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1975 | Oberachern/Fautenbach | Carmen Fuchs (16) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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Salva
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1975 | Oberachern/Fautenbach | Carmen Fuchs (16) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Mi, 11. Mär. 2015, 11:21

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Quelle: True Crime Info

Tatumstände

Es ist der Abend des 25. April 1975, ein Freitag. Carmen Fuchs besucht eine Diskussionsveranstaltung in Bühl (Stadt). In der Nacht macht sie sich auf den Nachhauseweg nach Kappelrodeck. Das ist nicht ganz so einfach, hat sie doch noch gar kein Auto. Und auch keinen Führerschein. Sie ist erst 16 Jahre alt. Sie findet jemanden, das hat die Polizei hernach recherchiert, der sie bis Achern mitnimmt und dort absetzt.
Die wenigen Kilometer bis in ihren Heimatort will sie offenbar trampen, doch in Kappelrodeck kommt sie nie an. Am übernächsten Tag, dem Sonntag, 27. April 1975, wird sie morgens von einem Spaziergänger auf Gemarkung Oberachern entdeckt. Die Leiche liegt in einem kleinen Bach, dem Fautenbach. Das junge Mädchen ist ertrunken, allerdings zeigten Würgemale am Hals, dass sie in die Hände eines Gewalttäters gefallen war. Die Kriminalpolizei macht sich an die Arbeit, sucht nach Zeugen, die Carmen Fuchs beim Trampen gesehen haben oder denen eine blutverschmierte Person oder ein Auto beim Fautenbach aufgefallen war. Die Staatsanwaltschaft setzt eine Belohnung von 2000 Mark aus.

Erkenntnisse

Der ersehnte Durchbruch und die Festnahme des Mörders aber bleiben aus. Der Fall schafft es am 16. Januar 1976 als "Fautenbachmord" auch in die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY… ungelöst".

Die erhofften Hinweise wollen sich aber auch über diese Schiene nicht einstellen. Und dennoch lassen die Ermittler bei der Kripo nicht locker, auch nicht nach Jahrzehnten. Der ungelöste Fall Carmen Fuchs gehört zum Zuständigkeitsbereich von Hans-Jürgen Klinger, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter des Dezernats 1.1., bei dem auch Gewaltverbrechen angesiedelt sind. Klinger ist ein Ermittler mit Jahrzehnte langer Berufserfahrung, der aus dem Stegreif detailreich Fälle schildern kann, die bereits zig Jahre zurückliegen und in der Zwischenzeit von vielen, vielen weiteren Fällen überlagert wurden.

Klinger stößt 2004 auf mehrere Verbrechen, die im Elsass von einem gewissen Pierre Bodein verübt wurden und starke Parallelen zum Fall Carmen Fuchs aufweisen. "Die Verletzungsmuster waren bei allen Fällen gleich, es wurden auch Messer eingesetzt, und die von ihm bei Valff und Obernai im Elsass ermordeten Mädchen und Frauen wurden ebenfalls alle in einem fließenden Gewässer abgelegt", erinnert sich Klinger noch gut.

Und noch etwas fiel ihm damals auf: Bodein, der viele Jahrzehnte seines Lebens in Gefängnissen und geschlossenen Psychiatrien verbracht hat, war zu dem Zeitpunkt, da Carmen Fuchs ums Leben kam, auf freiem Fuß, "außerdem hatte er ein Auto und er hatte Bezüge zu Deutschland". Bodein – 1975 genau 28 Jahre alt – war 2007 für die drei Bluttaten zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht war überzeugt, dass er für den Tod zweier Mädchen im Alter von elf und 14 Jahren wie auch für den einer 38-jährigen Frau verantwortlich ist. Alle drei waren tot an Bächen gefunden worden – wie Carmen Fuchs. "Pierrot le Fou", der Verrückte, wurde er im Elsass genannt. Vor Gericht beteuerte er zwar seine Unschuld, doch das Gericht in Straßburg glaubte ihm nicht.

Schon bald nach den Taten wandte sich Klinger an die für den Raum Achern zuständige Staatsanwaltschaft Baden-Baden und traf beim damaligen stellvertretenden Behördenleiter, dem heutigen Chef der Staatsanwaltschaft Offenburg, Herwig Schäfer, auf offene Ohren: Über ein Rechtshilfeersuchen an die französischen Ermittlungsbehörden in Paris wurde es möglich, dass Klinger den in Straßburg einsitzenden Bodein im Beisein eines Dolmetschers verhören durfte.

Doch Klinger kommt nicht zum erhofften Ziel: Bodein weist jede Verantwortung am Tod von Carmen Fuchs weit von sich. Das Bauchgefühl und die verschiedenen Tatparallelen sagen Klinger aber: "Der war es!" Doch es gibt keine endgültigen Beweise, so dass der Mordfall Carmen Fuchs auch nach 38 Jahren auf die Aufklärung wartet.

Quelle: Badische Zeitung
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Finlule
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Re: Der Fall Fuchs, Carmen

#2

Ungelesener Beitrag von Finlule » So, 15. Mär. 2015, 18:41

Da das Mädchen ja wohl keine Scheu hatte per Anhalterin zu fahren könnte sie noch ein Fahrzeug angehalten haben und somit auf ihren Mörder gestoßen sein.Die Vermutung liegt nahe,sie scheint ja regelmässig getrampt zu sein.

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Re: Der Fall Fuchs, Carmen

#3

Ungelesener Beitrag von Salva » Fr, 10. Apr. 2015, 20:01

Vielleicht ist dieser Pierre Bodein doch auch verantwortlich für den Mord an Carmen Fuchs. Die Parallelen zu den anderen Fällen sind zumindestens erschreckend offensichtlich.
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Pierre Bodein, *30. Dezember 1947 in Obernai
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