüstete sich Böhme vor Mitgefangenen, dass er weitere Frauen ermordet hat.“
Mord verjährt nicht

Böhmes Vorgehensweise spricht dafür, dass darunter auch Beate Landgraf und Sabine Dommaschk gewesen sein könnten. Peggy Schneemann versteckte er auf einer Halde bei Siersleben, Ilka Wolf in einem Tonloch. Böhme sei Lkw gefahren, so dass er außerhalb des Mansfeldischen hätte zuschlagen können. „Das wurde geprüft“, sagt Wiechmann, „er wurde damit konfrontiert und hat nicht gestanden.“

Auch zwei andere Spuren zerschlagen sich. „Es wurden nie Feststellungen getroffen, die einen hinreichenden Tatverdacht gegen irgendeine Person gerechtfertigt hätten“, sagt Christian Preissner von der Staatsanwaltschaft Dessau. Preissner versteht die unendlich schwierige Lage von Eltern, die wie die Landgrafs oder die Dommaschks seit Jahrzehnten mit dem Gedanken leben, dass der Mörder ihrer Töchter frei herumläuft. „Aber so sehr sie auf eine Lösung des Falles drängen, müssen doch Ermittlungen nach rechtsstaatlichen Prinzipien geführt werden.“

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat es im Fall Landgraf keine grundlegenden Ermittlungsfehler gegeben. „Auch eine sofortige Befassung mit dem Rucksack hätte mutmaßlich nicht zu einem Ermittlungserfolg geführt“, glaubt Preissner. Warum die Bekleidung des Opfers nicht mehr in der Asservatenkammer liegt, lasse sich nicht mehr nachvollziehen. „Es finden sich keine Hinweise, wer eine entsprechende Anordnung getroffen hat.“ Jedoch seien andere Asservate vorhanden, auch die Ermittlungen liefen weiter. „Es gibt eine Person“, so Preissner, „die als Beschuldigter geführt wird“.

Mord verjährt nicht, das ist die einzige Hoffnung, die Werner Landgraf hat. Uwe Wischniewski konnte mit Hilfe einer DNA-Spur elf Jahre nach seiner Verurteilung ein weiterer Mord nachgewiesen werden: Schon 1986 hatte der Doppelmörder die 17 Jahre alte Ann-Christin Müller vergewaltigt, ermordet und auf einer Müllkippe versteckt. Die Tat geschah in der Nähe von Großbeuthen, nur ein paar Kilometer von der E 51.

Wischniewski konnte dieses Verbrechens nicht mehr angeklagt werden, er starb vorher in der Haft. Heiko Böhme sitzt seine lebenslange Strafe immer noch ab. Zwischen 1990 und 1992 hat es vier unaufgeklärte Mädchenmorde in der Nähe der Autobahn A9/E51 gegeben.

Seitdem keinen mehr.

https://www.mz.de/mitteldeutschland/ung ... on-3063828
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