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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

Ungeklärte Fälle im Focus.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#1

Ungelesener Beitrag von Salva » Di, 14. Jun. 2016, 21:07

Sie ging mit ihren Freundinnen Angelika, Lia und Martina zum Baggersee - und kam nicht wieder zurück:
Der ungeklärte Mord an der elfjährigen Martina Schmitt bei Obertheres (Kreis Haßberge) jährte sich am 17. Mai 2016 zum 45. Mal.

Bild nicht mehr vorhandenMartina Schmitt, † 11. Foto: Initiative ungeklärter Vermissten- und Todesfälle von Kindern
Das Mädchen war am jenem Montag des 17. Mai 1971 am Horhäuser Baggersee bei Obertheres zuletzt lebend gesehen worden. Es war der erste heiße Tag des Frühjahrs und der erste Tag der Badesaison, auf den sich Martina und ihre Freundinnen so sehr gefreut hatten. Nach dem Mittagessen sind sie gemeinsam losgelaufen. Zwei Tage später wurde Martina's Leiche in einer von Sträuchern verdeckten Mulde 400 Meter vom See entfernt entdeckt. Das 11-Jährige Mädchen war vergewaltigt und erwürgt worden.
Warum Martina an jenem Nachmittag nicht wie üblich mit ihrer Clique nach Hause gehen wollte, kann sich heute niemand mehr erklären.
"Ich geh nicht mit, ich komm gleich nach."
(Martina's letzte Worte an ihre Freundinnen)


Bild nicht mehr vorhandenDer Horhäuser Baggersee. Foto: SZ
Erst Jahrzehnte später ermöglichten moderne Analyseverfahren, die DNA des Täters an der Kleidung des Opfer zu sichern: 2010 rief die Kripo Schweinfurt deshalb rund 100 Männer zu einem Massengentest in Obertheres auf – ohne Erfolg. Der Mord an Martina Schmitt bleibt bis heute ungesühnt.

AZ | Haßfurter Tagblatt | Main Post | SZ


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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#2

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Fr, 10. Aug. 2018, 16:46

Ein Foto, als Ermittlungstaktik?
Ein alter Fall, der auch nach so langer Zeit, Niemanden kalt lassen kann.
Mich, jedenfalls nicht! Ich stolpere immer mal wieder darüber.
Ich möchte den Fall mal mit einem Teil eines Presseberichts aus der "Main Post", geschrieben von Klaus Vogt, ergänzen.
Sieht man nämlich, von dem fast schon in Stein gemeißelten, Massen-Gentest hinweg, finden sich nur in diesem Bericht überhaupt irgendwelche Hinweise/Anhaltspunkte, meine ich.

Aus der "Main Post":

Mord am Baggersee: Vor 47 Jahren fiel die damals elfjährige Martina bei Obertheres einem bis heute unbekannten Sexualtäter in die Hände.

Es war ein angenehm warmer Tag an jenem 18. Mai 1971. Die elfjährige Martina aus Obertheres hatte gemeinsam mit einigen Freundinnen das schöne Wetter zum Baden am Horhäuser Baggersee genutzt, der auf der anderen Mainseite von Obertheres liegt. Als es am späten Nachmittag kühler wird, wollen die Mädchen nach Hause aufbrechen. Doch Martina fehlt plötzlich.

In Obertheres herrscht am Abend des 18. Mai große Aufregung, weil das als ruhig, brav und anständig beschriebene Kind nicht zu den Großeltern nach Obertheres zurückgekehrt ist. Das Mädchen, dessen Eltern sich getrennt haben und das deshalb bei Opa und Oma aufwächst, ist um 16.30 Uhr von ihren Freundinnen zum letzten Mal gesehen worden. „Passt auf meine Sachen auf, ich will mich schnell umziehen“, rief das Mädchen und ging in einiger Entfernung von ihren Mitschülerinnen hinter die Büsche, um die nassen Sachen zu wechseln. Dort lauert ihr Mörder, der die Kinder möglicherweise schon länger beobachtet hat.

Als das Kind wie vom Erdboden verschluckt bleibt, alarmieren die anderen Kinder daheim die Großeltern von Martina. Zunächst starten ihre Verwandten mit Fahrrädern eine Suchaktion. Als diese ohne Erfolg verläuft, alarmiert der damalige Feuerwehrkommandant Anton Stark seine Männer. Doch auch die Suchaktion der Oberthereser Feuerwehr während der Nacht bringt keinen Erfolg.

Am nächsten Morgen gleich nach Sonnenaufgang wird die Suche mit zahlreichen Personen der Feuerwehr und der Landpolizei fortgesetzt. Auch ein Hubschrauber der US-Armee aus Schweinfurt schwebt über dem See und den angrenzenden Feldern. Alle befürchten schon das Schlimmste. Weil am Tag zuvor auch Buben und Mädchen aus dem nahen Wonfurt am Baggersee gebadet haben, bricht Feuerwehrmann Werner Schulz mit seinem Moped in den Nachbarort auf. Er will dort herumfragen, ob nicht jemand das Mädchen gesehen hat.

Als Werner Schulz auf dem Betonweg in Richtung Wonfurt unterwegs ist und sich nach beiden Seiten auf den Wiesen umschaut, sieht er plötzlich in einer kleinen Vertiefung rote Kleidung hervorschimmern. Er hält sein Moped an und macht eine schreckliche Entdeckung: Unter Gestrüpp liegt Martinas Leiche, der Unterleib ist entkleidet.

Bei der Obduktion bestätigt sich, dass Martina einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen ist. Das Kind war erst auf brutale Weise missbraucht und dann stranguliert worden. Der Fundort der Leiche sei nicht der Tatort, stellen die Experten zudem fest. Der Mörder hat die Leiche nach seiner Tat dort nur versteckt.

In Obertheres herrscht, so ist den damaligen Zeitungsberichten zu entnehmen, das blanke Entsetzen. Eine mehr als 1000 Menschen zählende Trauergemeinde erweist der Elfjährigen knapp eine Woche später auf dem Friedhof des Ortes die letzte Ehre. Die Polizei setzt umgehend eine 18-köpfige Sonderkommission ein, die praktisch Tag und Nacht arbeitet und dabei mehreren Hundert Spuren nachgeht. Das bayerische Landeskriminalamt lobt eine Belohnung von 2000 Mark für Hinweise aus. Auch die Kreissparkasse Haßfurt, die Landkreisverwaltung Haßfurt und die Gemeinde Obertheres stellen jeweils nochmals 1000 Mark zur Verfügung, so dass eine stattliche Belohnung von insgesamt 5000 Mark winkt. Doch ohne Erfolg. Die Ermittler tappen weiter im Dunkeln.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#3

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Fr, 10. Aug. 2018, 19:49

Ein Foto, als Ermittlungstaktik?
Wie gesagt, ein sehr berührender Fall. "catchy", würde man wohl dieser Tage sagen.
Allerdings, frage (wahrscheinlich!) nicht nur ich mich, was die damaligen Ermittler sich dabei gedacht haben, ein Foto, des offensichtlich misshandelten, Mädchens zu Veröffentlichen?!
Derlei Taktik, wenn es denn eine solche sein sollte, habe ich in keinem anderen Fall nochmals/oder je wieder erlebt.
Diese bewusste Veröffentlichung der Kinderleiche, lässt im Grunde nur eine Vermutung zu, die mir diese Maßnahme erklären könnte.
Die Ermittler erhofften sich mit diesem extremen, sehr emotionalen Schritt, eventuell eine Reaktion des Täters, oder eines möglichen Mitwissers.
Ich denke, solch eine Maßnahme, war auch damals keine gewöhnliche Aktion. Sie lässt ebenfalls darauf schließen, das der Täter in unmittelbarer Nähe vermutet wurde.
Hinzu kommen die wenigen, bis unschlüssigen Angaben Ihrer "Freundinnen". Offenbar verfügte der/die Täter auch über keinerlei Fahrerlaubnis. Der Auffindeort, "nur" 400 Meter entfernt, ließ keine Rückschlüsse/Spuren auf einen PKW zu. Obwohl man Autos und Insassen kontrollierte, ist davon nichts bekannt. In anderen Fällen werden etwaige Fahrzeugspuren i.d.R. immer bekannt gegeben.

Auch andere "Buben" und "Mädchen" besuchten am Tattag den Baggersee, heißt es.
Dadurch, das die Freundinnen vielleicht aus Angst, Scham oder Vorsicht nicht alles erzählen wollten, dem nahen Ablageort, kein Auto involviert war, sowie der Leichenfoto-Veröffentlichung, würde ich "mehrere" Täter nicht gänzlich ausschließen. Vor allem aber, würde ich "jugendliche" oder "gleichaltrige" Täter nicht ausschließen.
Ich glaube, genau das ist das Hauptproblem in diesem Fall. Genau, wie im Tristan-Fall. Man fokussiert sich auf einen älteren, pädophilen Mann. Denn, es kann nicht sein, was nicht sein darf. Kinder, morden Kinder. Für viele Menschen, würde so etwas nicht in Ihr rationales Weltbild passen. Ein recht junger Täter, der die Tat möglicherweise seinen Eltern beichtet, würde mit Sicherheit noch eher geschützt werden, als ein Volljähriger.

Es gibt bis dato zwei Zeugenangaben der Mädchen, über Äußerungen Martinas, kurz vor Ihrem Verschwinden : „Passt auf meine Sachen auf, ich will mich schnell umziehen.“ lautet die Eine.
"Ich geh nicht mit, ich komm gleich nach." lautet die Andere.
Ein solcher Widerspruch, hat schon etwas klassisches.
Denn deutet man die erste Angabe, wären die Mädchen doch zusammen, oder besser gesagt, bei Martina geblieben?!
Die zweite Angabe würde erklären, warum die Freundinnen Sie alleine zurückließen. Nämlich auf Martinas ausdrücklichen Wunsch. Demnach könnte Sie noch Jemanden getroffen haben. Einen Jemand, den Sie aber offenbar nicht fürchtete. Eine erwachsene Person, kann ich mir eher nicht vorstellen. Auch ein Treffen mit Mister Unbekannt, von dem die Freundinnen nichts wussten, will mir nicht einleuchten. Schließlich war Sie erst 11.
"Ruhig, brav und Anständig". Welch biedere & tugendhafte Standardbeschreibung.
Wenn ich Beschreibungen dieser Sorte lese, egal in welcher Zeit, gehe ich schon fast grundsätzlich vom Gegenteil aus.
War das Mädchen doch schon frühreifer und hatte sich mit Jungs getroffen? Wollen die Freundinnen vielleicht deshalb nichts weiter über Martina erzählen, um kein falsches Bild von Ihr in der Öffentlichkeit zu verbreiten?
Dies könnte erklären, warum die anderen Mädchen Sie "alleine" ließen. Die "Jungs" bei Martina, ließen eben keinerlei Gefahr vermuten.

Der Anblick des toten Mädchens, offenbart trotz Leichen-Visagisten, eine massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Neben einer geplatzten Lippe sind noch Hämatome zu erkennen. Das bedeutet, Martina muss sich gewehrt haben. Als Todesursache, gibt man "erwürgen" an. Die Leiche wird später mit Ästen und Zweigen in einer Mulde bedeckt. Der Klassiker, schlechthin. Der Hobby Fallanalytiker in uns, würde hier wohl eine Wiedergutmachung erkennen. Also, eine persönliche Bindung zum Opfer, welches man in einem "erwürgen" dann ebenfalls erkennen dürfte.
Dies wird keineswegs lautlos geschehen sein. Wären die Freundinnen geblieben, oder hätten Sie noch auf Martina gewartet, dürfte Ihnen ein Angriff nicht entgangen sein. Sie hätten demnach früher Alarm geschlagen oder Hilfe geholt.
"Können"/oder "Wollen" sich die Freundinnen nicht mehr an diesen schrecklichen Tag erinnern?!
Ich werde einfach das Gefühl nicht los, das hier etwas verschwiegen wird.
Auch die Beerdigung Martinas, scheint mir einen solchen Verdacht eher zu bestätigen, denn zu entkräften.
Da kamen, sage und schreibe "1000" Leute zur Trauerfeier! Unglaublich! Also, fast der gesamte Ort.
Für ein neu zugezogenes Scheidungskind und damalige Vorurteile, höchst erstaunlich. Sicher, das waren wirklich noch andere Zeiten, aber das nenne ich mal eine Anteilnahme.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#4

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Fr, 10. Aug. 2018, 20:46

Die Lokal-Zeitung Haßfurt erläutert den Fall 1971

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Der Bericht aus dem Haßfurter Lokal-Teil der Zeitung ist sehr interessant.
Leider vermag ich weder die eigentliche Zeitung mit Namen zu erkennen, noch ein dazugehöriges Presse-Archiv zu öffnen.
Da geht man hart mit seinem Heimatkreis in's Gericht. So vermutet man auch hier einen ortsansässigen Täter. Man ist sich ziemlich sicher, das Martinas Mörder aus Obertheres stammt.
Auch die Kleidung wird explizit beschrieben.
Demnach trug Sie, einen roten, kurzärmeligen Häkelpulli. Eine kurze, rote Hose/Shorts, sowie rote Sandalen. Merde! Und gerade, als sogar Ihre Badesachen beschrieben werden, reißt der Bericht ab. Die Darstellung ist unvollständig.
"Beim Baden, trug Sie einen blauen..." ist noch zu lesen. Dieser Hinweis ist insofern interessant, da er sich nicht direkt mit der Auffindebeschreibung deckt.
Ein "ausführlicher" Bericht, wird auf Seite 5, des Blattes angegeben.
Das fast man doch nicht! Die Zeitung, nebst Bericht, muss doch irgendwo archiviert sein?!
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#5

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Sa, 11. Aug. 2018, 00:03

Die Suche und der Fundort
Man möge mir verzeihen, aber auch nach dem 20 maligen Lesen der kargen Presse-Berichte werde ich nicht schlau aus der damaligen Lage.
Es heißt, Martina wurde "2" Tage nach Ihrem Verschwinden entdeckt. 48 Stunden, werden angegeben.

Es war ein angenehm warmer Tag an jenem 18. Mai 1971. So steht es in der "Main Post"!

Es war der 17. Mai 1971, der erste heiße Tag des Frühjahrs. So steht es in der "SZ"!

Gehen wir mal vom 17.05.1971 aus. Mit 16.00 Uhr Horhauser-Baggersee, als letztem Kontakt.
Plus 48 Stunden, würde bedeuten = Donnerstag, 19.05.1971 gegen 16.00 Uhr = Auffindung.


"Am nächsten Morgen gleich nach Sonnenaufgang wird die Suche mit zahlreichen Personen der Feuerwehr und der Landpolizei fortgesetzt."

Schon vorher in der Nacht, suchten Freunde und Feuerwehrleute nach dem Mädchen.

"Auch ein Hubschrauber der US-Armee aus Schweinfurt schwebt über dem See und den angrenzenden Feldern."

Der Heli wird natürlich noch keine Wärmebildkamera gehabt haben, aber immerhin.
Das werden mit den Dörflern ja schon um die 100 Mann gewesen sein, die da im Einsatz waren. Wenn die Alle das Gebiet rund um den See absuchten, wie konnte Sie da nur übersehen werden? Das ist doch fast ein Ding der Unmöglichkeit, bei der Nähe? Nur "400" Meter entfernt vom Baggersee und bei dieser zwei tägigen Suche mit der Manpower plus Luftunterstützung wird Sie nicht gefunden?! Schwer vorstellbar, bis unerklärlich, möchte ich meinen.
Doch der "Verwirrung" letzter Schluss, sind keine Grenzen gesetzt.

"Am nächsten Morgen...", wäre für mich jetzt der Mittwoch.

"Weil am Tag zuvor auch Buben und Mädchen aus dem nahen Wonfurt am Baggersee gebadet haben, bricht Feuerwehrmann Werner Schulz mit seinem Moped in den Nachbarort auf und fragt nach dem Mädchen."

Mit der oft zitierten "Feuerwehr" ist, glaube ich, die hiesige "Freiwillige Feuerwehr" gemeint. Und so stelle ich mit Erstaunen fest, das der freiwillige Feuerwehrmann "W.Schulz" sogleich die polizeiliche Ermittlungsarbeit übernimmt.
Ferner, entgleitet mir der "Sinn" der gesamten Begründung dieses vorbildlichen Aktionismus etwas, gelinde gesagt. Denn, es waren sicherlich auch Kinder aus Untertheres, aus Horhausen, Dampfach, Steinsfeld oder Wülflingen dort schwimmen.
Mit "einem" nicht ganz unbedeutenden Unterschied allerdings. Die anderen genannten Ortschaften kreuzen nicht die Leiche des Mädchens. Nur "Wonfurt" führt an Martinas Auffindeort vorbei!
Mit "Zufällen" in "Mordfällen", habe ich ehrlich gesagt immer so meine unschöne, weil intolerante Seite an mir zu zügeln.
Und so kommt es auch, wie es kommen muss. Unserem investigativen Feuerwehr-Polizisten, gelingt auf seinem Moped, was einer Army-unterstützten Landpolizei 48 Stunden lang nicht gelang. Unser Held avanciert kurzer Hand zum Glücks-Schweinchen.

"Als Werner Schulz auf dem Betonweg in Richtung Wonfurt unterwegs ist und sich nach beiden Seiten auf den Wiesen umschaut, sieht er plötzlich in einer kleinen Vertiefung rote Kleidung hervor schimmern. Er hält sein Moped an und macht eine schreckliche Entdeckung: Unter Gestrüpp liegt Martinas Leiche, der Unterleib ist entkleidet."


Wir halten mal fest: Auf dem eher unwuchtigen, wackelnden Moped, vermag unser Held Martina zu entdecken?! In einer "Vertiefung" und unter "Gestrüpp"?!
Was Polizei/Feuerwehr/Helfer und Army 2 Tage lang vergeblich nicht vermochten?!
Rote Kleidung schimmerte also, bei entkleideten Unterleib. Wir erinnern uns, Ihr Badeanzug war blau. Es kann nur der rote Häkelpulli gewesen sein, der da rot schimmerte. Dann fehlt also Ihr Badeanzug und die rote Hose.
Bei einem Missbrauch, hätte ein Täter Ihr den Anzug sowieso ausgezogen. Doch lässt Er Ihr den Häkelpulli an?
Ein markantes rot schimmern, also. Das keine andere Person vorher wahrnahm?! Nun ja!

Nach dem Verbrechen hatte die Polizei die Personalien der Badegäste notiert. Anhand dieser Daten wurden nun alle Männer ermittelt, die zum Tatzeitpunkt mindestens 14 Jahre alt gewesen sind.
Gemeint sind 2 Tage "nach" dem Verbrechen. Wie will man denn alle Badegäste von vor 2 Tagen ermittelt haben?!

Man könnte Martina nachträglich dort platziert haben. Was aber bedeutet, das mehrere Personen davon wüssten, und damit mindestens eine Person decken würden.
So bleibt, neben einem ziemlich ambitionierten, will sagen "verdächtigen", Feuerwehrmann noch die schon erwähnte Möglichkeit eines sehr "jungen" Mörders. Mit "13" Lenzen, wäre er ja schon durch das Raster gefallen.
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#6

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 11. Aug. 2018, 00:06

@PommesAgnum
PommesAgnum hat geschrieben:Es gibt bis dato zwei Zeugenangaben der Mädchen, über Äußerungen Martinas, kurz vor Ihrem Verschwinden : „Passt auf meine Sachen auf, ich will mich schnell umziehen.“ lautet die Eine.
"Ich geh nicht mit, ich komm gleich nach." lautet die Andere.
Wenn ich die Berichte über den Fall vergleiche, dann wird offensichtlich, dass sich Martina's Satz
Passt auf meine Sachen auf, ich will mich schnell umziehen.
quasi "durchgesetzt" hat. Das passt auch zu den Aussagen, dass die Freundinnen Martina's Großeltern verständigten, nachdem das Mädchen nicht mehr aufgetaucht war.

Ob es sich bei dem Täter um einen Erwachsenen gehandelt hat oder oder um (mehrere) Jugendliche, ist von hier aus schwer zu beurteilen. Tatsache ist, dass die Ermittler Personen im Alter ab 14, einschl. jene aus dem Umfeld des Opfers zum DNS-Massentest geladen hatten. Heute sind minderjährige oder jungendliche Vergewaltiger nichts Neues mehr und selbst Mörder bzw. Totschläger finden sich bereits in diesen Altersklassen. Ob das im Jahr 1971 in einem 1400-Seelen-Nest auch so war? Keine Ahnung. Ausschließen möchte ich das jedenfalls nicht. Vielleicht lassen Martina's Verletzungen auf einen bestimmten Täterkreis schließen.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#7

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 11. Aug. 2018, 00:19

Dein letzter Beitrag, @PommesAgnum:
Ich weiß genau wie du was meinst und obwohl ich nicht anders dabei empfinde, habe ich es mir verkniffen. Bin mal gespannt, wann ich wieder Post von einer Anwaltskanzlei oder eine Behördenanfrage bekomme, nur weil diesmal jemand einen bis dato Unschuldigen verdächtigt und das auch noch ungestraft. :thinking:
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#8

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Sa, 11. Aug. 2018, 08:43

Die Legende vom Massen-Gen Test
@Salva Huch!

Naja, bevor Du Ärger bekommst, lieber löschen.
Aber, mal ganz unter uns...Der Mann sollte, so er denn noch lebt, was wir Ihm natürlich gar nicht gönnen würden, sollte Er Martina diese verabscheuungswürdige Ekeltat angetan haben, stramm gesehen um die "70" sein. Der schickt doch keinen Advocat Diaboli mehr auf den guten "Salva".

Hiermit bestätige ich die volle und ganzheitliche eigene Meinung, meiner Postings. Jedwede Beschuldigung des Administrators sind bitte zu unterlassen.

Darüber hinaus, sind die älteren Bewohner Obertheres doch völlig zu Frieden, mit dem (wie so oft!) absolut sinnentleerten, nichts bringenden Gen-Test Quatsch.
Hat eine Daktyloskopie eigentlich auch nur in einem einzigen Fall mal geholfen? Sprich, hat der Spuck-Test irgendwann mal einen Täter überführt?
Man geht mit diesem Aktionismus doch nur den Ermittlungsweg des geringsten Widerstandes, und dem größten, weil positivsten Medien-Echo. We are your police! We care a lot!
Hauptsache es nimmt sich kein wirklich engagierter und um Martinas Schicksal bemühter Ermittler/Ermittlerin noch einmal dieses Falles an. Im kriminalistischen Sinne, so mit Bewegungsprofil, Zeitfenster oder gar Zeugenbefragung.
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#9

Ungelesener Beitrag von Salva » Sa, 11. Aug. 2018, 21:45

@PommesAgnum
PommesAgnum hat geschrieben:Naja, bevor Du Ärger bekommst, lieber löschen.
Ich melde mich bei dir, wenn's dann soweit ist :)
PommesAgnum hat geschrieben:Der schickt doch keinen Advocat Diaboli mehr auf den guten "Salva".
Schwer zu sagen. Aber da wären noch die Angehörigen/Hinterbliebenen und vor allem jene Anwaltskanzleien, die gezielt in Foren und Blogs nach Verfehlungen suchen um daraus Kohle zu scheffeln. Du glaubst ja gar nicht, was selbst so ein kleines und unbedeutendes Forum wie Allcrime manchmal aushalten muss.
PommesAgnum hat geschrieben:Hiermit bestätige ich die volle und ganzheitliche eigene Meinung, meiner Postings. Jedwede Beschuldigung des Administrators sind bitte zu unterlassen.
:ups:
PommesAgnum hat geschrieben:Hat eine Daktyloskopie eigentlich auch nur in einem einzigen Fall mal geholfen? Sprich, hat der Spuck-Test irgendwann mal einen Täter überführt?
Ja. Der wohl berühmteste Verbrecher, der durch einen DNS-Massentest (Speichelentnahme) überführt werden konnte, war zweifellos der Seriensexualstraftäter und Mehrfachmörder Ronny Rieken im Jahr 1998. Er war zudem der erste, der durch diese, damals neuartige, ermittlungstaktische Maßnahme gefasst werden konnte.
PommesAgnum hat geschrieben:Man geht mit diesem Aktionismus doch nur den Ermittlungsweg des geringsten Widerstandes, und dem größten, weil positivsten Medien-Echo.
Umfangreiche Suchmaßnahmen einzuleiten, in der Mehrheit unschuldigen BürgerInnen im Rahmen von Massentests DNS oder Fingerabdrücke abzunehmen, Öffentlichkeitsfahndungen und dergleichen sind alles andere als "Ermittlungswege des geringsten Widerstandes". Das solltest du aber wissen. Die juristischen Hürden sind dabei ein Thema. Die immensen Kosten ein ganz anderes. Die Polizei tut in der Regel was sie kann und orientiert sich nicht zuletzt an den Erwartungen der Bevölkerung.
PommesAgnum hat geschrieben:Hauptsache es nimmt sich kein wirklich engagierter und um Martinas Schicksal bemühter Ermittler/Ermittlerin noch einmal dieses Falles an. Im kriminalistischen Sinne, so mit Bewegungsprofil, Zeitfenster oder gar Zeugenbefragung.
Das wird doch getan. Noch nichts von den "Cold Cases Units" gehört? Spätestens dort wird ein Fall neu beleuchtet und mit den neusten kriminalwissenschaftlichen Techniken und Methoden analysiert. Über den Zeitraum von der Einstellung einer Ermittlung bis zum entstauben der archivierten Akten und Asservate lässt sich streiten. Am Ende ist auch das nur eine Frage der finanziellen Möglichkeiten.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#10

Ungelesener Beitrag von KommissarBeck » Do, 6. Sep. 2018, 11:34

Ich freue mich, das PommesAgnum den Fall kritisch und mit leichter "Grundaggressivität" hinterfragt. Vor gut einem Jahr bin ich auf den Fall gestoßen und hab die Presseberichte durchstöbert und auch versucht über die Presse Informationen zu erhalten. Leider sind in Deutschland alte Presseberichte schwierig und teilweise nur mit Kosten zu erhalten. Oft gibt es solche Archive aber gar nicht, weil man "1990 umgezogen ist und keinen Platz mehr hatte" oder so. Jedenfalls hab ich den ein oder anderen Namen bekommen und hab versucht telefonisch Kontakt mit Zeitzeugen zu bekommen. Im Gegensatz zu anderen Fällen wo ich ähnlich vorgegangen bin bekam ich das Gefühl, das der Fall in keinster Weise abgeschlossen ist, zumindest nicht für die Generation die damals dabei war. Oft habe ich in anderen Fällen die Jahre zurück liegen gehört, "man soll keine alten Wunden aufreissen, das hilft doch keinem mehr" etc. Bei dem Fall hier habe ich durchaus Auskünfte gegeben und ich hatte das Gefühl, das man "dorfintern" einen Verdächtigen hat. Den Namen hab ich nicht herausbekommen, auch nicht warum man ihn nicht meldet, aber das liegt wohl vor allem daran das ich ein Fremder bin, nicht von dort stamme und auch noch mehr oder weniger anonym mit dem Telefon gehandelt habe. Dennoch, ich glaube, der Täter lebt noch oder zumindest der Mensch, dem der Ort sowas zutraut. Leider kann ich mich hier nur so schwammig ausdrücken, weil ich letztendlich nichts an belegbaren Fakten habe, sondern mich auf meinen Bauch berufe. Aber ich glaube, wenn ein Ortsansässiger den richtigen Leuten die richtigen Fragen stellt, kann eine Überraschung bei raus kommen.
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#11

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 9. Sep. 2018, 10:53

@KommissarBeck
Ich beschäftige mich seit Jahren mit einem Fall, wo ich eines der Opfer persönlich kannte und den verurteilten Täter zum. vom sehen her. In dem Ort, wo diese Tat verübt wurde, hatte ich selbst einige Jahre gelebt und kenne daher noch den Einen oder Anderen. Wenn ich daran denke, was bis heute über diesen Fall spekuliert wird, dann sollte man meinen, dass der Fall längst geklärt sein und der wahre Doppelmörder brummen müsste! Dem ist aber nicht so. In der Wirklichkeit zeigt sich nämlich immer wieder, dass Spekulationen, ganz gleich wie sinnig oder unsinnig die auch immer sein mögen, in aller Regel dort bleiben wo sie entstehen: im Bekanntenkreis oder am Stammtisch. Und warum? Weil sich niemand traut, sein "Wissen" mit der Polizei bzw. StA zu teilen. Man will ja niemanden beschuldigen usw. Stattdessen wird inkauf genommen, dass ein Unschuldiger einsitzt und ein Schuldiger sein Leben in Freiheit verbringen darf und, ob du es glaubst oder nicht, es wird sogar darauf gehofft, dass der Justiz von selbst die Augen aufgehen und erkennt, dass sie einen Fehler begangen hat, in dem sie einen unbescholtenen Bürger verurteilt hat!
Was ich also damit sagen will: selbst wenn du alles Gehörte und Erfahrene zusammenschnürst und an die Ermittler weiterleitest, wirst du damit kaum etwas erreichen können, weil die "Quellen" nicht bereit wären entspechende Aussagen zu machen. Und das weiß auch die Polizei.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#12

Ungelesener Beitrag von KommissarBeck » Mo, 10. Sep. 2018, 16:32

selbst wenn du alles Gehörte und Erfahrene zusammenschnürst und an die Ermittler weiterleitest, wirst du damit kaum etwas erreichen können, weil die "Quellen" nicht bereit wären entspechende Aussagen zu machen. Und das weiß auch die Polizei.
Ich fürchte, Du hast recht. Der Onkel von Martina starb 2014. Er war sehr an einer Aufklärung interessiert und meines Wissens hatte er auch einen konkreten Verdacht. Warum niemals jemand "offiziell" von der Polizei verdächtigt wurde ist mir nicht bekannt. Vielleicht hatte der Onkel nie konkrete Beweise oder der Täter hat sich ein Alibi in der eigenen Familie beschafft und war für die Polizei damit außen vor. Übrigens wurde der in den Medien oft genannte Pädophilie der sich nach dem Mord das Leben nahm, nie wirklich von den Anwohnern als Täter in Betracht gezogen. Ausserdem galt er im Dorf nicht als pädophil - dazu haben ihn erst die Medien gemacht. Nicht erst die "Fake-News-Medien" aktueller Zeit, sondern bereits die Medien von 1971. Quelle dafür sind noch lebende Zeitzeugen die mir das unabhängig voneinander erzählt haben.
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#13

Ungelesener Beitrag von PommesAgnum » Do, 27. Sep. 2018, 02:07

Das mutet schon echt seltsam an, das Niemand außer Salva auch mal die Person in's Auge fast, die auch ob des wenig Überlieferten des Falles, als Person von höchstem Interesse gelten muss.
Warum und wozu, sollte man denn Personen in Obertheres befragen, wenn die absolut verdächtigste Person klar und deutlich raus zu lesen ist?!
Verstehe ich nicht?!

Das mutet mindestens so seltsam, wie meine Mathematik-Kenntnisse. Denn mit 70 Jahren, liege ich selbstverständlich voll daneben, weil zu alt. Martina wäre heute 58. Er müsste demnach, um die +- 62 Jahre sein.

Ich will es nochmal anders verdeutlichen.

https://www.mainpost.de/archiv-ueberreg ... 48,5679771


Demnach gab es Anfang 2016 einen weiteren Gen-Test. Und hier spricht ein älterer Herr genau das aus, was ich oder besser gesagt ein Jeder, der sich mit dem Fall befasst befürchten konnte.

Zitat, aus der Mainpost:
Auf eine entsprechende Frage winkt er ab. Nach dem Test im Rathaus lässt er sich aber doch zu einem kurzen Gespräch überreden. Auch er sei Badegast gewesen. Heute ist er 76 Jahre alt und kommt aus Wonfurt. Er glaubt nicht, dass der Täter auf diese Weise gefunden wird, lässt er sich entlocken. Denn seinen Erinnerungen zufolge waren zur Tatzeit an diesem schönen Badetag etwa 200 Badegäste am Horhäuser Baggersee. Von den wenigsten hat doch die Polizei die Personalien, meint er.

Das ist genau das Ding. Man scheint den zeitlichen Kontext zu übersehen.
Wir schreiben das Jahr 1971. 2 TV-Programme, kein Smartphone, kein Internet. Der erste, sommerliche Tag. Der Zeuge geht von mindestens 200 Badegästen aus.

Die Person von höchstem Interesse fährt jetzt Richtung Osten. Nach Wonfurt. Auf der Karte rechts neben dem Baggersee.
Nun wissen wir, von dem älteren Herrn, es gab mind."200" Menschen dort an diesem Tag. Nämlich aus Untertheres, aus Horhausen, Dampfach, Steinsfeld oder Wülflingen. Was noch mindestens 4 oder 5 andere Richtungen bedeuten würde. "Mindestens", mit den Feldwegen!
Doch nur diese Richtung nach Wonfurt. Dort lag Martinas Leichnam.
Kann man mir folgen?!
Natürlich kann ich dem Mann hier total Unrecht tun, und er hatte sich schon durchgefragt in alle anderen Richtungen, und in allen anderen Ortschaften.
Doch leider Gottes, glaube ich das nicht.
Denn die Auffindung war 2 Tage später.

Auch die Begründung erschließt sich mir nicht. Warum dieser Aktionismus?! Warum genau am Auffindeort?! Eine Person, der Martina doch völlig fremd sein muss?!
Wie kommt der dazu?!

Nochmal, zwei Tage wurde Sie von Landespolizei, Helfern und US-Army nicht enddeckt.
Es muss einer der drei Feldwege nach Wonfurt sein.

Man braucht weder nach Obertheres, noch eventuelle Zeugen befragen. Man benötigt weder Fallanalytische Kenntnisse, noch ermittlerischen Sachverstand.
Es existiert lediglich eine Person, die sich in höchstem Maße verdächtig macht. Ich verstehe da dieses Rumgeschwurbel nicht?!
Wer es lesen kann, der kann es doch lesen?!
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#14

Ungelesener Beitrag von schimmel-reiter » Sa, 27. Okt. 2018, 13:51

Spannend wäre es doch, so denn diese Fundmulde noch der Damaligen entspricht, zu schauen was man vom Feldweg auf dem Mopped sehen konnte. Das mit abgelegten roten Stoffteilen an einer Puppe, an der etwaigen Stelle in der Mulde.
Passt da nichts - wäre der Feuerwehrmann (ernsthaft) zu befragen.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#15

Ungelesener Beitrag von Salva » So, 28. Okt. 2018, 15:25

@schimmel-reiter
Das wäre die einfachste Methode, den Wahrheitsgehalt der Aussage über das Auffinden der Leiche verifizieren zu können. Wenn die Polizei damals mitgedacht hat, dürfte sich diese Frage allerdings schon vor der Spurensicherung erledigt haben, denn die Beamten hätten Martina ja ebenfalls vom Weg aus sehen müssen. Oder eben nicht.
Aber selbst wenn dieser FW'ler der Täter war... warum sollte er die Leiche "finden"? Wenn die Suchaktionen bis dorthin ergebnislos verliefen? Er hätte sich damit doch selbst ein Ei ins Nest legen können, demnach leuchtet mir die für ihn überaus riskante Aktion nicht ganz ein.

Die Aussage des Zeugen, dass die Polizei längst nicht von allen Badegästen die Personalien erfasst hat, wundert mich. Woher will er das wissen? Ist das eine Tatsache oder doch nur eine Vermutung? Wenn er von Badegästen weiß, die an jenem Tag vor Ort waren und nicht polizeilich erfasst wurden, hätte er das den Beamten melden können bzw. müssen. Oder diese auffordern müssen, von sich aus zur Polizei zu gehen. Wie auch immer.

Martina's Mörder muss zudem nicht zwingend ein Badegast gewesen sein. Es soll ja Typen geben, die zwischen Gebüschen oder hinter Bäumen stehen, die Szenerie beobachten und dabei an sich herumfummeln. Vielleicht wurde das Mädchen Opfer eines Voyeurs, weil sie ihm zum Zweck des Umziehens in einem Gebüsch geradewegs in die Arme lief? Wenn dem so gewesen wäre, hätten wohl die allerwenigsten Badegäste Notiz von diesem Spanner genommen und falls doch, dann hätten sich diese Zeugen bestimmt an ihn erinnert. Es würde mich also nicht wundern, wenn der durch die Maschen der Polizei fallen konnte. Wusste ja niemand, dass der am Tattag vor Ort war.
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1971 | Obertheres | Martina Schmitt (11) ermordet

#16

Ungelesener Beitrag von Duchonin » Mi, 21. Apr. 2021, 00:45

Salva hat geschrieben:
So, 28. Okt. 2018, 15:25
Aber selbst wenn dieser FW'ler der Täter war... warum sollte er die Leiche "finden"? Wenn die Suchaktionen bis dorthin ergebnislos verliefen? Er hätte sich damit doch selbst ein Ei ins Nest legen können, demnach leuchtet mir die für ihn überaus riskante Aktion nicht ganz ein.
Ich würde auch vermuten, dass der FW'ler auf jeden Fall einer DNA-Probe unterzogen wurde und deshalb nicht als Täter in Frage kommt. Und niemand weis, ob er auch in den anderen Orten befragen wollte.
PommesAgnum hat geschrieben:
Fr, 10. Aug. 2018, 19:49
Für ein neu zugezogenes Scheidungskind und damalige Vorurteile, höchst erstaunlich.
Hier liegst Du falsch. Martina war im Bewußtsein des Ortes nicht eine "zugezogenes" Scheidungskind, sondern das "Enkelkind der ansässigen Großeltern". Da auch die Mutter von dort stammte, gehörte Martina zum Ort.
Zumindestens kenne ich das aus unserer Gegend so.
PommesAgnum hat geschrieben:
Fr, 10. Aug. 2018, 19:49
Denn, es kann nicht sein, was nicht sein darf. Kinder, morden Kinder. Für viele Menschen, würde so etwas nicht in Ihr rationales Weltbild passen. Ein recht junger Täter, der die Tat möglicherweise seinen Eltern beichtet, würde mit Sicherheit noch eher geschützt werden, als ein Volljähriger.
Hier hätte man aber vermutlich DNA eines nahen Verwandten beim Gentest gefunden.
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